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  • #1

Warum gehen Männer fremd, warum gehen Frauen fremd?

In einem anderen Thread heißt es z.B.: Frau braucht oft mehr ganz besondere/liebende Aufmerksamkeit als Mann. Wenn sie es nicht bekommt, wird sie unglücklich und geht mitunter irgendwann fremd! Der "Erstbeste", der sich um sie kümmert, bemüht, sie wahrnimmt, wie sie ist, ihr Geborgenheit gibt, Komplimente macht, um sie wirbt, ihr wieder die schönen Momente gibt, erhält ihre besten Gefühle/ihre neue Liebe! Was ist es, was Euch Frauen fremdgehen ließ? Und wie ist es bei Euch Männern?
 
  • #2
Die "klassische Antwort" darauf ist in der Tat: Frauen suchen Gefühle, Männer Sex.

Ich bin noch nie fremdgegangen und kann das auch überhaupt nicht nachvollziehen, da es doch die Grundlage der Partnerschaft zerstört. Man muss einfach genug Mumm und Stolz haben, mit seinem Partner zu sprechen oder die Beziehung zu beenden, wenn es nicht mehr gefällt. Dann ist man frei, vorher nicht. Warum nicht alle diesen Anstand aufbringen, ist mir schleierhaft.
 
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  • #3
Du hast genug Gründe in deiner Frage aufgereiht, die Antwort erübrigt sich.
w 42
 
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  • #4
Hannibal

Bei Männern ist es Eitelkeit und bei Frauen die Suche nach Verständnis und
Seelenverwandschaft.
Kann mich bezüglich der Frauen auch irren.
Aber bei den Männern, ganz klar Eitelkeit.
Da muß der Sex nicht mal an erster Stelle stehen, sondern das Gefühl
bewundert zu werden.
Ein Mann der sich eine Geliebte nimmt, wird in der Regel gesellschaftlich
aufgewertet, zumindest in der Männerwelt.
Dabei müsste es sich wohl aber um ein geringes Selbstwertgefühl handeln,
da ein Mensch mit ausreichender Persönlichkeitsentwicklung, es in der
Regel nicht nötig hat sich gesellschaftlich aufwerten zu müssen.
 
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  • #5
Es ist nicht unbedingt Eitelkeit bei Männern. Manchmal ist es auch nur SEX. Wenn der Sex zu Hause langweilig ist oder immer weniger wird und die Frau nicht bereit ist das zu ändern, schauen sich Männer anderweitig um. Einige belassen es beim umschauen, Andere gehen einen Schritt weiter.

Was für Frauen der Blumenstrauß ist, ist für Männer der Blowjob.
 
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  • #6
Bin noch nie fremdgegangen. Um mich haben sich sehr oft verheiratete Männer, selbst aus dem Freundeskreis, bemüht. Vielleicht ist das der Grund, warum ich mich inzwischen sehr schwer tue, eine Beziehung zu einem Mann einzugehen.
Was dahintersteckt, ist mir inzwischen eigentlich total egal - dass es so ist, ist erschreckend genug ;).
 
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  • #7
Es gibt auch Frauen, die Sex suchen.
In meiner Ehe gab es viel zu wenig davon und deshalb ging ich fremd.
Ich habe aber vorher wirklich Alles versucht, den Zustand zu ändern. Vergebens.
Und mit Mitte 30 konnte ich mich beim besten Willen nicht mit diesem Mangelzustand abfinden. Könnte ich heute (15 Jahre später) übrigens auch nicht !
 
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  • #8
@5 Du hast also keinen Partner und möchtest auch nie wieder einen haben oder bist Dir 100% sicher, dass Dir das niemals passieren wird oder Du es nicht verstehen und verhindern willst?
 
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  • #9
@4 Einspruch! Es schauen sich durchaus auch Frauen irgendwann anderweitig um....
Bin bislang allerdings nicht fremd gegangen, sondern habe es vorgezogen das klärende Gespräch zu suchen und wenn nach vielen Anläufen beim Gegenüber keine Bereitschaft dazu da war, an der Beziehung zu "arbeiten", die Trennung an- bzw. auch auszusprechen.

...und was für Männer der Blowjob...... da fiele mir als Frau etwas Vergleichbares ein, was ich dem Blumenstrauß sicher auch vorziehen würde ;-)) ...wenn gleich ich mich natürlich auch über einen Blumenstrauß freue ;-)
 
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  • #10
@8 Schön das es Alternativen gibt. Ein Partner der fremdgeht und dies nicht irgendwie begründen kann (passend zu meinem Weltbild) bekommt ungefragt einen kräftigen Tritt in den Hintern. Der Vorteil wäre man müßte nicht einmal die Haustür öffnen und würde sich das Geld für den Blumenstrauß vom Discounter auch noch sparen.
 
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  • #11
@5 ich kenne dies selber auch und finde es auch ziemlich erschreckend, ich glaube Männer suchen da Bestätigung dass sie noch auf andere, vielleicht viel jüngere und ungebundene Frauen „wirken“.

Was Frauen angeht kann ich nur aus der eigenen Erfahrung sprechen falls einen anderen Mann küssen denn als Fremdgehen gilt. Ich habe das gemacht um meinem damaligen Freund auch wirklich mal einen Grund für seine Eifersüchteleien und sein Kontrollverhalten zu geben. Das ging so weit dass wir morgens im Badezimmer schon Streit bekamen wenn ich es gewagt habe Make-up aufzutragen. War doch nur um die Kollegen zu verführen oder?
Abends mal mit einer Freundin einen Trinken gehen? Bestimmt nur um über ihn zu lästern und andere Männer „anzumachen“. Immer nur solche Vorwürfe und Streitereien. Letztendlich habe ich dann wirklich mal einen „angemacht“ und geküsst nur um es ihm zu zeigen…
Ich glaube manche Männer fühlen sich total verunsichert von einer hübschen und selbständigen Freundin. Nach drei Jahren ist die Beziehung dann auch in die Brüche gegangen, ich habe das nicht mehr ausgehalten. Selber hat er übrigens mit einer meiner besten Freundinnen geschlafen wie ich später erfuhr…
 
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  • #12
Ich (w, >40) bin Single, kann also per definitionem nicht fremdgehen. Ich habe allerdings ein sexuell motiviertes Verhältnis mit einem Mann, der eine feste Freundin hat. Ich habe ihn gefragt, warum er fremdgeht, es geht ziemlich stark in Richtung Aussage von #4. Ich habe lange genug zwischen meinen Beziehungen ohne Sex gelebt, das will ich nicht mehr. Meine Partner habe ich übrigens nie betrogen.
 
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  • #13
Ich bin der Meinung, dass das Thema Untreue ein zu belächelndes Thema ist, der Mensch hat sicher ausreichend notwendige Instinkte, aber was ist heute notwendig an einem asozialen Akt?

RE #11
Was verhoffst du dir von einer Beziehung die auf einer Lüge beruht, bzw. der neugier gegenüber der untreue, sei sie direkt oder indirekt? Ich finde es immer wieder erstaunlich wie wenig Rückrat viele Menschen besitzen...
 
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  • #14
@12 -ich finde Nr. 11 ist Single und kann tun was sie will. der Typ hat sich zu verantworten.
 
  • #15
@#11: Falsch, Fremdgehen ist gerade auch das Verkehren mit einem vergebenen Menschen. Beide gehen fremd! So wird dieser Ausdruck schon immer verwendet. Bitte keine neuen, verfälschenden, unmoralischen Definitionen einfach so behaupten.

Wenn es keine Frauen geben würde, die so unmoralisch handeln, mit einem vergebenen Mann Sex zu haben, dann könnte kein Mann fremdgehen. Du bist genau in dieser Verantwortung.

In eine fremde Beziehung einzudringen, ist abgrundtief unmoralisch und verachtungswürdig. Das tut man einfach nicht. Vergebene Menschen sind Tabu. Das sollte jeder in seiner Kinderstube gelernt haben.
 
  • #16
[pers. Anwürfe entfernt - DER MOD]

Frederika, für Dich muss das hier alles "Sodom und Gomorrha" sein. Das war es für mich quasi auch, aber es hilft nicht. Ich bin auch raus aus meiner heilen Welt. Wenn Du irgendwann mal so richtig tief in einer Krise angekommen bist, dann kommst Du da nur raus, wenn Du anfängst, verstehen zu wollen (die Menschen, die Du liebst) und dann verstehst Du, was die Realität ist und wie das mit dem fremd gehen funktioniert und das es leider menschlich ist und vieles mehr. Ich bin auch nie fremd gegangen, selbst wenn ich mehrmals ansatzweise Emotionen dazu hatte, bin "nur" Opfer und trotzdem verstehe ich es besser, weil ich mich auf die Menschen einlasse und nicht verurteile. Schubladen und Verurteilungen bringen Dich nicht weiter.
 
  • #17
Dieser Thread ist überhaupt nur gestellt worden, weil jemand verstehen will! Eine Warum-Frage dient in der Regel immer dem Verständnis!
 
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  • #18
Mir scheint, jeder hat seine eigene Definition vom Fremdgehen. Ist Fremdgehen eine temporäre Parallelbeziehung zur Befriedigung unerfüllter Sexualität (Klischee Mann) oder brachliegender Gefühle (Klischee Frau)? Wenn ich nicht mit meiner Frau oder Freundin sondern einer anderen ins Kino gehe, einen Spaziergang mache oder Sport treibe, gehe ich dann schon fremd? Oder zählt es erst, wenn wir im Bett liegen? Wo ist die Grenze und wer legt sie fest?

Die Definition wird sicher von den Wertvorstellungen abhängen, mit denen wir erzogen wurden und die wir im Umfeld erleben. So abgrundtief und verachtungswürdig empfinde ich es jedenfalls nicht (mehr), wie #14. Als junger Mann habe ich erlebt, wie meine Freundin und Mutter meiner älteren Kinder sterbenskrank in einen anderen verliebt war. Ich war schwer verletzt, doch war das ganze verachtungswürdig? Der "temporäre Partner" wurde später auch Vater von mehreren Kindern mit meiner (dann doch ehemaligen) Freundin. Befindet er sich jetzt in einer moralisch legalisierten Beziehung? Wer soll ihn jetzt noch verachten? Soll ich meine Freundin verachten, weil sie es zugelassen hat? Und, sollen meine Kinder ihre Halbgeschwister verachten? Wenn ich jetzt mit der Mutter meiner Kinder "anbändeln" würde, wäre das legitim? Und wieder die Frage, wo ist die Grenze? Was ist der Unterschied zwischen Fremdgehen und seine Bestimmung suchen/finden?
 
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  • #19
@#7 "Du hast also keinen Partner und möchtest auch nie wieder einen haben oder bist Dir 100% sicher, dass Dir das niemals passieren wird oder Du es nicht verstehen und verhindern willst?"

Im Moment habe ich keinen Partner, sonst wäre ich nicht hier.
Ich wünsche mir einen ehrlichen Partner.
Ja, ich bin mir sicher, dass ich niemals fremdgehen werde.
Richtig: ich will es nicht verstehen und muss auch nichts dafür tun, damit ich nicht betrogen werde. Es ist die Entscheidung des anderen zu betrügen, nicht meine. Deshalb muss derjenige mit der Konsequenz leben, egal wie sie auch aussehen mag.
 
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Gast

  • #20
@ #14

Fremdgehen ist ja wohl eher das Ausbrechen, aus einer Beziehung. Und um irgendwo "ausbrechen" zu wollen, muss im Vorfeld das Gefühl des "gefangen seins" entstanden sein.

Bedaure, doch ich bin der Ansicht, dass der "Betrogene" da nicht unwesentlich dazu beigetragen hat.

In einer Beziehung, in der man sich wohl fühlt, kommt das Bedürfnis ausbrechen zu wollen gar nicht vor -> folglich kann auch keiner eindringen.
 
G

Gast

  • #21
zu #14: aber HALLO: deine Aussage ist mehr als falsch und auch wenn du bauptest, sie sei wahr, wird sie nicht wahrer. Fremdgehen tut, wenn mind. einer der Sex-Partner in einer FESTEN Beziehung ist. Deine moralischen Allgemeinplätze kannst du dir sparen. Wir sind hier auf dem Forum alles erwachsene Leute. In deinem letzten Abschnitt greifst du #11 indirekt an (wenn auch durch eine allgemeine Formulierung geschickt kaschiert) und qualifizierst sie ab, ohne Sie noch die konkreten Umstände zu kennen. Was man davon halten soll: darüber soll sich jeder sein eigenes Urteil bilden. Ich persönlich würde mich in eine bestehende Beziehung nicht willentlich begeben wollen. Auch nicht "nur für Sex". Dennoch kann ich mir vorstellen, dass man - unter gewissen Umständen - sich auch mal in einen Mann verlieben kann, der halt schon in einer Beziehung steckt. So was kommt im wahren Leben, so habe ich gehört, schon mal vor....
 
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Gast

  • #22
siri
#14 frederika
ich bin über #11 total anderer ansicht als du.

1. entmündigst du mit deiner aussage männer im allgemeinen - ich möchte keinen partner, der mich nur deshalb nicht betrügt, weil ihm die möglichkeit dazu fehlt. ich hätte gerne einen, der sich für mich entscheidet und verlockungen widersteht weil er mich nicht verletzen und unsere beziehung nicht gefährden möchte.

2. kann mich nur mein partner betrügen, denn ein fremder mensch ist mir gegenüber zu nichts verpflichtet. du denkst doch nicht ernsthaft, daß ein mann seiner geliebten erzählt, daß seine partnerin ein wunderbarer mensch ist? ne, ein mann in dieser situation sagt tatsächlich, daß seine frau ihn nicht versteht (und ich wundre mich immer wieder darüber, daß eine frau, die einen solch abgenutzten satz hört, nicht vor lachen in den teppich beißt!)
 
G

Gast

  • #23
@Frederika von #11: Du kannst es für dich definieren, wie du willst, ich halte es für mich mit Wilchfort, der feststellt, dass es keine allgemeingültige Definition von Fremdgehen gibt, sondern dass die Grenzen vom Paar individuell festzulegen sind.
Ganz davon abgesehen dringe ich nicht in eine fremde Beziehung ein, weil weder er noch ich ein Interesse an der Zerstörung seiner Beziehung haben, sie Bescheid weiß und es toleriert. Da dir die genauen Umstände in diesem Fall nicht bekannt sind, solltest du dich wohl eher mit Verurteilungen etwas zurücknehmen.
14/2: Dass die Frau grundsätzlich dafür verantwortlich sein soll, wenn ein Mann fremdgeht, spiegelt ein patriarchalisches Weltbild wider, das jahrhundertelang zu nichts anderem gedient hat, als Männer grundsätzlich von ihrer Verantwortung freizusprechen und Frauen zu unterdrücken. Dass gerade du als modern denkende Frau dieses Weltbild stützt, wundert mich jetzt schon sehr.
 
P

Popcorn

  • #24
Lieber Eisenherz!

Dein Beitrag #15, finde ich sehr gut, und nur so kann man im Leben lebensfähiger werden...
Ich finde auch, dass der Mensch immer dazulernt und nur mit Toleranz und Verständnis wird man beziehungsfähiger.
Es ist wichtig, Lebensprinzipien zu haben aber kategorisieren und hart beharren, um jeden Preis Steif bleiben bringt gar nichts.
Frederika hat sich wahrscheinlich mit ihrer Lebenserfahrungen noch nie richtig Weh getan, hatte noch nie eine unerwartete Krise oder Problem, die aus ihrer "Mitte" herausgeworfen hätte. Kann man also ihr das nicht übel nehmen, wenn sie sich nicht so einfühlsam zeigt. Nicht wahr?

Es gibt Menschen, die mehr Gefühlsmenschen sind, andere eher Kopfmenschen.
Ich finde, dass Menschen (ob Frau oder Mann) die Kopflastig sind (im besten Sinne des Wortes!) handeln mehr aus Prinzipien und bleiben ihren auch treu, Gefühlsmenschen handeln spontaner, auch vielleicht gegen jeden "Menschenverstand".

So ist es auch mit dem Fremdgehen. Solange ich mich wohl fühle in einer Beziehung, weil beide Partner sich dafür sorgen, dass sie das Zusammenleben harmonisch, respekt- verantwortung- und liebevoll gestalten, kommt mir nie das Gefühl auf, mich "woanders" umzuschauen. Heisst aber nicht, dass ich bei jeder kleine Krise oder Problem sofort fremdgehe, sondern respekt- verantwortungs-und liebevoll die Lösung suche.
Ist einer der Partner nicht bereit es zu tun, beginnt der nächste Gefühlsprozess, dass im schlimmsten Fall zum Fremdgehen führt.

Und da kommen wir wieder zu der unglaublich wahren Feststellung, das eine ausfüllende, für beiden Partner passende Partnerschaft tägliche "Arbeit" ist....

Lg

Popcorn
 
G

Gast

  • #25
@23 Liebe Popcorn!

"Kann man also ihr das nicht übel nehmen, wenn sie sich nicht so einfühlsam zeigt. Nicht wahr?"
Auf eine gewisse Weise völlig richtig, aber ich bin nicht ganz einig. Zum Vergleich: wenn ich sehe, dass meine Kinder andere Kinder verprügeln, dann habe ich Verständnis, dass sie noch kein Verständnis dafür haben, dass man das nicht tun soll und dann erkläre ich es ihnen. Mitunter funktioniert das aber nicht mit einmalig erklärender Kommunikation und manchmal auch nicht mit mehrmalig erklärender Kommunikation und mitunter muss schon etwas mehr emotionaler Druck von außen aufgebaut werden, bevor die Kinder lernen sich in emotionalen Situationen von innen heraus selbst zu beherrschen, anstatt sich von außen beherrschen zu lassen. In diesem Sinne, finde ich es ganz o.k., wenn jemand regelmäßig Feedback bekommt. Und in diesem Fall gab es auch nicht wenig Feedback.

[Kommentar zur Moderation in #15 gelöscht - DER MOD]

In meiner Weltsicht, hat sowieso jeder seine eigene Weltsicht. Demnach kann sich auch jeder seine Begriffe definieren wie er will, nur kann er nicht anderen vorschreiben, wie der andere den Begriff zu verwenden HAT. Das könnte Frederika eintausendmal bei mir probieren und ich würde es trotzdem nicht tun (das geht auch aus anderen Beiträgen hervor), es sei denn sie überzeugt mich mit guten Argumenten, aber keinesfalls einfach aufgrund ihrer Person selbst. Ich vermute, das gilt auch für jeden anderen hier.

Sehr interessant finde ich auch die Sichtweise von

@5/18. Sie darf ihre Sichtweise auch gerne beibehalten, ich denke nur, das "fremd gehen" eines der gelinde gesagt "schlimmeren" Probleme in Beziehungen ist, und wenn man schon etwas für's Leben lernen will, lohnt es, genau bei diesem Thema etwas zu lernen. Nämlich, dass es ganz sicher seine tiefliegenden Ursachen hat, häufig geschieht und (mitunter individuell, mitunter aber auch geschlechtstypisch) mit dem Betrogenen zu tun hat, wie hier auch schon an anderer Stelle geäußert wurde. D.h. wenn man versteht, wie es entsteht, kann man evtl. auch versuchen, es zu verhindern und das scheint mir eben lohnenswert zu wissen. Ohne Kenntnis der Ursachen, macht man vielleicht dieselben Fehler, wie viele andere, weil es offenbar typisch ist.

Die Worte aus dem Hauptabsatz der Fragestellung stammen übrigens (wie richtig angemerkt: aus einem anderen Thread) von mir. Wenn das hier von Frauen bestätigt wird, die schonmal fremd gegangen sind, dann ist zumindest etwas dran. Gilt aber wahrscheinlich vorwiegend für Frauen und auch bei Frauen nicht für alle Frauen, die fremd gehen, aber daraus können Männer lernen, worauf sie zu achten haben. Umgekehrt gibt es bei Männern mitunter andere Gründe und andere Möglichkeiten für deren Partnerinnen.

Dabei sollte man bedenken, dass das Betrügen nur eine Form ist, anzuzeigen, dass die Beziehung nicht in Ordnung ist. Die andere Form, die natürlich klassisch moralisch viel "toller" ist, besteht darin, die Beziehung zu beenden/einen sofortigen warmen Wechsel(!) durchzuführen. Ob das dem ansonsten Betrogenen vielmehr helfen würde, wage ich zu bezweifeln. Man könnte sogar sagen (und jetzt kriege ich gleich RICHTIG Haue von Frederika ;-), durch das fremd gehen anstelle der Beendigung der Beziehung, ist es für den Betrogenen sogar vorteilhaft, denn er bekommt sogar noch die Chance, schnell zu lernen, was er falsch gemacht hat, das zu korrigieren und die Beziehung zu retten und das alles unter seinem "freien Willen", d.h. er muss das nicht tun, aber er kann es tun. Das geht jedenfalls im Falle von fremd gehen viel besser, als wenn die Beziehung "sauber" beendet wird. Ich weiß selbst, was das in Wirklichkeit bedeutet: nämlich "unter Folter" zu lernen und zu ändern! Kann das noch Liebe sein, wenn ein Partner den anderen durch "fremd gehen" unter Folter setzt, endlich zu lernen und die Dinge richtig zu machen? Oder hat nicht der Betrüger/die Betrügerin viel bessere Kommunikationsmittel, die Ernsthaftigkeit des Problems vorher klarzumachen?

Bezogen auf den "Betrüger" ist es eben so, dass ganz offensichtlich ganz viele Menschen sich selbst nicht so einwandfrei moralisch verhalten. Und das hat eben Gründe. Das können z.B. Gründe sein, dass man an sich ein "komfortables" Leben hat, dass durch die Beendigung der Beziehung zerstört würde oder zumindest zeitweise deutliche Umstände und damit trotzdem ein Hindernis zum moralisch einwandfreien Verhalten darstellt, zum anderen aber sicherlich auch, dass dem Betrüger die "eigentliche" Beziehung wahrscheinlich eben nicht völlig gleichgültig ist, sondern eben trotzdem noch einen deutlichen Wert für ihn hat. Mitunter ist es aber auch ein Weg, das Gleis sicher zu wechseln, d.h. den Geliebten erstmal Stückchen für Stückchen zunehmend mehr "auszuprobieren", schön zu vergleichen, was sich denn nun tatsächlich besser anfühlt und schließlich irgendwann zu entscheiden oder auch einfach doppelt zu "genießen", insofern man nicht vorher schon aufgeflogen ist.
 
  • #26
@#24: Du hast es ja geahnt: Ich finde Deine Einstellung entsetzlich. Fremdgehen kann man nie vergessen und wird immer zwischen den Partnern stehen. Das von Dir als Warnsignal zur Rettung der Beziehung bezeichnete Fremdgehen zerstört nachhaltig und unwiderruflich das nötige uneingeschränkte Vertrauen in einer Partnerschaft. Nachher wird nie wieder so sein wie vorher.

Außerdem ist es schon aus gesundheitlichen Gründen absolut frevelhaft, ind er heutigen Zeit fremdzugehen. Es gibt genug Infektionskrankheiten, vor denen man sich auch mit Kondom nicht ausreichend schützen kann, falls man intimen Kontakt miteinander hat , zB. HPV und dadurch verursachten Gebärmutterhalskrebs. Wenne in Partner fremdgeht, dann soll er das wenigstens gleich sagen -- in Realität wird er es aber wochen- bis monatelang geheimzuhalten versuchen und damit seine Partnerin gefährden. Traurig, dass so eine mittelbare Körperverletzung nicht strafbar ist.
 
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Gast

  • #27
Ich glaube, dass mann/ frau fremdgeht, wenn ihm/ ihr in der Beziehung etwas fehlt.
Ob man dann allerdings wirklich noch von einer Beziehung (im Sinne von: wir sind füreinander da) sprechen kann wage ich zu bezweifeln.

Ich gebe Frederika in #25 uneingeschränkt recht: "Fremdgehen kann man nie vergessen und wird immer zwischen den Partnern stehen."
Ich möchte es sogar noch drastischer ausdrücken: So egal es ist was vor dem ersten Kenenlernen passiert ist, so möchte ich doch niemals wieder eine (meine) Frau anfassen wenn zwischenzeitlich ein anderer "drin" war.

Eine Beziehung in der einer oder vlt. auch beide Partner fremd gehen hat in meinen Augen keine Chance.

m44
 
  • #28
@25: Du hast völlig Recht: "Nachher wird nie wieder so sein wie vorher." Wieviel Vertrauen tatsächlich zerstört ist, ist aber nicht immer gleich, sondern hängt SEHR von den sonstigen Umständen/dem sonstigen Verhalten der Beteiligten ab. Dem Betrogenen ist dies klar, wenn er sich entscheiden muss. Deswegen wird es in seine Erwägungen (bedenke den Wortsinn!) NATÜRLICH mit einbezogen.

#24 war übrigens ich (soviel zu den Problemen mit der Registrierung hier) :) <MOD: Hake die Checkbox "automatisch einloggen" an, dann wirst Du nie wieder ausgeloggt!>
 
  • #29
@26 Ja, das gilt bestimmt in ganz vielen Fällen, aber es gibt auch Gegenbeispiele:
ich kenne ein befreundetes Paar, die schon jahrelang zusammen waren, als sie einmal fremd gegangen ist. Sie sind inzwischen seit dem noch länger zusammen, als meine längste Beziehung und die ist offenbar schon überdurchschnittlich. Sie haben danach viele Kinder bekommen und sind weiterhin zusammen. Den Status kann ich nicht wirklich beurteilen.

Es gibt auch Bücher zum Thema und darin sprechen erfahrene Therapeuten, die von Krisen und erfolgreichen Bewältigungen sprechen ...
 
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Gast

  • #30
Ich denke auch, dass in eine intakte Beziehung niemand einbrechen kann. Wer sich mit seinem Partner wohl fühlt und nichts vermisst, wird nicht fremdgehen. Natürlich gibt es in jeder Beziehung Phasen, in der dies nicht der Fall ist. Und wenn man gerade dann jemanden Interessantes kennenlernt besteht die Gefahr, fremdzugehen. Um das, was man vermisst, sich woanders zu holen.

Die Verantwortung dafür trägt alleine der-/ oder diejeinge, der sich in einer Beziehung befindet - niemals der andere. Und wer etwas anderes behauptet, hatte das Glück, sich noch nie in jemanden verliebt zu haben, der leider schon vergeben ist.