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  • #1

Warum fällt loslassen so unendlich schwer?

Hallo,

wurde vor 5 Monaten von meiner Freundin verlassen. Wir waren über 4 Jahre zusammen.
Obwohl sie mir so weh getan hat kann ich immer noch nicht loslassen.

Warum klammert man an etwas was schon längst vorbei ist und was einem doch nur Schmerzen bereitet?

Ist es euch auch schon so ergangen?
 
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  • #2
Hallo,

wurde vor 5 Monaten von meiner Freundin verlassen. Wir waren über 4 Jahre zusammen.
Obwohl sie mir so weh getan hat kann ich immer noch nicht loslassen.

Warum klammert man an etwas was schon längst vorbei ist und was einem doch nur Schmerzen bereitet?

Ist es euch auch schon so ergangen?

Nein, Du bist der Erste!
Klar ist es "uns" auch schon so ergangen. Das nennt man Liebeskummer/Trauer/Schmerz.
Die Frage nach dem "Warum" ist dabei sinnlos, es IST so. Punkt. Scheint irgendwie zum Menschsein zu gehören. Genauso wie dazugehört, dass es nach einer bestimmten Zeit
wieder "besser" wird.
Alles hat seine Zeit (Prediger 3, 1-11)
(PS. Google mal danach. Habe zwar normalerweise mit Christentum echt nichts an der Backe,
aber DAS ist wirklich gut und hat mir, M/55, schon oft geholfen. Da kullern zwar die Tränen, aber danach geht's mir besser.)

Und ausserdem:wer weiss denn immer schon, zu was etwas gut ist.
 
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  • #3
Warums schwer fällt?
Weil man den Menschen doch mal sehr geliebt hat und gemeinsame Zukunftspläne etc. geschmiedet hat.
Ich wurde vor 10 Monaten von heut auf morgen nach gut 3 Jahren Beziehung von meinem Ex-Partner verlassen. Ich habe ihm sehr lange nachgeweint. Wirklich losgelassen hab ich erst vor ca.1,5 Monaten. Seitdem haben wir auch keinen Kontakt mehr - den ich meinerseits eingestellt habe (Dies empfehle ich dir übrigens auch, denn nur so bekommst du den nötigen Abstand!).
100%ig glücklich bin ich zwar jetzt auch noch nicht, aber ich habe wieder gelernt alleine zu leben und das Leben wieder mehr zu genießen!

Also, Kopf hoch! - Es wird!!
 
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  • #4
4 Monate ist doch nicht lange! Eine Trennung ist eine traumatische Erfahrung. Es ist etwas, was wirklich sehr schwer auszuhalten ist. Mit Trauer und Schmerz reagierst du sehr normal und menschlich. Gestatte dir so lange Trauerzeit, wie du sie brauchst. Es gibt da keine festen Regeln. Das einzige ist nur - du musst da halt durch, den Schmerz kann dir niemand abnehmen. Versuche, dich gut zu schützen, dir Dinge zu schenken, die dir gut tun, ob das Weinen ist, gerade eine leckere Tasse Kaffee ist oder eine neue Jeans ... Gehe nach deinem Bauchgefühl. Ich wünsche dir viel Kraft und viel Glück.
 
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  • #5
Hier der FS:

Danke für eure Antworten!

Aber was sind die Gründe, warum man an etwas festhält, obwohl diese Person längst verloren ist und keinerlei Chance mehr auf eine Rückkehr besteht?

- Egoismus
- Angst vor der Zukunft
- Mangelndes Selbstbewusstsein
- Liebe
- Angst vor Neuanfang

Was denk ihr?
 
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  • #6
Hallo,

google mal nach: Beziehungssucht/Borderline Syndrom...dort wird Dein Problem beschrieben, erkenne, akzeptiere und änder es und lebe wieder für Dich selbst!
Hat mir sehr geholfen, meine 10 jährige Ehe ging von heute auf morgen zu Ende!
 
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  • #7
bin in einer ähnlichen situation wie du und frage mich das auch.

an neuen impulsen kann ich nur ergänzen:

hoffnung auf änderung
neugierde, interesse am anderen
der wunsch nach seiner aufmerksamkeit und reaktion, auf mein agieren
überbrückung von langeweile und der angst vor einsamkeit
spielerische komponente
 
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  • #8
hier#1: Du bist aber ausgesprochen hartnäckig!
Wenn Du schon jetzt glaubst, einen Grund haben zu müssen, dann nimm halt Deine Liste,schau, was für Dich zutrifft und arbeite daran.
Was soll es Dir denn jetzt auch überhaupt nützen, was "man" für Gründe hat?
Es geht hier um keine Krankheit, die, richtig diagnostiziert, dann zum richtigen Rezept führt
Und das hättest Du ja wohl gerne und das ist auch verständlich
Und es wird so nicht funktionieren.
Ich gebe Dir mal ein Bild:
Du möchtest einen Berg besteigen (Kummer überwinden)
Um da rauf zu kommen, gibt es mehrere Wege (Gründe)
Unabhängig vom eingeschlagenen Weg ,bleibt der Berg aber so hoch wie er ist.
Und: am Gipfel angekommen, wird der Weg Dich nicht mehr interessieren.
(Mir klar, dass das lediglich ein BILD ist: es mag verschiedene Wege geben, aber definitiv keinen Sessellift)
 
  • #9
@7: Nein, da denke ich komplett anders, bin ja auch verkopft. Der Weg ist das Ziel, und Wege entstehen dadurch, das man sie begeht. Es gibt kaum Bergsteiger, die sich sehr viel Zeit auf dem Gipfel lassen. Sie steigen ihn hoch, weil er da ist, nicht weil die Sicht dort oben so toll ist. Für Leute wie mich ist es wichtig zu verstehen, warum sie wie fühlen, und ich reagiere immer mit Unverständnis, wenn dann ein lauwarmes, achselzuckendes "ist eben so" kommt. Kein Satz drückt das so aus wie das "Wir haben ins unserer Partnerschaft auseinandergelebt". Für mich heißt das im Klartext, den ich aber nie so hart ausspreche: ich möchte mir über meinen Anteil an der Trennung und meine Beziehungserwartungen keine Gedanken machen, weil es mich in gewissen Facetten in einem schlechten Licht darstellen könnte.

@Fs Liebe möchte ich ausschließen, denn wenn sie morgen wieder kommt und so tut als wäre nichts geschehen, dann kannst du nicht trotzdem wieder so leben wie vorher. Gleichgültig ist sie dir auch nicht, also ist noch Liebe da. Auch die restlichen Gründe kannst du ganz schnell für dich selber ausschließen, aber die fragen musst du beantworten.

Du arbeitest gerade eine kognitive Dissonanz auf, das von dir gesponnene Bild der Frau entspricht nicht der Realität. Es kann auch der Anlass der Trennung gewesen sein, denn wenn man immer völlig falsch eingeschätzt wird, als man sich selber sieht, dann ist das ein unangenehmes Gefühl. Es ist ein häufiger Streitgrund.

Du kannst darauf warten, bis du vergisst (Verdrängen ist auch eine Art kognitive Dissonanz anzugehen), oder deine Zeit produktiver nutzen, und sich dieser Dissonanz stellen. Vergiss niemals, du hast nur dieses eine Leben und benutze es kostbar. Wenn du nur verdrängst, dann wirst du diese Zeit jetzt als schrecklich in Erinnerung behalten.
m44
 
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  • #10
Das Loslassen fällt solange schwer wie man den anderen mehr liebt als sich selbst. Denn dann bedeutet der Verlust nicht nur den Verlust des Menschen, sondern auch den (vermeintlichen ) Verlust der Liebe. Liebt man jedoch sich selbst, geht zwar der Mensch, aber nicht die Liebe. Nutze die Zeit, dich selbst lieben zu lernen, du bist der wichtigste Mensch in deinem Leben, niemand kann dich so lieben wie du dich selbst. Und: liebst du dich selbst, können dich auch andere lieben....
Loslassen geschieht wenn man (wirklich) akzeptiert und annimmt was ist. Annehmen statt Loslassen , so paradox es auch klingt....
 
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  • #11
Hier noch einmal der FS (M, 27):

Danke für eure Antworten.

So richtig kann ich auch nicht verstehen, warum ich nicht loslassen kann.
Hänge und klammere immer noch total an meiner EX.
War meine erst große Liebe und richtige Beziehung.

Die Beziehung verlief insgesamt über 4 Jahre.
Im letzten Jahr habe ich die Beziehung leider sehr vernachlässigt, weil ich beruflich und privat immer so viele Termine und Verpflichtungen hatte.
Im März hat mir meine Ex dann mitgeteilt, dass sie die Beziehung beendet, weil sie sich in jemand Anderen verliebt hat. Mit diesem war sie dann 4 Wochen zusammen, bevor der Typ sich wieder getrennt hat.
Dann habe ich noch einmal ca. 6 Wochen um sie gekämpft, was zwischendurch ganz gut aussah jedoch leider nicht geklappt hat.
Seit einigen Wochen hat sie jetzt wieder einen neuen Freund.

Warum klammert man noch an so einer Frau?
 
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  • #12
@7: Nein, da denke ich komplett anders, bin ja auch verkopft. Der Weg ist das Ziel, und Wege entstehen dadurch, das man sie begeht. Es gibt kaum Bergsteiger, die sich sehr viel Zeit auf dem Gipfel lassen. Sie steigen ihn hoch, weil er da ist, nicht weil die Sicht dort oben so toll ist. Für Leute wie mich ist es wichtig zu verstehen, warum sie wie fühlen, und ich reagiere immer mit Unverständnis, wenn dann ein lauwarmes, achselzuckendes "ist eben so" kommt. Kein Satz drückt das so aus wie das "Wir haben ins unserer Partnerschaft auseinandergelebt". Für mich heißt das im Klartext, den ich aber nie so hart ausspreche: ich möchte mir über meinen Anteil an der Trennung und meine Beziehungserwartungen keine Gedanken machen, weil es mich in gewissen Facetten in einem schlechten Licht darstellen könnte.

m44

hier#7: Da bringst Du 2 Sachverhalte durcheinander: es geht ja hier nicht um etwaige Gründe, die zur Trennung führten. Da mag es angebracht sein, sich über die eigenen Anteile Gedanken zu machen - ob letztlich zielführend oder nicht.
Dem FS geht es doch um ganz etwas anderes: er versteht nicht, wieso er das, was er kopfmäßig klar erkannt hat- nicht emotional umsetzen kann.
Aber gut, vielleicht hilft es ihm, jetzt zu wissen, dass er an einer kognitiven Dissonanz leidet.

Und der Berg im Bild ist ein Hindernis, dass es zu überwinden gilt.
 
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  • #13
@10
du liebst sie einfach.
das loslassen benötigt zeit..

wenn männer lieben, dann sind sie sehr anhänglich.

schade nur für die nachfolgende partnerin von dir.
ich hoffe, du kannst dich für diese auch wieder ganz und gar herzensmässig öffnen.
meine persönliche erfahrung lehrte mich da jedoch anderes.
 
  • #14
@7,11: Nein so habe ich das nicht gemeint, ich habe da keineswegs was verwechselt. Der FS sollte seine jetzigen Gefühle kritisch hinterfragen, und eben nicht auf Zeit heilt alle Wunden, sprich Verdrängung, setzen. Ich stehe dazu im Gegensatz zu der Mehrheitsmeinung hier, aber #12 hat den wunden Punkt exakt getroffen. Chapeau! Es spricht ja Erfahrung dahinter.

Ich finde es völlig richtig, dass er das " warum" in seinen Fokus setzt. Du magst den Begriff der kognitiven Dissonanz wenig erhellend finden, aber es ist ein Zustand wie Hunger oder Verliebtheit, und er wird von "warum"-Fragen durchsetzt. Wie warum hat er mich verlassen, warum hat sie mich mit meinem besten Freund betrogen, warum wirft sie mir ständig etwas vor, warum hat mich geschlagen und nicht mit mir gesprochen, etcpp.

-Es gibt nun vier Möglichkeiten, damit umzugehen.
Kurz unmotiviert anreißen, eine Frage im Forum stellen dann mit anderweitigen Ausgleich verdrängen, dann droht ein Szenario wie #12. Das machen die meisten, und wachsen nicht, sondern verbleiben auf ihrem Niveau.

-Sich betäuben, damit man diese Warum Fragen im Kopf nicht mehr hört . Ganz üble, von Männern bevorzugte Variante, ich habe sie auch hinter mir. Extrem selbstzerstörerisch.

- Diese Warum schleifen im Kopf redundant ablaufen lassen, ohne festes Ziel. Gefahr ist groß, dass es in einer Depression oder in Variante 1 endet. Kenne ich auch.

-Intellektuell und mit einem festen Ziel angehen. Ausgleich suchen und trotzdem sehr bewußt an diese Warum- Fragen heranzugehen, auch wenn es quält, mit einem klaren Zeitlimit und extrem viel Selbstkontrolle. Eigene Gefühle und Verhaltensmuster hinterfragen, ohne die eigene Identität aufzugeben. Und was mir sehr geholfen hat: Täglich sich selber zu sagen: "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" Extrem hintersinnig der Satz.

Ich möchte den FS motivieren, den letzten Weg zu gehen, denn er weiß es ja selber, dass es mit ihr keinen Sinn macht. Er sitzt im selbstgebastelten Gefängnis, und dieser Knast kann bei manchen Leuten offenbar 10 Jahre dauern. Dafür ist das Leben aber bei Weitem zu kostbar! Dieser Weg des Verdrängens, liebe #7 ist mir viel zu teuer, da nehme ich lieber den kurzfristig steileren, aber eben kürzeren Weg, um deine Bildsprache zu verwenden.
m44
 
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  • #15
Du trauerst nicht um die Person - Du trauerst dem " gemeinsam sein " nach ..... dies liegt häufig bei uns in der Kindheit , dass man nicht loslassen will / kann .....

Bei mir war nach 15 Jahre Beziehung - davon 10 Jahre Ehe alles vorbei ich war platt und dann lief alles schief : 15 kg abgenommen ( das ist ja noch positiv ), Job Schwierigkeiten bekommen etc....

Mir hat geholfen :

a) die gemeinsame Wohnung verlassen und umgezogen

b) konnte zu Hause nicht essen = dann geh ins Restaurant oder geh mal im Wald spazieren Sauerstoff macht den Kopf frei

c) durch Zufall habe ich das Buch gelesen " Liebeskummer für Männer " dies solltest Du unbedingt mal lesen es ist zum einen sehr unterhaltsam geschrieben aber auch mit Lösungshilfen und dann merkst Du :

Du bist nicht der einzige auf der Welt der verlassen wurde .....

Kopf hoch irgendwann schaut die Sonne wieder auf Dich ...

Gruß
m. 43
 
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  • #16
#13 hier #7/11

Danke für die ausführliche Replik.
Ich denke, dass wir letzlich nicht so weit auseinander sind.
Es geht wirklich darum, wenn schon die Warums unvermeidlich auftauchen,
sinnvoll mit ihnen umzugehen und kausale Zusammenhänge/Muster etc. herauszufinden.

Und es dann auch gut sein lassen, denn zu jeder Antwort lässt sich ein weiteres Warum finden-
dann ist man schnell bei Kindheit, früheren Leben, Urknall usw.
Wer Kinder hat, kennt dieses Spiel.
 
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