• #1

Warum bin ich so ambivalent?

Hallo liebes Forum,
ich brauch mal ein paar Denkanstößen
Ich hab vor 6 Wochen einen Mann kennengelernt, über PB.
Er ist 60, ich 62. wir sind beide verwitwet. Er wohnt gut 100 km entfernt, was je nach Verkehrslage 1-2 h Fahrt bedeutet.
Wir haben uns mehrfach gesehen, wobei er meist zu mir kommt, da ich ein Haus habe und er nur eine kleine Wohnung. Er war auch schon mehrere Tage am Stück bei mir. Demnächst machen wir einen gemeinsamen Kurzurlaub.

Es ist immer sehr schön und stimmig mit ihm. Es paßt kommunikativ, wir reden sehr viel. Der Sex macht Spaß. Wir unternehmen verschiedenste Dinge gemeinsam. Der Lebensstil paßt zueinander…
Er gefällt mir auch optisch, aber ich bin nicht total verliebt, also keine rosarote Brille.
Er möchte gern zu mir ziehen, was angesichts der Entfernung auch sinnvoll ist. Außerdem ist es genau das, was ich mir bei einem neuen Partner wünsche, da ich mein Haus liebe. Er will seine Wohnung noch behalten, was ich sehr gut finde, da es den Erfolgsdruck nimmt und mich entspannen würde. Er will Miete zahlen, finde ich blöd, das Haus ist abbezahlt, also reicht aus meiner Sicht Teilung der Betriebskosten.

Es stimmt im Prinzip alles!

Trotzdem merke ich, wie ich innerlich zögere und kann es mir nicht erklären.
Was ist los mit mir?
Es ist Null Risiko dabei es einfach zu probieren.

Habt ihr irgendwelche Ideen?
 
  • #2
Also ICH würde zögern, wenn eine Freundin schon nach sechs Wochen vom Zusammenziehen spricht und dieses offensichtlich auch in Kürze umsetzen möchte.

Kennt ihr einander schon so gut? Will er durch dieses Tempo mit dir etwas überdecken, etwas nicht Bearbeitetes nicht wahrhaben? Wie würde er reagieren, wenn du sagst, Zusammenziehen ja, aber erst im Frühjahr?

Dein Bauchgefühl schlägt Alarm, reflektiere die Situation und der Kopf wird dann die Gründe erkennen.

(Mein Bauchgefühl sagt mir auf die Entfernung, dass bei ihm etwas nicht stimmig ist.)
 
  • #3
Trotzdem merke ich, wie ich innerlich zögere und kann es mir nicht erklären.
Was ist los mit mir?
Es gibt nur 2 Möglichkeiten...einmal dein Bauch hat bei bestimmten Punkten ein schlechtes Gefühl zum anderen, es geht Dir einfach zu schnell.

Und wenn "Du Glück hast " melden sich dein Bauch nur, weil es Dir zu schnell geht;-)

Ich hab dieses mich schnell, auf den ersten Blick, Hals über Kopf zu verknallen auch nicht mehr.
Mein Herz braucht jetzt andere Schritte um zu sagen: passt.
Und für solche Schritte, sind meinem Herz 6 Wochen zu kurz.
Es dauert einfach bis man sich kennenlernt und im Allgemeinen, gilt es erstmal die "Werbezeit" zu überstehen, in der sich alle doch erstmal anstrengen.
Wie jemand ist...merkt man doch erst, wenn man im Nornalmodus angekommen ist.

Zusammen zu träumen ist schön und dann zb zu wissen...ok wenn man will, kann man zusammenziehen.
Ich zb habe Ewigkeiten mit niemandem zusammen gelebt, da würde ich Panikattaken bekommen, wenn jemand nach 6 Wochen bei mir einziehen will.
Meine Schritte wären...ein langsames "sich Ergeben".

Also hör in Dich und geh Schritte die sich gut anfühlen.
 
  • #4
Liebe Sus, ich kann dich sehr gut verstehen, schon weil du ja ein bereits »fertiges Leben« lebst. Aber genau das ist auch ein Vorteil: du MUSST nicht umbauen, du hast deine Welt um dich, deinen Freundeskreis, die vertraute Umgebung. Deine Sicherheit.

Auch wenn ich nachvollziehen kann, dass du wieder einen Partner in deinem Leben haben möchtest - lass dir Zeit. Ihr kennt euch erst seit 6 Wochen, das ist nichts.
Selbst wenn die äußeren Bedingungen zu stimmen scheinen, sind viele Dinge bei euch noch nicht erprobt, d.h. sie standen noch nicht auf dem Prüfstein. Du weißt nicht, wie ihr miteinander umgeht, wenn eine schwierige Situation auftaucht. Das können unterschiedliche Vorstellungen von gewachsenen Freundschaften (bei dir oder bei ihm) sein; Familie (habt ihr Kinder?); Umgang mit Krankheiten oder sonstigen Problemen, die sich in der Anfangsphase natürlich nicht zeigen.

Egal, was ihr jetzt vereinbart, all das kann sich ändern. Noch seid ihr dabei euch zu erforschen ... aber vielleicht findet ihr euch irgendwann langweilig, schlimmer noch: lästig?

Ich habe mich, ebenfalls im fortgeschrittenen Alter, vor Jahren neu verliebt. Nach einer sehr langen, nicht einmal unglücklichen Ehe, die von mir beendet wurde. Auch ich wohne so, wie ich es mir immer gewünscht habe, recht großzügig und komfortabel. Im Gegensatz zu dir habe ich aber nie über erneutes Zusammenziehen mit einem Mann nachgedacht, bzw. vielversprechende Annäherungen endeten meist an diesem Punkt. Ich wollte »frei« sein - aber nicht auf die Liebe verzichten.

Als mir dann vor einigen Jahren »der« Mann zufällig über den Weg lief, es bei uns beiden gleichzeitig Klick machte, fanden wir die Lösung des liebevollen Getrenntlebens: er behielt seine Wohnung auf dem Land (400km entfernt), ich meine in der Stadt. Beide sind wir in kreativen Bereichen zu Hause und können auch gut alleine sein. Dennoch verbringen wir immer wieder ganze Wochen miteinander, mal hier, mal dort. Genießen die Abwechslung und die Freude aufeinander.

Das würde ich auch dir unbedingt empfehlen - wenigstens für 1-2 Jahre. Damit ihr sicher seid, was ihr wirklich wollt und ob ihr sowohl miteinander als auch mit der relativ kleinen Entfernung klar kommt. Dabei kannst du »üben« in einer kleineren Wohnung (also dicht an ihm dran) zu leben und dazwischen genießt ihr immer wieder die Großzügigkeit deines Hauses. Geht natürlich nur, wenn sich das beruflich einrichten lässt, sonst bleiben die Wochenenden und Urlaube.

Versucht es - und entscheidet nach einiger Zeit, ob ihr euch unverändert aufeinander freut.
 
  • #5
Ja habe ich.

1. Du bist nicht total verliebt.

2. Ihr sprecht nach 6 Wochen von zusammenziehen? Du kennst diesen Mann nicht!

3. Aufgrund der ersten beiden Punkte sagt dein Bauch nein.
 
  • #6
Liebe @Sus59,
darf ich fragen, wie lange du bereits alleine lebst?
Hast du den Verlust deines Mannes wirklich verarbeitet?
Neben dem Umstand, dass ich ein zusammen ziehen nach 6 Wochen vermutlich deutlich zu früh finden würde, wären das Punkte die mir einfallen.
Ich habe mich nach meiner Trennung sehr gut in meinem Leben eingerichtet. Je länger ich alleine bin, desto weniger bereit bin ich, das aufzugeben. Ich möchte nie wieder den Dreck hinter einem anderen Menschen her räumen müssen, meine Freiheiten beschneiden, weil mein Partner vielleicht ein Problem damit hat, mich rechtfertigen wenn ich etwas mit Freunden unternehmen will.
Ich weis nicht wie es bei dir ist? Kannst du dir das wieder vorstellen? Themen wie die sinnbildliche hochgeklappte Toilettenbrille? Für ihn kochen und putzen? Habt ihr über diese Dinge schon mal gesprochen?
Dann wäre da noch der Umstand, dass du Witwe bist. Hast du den Tod deines Mannes wirklich verkraftet? Gibt es da nicht vielleicht einen Teil, der dir noch nicht erlauben kann mit einem anderen Mann glücklich zu sein? Vielleicht gibt es auch einen Teil in dir, der Angst hat sich wieder zu verlieben und nochmal einen Verlust verschmerzen zu müssen?

Das wären meine Ideen zu deiner Frage! Aber eines wüsste ich an deiner Stelle ganz bestimmt.....Nach 6 Wochen käme für mich ein zusammen ziehen noch nicht in Frage. Ich kann mir vorstellen, dass ihr erstmal auf Probe ein paar Wochen miteinander leben solltet. Ein Kurzurlaub, wohlmöglich mit Full Service reicht da nicht. Ich würde auch öfter mal zu ihm fahren, auch für länger......lernen ihn in seinem Umfeld kennen, treffe seine Freunde und Familie und höre gut zu.
Wenn du das Gefühl hast ihn besser zu kennen, solltest du deinen Bauch nochmal befragen. Vielleicht ist es dann aber gar nicht mehr nötig! Alles Gute für Euch!
 
  • #7
Liebe TE,

du zögerst vermutlich, weil es zu früh ist, zusammen zu ziehen. Weil es die Leichtigkeit nehmen würde. Es wäre zweckmässiger, aber was hat Zweckmässigkeit mit Liebe zu tun?

Warum möchte er nach 6 !!! Wochen schon einziehen?

Höre auf deinen Bauch.

LG
 
  • #8
Ich erkenne bei dir zwei grundsätzliche Probleme: erstens gehst du das alles sehr rational an und zweitens deine Emotionalität mit all deinen Gefühlen respektieren und akzeptieren dein rationales Denken nicht!
Dein Bauchgefühl gibt dir die richtigen Impulse, dein Bauchgefühl sagt dir was ganz anderes als dein Kopf, achte deshalb mehr auf dein Bauchgefühl als auf deinen Kopf, Kopf und Bauch stehen im Widerspruch, bilden keine Einheit und noch was: bei mir würde der Gedanke zusammenziehen, garantiert nicht vor ca. zwei Jahren entstehen, diese Probezeit ist wichtig und notwendig um sämtliche Details kennenzulernen, die für ein Zusammenziehen wichtig sind, ansonsten scheitert die Beziehung meist ganz schnell!
 
  • #9
Er gefällt mir auch optisch, aber ich bin nicht total verliebt, also keine rosarote Brille.
Er möchte gern zu mir ziehen, was angesichts der Entfernung auch sinnvoll ist
Die Kombination von „nicht total verliebt“ deinerseits und „zusammenziehen wollen“ seinerseits ist natürlich ein klassischer Abturner, der deine Ambivalenz verstärken muss. Dafür kann er letztlich überhaupt nichts, das ist einfach die Dynamik der Sache. Wäre das bei euch andersherum verteilt, würde er genau dieselbe Frage stellen.

Ob du dich in einen anderen Mann stärker verliebt hättest, kann natürlich niemand hier wissen. „Meine“ Kennenlernkandidatinnen waren bisher nach dieser Zeit jedenfalls immer sehr deutlich verliebt und wollten zusammenziehen etc. Wäre das bei einer Frau anders, würde es mich irritieren. Das kann natürlich, andererseits, auch daran liegen, dass ich selbst insgesamt eher zurückhaltender bin, mich nicht so schnell verliebe. Das ist für die Frauen aber sicher auch nicht optimal…. fördert zwar eventuell ihren Wunsch nach größerer Nähe, löst aber wohl auch belastende Klammerreflexe aus. Ob dir das lieber wäre, wage ich auch zu bezweifeln.
 
  • #10
Lieben Dank für Eure Antworten!

Mein Mann ist im November 19 gestorben. Seit dem lebe ich allein, weiß aber, dass ich das auf Dauer nicht möchte.
Ich denke, ich habe seinen Tod ganz gut verarbeitet, habe mir mein Leben neu eingerichtet, viele neue Kontakte. Ich fühle mich nicht einsam.
Natürlich wird es für mich gewöhnungsbedürftig sein hier im Haus einen anderen Mann an seinem Platz zu sehen. Das ist mir schon klar, aber da muß ich durch.

Ich werde nicht für ihn putzen, das wird eher anders rum laufen 😄😄😄 Er ist seeehr ordentlich und macht seine kleine Wohnung dauernd sauber. Ich laß da eher mal 5e grade sein und mach lieber was, was mir Spaß macht. Da muß er durch😉

Gemeinsam kochen haben wir schon mehrfach gemacht. Funktioniert gut. Ich bin niemand der jemand anderen bedient. Auch meine Ehe lief in allen Bereichen auf partnerschaftlicher Basis.

Er hat seine Frau vor 8 Jahren verloren, hat dann auch auf PB eine Frau kennengelernt und ist zu ihr in die Nähe von Bremen gezogen, vor 2 Jahren hat sie ihm mitgeteilt, dass sie lieber alleine leben will. Er hat sich dann seine jetzige Wohnung gesucht und sie haben die Beziehung noch 1 Jahr fortgeführt, sie dann aber doch freundschaftlich beendet.
Ihn bindet wenig an seinen jetzigen Wohnort. Seine Kinder und Eltern leben woanders.

Ich werde ihn erstmal für 1-2 Wochen zu mir einladen ggf. Auch mehrfach und gucken wie das funktioniert. Und ihn dabei nicht als Gast sehen, sondern mein Leben gewohnt weiter leben, also meine Termine ohne ihn wie gewohnt wahrnehmen, ihn mitnehmen wo‘s paßt, abend‘s mit der Nachbarin noch ne Runde walken, etc.
Ich glaube, dass ist ein Punkt der mir Sorgen macht: Er hat ja hier vor Ort noch keine Kontakte und könnte mir übel nehmen wenn ich was alleine mache oder sich langweilen. Aber das ist sein Problem.
Und sein dauerndes Saubermachen und mein „Laizze-faire“ könnten auch massiv kollidieren. Kann man halt nur ausprobieren.
Er behält ja erstmal seine Wohnung, also könnte man die Zeiträume, die er bei mir verbringt sukzessive ausdehnen.

Ob mit ihm was nicht stimmt? Ich weiß nicht. Es scheint schon so zu sein, dass er sich etwas langweilt, obwohl er auch einiges unternimmt, aber er hat anscheinend keine echten Hobbies. Das werde ich aber nicht zu meinem Problem machen. Das ist seins und wenn er das nicht in Griff kriegt wird es nicht passen. Aber das kann er halt nur in Griff kriegen, wenn er hier vor Ort ist und sich hier neue Kontakte aufbaut.

Wir sind beide nicht mehr berufstätig. Er im Vorruhestand, ich in vorgezogener Rente.
 
  • #11
Die Kombination von „nicht total verliebt“ deinerseits und „zusammenziehen wollen“ seinerseits ist natürlich ein klassischer Abturner, der deine Ambivalenz verstärken muss. Dafür kann er letztlich überhaupt nichts, das ist einfach die Dynamik der Sache. Wäre das bei euch andersherum verteilt, würde er genau dieselbe Frage stellen.
Er war tatsächlich von Anfang an hin und weg von mir, hat mir bereits beim 2. Treffen mitgeteilt ich hätte keine Konkurenz mehr, er hätte alle anderen Kontakte beendet. Hat mich völlig irritiert!! Wie kann man so schnell so sicher sein?
Andererseits hab ichbei meinem Mann die Verliebtheitsphase auch ausgelassen, wir waren gleich auf einer tieferen Ebene Und sind nach 6 Monaten zusammengezogen.. Das scheint hier auch so zu sein, aber irgendwie glaube ich nicht daran, dass man 2 Mal im Leben soviel Glück hat.
Im letzten Jahr hatte ich eine Beziehungsanbahnung bei der mich echt verliebt hatte. Die ist krachend gescheitert, weil quasi nichts wirklich paßte. Das hat mich auch vorsichtig gemacht.
 
  • #12
Trotzdem merke ich, wie ich innerlich zögere und kann es mir nicht erklären.
Was ist los mit mir?
Es ist Null Risiko dabei es einfach zu probieren.

Abgesehen davon, dass das nach 6 Wochen und dann noch Onlinebekanntschaft in Fernbeziehung (also komplette Blind Box) für mich garkein Thema wäre:

Die Frage ist,
- wie war vorher Deine Ehe (ehrlich über all die Jahre, keine nachträgliche Verklärung) und wie sind jetzt deine erwartungen an eine neue Beziehung
- wie lange warst Du allein
- wie hast Du das Alleinleben erlebt (positiv/negativ)
- welche Vorstellungen hattest Du von Deinem Leben, bevor er aufgetaucht ist
- kannst Du "nein" sagen, wenn es nötig ist und das auch durchsetzen?

Die ehrlichen Antworten auf diese Fragen erklären Dein Zögern. Wenn Du da nichts findest, was hindert (resp. die letzte Frage), dann: Dich einfach überwinden und machen

Ja, nach 6 Wochen ist das Thema viel zu früh und darum Dein Zögern.
Lern ihn in Ruhe kennen, sein soziales Umfeld, verbringt viel gemeinsame Zeit bei untershiedloichen Aktivitäten, insbesondere auch mit anderen Leuten (in Deinem und seinem sozialen Umfeld).
Nichts sagt mir mehr über einen anderen Menschen, als mit welchen Leuten er sich umgibt und wie er dabei mit ihnen umgeht

Wir haben uns mehrfach gesehen.... aber ich bin nicht total verliebt
Woher soll das kommen bei einem komplett unbekannten Menschen, mit dem Du bisher nur ein paar Tage verbracht hast?
 
  • #13
Ich erkenne bei dir zwei grundsätzliche Probleme: erstens gehst du das alles sehr rational an und zweitens deine Emotionalität mit all deinen Gefühlen respektieren und akzeptieren dein rationales Denken nicht!
Das Problem ist, dass sowohl mein Kopf, als auch mein Bauch sich ambivalent verhalten.
Kopf: Es paßt alles, gleiche finanzielle Verhältnisse, beide nicht mehr berufstätig, er ist bereit zu mir zu ziehen - Juhuuuu!, gleiche Lebenseinstellung (schlicht genießen), gleiche Werte,… es sind nur Kleinigkeiten die nicht 100% passen, aber auf beiden Seiten sind Kompromissbereitschaft und Toleranz vorhanden. ABER schafft er das sich hier ein Leben unabhängig von mir aufzubauen oder hängt er mir dauernd auf der Pelle? Hier fehlt mir wohl das Vertrauen in ihn.

Bauch: Ich fühl mich wohl mit ihm, ich kann mit ihm über alles reden, kann alles ansprechen und völlig offen sein. Er ist es andersrum auch, denke ich zumindest. Wir hatten schon sehr tiefgehende Gespräche, auch auf emotionaler Ebene. Ich fühl mich verstanden, gesehen, wirklich akzeptiert.
ABER kann ich dem wirklich trauen, kann das wirklich sein, meint er wirklich mich….keine Ahnung, warum ich das Ganze nicht einfach akzeptieren kann.

Ich glaube, das Leben hat mir in letzter Zeit zu viele Tiefschläge versetzt und es war ein harter Kampf da wieder raus zu kommen. Meine Risikobereitschaft hat gelitten und damit meine Bereitschaft mich wirklich einzulassen.
Dabei wäre es nicht mal ein Risiko. Er behält ja erstmal seine Wohnung und kann jederzeit wieder ausziehen.
 
  • #14
Die Frage ist,
- wie war vorher Deine Ehe (ehrlich über all die Jahre, keine nachträgliche Verklärung) und wie sind jetzt deine erwartungen an eine neue Beziehung
- wie lange warst Du allein
- wie hast Du das Alleinleben erlebt (positiv/negativ)
- welche Vorstellungen hattest Du von Deinem Leben, bevor er aufgetaucht ist
- kannst Du "nein" sagen, wenn es nötig ist und das auch durchsetzen?
- wunderschön, eine tiefe enge Verbindung, fast Symbiose, nach seinem Tod betrachtet eher zu eng
- fast 2 Jahre
- zuerst tiefe Verzweiflung, dann Aufbau eines neuen Lebens mit mir allein, jetzt bin ich ziemlich zufrieden
- ich möchte wieder einen Partner in meinem Leben, der auch bei mir wohnt. Ich möchte aber auch mein neu aufgebautes Leben behalten und nicht wieder dahin wo ich in meiner Ehe war, nämlich quasi nur noch als Paar existieren. Das fällt einem irgendwann auf die Füsse
- ich kann ganz gut Nein sagen, obwohl ich es bei Menschen die mir wichtig sind vorziehe Kompromisse zu finden, gemeinsam.

Nein, wir sind beide nicht mehr berufstätig, daher spräche nichts dagegen, dass Zusammenleben ganz entspannt auszuprobieren.
Ich denke, das Problem liegt eher in mir. Ich muß dann bei mir bleiben, mein Leben normal weiterleben ( es ist mir mittlerweile sehr wichtig ), nicht die Verantwortung dafür übernehmen das er sich hier wohlfühlt, einfach bei mir bleiben. Das ist meine Aufgabe. Sich hier einzuleben und sich ein Leben aufzubauen ist seine Aufgabe. Das wird für mich schwierig werden.
 
  • #15
Dabei wäre es nicht mal ein Risiko. Er behält ja erstmal seine Wohnung und kann jederzeit wieder ausziehen.
Ja doch schon, wenn das nicht klappt dann würdet ihr getrennte Wege gehen weil ihr beide gerne mit einem Partner zusammen leben wollen würdet.

Man kann das ja auch erstmal wochenweise probieren. Er ist paar Wochen komplett bei dir und dann mal wieder eine oder mehrere Wochen bei sich, dann kannst du dich vllt besser sammeln und vllt vermisst du ihn ja dann auch und wirst dir sicherer.
Ich finde 6 Wochen auch sehr früh, ihr solltet nichts überstürzen, langsam angehen.

Ihr könnt gut miteinander reden also sprich dich mal deine Sorgen an (das er dann nur mit dir zusammen ist, keine Hobby, Freunde etc. - frag ihn wie er sich das genau vorstellt wenn ihr zusammen lebt, wie der Alltag sein würde).

Er ist eben anders, das Leben ist anders als es mit deinem verstorbenen Mann war, vielleicht bringt dich das auch ein bisschen durcheinander. Es ist ein neuer Abschnitt.

Ich finde es toll, dass du einen neuen Mann kennen gelernt hast den du tollst findest und der dich toll findet.

Ich wünsche dir/euch alles gute.

Wenn du noch Zeit brauchst dann sag ihm das, das mit euch beiden ist noch so frisch, langsam aber sicher zusammen in eine gemeinsame Zukunft, Schritt für Schritt, so dass es sich für beide gut und richtig anfühlt.

W 27
 
  • #16
Nein, müssen tut er gar nichts, im muss geschieht nichts Positives!
Ich werde nicht für ihn putzen, das wird eher anders rum laufen 😄😄😄
Keine gute Einstellung!
Er hat seine Frau vor 8 Jahren verloren, hat dann auch auf PB eine Frau kennengelernt und ist zu ihr in die Nähe von Bremen gezogen, vor 2 Jahren hat sie ihm mitgeteilt, dass sie lieber alleine leben will. Er hat sich dann seine jetzige Wohnung gesucht und sie haben die Beziehung noch 1 Jahr fortgeführt, sie dann aber doch freundschaftlich beende
Das hat wahre Gründe, warum die Frau nach zwei Jahren alleine leben möchte!
Aber das ist sein Problem.
Und sein dauerndes Saubermachen und mein „Laizze-faire“ könnten auch massiv kollidieren.
Dem stimme ich zu!
ABER kann ich dem wirklich trauen, kann das wirklich sein, meint er wirklich mich….keine Ahnung, warum ich das Ganze nicht einfach akzeptieren kann.
Du bist emotional blockiert für eine Beziehung und meinst, du kannst das übers Knie brechen mit zusammenziehen!
Ich denke, das Problem liegt eher in mir. Ich muß dann bei mir bleiben, mein Leben normal weiterleben ( es ist mir mittlerweile sehr wichtig ), nicht die Verantwortung dafür übernehmen das er sich hier wohlfühlt, einfach bei mir bleiben. Das ist meine Aufgabe. Sich hier einzuleben und sich ein Leben aufzubauen ist seine Aufgabe
Ich erkenne einige Punkte, dass nach kurzer Zeit festgestellt wird, dass es doch nicht passt, vor allem deshalb, weil dein Kopf und dein Gefühl nicht zusammen harmonieren und deshalb nicht stimmig sind, das Gefühl weiß das genau, was dem Kopf nicht wichtig ist, das Gefühl jedoch immer siegen wird, und was du als aber schreibst, Zitat:
"aber ich bin nicht total verliebt, also keine rosarote Brille." Das kommt auch nicht mehr!
 
  • #18
Das scheint hier auch so zu sein, aber irgendwie glaube ich nicht daran, dass man 2 Mal im Leben soviel Glück hat.
Im letzten Jahr hatte ich eine Beziehungsanbahnung bei der mich echt verliebt hatte.
Ja, nach 6 Wochen ist das Thema viel zu früh und darum Dein Zögern
Naja, verlieben kann man sich in dieser Zeit schon. Das ist schon etwas schwierig, wenn das fehlt… Eine reine Vernunftbeziehung ist nicht jedermanns Sache. In deinen Mann hattest du dich letztlich aber doch noch verliebt…? Oder hat dir das gefehlt?
 
  • #19
Ich könnte mir das überhaupt nicht vorstellen, nach 6 Wochen mit jemanden zusammenzuziehen. Wieso diese Eile?
Es paßt alles, gleiche finanzielle Verhältnisse, beide nicht mehr berufstätig, er ist bereit zu mir zu ziehen - Juhuuuu!, gleiche Lebenseinstellung (schlicht genießen), gleiche Werte,… es sind nur Kleinigkeiten die nicht 100% passen, aber auf beiden Seiten sind Kompromissbereitschaft und Toleranz vorhanden

Das kann man nach 6 Wochen doch noch gar nicht wissen. Es gibt viele Menschen, die sehr gut im spiegeln der Bedpürfnisse des Partners sind. Das habe ich selber so erlebt.
Dein Bauchgefühl möchte Dich vielleicht darauf aufmerksam machen.
Es scheint schon so zu sein, dass er sich etwas langweilt, obwohl er auch einiges unternimmt, aber er hat anscheinend keine echten Hobbies. Das werde ich aber nicht zu meinem Problem machen.
hat dann auch auf PB eine Frau kennengelernt und ist zu ihr in die Nähe von Bremen gezogen, vor 2 Jahren hat sie ihm mitgeteilt, dass sie lieber alleine leben will. Er hat sich dann seine jetzige Wohnung gesucht und sie haben die Beziehung noch 1 Jahr fortgeführt
Diese beiden Aussagen würden mich etwas hellhörig machen. Eher ein Mensch, der sich an anderen ausrichtet und eben sich deshalb dem anderen anpasst. Erst die Zeit wird zeigen, wie er tatsächlich tickt, meine Meinung.
 
  • #20
Es ist nicht ungewöhnlich, daß ältere Männer nach kurzem Kennenlernen auf Zusammenziehen drängen. Das ist kein schlechtes Zeichen oder verbirgt etwas. Ein Freund von mir (64) wollte schon nach 8 Wochen die Frau, die er bei EP kennengelernt hatte, heiraten. Es sind Männer, die, wie man so schön sagt, "ihre Ordnung haben wollen" und durchaus weder langweilig noch dumm sind.

Ich finde es gut, liebe @Sus59, daß du eine Art Probezeit machen willst. Ich habe gerade auch so etwas Ähnliches hinter mir. Dabei sind ab und zu einmal die Fetzen geflogen und dann war alles wieder gut. Allerdings lieben wir uns sehr und können nicht längere Zeit ohne einander sein. Das scheint mir bei dir aber ein Manko zu sein. Wenn du nicht einmal ein bißchen in den Mann verliebt bist, sehe ich, na sagen wir mal, grau. Da müßte sich während der "Probezeit" schon Gefühl einstellen, wenn es etwas werden soll. Nur um nicht alleine zu sein, brauchen wir älteren Frauen keinen Mann im Haus.

Nicht zu vergessen: der Sex. Der hört nicht mit 60 auf, wie 30jährige denken. Da sollte es auf jeden Fall auch stimmen. Der Mensch lebt nicht vom Geist allein oder von einem guten Braten, auch nicht mit 60 oder 70. Wie sieht es da bei euch aus?
 
  • #21
Naja, verlieben kann man sich in dieser Zeit schon. Das ist schon etwas schwierig, wenn das fehlt… Eine reine Vernunftbeziehung ist nicht jedermanns Sache. In deinen Mann hattest du dich letztlich aber doch noch verliebt…? Oder hat dir das gefehlt?
Nein, ich habe mich nicht in meinen Mann verliebt, die Phase habe ich übersprungen und eshat mir zu keinem Zeitpunkt gefehlt!
Ich habe ihn sehr schnell und bis zu seinem Tod tief und innig geliebt. Das ist etwas völlig anderes.
 
  • #22
Ich finde das nicht zu früh. Entweder es passt oder es passt nicht. Besser man merkt es gleich wenn es gar nicht geht. Wie soll man sich denn ohne Alltag kennenlernen? Geht ja gar nicht. Stundenweise kann dir jeder was vorspielen, weshalb ich auch immer früh auf möglichst viel Alltag dränge damit man gleich merkt wie der andere wirklich tickt.
Natürlich sollte man nicht gleich alles aufgeben (also er zB seine Wohnung kündigen) aber warum denn nicht gleich zeitweise bei dir "einnisten" lassen. Da keine gemeinsame Wohnung/Haus gesucht werden muss, sondern einfach ein vorhandenes genommen wird, ist doch alles einfach.
 
  • #24
Diese beiden Aussagen würden mich etwas hellhörig machen. Eher ein Mensch, der sich an anderen ausrichtet und eben sich deshalb dem anderen anpasst. Erst die Zeit wird zeigen, wie er tatsächlich tickt, meine Meinung.
Ja, das macht mir auch Sorgen. Aber da wird sich die Wahrheit tatsächlich erst zeigen, wenn wir zusammen längere Zeit miteinander verbringen. Deshalb die Idee mit der Probezeit.
Es sind Männer, die, wie man so schön sagt, "ihre Ordnung haben wollen" und durchaus weder langweilig noch dumm sind.
Ja, er legt viel Wert auf Ordnung. Daran kann es tatsächlich liegen.
Danke für diesen Tipp!
 
  • #25
Nicht zu vergessen: der Sex. Der hört nicht mit 60 auf, wie 30jährige denken. Da sollte es auf jeden Fall auch stimmen. Der Mensch lebt nicht vom Geist allein oder von einem guten Braten, auch nicht mit 60 oder 70. Wie sieht es da bei euch aus?
Der Sex funktioniert super und macht Spaß. Uns beiden.
Aber wir können ja nicht 24/7 im Bett verbringen 😉
Da müßte sich während der "Probezeit" schon Gefühl einstellen, wenn es etwas werden soll. Nur um nicht alleine zu sein, brauchen wir älteren Frauen keinen Mann im Haus.
Gefühl ist schon da, nur eben nicht dieses total verknallt sein. Und nein, nur um nicht allein zu sein brauchen wir keinen Mann. Da muß schon eine tiefere Verbundenheit vorhanden sein.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #26
Kann gut gehen, muss nicht. Wie so oft im Leben. Bei so wenig Risiko (dein Haus, er hat noch die Wohnung in der Hinterhand) würde ich an deiner Stelle einfach mal machen. Könnte ja gut werden. Und wenn nicht, wird es halt eine Erfahrung.

Mein Partner und ich sind nach 5 Tagen zusammen gezogen, da keiner zu einer Fernbeziehung (~ 350 km) bereit gewesen wäre. Wir kannten uns vorher nur durch 3 Wochen Schreiberei. Also maximales Risiko. Innerlich gezögert und gezweifelt habe ich anfangs schon ab und zu. Bin eher der rationale Kopfmensch. Doch irgendwas in mir hatte doch ein gutes Gefühl dabei. Wir haben in 2 Wochen Jahrestag. :) Würde es immer wieder so machen!

Also nur Mut. Ihr habt ja noch weniger zu verlieren als wir.
 
  • #27
Nur um nicht alleine zu sein, brauchen wir älteren Frauen keinen Mann im Haus.
Das sollte und müsste für alle Frauen gelten nicht nur für Ältere!
Doch, einleben und Kontakte herstellen MUSS er schon selber. Das kann ich nicht für ihn machen und dafür mein Leben aufgeben. Will ich auch nicht.
Nein, auch das muss er nicht tun, wenn er das nicht möchte!
 
  • #28
Es gibt nur 2 Möglichkeiten...einmal dein Bauch hat bei bestimmten Punkten ein schlechtes Gefühl zum anderen, es geht Dir einfach zu schnell.

Und wenn "Du Glück hast " melden sich dein Bauch nur, weil es Dir zu schnell geht;-)

Liebe FS, ich bin ganz bei @pixi67.
Bei meinem Partner und mir war es auch so, dass er quasi vom ersten Tag an sicher war, dass ich es bin. Ich habe länger gebraucht und er hat mir die Zeit auch gegeben und war einfach optimistisch.

Allerdings stand Zusammenziehen erst nach eineinhalb Jahren im Raum, weil dann klar war, dass meine Jüngste flügge wird. Deshalb denke ich am ehesten, das ist dein Problem.

Er war tatsächlich von Anfang an hin und weg von mir, hat mir bereits beim 2. Treffen mitgeteilt ich hätte keine Konkurenz mehr, er hätte alle anderen Kontakte beendet. Hat mich völlig irritiert!! Wie kann man so schnell so sicher sein?

Naja, wäre es dir wirklich lieber, er würde drei Kontakte parallel laufen lassen und würde mal schauen, welche ihm am besten passt???
Ich hatte auch nur den einen und habe mal geschaut, wohin es führt. Wie soll man sich denn auf jemanden einlassen, wenn man die ganze Zeit mit angezogener Handbremse fährt?

Meiner hat mir übrigens bei den ersten Treffen noch erzählt, er hätte einige weibliche Bekanntschaften, weil er sich mit Frauen generell gut versteht und mit denen er auch mal wegginge - ich hab nur gemeint "mach du nur".
Von den Damen hat man aber nie wieder was gehört, weil ich ihm von Anfang an nicht mehr aus dem Kopf gegangen bin :D.
 
  • #29
Mein Partner und ich sind nach 5 Tagen zusammen gezogen, da keiner zu einer Fernbeziehung (~ 350 km) bereit gewesen wäre. Wir kannten uns vorher nur durch 3 Wochen Schreiberei. Also maximales Risiko. Innerlich gezögert und gezweifelt habe ich anfangs schon ab und zu. Bin eher der rationale Kopfmensch. Doch irgendwas in mir hatte doch ein gutes Gefühl dabei. Wir haben in 2 Wochen Jahrestag. :) Würde es immer wieder so machen!
Danke Dir. Das macht richtig Mut. Ich bin auch eher Kopfmensch. Auch bei uns ist die Entfernung der Grund für das Tempo, auch wenn sie nicht so groß ist.


Nein, auch das muss er nicht tun, wenn er das nicht möchte!
Da hast du natürlich recht. Wenn er Lust hat allein zu Hause rumzusitzen wenn ich nicht da oder anderweitig beschäftigt bin kann er das natürlich auch tun. Nur ist dann das Scheitern vorprogrammiert, da mir so jemand zügig auf den Keks gehen würde.
 
  • #30
Ihr seid 6 Wochen zusammen. Jetzt lernt euch doch erstmal unbelastet kennen. Gib dir doch noch mehr Zeit. Wozu das Tempo?
 
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