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Gast

  • #1

Wann sprecht ihr Erkrankungen an?

Natürlich ist klar, dass man nicht bei einem der ersten Dates dabei gleich mit der Tür ins Haus fallen sollte. Was aber, wenn euch diese Erkrankung stark einschränkt und/oder der andere mitbekommt, dass ihr viele Medikamente nehmen müsst? Habe leider die Erfahrung gemacht, dass der andere das oft nicht versteht und sich schnell aus dem Staub macht, weil er sich nicht vorstellen kann, mit jemanden zusammenzusein, der chronisch krank ist. Dazu sollte ich vielleicht noch sagen, dass ich trotz einer schweren Erkrankung positiv durchs Leben gehe und mittlerweile sehr gut damit umgehen kann. Würde mir nur jemanden wünschen, der das auch so sieht und mich nimmt wie ich bin.
 
G

Gast

  • #2
Eigentlich bin ich ein sehr direkter Mensch und sage was ich denke. Nur, wenn Du wirklich nicht ständig eine Abfuhr erfahren möchtest, weil jmd. mit gewissen Tatsachen nicht umgehen kann, dann lass es vorerst sein. Manchmal muss man auch Egoist sein, um etwas zu erreichen!
 
G

Gast

  • #3
Du hast dir die Antwort schon selbst gegeben. Ganz normal damit umgehen, die Medikamente gehören zu deinem Leben dazu. Hauptsache die positive Lebensfreude bleibt! -und dafür bist du selbst verantwortlich. Oft lässt ja gerade eine schwere Krankheit die Persönlichkeit reifen und macht dich erst zu dem , der du heute bist. Geduld haben und warten bis jemand kommt, den dies nicht stört, der dich so nimmt wie du bist, der dich und deinen Umgang mit der Erkrankung zu schätzen lernt. Das kann ggf. sehr lange dauern. Es gibt leider sehr viele Menschen, die alle Probleme, die das Leben nun mal stellt, als "Handicap" betrachten statt als Herausforderung und Gelegenheit zu "lernen", da gibt es viele Beispiele wie Krankheit, Arbeitslosigkeit, Frau mit vielen Kindern, Finanznot, und und und...nicht aufgeben, am Ende wirst du jemand ganz Besonderen an deiner Seite haben, der wirklich zu dir steht. Einen besseren "Test" gibt`s doch gar nicht.
 
  • #4
Hm, zum Glück habe ich solche Erkrankungen nicht, daher kann ich nicht aus eigener Erfahrung sprechen. Wenn ich mir das als der passive Partner vorstelle (also als diejenige, die es erzählt bekommt), dann würde ich sagen, das erste Date ist dafür generell der falsche Zeitpunkt, denn hier geht es erst einmal nur darum, ob man sich sympathisch ist, gemeinsam klönen und lachen kann, eine gemeinsame Wellenlänge findet und die berühmte Chemie stimmt. Dieses Treffen würde ich an Deiner Stelle nicht überschatten mit irgendwelchen Krankheitsdetails gleich welcher Art. Immerhin sind solche Krankheiten ja auch meist eine intime Angelegenheit, die den anderen frühestens etwas angehen, wenn er sich auch nach dem ersten Date noch für Dich interessiert. Stelle Dir das erste Date wie das Kennenlernen eines Fremden auf einer Party vor: Da erzählst Du doch auch nicht gleich von Deiner Erkrankung, oder? Solltest Du zumindest nicht! Was Medikamenteneinnahme angeht, so müßte es doch möglich sein, die unauffällig zu erledigen, oder? Auch im Berufsleben muß man doch Etikette einhalten.

Wenn der andere nun Interesse und Sympathie signalisiert und sie auf Gegenseitigkeit beruht, dann muß man wohl fairerweise spätestens beim zweiten Date mit wirklich schwerwiegenden Erkrankungen oder gesundheitlichen Einschränkungen herausrücken, also z.B. Herztransplantationen, Totaloperationen oder gar ansteckenden Krankheiten wie HIV.

Ich kann mir gut vorstellen, daß viele potentielle Partner abspringen, wenn sie von schwerwiegenden Erkrankungen hören, denn letztlich sucht jeder hier seinen Traumpartner und hat die Illusion, nur wirklich notwendige Kompromisse einzugehen, nicht aber sich von etlichen Träumen zu verabschieden. Dieses Anspruchsdenken ist sicherlich eines der typischen Probleme beim Online-Dating, wobei andersherum eben dieses Abklopfen auf Kompatibilität auch ganz wesentlich für den doch recht guten Erfolg der Online-Beziehungen verantwortlich ist.

Ich wünsche Dir viel Erfolg und Glück.
 
  • #5
naja das kommt jetzt darauf an wie alt und welche krankheit. viele ab 45+ haben zum beispiel irgendwelche herzprobleme und nehmen ein menü tabletten ein 2-3mal am tag. in dem alter haben aber die meisten kein problem mit sowas.

ein jungesmädchen das ich kannte hatte etwas mit den knochen und musste oft spritzen
eine andere hatte eine immunschwäche ihr körper produziert kein cortison, muss auch starke medikamente nehmen, kann deshalb keine kinder bekommen, hat oft überraschend körperliche tiefs und ist inzwischen trotzdem verheiratet.
zuckerkrankheit ist inzwischen auch schon so gut wie normal keiner rümpft da die nase.
eine kannte ich die war so ziehmlich gegen alles allergisch, mit ihr was essen gehen war eine herausvorderung.

also ich glaube, dass ist kein so großes problem du musst nur darüber sprechen auf eine natürliche art und weiße, zb. kannst du das "wart kurz ich geh meine tabletten nehmen" einfließen lassen, dann fragt eh jeder.
 
G

Gast

  • #6
@Thomas: Na ja, ich glaube, Herz- und Blutdruckprobleme sind mit der Titelfrage nicht gerade gemeint. Auch Diabetes und Allergien kann man sicherlich erst beim zweiten Date ansprechen, sobald die gegenseitige Sympathie sichergestellt ist. Es gibt ja aber viel schwerwiegendere Erkrankungen, die auch das alltägliche Leben viel mehr beeinflußen.
 
G

Gast

  • #7
Wirklich schwerwiegende Erkrankungen sollten m.E. so früh wie möglich angesprochen werden, am besten schon während des Briefaustausches.
Warum? So hat derjenige der es erzählt bekommt, etwas Zeit dies zu verdauen und sich Gedanken zu machen, ob er damit soweit umgehen kann dass er denjenigen überhaupt treffen möchte. Wenn es dann zum Treffen kommt, dann fällt einem nicht die Kinnlade runter und man trifft diese Situation nicht unvorbereitet an.
Ausserdem tut es dem Betreffenden, also dem Kranken, ganz am Anfang nicht so weh, wg. einer eventuellen Krankheit abgelehnt zu werden, als später, wenn sich vielleicht schon Gefühle eingestellt haben und dann nach dem ersten Treffen das berühmte Stillschweigen herrscht.
 
A

alhanifa

  • #8
ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand eine Person überhaupt sehen möchte, welche man nicht kennt und von Handycaps erzählt bekommt!! Es ist einfach menschlich und bequem, dass man zuerst mal einen Schritt zurück macht. Es ist einfach so, dass niemand mit unangenehmen Tatsachen konfrontiert werden möchte und dies hat bestimmt nichts mit der betreffenden Person zu tun, denn diejenige oder denjenigen kennt man nicht, also ist es sehr einfach, erst gar keinen Kontakt aufzubauen.
Ich bin der Meinung, dass man bestimmt nicht mit der Tür ins Haus fallen soll, schon gar nicht bei fremden Personen, welche vielleicht ohnehin kein Interesse haben!!!
Zuerst soll man den Kontakt aufbauen, und erst dann, wenn man auch weiss, die Sympathie ist da und zwar von beiden Seiten!! mit einzelheiten beginnen. Ich kann mir nicht vorstellen, wenn wirklich, echte Freundschaft oder sogar Liebe entstanden ist, das Gegenüber sagt: Schau selber, geht mich nichts an! und wenn es doch so wäre, muss ich sagen diese Person war es echt nicht wert - solche Egoisten hätten in meinem Leben keinen Platz!!
 
G

Gast

  • #9
@#7: Das sehe ich anders. Jemand der schon im Vorfeld nicht mit unangenehmen Tatsachen konfrontiert werden möchte, will es auch dann nicht wenn der Kontakt persönlich zustande gekommen ist. Ich würde mich auch irgendwie betrogen fühlen, so nach dem Motto: so jetzt liebst Du mich, jetzt kann ich Dir ja sagen, dass ich das und das habe (ähnlich: so jetzt liebst Du mich, jetzt kann ich Dir ja sagen dass ich verheiratet bin). Ich will im Vorfeld wissen in wen ich mich verliebe und wenn da schwerwiegende Sachen sind über die der andere Stillschweigen bewahrt hat so finde ich das einfach unehrlich und würde die ganze Beziehung in Frage stellen. Und für den Betroffenen, also den Kranken, muss es doch furchtbar sein, dann im Nachhinein abgelehnt zu werden wegen seiner Krankheit. Also ne, ne, lieber die Karten vorher auf den Tisch. Denn wer sich DANN trifft, da kann man sich sicher sein, dass der oder diejenige dann nicht zu den Bequemen gehört die unangenehmen Sachen aus dem Weg geht.
 
A

alhanifa

  • #10
Na, ja es geht doch gar nicht darum, Tatsachen zu verheimlichen. Ich kann mir kaum vorstellen, dass man, wenn man gewisse Tatsachen auf den Tisch legt, bevor überhaupt ein "freundschaftlicher" Kontakt zustande kommt jemals die Möglichkeit erhalten wird, einen Schritt weiter zu gehen! Der Vergleich von @#8 ist nicht nachvollziehbar und das Eine hat mit dem Anderen nichts zu tun!! Ich würde bestimmt niemals fremden Leuten, die ich nicht mal einigermassen kennen gelernt habe sehr persönliche Details erzählen, denn erst wenn man weiss, es ist auch Interesse da, macht es Sinn alles zu erzählen. Ausserdem ist eine Abfuhr nie besonders schön und wenn ich dann noch meine persönlichen "Handicaps" erzählt habe, dann studiere ich immer darüber nach, dass genau dies der Grund war, weshalb ich "wieder" eine Abfuhr erhalten habe. Wie ist es so mit Freunden? Erst wenn man sie wirklich einmal braucht, erkennt man auch, wer wirklich ein wahrer Freund ist - und dies sind bestimmt nicht viele! Es ist auch schwierig nur Freunde neu zu gewinnen, wenn man erzählt, dass man gesundheitliche Probleme hat (mir ging es auch einmal sehr schlecht, ich schreibe nicht grundlos auf diese Weise!!) Ich wünsche mir sehr, dass der oder die Schreiber(in) jemanden finden wird und dass Andere lernen, etwas rücksichtsvoller Absagen zu erteilen.
 
G

Gast

  • #11
Ich mache das relativ bald, eigentlich schon beim zweiten oder dritten Mal! Auch aus einer gewissen Fairness heraus meine auch ich allerdings, sollten Kontakte die Möglichkeit haben, sich zu entscheiden(#6)...Ich hatte im Herbst eine Tumor-OP, die mich zwar noch physisch, aber nicht psychisch beeinträchtigt. Auch meine Persönlichkeit selbst ist davon nicht berührt. Ich habe zwar auch ein nicht so..o ausgeprägtes Selbstbewusstsein und drücke mich vielleicht nicht immer so klar aus, aber das hat eher andere Gründe, die mit meiner im großen und ganzen überstandenen Krankheit nichts mehr zu tun haben. Es hatte auch mit einer früheren, für mich nicht sehr schönen Zeit zu tun, worauf ich hier jetzt nicht näher darauf eingehen werde, da das diesen Rahmen sprengen würde. Und in bezug auf Freunde kann ich mich #9 eigentlich nur anschliessen.