G

Gast

  • #1

Wann merkt man,das es vorbei ist?

Wann hattet ihr das Gefühl, dass es mit einer Beziehung vorbei ist? Welche Zeichen hat euch der andere gegeben oder ihr an euch selbst bemerkt? Ich weiß ist sehr allgmein gefragt, aber ich bin gespannt auf die Antworten.
 
  • #2
Ich glaube, es sind vorallem drei Dinge, die als Alarmsignal verstanden werden können:

1. Drastisch nachlassene Sexualität oder nachlassene Erfüllung beim Sex
2. Langfristige Zukunftspläne erscheinen nicht mehr wünschenswert
3. Häufiges Genervtsein durch den Partner, auch bei Kleinigkeiten innerlich den Kopf schütteln

Gerade als Frau kommt bzgl. Punkt 2 auch dazu, dass man sich vielleicht denkt: "mit dem ein Kind? Geht gar nicht!" Das ist dann das ganz deutliches Signal, dass dieser Mann keine lange Zukunft als Partner mehr hat.

Bezüglich Punkt 1 möchte ich klarstellen, dass fast in jeder Partnerschaft die Häufigkeit von Sex mit der Zeit abnimmt, und dass das ganz normal ist. Das, was hier mit 1. gemeint ist, ist vorallem, dass Zärtlichkeit, Begehren, Aufeinandereingehen stark abnehmen und man sich beim Sex mit dem Partner einfach nicht mehr so wohl, so nah, so geliebt fühlt wie sonst und dadurch merkt, dass die Gefühle nicht mehr stimmen. Dies steigert sich dann gegenseitig hoch zu einem regelrecht beschissenen Sexleben in den letzten Wochen vor der Trennung.
 
G

Gast

  • #3
Da kann ich #1 nur zustimmen. Wer das sowohl aktiv als auch passiv nur ein, zwei Mal erlebt hat, erkennt diese Zeichen sofort.
Bei meiner letzten Begegnung waren nur Pkt. 1 und 2 vertauscht: Auf meine Frage, wie es mit einem Kurzurlaub aussieht, antwortete er ganz selbstverständlich nur für sich alleine ("Ich habe vor...") und nicht mit einem Vorschlag für uns gemeinsam (z. B. "Was hältst du davon, wenn wir...")
Ziemlich zeitgleich trat Pkt. 1 seinerseits ein.
Pkt. 3 denke ich mir dazu - vielleicht nicht genervt, aber zumindest schon "innerlich verabschiedet" (deutlich weniger Zeit, deutlich mehr Ausreden, nicht mehr sofort ans Telefon gehen oder zurückrufen).
Die "bessere Nachfolgerin"... war schon ausgekuckt, war schon beschlossene Sache.
 
  • #4
@ FS:

Wenn du diese Frage hier stellst, dann hast du das auch noch nicht erlebt und solltest dich einfach darüber freuen.

Meiner Meinung nach, muss das nicht erklärt werden. Nur völlig gefühllose oder ignorante Menschen erkennen nicht, wenn es zu Ende geht. Und solche Menschen, die die Taktik der Selbstverleugnung perfekt beherrschen.

Jeder hat dabei nur einen eigenen Zeitrahmen, um diese Erkenntnis dann auch in eine Tatsache zu verwandeln. Dieser ist natürlich auch geprägt von der individuellen Leidensfähigkeit bzw. dem Willen dazu. Man kann das auch Schmerzgrenze nennen.
 
G

Gast

  • #5
Es gibt zu deiner Frage ein sehr lesenswertes Buch: "Wenn Liebe keine Zukunft hat" von Diane Vaughan, eine amerikanische Soziologin. Sie beschreibt sehr differenziert die einzelnen Stationen und Symptome des Trennungsprozesses sowie die Rollen des "Initiators", desjenigen der die Trennung betreibt und die Reaktionen des Partners der verlassen werden soll. In der Tat ist es so, dass der Partner diese unheilvollen ersten Anzeichen negiert und die Realität leugnet. Solange bis er nicht mehr umhin kommt sich den Gegebenheiten zu stellen. Bis zu diesem Zeitpunkt ist der Initiator jedoch geistig und emotional längst über alle Berge..........
Die Verlassenen vermeinen dann reflektierend, sie seien von heute auf morgen verlassen worden, ohne jegliche Vorzeichen oder Ankündigungen. Das dem in der Regel nicht so ist, beschreibt Vaughan sehr anschaulich.
 
G

Gast

  • #6
Ich hatte es gemerkt als nach einer 7.5-jährigen Beziehung mit einem sehr problematischen halben Jahr vor dem Ende er eine Nacht weg blieb.
Es war mir egal, wirklich.
Es war mir egal ob er im Krankenhaus halb tot lag oder bei einer anderen Frau schlief oder bei einem Kumpel saufen war-es mag kaltschnäuzig klingen, aber es war mir wirklich egal.
Ich bin ins Bett, habe nachts bemerkt, dass er immer noch nicht da war und habe am nächsten Tag die Sachen gepackt und bin gegangen.
Mit dieser Einstellung von mir war das Ende auch offiziell besiegelt.
(Er war übrigens bei einem Kumpel, so unglaubwürdig es klingt ...)
w
 
G

Gast

  • #7
Je weniger er mit mir unternommen hat ( Sonntags am Straßenrand spazieren gehen weil es nichts kostet ) desto mehr hat er gemeckert das er zu viel Zeit investiert. 1 mal nach Wochen gemeinsam Fernsehen - Geschrei seinerseits. Er wurde pampig, beleidigend, rücksichtslos.
z.B. war er morgens in der Küche - stellte mir zum Schluss nur noch nen blanken Teller hin, fingt an zu essen, stand dann auf und setzte sich an den Computer um sich die Zeit zu vertreiben. Wenn ich üblicherweise morgens das Frühstück gemacht habe lagen seine Lieblingskekse, seine Marmelade, frischer Kaffee, Besteck und die warmen Toasts schon bereit. Einmal hat er das Bett gemacht - aber nur seine Seite - da habe ich gemerkt das was nicht stimmen kann - von seiner Seite nur schweigen - keine Aussprache. Für seine Kinder ( 18 / 23 ) hingegen sprang er zu jeglichen Tag - und Nachtzeiten auf um ihnen alle! Wünsche zu erfüllen. Seiner Tochter brachte er z.B. Samstag gegen 14 Uhr die warme Milch ans Bett, um diese Zeit erst geruht sich die Dame an freien Tagen zu erheben ( trotz leichter Arbeit - keine Schichten ) Im Haushalt zu helfen war Fehlanzeige - das konnte Papas " Tussi" machen wenn sie wollte. Dann sah ich täglich diesen Vergleich von Fürsorge und Liebe einerseits und seinem Verhalten mir gegenüber andererseits. Mit Geduld war nichts zu machen - er hatte innerlich abgeschlossen, ich sollte es von allein merken. ( Trotzdem schlug er mir in dieser Phase noch vor gemeinsames Konto zu eröffnen !!! ) Ich sah dazu keine Veranlassung - und er trennte sich. Prima!