• #1

Wart ihr schon mal "benötigtes Puzzleteil" für eine andere Beziehung?

Hallo, ihr Lieben,

mal eine vermutlich ungewöhnliche Frage, auf die mich die Schilderung einer Verwandten brachte. Das mal zuerst:

Also, sie und ihr Mann sind Rentner und es gibt ein anderes Rentnerpaar, das sich unbedingt näher anfreunden wollte. Kuchen essen, Abendessen und was trinken, quatschen usw.. Meine Verwandte hat das Gefühl geäußert, sie und ihr Mann sollten sowas wie ergänzende Spaßfaktoren für eine unzureichende Beziehung der anderen sein. Also dass der andere Mann die eigene Frau eifersüchtig machen will mit meiner Verwandten, indem er ihr komische Komplimente im Beisein seiner Frau macht, oder dass die andere Frau sich bestätigen will, indem sie den Mann (meinen Verwandten) irgendwie anmacht, Interesse für seine Interessen zeigt usw.. Konkret lautete das Bauchgefühl meiner Verwandten: Wir sind die manipulierbaren Unterhaltungskasper für die, weil die ihre Beziehung zu langweilig finden.

Mein Verwandter durchschaut das ganze nicht und denkt, die anderen seien nett. Er merkt nicht, wie dauernd seine Reaktionen berechnend rausgekitzelt werden, er merkt auch nicht, dass er immer wieder in gleicher Weise drauf reinfällt und sich mit der anderen Frau über die Themen unterhält, die ER spannend findet, diese Frau aber weniger, sie will nur ihrem eigenen Mann beweisen, dass der doof ist. Der Mann reagiert mit Spott über meinen Verwandten, und dieser haut leider ab und an seine Frau vor den anderen in die Pfanne, was nun wieder der anderen Frau Bestätigung gibt (es geht z.B. ums Schlanksein - die ist schlank, meine Verwandte nicht). Das macht er nicht böswillig, er merkt es nur nicht, dass er nicht vor anderen Leuten Kritik an seiner Frau üben sollte.
Die andere Frau haut ihren Mann auch in die Pfanne, indem sie dauernd klarstellt, dass auch andere Leute fanden, er sei nicht gut genug für sie. Er dagegen liebt alle Frauen und ärgert sie damit. Aber sie brauchen halt andere Leute für das Programm.

Meine Frage: Habt ihr die Erfahrung auch schon gemacht, dass ihr eine Rolle in einer Beziehung für andere spielen solltet? Zum Eifersüchtigmachen z.B. oder auch, um Partei für ein Streitthema zu ergreifen und damit das Patt in der Beziehung neu zu beleben oder auch, um durch eure Gefühle irgendwas in die Beziehung zu tragen, mit denen die unter sich arbeiten können?

Meine Verwandte braucht keinen Rat, sie hat sich zurückgezogen, weil sie sich manipuliert fühlte, und will den Kontakt nicht vertiefen.

Die Frage ist reine Neugier, weil ich es bemerkenswert fand und nie so drüber nachdachte, dass Paare ihre Mankos so ausleben können. Eigentlich ist ja auch das Verhalten, einen Außenmenschen für eine Affäre zu benutzen, sowas. Aber so gezielt manipulativ, wie diese Renter es machen, ist mir das noch nicht begegnet.
 
  • #2
Nein. Die Erfahrung habe ich nicht gemacht.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass immer nur Paar-Aktivitäten nicht reichen und ein gutes soziales Netzwerk wichtig ist. Treffen mit Bekannten als Paar sind bereichernd.

Deine Verwandten sollen den Kontakt abbrechen, wenn sie das Paar weder mögen noch eine schöne Zeit mit ihm hat.
 
  • #3
Ich glaube, die Situation, die du da beschreibst, gibt es recht häufig. Das merkt man, wenn man in geselliger Runde einige Paare beobachtet.
Persönlich würde ich mich für so ein Kasperle-Theater nicht hergeben. Warum sollte ich mit anderen, die so schräg drauf sind, Kaffee trinken oder grillen? Da bleib ich lieber alleine und lese oder beschäftige mich mit anderen Dingen. Und einen Partner, der sich vor anderen über mich lustig macht (Figur, Frisur oder was auch immer) ist illoyal und wird zeitnah entsorgt.
 
  • #4
Aus meiner Sicht klingt dies alles ziemlich toxisch. Ich kenne ähnliche Konstellationen von meinen Eltern und deren Bekannten/Freunden. Diese "Freundschaften" haben von vornherein kein Niveau und taugen nichts. Ich kenne auch ein älteres Paar, welches mit einem anderen Paar in Urlaub fährt, obwohl klar ist, dass die Frau des einen Mannes in den anderen verliebt ist. Ich kann nicht nachvollziehen, warum diese Menschen dennoch in Kontakt bleiben und sogar zusammen weg fahren. Vielleicht belebt dies die Erotik oder es wird als angenehme Spannung erlebt. Ich (Single) hatte selber schon einmal den Eindruck, dass der Mann einer ehemals guten Freundin mit mir eine Affäre beginnt. Er wollte mich plötzlich andauernd dabei haben, wenn die beiden sich trafen. Bei mir klingelten die Alarmglocken, als er auch noch sehr intensiven Blickkontakt zu mir suchte und auf einem Osterfeuer anschließend mit mir allein noch weiter durch die Kneipen ziehen wollte, während seine Frau (Meine Freundin) nach Hause ging. Sie hätte mich mit ihm gehen lassen. Für mich ein absolutes Nogo! Ich habe mich von beiden distanziert, die Freundschaft ist eingeschlafen. Ich habe deutlich gemerkt, dass zwischen mir und dem Mann etwas ist, aber ich habe es nicht zugelassen, in eine Dreieckbeziehung zu geraten. Im Grunde genommen, ist aus meiner Sicht dann auch die Freundschaft zu der Frau nicht mehr wirklich haltbar. Sie hätte niemals zulassen dürfen, dass er mit mir alleine noch durch die Kneipen ziehen will. Da hätte sie eindeutig etwas gegen sagen müssen.
 
  • #5
Es gibt ein gutes Buch von Erik Berne "Spiele der Erwachsene". Lies mal da rein. Es ist keine leichte Kost, da es wahrscheinlich ehe für Fachleute geschrieben wurde, aber wir alle sind entweder Statisten in Leben der anderen oder spielen die Hauptrolle im eigenen Stück.
Selbstverständlich brauchen die Menschen, deren Leben langweilig ist, andere dazu. Klassisches Beispiel - ein Mann mit Geliebten und Ehefrau.
 
  • #6
Ja. Mir ist das passiert inklusive Bloßstellung durch den eigenen Partner.
Es gibt solche Paare und sogar öfter, als man glaubt.
Es gibt dabei auch die Konstellation, dass das eine Paar das andere für die eigene Bestätigung insgesamt missbraucht.

Letztendlich bleiben diese "Manipulationspaarkonstrukte" aber auf der Strecke, wenn sich keiner mehr findet, der sie füttert.
 
  • #7
Nein, so habe ich das noch nicht erlebt.
Klar wird auch mal gestichelt und gefrotzelt zu Lasten des Partners, aber nicht das Dritte dafür extra involviert und dazu manipuliert werden.

Das hingegen halte ich für sehr wichtig:

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass immer nur Paar-Aktivitäten nicht reichen und ein gutes soziales Netzwerk wichtig ist. Treffen mit Bekannten als Paar sind bereichernd.
 
  • #8
Also:

1. ist dies ja nur die Darstellung deiner Verwandten. Ob dies nur eine Wahrnehmung ihrerseits ist, oder da wirklich was dran ist, weiß man ja gar nicht. Vielleicht haben deine Verwandten einfach nur einen Stock im Hintern und dichten dem Paar da irgendwas an, was aber objektiv überhaupt nicht stattfindet.

2. Wieso fühlen die sich manipuliert? Die können doch jederzeit „Nein“ zum Besuch, bzw. Treffen mit den beiden sagen. Oder den Kontakt auf das Nötigste reduzieren. Es zwingt die beiden ja niemand, Zeit mit denen zu verbringen und als Rentner hat man doch nun wirklich gelernt, seine Grenzen klar zu kommunizieren. Da muss man sich nicht zurückziehen, sondern kommuniziert klar, was geht und was nicht geht.

3. Nichts passiert ohne Grund und Lernaufgabe: offenbar liegt nicht nur in der Ehe der Bekannten, sondern auch in der Ehe deiner Verwandten was im Argen, welches dieser „Konflikt“ nun offenbart. Man lernt sich eben immer wieder neu kennen. Verrückt.

4. Ich finde, dass deine Verwandte das etwas zu eng sieht: meine Güte, dann sind die zwei Typen eben ein bisschen schräg drauf, da kann man doch drüber lachen. Wenn es Not tut, kann man da doch auch mal einen lockeren Spruch im Halbspaß in deren Richtung machen, um denen mal ihr Verhalten aufzuzeigen. Solange man sich als Paar einig ist? Dies scheint aber hier nicht der Fall zu sein, also zurück zum Punkt 3. Meiner Meinung nach muss deine Verwandte sich in erster Linie an ihren Mann wenden, die Leute zeigen nur etwas auf, was bei denen beiden besprochen werden muss.
 
  • #9
Vielen Dank für eure Beiträge. Anscheinend ist das ja nicht unbedingt ein Einzelphänomen.
Netzwerke sind natürlich wichtig, und in gewisserweise ist das auch ein Netzwerk. Aber der Kontakt soll nun unbedingt vertieft werden von Seiten des anderen Paares, und anscheinend ist das nicht so das Richtige.

Ich (Single) hatte selber schon einmal den Eindruck, dass der Mann einer ehemals guten Freundin mit mir eine Affäre beginnt. Er wollte mich plötzlich andauernd dabei haben, wenn die beiden sich trafen. Bei mir klingelten die Alarmglocken, als er auch noch sehr intensiven Blickkontakt zu mir suchte und auf einem Osterfeuer anschließend mit mir allein noch weiter durch die Kneipen ziehen wollte, während seine Frau (Meine Freundin) nach Hause ging. Sie hätte mich mit ihm gehen lassen.
Erklär mir das. Ich hätte es auch komisch gefunden. Wollte sie ihn loswerden und hat nur auf einen Fehler seinerseits gewartet, um einen Grund zu haben?

Aber ich denke, man geht sehr von sich aus. Sie hat DIR vielleicht einfach vertraut oder sein Gebaggere nicht wahrgenommen. Aber warum? Das ist mir auch schon so gegangen, dass mich vergebene Männer umflirtet haben und die Frau stand daneben und wirkte, als merkte sie nichts. Aber vielleicht kennt die das schon, dass er das mit jeder Frau macht. Und sie weiß, dass er nicht abspringen wird?
Mein Ex ist auch ein sehr charmanter Mann. Der hat auch mal eine fremde Frau zu einem Kaffee eingeladen in meinem Beisein (also einfach die Rechnung übernommen) und ich hätte es peinlich gefunden, wenn er das nicht gemacht hätte. Aber der war ganz klar MEIN Partner in allem, wie er sich sonst äußerte. Wenn sie jetzt sowas nicht gewohnt ist, hat sie sich vielleich auch gleich umworben gefühlt?
Vielleicht sind diese Männer recht klammerig bei der Partnerin, so dass sie weiß, der geht sowieso nicht weg oder fremd? Mein Ex war recht klammerig, wollte, dass ich dies und das für die Beziehung tue. Von daher hätte er noch zehn andere Frauen einladen können. Aber: Der hat nie mit den Augen woanders rumgeflirtet oder sowas. Also es war nie so, dass ich denken musste, ich sei nicht mehr seine Nummer Eins. Ich frage mich, ob ich mich umworben gefühlt hätte von ihm, wenn wir uns begegnet wären und er eine andere Partnerin gehabt hätte.
 
  • #10
Es gibt ein gutes Buch von Erik Berne "Spiele der Erwachsene".
Vielen Dank für den Tipp, das gucke ich mir auf jeden Fall mal an. Klingt spannend.

1. ist dies ja nur die Darstellung deiner Verwandten. Ob dies nur eine Wahrnehmung ihrerseits ist, oder da wirklich was dran ist, weiß man ja gar nicht
Doch schon. Also die geschilderten Beispiele sind eindeutig.
Die können doch jederzeit „Nein“ zum Besuch, bzw. Treffen mit den beiden sagen.
Das passiert ja gerade. Sie hatten zwei, drei Treffen, bei denen sie sich mehr kennenlernten, und nun ist die Entscheidung gefallen. Mein Verwandter sieht das Problem zwar nicht, aber fühlte sich wohl auch nicht so behaglich bei dem Besuch, aber aus anderen Gründen.

Wie gesagt, meine Verwandte braucht keinen Rat, sie hat es schon entschieden. Mir geht es nur um solche Verhaltensweisen und Dynamiken. Kennst Du "Wer hat Angst vor Virginia Wolfe"? Das ist nun ein echtes Drama, aber daran fühlte ich mich erinnert wegen der Art, andere mit in eigene Paarprobleme zu ziehen und manipulieren zu wollen.

3. Nichts passiert ohne Grund und Lernaufgabe: offenbar liegt nicht nur in der Ehe der Bekannten, sondern auch in der Ehe deiner Verwandten was im Argen, welches dieser „Konflikt“ nun offenbart.
Deren Konflikte sind ihnen schon bekannt. Darum geht es nicht, obwohl ich Dir zustimme, dass nichts ohne Lernaufgabe passiert.
meine Güte, dann sind die zwei Typen eben ein bisschen schräg drauf, da kann man doch drüber lachen.
Nee, es ist ja anders. Wenn Dich einer benutzen will für seine eigenen Probleme und Du die ganze Zeit das Gefühl hast, hier läuft ein Film, wo Du mitspielen sollst, aber man sagt Dir das nicht, dann ist das ein Manipulationsversuch. Und wer selbst keinen Spaß dran hat, den anderen dabei auflaufen zu lassen, will eben den Kontakt nicht mehr. Aber wie gesagt, darum geht es nicht im Thread, WIE man damit umgehen sollte - das ist ja einfach: Kontaktabbruch.

Meiner Meinung nach muss deine Verwandte sich in erster Linie an ihren Mann wenden
Naja, nach hundert Jahren Ehe ist hier nichts mehr zu ändern. Das kam durchaus schon auf den Tisch. Sie fand es auch nicht schlimm, weil sie ja weiß, wie sie seit Ewigkeiten damit umgeht.
 
  • #11
Jetzt schalte mal bitte das DENKWERK Müller ein!
Warum hängst du dich da rein Void? Schreibst du ein Fachbuch für Beziehungs-Psychosen?
Jetzt sind die beiden sooo lange verheiratet ... da wird man doch SELBER fertig bringen, zum Partner zu sagen: 'Oooch nö - nicht schon wieder die Meiers ... Ich mag die nicht ... '

Die haben vorher ohne die Meiers gelebt - und die werden auch in Zukunft ohne die Meiers leben können ...
Und wenn es ihnen langweilig ist ... sollen sie mal bei der VHS gucken, zum Seniorentanz gehen, auf die vielen Dorffeste flanieren, oder jedes Wochenende eine andere Stadt nebst Cafe anschauen ...
Kann doch nicht wirklich wahr sein, dass Void ständig nur Problemfälle sammelt ... das ist irgendwie schon suspekt ...
liegt das an Corina?

Samtina
 
  • #12
Hallo @void,
das Phänomen habe ich selber nicht erlebt, aber schon einige Male im entfernten Bekanntenkreis bei älteren Menschen in Lagzeitbeziehungen erlebt und fand es immer unangenehm instrumentalisiert/ benutzt zu werden, sodass ich mich von diesen Menschen auf großen Abstand zurückgezogen habe.

Wenn ich diese Ehen Revue passieren lasse, dann würde ich folgende gemeinsame Merkmale an den Ehe feststellen:
- es gab nie wirklich Verbindendes zwischen den Partnern, wenn große Liebe, dann höchstens einseitig und ohne substanzielle Begründung (sieht gut aus).
- Es wurde unter einem Dach nebeneinander hergelebt, viel Zeit miteinander verbracht, gemeinsame Unternehungen, aber es entstand keine innere Verbindung (Leben nach Aussenwirkung)
- die gemeinsamen Lebensziele sind erreicht (Kinder groß, Haus bezahlt). Nun zeigt sich, dass die Substanz fehlt, man miteinander nichts anfangen kann und schafft künstlich Spannungen - leider ungeschickt und unangenehm. Sie wissen es nicht besser, weil sie sich trotz 40 Jahren Ehe nicht kennen.
- das Paar lebte in einem Haushalt, aber in getrennten Welten: er im Beruf und in der Familie nur als Finanzier ohne dass ihn Familie grossartig interessiert hätte, sie überwiegend Hausfrau mit geringem Teilzeitanteil in einem Beruf, der sie nicht ansatzweise interessiert.

Und wenn nun beide nicht mehr arbeiten, 7/24 aufeinanderkleben und nichts mit sich anzufangen wissen, unter Langeweile leiden, dann wird eben so künstlich Spannung konstruiert, um sich für den anderen interessant zu machen oder wenigstens sich nicht ganz so zu langweilen.
Weil solche Spielchen ernsthafte Probleme zugrunde liegen und da sozial inkompetente Menschen zugange sind, empfieht sich maximaler Abstand, damit die eigene Beziehung nicht in einen Strudel gerät und geschreddert wird durch derartige Manipulationen. Dann haben sie einen neuen Inhalt für einige Zeit: gottseidank läuft
es bei uns gut.
 
  • #13
Mein Ex ist auch ein sehr charmanter Mann. Der hat auch mal eine fremde Frau zu einem Kaffee eingeladen in meinem Beisein (also einfach die Rechnung übernommen) und ich hätte es peinlich gefunden, wenn er das nicht gemacht hätte. Aber der war ganz klar MEIN Partner in allem, wie er sich sonst äußerte. Wenn sie jetzt sowas nicht gewohnt ist, hat sie sich vielleich auch gleich umworben gefühlt?
Hieran kann man sehen, dass es an dem einen liegt, der ggf etwas hineininterpretieren will und dem anderen, der gar nichts hinein interpretieren wollte.

Es kommt also auch auf den Bedarf des Empfängers an.

Wäre die fremde Frau heimlich schwer in deinen Ex verliebt gewesen, hätte sie bestimmt etwas hinein interpretieren wollen.

Oder wenn Sie grundsätzlich emotional ausgehungert und nur schlechte Erfahrungen mit geizigen Männern gemacht hätte. Dann hätte sie es aufgrund ihres eignen "Minderzustandes" überbewertet. So wie für einen verhungernden, der nie etwas zu essen bekam, eine Scheibe Brot ein köstliches Mahl ist.

Hätte sie nichts von ihm gewollt, hätte sie sich sicher auch nichts dabei gedacht.

Aber selbst wenn dein Ex die Frau attraktiv gefunden hätte und auch was von ihr gewollt hätte, denke ich hätte er es nicht mit so einer Aktion in deinem Beisein zeigen wollen.

Ich denke dein Ex wollte einfach nur nett sein und ein Gentleman, es ging hier um sein Selbstbild und nicht um irgendetwas bei der Frau zu bewirken.
 
  • #14
Kennst Du "Wer hat Angst vor Virginia Wolfe"? Das ist nun ein echtes Drama, aber daran fühlte ich mich erinnert wegen der Art, andere mit in eigene Paarprobleme zu ziehen und manipulieren zu wollen.
Genau darum geht es ja, hier tritt wieder mein Punkt 1 ein:
Dieses Pärchen hat eventuell überhaupt gar kein Problem, somit gibt es auch niemanden in irgendwas hineinzuziehen, zu manipulieren, eifersüchtig zu machen? Deine Verwandte interpretiert das vielleicht einfach nur so, weil das bei ihr in einem ganz anderen Ohr ankommt, als der Schnabel die Infos gesendet hat? Die haben eventuell einfach nur eine -in den Augen deiner Verwandten - schräge Art und Weise, miteinander und mit Außenstehenden umzugehen, und bei deiner Verwandten geht schon das Manipulations- und Benutz- Kopfkino los. Das meinte ich vorhin mit „Stock im Hintern“. Vielleicht beschäftigen die beiden sich gar nicht so dolle mit solchen Themen, so dass die das gar nicht so ernst nehmen wie deine Verwandte? Die kennt das bloß nicht so, und glaubt gleich an eifersüchtig machen wollen, oder an manipulieren oder was auch immer.

So wie ich das grade verstehe, ist eigentlich deine weibliche Verwandte die einzige, bei der ein Problem aufgetaucht ist, nicht mal ihr Mann nimmt das so ernst und fühlt sich eventuell nur deswegen so unwohl in deren Gegenwart, weil die Frau ihm so einen Stress macht.
Und das Pärchen ist halt wie es ist.

Ich versuche nur deshalb, mal eine andere Sichtweise drauf aufzuzeigen, weil ich denke, dass

1. Außenstehende durch Erzählungen niemals das komplette Innenleben der Ehe durchschauen können und in solchen Situationen meistens gar nicht dabei sind. Insofern können sich Außenstehende gar kein Urteil bilden und erklären, dass es ganz bestimmt hundertprozent genauso war, wie in den Erzählungen beschrieben.

2. Wird die Frage definitiv auf wackeligen Annahmen gestellt. Wenn die Vorraussetzungen nämlich so sind, wie von mir beschrieben, was du nicht wirklich wissen kannst, dann wird die Frage doch obsolet und gar nicht mehr diskussionswürdig bzw. steht nur noch allgemein zur Disposition und nicht auf den speziellen Fall bezogen.
 
  • #15
Hi,

ja, mir ist das als ich etwas jünger und blöder war mal passiert.
Er war mein Nachbar, hätte vom Alter her mein Vater sein können u bot an, mir fotografieren.. sein Hobby.. beizubringen.
Ich dachte mir nix dabei, bis er mir erzählte, seine Frau sei "wahnsinnig eifersüchtig". Er erzählte es grinsend und mit gewisser Lust. Um dann hinzuzufügen, wir könnten uns trotzdem weiterhin treffen, das sei ja alles garnicht so schlecht.
Ich als junges Mädchen sollte offensichtlich Eifersucht schaffen u dafür sorgen dass wieder Schwung ins Ehebett kommt.
Ich habe mich sofort distanziert.
Es blieb ein schales, ekliges Gefühl.
Ich hatte echt gedacht, es ginge ums Hobby. Und steh auch nicht auf Opas.
Ich fand und finde sowas ziemlich pervers...
 
  • #16
Mein Verwandter durchschaut das ganze nicht und denkt, die anderen seien nett. Er merkt nicht, wie dauernd seine Reaktionen berechnend rausgekitzelt werden
Bist du dir sicher, dass er nichts bemerkt, oder bleibt er nur aus Höflichkeit nett? Womöglich schämt er sich auch, dass diese Dynamik jetzt da ist, und fühlt sich jedesmal von der Kommunikation dieses Pärchens überfahren und geblockt?

Es kommt schon mal vor, dass entfernte Bekanntschaften gezielt instrumentalisiert werden, um sich selbst abzusetzen, um selbst gut dazustehen. Meiner Meinung nach ist das weder besonders raffiniert, noch manipulativ oder reflektiert, nein da sind Defizite und geringe Sozialkompetenz am Werk. Es wurde nach kurzer Zeit offenkundig, das die beiden schräg sind, deine Verwandte hat es zügig entlarvt.

Vielleicht ging es den beiden Gästen auch nur um die schnelle Erstwirkung. Gekünstelt aufgebauschte Nähe, kaum zu glauben, dass hier der Grundstein zu einer dauerhafter Freundschaft gelegt werden soll. Erinnert mich irgendwie an unmündige Kinder, deine Verwandten, von "Erwachsenen" vorgeführt.

In Zeiten von Corona sind das Bekanntschaften, bei denen man "Abstandhalten" als Grund anführen kann...
 
  • #17
Mach ich doch gar nicht. (Ich liebe Deine Beiträge, auch den hier. Die sind immer so fantasievoll an sich.)
Nee, es ist erstens eine sehr nahe Verwandte, aber trotzdem hänge ich mich nicht rein, und zweitens finde ich das bemerkenswert, dass solche Konstrukte so funktionieren. Es lehrt einen auch für seine eigenen Beziehungen und Bekanntschaften was und macht sensibel dafür, wenn so ein "Missbrauch der Bekanntschaft" angebahnt wird.

Vielleicht bin ich auch deswegen drauf angesprungen - abgesehen davon, dass mich Zwischenmenschendynamiken immer interessieren -, weil ich ja in meinem letzten Thread auch überlegt habe, was da los ist. Ich war desweiteren durchaus auch schon "Katalysator" für Beziehungen (wo ich den Mann selbst interessant fand, aber dann für die andere Frau sozusagen MIttel zum Zweck war, weil die erst durch mein Interesse an ihm selbst an ihm interessiert wurde. Vorher fand sie ihn langweilig).

Anregung von außen gaben mir durchaus auch schon andere Menschen. Aber das war nur Anregung, nicht ein Versuch, sie in mein Leben zu ziehen, um was Verklemmtes aufzulösen. Und so kommt mir das bei denen vor. Die Ehe scheint mir seltsam, ich kenne die Menschen auch und habe mich über ihr Paarverhalten schon gewundert.

Noch mal ein anderer Impuls:
Es gibt einen Film, "Die schwarze Witwe" mit Theresa Russell. Sie ist eine Frau, die reiche Männer heiratet und umbringt, um sie zu beerben. Der letzte Mann, den sie will, ist ein Typ mit vielen Affären. Sie wäre nur eine weitere und will das nicht. Es ist ihr eine FBI-Agentin auf den Fersen, sie hat Freundschaft mit ihr geschlossen und kennt den Mann auch. Die Schwarze Witwe merkt, dass beide einander anziehend finden und gibt vor, sich nicht wohlzufühlen und beide sollten doch Spaß haben und einen Ausflug machen. Die schlafen miteinander. Die Agentin denkt, der Mann würde sie wollen als Partnerin, aber nach diesem Tag verführt die SW den Mann und er macht ihr einen Heiratsantrag. Die Agentin ist enttäuscht und sagt auf der Hochzeit sinngemäß: "Mein Hochzeitsgeschenk ist dann wohl der Bräutigam. Durch das mit mir erscheinst du ihm noch begehrenswerter."

Klar, das ist nur ein Film, aber ich versuche immer noch zu verstehen, warum die Drehbuchschreiber das so konstruiert haben und es ein Schachzug sein sollte. Inwiefern erscheint sie dem Mann noch begehrenswerter, nur weil die andere Frau, die er auch interessant fand, mit ihm geschlafen hatte? Weil die Agentin damit "entzaubert" war, die SW aber noch nicht? Wenn sie vorher schon mit ihm geschlafen hätte, wäre sie "der alte Hut" und der Mann würde sich nach der Agentin sehnen?

Gut, vielleicht ist es sehr gewollt und konstruiert, aber ich verstehe den Gedankengang trotzdem nicht.
 
  • #18
Wenn ich diese Ehen Revue passieren lasse, dann würde ich folgende gemeinsame Merkmale an den Ehe feststellen:
GENAU Deine Eindrücke habe ich auch. Ich kenne sie ja ein bisschen. Sie haben verschiedene Rituale, die Verbundenheit symbolisieren (sollen) und die eigentlich absurd sind. Ich meine, wenn man sich küsst, ist doch bei dem Wunsch sich zu küssen dabei, sich nahe zu sein. Aber wenn man gerade in eine Diskussion mit wem anderen verstrickt ist, ist man doch gar nicht "dabei", also beim Kussgeben. Aber da es sozusagen die volle Stunde geschlagen hat, muss der Kuss stattfinden und allen zeigen "wir gehören zusammen", während aber die ganze Zeit erzählt wird, dass der andere nicht gut genug ist. Und das seit x Jahren.

Klingt jetzt so, als würde ich mich dran aufreiben - nee, tu ich nicht. Es war mir nur damals, als ich dabei war, aufgefallen, dass ich das seltsam finde. Die Kuss-Aktion kam aus dem Nichts und ging wieder ins Nichts. Es war eine kurze Unterbrechung der Debatte, als würde einer sagen "kannst du mir mal Feuer geben".
Ich hatte das ganze schon vergessen, als nun die Sache wieder aufkam durch diese kürzlichen Freundschaftsversuche mit meinen Verwandten, insbesondere der Frau.
dann wird eben so künstlich Spannung konstruiert, um sich für den anderen interessant zu machen
Exakt die Worte meiner Verwandten.
 
  • #19
Erklär mir das. Ich hätte es auch komisch gefunden. Wollte sie ihn loswerden und hat nur auf einen Fehler seinerseits gewartet, um einen Grund zu haben?

Aber ich denke, man geht sehr von sich aus. Sie hat DIR vielleicht einfach vertraut oder sein Gebaggere nicht wahrgenommen. Aber warum? Das ist mir auch schon so gegangen, dass mich vergebene Männer umflirtet haben und die Frau stand daneben und wirkte, als merkte sie nichts. Aber vielleicht kennt die das schon, dass er das mit jeder Frau macht. Und sie weiß, dass er nicht abspringen wird?
Mein Ex ist auch ein sehr charmanter Mann. Der hat auch mal eine fremde Frau zu einem Kaffee eingeladen in meinem Beisein (also einfach die Rechnung übernommen) und ich hätte es peinlich gefunden, wenn er das nicht gemacht hätte. Aber der war ganz klar MEIN Partner in allem, wie er sich sonst äußerte. Wenn sie jetzt sowas nicht gewohnt ist, hat sie sich vielleich auch gleich umworben gefühlt?
Vielleicht sind diese Männer recht klammerig bei der Partnerin, so dass sie weiß, der geht sowieso nicht weg oder fremd?
Bei meiner Freundin war es von Anfang an eine schwierige Beziehung. Mittlerweile sind sie aber verheiratet (nach 12 Jahren Beziehung). Er war sich anfangs oft unsicher, ob er wirklich auf Dauer bei ihr bleiben will. Er hat zu mir gesagt, er habe nie gedacht, dass aus ihr und ihm je etwas längerfristiges werde. Wenn mein Freund so etwas zu meiner Freundin sagen würde, wäre ich zutiefst gekränkt. Allein sowas zu sagen ist schon illoyal.
Ich bin mir sicher, dass sie es gemerkt hat, dass er mit mir anbandelt. Vielleicht wollte sie auch herausfinden, wie ich reagiere, ob ich tatsächlich mit ihm allein gehe. Ich finde, dass der Freundeskreis des Partners mit einer angemessenen Distanz zu behandeln ist. Es sind nicht original meine Freunde, sondern seine. D.h. ich lasse bewusst einen gewissen Raum zwischen mir und seinen Freunden. Ich habe dafür meine eigenen Leute und möchte auch nicht, dass mein Freund meine Freundinnen unabgesprochen mit mir einlädt oder sich mit ihr allein trifft.

Ich bin auch mit einem älteren Kollegen befreundet. Er ist verheiratet und bringt zu Treffen stets seine Frau mit. Ich finde es in Ordnung, denn er lässt keinen Zweifel aufkommen und zeigt, dass seine Frau immer die Nr. 1 ist.
 
  • #20
Ja, ich mache genau diese Erfahrung momentan und schon seit einiger Zeit, mit längeren Unterbrüchen. Ein selbständig arbeitender Handwerker, welchen ich immer mal wieder für Arbeiten in meinen Häusern engagiere, hat offenbar gewisse Beziehungsprobleme mit seiner hübschen, als Privatpflege und Haushälterin tätigen bolivianischen Freundin. Er berichtete von der unersättlichen finanziellen Habgier sowie den manipulativen Kontrollversuchen seiner Freundin zum Zweck der Durchsetzung ihres Willens. Als ich daraufhin erwähnte dass es eigentlich nichts besseres geben kann wenn jemand ,der einen kontrolliert und durch Drohungen nötigt, seine/ ihte Drohung wahrmacht und die Beziehung beendet, da wendete er das Thema und erzählte mir wie schön sie es zusammen hätten und wie anhänglich sie sei. Ich ärgerte mich darüber gegen sie Partei ergriffen zu haben wo er die Beziehung ja will. Ein andermal begegnete ich den beiden auf der Strasse und er benutzte mich dafür seine Freundin zu demütigen und herauszufordern indem er mir vor ihr Komplimente für mein Aussehen machte. Die Situation war mir peinlich und danach hatte ich kein gutes Gefühl da ich spürte dass ich da in beziehungsinterne Dynamiken verwickelt wurde. Ich habe schon mehrfach geäussert dass ich bezüglich seiner Privatangelegenheiten und insbesondere von seinen Beziehungsproblemen nichts höten will da ich keine Paartherapeutin sondern seine Auftraggeberin bezüglich handwerklicher Arbeiten bin. Das ganze ist ziemlich Übergriffig da er bisher jedesmal einen Weg gesucht hat um mit mir über die Beziehungsprobleme zu sprechen. Einmal kam er sogar kurzfristig bei mir vorbei um ein Werkzeug zu holen und redete irgendwas über Sex das ich überhörte und bloss fragte: " wie bitte"! Er wiederholte die Äusserung nicht, worüber ich erleichtert war. Ich frage mich ob er sich nun auf was neues einlassen will um sich von den Problemen, welche er nicht angehen will, abzulenken. Mit männlichen Auftraggebern spricht er, nach eigenen Angaben, nicht über seine Probleme. Muss aber ja nicht stimmen.