• #1

Warum fällt es uns so schwer, sich selbst zu lieben?

Hochglanzkampagnen prägen unser kollektives Ideal von Schönheit - und ist dabei nicht mehr als eine Photoshop-Illusion. Denn heute werden selbst Size Zero-Models künstlich verschlankt und ihrer natürlichen Fältchen beraubt. Diese Bilder haben sich in unseren Köpfen verfestigt – und sorgen mit ihren unrealistischen Proportionen regelmäßig für Sinnkrisen vor dem eigenen Spiegel.

Dabei gilt gerade bei der Partnersuche ein selbstsicheres Auftreten als großer Erfolgsfaktor. Wer sich selbst akzeptiert und in sich ruht, profitiert von einer positiven Ausstrahlung. Und die wirkt viel attraktiver, charmanter und sympathischer als optische Perfektion.

Im aktuellen Magazin-Artikel geben wir vier Tipps für ein positiveres Selbstbild.

Was sind Ihre Erfahrungen: Geht Ihnen die Werbung, die solche Bilder produziert, auf den Keks, fühlen Sie sich unter Druck gesetzt oder ist Sie ihnen egal? Was sind Ihre Tipps, wie man sich wohl in seiner eigenen Haut fühlt?
 
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  • #2
Auf dem „Keks“ gehen? - Auf keinen Fall da man ja durch die Werbung eher abstumpft als sich aufregt.

Unter „Druck“ gesetzt? – Solange ich authentisch bleibe entsteht auch kein Druck.

Das Hauptproblem liegt wohl eher das man seinen potenziellen Partner wie im Job beim Tumorboard Schritt für Schritt erörtert. Dies ist dann wohl der wesentliche Nachteil des älter werden, dass man nicht mehr so unverblümt und locker an die Sache geht wie mit 20.
 
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  • #3
Ich fühle mich nicht unter Druck gesetzt, Werbung hat so gut wie keinen Einfluss auch mich, weil ich selber denken kann und gerade bei Werbung immer sehr misstrauisch werde. Ich kenne nicht wenige Menschen, die so ähnlich ticken. Wir sollten also aufhören mit diesen verallemeinernden provozierten Fragen.

Mir wird und wurde oft gesagt, dass ich eine positive Austrahlung usw. habe, aber da dies anders rum sehr wenige Männer haben, die dazu noch was im Kopf und viel im Herzen haben, bin ich ungewollt Single.

w
 
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  • #4
Auch wenn ich mich attraktiv empfinde, bin ich doch mein stärkster Kritiker. Besser ich erkenne es als andere. Dann kann ich dafür sorgen, etwas zu verbessern.
Ich empfinde mich im Verhältnis zu anderen Frauen im Laufe der Jahre sogar etwas attraktiver, da ich nicht Kgr.42 o.m., sondern meine schlanke Figur Gr.38 erhalten habe. Keine Altdamenkleidung, sondern modisch chic, schmale Hosen bis enge Röcke und hohe Absätze.
Deprimierte Gefühle entstehen immer wieder mehr oder heftig, wenn ich hier lese, wie Männer Frauen sehen, die um die 60 sind...... Mir scheint, fast zum Entsorgen.
 
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  • #5
Mir fällt es nicht schwer, mich selbst zu lieben. Irgendwann habe ich begriffen, dass die Selbstliebe sehr wichtig ist, um ein zufriedenes und glückliches Leben zu führen-das hat nichts mit Egoismus, Egozentrik oder Selbstüberschätzung zu tun, sondern ist einfach nur gesund, sich selbst so anzunehmen, wie man ist. Was man verbessern kann, sollte man versuchen zu verbessern. Was sich nicht verbessern läßt, sollte man einfach akzeptieren und damit umgehen lernen. Als ich das begriffen habe, war ich Mitte 20. Seitdem lebe ich ein glückliches und erfülltes Leben-unabhängig davon, ob es eine Finanzkrise gibt, ob ich Single bin oder nicht, ob es regnet oder die Sonne scheint.

Es fühlt sich einfach schön und gesund an, sich selbst zu lieben und zu wertschätzen.

Ein Leben, in dem man sich selbst nicht geliebt hat, ist ein vergeudetes Leben.
Ich weiß es nicht genau wie ich zu der Selbstliebe kam-ich hatte keine Krise und mir ging es gut. Ok, ich war und bin als Ausländerin in Deutschland-aber das war für mich kein Problem.

Irgendwann man merkte ich (noch sehr jung), dass es klug und gesund ist, sich selbst zu lieben und anzunehmen. Das ist die Voraussetzung dafür, sich auch in die Menschengemeinschaft einzubringen. Sicher kann ich immer mein Inneres und Äußeres noch mehr verbessern und vervollkommnen-aber auch so, wie es ist, ist es liebenswert und gut genug. Mir gefällt mein Spiegelbild, ich fühle mich wohl mit den Gedanken in meinem Kopf-ich gehe offen und ehrlich mit den Mitmenschen. Die Selbstliebe ist wirklich wie ein Fels in der Brandung-sie hat mit einer inneren Stärke zu tun. Die Optik hat mit Genen, Sport und Pflege was zu tun. Die Selbstliebe hat was mit der Akzeptanz der Gesetzmäßigkeiten des Lebens zu tun-Geburt und Tod, mit dem ständigen Wandel zwischen diesen beiden und der Tatsache, dass man selbst diesem Wandel unterliegt.

Ich wüßte keinen Grund, warum man sich selbst nicht lieben sollte-egal wie man ist. Meine "Chefin" bin und bleibe nur ich selbst-ich nehme mir gerne alles an, was die Mitmenschen so über mich denken, habe aber genug Selbstvertrauen, meine eigene "Chefin" zu sein-das ist für mich die Selbstliebe-eine wohlwollende, beschützende und sehr angenehme Macht über mich selbst. Klar, ein bischen optische Eitelkeit habe ich schon, aber meine Selbstliebe ist unabhängig von dem faltenfreien Gesicht oder dem BMI-die wahre Selbstliebe ist in der Seele, im Herzen und erst danach auf physischer Ebene zu spüren. Es macht irgendwann mal im Leben klick und man spürt es, man darf und soll sich selbst lieben-alles andere ist nur hinderlich und störend und eigentlich gar nicht nötig.

w, 38
 
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  • #6
Es ist überhaupt nicht schwer sich selbst zu lieben.... aber es scheint schwer zu sein, die Werbungsexperten endlich mal davon zu überzeugen, dass wir derren Schmarren nicht haben wollen und diese uns bitte nicht für dumm verkaufen sollen...wenn 60% der Frauen mit ihrem Aussehen hadern, ist das wohl die Folge dieser krankhaften und verantwortungslosen Werbung, die uns einreden möchte, wie wir zu sein hätten. Diese Leute, die uns Menschen vorgaukeln, die es in Natura gar nicht gibt, sondern fototechnisch gestylt sind, diese Urheber sollten wegen Betrugs in großem Stile bestraft werden - und bitte nicht zum Maßstab herhalten, sodass solche Fragen hier auch noch eingestellt werden müssen. Jeder sich selbst liebende Mensch hat genug DIfferenzierungsvermögen und erst recht Disidentifikationsmöglichkeiten, sich so einen Blödsinn gar nicht erst einreden zu lassen.
 
  • #7
Ach, früher waren es die Filmschauspieler/innen und Sänger/innen - heute die Photoshop-Illussionen, die als Ideal betrachtet werden ?
Diese Leute, die uns Menschen vorgaukeln, die es in Natura gar nicht gibt, sondern fototechnisch gestylt sind, diese Urheber sollten wegen Betrugs in großem Stile bestraft werden
Eine Promi-Frau war gebuchtes Cover-Modell, aber wollte die Veröffentlichung ihres technisch veränderten Fotos verhindern. Weil sie nicht so aussieht, wie auf dem Foto. Hatte damit aber keine Chance.

Aber auch andere betroffenen Frauen regen sich deswegen auf. Verständlich, wenn diese Bilder unnatürlich wirken, weil man das wirkliche Aussehen der Frauen kennt.
Aber "Wessen Brot ich ess - dessen Lied ich sing" en .... muß !

Ganz einfach: Ich bin kein Ideal - und ich verlange kein Ideal = faire Lösung für beide Seiten.

Natürlich spielt auch das Aussehen eine gewisse Rolle bei der Partnersuche und -schaft. Die ersten fünf Sekunden Begegnung entscheiden viel - und das ist meistens Aussehen und Ausstrahlung.
Aber für eine Partnerschaft - längst nicht das Wichtigste.
 
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  • #8
Kommen wir zur Frage zurück!

Ganz einfach: Weil uns unsere Eltern es nicht vorgelebt haben, weil wir, von wem auch immer, daran gehindert wurden, im ausreichendem Mann uns selber mögen zu dürfen und zu wollen. Dazu gehört Ermutigung, Anerkennung, Diskussionen, psych. Grundwissen, Respekt, Freiraum und Liebe zeigen.

w 48
 
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Mooseba

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  • #9
Ich behaupte jetzt einfach mal, dass sich dies hier nicht nur an Frauen richtet, auch wenn der Eröffnungstext dies vermuten lässt.

Warum fällt es mir so schwer, mich selbst zu lieben? Da ist es ganz klar eine Mischung aus Veranlagung und Erziehung. Vor der Veranlagung gehöre ich sicherlich zu den wenig resilienten Menschen. Und Erziehung? Mein Vater war (und ist) eine sehr prägende und einschüchternde Person, nicht nur innerhalb der Familie. Meine Mutter war stets eher eine graue Maus bzw. Mitläuferin, war also kein Gegengewicht in der Erziehung. Außerdem gab es keine leistungs- und benimmunabhängige Liebe bei uns. Dies ist vielleicht der entscheidende Punkt für mich bei diesem Threadthema. Andere Probleme konnten erst wirklich bei uns besprochen werden, wenn die schulischen Leistungen gestimmt haben, ich regelmäßig in der Kirche war etc. Und da mein Selbstbewusstsein immer noch auf etwas wackligen Füßen steht, gehe ich heute ähnlich mit mir um: Arbeit und Pflicht stehen in der Lebenshierarchie ganz oben. Erst wenn diese wirklich gut erledigt sind, darf ich mich anderem widmen. Diesen Teufelskreis versuche ich natürlich stets zu durchbrechen, aber das rasch sich bemerkbar machende schlechte Gewissen verhindert dies gern mal. Und diese ewige Ich-bin-nicht-gut-genug-Leier habe ich natürlich auch in die Partnersuche getragen bzw. hat diese verhindert.

(m,30)
 
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  • #10
Sich selbt zu lieben, heißt, sich genau so anzunehmen, wie man ist. Doch unsere vielfachen Erfahrungswerte aus Familie, Partnerschaft und Werbung lassen uns zweifeln. Die anderen könnten ja doch recht haben, zu dick, zu dumm, zu nichts nutze. Jedoch, wer sich selbst nicht lieben und annehmen kann, kann dies auch nie bei einem Partner. Denn auch da wird dann immer kritisiert, nach Fehlern gesucht - auch, um von den eigenen Fehlern abzulenken. Daher, erst sich selbst lieben lernen und tun, dann einen Partner suchen. w/42
 
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  • #11
Und bitte WIE LERNT MAN SICH SELBST LIEBEN ??

Es ist ja wunderbar wenn hier in der Theorie alles darauf hinausläuft, daß man sich selbst lieben können muss, um andere Menschen zu lieben. Und das stimmt auch so.

Nur, wie gelangt man selbst zu dieser inneren Einstellung? Da ist ja kein Schalter, der sich einfach umlegen lässt.

Mit welchen Ansätzen kann man an sich arbeiten? Wo liegt der Schlüssel zur Selbstliebe?

Ich glaube, das ist die Kernfrage - nach dem WIE und weniger nach dem Was.


Danke, m/33
 
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  • #12
Und bitte WIE LERNT MAN SICH SELBST LIEBEN ??

Danke, m/33

Ist doch relativ einfach. Fängt bei gesunder Ernährung an, bei ausreichendem Schlaf, sich die richtigen Freunde aussuchen, die einen respektvoll begegnen, sich gute Literatur zu besorgen und auch zu lesen, wo dieses Thema behandelt wird und nach und nach wirst du immer besser verstehen, wie man es lernt, was dazu gehört und es dann auch umsetzt, sich (auch seinen Körpr) selbst zu lieben.

w 48
 
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  • #13
Selbstliebe fängt dann an, wenn man seinen eigenen Körper so akzeptiert wie er ist. Sätze wie: Ich bin zu blass, zu dick oder sich Gedanken machen was die anderen von einem Denken, sind Anzeichen von einem Mangel an Selbstliebe.

Auch die Selbstliebe zum eigenen Körper zählt dazu. Also Selbstbefriedigung und das erkunden seiner eigenen Körperregionen. Das ausleben von Sexualität und das Verlangen jemandem nahe zu sein.

Keinerlei Schamgefühle zu verspüren, wenn man nackt herumläuft.

Andere Menschen so nimmt, wie sie sind. Ohne sie zu kritisieren.

Aber solche Menschen gibt es in diesem Land nicht, auch wenn sich hier jeder auf die Schulter klopft. Mir ist zumindest noch keine Frau bzw. Mann über den Weg gelaufen. Ich kenne auch Leute die sagen sie würden sich von Werbung nicht beeinflussen lassen, aber am Ende merkt man schnell das es nur eine Selbstlüge war.
 
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  • #14
Und bitte WIE LERNT MAN SICH SELBST LIEBEN ??
Nur, wie gelangt man selbst zu dieser inneren Einstellung? Da ist ja kein Schalter, der sich einfach umlegen lässt.

Ich finde es schade, dass man die Selbstliebe nicht als einen natürlichen, normalen Zustand erlebt, sondern man meint, man muss es lernen oder irgendwas Besonderes machen, um sich endlich selbst zu lieben. Ich kann wirklich noch mal die Lebensweisheiten der Shaolin-Mönche zu lesen und zu leben empfehlen. Desweiteren ist Tantra auch ein sinnvoller und genussvoller Weg zur Selbstliebe- und Akzeptanz. Sport, gesunde Ernährung, sinnliche Erlebnisse verschiedenster Art, sich auch mal was zu gönnen, immer Zeit dafür zu finden, inne zu halten, frei von Dogmen zu leben. Einfach zu begreifen, dass man selbst am besten weiß und spürt, was einem guttut und sich nicht von außen manipulieren lässt. All das zu ehren und respektieren, was man bekommen hat-den Körper mit seinen schönen und weniger schönen Seiten, die Seele, die man auch pflegen und hegen sollte. Den Geist durch Lesen von passender Literatur fit halten. Eigentlich gibt es unendlich viele Möglichkeiten, sich selbst zu lieben-sie ergeben sich einfach, man muss nur die Augen dafür öffnen.

Selbstliebe ist sehr einfach. Schade, dass manche Menschen es damit schwer haben.
 
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  • #15
schwierig ist die Gratwanderung zwischen zu starker Selbstkritik, daraus entstehender Unsicherheit und Selbstüberschätzung. Während die meisten der Erstgenannten hier nicht sind, tummeln sich umso mehr in der zweiten Rubrik. Das nützt leider keinem etwas. Diese "jung" gebliebenen Männer mit Tränensäcken und Glatze zum Beispiel...oder die Frauen mit Ansprüchen, die, würde man sie abgleichen, eher beleidigend sind.
 
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  • #16
Ich schalte im TV bei Werbung immer um und versuche mich auch sonst (Zeitschriften) nicht von ihnen manipulieren zulassen.
Ich weiß aber, das es meistens innerhalb weniger Sekunden und sehr subtil passiert.
 
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