• #31
Mach dir mal bewusst, wie das auf das Gegenüber wirkt. Der ist ja nicht auf den Kopf gefallen und merkt, dass du da nachbohrst, um ihn "beurteilen" zu können.
Viele Männer reden keinen Ton über ihre Exbeziehungen. Ich finde das auch völlig korrekt. Weshalb sollten sie auch. Das ist Vergangenheit.
Der Mensch wächst mit seinen Erfahrungen.
Es ist doch völlig normal dass man sich austauscht, wie sonst soll man beurteilen ob man zueinander passt, ob es Zukunft hat? Wenns schief geht, heissts dann wieso hast du das nicht im vorhinein schon gewusst.

Wofür ist denn die Kennenlernphase sonst?

Also wenn er nach zehn Monaten zu dir sagt du wärst neugierig dann sollte der Ofen aus sein, Neugierde bedeutet Interesse an seiner Person, und dann auch noch die Schuldumkehr er fragt ja auch nicht, das heisst es interessiert ihn nicht, das ist traurig. Es gibt couragierte Frauen die würden nicht mit dem Gedanken spielen mit ihm zusammen zu ziehen unter diesen Umständen, allein dass er das Wort neugierig in den Mund nimmt, das hat was trennendes, distanzierendes.
 
  • #32
Manchmal ist das einfach besser, weil man schon weiß, dass man über das Thema nicht sachlich reden kann.
Wenn man über das Thema nicht sachlich sprechen kann, hat man Dinge noch nicht verdaut. Ich kann selbst über meine schlimmsten Trennungen heute sehr nüchtern berichten - ohne mich oder ihn in eine Opfer-Täter-Schublade zu stecken.

ich kann vollkommen nachvollziehen, dass man fragt. Gibt im englischen Raum einen Spruch: Die Vergangenheit gibt die Zukunft vor.

wenn jemand also z.B. nur sehr kurze Beziehungen hatte, dann wird sich das wahrscheinlich nicht ändern. Außer dieser Mensch macht einen Sinneswandel durch. Aber auch das könnte man, dann bei den jeweiligen Gesprächen heraushören.

Ich finde "ich will nicht drüber reden, ich habe es dir gesagt" ehrlich. Zu sagen "du bist aber neugierig" ist für mich Abwehr.
Das ist Abwehr! Sowas habe ich nur von Männern zu hören bekommen, die etwas verschwiegen wollten, weil es ihnen unangenehm war. Ich finde seine Antwort auch sehr unsympathisch - Schuldumkehr im gröberen Sinne. IHM ist etwas unangenehm - nicht sie hat das Problem, sondern er.

ich würde stark darauf tippen, dass er keine feste Beziehung Im Vorfeld gehabt hat und ihm das eben peinlich ist. Gerade wenn du lang und breit von deinen Erfahrungen erzählst, kommt er sich daneben komisch vor. So richtige Leichen vermute ich da nicht. Dann würde er dich eher belügen, indem er sich Geschichten ausdenkt.

allerdings fände ich diese Information nicht unerheblich, wenn du wirklich vorhast mit ihm zusammenzuziehen und dafür noch die Stadt wechseln willst. So aus der Ferne lässt sich niemand wirklich kennenlernen....
 
  • #33
Für ihn ist es vorbei, abgeschlossen - und eine Geschichte zwischen der Ex und ihm.
Wenn dem so wäre, dann könnte er darüber ganz sachlich sprechen.
Und zu einer Beziehung gehört eben auch dazu, dass man den „Werdegang“ seines Partners kennt.
ich habe auch noch nie einen Mann kennengelernt, der einem nicht irgendwann von den eigenen Erfahrungen berichtet hat. Die prägen einen doch....

Die kennen sich doch nicht erst seit 3-4 Wochen ....
 
  • #34
... "du bist aber neugierig" als Antwort, statt zu sagen "hör endlich auf zu nerven, ich habe schon x-mal gesagt, dass ich nicht drüber reden will".
Da finde ich es schon sehr viel »sanfter« auf zu viel Neugierde hinzuweisen, als sich genervt zu outen - denn das war er vielleicht gar nicht.

Und nein, ich finde nicht, dass es allgemein »üblich« ist, dass
» ... ein vergebener Mann ein bisschen Abwechslung bei einer naiven Frau sucht«. Das mag eine häufige Forums-Meinung sein, trifft aber real nur sehr selten zu.
Und was die Entfernung angeht, wird es sich vielleicht sowieso als Problem darstellen
Auch das ist reine Spekulation.

Was ich meine: wir hier im Forum sollten nicht zu viel spekulieren - denn damit treiben wir die Fragenden in noch größere Zweifel, als sie sie ohnehin schon haben.
 
  • #35
Als ob da jemand offen und ehrlich sagt, "Ja ich war ein Arschloch"?
Welche Schlüsse ziehst du aus kurzen, oder langen Beziehungen?
Irgendwas Negatives vermutlich. War die Beziehung zu lange, dann ist er ein unflexibler Klammeraffe, war es zu kurz, ist er nicht beziehungsfähig?
Genau. Haben wir hier fast alle mal geschrieben, die Ex usw ist tabu? Das verstehe ich jetzt nicht. Ich finde, das Thema sollte mal kurz angesprochen werden, mehr nicht. Ob es kurze oder wenige lange Beziehungen waren in der Vergangenheit, kannst du eh nicht nachprüfen, liebe FS. Ich spreche aus Erfahrung, dass das Rumlästern über die Ex ein No-Go ist. Das habe ich erst, leider, hier gelernt.
Was sind es denn für Sachen, die du wissen willst? Geldsachen? Das ist etwas vollkommen anderes. Oder hast du allgemein wenig Vertrauen zu ihm?
 
  • #36
Also wenn ich nicht irgendwann etwas über die Beziehungsvita meines Gegenübers erfahre, dann hat er sich damit leider disqualifiziert. Ich möchte doch wissen, was und wen ich mir da einkaufe. Ich stimme meinem Vorschreiber auch im übrigen zu, wenn alles verarbeitet wäre, könnte er ganz sachlich kurz und knackig darüber sprechen.
 
  • #37
Also wenn ich nicht irgendwann etwas über die Beziehungsvita meines Gegenübers erfahre, dann hat er sich damit leider disqualifiziert. Ich möchte doch wissen, was und wen ich mir da einkaufe. Ich stimme meinem Vorschreiber auch im übrigen zu, wenn alles verarbeitet wäre, könnte er ganz sachlich kurz und knackig darüber sprechen.
Ich lese hier oft Beiträge, bei denen ich denke "Wie wäre wohl die Sicht des Partners oder der Partnerin?". Ich glaube daher nicht, dass man sich aus den Erzählungen eines Menschen objektiv ein Bild über seine Beziehungsvita machen kann. Gravierende Fehler wird er nicht nennen. Nachprüfbar ist das Ganze auch nicht.

"Kurz und knackig" geht natürlich. Das finde ich bei einer beginnenden Beziehung auch normal. Aber daraus jetzt ernsthaft eine Analyse zu machen, halte ich für fragwürdig. Allerdings würde ich ein völliges Schweigen dazu (also nicht mal eine Zahl von Beziehungen und deren ungefähre Dauer) auch merkwürdig finden.
 
  • #38
Ich bin noch nie gefragt worden,
Wieviele Partnerschaften ich hatte, oder
warum meine Partnerschaften endeten. Gerade Gründe sind sehr subjektiv.
Oder wie mein Ex war...
Und ich habe genausowenig gefragt.
Was bringt mir das?

Relevantes erfuhr ich immer von selbst, und ich konnte schon einschätzen, ob ich einen Mann mir gegenüber hatte, der seine Beziehungen noch zählen konnte.

Die Männer, die ungefragt gleich viel erzählten, ließen nichts Gutes an der Ex... Oder jammerte über Alles und Nichts.
Da reicht ein Date, Wiederholung ausgeschlossen.

Es kommt grundsätzlich auf den Ton an, wie man fragt, man muss aber damit leben können, dass jemand nicht antworten möchte, oder einen für neugierig hält.

Sind einem die Antworten zur Vergangenheit so wichtig, dann muss man eben die Konsequenzen ziehen und ggf. beenden.

Für mich zählt das Jetzt, und beim Kennenlernen ähnliche Werte und Ziele.
Auf welchen Wegen er seine Werte, seine Denkmuster erworben hat, mit welchen Erfahrungen ist erst mal nicht wichtig.

W, 51
 
  • #39
Wenn er aus vorhergegangenen Beziehungen z B mehrere Kinder hat, wäre es anscheinend auch in Ordnung, dies zu verheimlichen? Oder riesige Schulden?
Na das fände ich auch nicht in Ordnung. Ich bin halt eher fürs selber erzählen lassen, statt fürs fragen, was über solche Wesentlichkeiten hinausgeht.

Ich fände es genauso unangemessen zu fragen, und damit zu unterstellen, ob jemand Schulden hat.

Ich empfinde es immer als unangenehm neugierig, wenn mich jemand ausfragt.

Das ist vielleicht auch so eine grundsätzliche Sache. Manche Menschen denken, das Gegenüber ist nicht interessiert, wenn es nicht viele Fragen stellt. Ich empfinde das eher als neugierig und erzähl lieber von mir aus, wenn ich meine, dass es passend ist, ich warte nicht bis/ob ich gefragt werde. Entsprechend frage ich auch wenig.


Vielleicht sollte die FS sich nochmal dazu äußern, ob sie wirklich gar nichts erfahren hat und weiss, wie zB. Kinder oder ob es doch eher um die Gründe der Trennung geht, über die er schweigt.



Wenn er damit zufrieden war, ist es doch gut. Und Dein Ex ist ja auch der Vater Deiner Tochter, also noch irgendwie präsent, statt ein Mysterium.
Die zwei kennen sich ja nun auch... aber was spielt das für eine Rolle?

Ich weiß zwar über die Trennung meines Partners was, weil er es von sich aus erzählt hat. Gefragt hätte ich aber nicht. Ich weiss, dass er keine Kinder hat... warum, weswegen? frage ich nicht. Spielt für mich keine Rolle. Ich habe nur sehr zeitnah kundgetan, dass ich keinesfalls weitere will.

Aber ich weiß sonst nix über seine Ex, als den Vornamen. Weder Alter, Beruf, noch kenne ich ihr Aussehen. Das interessiert mich nicht ehrlich überhaupt nicht.

Was sollte ich für mich daraus ableiten können? Ich schaue, wie er sich mir gegenüber verhält.

Wenn ich von mir ausgehe, bin ich heute völlig anders als zu Zeiten meiner Ehe. Irgendwelche Rückschlüsse daraus könnten nur falsch sein.
So wie mich weiterentwickelt habe, unterstelle ich das auch meinem Partner.
Aber das will ich gar nicht mit ihm auswerten, er ist ja nicht mein Psychiater.

Ich weiß nicht, warum sich manche so an der Vergangenheit festhalten, statt nach vorn zu schauen.




. Oder man sagt, es sei keine schöne Geschichte, man wolle sich auf das schöne Jetzt konzentrieren und den Mist vergessen.
Naja aber das ist ja letztlich auch nur eine absolut nichtssagende Antwort.

Ich glaube nicht, dass sich jemand wie die FS dann damit zufrieden gibt.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #40
Ja aber dieses Kennenlernen finden dann aktuell statt und bewertet aktuelle Verhaltsweisen und Vorgaben.

Du versuchst aber z.B. aus der Vita des Partners Anhaltspunkte für seine Beziehungsfähigkeit mit Dir abzuleiten.
Das finde ich schon das ginge ja noch (z.B. wenn es sich um einen Affärensucher handelt der prinzipiell immer nur Kurzzeitbeziehungen hat). Aber selbst dann sollte man schon deutlich darauf schauen, was aktuell passiert. Irgendwann wird auch der Affärenmensch mal ruhiger.

Schlimmer wird es aber, wenn die Auskünfte die eigene (vor allem sexuelle) Attraktivität des Mannes berühren. Und weil Frauen da eine Menge mehr als nur das Aussehen des Mannes bewerten (wahrscheinlich auch viel unbewusstes), ist das sehr schnell passiert, wie ich wohl weiß.

Ich bin überzeugt davon, dass hier gerade in Frauenhirnen (wir Männer gehen ja mehr danach, was da direkt vor uns steht) erzählte frühere Ereignisse und Verhaltensweisen unbewusst auch auf die Attraktivität des Partners Einfluss nehmen (z.B. Welche Art von Frauen hatte er vorher, z.B. nur Typ "graue Maus", wo war er mit ihr unterwegs, welche gesellschaftliche Stellung kann man aus dem Gesagten bei der Frau ableiten .... ).


Jaja, ich weiß schon, ihr Frauen wollt nur kommunizieren und es wäre ja nur "normaler Austausch". So sehen es hier viele gerade weibliche Foristen. Alles ganz harmlos.

Aber ich weiß auch, dass Frauen sich schon gerne mal vergleichen, unbewusst gesellschaftlich sortieren und stufen, und vergessen wird zu dem Thema (wenn es erstmal erzählt wird) auch nicht viel.

Ich lehne es aber im Gegenzug auch genauso ab, damit indirekt als Mann zu prahlen (und daduch auch wieder Druck auf die neue Partnerin auszuüben). Das gibt es ja auch nicht gerade wenig.

Das alles würde dann heißen, dass man sich eine neutrale Ausgangsposition für eine neue Beziehung selbst zerstört.
Muss ja nicht sein.

Deswegen dazu (und zu Exes) am Besten keine tiefergehende Auskünfte. Das ist mein Rat an alle Männer .

Ich finde es legitim, wenn man aus diesem Grund dazu ablehnt, eine Aussage zu Expartnern oder dem Beziehungsverhalten machen zu wollen.
Der Ausgangspunkt für eine neue Beziehung sollte neutral sein und die Attraktivität für den Anderen sollte nicht durch Vorgeschichten eingeschränkt werden.

Und ich denke, wenn der Freunde der FS dazu nur sagt, dass dies Ex eine wenig "komisch" gewesen sei, dann kann man dies auch so stehen lassen.
Er wird relativ bewusst da keine tiefergehenden Aussagen dazu machen.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #41
Ich bin noch nie gefragt worden,
Wieviele Partnerschaften ich hatte, oder
warum meine Partnerschaften endeten. Gerade Gründe sind sehr subjektiv.
Oder wie mein Ex war...
Und ich habe genausowenig gefragt.
Was bringt mir das?
Es sagt m.E. doch einiges über den Mann aus, ob er lange oder kurze Bez. hatte. Wenn er immer nur kurze Bez. hatte, gehe ich davon aus, dass er vorher nicht gut selektiert hat oder nicht gut alleine leben kann oder nicht bereit ist, an einer Bez. zu arbeiten, sondern sie lieber beendet.

Wenn er z.B. seine Ex betrogen hat, könnte es bedeuten, dass er sich mit einer Frau nicht zufrieden gibt, eventuelle Beziehungsprobleme so löst etc.

Klar können sich Menschen ändern, aber wie wahrscheinlich ist das?!

Vielleicht sollte die FS sich nochmal dazu äußern, ob sie wirklich gar nichts erfahren hat und weiss, wie zB. Kinder oder ob es doch eher um die Gründe der Trennung geht, über
Kinder hat er nicht. Nein, ich weiß nur, dass es eine Ex gab, die nach eigener Aussage „komisch“ gewesen ist. Ich möchte auch nicht weiter rumnerven.
 
  • #42
Vorwiegend um miteinander Spass zu haben. Zu schauen, ob man auf einer Wellenlänge ist. Natürlich KANN man auch über die Ex-Beziehungen quasseln, aber daraus ergibt sich doch kein Anspruch, dass man die "Beziehungs-Vita" (so wie das hier jemand nannte) erfahren MUSS.

Bei diesem Spruch:
Ich möchte doch wissen, was und wen ich mir da einkaufe.
.....oder bei diesem:
Um mir ein Gesamtbild eines Mannes zu machen, ist es mir wichtig zu wissen, wie lange seine Beziehung ging, wann es beendet wurde und warum.
Würde ich genau das hier antworten:
Seine Antwort war, dass ich ziemlich neugierig wäre und er mich ja auch nicht fragen würde.
Der Ton macht die Musik und keiner weiß, wie die FS das formuliert hat.
Natürlich könnte auch ich eine solche Reaktion als komisch empfinden, wenn man da unverfänglich gefragt hat.
Zum Beispiel erzählt man von sich selbst und fragt dann, "kennst du das auch?", "wie war das bei dir?".
 
  • #43
Es sagt m.E. doch einiges über den Mann aus, ob er lange oder kurze Bez. hatte. Wenn er immer nur kurze Bez. hatte, gehe ich davon aus, dass er vorher nicht gut selektiert hat oder nicht gut alleine leben kann oder nicht bereit ist, an einer Bez. zu arbeiten, sondern sie lieber beendet.
Es liegt doch an Dir, die Beziehung zu beenden, wenn Du dazu keine Auskünfte bekommst und es Dir wichtig ist. Ich denke, da ist in vielen Fällen dann auch viel Interpretation und Spekulation dabei, die bei weitem nicht immer zutreffen.
 
  • #44
Ich weiß nicht, warum sich manche so an der Vergangenheit festhalten, statt nach vorn zu schauen.
Das ist doch aber gar nicht der Punkt. Ich weiß nun nicht, was die FS alles hätte wissen wollen und ob das wirklich zu viel gewesen wäre. Der Punkt ist für mich, dass es eigentlich kein geheimes Thema sein sollte, wenn man fragt "wie lange ging deine letzte Beziehung" oder "wieviele Beziehungen hattest du schon".
Kein Mensch wird natürlich sagen "ich hatte eine Beziehung und danach hundert ONS", aber darum geht es mE auch gar nicht. Was ist an der Frage verwerflich, dass man so ein Geheimnis draus machen muss, das ist für mich der Punkt. Wenn einer nicht nach fragt - gut. Wenn einer danach fragt - wieso so eine Abwehr? Wenn es ein leidenschaftsloses Thema ist, kann man doch zwei Sätze drüber verlieren, statt dem anderen Neugierde vorzuwerfen.

Ich bin absolut nicht dafür, das Exenbeziehungsleben lang und breit zu besprechen. Das ist was ganz anderes, als mal kurz zu sagen, hatte 2 Beziehungen. Mir ist auch bewusst, dass Menschen gern nachbohren, um zu hören, dass die Ex doof war oder der Ex ne Niete. Aber das ist für mich was anderes als gleich Fragen abzuwürgen.

Naja aber das ist ja letztlich auch nur eine absolut nichtssagende Antwort.
Klar, aber das ist was anderes als dieses "geh auf keinen Fall in DIESES Zimmer", wenn Du in ein Haus ziehst.
allein dass er das Wort neugierig in den Mund nimmt, das hat was trennendes, distanzierendes.
Genau das meine ich!
 
  • #45
Ich verstehe nicht, wozu man eine Beziehung eingeht, um dann den Partner mit dem Satz "das geht dich nichts an/du bist aber neugierig" abzuspeisen. Noch weniger verstehe ich, dass mann kein Problem hat, sein Dödel in die Frau einzusenken, bzw. frau gst kein Problem damit, aber beide Geschrei machen, wenn der/die andere über Vergangenheit wissen will. Ich weiss, dass ich selber geantwortet habe, warum muss man da rumwühlen, aber ja, wenn ich so nachdenke, die Antwort des Mannes zu FS hätte mich auch irritiert, sie ist schließlich keine frische Bekanntschaft, sondern kennt ihn schon 10 Monate. Und was sie sonst über sein Verhalten erzählt, zeigt auch nichts Gutes.
Insofern gebe ich Lionne in einem Recht - der Ton macht Musik. Es sagt viel aus, WIE man über Ex redet. Und auch, wenn man NICHT redet.
 
  • #46
Es sagt m.E. doch einiges über den Mann aus, ob er lange oder kurze Bez. hatte. Wenn er immer nur kurze Bez. hatte, gehe ich davon aus, dass er vorher nicht gut selektiert hat oder nicht gut alleine leben kann oder nicht bereit ist, an einer Bez. zu arbeiten, sondern sie lieber beendet.
Genau das ist es. Man kann immer irgendwas negatives hinein deuten, je nachdem, wie man es dreht.

Wenn er immer nur lange Beziehungen hatte, kann es auch sein, dass er nur zu bequem war, sich zu trennen. Wenn einer an der Beziehung arbeiten will, der andere aber nicht mitzieht, was sagt dir das über den einen?

Wäre dagegen nicht jemand positiver zu bewerten, der sich trennt, wenn er merkt, dass es nicht mehr passt?

ist jemand, der nur eine Beziehung hatte, dann besser, weil er mehr selektiert oder schlechter, weil er zu anspruchsvoll ist?
Und nun?

Es sind keine echten Erkenntnisse, die du gewinnst, du befeuerst nur deine eigenen Vorurteile, wie es gerade passt.

Wenn ein Mann fremdgegangen ist, wird er dir das mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht sagen, wie steht er denn dann da.

Es sei denn, er hat daraus gelernt. Dann glaubst du ihm trotzdem nicht, weil du glaubst, dass niemand lernfähig diesbezüglich ist. Als wirst du ihn stressen und ggf. verlassen. Und dann lernt er wieder was.
Nämlich dass man manchmal nur verlieren kann, wenn man zu ehrlich ist. Und dann wird er beim nächsten Mal lügen oder schweigen.

Un es wirklich beurteilen zu können, müsstest du beide Seiten hören.

Ich denke, manche Fragen sollte man einfach nicht stellen.

Ich bin da auch sehr bei @Kirovets #41.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #47
Das mag eine häufige Forums-Meinung sein, trifft aber real nur sehr selten zu.
Das ist lustig, weil ich dann einer dieser Fälle bin, auch wenn der Mann nur ne Freundin hatte. Das war meine erste Männerbekanntschaft und ich war jung und sehr naiv. Der wollte auch nie drüber reden, er fand zwar andere Worte als "neugierig", aber die Infos, wenn ich mal nachfragte, waren so formuliert, dass sie schön schwammig waren und die geneigte Hörerin, die sowas nie hätte einem anderen antun können, sich das mit ihrer Null-Lebenserfahrung wohlwollend interpretierte.

Kann sein, dass das nur selten ist. Ich war mal ein bisschen schockiert über die angebliche Anzahl vergebener Männer, die sich auf SInglebörsen anmelden. Aber die wollen vielleicht nur schreiben. Kann alles sein.

Hast recht, "nicht unüblich" war die falsche Wortwahl. Sagen wir mal, nicht ausgeschlossen. Psychologisch gesehen wäre es auch geschickter, wenn der Mann im Falle eines Doppellebens eine schicke Lügengeschichte parat hätte. Aber es gibt auch kommunikationshölzerne Betrüger, würde ich meinen.

Aber auch das ist ein Erfahrungswert, ein persönlicher. Und der ist viel wichtiger. Und wenn sie jetzt schreibt, dass ER umziehen will zu ihr, bin ich gleich noch mal skeptischer, weil ich das für unwahrscheinlicher halte, als dass er erwartet, dass sie zu ihm zieht. Und da ist wieder das Vertrauensproblem aufgeworfen - würde ich zu wem ziehen, der so ein schlimmes Geheimnis um seine Exbeziehungen macht? Es ist ja nicht die verschwiegene Lieblingskäsesorte, auch wenn die ebenfalls schlimme Probleme machen kann im Zusammenleben.

Und ja, wir liefern hier einen Brainstorm zu den Angaben, die ein/e FS im Eingangspost macht. Ich finde es ok, seine Gedanken zum Thema unzensiert zu schreiben, auch wenn ich Dir recht gebe mit meiner Formulierung mit dem "unüblich", die war wirklich unbedacht. Allerdings finde ich Dein "erbärmlich" auch nicht passend.

Und alle Leute, die hier irgendwas schreiben, spekulieren. Auch wenn wohlwollende Antworten kommen, dass was nichts zu bedeuten habe, weil man es selbst so und so handhaben würde. Davon lebt doch gerade ein Forum, dass man die Erfahrungen oder Sichtweisen aufgrund der Erfahrungen anderer geschenkt bekommt.

Was ich meine: wir hier im Forum sollten nicht zu viel spekulieren - denn damit treiben wir die Fragenden in noch größere Zweifel, als sie sie ohnehin schon haben.
Das stimmt, aber wieviel jemand verträgt oder nicht, kann man schlecht abschätzen, und sie konnte es ja für sich ausräumen. Das ist ja auch ein Punkt, wenn ein anderer schreibt, dass er irgendwas für möglich hält. Eine Gefahr weniger sozusagen.
 
  • #48
Es sagt m.E. doch einiges über den Mann aus, ob er lange oder kurze Bez. hatte. Wenn er immer nur kurze Bez. hatte, gehe ich davon aus, dass er vorher nicht gut selektiert hat oder nicht gut alleine leben kann oder nicht bereit ist, an einer Bez. zu arbeiten, sondern sie lieber beendet.

Wenn er z.B. seine Ex betrogen hat, könnte es bedeuten, dass er sich mit einer Frau nicht zufrieden gibt, eventuelle Beziehungsprobleme so löst etc.
Und weil solche Auskünfte interpretiert werden und weil viele diese Begründungen/Interpretationen hinter den Fragen sehen, wissen, dass sie bei Beantwortung bewertet werden, macht man sie nicht.

Zudem - wer erzählt, dass er x-Verflossene hatte, und die regelmäßig betrogen?
Also werden Fragen nicht wahrheitsgemäß beantwortet.

Nochmals, meine Erfahrung, ich lerne einen Mann heute kennen, ich höre zu, ich sehe, wie er sich verhält.
Dann weiß ich seine Einstellungen.
Ich frage bei Gelegenheit, wie er sich UNSERE Partnerschaft vorstellt, wir z. B. reden darüber, wie wir in näherer Zukunft zusammenleben wollen.

Natürlich ergibt es sich gelegentlich, dass man über die Vergangenheit spricht - Wir haben ja eine. Aber es war nie auf Nachfrage, es ergab sich. Oder mir war es wichtig, Bestimmtes zu erzählen. Oder meinen Partnern.

Trotzdem - ich bin heute ein anderer Mensch, verhalte mich mit diesem Partner anders. Es ist das Heute das zählt, das Tun jetzt, und das was kommt.

W, 51
 
  • #49
Ich habe meinen jetzigen Freund in der Kennenlernphase schon gefragt, wie lange seine letzte Beziehung ging und her ist. Aus der Antwort (drei Jahre Beziehung, zwei Jahre Single), in Kombination mit seinem gezeigten Verhalten, habe ich abgeleitet, dass er grundsätzlich beziehungsfähig zu sein scheint, aber auch allein sein kann und jetzt bereit für etwas Neues ist. Sicher irgendwo Spekulation, aber es hat sich bewahrheitet.

Details wollte ich zu diesem Zeitpunkt nicht wissen. Jahre später hat er von sich aus erzählt, dass der Trennungsgrund war, dass er sich bei seiner Ex irgendwann keine Mühe mehr gegeben hätte – und das bei mir anders wäre.

Hätte er mir das nach wenigen Wochen Kennenlernen erzählt, wäre er wohl eher nicht so gut rübergekommen. Da hätte ich mir trotz aller Beteuerungen vielleicht gedacht: "Naja, woher willst du das jetzt schon wissen; von deiner Ex warst du am Anfang sicher ähnlich begeistert und trotzdem... "

Daher kann ich verstehen und finde es in Ordnung, wenn jemand nicht über die Gründe im Detail sprechen will, und würde auch nicht danach fragen. Wer will schon nach seinem Verhalten in der Vergangenheit beurteilt werden, wo er inzwischen vielleicht ein ganz anderer ist oder werden möchte.

Ich finde, so können Beziehungen auch viel besser in Leichtigkeit beginnen und einen unbeschwerten Neustart darstellen, als wenn gleich zu Beginn bekannt würde, dass man die erste richtige Partnerin ist, die Zahl der Sexualpartner*innen nicht annähernd übereinstimmt oder Fremdgehen bislang immer ein Problem war...

W, 27
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #50
Es sagt m.E. doch einiges über den Mann aus, ob er lange oder kurze Bez. hatte. Wenn er immer nur kurze Bez. hatte, gehe ich davon aus, dass er vorher nicht gut selektiert hat oder nicht gut alleine leben kann oder nicht bereit ist, an einer Bez. zu arbeiten, sondern sie lieber beendet.

Wenn er z.B. seine Ex betrogen hat, könnte es bedeuten, dass er sich mit einer Frau nicht zufrieden gibt, eventuelle Beziehungsprobleme so löst etc.

Klar können sich Menschen ändern, aber wie wahrscheinlich ist das?!
Ja, ich versteh dich. Es gibt hier eben zwei Lager. Die einen möchten alles sehr privat halten und auch nicht anhand der Vergangenheit beurteilt werden oder beurteilen. Kann ich auch irgendwie nachvollziehen, ist aber für mich menschlich unlogisch. Wenn man einen WG-Mitbewohner sucht, ist es ja auch interessant zu wissen, hat er schon mal in einer WG gewohnt, hat er vorher zuhause nur bei den Eltern gelebt o.ä. Das muss nicht mal dazu führen, dass man den anderen kategorisch ausschließt- schließlich urteilst du ja besonders nach dem aktuellen Eindruck - aber die Infos könnten fürs Zusammenleben relevant sein. Und sie sagen ja schon was über den anderen aus.
Eine Freundin hat auch einen Freund momentan, der sich einfach nicht beziehungsmäßig verhält, man muss mit ihm lange alles verhandeln (sich auch mal spontan zu treffen, nicht nur zweimal die Woche an zwei bestimmten Tagen), er schenkt ihr zum Geburtstag nichts, alles mögliche ist nicht sonderlich beziehungskompatibel. Aber scheinbar nicht aus Bösartigkeit, er weiß es nicht besser; wenn sie es ihm sagt, dann versucht er es zu ändern. Wir vermuten, dass er noch nie eine Beziehung hatte, was das ja erklären würde und das Unverständnis meiner Freundin etwas abmildern (betrifft auch den sexuellen Bereich), aber er redet da nicht drüber und sie ist auch nicht der Typ, der nachfragt. Daher denke ich: Wenn jemand z.B. kaum Erfahrung hat, ob sexuell oder Beziehung, dann ist es doch meist für den anderen einfacher, er weiß das und kann sich darauf einstellen, dass der andere da was "aufzuholen" hat, anstatt dass er denkt, der andere ist in Beziehungen prinzipiell immer so oder der Sex ist einfach mit ihm irgendwie schlecht? Was soll das dann bringen, sich in Schweigen zu hüllen.
Ich hab auch meinem jetzigen Partner erzählt, dass ich meinen ersten Freund betrogen habe. Mir war das wichtig, dass er das weiß, weil ich daraus ja was gelernt habe - ich mache das nie wieder, ich hab darunter so sehr gelitten, auch wenn der mich gleichzeitig betrogen hatte, wie im Nachhinein rauskam. Aber jemand, der ständig seine Partner betrügt, wird das ja eh nicht erzählen, um nicht im schlechten Licht gesehen zu werden, daher ist das ja eh irrelevant, dass das schlecht ankommen könnte.
Aber ich ticke da eben eher wie du.
 
  • #51
Und weil solche Auskünfte interpretiert werden und weil viele diese Begründungen/Interpretationen hinter den Fragen sehen, wissen, dass sie bei Beantwortung bewertet werden, macht man sie nicht.
Als Mann mache ich immer wieder die Erfahrung, dass manche Frauen unendlich interpretieren. Da wird dann der Blick einbezogen oder die stimme oder eben jedes kleine Detail von dem, was ich sage oder (Frauen merken sich das) vor 5 Jahren mal gesagt habe. Da wird man dann vielleicht auch vorsichtig bei Details, die man erzählt oder eben nicht. Manche Entscheidungen in meinem Leben hätte eine Frau vielleicht anders getroffen, umgekehrt genauso. Bei manchen Frauen muss man auch eine tiefergehende Diskussion befürchten zu Themen, die für mich Vergangenheit und erledigt sind.

Bei meinen Trennungen gab es Details, über die ich nicht berichte, weil die Vergangenheit und abgeschlossen sind, auch wenn sie bei mancher Frau sicher auf großes Unverständnis stoßen würden. Da brauche ich aber gar nicht zu blocken, ich erzähle es einfach nicht. Und ich denke, im Kern wird niemand Dinge erzählen, die er nicht erzählen möchte. Warum also bohren?

Ich denke, die Bandbreite ist groß, sowohl bei den Erwartungen als auch bei dem, was jemand erzählen möchte. Wie bei allem wieder eine Kompatibilitätsfrage. Wenn die eine es im Detail wissen möchte und der andere nicht mal über die Anzahl oder Dauer sprechen möchte, dann passt es eben nicht.

Die FS hat übrigens nicht klar berichtet, ob er wirklich alle Fragen dazu komplett abblockt, oder ob er nur abblockt, wenn sie die Gründe seiner vorletzten Trennung mit ihm im Detail diskutieren möchte. Wenn seine Ex "komisch war" (also eine Aussage zu einer Frau haben wir ja schonmal) und sie dann eine detaillierte Diskussion zu "komisch" führen möchte, kann ich verstehen, dass er darin keinen Sinn sieht. Biographische Daten finde ich normal, die Details können ja auch peinlich sein, so dass man die nicht mitteilen möchte.
 
  • #52
Um mir ein Gesamtbild eines Mannes zu machen, ist es mir wichtig ...
Vermutlich genau deswegen, weil er keine Lust auf unterstellende Interpretationen hat.

Stelle Dir zB vor, Du hättest sehr viele Sexpartner gehabt, weil Du es mal lockerer sahst und vielleicht auch weil Du auf einen Männertyp standest, die sich nicht binden wollen. Inzwischen bist Du aber nur noch an Sex in einer festen Beziehung interessiert und hast entsprechend auch an Dir bzw. Männerauswahl gearbeitet. Würdest Du hier gerne einem potentiellen Partner Auskunft über Deine Vergangenheit geben, der ersichtlich die Informationen abzufragen versucht, weil er seine Rückschlüsse über Dich und Deine Beziehungsfähigkeiten ("Gesamtbild") interpretieren möchte, die aber Deiner Überzeugung nach nicht Deinem gegenwärtigen "Ich" entsprechen?

Ist man erst einmal in eine Negativ-Schublade einsortiert worden, kommt man da nur sehr schwer wieder heraus bzw. es wirkt latent als schleichendes Gift künftig immer mit. Jedes Mal, wenn etwas nicht wunschgemäß läuft, glaubt man die Bestätigung sehen zu können, dass man es doch schon immer gewusst habe, dass beim Gegenüber etwas faul ist bzw. dieser nicht beziehungstauglich ist.

Wer zB mit 39 noch nie eine feste Beziehung hatte, wird vom Gegenüber auch schnell unterstellend in eine Negativschublade gesteckt ("Irgendetwas wird an dem faul sein" / "Bindungsängstler"), obwohl es völlig andere Ursachen gehabt haben kann.

Und da man ungerne in Schubladen gesteckt werden möchte, in die man seiner Meinung nach nicht gehört, weicht man dann lieber, wenn etwas zu solchen falschen Einsortierungen führen könnte. Und, wenn man weiter mit den Fragen bedrängt wird, dann werden nicht Wenige auch lieber Lügen erfinden, in der irrtümlichen Hoffnung, dann damit in Ruhe gelassen zu werden.

Wenn man möchte, dass ein Gegenüber einem Dinge anvertraut (über die er nicht gerne redet), dann muss man sich erst einmal das Vertrauen erarbeiten. Der Gegenüber muss das Gefühl haben, dass er sich völlig gefahrlos anvertrauen darf, weil mit seinen Informationen entspannt, wohlgesonnen, freundschaftlich, verständnisvoll und ohne negative Einsortierungen umgegangen wird. Das genaue Gegenteil davon ist hingegen, den Gegenüber zu bedrängen und zu vermitteln, dass man seine Informationen für seine "Gesamtbild"-Interpretationen und Schubladeneinsortierungen benötigt und dass man kein Verständnis für den Gegenüber bzw. sein ausweichendes Verhalten hat.
 
  • #53
Wenn man einen WG-Mitbewohner sucht, ist es ja auch interessant zu wissen, hat er schon mal in einer WG gewohnt, hat er vorher zuhause nur bei den Eltern gelebt o.ä. D
Genau oder im Berufsleben. Da kann ich im VG auch nicht auf die Frage, warum ich beim letzten AG gekündigt wurde, antworten, er wäre ja zu neugierig. Wenn ein Bewerber mit 15 J. Berufserfahrung 10 AG hatte, sagt es doch viel mehr über ihn aus als über die AG. Es können nun mal nicht immer die Anderen Schuld sein.

Von daher: Warum tolerieren so viele Menschen im Privatleben etwas was im Berufsleben nicht denkbar wäre?
 
  • #54
Nochmals, meine Erfahrung, ich lerne einen Mann heute kennen, ich höre zu, ich sehe, wie er sich verhält.
Dann weiß ich seine Einstellungen.
Genau, so habe ich mich auch immer verhalten. Der Betreffende (oder umgekehrt ich) erzählt früher oder später ohnehin alles, wovon er meint, dass es FÜR UNS wichtig wäre.

Zumal die meisten von uns (hoffentlich) im Laufe der Jahre - und auch während der gerade gelebten Beziehungen - Veränderungen an sich selbst erleben.
Ein Mann muss also in einer neuen Partnerschaft mit mir nicht unbedingt ein Verhalten an den Tag legen, das seiner vorigen Partnerin genehm war, mir aber vielleicht nicht. Er muss, wird er gedrängt von sich zu erzählen, auch nicht unbedingt alles offenbaren, was er hinter sich hat; nämlich dann nicht, wenn er es irrelevant findet oder er genau weiß, dass ich das eine oder andere nicht goutieren würde.
Schlicht: weiß ich, ob er lügt - oder ob er wirklich derjenige ist, als den er sich darstellt?

Da warte ich doch lieber, bis er von sich aus erzählt. Wenn ich das Vertrauen nicht habe, dann beende ich die Kennenlernphase eben. Und wenn ich selbst nicht in der Lage bin, ihn nach ein paar Monaten einschätzen zu können, war es das eben auch.
 
  • #55
Genau oder im Berufsleben. Da kann ich im VG auch nicht auf die Frage, warum ich beim letzten AG gekündigt wurde, antworten, er wäre ja zu neugierig.
Da gibt es ein Zeugnis und eine große Bandbreite an arbeitgeberverträglichen Gründen. Die Frage spare ich mir in Vorstellungsgesprächen, weil sie vom Kandidaten frei interpretierbar ist. Die Frage nach einer geplanten Schwangerschaft würde als Bewerberin aber immer mit einem augenzwinkernden "das ist aber sehr neugierig" beantworten oder eben auch lügen.

Von daher: Warum tolerieren so viele Menschen im Privatleben etwas was im Berufsleben nicht denkbar wäre?
Im Berufsleben sind Daten und Fakten in Zeugnissen verankert. Und auch da gibt es für Kandidaten mit Auswahl eine klare Grenze, ab der sie dann auch das Gespräch beenden. In Vorstellungsgesprächen gibt es übrigens auch klare gesetzliche Grenzen.
Ich glaube auch nicht, dass die Toleranzgrenze wirklich im beruflichen Umfeld anders ist als im privaten.

Du liest ja hier selbst, wie groß die Bandbreite an Antworten ist. Du musst Dir eigentlich nur selbst eine Meinung dazu bilden, ggf. mit Toleranzgrenze nach unten, und dann eben konsequent sein. Was wir tolerieren, ist immer eine individuelle Entscheidung. Die kann man im Grunde nicht mal wirklich diskutieren, erst Recht nicht objektiv bewerten.
 
  • #56
Da kann ich im VG auch nicht auf die Frage, warum ich beim letzten AG gekündigt wurde, antworten, er wäre ja zu neugierig.
Aber genau da würde ja auch keiner antworten mit: naja ich war faul und unpünklich und mein Chef ist ein Blödmann.

Die Antwort wäre politisch korrekt: Es gab Differenzen , auf die ich aus betriebsinternen Gründen nicht näher eingehen kann.

Zu deutsch: Sei nicht so neugierig, ich werde mich ja nicht selbst reinreiten!

Der Clevere wird seinen Nachteil als Vorteil verkaufen. Man kann doch alles auch von der anderen Seite her positiv darstellen. Wie es ankommt, liegt an der Einstellung des Empfängers.

Der eine AG findet steten Wechsel gut, weil er zu mehr Erfahrungen führt, der andere findet eine langjährige Tätigkeit gut, weil es einen soliden, umgänglichen Menschen zeigt.
Oder ich habe mich auf Partys betont unabhängig von ihm gegeben, weil mein Ex-Freund es mega nervig fand, wenn ich viel bei ihm stand. Mein jetziger Freund fand es wiederum irritierend, wenn ich mit ihm an seinem Geburtstag weniger geredet habe als mit seinen Freunden und war dann komisch
Und wie hast du es gefunden? Warum passt du dich so an ? Hauptsache er fühlt sich wohl? Ich würde weder in der Ecke stehen wollen, wenn ich Party machen will, noch künstlich Party machen müssen, wenn ich keinen kenne....
Problemlösung ist mMn nicht, über die Ex zu reden, mit ihr imaginär konkurrieren zu wollen... besser sein zu wollen, sondern ganz einfach: Authentizität!
 
  • #57
Ich hab auch meinem jetzigen Partner erzählt, dass ich meinen ersten Freund betrogen habe. Mir war das wichtig, dass er das weiß, weil ich daraus ja was gelernt habe - ich mache das nie wieder, ich hab darunter so sehr gelitten,

Nach Ansicht der FS und einiger anderer wärst du damit aber definitiv raus. Schluss, Aus, Kennenlernen beendet weil - wer einmal lügt, dem glaubt man nicht. Keine Chance auf Rehabilitation, egal wie sehr du es bereust und dich geändert hast.

Menschen ändern sich. Wie ich weiter oben schrieb, hatte ich früher ein schlechtes Beuteschema und bin daher oft an die falschen Männer geraten. Den Typ "Bad Guy" fand ich anziehend und ließ das ein oder andere Mal den netten Mann links liegen, der an mir interessiert war, mich aber nicht reizte. Ist doch klar, dass sich mit den Bad Guys keine dauerhaften Beziehungen ergaben.
Ich habe im Laufe der Zeit mein Beuteschema überdacht und den netten Männern eine Chance gegeben. Menschen wie die FS würden mich jedoch unwiderruflich als beziehungsuntauglich einstufen, dabei stimmt dies gar nicht.

Und wenn man mal drüber nachdenkt: Im Grunde genommen hält die FS sich selbst für eine schlechte Wahl, wenn sie dem Auswahlverhalten ihres Partners nicht traut.
 
  • #58
Es sagt m.E. doch einiges über den Mann aus, ob er lange oder kurze Bez. hatte.
Und für mich sagt dies auch aus, das Deutschland nicht umsonst der Weltmeister im Interpretieren ist. 2018 ist eine junge Frau in den IS geflogen und schon war sie gleich einer IS-Terroristin. Auf die Idee, dass die Frau den Mann liebt, kam kaum jemand. Die Frau ist nur wegen der Liebe geflogen und nicht wegen Terrorismus.

Meine Exfrau war Primarärztin und dann hatte ich im 20. Jahrhundert eine Partnerin, die sehr nah bei der RAF war. Liebe Tascha87 was sagt dir nun dies. Vielleicht spaß im Interpretieren. Bist du besser wie eine Primarärztin?:)

Ich habe nie jemand über die Exen gefragt und Vergangenheit ist für mich nur vergangen. Bei meiner LG musste ich auch nicht fragen, weil ihr Sohn(Ü30) mir dies schon sagte. Er ist ziemlich glücklich, dass seine Mutter jetzt jemand hat, der keinen Alkohol trinkt und sein Vater hat die Mutter gerne betrunken geschlagen. Oft erfährt man auch etwas, wenn man nicht danach fragt.
 
  • #59
Nach Ansicht der FS und einiger anderer wärst du damit aber definitiv raus. Schluss, Aus, Kennenlernen beendet weil - wer einmal lügt, dem glaubt man nicht. Keine Chance auf Rehabilitation, egal wie sehr du es bereust und dich geändert hast.
Das mag sein, aber dann weiß ich auch gleich, dass es eben mit demjenigen nicht passt :) Also, für mich ist es wichtig, die wichtigen Sachen aus meiner Vergangenheit erzählen zu können, ohne, dass der andere mich dafür verurteilt; wenn der andere damit nicht umgehen kann, dann ist er kein guter Partner für mich. Ich erzähle nicht bis ins kleinste Detail alles aus meinen vorherigen Beziehungen, aber so grobe und wichtige Dinge, die mich geprägt haben, über die möchte ich mit dem Partner, mit dem ich im Idealfall mein ganzes weiteres Leben verbringe, eben reden können.

Und wie hast du es gefunden? Warum passt du dich so an ? Hauptsache er fühlt sich wohl? Ich würde weder in der Ecke stehen wollen, wenn ich Party machen will, noch künstlich Party machen müssen, wenn ich keinen kenne....
In kleineren Sachen - also in Bereichen, bei denen es mir egal ist - kann ich mich in einer Beziehung anpassen. Wenn ich weiß, jemand mag es nicht, wenn ich Teetassen rumstehen lasse, ändere ich das ja auch. Mir ist es ziemlich egal, ob ich nun auf einer Party mit anderen rede oder mehr mit meinem Partner zusammen bin; und weil mir das persönlich relativ egal ist, kann ich mich da durchaus etwas danach richten, was dem anderen wichtig ist. In für mich wichtigen Dingen habe ich mich nicht geändert in Beziehungen - da gab es ja dann damals eben auch oft Streit, aber ich empfinde es auch nicht als ideal, wenn man in allem seins durchdrücken will, obwohl einem dieser Punkt eigentlich recht wurscht ist. Bisschen kompromissbereit sein sollte man schon, und da ich generell Partys auch schon damals mied, gab es davon dann so zwei im Jahr. Der Streitpunkt, dass ich generell keine Partys oder große Gruppen mag, der war ja dann einer der größeren Konflikte in der Beziehung, in der ich nicht nachgeben konnte (und wollte), weil ich da einen klaren Standpunkt hatte.

Generell, liebe FS: Es ist ja nicht die Frage, wie das andere sehen, sondern, ob es dich so stört, dass du es nochmal konkret ansprechen willst bei ihm oder dich sogar trennen würdest (was ich auch krass fände). Wenn die Beziehung sonst gut läuft und er da in dem Punkt eben andere Ansichten hat, wäre das an sich ja kein Beinbruch.
 
  • #60
ich höre zu, ich sehe, wie er sich verhält.
Dann weiß ich seine Einstellungen.
Darum genau geht es doch aber. Dieser Mann blockt ab bei einem Thema, zu dem - behaupte ich mal - jedem eigentlich drei lockere Sätze möglich sein müssten, unter denen nicht Abwehr ist und "Vorwurf", neugierig zu sein. Es sei denn, da ist was noch nicht bewältigt oder man will dem anderen was vormachen (dass der Mann erfahren oder unerfahren ist, dürfte nach der Zeit von 10 Monaten eigentlich schon klar sein).
Wenn ich einen Partner habe und der mich das fragt, will ich auch nicht unbedingt im Detail drüber reden (finde ich, wie schon öfter mal gesagt, auch nicht förderlich für eine Beziehung), aber ich kriege ne normale Auskunft hin.

Der Schluss allerdings, wenn die FS das so sieht wie in Deinem Zitat, müsste sein, dass sie erstmal auf Abstand geht. Eben, weil er sich komisch verhält und distanzherstellend (nur noch mal fürs Protokoll: nicht, weil er nicht lang und breit alles erzählt, sondern weil er ihr Neugierde unterstellt und merkwürdig reagiert bei einer Frage, die ihr ja wichtig ist).

Ansonsten sehe ich das auch so, dass wenn einer gleich Ableitungen und Aussagen über den anderen machen will aufgrund einer Info, das falsch ist. Aber als Alternative das anzubieten, was er macht, kann es mE auch nicht sein. Zumal sie schon 10 Monate ihre Beziehung anbahnen.

Ich habe nie jemand über die Exen gefragt und Vergangenheit ist für mich nur vergangen
Das ist doch ok. Aber die FS hat nun mal gefragt und ne Antwort bekommen, die schlecht ist. Sie ist in dem Punkt nicht wie Du und das ist ja auch nicht falsch oder so, nur anders.
 
Zuletzt bearbeitet: