• #1

Warum gehen Menschen Beziehungen ein ohne sich auf diese einzulassen?

Hallo,
mich interessiert, warum ihr eine Beziehung eingeht ohne euch darauf emotional einzulassen?
Man könnte doch auch einfach Single bleiben, wenn man keine Nähe mag, keine tieferen Gespräche möchte, Hobbys und Karriere wie als Single an 1. Stelle stehen und Beziehung Nebensache ist, unbedeutend!
Warum lässt man zu, dass sich der andere verliebt und sich emotional einlassen möchte, obwohl der andere emotional nicht verfügbar ist?
Wenn eine Beziehung lediglich eine Freundschaft sein soll, dazu noch eine oberflächliche Freundschaft, kann man das doch gleich von Anfang an so klarstellen und nicht davon reden, dass man eine Beziehung sucht.
 
  • #2
Ich hatte so einen Partner, wenn wir uns nicht sahen, rief er höchstens mal an, geschrieben wurde nicht. Ich hatte das Gefühl, aus den Augen- aus dem Sinn. Mir wurde klar, dieser Mann bietet mit emotional zu wenig. Tote Beziehung. Im Guten trennte ich mich von ihm. Ich denke, es gibt einfach bestimmte Bindungstypen. Er war ein unverbindlicher Affärentyp. (Hatte eine 4 Jährige Affäre) nach eigenen Angaben. So ein Mann lässt sich nie ganz ein. Er will keine emotionale Verbindung. Für mich wäre das nichts. Nach der Trennung waren wir sogar befreundet, weil die Trennung nicht weh tat. Sie ist nur abgekühlt und zum Erlöschen gekommen.
 
  • #3
Diese Art der Beziehung höre und lese ich in meinem Alter 50 Plus öfter.
Viele wollen nicht alleine sein im Alter. Es ist immer wichtig genau zuzuhören , was am Anfang so gesagt wird.
Lass mir Zeit, bin kein Mann für nur eine Frau, lass es uns langsam agehen usw.
Manche sind beziehungsgestört, Nähephobiker, Kinderfixiert, Mama und Papa affin. Oder haben einen Fetisch.
Wenn man das gleich klarstellen würde , würden einige gleich abspringen.
 
  • #4
Beschreibe doch einfach mal, was Dein konkretes Problem mit "dem anderen" ist. Ich frage mich bei solchen Fragen immer, was Die Motivation ist, sie in dritter Person zu stellen, als sei man unbeteiligt. Ist es die Angst davor, dass die eigene Person der Grund dafür ist, dass sich "der andere" nicht wirklich einlassen möchte?
 
  • #5
Hallo Engel125,

ich bin der gleichen Ansicht wie Du. Auch ich beobachte oft, dass manche nicht in der Lage sind, ob in einer Beziehung, Freundschaft oder Bekanntschaft echte Gespräche zu führen.
Da wird nur über die Arbeit geredet und erzählt, was für Events an den Wochenenden anstehen oder der Hobbies gefrönt.

Sicher, der Spaß darf nicht fehlen, jedoch ist man auch Mensch und will gerne mal über Sorgen sprechen.
Die meisten verdrängen, ob das immer der richtige Weg ist, wage ich stark zu bezweifeln.

Denn wenn man Dinge nicht anspricht, ist das Maß irgendwann voll und das Fass läuft über.

Es ist toll, dass auch Du so eine Einstellung hast, ist in der heutigen Zeit nicht mehr ganz so selbstverständlich.

Also, halte die Augen weiter auf und bleib weiterhin aufmerksam.

Liebe Grüße

Loewe1967 (w, 52 Jahre)
 
  • #6
Widerspruch. Dann ist er auch kein Partner.

Mir scheint, viele nennen es heute "Beziehung" oder "Partnerschaft" - ohne dass es das auch nur im Entferntesten ist. Wenn sich etwas nicht anfühlt wie eine Partnerschaft (ohnehin kein schönes Wort), dann ist es auch keine.
 
  • #7
Leider ist das im realen Leben einfach so nicht, wie du es gerne hättest! Menschen sind einfach nicht aufrichtig und nicht authentisch zueinander, vor allen Dingen, wenn es um das EGO geht, wenn es um die Beziehung geht, wenn es um die falsch verstandene Liebe geht, wenn es um Sex geht. wenn es um Gefühle geht, die Ursache für das Problem liegt darin, dass die meisten Menschen nicht alleine sein können, mit sich selber nichts anfangen können, sich selbst nicht aushalten können, ständig in Ablenkung leben wollen, zumindest trifft dies bei den meisten Menschen so zu. Genau deshalb suchen Menschen nach Kompensatoren, die diese Defizite kompensieren sollen, egal auf welche Art und Wise und egal auf welche Kosten!
Dswegen sollte man gleich zu Beginn eines Kontaktes, sehr genau hinschauen, wichtige Fragen stellen, die gesamte Körpersprache wahrnehmen und diese zu deuten, die Körpersprache lügt nicht, nur Worte können lügen! Nicht Worte zählen, sondern Taten. Achte deshalb mehr auf die Taten, als auf die Worte!!
 
  • #8
Diese Menschen gehen ja Beziehungen ein, aber eben unverbindliche. Dein "Denkfehler" ist meines Erachtens, dass Du ganz genau EINE, DIE EINE Art von Beziehung vor Augen hast, die es für Dich sein sollte. Du hast sie so aus Deinem Elternhaus oder anderweitig gelernt und denkst, sie sei die einzige oder die einzig wahre Form einer Verbindung.

Tatsächlich gibt es aber so viele verschiedene Verbindungsformen wie es Menschen gibt. Und, jetzt wird´s Dich umhauen: Diese Formen sind sogar alle "berechtigt", so lange nicht Kinder missbraucht oder jemand körperlich verletzt wird. Unter Erwachsenen darf man auch vollkommen unverbindliche Beziehungen führen: Affairen, FreundschaftenPlus, reine Sex-Geschichten, reine Selbstbestätigungs-Stories, Fetische ausleben, oberflächliches Nur-Ausprobieren, Warmhalten, und vieles mehr - der andere muss es ja nicht zulassen oder mitmachen.
 
  • #9
Das ist individuell unterschiedlich .....
Genau darum passen sehr emotionale Menschen nicht zu den kühlen Denkern ... ganz einfach.
Der Rest sind Unterstellungen
 
  • #10
Warum lässt man zu, dass sich der andere verliebt und sich emotional einlassen möchte, obwohl der andere emotional nicht verfügbar ist?
Prinzipiell halte ich es immer für schwierig einen Menschen als emotional nicht verfügbar einzustufen, da man dieses Verhaltensmuster ja nicht messen kann, wie einen Blutwert. Hier steckt dann ein unsicherer eher vermeidender Bindungsstil dahinter, der in der Kindheit geprägt wurde.


Diese emotional nicht verfügbaren Personen wechseln in ihrem Bindungsstil je nach Beziehung, verhalten sich ambivalent. Phasen von Nähe und Distanz wechseln sich also ab und sind schwer zu erkennen von außen. Oft ist es so, dass diese Personen gar nicht merken, dass sie so sind und es stört sie weniger. Probleme haben damit eher die warmen Menschen, die die Kälte des anderen spüren.

Interessant auch der Ansatz warum Du Dich ggf. immer wieder in emotional nicht verfügbare Menschen verliebst.
 
  • #11
Da hat @yellow bee aber ein Paradebeispiel beschrieben.
Leider hat er vergessen zu erwähnen den evtl. Partner auch darüber zu informieren , vorher natürlich.
Liebe @Engel125, Du stellst eine Frage die ich sehr gut finde.
Schützen kannst Du dich eigentlich nur, indem Du die Person langsam auf Dich zukommen lässt.
Allerdings sind einige auch da sehr verlogen unterwegs. Auch auf Fragen bzgl. ihrer Vergangenheit wird oft so dermaßen gelogen das es schon fast Wahr sein könnte.
Ich setze da immer auf Zeit, einer der ehrliches Interesse an Dir hat, bleibt am Ball.
 
  • #12
mich interessiert, warum ihr eine Beziehung eingeht ohne euch darauf emotional einzulassen?
Ich weiß nicht, ob die Menschen, die Du ansprichst, das überhaupt so sehen. Außer, es sind die Egopusher, Affärensucher und "jetzt bin ich mal dran"-Typen bei Mann und Frau. Die machen das ja bewusst. Aber die anderen werden gar nicht wissen, was Du meinst.
Z.B. Warmwechsler oder die Leute, die gerade verlassen wurden: Die sind in den allerallermeisten Fällen natürlich noch nicht emotional offen für einen anderen Menschen, aber wollen nur panisch wieder glücklich werden. Und wenn ihre unbewusste Sichtweise gerade ist "ich habe Angst, allein zu sein, aber ich will auch erstmal Freiheit haben" oder "vielleicht kriege ich den/die Ex doch zurück", dann lassen sie den neuen Partner nur so weit in ihr Leben, dass er nicht zu nah kommen kann, dh. Bedürfnisse an den Warmwechsler stellt oder im Fall des Verlassenen will, dass der mit der Exbeziehung sofort abgeschlossen haben muss.

Warum lässt man zu, dass sich der andere verliebt und sich emotional einlassen möchte
Das ist ganz einfach: Weil der das anbietet und man selbst es gerade gebrauchen kann.
Auch der Verliebte ist "verpflichtet", seine Gefühlswelt zu schützen und genau abzuwägen, worauf er sich einlassen will. Das ist natürlich eine Frage der Lebenserfahrung und Erfahrung mit Menschen (nicht umsonst raten hier fast alle von Frischgetrennten ab) und leider ist es manchmal total schmerzhaft und sieht furchtbar unfair aus für den, der gerade diese Lebenserfahrung machen muss.
Aber Menschen sind so - sie nutzen je nach Reifegrad alles aus, wenn sich was anbietet.
Wenn Du dann gerade ein Bedürfnis entwickelt hast (verliebt bist und Mann X gern als Partner haben willst) und quasi in "Vorleistung" gehst (aus Verliebtheit irgendein Angebot machst, Dich abmühst, ihm zu gefallen, ihm das Leben leichter zu machen), dann muss er nur noch zugreifen. Daher ist es wichtig, so viele Zeichen wie möglich zu erkennen, dass was gerade schiefläuft für Dich, und auch drauf zu hören, statt noch zu hoffen "bei MIR ist es anders".

Wenn eine Beziehung lediglich eine Freundschaft sein soll, dazu noch eine oberflächliche Freundschaft, kann man das doch gleich von Anfang an so klarstellen und nicht davon reden, dass man eine Beziehung sucht.
Wenn Du konkreter schriebest, was passiert ist, wüsste man besser, ob das hinterher nur gesagt wurde, um Dich nicht zu kränken (weil durchaus eine Partnerschaft gewollt wird, aber eben nicht mit Dir, nachdem der Mann Dich richtig kennenlernte), oder ob Du selbst einen Fehler gemacht hast und zu viel investiert hast als "Freundin", dh. Dich als Kumpeline "in die Beziehung schleichen wolltest" oder ob noch was anderes vorgefallen ist, das man rausfiltern könnte.
 
  • #13
mich interessiert, warum ihr eine Beziehung eingeht ohne euch darauf emotional einzulassen?
Menschen wachsen mit den unterschiedlichsten Prägungen auf.
Als Beispiel das "Scheidungskind" (schreckliches Wort), dass die Eltern nicht als Paar erlebt hat. Dann gibt es das Kind aus langjähriger Ehe.
Kinder lernen von ihren Eltern und definieren Beziehungen über ihre Prägung. Genau wie es Menschen gibt, die als Kind eben nicht ständig in den Arm genommen wurden, oder geküsst wurden, die dann später das so weder brauchen noch kennen.
Somit bilden sich unterschiedliche Bindungstypen heraus.
Für den einen ist es völlig normal eine Beziehung zu führen, bei der jeder so sein Ding macht und man dann die wenige gemeinsame Zeit genießt.
Deshalb kann so jemand den anderen sicherlich durchaus lieben,. Jedoch hat der evtl. schlicht eine andere Vorstellung von Zusammenleben und braucht kein ständiges aufeinanderhängen um sich wohl zu fühlen.
Wiederum ein Anderer würde sich dadurch zurückgesetzt und ungeliebt fühlen, da der das im Elternhaus schließlich anders kennengelernt hat.
Wenn man da nicht regelmäßig umarmt oder wwi. wurde, dann war irgendwas nicht in Ordnung. Es gab Streit oder Ärger. Solche Emotionen prägen sich natürlich als Kind ein und werden später in einer Partnerschaft auf den Anderen projiziert.
Es kommt also stark darauf an, wodurch jemand geprägt wurde. Hatte derjenige z.B. Geschwister oder nicht usw. Hatte er nur Schwestern oder auch einen Bruder. Kennt er Frauen deshalb etwas besser, weil er Schwestern hatte, oder sind die für denjenigen grundsätzlich auf anderer Wellenlänge usw. usf. Wobei es auch hier keinerlei Pauschalitäten gibt.

Das ist dann wieder ein andere Punkt, der sich auf die Kommunikation bezieht. Manche können kommunizieren, andere wiederum nicht.
Auch hier spielt sicherlich eine Rolle, wie und ob im Elternhaus kommuniziert wurde.
Beim einen ist der Kopf voller Ideen und Output, beim anderen nicht. Der eine kann über Emotionen reden, oder gar weinen, der nächste kann und will das nicht, weil es verpönt war oder als unmännlich galt usw. usf.

Es muss halt wie immer ein bisserl passen...
Was sicherlich Bezogen auf die Fortpflanzung seinen Sinn hat.
 
  • #14
Man könnte doch auch einfach Single bleiben, wenn man keine Nähe mag, keine tieferen Gespräche möchte, Hobbys und Karriere wie als Single an 1. Stelle stehen und Beziehung Nebensache ist, unbedeutend!
Aber Sex ausschließlich mit sich selber ist nunmal nicht jedermannns Sache. Daher muss ein anderer her. Und wenn man diesen nicht so einfach für Sex bekommt und dafür nicht zu einer Professionellen gehen will, dann muss man das gegenüber im Ungewissen lassen oder auch belügen.
Wie alt bist Du, dass Du das nicht weißt?

Warum lässt man zu, dass sich der andere verliebt und sich emotional einlassen möchte, obwohl der andere emotional nicht verfügbar ist?
Sex mit einem verliebten Gegenüber ist meistens besser, als die rein mechanische Abhandlung. Also kannn es nur in seinem Interesse sein, dass Du Dich verliebst und so richtig dabei bist.

Du bist für Deine Gefühle verantwortlich, entmündige Dich nicht selber. Nutz Deine Lebenserfahrung um solche Männer zum Selbstschutz auszusieben, statt Dich über sie zu beschweren. Letzteres führt für Dich nämlich zu rein garnichts, ausser zu emotionalem Elend.
Übernimm die Verantwortung und handele entsprechend, statt Dich über andere zu beschweren. Das ändert nämlich nichts.
 
  • #15
Jeder definiert tiefere Gespräche eben anders, weil jeder unterschiedliche Richtungen mag. Wenn Du mit einem fußballinteressierten Partner über Fußball redest, dann wirst Du auch sehr tiefe Gespräche mit ihm diesbezüglich führen können (welche Aufstellung sinnvoll wäre, welche Philosophie für die Mannschaft richtig ist,...).

Oft ist es daher eher so: Genauso wenig, wie die eine Seite wenig interessiert daran ist, über die möglicherweise bevorzugten Themen des Gegenübers (Fußball, Kfz, Trump, andere Meinung zu Politik, ...) tiefere Gespräche zu führen, ist eben der Gegenüber umgekehrt auch wenig interessiert an Themen, die die andere Seite vielleicht gerne tiefergehend besprechen möchte. Und je öfter man mit seinen bevorzugten Themen weggebügelt wird, desto weniger wird man auch motiviert sein, sich auf die bevorzugten Themen des Gegenübers einzulassen.

Wie definierst Du Nähe? Das definiert nämlich jeder anders und jeder hat ein unterschiedliches Nähebedürfnis. Eifer- und kontrollsüchtige Menschen, die alles vom Partner wissen müssen und überwachen wollen, wundern sich auch über das geringe Nähebedürfnis des Partners.

Und ähnlich wie bei den Gesprächsthemen hat jeder Mensch unterschiedliche Teilbereiche, wo er Interesse an Nähe hat und andere Bereiche, wo er weniger Interesse an Nähe hat. Die einen möchten gerne sexuelle Nähe, die nächsten gerne über ihre Probleme reden, die nächsten empfinden rechtliche Bindungen als Nähe ...

Und jeder hat eben auch seinen Bereich, wo er seine Individualität, Unabhängigkeit und Intimsphäre bewahren möchte (z.B. auf der Toilette, Tagebuch, ...), insbesondere dann, wenn man in diesen Bereichen mit zu viel Nähe weniger gute Erfahrungen mit vorigen Partnern gemacht hat. Und da viele Männer in ihrem Leben gelernt haben, dass für Schwächen und Ängste von Männern kaum Verständnis vorhanden ist bzw. zur Abwertung und Aussortierung führen, ist es logisch, dass wenig Interesse besteht, diesbezügliche Themen zu besprechen oder sich von der Gegenseite anzuhören.

Es fehlt eben oft jegliches Verständnis und Empathie dafür, wenn man sich vor den möglichen negativen Folgen einer Trennung abzusichern versuchen würde, weil diese Art von Nähe (Mitteilung seiner Ängste) eben auch keinen interessiert. Und genausowenig interessiert den Gegenüber sich dann für andere Bereiche, wo der andere sich mehr Nähe wünschen würde.

Ob ein Gegenüber gerne tiefere Gespräche mit einem führt oder mehr Nähe wünscht, hängt somit in der Regel von beiden ab. Je mehr man es schafft, gut mit den Wünschen, Sorgen und Ängsten des Gegenübers umzugehen, so dass dieser sich gerne bzw. ohne Abwertungen öffnen kann, desto mehr wird er es auch tun und eher zur Bindung bereit sein. Ansonsten bleibt die Beziehung halt auf der Ebene mit weniger Risiko stecken.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #16
@Lebens_Lust
Die Frage war allgemein gestellt, weil ich es gerne mal wissen möchte, warum man dies tut, man merkt doch selbst wie man tickt, da kann man doch ein bisschen Verantwortung erwarten und Klarstellung von Anfang an.
Mit meiner Person hat es nichts zu tun, wenn sich jemand nicht einlassen will, aber von Beziehung spricht. Ängste in der Richtung habe ich nicht, es ist einfach nicht fair.
Ich finde so geht man mit anderen nicht um!

@yellow bee
Ich spreche hier aber von verbindlichen Liebesbeziehungen.
Wenn der Mann eine unverbindliche Beziehung möchte, kann er es klar als F+, Affäre, One Night Stand definieren, dann wissen beide von Anfang an, worauf sie sich einlassen.

@Madita8
Ja belogen wurde ich auch von Anfang an, wenn man sagt, das einem Ehrlichkeit, Treue und Authentizität wichtig sind heißt es immer gleich: "Jaja mir auch, ich bin ehrlich" und dann findet man doch raus, dass derjenige kein Problem mit Untreue und Unehrlichkeit hat, sprich er fremdgeht und lügt.
Wieso sagt man nicht von Anfang an, dass man gerne lügt und betrügt?
Es kommt doch eh raus und führt dann zu Stress!
Wegen Sex? Den kann sich der Mann überall holen, gibt es doch genug Frauen die auch nur Abenteuer suchen und das klar kommunizieren.

@Schnuppe78
Sehr guter interessanter Beitrag!
Angenommen jemand hat einen vermeidenden oder ambivalenten Bindungsstil, merkt derjenige selbst, dass es nicht passt, das setze ich voraus, ab einem gewissen Alter bzw. Beziehungserfahrung sollte man das spüren, dass etwas schief läuft, vorallem, wenn man nach kurzer Zeit die Beziehung beenden muss, weil die Nähe nicht ertragen werden kann.
Es gibt aber Leute, die können die Nähe nicht zulassen, halten trotzdem an der unverbindlichen Beziehung fest, obwohl die Sache aussichtlos ist und der andere erkennbar verletzt ist, weil er die Nähe nicht bekommt.
Man hat aber doch Verantwortung gegenüber dem anderen, also arbeitet man an seinem Bindungsstil und lässt sich dann irgendwann wirklich auf etwas ein, aber solange man keine innere Stabilität hat, sollte man Single bleiben.
Verantwortung zu übernehmen kann man lernen, auch wenn man es als Kind von den Eltern nicht gelernt hat.
Man kann so vieles im Erwachsenenalter noch lernen, vorausgesetzt man ist dafür offen und möchte sich weiterentwickeln.
 
  • #17
man merkt doch selbst wie man tickt, da kann man doch ein bisschen Verantwortung erwarten und Klarstellung von Anfang an.
Mit meiner Person hat es nichts zu tun, wenn sich jemand nicht einlassen will, aber von Beziehung spricht.
Es ist ein ganz schwieriges Thema, vom Anderen etwas zu "erwarten".

Du setzt voraus, dass der Gegenüber auch denselben Begriff von "Beziehung" hat, wie Du selbst. Das kann so ähnlich sein oder auch ganz anders.
Eine Affäre ist z.B. auch eine Form einer Beziehung.

Ja, auch ich habe früher bei Frauen sehr oft Klarheit vermisst, sehr schmerzlich sogar.
Ich musste aber lernen, dass Frauen nunmal etwas anders ticken und meist auch ein passendes Rollenmodell dazu im Kopf haben.
Über Ersteres darf ich mich nicht beklagen, weil das ein biologischer begründeter Fakt ist.

Wenn Du in Zukunft in einer Beziehung irgendetwas "erwartest", dann definiere das bitte vorher mit Demjenigen und jammer nicht später herum, wenn derjenige mal anders über solche Theman denkt, als Du.

Es gibt aber Leute, die können die Nähe nicht zulassen, halten trotzdem an der unverbindlichen Beziehung fest, obwohl die Sache aussichtlos ist und der andere erkennbar verletzt ist, weil er die Nähe nicht bekommt.
Nimm bitte zur Kenntnis, dass die Menschen nunmal ihr jeweiliges eigenes Modell eienr Beziehung präferieren.

Ob der Andere nun ursächlich "verletzt" ist, weil er Nähe nicht bekommt, kann auch u.U. mal ganz anders wahrgenommen werden.
Oder hast Du den Zusammenhang zwischen der von Dir gewünschten Nähe wirklich so deutlich hergestellt, dass der Partner auch wirklich begreift, was das mit Dir macht ? Ich vermute, nein.

Und selbst wenn er das dann erkennt, würde ihm sowieso nichts anderes bleiben, als Dich zu verlassen, weil man dann dann ja einsieht, das es wirklich nicht passt. .

Nein liebe FS, nicht jeder muss eine enge Beziehung so führen wollen und müssen, wie Du das gerne hättest.
Da müssen Kompromisse geschlossen werden oder man trennt sich.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #18
@Lebens_Lust
Die Frage war allgemein gestellt, weil ich es gerne mal wissen möchte, warum man dies tut, man merkt doch selbst wie man tickt, da kann man doch ein bisschen Verantwortung erwarten und Klarstellung von Anfang an.
Solche "allgemeinen" Fragen haben immer etwas von Theoretisiererei...

Ich würde bestreiten, dass es viele Menschen gibt, die ernsthaft von einer Beziehung reden und dann weder Nähe suchen noch wirklich eine Beziehung wollen.
Ich denke aber, es gibt schon Menschen, die gerne eine Beziehung haben möchten und das auch ernsthaft, es aber nicht können, weil sie zu viel Höhe nicht ertragen oder anderweitig nicht in der Lage sind, sich "beziehungsgemäß" zu verhalten. Und ich würde auch bestreiten, dass diese Menschen immer merken, wie sie ticken. Vermutlich leiden sie eher darunter und können das nicht klarstellen.
Daneben gibt es unterschiedliche Auffassungen von Beziehung. Hier im Forum gibt es Frauen, die können sich zum Beispiel überhaupt nicht vorstellen, jemals wieder mit einem Mann zusammenzuziehen, weil sie einen gewissen Abstand brauchen. Es gibt auch genügend Menschen, die mit einer Fernbeziehung völlig glücklich sind, bei der man sich alle zwei Wochen am Wochenende oder noch seltener sieht. Bedürfnisse sind eben verschieden.

Mit meiner Person hat es nichts zu tun, wenn sich jemand nicht einlassen will, aber von Beziehung spricht.
Auch da: natürlich hat es mit Deiner Person zu tun.

Entweder bist Du als Person so, dass der andere nicht wirklich eine Beziehung möchte, ihn irgend etwas abschreckt, mehr Nähe zuzulassen. Oder aber Du bist als Person nicht in der Lage, eine Beziehungsanbahnung zu beenden, wenn sich die Beziehung nicht so entwickelt, wie Du Dir das wünschst.

Da können wir dann weiter theoretisieren: Warum sind Menschen, die in der Beziehungsanbahnung feststellen, dass jemand keine tieferen Gespräche führen kann, keine Zeit hat und Nähe nicht zulassen kann (parallel der Mann, der kaum Zeit hat und nie über Nacht bleibt) nicht in der Lage, das dann zu beenden? Sind sie emotional so abhängig davon, dass irgend jemand das Wort "Liebe" ausspricht?

Auch da würde ich voraussetzen, dass eine erwachsene Frau in der Lage ist, sich selbst zu schützen und nicht wie üblich die Schuld beim Mann sucht, der doch bitte reflektieren und Verantwortung übernehmen soll. Was der Mann tut oder nicht, kann ihr dann nämlich völlig egal sein. Warum sollte frau sich davon abhängig machen, dass der Mann schon verantwortungsvoll handeln wird, wenn sie selbst dazu nicht in der Lage ist?
 
  • #19
@yellow beeWenn der Mann eine unverbindliche Beziehung möchte, kann er es klar als F+, Affäre, One Night Stand definieren, dann wissen beide von Anfang an, worauf sie sich einlassen.
Diesbezügliche Offenheit reduziert die Aquise-Chancen insbesondere von Männern ganz erheblich.

@Madita8
Wieso sagt man nicht von Anfang an, dass man gerne lügt und betrügt?
Wenn man es gleich sagt, lügt und betrügt man nicht. Die die aus deiner Sicht lügen und betrügen sehen sich oft selbst nicht als Lügner und Betrüger. Oft signalisieren sie auch subtil wie sie ticken und handeln. Verliebt werden solche Signale gern ignoriert, umgedeutet o.ä.

Es kommt doch eh raus und führt dann zu !
Wegen Sex? Den kann sich der Mann überall holen,
Sex kann sich man eben nicht easy mal eben überall holen. Frauen die unkomplizierten unverbindlichen nichtkommerziellen Sex bieten sind rar.

Ggf. will man(n) genau diese Frauen nicht. Der Reiz (Egopush) Frauen die dies nicht bieten ist zu "knacken" ist für den einen oder anderen vielleicht größer.

Auch der Thrill etwas "verbotenes", mit dem man auffliegen kann, zu tun bietet dem einen oder anderen zusätzlichen Egopush. Im Grunde wertet man(n) die Beute damit ab und sich auf deren Kosten damit auf. Das ist für Menschen mit psychischen Egoproblemen attraktiv.

Weiteren potentiellen Thrill bietet die Option das "Opfer" nach einem "Auffliegen" zu missionieren. Es von modernen Lebensstilen wie offene Beziehung oder Polyamorie zu überzeugen.

jemand hat einen vermeidenden oder ambivalenten Bindungsstil ...
Es gibt aber Leute, die können die Nähe nicht zulassen, halten trotzdem an der unverbindlichen Beziehung fest, obwohl die Sache aussichtlos ist und der andere erkennbar verletzt ist, weil er die Nähe nicht bekommt.
In dem Fall spielen psychische Problematiken eine Rolle die nicht unbedingt eindeutig steuerbar sind. Das gilt auch für wiederholte Opfer von solchen Typen.

Man hat aber doch Verantwortung gegenüber dem anderen, also arbeitet man an seinem Bindungsstil und lässt sich dann irgendwann wirklich auf etwas ein, aber solange man keine innere Stabilität hat, sollte man Single bleiben.
Verantwortung für einen "Partner" zu übernehmen und dies als Bestandteil des eigenen Erwachsenwerdens einzuordnen lehnen solche Menschen in der Regel ab.

Bekommt man dafür überhaupt eine Begründung ist sie eher ideologisch wie "der Mensch ist nicht für Monogamie geschaffen" oder ich bin ein "Freigeist"
 
  • #20
weil ich es gerne mal wissen möchte, warum man dies tut, man merkt doch selbst wie man tickt, da kann man doch ein bisschen Verantwortung erwarten und Klarstellung von Anfang an.
Ich finde das auch sehr allgemein gehalten. Keiner weiss, wie der entsprechende Fall abgelaufen ist.
Nein man kann nicht von Anfang an Klarheit erwarten. Wer weiss denn schon von Anfang an, ob etwas gut geht, ob man zusammen passt und man etwas so will? Deshalb kann man dennoch auf der Suche nach Beziehung sein.
Wieso sagt man nicht von Anfang an, dass man gerne lügt und betrügt?
Lol du erwartest zu viel von den Menschen. Schau dich doch mal um in der Welt. Ein Lügner gibt doch nicht zu, dass er lügt.
ab einem gewissen Alter bzw. Beziehungserfahrung sollte man das spüren, dass etwas schief läuft
Wie gesagt, du erwartest zu viel von dieser Menschheit. Es gibt Menschen die spüren gar nichts. Die kennen sich selbst nicht. Es gibt Menschen, die leben so in den Tag hinein. Haben keine Zielvorstellung und können nichts mit Verbindlichkeit oder Verantwortung usw. anfangen. Es gibt Menschen, die können nicht kommunizieren. Deshalb werden sie auch nicht von Anfang an kommunizieren. Es gibt Menschen, die sich seit einem gewissen Alter eben nicht mehr weiterentwickelt haben und das auch bis ins hohe Alter nicht mehr tun. Auch wenn sie erwachsen und z.B. männlich oder fraulich (alt genug) aussehen.

Warum das so ist? Prägung oder schlicht geistiges Unvermögen.
Du erwartest zu viel von den Menschen. Bzw. ich würde das auch erwarten wollen, jedoch weiss ich, dass dieser Wunsch nie erfüllt wird.
Und auch hier muss ich wieder @Lebens_Lust zustimmen (mal wieder :D)
Du entscheidest, was du brauchst und willst. Du musst aktiv werden, wenn du spürst, dass etwas nicht stimmt. Du suchst dir die Person aus und musst nicht nehmen was da kommt und dann leiden.

Wenn einem etwas zu bunt wird, man sich ständig zurückgesetzt und verletzt fühlt, die eigenen Bedürfnisse nicht erfüllt werden, man schlicht nicht zueinander passt, dann bringt es nichts den Anderen ändern zu wollen.
Das führt zu gar nichts.
Sondern man muss dann Konsequenzen für sich selbst ziehen.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #21
Wenige Leute machen sich überhaupt Gedanken darüber, wie sie ticken, auch wenn sie sich die ganze Zeit mit sich, ihrer Außenwirkung usw. beschäftigen. Wieviele Leute kennst Du, die mit Kritik umgehen können und wieviele kennst Du, die sich selbst kritisch hinterfragen und dann auch noch einen Fehler zugeben? Eigenanteil am Passierten erkennen?

Was willst Du machen? Entweder Du gehst und entziehst Dich der "Behandlung" eines solchen Menschen oder Du setzt was entgegen. Aber Dich hinstellen und Regeln aufstellen kannst Du nur für Dich tun. Der andere muss sich an nichts halten, solange Du ihn nicht anzeigen kannst wg. seines Deliktes.

Die Regelaufsteller, die den menschlichen Hang zum Egoismus und all den anderen "netten" Eigenschaften ignorieren wollen, sind gern auch die, die um ihr Selbstbild aufrecht zu erhalten ihre negative Seite von sich abspalten bzw. völlig blind dafür sind. Findet man z.B. unter Kirchenleute schon mal. Oder unter den Moralisten. Die sind dann zwar z.B. auch ein Betrüger, AAAABER daran war ja dies und das und jenes schuld, also sind sie noch genau der gute Mensch wie vorher, es waren die Umstände, der andere, der Mondeinfluss ...

Wieso sagt man nicht von Anfang an, dass man gerne lügt und betrügt?
? Ernsthafte Frage?
Wieso sagt der Dieb nicht, dass er heute Nacht wo einsteigen will? Wieso sagt Dir Deine Freundin nicht, dass sie nur neidisch auf Dich ist, sondern redet hinter Deinem Rücken abfällig über Dich oder schmeißt Spitzen?

Es führt Dich nicht weiter, daran zu verzweifeln. Warum lügen Menschen? Weil sie sich einen Vorteil davon erhoffen und Dich dazu nutzen können.
Sinnvoller finde ich, sich damit zu befassen, woran man das erkennen kann, dass jemand z.B. lügt oder seinen Frust an Dir ablässt oder xy. Und zu erkennen, wann DU SELBST gegebenenfalls sowas in der Art oder anderes Negatives machst.
Das ist besser, als jemandem das Versprechen abzunehmen, dies und das zu wollen und zu tun, und dann irgendwann dazustehen mit "ist nunmal anders passiert".
Ich will damit bestimmt nicht aussagen, dass man jeden Lügner erkennen kann. Aber die Antwort auf "warum habe ich das so spät erkannt", bringt einen mE weiter, um den nächsten erkennen zu können. Du kannst ja andere nicht ändern, aber Dich besser wappnen.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #22
Liebe FS,

ist es nicht viel zu anstrengend, wiederholt nach einem 'Warum, Weshalb und Wieso' zu suchen, zu Hirnen, warum Er mal wieder nicht kann, will, oder was auch immer?

Ist es nicht wesentlich Zielführender, mal in sich zu gehen und danach zu fragen, warum man wiederholt mit dem gleichen Typus Mensch in Resonanz gegangen ist?

Ich kenne das auch und habe den Spieß dann irgendwann mal umgedreht und mich gefragt, warum sich bestimmte Dinge in meinem Leben scheinbar wiederholten, obwohl ich das ja im Grunde gar nicht wollte.

Was also hat dazu geführt, dass Du erneut vor einem Scherbenhaufen, mit den ewiggleichen Fragen stehst?

Nicht Er ist das Problem, er ist nur ein Symptom einer Sache, die in Dir selbst verborgen liegt.

In dem Moment, wo Du beginnst, nach DIR zu fragen, nach DEINEN wahren Wünschen und Befürfnissen zu schauen und darauf zu achten, dass Du sie bewahrst, wirst Du beginnen, die Männerwelt mit anderen Augen zu sehen.

Frag Dich besser, was in Dir kaputt ist, dass Du wieder einen kaputten Typen an Dich binden und von irgendetwas heilen willst.

Das Problem bist Du, nicht Er!

Du bist frei für einen wirklichen Partner, wenn Du das hinter Dir lässt.... versprochen!
 
  • #23
Verantwortung für einen "Partner" zu übernehmen und dies als Bestandteil des eigenen Erwachsenwerdens einzuordnen lehnen solche Menschen in der Regel ab.
Ich übernehme Verantwortung für mich. Ich möchte nicht, dass jemand sich für mich verantwortlich fühlt - Teil meines Erwachsenseins.

Also übernehme ich keine Verantwortung für meinen Partner. Ich möchte, dass er zufrieden ist, es ihm gut geht mit mir, aber er ist dafür verantwortlich, für sich selbst zu sorgen.

An meinem Beziehungsstil arbeite ich, wenn ich darunter leide - ansonsten erwarte ich von einem Erwachsenen so viel Eigenverantwortung, dass er geht,wenn er leidet.

Natürlich rein theoretisch - wenn man immer wieder Partner hat mit einem problematischen Bindungsstil, könnte es etwas mit einem selbst zu tun haben.

W, 50
 
  • #24
Ich übernehme Verantwortung für mich. Ich möchte nicht, dass jemand sich für mich verantwortlich fühlt - Teil meines Erwachsenseins.
Ich vermute, damit ist gemeint, dass wenn es Dir schlecht geht, Dein Partner nicht sagt "ja, aber ich lebe ja auch noch für mich" und dann weiter sein Ding durchzieht, sondern zurücktritt zu Deinen Gunsten.
Mir schmeckt das Wort so auch nicht, weil es so klingt, als sei man ein Kind. Da ist "Verantwortung für diese Beziehung" wesentlich besser formuliert. Denn der andere hat ja auch was davon, wenn er sie für sich erhält (es sei denn, er hat ne reine Spaßbeziehung und lässt alle Menschen fallen, die mal eine Zeit lang nicht mit ihm Spaß haben können).
 
  • #25
Ich übernehme Verantwortung für mich. Ich möchte nicht, dass jemand sich für mich verantwortlich fühlt - Teil meines Erwachsenseins.

Also übernehme ich keine Verantwortung für meinen Partner. Ich möchte, dass er zufrieden ist, es ihm gut geht mit mir, aber er ist dafür verantwortlich, für sich selbst zu sorgen.

An meinem Beziehungsstil arbeite ich, wenn ich darunter leide - ansonsten erwarte ich von einem Erwachsenen so viel Eigenverantwortung, dass er geht, wenn er leidet.

Natürlich rein theoretisch - wenn man immer wieder Partner hat mit einem problematischen Bindungsstil, könnte es etwas mit einem selbst zu tun haben.

W, 50
Du projizierst jetzt Entmündigen auf Verantwortung übernehmen. Darum geht es überhaupt nicht.

Es geht um einen respektvollen und verantwortungsvollen Umgang miteinander. Dazu gehört u.a., dass man erkennt und berücksichtigt welche Wirkung das eigene Handeln auf Beziehung und Partner hat und, dass man für diese Wirkung dann auch Verantwortung übernimmt.

Dazu gehört auch das Thema Ressourcen. In jeder Beziehung ist Zeit eine Ressource. In wirtschaftlich ungleichen Beziehungen ist Geld eine weitere Ressource.

Verantwortung übernehmen heißt in einer Partnerschaft, dass ich mit meinen Ressourcen dann nicht mehr wie ein Single wirtschafte sondern auf die Bedürfnisse und Möglichkeiten meines Partners eingehe.

Verantwortung übernehmen bedeutet auch wenn ich die Gefühle und Möglichkeiten potentieller Partner nicht berücksichtigen möchte weil mich dies z.B. zu sehr einengt, dass ich das dann klar kommuniziere.

Das letztere erfolgt aber oft nicht oder zu spät. Die Gründe dafür können fehlende Wahrnehmung oder bewusstes Ignorieren dieser Effekte sein. Erstes beruht ggf. auf dem jeweiligen Beziehungsstil. Das Zweite auf anderen Elementen einer Persönlichkeit.

Erwachsenwerden wäre für mich eine entsprechende Wahrnehmung zu entwickeln bzw. entsprechende Effekte nicht mehr zu ignorieren oder auf Beziehung grundsätzlich zu verzichten wenn mir klar wird, dass ich nichts ändern kann oder will.

Es gibt natürlich Menschen die sich die Kombination von gemeinsamen Alltag (Tendenz zu gemeinsamer Verantwortung) und höchste Autonomie (jeder ist nur für sich selbst verantwortlich) wünschen. Das führt dann im Extremfall z.B. dazu, dass jemand nicht allein sein Haus erhalten will aber dem Partner keine Mitsprache einräumen will.

In diesem Beispiel bedeutet Verantwortung übernehmen, ich bin dem Partner nicht gram, dass er sich bei der Erhaltung meines Hauses zurück hält oder ich bin bereit ihm Mitsprache zu geben damit er bereit ist sich stärker einzubringen.

Umgekehrt bedeutet Verantwortung übernehmen, dass ich dem Partner mit Haus nicht übel nehme wenn er Zeit mit der Hauspflege statt mit mir verbringt (kein gemeinsamer Alltag) oder, dass ich akzeptiere, dass ich ihn bei der Hauspflege unterstütze (gemeinsamer Alltag) ohne, dass er mir echte Mitsprache einräumt.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #26
Dazu gehört u.a., dass man erkennt und berücksichtigt welche Wirkung das eigene Handeln auf Beziehung und Partner hat und, dass man für diese Wirkung dann auch Verantwortung übernimmt.
Verantwortung hat für mich etwas mit "Zuständigkeit" zu tun, mit der Verpflichtung, für einen guten Verlauf zu sorgen. Dafür, dass es meiner Partnerin gut geht, ist in erster Linie sie selbst zuständig und verantwortlich, das ist die Verantwortung, die sie als erwachsener Mensch für ihr Leben trägt.
Dazu beizutragen ist meine Aufgabe in einer Partnerschaft, aber "Verantwortung" ist für mich weitergehend. Verantwortung trage ich für unsere Beziehung, da habe ich die Verpflichtung, mich einzubringen. Selbst wenn ich meine Partnerin vernachlässige, hat sie letztlich die Verantwortung für ihr Leben, die Konsequenzen zu ziehen und ich muss mir dann höchstens die Folgen für mich zuschreiben. Für mein Handeln übernehme ich die Verantwortung, für die Wirkung auf andere nur begrenzt, denn die Wirkung hängt ja auch immer von den anderen ab.

Die Verantwortung trägt jeder erwachsene Mensch selbst in seinem Leben, auch wenn hier im Forum immer wieder die "Schuld" für eigene negative Erfahrung bei anderen gesucht wird.

Ich habe auch keine Verantwortung, meine Ressourcen einzubringen, wenn meine Partnerin mit ihren nicht klar kommt. Natürlich gehe ich darauf ein, aber warum sollte ich die Verantwortung haben, wenn sie mit einem Schrank voller Handtaschen und Schuhen in die Privatinsolvenz geht? Habe ich dann umgekehrt auch das Recht, ihr Konto zu sperren, wenn sie aus meiner Sicht zu viel Geld ausgibt? Das ist doch persönliche Freiheit, die jeder Mensch selbst verantwortet.

In diesem Beispiel bedeutet Verantwortung übernehmen, ich bin dem Partner nicht gram, dass er sich bei der Erhaltung meines Hauses zurück hält …
Umgekehrt bedeutet Verantwortung übernehmen, dass ich dem Partner mit Haus nicht übel nehme wenn er Zeit mit der Hauspflege statt mit mir verbringt (kein gemeinsamer Alltag)
hat für mich mit jeglicher "Verantwortung" genau nichts zu tun. Bestenfalls mit der Akzeptanz oder der Toleranz von Aufgaben oder Verpflichtungen, die jemand anders hat. Oder anders: wenn meine Partnerin sich um ihr Kind kümmert, dann trägt sie eine Verantwortung dafür. Ich nicht. Ob ich ihr dann gram bin oder nicht, hat mit Verantwortung keinen Zusammenhang.
 
  • #27
@Engel125
Ich war jahrelang mit einem Mann zusammen, der (auf meine Nachfrage hin zu Beginn) ein "Beziehung" wollte......Kommunikation war lügen (die ich lange lange nicht erkannte) dreiste Manipulation (ebenfalls durch lügen, verdrehen von Tatsachen, Schuldzuweisungen) und seine Lieblingsmethode: Schweigen, Silent Treatment....in seiner Anwesenheit und auch in seiner Abwesenheit durch "nicht reagieren"
Und das Verrückte daran: Wenn ich ihn verlassen wollte wegen eines andern Mannes ( 5x vor in diesen Jahren) kam er plötzlich so richtig in Gang. Da konnte er die dollsten Versprechungen machen, Liebesschwüre äußern, sogar 1x von Heirat sprechen.....
Jedes Mal, wenn ich von dem "Neuen Mann" wieder abließ, ging sein Spiel von vorne los......
Irgendwann war für mich klar, dass er lügt, täuscht, betrügt und promiskuitiv ist.....
Wenn ich ihn auf seine "Frauengeschichten " ansprach, wurde dies als "krankhafte Eifersucht" abgewertet, als verrückt erklärt und vereinzelt kam es dann auch zu Handgreiflichkeiten von seiner Seite....
Seinen Beruf erwähne ich beser nicht.....Denn das macht es noch unfassbarer....
 
  • #28
@Engel125
Und das Verrückte daran: Wenn ich ihn verlassen wollte wegen eines andern Mannes ( 5x vor in diesen Jahren) kam er plötzlich so richtig in Gang.
Der Ansatz ihn wegen eines anderen Manns, und dies 5x, verlassen zu wollen ist selbst problematisch.

Wenn man sich entwertet fühlt geht man deswegen und nicht weil ein besseres Angebot lockt.

Ich habe auch keine Verantwortung, meine Ressourcen einzubringen
... hat für mich mit jeglicher "Verantwortung" genau nichts zu tun. Bestenfalls mit der Akzeptanz oder der Toleranz von Aufgaben oder Verpflichtungen, die jemand anders hat.
In der Tat kann die Wahl des Wortes "Verantwortung" schwierig sein. Jeder projiziert da eine eigene Definition hinein und wird ggf. negativ getriggert wenn seine Definition nicht getroffen wird.

Deswegen habe ich versucht zu erklären was ich meine.

Letztlich ist jeder für seine Gefühle selbst verantwortlich.

Fühle ich mich vernachlässigt weil meine Freundin das WE anders als es mir gefällt verbringt obwohl sie mich eingeladen hat an ihrer Freizeitbeschäftigung teilzunehmen, ich dies aber abgelehnt habe, bin ich für mein Gefühl vernachlässigt zu werden selbst verantwortlich.

Ebenso bin ich für mein ggf. negatives Gefühl selbst verantwortlich, wenn ich an einer aus meiner Sicht doofen Freizeitbeschäftigung teilnehme weil ich unbedingt mit ihr zusammen sein wollte.

@Lebens_Lust passt das besser ;) ?

Die Finanzierung einer Welthandtaschenreserve würde ich jetzt auch nicht als verantwortliches partnerschaftliches Ressourcen Management ansehen.

Mein Gegenbeispiel ist ein Bekannter (IT Projektleiter) der regelmäßig Urlaub ohne seine (Haus)Frau und Mutter seiner Kinder macht weil diese keinen 50 % Kostenanteil mit ihren 450 EURO Job zu diesen Urlauben beiträgt.

Sie ist verantwortlich, dass sie das mit sich machen läßt.

Er ist dafür verantwortlich, dass er dies mit ihr macht.

Beide sind für die jeweiligen (potentiellen) Folgen verantwortlich.

Erwachsen wäre es wenn der Mann aus Eigeninitiative einen fairen Ausgleich für Haus- und Mutterarbeit bieten würde bzw. wenn die Frau bezüglich unfairer Behandlung Konsequenzen ziehen würde.
 
  • #29
Mein Gegenbeispiel ist ein Bekannter (IT Projektleiter) der regelmäßig Urlaub ohne seine (Haus)Frau und Mutter seiner Kinder macht weil diese keinen 50 % Kostenanteil mit ihren 450 EURO Job zu diesen Urlauben beiträgt. … Sie ist verantwortlich, dass sie das mit sich machen läßt.
So ist es. Kostenteilung in einer Beziehung ist aus meiner Sicht ein anderes Thema. Die Verantwortung für ihre Ausbildung hat er nicht, die für ihre Mutterschaft schon.

Hoffentlich nimmt sie wenigstens mit ihrem Einkommen die Verantwortung wahr, für Essen, Miete und Nebenkosten der Kinder aufzukommen :rolleyes:;):mad:
 
  • #30
So ist es. Kostenteilung in einer Beziehung ist aus meiner Sicht ein anderes Thema. Die Verantwortung für ihre Ausbildung hat er nicht, die für ihre Mutterschaft schon.

Hoffentlich nimmt sie wenigstens mit ihrem Einkommen die Verantwortung wahr, für Essen, Miete und Nebenkosten der Kinder aufzukommen :rolleyes:;):mad:
Das mit einem Wohnkostenanteil war mal ein öffentliches Thema als ich wegen der Konfirmation der Tochter zu Besuch war.

Inzwischen arbeitet sie Vollzeit in ihrem Ausbildungsberuf, fährt mit ihrem Freund in den Urlaub und ihr Ex zahlt für die Kinder (16 u. 19) Unterhalt. Beide wollen wie ihr Vater studieren und keinen Ausbildungsberuf wie ihre Mutter erlernen ;)

Der Ex fährt jetzt als Single allein in den Urlaub.