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julia1982

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  • #1

Warum enden so viele Ehen schon nach kurzer Zeit?

Ich habe in meinen Bekanntenkreis festgestellt, dass einige Ehen schon nach 1 oder 2 Jahren beim Scheidungsrichter enden. Obwohl die Paare vorher aber bereits 5 – 10 J. sich kannten und zusammenwaren. Hat man sich in den vielen Jahren vor der Ehe nicht wirklich gekannt oder ist das Modell Langzeitehe mittlerweile ausgestorben?
 
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  • #2
Ich kann natürlich nicht für die Allgemeinheit sprechen, aber ich war mit meinem Mann 5 Jahre zusammen und 1/2 Jahr verheiratet, als ich herausfand, dass er über Whats App mit einer anderen Frau Liebesschwüre austauschte. Ich wollte nicht so schnell aufgeben und schlug ihm eine Paartherapie vor. Dazu kam es nicht. Eine Woche später fand ich heraus, dass er mich mit mehreren Frauen über 4 Jahre hinweg betrogen hatte, von Cyber bis hin zu echtem Sex. Das war mir einfach zu viel. Also Trennung...
Nächstes Jahr heiratet er meine Nachfolgerin, man darf gespannt sein...

W,27
 
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  • #3
Diese Ehen wurden nur geschlossen, weil man schon so lange zusammen war und es keinen Grund gab es nicht zu tun. Im Prinzip sind es Paare, die den Zeitpunkt für die Trennung verpasst haben aus Gewohnheit und Bequemlichkeit, weil man nicht ehrlich zu sich selbst West, der Partner einen im Trennungsfall leid getan hätte oder oder oder ....Der verbindliche Charakter einer Ehe legt dann eigentlich nur die Diskrepanzen frei, die man sich vorher nicht eingestanden oder verdrängt hat.
Im Grunde hätten diese Ehen nicht geschlossen werden dürfen.
Wäre das Modell Langzeitehe ausgestorben, gäbe es keine mehr.
Da es aber allein in meinem Bekanntenkreis jede Menge davon gibt zwischen 5 und 65 Jahren alles dabei und diese Verbindungen glücklich sind , ist dem nicht so.
Drum prüfe, wer sich ewig bindet , wird oft mit einer temporär langen Prüfungsphase gleichgesetzt. Das ist der Fehler. Entscheidend ist die Ehrlichkeit zu sich selbst.
 
  • #4
Ein paar Fälle kenne ich auch, in denen nach langer Beziehung (10 Jahre und mehr) geheiratet wurde und kurz darauf die Trennung folgte. Dort war jeweils die Beziehung schon vorher eingeschlafen oder gestört, die Hochzeit war vor allem ein Versuch sie zu kitten bzw. auf ein schöneres Niveau zu heben. Das funktioniert offenbar genau so schlecht, wie ein Beziehungsrettungsversuch durch Nachwuchs.
 
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  • #5
Genauso, wie sich die Lichtstärke im Quadrat zur Entfernung halbiert, halbiert sich die Leidenschaft und das Nähebedürfnis im Quadrat zur Nähe bzw. zur gegenseitigen Verpflichtung/Verantwortung. Ich werde versuchen dieses Gesetz zu durchbrechen. Ich liebe sie leidenschaftlich heiß, glühend, innigst, über Alles und wir wollen heiraten. Nichts von meiner/unserer Leidenschaft soll verschwinden. Hoffentlich gelingt uns das. Hoffentlich. Ich will "sie", bis zum letzten Moment genießen dürfen.
 
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  • #6
Ich tippe drauf, dass die Beziehungen schon vorher tot waren und die Eheschließung ein letzter Rettungsversuch ist, das ganze dauerhaft rumzureißen.
 
  • #7
Ehen verbinden nicht. Das klingt erstmal paradox. Kennt man es die letzten tausend Jahre andersrum.

Ein Faktor für Liebe ist Unsicherheit (!). Hat man den Partner zu sicher, investiert man nicht mehr in ihn,
und die Beziehung leidet. Klassiker: Die Paare lassen sich gehen und leben aneinander vorbei.

Die Unsicherheit, das auf den Zehenspitzen stehen, das weckt die Leidenschaft.

Die Ehen hielten früher, weil sie gesellschaftlich unter Druck standen und eben nicht Liebesehen bis ans Ende
aller Tage waren. Wenn man unglücklich war, arrangierte man sich mit einer Affäre.

Heute sind die Zwänge, eine Ehe aufrecht zu erhalten, marginal. Da bleibt dann nur noch die Liebe.
Und die schwindet über die Sicherheit.
 
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  • #8
Ich frage mich schon länger warum Ehe als so wichtig erachtet wird!? Ich war noch nie verheiratet und das nicht weil ich nicht wollte sondern einfach weil ich es als nicht nortwendig erachtet habe. Die Zeiten in denen Frau von Mann und dessen Wohlwollen abhängig sind ist doch schon lange vorbei.
Viele Frauen heiraten doch nur deshalb weil es "Tres Chic" ist und man vor der Freundin mit dem Ring angeben kann. Zudem scheint das auch eine Marktwert - Geschichte zu sein. Du bist hübsch und toll und wirst geheiratet. Im Hinterkopf scheinen immer noch die Geschichten von der alten Jungfer rumzuspuken die die keiner will.
Dann heiratet man obwohl die Partnerschaft bereits Risse hat. Vielleicht hat man auch gerade ein Kind angesetzt und dann muss klein Sophie ja ein intaktes Elternhaus haben. Teils ist es wohl aber auch der Druck von aussen ... es wird erwartet ... genau wie ein Kind. Paare die einfach so zusammen leben ohne beides zu realisieren sind merkwürdig und werden argwöhnisch beäugt.
In Frauenzeitschriften lachen einen die Brautgeschichten ... und kleine Babys entgegen.
Herzlich willkommen im Zwang...

W/41
 
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  • #9
Eine Ehe ändert das Zusammenleben nochmal grundlegend, einfach weil die Beziehung dann emotional anders und juristisch fester verankert ist. Manche Frauen oder Männer "legen sich dann auf die faule Haut", die grundlegende Einstellung stimmt nicht mehr und das nagt dann schnell an der Beziehung.
Es gibt Paare, die wollen nach langer Beziehung mit einer Hochzeit nochmal "Schwung" holen und die Beziehung stärken, nach meiner Erfahrung hört die "Arbeit " an der Beziehung nicht mit der Hochzeit auf, sondern wird erst nochmal deutlich größer, wenn sich die Euphorie gelegt hat. Das verkraftet nicht jede Beziehung.

m, 46
 
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  • #10
Eine lange Partnerschaft vor der Heirat ist keine Garantie dafür, dass die Ehe lange hält. Ein typisches Beispiel ist ein Paar aus meiner Schulzeit. Er war 14 und sie 13, als sie zusammen kamen. Nach 11 Jahren folgte die Hochzeit. Nach nur einem Jahr lernte die Frau einen anderen Mann kennen, verliebte sich in ihn, wurde von ihm schwanger und verließ ihren Ehemann. Eine Garantie für die Ewigkeit gibt es NIE.
 
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  • #11
Vermutlich kommt es daher, das man in einer Ehe die "Sicherheit und Verbindlichkeit" hat und sich keine Mühe mehr um die Beziehung gibt. Der vernachlässigte Partner geht dann und reicht die Scheidung ein.....

w,50
 
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  • #12
Wer 5-10 Jahre zusammen ist und dann heiratet, bei dem liegt ein Problem vor, das durch die Ehe geheilt werden soll. Das funktioniert nicht, genauso wenig, wie Kinder eine kaputte Beziehung kitten können. Was zu zauderlich, mühevoll zusammenkommt, passt nicht zueinander.
Ich meine, wer sich so lange nicht für die Ehe entscheiden konnte, der sollte es bleiben lassen, weil ich genau aus diesem Kontext die Kurzzeitehen kenne. Ich frage mich wirklich, was bei denen los ist, dass sie jahrelang zusammen leben, heiraten und sich 2 Jahre später scheiden lassen, zumnal man dann ja auch schon im mittleren Alter (30+) ist und einiges an Lebenserfahrungen und einen Lebensplan hat. Da sollte man wissen, dass man echte Krisen nicht mit einer halbherzigen Lösung beseitigt.

Die längsten und stabilsten Ehen, die ich kenne:
- kennenlernen
- 1 Jahr später zusammenziehen
- 2 Jahre später heiraten
Die Ehen bestehen ewig, weil man wusste, dass es sehr gut passt oder sie gehen nach mehr als 20 Jahren auseinander, weil die Partner sich dann unterschiedlich entwickeln, anders mit dem Älterwerden umgehen, verschieden Lebensziele entwickeln. Aus diesem Umfeld kenne ich dann auch friedfertige Scheidungen.
w, 50
 
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  • #13
Oft ändern sich zeitnah zur Eheschließung auch die weiteren Lebensumstände.
So etablieren sich gerade Paare, die seit Schul- oder Studentenzeiten zusammen sind, manchmal an mehreren Fronten gleichzeitig, indem sie mit dem Berufseinstieg auch die Ehe/Familiengründung in Angriff nehmen.
Die neuen Aufgaben erfordern Verantwortung und dauerhaftes Engagement, die frühere Unbeschwertheit und auch die Konzentration auf den Partner gehen ein Stück weit verloren. Und das nehmen Langzeitpaare, die anderes gewohnt sind, häufig als negative Entwicklung in ihrer Beziehung wahr.
In meinem Bekanntenkreis habe ich es mehrfach erlebt, dass die "Jugendlieben" unter diesen Umständen stark kriselten oder scheiterten. Demgegenüber laufen die flugs und eher pragmatisch zum Zwecke der Familiengründung geschlossenen Ehen (Aquise z.T. über Single-Börsen) - zumindest von außen betrachtet - erstaunlich gut.

w, Mitte 40
 
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  • #14
Gast #4 hat es wunderschön formuliert und ich wünsche ihm dafür Glück ohne Ende!
Gast #8 hat es treffend formuliert, man darf nie aufhören sich wahrzunehmen und miteinander weiter zu entwickeln, wenn man "die" eine Liebe gefunden hat.
Und wenn ich ehrlich auf mich selbst zurückschaue, dann habe ich damals "ja" gesagt einfach weil es sich so ergab. Heute weiß ich, dass ich nicht aus wahrer Liebe geheiratet hatte, sondern aus dem Gefühl heraus, dass das Liebe sein muss.
Das wird mir nicht noch einmal passieren ... wenn ich das Glück haben sollte dem zu begegnen was ich mir von Herzen wünsche, dann werde ich mir die Worte von Gast 4 zu Herzen nehmen!

W43
 
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  • #15
Ein Faktor für Liebe ist Unsicherheit (!)
Hat man den Partner zu sicher, investiert man nicht mehr in ihn, und die Beziehung leidet. Klassiker: Die Paare lassen sich gehen und leben aneinander vorbei. ...
Die Unsicherheit, das auf den Zehenspitzen stehen, das weckt die Leidenschaft.
Da bleibt dann nur noch die Liebe. Und die schwindet über die Sicherheit.
Das mag für eher unreife und unbewusst lebende Menschen so zutreffen, daraus werden dann aber auch kaum stabile, verbindliche Beziehungen.

Je charakterlich reifer und je bewusster Menschen werden, umso eher sind sie in der Lage, gerade auch in einer sicheren, stabilen Beziehung/Ehe die Liebe zu leben und nicht nur zu erhalten, sondern sie sogar im Laufe der Jahre noch zu vertiefen (für unreife Menschen ganz undenkbar).

Meine Erfahrung ist es, dass es auf die INNERE Haltung (und zwar von BEIDEN!) ankommt, den Menschen an seiner Seite niemals als selbstverständlich zu nehmen, sondern ihm gegenüber achtsam und aufmerksam zu sein und zu bleiben und ihn einfach glücklich machen zu wollen; dann braucht man auch keine äussere Unsicherheit. Nur dann kann eine Partnerschaft ein jahrzehntelanges liebendes, leidenschaftliches Miteinander und Füreinander bleiben, statt wie sonst so oft zu einem gleichgültigen Nebeneinander her oder sogar Gegeneinander zu werden.

w 50
 
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  • #16
Vielleicht solltest du nicht von deinem Freundeskreis auf die Allgemeinheit schließen. In meinem engen Freundeskreis wurde in den letzten 6 Jahren fleißig geheiratet, Babys gezeugt und Häuser gebaut/gekauft. Alle diese Ehen bestehen noch und wirken sehr glücklich (in die Menschen hineinschauen kann man natürlich nie). Nur aus dem weiteren Bekanntenkreis hört man mal ganz ganz selten von Trennungen. Das Phänomen Kurzzeitehe halte ich persönlich also nicht für so häufig.

Wenn so etwas vorkommt, dann würde ich die Gründe meist auch so sehen wie Gast #2 und #3.

Zu Gast #7: Wenn du den Quatsch, den du da schreibst, echt glaubst, dann bist du echt eine traurige, verbitterte Person.

w, 28, verheiratet
 
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  • #17
Ich denke, daß viele Paare erst ziemlich spät heiraten. Bis dahin hat man eine eigene Lebensweise entwickelt, die nur sehr schwer oder meist garnicht mit der des Partners konform geht.

EViele waren vorher lange Zeit Single und sind das allein leben gewohnt. Es haben sich Gewohnheiten und Eigenarten eingeschlichen.

Zwei so sehr eigenständige Menschen unter einen Hut zu bringen und dann noch für eine lange lange Zeit, stelle ich mir sehr schwierig vor.

Mein Partner und ich haben, für heutige Verhältnisse, sehr jung geheiratet. Noch während des Studiums. Auch unsere zwei Kinder kamen wäjrend des Studiums. Wir sind an unseren Aufgaben gewachsen und haben uns innerhalb der Ehe weiterentwickelt. Zwar jeder auf seine Weise, aber immer mit der Unterstützung des Partners. Zuerst hat mein Partner promoviert, dann ich.

Heute sind wir schon seit genau 38 Jahren verheiratet. Und nein, unsere Ehe ist weder langweilig noch eingefahren. Auch der Sex stimmt noch - für beide.

Wir beobachten in unserem Umfeld, wie Ehen zerbrechen, weil die Partner nicht bereit sind, für den Anderen tolerant zu sein oder weil sie eigentlich schon ein altes eingefahrenes Ehepaar sind und das ohne Trauschein. Die Hochzeit soll dann die Krönung sein. Wird es aber nicht.

Unsere beiden Kinder sind ebenfalls schon lange verheiratet. Vorbildwirkung?

w,58
 
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  • #18
Ich denke, das viele Ehen aus einem "Zwang" heraus geschlossen werden. Schließlich gehört es sich doch nach einer gewissen Zeit den Bund fürs Leben einzugehen - versucht einem zumindest das nähere Umfeld einzureden (Eltern, Geschwister, Freunde etc.). Als Grund wird dann immer genannt: der schönste Tag im Leben und die Krönung der Liebe.

Viele machen sich keine großen Gedanken darüber, was es heißt "bis das der Tod euch scheidet". Das ist nämlich eine verdammt lange Zeit. Und als Not-Aus-Schalter gibt es dann auch noch Anwälte und das Familiengericht.

Leider habe ich in den vergangenen Jahrzehnten feststellen müssen (Familie, Freunde, Arbeitskollegen etc.) das sich viele keine Mühe mehr geben, die Probleme und sonstige Unstimmigkeiten aus der Welt zu schaffen. Es wird selten oder kaum darüber gesprochen. Man bleibt zusammen bis die Kinder aus dem Haus sind und trennt sich dann. Oder einer hat wirklich den Mut aufgebracht sich gegen alle Konventionen zu stellen und trennt sich schon vorher.

Das will ich mir nicht antun. Und meinem Partner erst recht nicht. Für mich gibt es außer finanziellen Gründen absolut keine anderen für die Heirat.

Aber jeder so wie er es braucht. Manche brauchen einen Gesellschaftsvertrag manche eben nicht.

w, ü50
 
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  • #19
Diese Ehen wurden nur geschlossen, weil man schon so lange zusammen war und es keinen Grund gab es nicht zu tun. Im Prinzip sind es Paare, die den Zeitpunkt für die Trennung verpasst haben aus Gewohnheit und Bequemlichkeit, weil man nicht ehrlich zu sich selbst West, der Partner einen im Trennungsfall leid getan hätte oder oder oder ....Der verbindliche Charakter einer Ehe legt dann eigentlich nur die Diskrepanzen frei, die man sich vorher nicht eingestanden oder verdrängt hat.
Im Grunde hätten diese Ehen nicht geschlossen werden dürfen.
Wäre das Modell Langzeitehe ausgestorben, gäbe es keine mehr.
Da es aber allein in meinem Bekanntenkreis jede Menge davon gibt zwischen 5 und 65 Jahren alles dabei und diese Verbindungen glücklich sind , ist dem nicht so.
Drum prüfe, wer sich ewig bindet , wird oft mit einer temporär langen Prüfungsphase gleichgesetzt. Das ist der Fehler. Entscheidend ist die Ehrlichkeit zu sich selbst.

Da muss ich leider zustimmen. Ich war neun Jahre lang mit meinem (Noch-)Mann zusammen. Nach nur anderthalb Jahren Ehe habe ich meine Sachen gepackt und bin ausgezogen. Für mich absolut die richtige Entscheidung, die ich auch nicht im geringsten bereue. Ich denke, ich wollte einfach nicht wahrhaben, dass die Beziehung nur noch aus Gewohnheit besteht und schon lange keine Liebe mehr da war. Ein Zitat, das ich mal irgendwo aufgeschnappt habe und in dem Fall recht passend finde: "Die meisten Ehen sterben leise."
 
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  • #20
<mod>
Jede 3. Ehe wird geschieden und das ist gerade dann der Fall wenn man lange zuvor zusammen war.
Du wirfst mal eben in den Raum das in deinem Bekanntenkreis viele Heiraten aber wielange sind die Paare zuvor zusammen ... das kann in den 20 er wielange der Fall sein (2-3 Jahre?).
Als ich in dem Alter war ... wurde zwar geheiratet -- im Schnitt waren die Leute aber bereits um die 30. Viele der damals geschlossenen Ehen sind bereits wieder geschieden.
Vermutlich wird sich bei dir daher noch einiges tun bis du bei dem 40. Lebensjahr ankommst. Vielleicht bist du dann bereits zum 2. Mal verheiratet.

W/ 44
 
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  • #21
Wer 5-10 Jahre zusammen ist und dann heiratet, bei dem liegt ein Problem vor, das durch die Ehe geheilt werden soll.

Ich frage mich wirklich, was bei denen los ist, dass sie jahrelang zusammen leben, heiraten und sich 2 Jahre später scheiden lassen, zumnal man dann ja auch schon im mittleren Alter (30+) ist...

Die längsten und stabilsten Ehen, die ich kenne:
- kennenlernen
- 1 Jahr später zusammenziehen
- 2 Jahre später heiraten

Interessante Theorie, aber....

...Dir ist gar nicht aufgefallen, dass Du sowieso schon über den 2. (oder 3. oder 4.) Aufguss der ganzen verkorsten Teilnehmer des 3x, 4x, 5x Singlemarktes schreibst, oder? Wenn die sich, nach kompletter Ausbildung und voll etabliert im Berufsleben, dann noch 5-10 Jahre nicht entschließen können, Nägel mit Köpfen zu machen, mag Deine Theorie stimen, aber:

Die Grundform ist doch: Man lernt sich als Teenager oder Anfang 20 kennen, macht dann Schule zuende, Ausbildung, Studium, zieht zusammen und heiratet dann irgendwann.

(Fast) Keiner von denen zieht nach 1 Jahr zusammen und heiratet nach 2 Jahren ...diese Paare sind fast alle im 5+X Jahres Bereich, wenn sie heiraten! Da soll nix "geheilt" werden, sondern vorher ist es echt unüblich. Leute, die z.B. am Anfang ihres Studiums heiraten sind sehr selten!

m44
 
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  • #22
Hallo

was ist daran schlimm ? Es zeigt dass die Leute nicht mehr so extrem voneinander abhängig sind dass sie trotzdem zusammen leben müssen weil keiner es allein schafft.

Hohe Scheidungsraten zeigen Wohlstand und Vertrauen in die Wirtschaft.
Wenn die Leute an alten Lösungen festhängen haben sie Angst vor sozialem Abstieg. Es ist nicht sehr schmeichelhaft wenn dein Mann dir sagt "wenn meine GmbH scheitert habe ich ja Gottseidank noch dich im Hintergrund". Jeder mensch möchte nicht bloss das Standardprogramm durchhangeln ("fleißig Kinder zeugen... brrr). Je älter du wirst desto wichtiger ist dir um deiner selbst Willen geschätzt und geliebt zu sein. Du willst dass jemand an deiner Seite ist der dich kennt und dich trotz aller Macken liebt. Und das nicht wegen eines auskömmlichen Gehalts oder weil die eigene Karriere bergab läuft.

Heute ist doch alles nur mittelfristig. Warum nicht auch Eheschliessungen ? Ich finde das nicht schlimm.
 
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  • #23
Ich war 7 Jahre mit meinem Mann zusammen, vor knapp 3 Jahren heirateten wir. Das hatten wir eigentlich nicht vor, aber zusammen mit unserer inzwischen 5jährigen Tochter wollte ICH das Bild einfach abrunden. Im Prinzip haben wir den Fehler begangen, dass wir uns nach der Geburt unserer Tochter extrem auf sie fixiert haben und uns als Partner völlig aus den Augen verloren haben. Wir hatten eine tolle WG, ohne Streit und laute Worte. Im März sind wir in unser neugebautes Haus gezogen und im April hat er sich in eine Andere verknallt. Hätte mir genauso passieren können, ist es aber nicht. Jetzt wohnt er bei einer 6 Jahre jüngeren Geschlechtsgenossin, die noch kein Kind hat und nie verheiratet war. Was da wohl bei rauskommt...
 
  • #24
Das Brautpaar beide 28 J. alt. Kannten sich erst ein Jahr lang. Machten den Eindruck, daß sie nur aus Spass daran jetzt heiraten.

Alle Hochzeitsgäste waren überzeugt, daß diese Ehe nicht lange halten wird - außer der Vater des Bräutigams. (Von Seiten der Braut und Familie konnte ich nichts erfahren)
Nach einem Jahr Ehe reichten sie gemeinsam die Scheidung ein.

Paar, drei Kinder - kannten sich seit Kindertagen = "Sandkastenliebe"
Dann größere und bessere Wohnung, aber der Vermieter verlangte, daß sie verheiratet sind.
Also heirateten sie, ohne Argwohn - nur wegen dieser Wohnung.

Ein Jahr danach ging die Ehefrau heimlich fremd, nach zwei Jahren zog sie mit den Kindern aus, zu ihrem Liebhaber in die angrenzende Schweiz..
Ihr Ehemann bzw. dann ex-Ehemann mußte trotzdem Unterhalt zahlen - viele Jahre lang.
Denn die zwei Kleinsten (Zwillinge) waren erst vier Jahre alt. Das älteste Kind acht J. alt.

Möglicher Grund: Der Ehemann arbeitete viel als LKW-Fernfahrer = war "zuwenig" zuhause ?
Freunde vermuteten, daß aber noch mehr Gründe dahinter stecken könnten.
Denn Untreue und Trennung, hätte ich gerade bei dieser Frau nicht vermutet.

Ich kannte diesen Mann als einen stets sehr fleißigen und fürsorglichen Mann für seine Familie.
Die Unterhaltsforderungen haben ihm aber finanziell "das Genick gebrochen"

Ihr neuer Liebhaber, bei dem sie mit ihren drei Kindern lebt, muß für nichts aufkommen, weil nicht mit dieser Frau verheiratet. Nach elf Jahren hörte ich, daß sie immer noch zusammen sind.
 
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  • #25
Meine ganz ehrliche Meinung, als Mann Mitte 30.

Das Problem ist, dass das Zwang zur Treue einerseits, und das Altern bzw. der Attraktivitätsverlust des Partners anderseits bedeutet, dass man ab einem bestimmten Punkt im Leben NIE WIEDER guten Sex mit einer jungen, attraktiven Partnerin haben wird. Und das ist hart, gerade als Mann, wenn man pro Tag einige Dutzend mal an Sex denken muss. Gerade in einer Ehe, die auf Dauer angelegt ist.

Diese Erkenntnis des "nie wieder" führt m.E. dazu, dass Ehen zerbrechen. Entweder, weil einer eine Affäre sucht (z.B. mit einer jüngeren), oder weil jemand die Beziehung direkt beendet.

Überwunden wird das Problem erst, wenn der "Point of No Return" überschritten ist. Wenn die Partner so alt sind, dass sie bei attraktiveren, jüngeren Menschen ohnehin keine Chancen mehr hätten.
 
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  • #26
Aus Gast 7 spricht wohl etwas Frust.

In meinem Umfeld und Freundeskreis wird/wurde fleisssig geheiratet und Familien gegründet und keiner der Paare ist inzwischen geschieden und diese Ehen machen einen stabilien Eindruck.

Bei den Paaren, die sich kurz nach der Heirat scheiden liessen, vermute ich einfach, dass die Beziehung vorher schon "tot" war und man wollte durch eine Heirat die Beziehung irgendwie wiederbeleben.

Wenn ich 10 Jahre mit meinem Partner zusammen wäre, würde ich nicht mehr heiraten. Ich habe meinen Partner nach 3 Jahren geheiratet und es nie bereut.

w
 
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  • #27
Ich habe in meinen Bekanntenkreis festgestellt, dass einige Ehen schon nach 1 oder 2 Jahren beim Scheidungsrichter enden. Obwohl die Paare vorher aber bereits 5 – 10 J. sich kannten und zusammenwaren. Hat man sich in den vielen Jahren vor der Ehe nicht wirklich gekannt oder ist das Modell Langzeitehe mittlerweile ausgestorben?

Werte sind subjektiv und was bitte bedeutet "viele"? Die Hälfte aller Ehen halten ein Leben lang und nur weil du vielleicht zwei oder drei Paare kennst, deren Ehe nach 1-3 Jahre vor dem Scheidungsrichter endete, sind das bezogen auf die gesamte deutsche oder gar europäische Bevölkerung "viele"? Sorry, aber das muss man nicht verstehen, das klingt eher nach "Eheneid" der eben doch irgendwie unfreiwillig "Ehelosen".
 
  • #28
Ich bin das beste Lebende beispiel...
Ich habe im August geheiratet nach 9 1/2 Jahre Beziehung mit vielen höhen aber auch ein paar Tiefs. Für mich war alles super und auch Emotional alles viel schöner da ich meine Traumfrau geheiratet habe.
2 Monate später trennt Sie sich von mir weil Sie mich nicht mehr liebt? und das war wohl auch schon vor der Hochzeit so.

Heiraten ist was schönes, absolut. Aber ich werde im Leben nicht mehr so einen Fehler machen und heiraten.
 
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  • #29
Heiraten ist doch nochmal ein großer Schritt, wenn sich nach langen Jahren Beziehung Routine eingeschlichen hat. Man überdenkt nochmal, ob man wirklich will, viele heiraten auch, um der stotternden Beziehung nochmal Schwung zu geben, merken dann in der Vorbereitung, dass das nicht funktioniert und trauen sich den Rückzieher nicht.
Die Beziehung wird durch Heiraten anders, aber nicht besser. Es gibt auch Männer und Frauen, die sich dann zurücklehnen, wenn das "Ja-Wort" mal gesprochen ist.
 
  • #30
Ich denke auch, dass heute in der Moderneren Zeit das Wort heiraten nicht mehr in den Gedanken verankert ist wie noch vor 50-60 Jahren oder gar noch weit davor. Der Grundgedanke der Heirat ist m.E. verschoben oder fast nicht mehr existent. Wer heiratet denn heute noch mit den Vorsätzen welche man sich beim Ja Wort dann Tatsächlich gibt? Für viele ist es nach meinem Eindruck eher eine Modeerscheinung. Warum lassen die Menschen die sich nicht bewusst sind was eine Heirat im alten Sinne eigentlich bedeutet darauf ein? Es ist doch heute kein Problem mehr ohne Trauschein zu leben. Gesellschaftlich nicht mehr geächtet.

Für mich war die Heirat der Schritt den "ICH" gehen wollte und auch schon einmal gegangen bin, um meiner Beziehung eine Art Vollkommenheit zu geben. Natürlich kann das auch nach Jahren schief gehen wie auch bei mir.
m47
Neulich in einem Fernsehbericht gesehen das die Scheidungsrate seit 2003 wieder sinkt in Deutschland. Kaum zu glauben.
 
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