• #1

Warum haben eigentlich immer noch so viele eine Beziehung auf der Arbeit?

Es häufen sich ja hier wieder die Threads mit den Problemen, wenn die eine Beziehung mit dem Arbeitskollegen in die Brüche geht und da man ja heutzutage auch relativ pragmatisch die Suche nach dem Partner angeht, sollte dies doch eher ein Relikt aus der Vergangenheit sein, dass man die eigene Company immer noch als Singlebörse benutzt bzw. "missbraucht".

Da ich selber für ein Unternehmen tätig bin, wo es in jeder Abteilung min. 1 vorhanden ist, der entweder mit jemand aus einer anderen Abteilung verheiratet oder nur liiert ist, endet es bei einer Trennung immer wie in einer Oper. Man muss nur auf die Tragödie am Ende warten.:)

Warum tun sich eigentlich manche Menschen dies immer noch an, wenn man am Ende mehr Probleme hat als es einen vielleicht recht ist?

Sind die ganzen Menschen, die eine Beziehung auf der Arbeit eingehen nur Romantiker und nur die Pragmatiker halten davon Abstand?

Bei div. Ratgeber aus USA hält man ja so viel, aber an den Spruch mit der eigenen Company aus USA, hält man doch relativ wenig. Das ist auch so etwas, was mich wieder wundert oder übernimmt man nur die Dinge aus USA, die einen in den eigenen Kram passen und bei anderen Dingen ist man einfach immun gegen die guten Tipps aus USA.
 
A

Ares

  • #2
Warum tun sich eigentlich manche Menschen dies immer noch an, wenn man am Ende mehr Probleme hat als es einen vielleicht recht ist?
Das liegt wohl schlicht daran, dass man 8 Stunden am Tag auf der Arbeit verbringt und dort ständig Menschen kennenlernt. In Sportvereinen ist die Situation nicht grundlegend anders.
Letztenendes: wo die Liebe hinfällt...
 
  • #3
Na ja. man verbringt viel Zeit in der Firma und hat genug Gelegenheiten, jemanden kennenzulernen. Ich war kaum je in meinem Leben irgendwo tätig, wo Arbeitskollegen nicht miteinander verbandelt und oft auch ganz konventionell miteinander verheiratet waren.
Mich gäbe es sonst gar nicht. Meine Eltern haben sich damals auch bei der Arbeit kennengelernt, geheiratet, mich in die Welt gesetzt.
Wenn ich Single wäre, würde ich mir dennoch sehr gut überlegen, ob ich mit einem Arbeitskollegen was anfange. Es müsste schon sehr so aussehen, dass es was Ernstes und Dauerhaftes werden könnte. Von Affären am Arbeitsplatz würde ich dringendst abraten. Dringendst.
 
  • #4
Die Frage ist doch heute eher: Was hält länger, die Beziehung oder das Dienstverhältnis? Die Menschen, die ihr ganzes Leben im selben Unternehmen verbringen, sind doch mittlerweile sehr rar...

Ich würde mich diesbezüglich in beiderlei Hinsicht als treue Seele bezeichnen: Ich hatte bisher eine längere und eine, na ja gescheiterte Beziehung.
Ich hatte bisher auch nur 2 Jobs, den einen 10, den anderen 5 Jahre. Egal ob beim Dating oder bei einer Bewerbung (ich suche gerade beides) - man sieht mich an als käme ich von einem anderen Stern und fragt immer nur: mehr nicht?

Fazit, gesellschaftlich betrachtet: in dieser schnelllebigen Zeit braucht man keine Rücksicht auf eventuelle Unvereinbarkeit von Job und Beziehung zu machen, beides sind wohl leider nur noch kurze Lebensphasen, ein "ankommen" gibt es nicht.

w36
 
  • #5
In der Arbeit verbringt Mensch die meiste Zeit, ist doch nahe liegend dort auch seinen Partner kennen zu lernen.

Niemand tut sich das an, wenn er nicht davon überzeugt wäre, dass es funktioniert. Selbst wenn man vorher wüsste, dass diese Beziehung in einer Katastrophe endet, würde man sie eingehen. Wenn man eine Beziehung zu einem anderen Menschen eingeht, kann man diesen gut leiden und geht natürlich nicht davon aus, dass das schief geht.

Wenn man sich zu jemandem hingezogen fühlt und das im besten Fall auf beide Teilnehmen zutrifft, frage ich mich ernsthaft, wer dann aus pragmatischen Gründen abwinkt. Das macht niemand ...

Gefühle sucht man sich nicht aus ...

Man sagt ja auch, dass "Aufgewärmte Beziehungen" nichts taugen ... soll ich mich nun von meinem Partner treffen, weil das auf unsere Beziehung zutrifft ? Zudem arbeite ich noch mit meinem Partner zusammen. Das ist ja dann praktisch bei uns der super Gau :-D

Klar wäre es einfacher Job und Privat zu trennen, aber wie gesagt, man sucht sich nicht aus, wen man liebt !
 
  • #6
... weil man sehr viel Zeit auf Arbeit verbringt. Für mich selbst war das immer ein no go.....und ich habe einmal jetzt den Fehler gemacht. ....

Aber es muss nicht immer bei jedem falsch sein.....ich kenne paare, welche so die große Liebe kennengelernt haben. Verheiratet sind und Kinder haben

Es wird problematisch, wenn es nicht gut geht. Dann muss einer gehen.
 
  • #7
Ich finde auch, man sollte eine Beziehung innerhalb der Firma möglichst vermeiden, wenn es nur eine Affäre sein soll. Es wird vom Chef (zu Recht) nicht gern gesehen. Es ist aber naheliegend, dass man bei der Arbeit eher Leute kennen lernt als anderswo, besonders, wenn man viel arbeitet. Außerdem wird man ab einer bestimmten Stufe der Hierarchie fast ununterbrochen angebaggert.
 
  • #8
Warum tun sich eigentlich manche Menschen dies immer noch an, wenn man am Ende mehr Probleme hat als es einen vielleicht recht ist?
Die Gefühle und ganz gewiss die Notstandsgefühle (Defizit!) sind stärker als das Wissen mit dem Kopf!
Sind die ganzen Menschen, die eine Beziehung auf der Arbeit eingehen nur Romantiker und nur die Pragmatiker halten davon Abstand?
Das eine hat weder mit dem andern zu tun ist meine Erkenntnis!
Vielmehr geht es hier um eine emotionale Notsituation (Defizit!) aus der man einfach rausschlüpfen möchte und dies so glauben die es, die es tun, es wesentlich einfacher ist, dies am Arbeitsplatz zu tun, um keine Argumente suchen zu müssen, warum man grad zu Hause nicht anwesend sein kann!
sollte dies doch eher ein Relikt aus der Vergangenheit sein, dass man die eigene Company immer noch als Singlebörse benutzt bzw. "missbraucht".
Sozusagen wird der Arbeitsplatz als Singlebörse gebraucht und ebenso missbraucht, hat mit der Vergangenheit ebenso nichts zu tun, sondern vielmehr im 1. Schritt primär um die einfachste Lösung, unabhängig davon, was danach alles kommen kann!
 
  • #9
Manche lernen sich im Studium kennen, manche auf Arbeit….eben da, wo man auf andere trifft.

Was ist daran jetzt schlimm? Mach dir das Leben doch nicht schwerer als es ist. Und falls es schief läuft, dann muss man eben einen anderen Weg einschlagen. Das kann einen auch vorwärts bringen. Regeln und Gesetze gibt es genug. Erfinden wir also nicht noch zusätzliche.
 
  • #10
Ich arbeite seit 18 Jahren in einem sehr großen Unternehmen, welches in fast allen Abteilungen auf die Strukur; Teamleiter, Teammanger usw setzt.
Und natürlich habe ich dort auch schon Paare sich verlieben, lieben und leider mal trennen sehen. Aufgrund der Strukturen, wurde diesen dann meist nahe gelegt, dass einer das Team wechselt.

Wenn es auch heißt: Hauskaninchen schießt man nicht...
Man kann sich im Job schlecht aus dem Weg gehen.
Und wenn ein Funke dann überspringt, man jedoch täglich Kontakt hat, wachsen die Gefühle wohl von ganz alleine.

Man sollte es sich wohl ganz genau überlegen, wem man sein Herz schenkt und wie man dann gerade im Job leichtfertig Affären etc beginnen kann, ist mir ein Rätsel.
Denn zumindest kann man im Job, es doch wirklich ganz langsam angehen lassen...versteht jeder und man lernt sich gut kennen.

Ich bin trotzdem sehr froh, dass mir das erspart geblieben ist und wohl auch bleibt. Mein Team ist sehr jung ungefährlich und ich möchte da nicht weg. Und bei Meetings treffe ich netterweise nur auf Menschen, die Männer gerne mögen unabhängig vom Geschlecht.
 
  • #11
Magnus im Grunde gebe ich Dir Recht, aber das Thema muss auch differenziert betrachtet werden - es kommt darauf an WO man arbeitet.

In großen, hierarchisch geführten Unternehmen hat der "Never ..." nicht nur seine Berechtigung, es kann sogar schädlich für die eigene Karriere - wenn sie denn angestrebt wird - sein. Führungskräfte sehen solche Verbindungen gar nicht gerne, da meist Betriebsabläufe gestört werden könnten. Das fängt beim Tuscheln auf dem Flur an, geht über die Befürchtung Abteilungsinterna werden ausgetauscht bis hin zu der Gefahr bei einer Liebestrennung auch (im schlimmsten Fall) zwei kompetente und teure (auch "Ausbildung"im Haus kostet Geld) zu verlieren, die wieder zeit- und geldintensiv für den Job eingearbeitet werden müssen.
Professionelle Karriere-Menschen sind darauf angewiesen sich für "höhere" Aufgaben zu empfehlen und werden sich nicht selber Steine in den Weg legen.

Wenn sich allerdings eine Sekretärin der untersten Managementstufe mit einem Auslieferungsfahrer "zusammentut" wird wohl kein Hahn danach krähen.
Das gleiche gilt aber auch für eine 20-Mitarbeiter-Klitsche in Hintertupfingen oder in einer Behörde, in der bekanntlich ganz andere Gesetze gelten.
 
  • #12
Beißt sich hier nicht schon wieder die berühmte Katze in den eigenen Schwanz?
Hier wird ja gerne immer wieder mit den Voraussetzungen bei den Partner "hausieren" gegangen und demzufolge sehr pragmatisch die Sache betrachtet. Wer also sagt "wo die Liebe hinfällt“ ist doch eher romantisch veranlagt und dann auch für eine Beziehung auf der Arbeit empfänglich. Pragmatiker können dies ja von Haus aus schon eher ausschließen, wie bei vielen anderen Aspekte, die Ihnen bei der Wahl des Partners sehr wichtig sind.
 
  • #13
Ich arbeite seit 18 Jahren in einem sehr großen Unternehmen, welches in fast allen Abteilungen auf die Strukur; Teamleiter, Teammanger usw setzt.
Als die las dachte ich schon fast wir sprechen hier von demselben Unternehmen.:)

Was mich auch bei diesen innerbetrieblichen Beziehungen am meisten stört, ist dann das Gejammer, wenn die Beziehung in die Brüche geht. Ich werde zwar mittlerweile von solchen Themen verschont, da ich es schon öfters Anmerken lies, dass mich dies nicht interessiert. Eventuell habe ich ja jetzt das Glück, dass ich in einer kleinen 3-Personen Gruppe bin, die direkt den NL unterstellt ist und dies ohne Team- bzw. Gruppenleitung. Mein Motto war halt immer, dass ich nicht lebe, um für dieses Unternehmen zu arbeiten, sondern arbeite, um zu leben und auch Freude an der Arbeit zu haben.

Nervt eigentlich außer mir nicht auch andere dies, wenn eine Trennung bei einer innerbetrieblichen Beziehung, auch noch andere mitbekommen oder sogar in Mitleidenschaft gezogen werden?

In meinen Augen wird hier auf Kosten anderer der Betriebsfrieden im Unternehmen in Brand gesetzt.

Manchmal hegt sich für mich auch der Verdacht, dass gerade Menschen, die das Unternehmen als große Familie sehen, auch für eine Beziehung innerhalb der Familie empfänglich sind.
Gut bei den Unternehmen, wo ich tätig bin sind es zwar über 100.000 Mitarbeiter weltweit, aber es gibt ja auch noch Großfamilien.:)

Trotzdem vielen Dank für die ganzen Antworten.
 
  • #14
Ich arbeite in einem bundesweit tätigen Großunternehmen, da klappt es mit Beziehungen/Ehen unter den Kollegen. Es ist ein konservatives Unternehmen, d.h. langjährige bis berufslebenlange Arbeitsverhältnisse sind eher die Regel als die Ausnahme. Es geht niemand und so muss die Firma das Thema managen, was sie sehr erfolgreich tut.

Es gibt viele Paare und noch mehr Ehepaare. Weil man auf der Arbeit viel Zeit verbringt, ist es ein guter Ort sich kennenzulernen, zumindest für menschen, die etwas träge sind.
Sowie sich zwischen 2 Kollegen, die unmittelbar zusammen arbeiten was tut, werden sie organisatorisch so getrennt, dass sie nicht mehr zusammenarbeiten. Manchmal führt das auch zum Einsatz an unterschiedlichen Standorten, z.B. 20 km entfernt. Diese Hygienemaßnahme führt dazu, dass es kaum Dramen gibt, wenn eine Beziehung scheitert.

Wenn sich ein Expartner mal mit defätistischen Äußerungen nicht zurückhalten kann, hat er ein Gespräch mit seinem Vorgesetzten - das wirkt prompt, sodass die Arbeitsatmosphäre nichts mitbekommt vom Trennungskrieg. Die Kollegen habe ein Selbstverständnis, dass sie nicht mit dem Privatkram anderer belästigt werden wollen und nutzen dafür die angebotenen Strukturen, wenn sich jemand fehlverhält und eggen die Regeln verstößt.

Ich selber arbeite in der IT. Selbst da gibt es mehr als 300 Mitarbeiter, d.h. genug Strukturen, lange Flure und viele Etagen, um dem Ex-)Partner nicht zu begegnen wenn man das nicht will. Trotzdem ist ein Kollege für mich keine Option, nicht für eine Beziehung und erst recht nicht für eine Affäre, schonmal garnicht, wenn er bereits mit anderen Kolleginnen was hatte - ich bin noch distanzierter als die Hausregeln.
 
  • #15
Im Job verbringt man viel Zeit.
= viel Zeit andere Mitarbeiter kennenzulernen, bevor man sich privat auf sie einlässt.
= ggf. außerhalb des Jobs wenig Zeit oder Lust auf Partnersuche.

Wer (lange) auf Partnersuche ist, und den ganzen Tag im Job Leuten begegnet, der wird mit der Zeit auch interessiert oder empfänglich, beim "Angebot" am Arbeitsplatz zuzugreifen.

Wobei für mich da nur die Aussicht auf eine feste, monogame Beziehung in Frage käme. Affären mit Arbeitskollegen wären viel zu riskant, bleiben nicht geheim, und können ggf. sogar den Job kosten.

Manche Firmen sehen es nicht gerne, wenn sich Paare bilden.
Oder erwarten, dass dieses Paar absehbar heiratet.

Besonders knifflig, wenn es der/die eigene Vorgesetzte ist.
Da könnte der Arbeitgeber Probleme befürchten, bei Führung und Respekt. Evtl. besetzt er Einen oder Beide dann intern um.

Feste Paare beim selben Arbeitgeber, im gleichen Bereich, arbeiten m.E. besonders gut zusammen. Wie das für sie persönlich ist, wenn sie Tag+Nacht zusammen sind, kann ich nicht beurteilen.
 
  • #16
Unser Team ist schon sehr Familiär und auch emotional.
Jeder der seinen Tag dort verbringt, hat auch noch ein anderes Leben und das trägt er in seiner Haut.
Es ist immer auf irgendwas oder auf Menschen besonders zu achten.
Ich sehe auch zwei Junge Menschen, leicht füreinander entbrennen.
Das ist sicher eine Herausforderung wenn es passiert!
Wir werden sehen. ..aber ein nettes Paar wären sie schon
 
  • #17
Der social circle (Job, Sport, Freunde, Bekannte, Hobbys, etc.) ist neben Sbs die etablierteste Flirtzone in Deutschland.

Das langsame Umwerben im Job, entspricht der klassischen Vorstellung vieler Menschen. Der Alltag existiert für sie nicht als Flirtzone. Männer könnten auch an den hübschesten Frauen vorbeilaufen und würden sie nicht ansprechen. Stattdessen bevorzugen sie eine vorsichtige/langsame Annäherung im Job. In einem Kontext, der - so sehen sie das jedenfalls - natürlicher erscheint. Sie verbringen automatisch viel Zeit mit Männern und Frauen im Job und müssen keine Initiative zeigen. Sie müssen keine fremden Frauen/Männer aktiv umwerben.

Ich selbst war einer dieser Menschen. Ich habe früher stets auf opportune Gelegenheiten gewartet. Ich habe immer dann mit Frauen geflirtet, wenn sie bei default in meiner Nähe waren. Auch wenn meine Traumfrau etwa in der Stadt/in einem Laden/Park/etc. neben mir stand oder an mir vorbeilief, wurde ich nicht aktiv. Fremde Frauen anzusprechen, ist für 95% der Männer extrem angsteinflößend.

Als ich sehr viel mutiger wurde, begann ich Frauen zu daten, von denen ich früher dachte, dass sie weit außerhalb meiner Liga sind. Frauen, die früher einfach viel zu hübsch erschienen, als dass sie einen normalen Typ wie mich jemals daten würden.

Die attraktivsten Frauen habe ich immer in sog. Hubs gesehen. An Orten, wo sich viele Menschen aufhalten. Und der einfachste Weg sie zu daten ist tatsächlich, einfach mutig zu sein und sie anzusprechen.

Wer das kann, ist nicht auf den Job oder den Sc angewiesen. Und wird sehr viel mehr Einfluss auf die Auswahl bei der Partnersuche haben. In meinem gesamten Sc gibt es keine einzige Frau, die auch nur annährend so hübsch ist wie meine Freundin. Die meisten Männer und Frauen nehmen allerdings das, was gerade kommt. Gibt es einen einigermaßen passenden Mann/eine Frau, dann versuchen sie ihr Glück in den traditionellen Kontexten. Möglichst ohne Risiken eingehen zu müssen. Eine langsame/klassische Annäherung im Job erscheint sehr viel sicherer, als eine fremde hübsche Frau unkonventionell anzusprechen.

Das ist der Grund, warum so oft im Job gewildert wird. Alternativlostigkeit und Angst.
 
  • #18
Ich wiederhole mich zu diesem - auch hier immer wieder gebrachten Thema gerne - ich halte viel von Partnerschaften welche sich im Beruf entwickeln.

Allerdings stabile Bindungen, die meist in Heirat oder langjährigem Zusammenleben sich entwickeln.

Der Großteil meiner befreundeten Paare fanden sich im Beruf, allerdings in Großunternehmen, meist international. Nicht immer in der gleichen Abteilung, aber auf Seminaren, Events, Weiterbildungen, Jahresveranstaltungen etc.

Besagte Paare sind heute noch zusammen.
Affären gab es in meinem/unserem Unternehmen nicht, zumindest sind mir keine bekannt, auch keine Techtelmechtel mit etwaigen Chefs, dazu sind wir zu seriös und öffentlich.

Im Beruf lernt man einen Menschen besser kennen als in diversen Dates in Bistros. Man kennt seine Launen, seinen Umgang mit anderen, seinen IQ und EQ und weiß sehr schnell mit wem man es zu tun hat. Auch verbindet das Unternehmen, es gibt immer ein Gespräch.

Ich finde den Beruf als beste Partnerbörse überhaupt, man weiß, mit wem man es zu tun hat. Nirgendwo sonst lernt man jemanden besser und intensiver kennen.

Leider hat es bei mir nicht funktioniert, mir gefiel vor Jahren mal ein Programmierer, leider vergeben.
Das war es aber auch - er hatte in mein selten gewordenes Beuteschema gepasst.
 
  • #19
Das ist eine interessante Frage. Habe mich das nämlich auch schon immer gefragt. 1. Bin ich auf der Arbeit um zu arbeiten, also ich habe mir noch nie viel Zeit für diverse Smalltalks genommen; 2. Finde ich die Atmosphäre bei der Arbeit alles andere als anregend/ romantisch/ oder gar erotisierend; 3. Lerne ich jemanden in Kontext "Arbeit" kennen, erscheint er mir schon allein dadurch als wenig attraktiv und quasi bereits als tabu. - Aber ich hatte auch schon immer und in allem die Einstellung, Dienstliches und Privates strikt zu trennen. Enge Freundschaften habe ich ebenfalls ausschließlich außerhalb der Arbeit (nur im Kontext Hobbies/ Interessen/ Zufallsbekanntschaften). Ehrlich gesagt, finde ich auch immer diese ganze gekünstelte Show peinlich, wenn jemand heiratet/ Nachwuchs bekommt/ Geburtstag hat. Das gehört nach meinem Gefühl eigentlich alles nicht ins Arbeitsumfeld. Meine Kollegen/innen sind nicht meine engen Freunde (geschweige denn Beziehungskandidaten) und ich glaube, dass jede/r besser damit fahren würde - wenn man mal realistisch ist. Damit würde sich auch jeder diese relativ wahrscheinlichen - dann leider halb-öffentlichen - Tragödien ersparen die durch Trennungen von Paaren am Arbeitsplatz entstehen. Sämtliche Liebesbezeigungen, Glückwünsche, etc. pp. bekommt man doch schon im privaten Bereich durch Freunde, Familie, neue schöne Bekanntschaften wo auch immer man unterwegs ist! - Nee, also bitte nicht am Arbeitsplatz. Danke für diese interessante Frage.
 
  • #20
War in leitender Funktion einer großen Firma in Berlin tätig.
Meine Sekretärin wollte damals mit mir Schlafen, was ich abgelehnt hatte. Für mich kam so etwas nie in Frage.
Ich habe mein ganzes Leben lang strikt Firma und Privatleben getrennt. So gab es nie Probleme!

Ich kannte aus einen Konzern in den ich zu vor arbeitete, dass dort viele Beziehungen entstanden sind und auch Ehen hervorgingen.
Diese hielten alle nicht wirklich lange.
Wie hier auch schon geschrieben wurde:
Wo die Liebe hinfällt!

Meine letzte feste Beziehung hatte ihren Mann auch in Ihrer Firma
(Post) kennengelernt und geheiratet. Ist seid einigen Jahren Witwe.
So etwas kann auch gutgehen.
Nur bin ich nie ein Freund davon geworden.

Bin selbst auch schon 12 Jahre Witwer, 62 Jahre alt und Rentner.
 
G

Ga_ui

  • #21
Naja, man kann sich doch nicht aussuchen, in wen man sich verliebt und bei der Sklavenarbeit, die jeder machen muss (also fast sein ganzes Leben im Geschäft verbringen) ist doch die logische Folgerung, dass man Gleichgesinnte im Job findet, in die man sich leicht verlieben kann.... Man hat selben Alltag, selbe Themen zum Reden, meistens auch selbe Intelligenzstufe. Für manche ist das schon genug. Die meisten suchen Routine und konservative Sicherheit.
 
  • #22
Affären gab es in meinem/unserem Unternehmen nicht, zumindest sind mir keine bekannt, auch keine Techtelmechtel mit etwaigen Chefs, dazu sind wir zu seriös und öffentlich.
Die Finanzbranche ist seriös.:)
Naja in den Medien liest man da dies ein wenig anders. Ich keine da z.B. einen Fall, wo in dieser Branche der Chef min. 10 Affären in den letzten 5 J. hatte. In einen anderen Fall hat der Chef gleich 2 seiner MA geschwängert. Früher konnte man dies alles noch unter Tisch fallen lassen und wurde kaum publiziert, aber heute sieht dies dank der Medien ein wenig anders aus. Wie seriös diese Branche ist, lässt ja ganz schnell googlen. Wenn das dann seriös ist, dann sollte man den Begriff seriös neu definieren.

Am Ende ist die Arbeitswelt wie ein Mikrokosmos und es gibt alles wie sonst auch. Wo ich z.B. arbeite ist die Quote der Trennungen nicht geringer als bei Paaren, die einen Partner außerhalb des Konzerns haben.

Dann kommt es auch immer auf den jeweiligen Arbeitgeber an. Ich war einmal vor ca. 10 J. bei einer Fa. beschäftigt, die dies unterbunden hat. Sobald dies dann herauskam, wurde einer der beiden Personen einfach betriebsintern versetzt. Lt. Betriebsvereinbarung war dort eine Versetzung bis zu 300 Km legitim und somit konnte z.B. dann einer von beiden sehr leicht von Frankfurt nach Freiburg oder nach Münster versetzt werden.
Gut dies ist dann aber eher die Ausnahme, da andere Arbeitgeber dies weniger interessiert. Bei der angesprochenen Fa. haben die Mitarbeiter diese Vorgehensweise als Eingriff in die Privatsphäre empfunden und einer sogar gegen die Versetzungen geklagt. Das damals zuständige Gericht sah dies aber nicht so und wies die Klage ab.
 
  • #23
Ich kenne selbst ein Paar das sich auf der Arbeit kennenlernte... er war vorher liiert und trennte sich für die 16 Jahre jüngere Frau (meine Kollegin). Sie wollte Ruhm, Geld und Status. Dadurch das man so dicht zusammen arbeitete wusste sie genau wann und wo sie den Minirock anziehen musste. Natürlich auch wen sie angraben musste denn ein einfacher Mitarbeiter wäre es nicht gewesen. Oft saß sie mir gegenüber mit ihren Chanel-Puder und jammerte das ihr Geld nicht reicht. Dies führte immer wieder zu Witzeleien der Kollegen.
Es gipfelte in einen Streit mit ihrem liebsten über ein falsch belegtes Brot. Alles wurde öffentlich ausdiskutiert ... gefühlt wie eine Seifenoper. Es war komisch aber auch nervig. Es interessiert mich nicht wann er aufsteht und ob seine Ex Stress macht. Selbst in Meetings gab es Beziehungsdiskussionen.
Mir öffnete es die Augen und ich habe seitdem eine Grundregel "Never ...in the Office".
Klar kann das funktionieren aber auch nur dann wenn Grenzen eingehalten werden. In meinen Beispiel war es am Ende nur noch eine Belastung.
 
  • #24
Noch etwas anderes ist mir bei diesen Beziehungen innerhalb der Company auch aufgefallen.

Gerade Ehepaare die schon 15 J. und mehr verheiratet sind und auch diese Zeit in den Unternehmen beschäftigt sind, haben oft auch privat nur ein Gesprächsthema. Ich kenne da z.B. 2 solche Paare und im Laufe der Zeit hat sich hier der Kontakt meinerseits minimalisiert. Ein anderes Thema wie die Firma kennen diese leider nicht und wehe man wird dann kritisch oder verweist auf div.negative Berichte in den Medien. Dies gleicht auch schon fast einer "Majestätsbeleidigung", etwas gegen dieses Unternehmen zu sagen. Diese beiden Paare sind dann gleich 2 x verheiratet. Einmal mit der Firma und des 2-mal beim Standesamt.
 
  • #25
Warum eigentlich nicht in der Firma? Ich bin doch immer noch ein Mensch, der Gefühle hat, Bedürfnisse, und kein abgerichteter Roboter. Und ich lasse mir, mit Verlaub, auch von Keinem sagen, ob ich darf oder nicht darf, das ist doch völlig albern. Wo sich Menschen treffen, lernen sich auch Menschen kennen.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #26
Im eigenen Interesse sollte man mit Kollegen höchstens befreundet sein, was ja förderlich für das Betriebsklima ist. In meiner Vorverwendung war da so einer, der mit jeder neuen jungen Kollegin angebandelt hat, um sie einige Monate später knallhart abzuservieren. Die diversen Beobachter hatten ihren Spaß und amüsierten sich köstlich. Den jungen Damen war's so peinlich, dass sie sich eine andere Stelle suchten. Irgendwie stimmt diese amerikanische Weisheit "never f+++ the company"
 
  • #27
Bei diesem Thema werden Äpfel und Birnen in einen Topf (beruflichen Topf) geworfen.

Natürlich sollten irgendwelche Sexgeschichten beruflich tabu sein, aber ich schreibe eben gerade nicht von Affären und Liebschaften, sondern eben von stabilen Ehen, welche sich über einen längeren Zeitraum eben durch die berufliche Verbindung ergeben haben.

Diese Paare waren wohl keine Hauruck und auf den ersten Blick Verliebte, sondern ließen es langsam angehen, man war erst kollegial verbunden, aufgrund dieses regelmäßigen Kontaktes (wie erwähnt über Abteilungen oder Filialen hinweg, nicht unbedingt im gleichen Büro) entstand dann ein freundschaftlicher und später ein herzlicher Kontakt.

Mir gefällt dieses "herantasten" sehr gut, man kannte den Kollegen als Mensch schon vor dem Liebesgesäusel und besagte Paare sind heute ü/50 (damals Mitte 20) und heute noch zusammen.

Stabile Ehen, welche sich im Beruf und nicht in der Katalogmentalität der Onlinebörsen, Bars oder um die Häuser ziehen sich ergaben, denn man suchte nicht, aber fand.
 
  • #28
In meiner Firmer haben auch zwei zueinander gefunden. Nach 10 Jahren haben sie sich selber zugestanden was alle anderen schon gesehen haben. Er verließ dann für seine 2 Jahre ältere Chefin seine 15 Jahre jüngere Frau. Auf der Arbeit gehen beide sehr professionell miteinander um. Da gibt es keine Küsschen zwischendurch. Und beide sind mit 53/55 privat wie verliebte Teenager. Sie hatten lange Zeit sich kennen zu lernen. w54