• #1

Warum haben eigentlich manche nie geheiratet?

Dies ist jetzt eine Gegenfrage zu den Thread https://www.elitepartner.at/forum/frage/warum-habt-ihr-geheiratet.73591/ Diese Frage ist hier doch gängiger als zu fragen, warum manche nicht geheiratet haben.

Fehlte denjenigen nur der eigene Partner, um dies zu tun oder hatte man eher keinen Mut um ein Risiko einzugehen oder ist auch der Staat daran Schuld.

Warum kann man sich nicht so schnell wieder scheiden lassen, wie man heiratet. Wenn ich mich heute entscheide zu heiraten, dann habe ich in ca. 4 Wochen einen Termin am Standesamt und wenn ich heute mich trenne, dann bekomme ich frühestens Ende 2018 einen Gerichtstermin.

Ich hatte jedenfalls beides. Den Mut und die geeignete Partnerin und nach 15 Jahre war es halt dann, aber ich möchte die 15 Jahre zu 95 % nicht missen. Aus dieser Zeit habe ich auch so viel gelernt, dass ich mich über die Ehen unterhalten kann.
Wer dies nie erlebt hat, den fehlt in meinen Augen auch die Erfahrung darüber und nur von Hören/Sagen wird man nicht immer schlauer. Ich kann mir auch die Schmerzen bei einer Geburt von den Müttern vorstellen, aber wenn man selber keine Kinder geboren hat, dann fehlt einen die leibhaftige Kenntnis.

Also warum hat man nie geheiratet?
 
  • #2
Wozu? Ich habe mein eigenes Geld, will weder Haus bauen noch Familie gründen. Ich brauche keine teure Heirat (und Scheidung), ist für mich altbacken und Geldverschwendung. "Für immer"- das kann ich auch keinem versprechen.
 
  • #3
1. Andere Dinge waren zum Teil wichtiger, d.h. mit Anfang 20 war ich sehr damit beschäftigt zu studieren, ins Ausland zu gehen, erste Joberfahrungen aka HiWi, Doktorat, die Welt erkunden.

Heirat mit 25 hätte ich als eine starke Einschränkung empfunden.

Mein Vorbild war Marie Curie also wollte ich eine kluge, allgemein gut gebildete, kosmopolitische, welterfahrene Frau werden, die wichtige wissenschaftliche Dinge vollbringt.

Ich sah damals Männer als dazu da, mich anzuschmachten und das war schön, aber mir kam eine Heirat einfach nicht in den Sinn.

Eine Ausnahme wäre ein wirklich außergewöhnlicher Mensch aber den traf ich nicht sondern normale Studis, Doktoranden.

2. Himmelhohe Erwartungen und Ansprüche wie ein Mann zu sein hat und was er alles für mich machen soll.

3. Keine Lust auf Verantwortung und Finanzenteilen etc. Zuerst machte ich mich daran meinen eigenen Grundstock aufzubauen, denn ich traue Männern nicht und sichere mich lieber selber ab.

4. Fehlende sexuelle Anziehung, weil meine Dates zu unerfahren und zu unerotisch und grob. Also zu wenig interessante Auswahl.

5. Klugheit und wenig Lust auf ständige Kompromisse.

Ich bin grundsätzlich etwas rebellisch und folge nie der Masse. Und es macht mir Freude Fehler anderer Menschen NICHT machen zu müssen.

6. Allgemein ein Hang zur Analyse und Reflexion - dadurch bin ich emotional schwerer "erpressbar" denn ich durchschaue vieles und lasse mich auf vieles nicht ein egal was der Druck von Außen diktiert.

7. Einfach Männer gekannt die für mich absolut inakzeptabel waren - entweder gesellschaftlich oder vom Aussehen her, oder psychisch instabil oder vom Charakter her faul und leichtsinnnig mit wenig Prinzipien.
 
  • #4
Bei mir war es so, dass ich bis ich ca. 30 war, überhaupt keine Lust aufs Heiraten hatte. Mein damaliger Freund genauso, wir haben auf Nachfrage oft gescherzt, "wer nimmt uns denn noch?"
Wir haben uns dann getrennt und im Nachhinein heute weiß ich, es hat halt nicht gepasst. Danach hatte ich einen Freund, der unbedingt heiraten wollte, aber ich nicht. Grundsätzliches (vor allem sexuell) hat nicht gepasst und ich konnte mir nicht vorstellen, mit ihm (gähn) alt zu werden.
Dann traf ich ihn: geschieden, 15 Jahre älter und ich wusste, er wird der Vater meines Kindes. Ihn hätte ich heiraten wollen. Wir haben alles zusammen geschafft: im Ausland gelebt, ein Kind zusammen bekommen, danach noch ca. 5 Jahre zusammen gelebt, bis er gemerkt hat, er will mich nicht heiraten. Das hat er dann auch lautstark kommuniziert. Und mir sehr weh getan.
Er hat sich von mir getrennt und eine Ärztin, nochmals 5 Jahre jünger als ich, geheiratet weil sie ihn finanzieren kann. Das weiß ich genau weil er seit ca. 1 Jahr an mir herumbaggert, doch ein sexuelles Verhältnis anzufangen, da seine junge Frau doch leider so asexuell sei.
Sorry, ich bin abgedriftet aber das sind die Gründe warum ich nie verheiratet war.
W52
 
  • #5
Ich wollte mit 31 heiraten und wir sagten die Hochzeit ab,weil es plötzlich jemand anderen gab.....für mich eine der größten Zäsuren in meinem Leben. Danach gab es keinen Mann mehr, den ich geheiratet hätte. Einer hätte mich gerne, ich ihn jedoch nicht.
Ich wäre gerne verheiratet, es ist für mich, ich weiß, dass in diesem Forum viele anders sehen, das volle Bekenntnis für diesen Menschen, auch vor Gott, was mir ebenfalls wichtig wäre. Auch das sehen hier viele anders. Mit 50 wollte ich verheiratet sein. Hat nicht geklappt. Dann eben mit 60.
Weshalb immer gleich wieder an Scheidung gedacht wird verstehe ich nicht ganz. Ich brauche auch nicht zu heiraten um versorgt zu werden. Ich würde und werde immer nur aus einem Grund heiraten: aus Liebe.
Bislang, um die Frage zu beantworten: es gab einfach nicht den richtigen Partner.
 
  • #6
"Also warum hat man nie geheiratet?" Warum hätte man sollen? Die Ehe ist eine archaische Institution die längst überholt ist, und für die Männer sogar nur zum Nachteil gereicht. Es gibt nichts, was man auch nicht ohne verheirtet zu sein ist und macht, und im Ernst, wenn ich ein Kunstgebilde wie die "Ehe" brauche um, z.B., ewig treu zu sein, na dann kann ich mir sowas auch schenken, denn wenn ich nicht ohne Ehe treu sein kann, dann kann ich es in der Ehe auch nicht. Ich kenne SO viele Pärchen die meinten vieles würde sich, zum Besseren, ändern, wenn sie heiraten, und alle wurden enttäuscht.
 
  • #7
Wieso sollte man heiraten? Kostet Geld und Nerven und den Partner wird man deutlich schwerer wieder los als wenn man nur lose zusammen ist. Ob es geeignete Partner gibt - keine Ahnung. Ich sehe für mich das Problem nicht mit der falschen Frau, sondern mit der biologischen Rolle von Männern und Frauen insgesamt. Die Vorstellung einer Frau ein gutes Leben auf meine Kosten zu bieten finde ich extrem unangenehm aber andere Gründe hat eine Hochzeit nicht, es ist praktisch ein Schenkungsvertrag vom Mann an die Frau.
 
P

Parmenida

  • #8
Nie geheiratet habe ich, weil ich wusste, dass eine Paar- und Wohngemeinschaft nicht die richtige Lebensform für mich ist.

Das wusste ich von der Ko-Existenz mit meiner übrigens sehr lieben und toleranten Ursprungsfamilie her.
Das ständige Zusammenleben mit anderen Personen in einer Wohnung empfinde ich als einschränkend und belastend. Ich lebe lieber allein und muss mich nach niemandem richten. Meine Kompromissfreude hält sich in engen Grenzen.

Bestimmt gibt es Menschen, für die Heirat, Ehe + Familie das 'richtige Glück' sind. Für mich ist es das definitiv nicht.
Nur weil alle einen bestimmten Pfad entlanglaufen,weil der schon ausgetrampelt ist, muss ich nicht mitlaufen!
 
  • #9
Also, ich, Baujahr 82, bin in einem Umfeld großgeworden, in dem man einfach nicht heiratet. Und wir waren trotzdem Familie. Meine Eltern waren niemals verheiratet, meine Großeltern sind geschieden. Auch heute in meinem Freundeskreis ist bis heute nur ein einziges Paar verheiratet, ansonsten kenne ich nur unverheiratete Paare. Über die Qualität der Beziehung sagt dies aber nichts aus.

Ich weiß aus eigener Erfahrung, das Liebesbeziehungen auch ohne Trauschein sehr lange halten können und Kinder in solchen Beziehungen gesund großwerden können. Es gab bei uns im Familienleben überhaupt keinen Unterschied zu verheirateten Familien. Den Kindern in meiner Klasse ging es größtenteils genauso.

Ich würde, wenn überhaupt, nur aus irgendwelchen eventuellen finanziellen Vorteilen heiraten, wenn es überhaupt welche gibt, denn die Liebe gibt es sowieso auch ohne Ehering. Sonst hätte ich ja überhaupt keine Beziehung, wenn keine Liebe da wäre. Die wird ja nicht plötzlich mehr oder weniger, nur weil wir ein Dokument unterschrieben haben.

Aber ich glaube, ich möchte überhaupt nicht heiraten. Wenn ich nur an das teure Fest, das alberne weiße Kleid, das Versprechen und den Kuss vor Zuschauern, Kutschen und weiße Tauben denke, dann kriege ich ein ganz peinliches Gefühl in der Magengegend. Nee, heiraten ist nichts für mich.
 
  • #10
Weißes Kleid sollten eher diejenigen Tragen, die noch Jungfrau sind, aber viele sind eigentlich noch Jungfrau, wenn sie ein weißes Kleid auf den Standesamt tragen.

Also liegt das Hauptproblem in Deutschland beim Staat.
In Österreich besteht z.B. keine Anwaltspflicht und bei einer einvernehmlichen Scheidung betragen die Kosten ca. 300 € pro Paar. Würde dies in Deutschland auch so ablaufen, da bekämen wohl die Anwälte eine Krise.:)

Gegen das Restrisiko könnte man in Deutschland auch Eheverträge juristisch zulassen, die das Risiko schmälern. Bei der Scheidung Brad Pitt ./. Angelina Jolie wurde der Zugewinn unter den Kindern aufgeteilt anstatt unter den Ehepaaren. Ich fand dies sogar sehr gut und es heißt ja immer zum Wohle der Kinder, aber so ein Ehevertrag würde in Deutschland vor Gericht nicht zugelassen.

Wenn das nächste Mal der eine oder andere Politiker wieder sagt, dass so wenige in Deutschland heiraten, dann sollte man den Politiker Beispiele aus anderen Ländern an den Kopf werfen und ihn aufzeigen, was man alles juristisch in Deutschland ändern könnte. Jedoch bevor die Anwaltspflicht fällt, lässt man eher andere
 
  • #11
Wer dies nie erlebt hat, den fehlt in meinen Augen auch die Erfahrung darüber und nur von Hören/Sagen wird man nicht immer schlauer.
Hm, Magnus, das mag sein. Aber ich habe keinesfalls das Gefühl, dass die Erfahrung einer Ehescheidung mir in meinem Leben fehlt. Ich sehe es jedenfalls nicht als Defizit, eine Scheidung nicht erlebt zu haben. Im Gegenteil, für mich persönlich wäre es eine Bankrotterklärung in meinem Leben, eine Scheidung erlebt zu haben, denn eine Eheschließung heißt in meinen Augen und nach meinen persönlichen Werten "für immer" und "für ein Leben lang", und nicht "bis zur Scheidung"... von daher bedauere ich diese fehlende Erfahrung keinesfalls.

Mein Mann [nicht Ehemann] und ich waren über zwanzig Jahre zusammen, bis zu seinem Tod. Sonst wären wir ganz sicher heute noch beieinander. Wir haben nie geheiratet. Einfach, weil wir überhaupt niemals auf die Idee gekommen sind, zu heiraten. Wir hatten bis zum Schluß in unserer beiden Augen die perfekte Beziehung, die von tiefer Liebe zueinander getragen wurde. Das war mit nichts mehr zu toppen. Wir waren über zwanzig Jahre lang miteinander im siebten Himmel. Es gab keinerlei Gründe, dem Staat unsere Liebe zu versichern, wir haben sie uns einander versichert. Das hat uns gereicht. Das als Antwort auf Deine Frage.

Hinzu kam, das für uns beide die Ehe eher eine Farce war, eben WEIL es Scheidungen gibt...

Grüßle
 
  • #12
Weißes Kleid sollten eher diejenigen Tragen, die noch Jungfrau sind, aber viele sind eigentlich noch Jungfrau, wenn sie ein weißes Kleid auf den Standesamt tragen.
Das kommt noch erschwerend hinzu! Aber unabhängig von der Farbe habe ich bei zahlreichen Auftritten mit meiner Band bei Hochzeiten einfach die Beobachtung gemacht, dass die Bräute/ Brautjungfern in ihren Kleidern aussehen wie ein zu groß geratenes Bonbon. Sie alle wollen einmal im Leben Prinzessin sein, aber nur die wenigsten haben Figur und Körperhaltung, um in so einem Kleid nicht total verkleidet auszusehen. Von außen ist schon alleine das sehr lustig anzusehen und manchmal auch peinlich. Da muss man sich manchmal ganz schön das Lachen verkneifen. Aber mal das ganze Primborium beiseite:

Mir fällt auf, dass viele der Kommentatoren, welche nicht (mehr) heiraten wollen, beim Wort Heiraten sofort das Ende gleich mitdenken. Daher rühren dann natürlich auch die Überlegungen, wie teuer eine Scheidung ist, und dass langjährige Lebenspartnerschaft ja viel billiger wäre. Soweit würde ich vielleicht auch nicht mitgehen. Aber vielleicht dahin:

Vielleicht entsteht der Beschluss der Eheschließung tatsächlich am Scheitelpunkt der Unvernünftigkeit, die eine Verliebtheit oder starke Liebe eben natürlicherweise so mit sich bringt.

Heiraten ist nun mal ein Risiko. Ja, man verpflichtet sich unter anderem auch finanziell. Jeder weiß, dass es nie eine Garantie gibt. Trotzdem heiraten jährlich zig-tausende Paare, sehenden Auges. Man kann vielleicht einfach davon ausgehen, dass sie es einfach versuchen wollen und ausblenden, dass die Ehe auch unglücklich sein könnte. Unter dem Motto "nach uns die Sintflut".

Ich glaube, wenn die Menschen nicht ein wenig Lust auf dieses Risiko hätten, gäbe es keine Ehen.
Das ist eben die Entscheidung jedes Einzelnen. Und das ist auch gut so. Andere machen Fehlinvestitionen auf dem Aktienmarkt, nehmen Kredite auf für Häuser oder was weiß ich, und wieder andere heiraten eben.

Gottes Garten ist bunt. ;-)
 
  • #13
Magnus, nimm es mir nicht übel. Aber dein Post #9 sowie zahlreiche andere Beiträge zu dem Thema zeugen einfach von sehr viel Unwissenheit zu dem Thema Heirat und Ehe. Und aus Unwissenheit entstehen auch oftmals Vorurteile.

Rein juristisch hat das schon alles seinen Sinn. Auch der Anwaltszwang bei der Scheidung. Einfach zur geordneten Rechtspflege, wie immer, wenn es Anwaltszwang gibt. Gerade beim Thema Familienrecht fehlt juristischen Laien nicht nur der Sachverstand, sondern das Ganze läuft auch meistens sehr emotional ab. Und nicht nur Jungfrauen oder Bräute kirchlicher Trauungen dürfen weiße Kleider tragen. Das war einfach nur ein Modetrend aus den Königshäusern vergangener Zeiten, zumal weiße Gewänder kostbar waren (aufgrund der Dreckanfälligkeit für das "einfache Volk" undenkbar). Eine Ehe führt auch automatisch niemals zur Versorgung oder irgendwelchen Schenkungen vom Mann an die Frau. Das Familienrecht ist weitestgehend geschlechtsneutral formuliert, das Eherecht hierbei ohnehin. Wenn es gesellschaftlich einfach wie immer noch weitestgehend Konsens ist, dass Frauen weniger erwerbstätig sind und mehr Familienarbeit leisten, wundert die Unterhaltspflicht der Männer nicht. Das hat aber nichts mit der Ehe an sich zu tun, zumal man hier auch sehr gut Gütertrennung vereinbaren kann.
 
  • #14
Wer dies nie erlebt hat, den fehlt in meinen Augen auch die Erfahrung darüber und nur von Hören/Sagen wird man nicht immer schlauer. Ich kann mir auch die Schmerzen bei einer Geburt von den Müttern vorstellen, aber wenn man selber keine Kinder geboren hat, dann fehlt einen die leibhaftige Kenntnis.
Also warum hat man nie geheiratet?
Nein, ich benötige kein Gesetz und keine Heirat um Erfahrungen zu sammeln, es ist eher umgekehrt der Fall, das Gesetz und der Heirat nimmt mehr Freiheiten und Unabhängigkeiten und versucht mich in vielen Situationen in eine bestimmte Richtung zu beeinflussen, was ich schon in frühen Jahren im Umfeld sah und ich es so nicht möchte. Wenn jemand die Finger verbrannte weil er sie auf die heiße Herdplatte legte und selber die Erfahrung machen wollte, so muss ich das noch lange nicht tun. Und noch etwas dann kann gar nicht so alt werden um alle Fehler selber zu machen, ich möchte aus meinen Fehlern lernen aber ich möchte weise werden aus den Fehler anderer! Ich glaube, dass die allermeisten Menschen ganz unbewusst und konditioniert denken und handeln!
 
  • #15
Das Familienrecht ist weitestgehend geschlechtsneutral formuliert, das Eherecht hierbei ohnehin.
Natürlich, sonst könnte man ja den deutschen Staat dafür verklagen. Dies hat nichts mit Anerkennung zu tun, sondern ist nur ein Selbstschutz.
irgendwelchen Schenkungen vom Mann an die Frau.
Schenkungen nicht, aber sie können den Staat entlasten.
Wenn z.B. der eine Part während der Ehe erwerbsunfähig wird, dann darf der andere Part bei der Scheidung dafür bezahlen. Ohne Ehe wären die kosten beim Staat geblieben.
Und aus Unwissenheit entstehen auch oftmals Vorurteile.
Und aus dieser Unwissenheit sagte wohl auch der ehemalige Bundesinnenminister Otto Schily, dass man es juristisch mit einem Mord leichter hat als mit einer Scheidung. Weil er dann so unwissend ist, ist er auch kein Bundesinnenministermehr.

Und mit dem Anwaltszwang muss man einfach einmal abwarten, wie das EGMR in Straßburg bei den eingehenden Klagen urteilt. Dank der EU hat ja jetzt Schleswig-Holstein ein Bergrettungsgesetz, da dieses Gesetz jedes Bundesland braucht. Wie hoch ist eigentlich der höchste Berg in Schleswig-Holstein? 100 oder 150m.

Also ich weiß es nur von meiner Scheidung und da hat der gemeinsame Anwalt kaum etwas selber getan. Der Rentenausgleich wurde automatisch von der Rentenanstalt getätigt, aber nur in Deutschland. Der Ausgleich von Spanien, Frankreich und Österreich müsste in den jeweiligen Ländern separat getätigt werden. Den Zugewinn hätte auch jeder Buchhalter berechnen können Also der Anwalt hat ca. 5.000 € bekommen und kaum etwas dafür getan. Gut wenn ich nicht so viel Vorarbeit getätigt hätte als Laie, dann wäre es eventuell noch teurer. Wie kann eigentlich ein Anwalt sich auf die Arbeit eines Laien verlassen.:)

Das Familiengericht ist sowieso eher Gericht 2. Klasse.
Ein guter Freund von mir ist Anwalt fürs Strafrecht und er sagte, dass das Strafgericht ehrlicher ist als das Familiengericht. Wenn das Strafrecht so agieren würde, wie das Familiengericht, dann könnte ein Mordprozess auch ganz locker über 5 Jahre gehen und man kann jedes Urteil wieder juristisch anfechten.

Und das mit dem weißen Kleid und die Jungfräulichkeit war eher nur ein Joke, aber manchen fehlt hier der Sinn dafür. Ja manche gehen halt lieber zum Lachen in den Keller. Ich hatte in der Vergangenheit auch des Öfteren ein Lob für mein Profil bei EP von anderen Frauen bekommen. Mein Profil ist nicht so bierernst wie die Meisten. Vielleicht fehlt ja manchen der Sinn für Humor, da ja dies in der SB so bierernst sein muss.:)
 
  • #16
Mir persönlich fehlte immer der Anreiz den Weg bis zum Standesamt zu gehen. Oft war es so das ich nicht wusste welchen nutzen mir das ganze bringen soll. Teilweise war ich zwar Verlobt zu mehr hat es aber nicht gereicht. Sobald es ernst wurde lief ich weg. Die Kosten einer Scheidung waren mir zu hoch. Zuviel Verantwortung innerhalb der Partnerschaft empfand ich immer als zu belastend.
Leider war es ebenfalls beim Kinderwunsch so. Nun bin ich eine 44 j. Frau die nie verheiratet war und keine Kinder hat.
Hätte ich noch vor 10 Jahren nicht gedacht - aber hinsichtlich der kaputten Partnerschaften für mich passender.
 
  • #17
Ich habe sehr schlechte Beziehungserfahrungen und komme aus einer dysfunktionalen Familie. Familie verbinde ich mit psychischer Vernichtung von wehrlosen kleinen Menschen.

Ich habe es überlebt. Meine Mutter ist allerdings in dem Setting an Krebs erkrankt und später gestorben.

Es war für mich völlig undenkbar, eine ähnliche Beziehungskonstruktion einzugehen.

Ich habe für mich ausgetestet in wie weit Partnerschaft für mich funktioniert. Und enge feste Bindungen kommen für mich auch heute nicht in Frage.

Der letzte Heiratswunsch wurde vor ca. 1 Monat an mich herangetragen. Ich musste leider passen.
 
  • #18
Wie kommst du auf die Idee das man Mut braucht um etwas zu machen, was praktisch jeder macht und sich dann einzugestehen, dass es ein Fehler war, was jeder 2. macht??
Ich wollte nie heiraten, sehe keinen Sinn dahinter. Ich finde Beziehungen ohne Heiraten sehr viel wertvoller da man sich viel einfacher trennen könnte und trotzdem zusammen bleibt. Wie viele Ehen halten nur auf dem Papier weil Scheidungen kompliziert und teuer sind? Dann lieber ohne Ehe mit dem Wissen dass der andere jederzeit gehen könnte - und trotzdem bleibt!
Das Gedönse mit der Hochzeit an sich kann ich nicht mehr sehen, habe schon mit 16 in Hotels gejobt in denen Samstags Hochzeiten statt fanden - albern, teuer und oft auch verlogen.
Oft war die Braut am heulen, die Rechnungen konnten nicht bezahlt werden aber trotzdem wurde geklotzt und ganz dämlich fand ich Bräute in weissen Kleidern die schon Kinder hatten...
Es gibt wesentlich mutigeres als Heiraten, der einzige Grund wären in meinen Augen Kinder solange die Rechtslage unverheiratete Mütter und Väter nicht auf dem gleichen Level absichert.
Das ist aber auch das Einzige, das Gerede hier vom Staat und warum man als Laie die Scheidung selber organisiert, interessiert doch nicht im Geringsten.
 
  • #19
Also liegt das Hauptproblem in Deutschland beim Staat.
In Österreich besteht z.B. keine Anwaltspflicht und bei einer einvernehmlichen Scheidung betragen die Kosten ca. 300 € pro Paar. Würde dies in Deutschland auch so ablaufen, da bekämen wohl die Anwälte eine Krise.:)

Top Beitrag. Die Ehe ist der einzige "Vertrag" in Deutschland, der nicht wieder durch beide Parteien einvernehmlich aufgelöst werden kann. Ich halte das für bedenklich und evtl. rechtswidrig. Aber die Lobbyarbeit der Anwälte wird stark genug sein...

Aber auch ich möchte als noch Verheirateter etwas sagen. Hier herrschen sehr viele Vorurteile und negative Denkweisen.
1. Nicht jede Hochzeit findet in Weiß mit großem Brimborium statt.
2. Nicht jede Ehe scheitert
3. Ehe engt nicht zwangsläufig ein
4. Nicht jede Scheidung wird teuer (ein Anwalt reicht, wenn sich beide einig sind)
5. off Topic. Es gibt auch unverheiratete Paar, die zusammenbleiben, weil sie Angst vor dem Alleinsein haben etc. pp.

M 47
 
  • #20
Zweimal hats nicht geklappt - einmal wars wohl "klassische Liebe" - aber ein tödlicher Unfall hat einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wäre eine ital. Hochzeit geworden, ein Riesenfest für die Galerie. Scheidung unmöglich. Dafür alle Freiheiten ital. Männer in einer Ehe.
Beim 2. Mal wars mehr Geschäft. Hätte auch ein riesiges Fest gegeben. Wir waren beide froh, dass wir dann doch nicht mussten.

Als Bonbons wären beide Frauen nicht rumgelaufen, ital. Grandezza bzw "aristokratische" Erziehung. Naja, der Tag geht auch vorbei - wie jeder andere.
Zu beiden Frauen habe ich noch heute guten Kontakt.

Und heute? Verdiene ich ganz gut daran, ehelich gemeinsame Firmen zu erhalten. Ich sehe die Ehe eigentlich nur als Vertrag an. Je schlechter der Vertrag ist, desto mehr Arbeit habe ich. Je emotionaler die Trennung ist, umso einträglicher für mich. Und ich habe dazu den Vorteil, im Hintergrund zu arbeiten. Die Tränen und das Gebrülle bekommen zum grössten Teil die Anwälte ab. Insofern bin ich ein grosser Freund der Ehe - solange ich nicht muss. Einladungen zu Hochzeiten lehne ich meist ab - wann immer das machbar ist. Einmal war ich Trauzeuge - komischerweise und trotz meinem Mitwirken hält diese Ehe seit 27 Jahren.
 
  • #21
@# 18 Cho Oyu
Danke!

Ein bisschen arg schwarz weiß hier. Kein Mensch muss im weißen "Törtchenkleid" heiraten, wenn sie nicht will. Wenn andere das tun, ist das ihre Sache. Heutzutage kann ja fast überall auf jede Art geheiratet werden (das geht auch zu dritt an einem Strand ohne weitere Zeugen im Bikini/Badehose). Wer einen Partner auf Augenhöhe hat, braucht auch keine Angst haben, dass der-/diejenige nur am Geld interessiert ist, weil es dann eh keine Unterhaltsansprüche gibt. Bei unterschiedlichen Gehältern hat der Besserverdienende i. d. R. Steuervorteile. Eine einvernehmliche Scheidung muss auch kein finanzielles Desaster sein. Augen auf bei der Partnerwahl.

Die Käfigvorstellung finde ich auch irgendwie seltsam. Auch weil sie meistens von Männern kommt, aber oft Frauen diejenigen sind, die sich dann tatsächlich scheiden lassen. Das Argument mit, die Frau kann den Mann ja dann ausnehmen, hinkt auch. Ich würde nicht von einem Mann finanziell abhängig sein wollen. Rein statistisch ist es auch eher so, dass AE-Frauen unter der Armutsgrenze leben. Insofern ist die Ehe für Frauen nicht weniger ein finanzielles Risiko (insbesondere wenn Kinder dazu kommen).

Wer sich von der Ehe eingesperrt fühlen würde und Angst hat, sich nicht mehr leicht trennen zu können, sollte vielleicht auch keine Beziehung eingehen und es offen unverbindlich halten. Wenn ich sowieso nicht vorhabe, bei einem Partner zu bleiben, wozu dann überhaupt binden?

Ich kenne auch keine Frau, die aus Versorgungsüberlegungen geheiratet hätte. Die haben einfach "den Richtigen" (für sich) gefunden und wussten, den will ich in meinem Leben nicht mehr missen. Der Ehering hat an der Beziehung (laut deren Aussage) gar nichts verändert, war nur ein Symbol.

Ich bin nicht verheiratet. Habe seither nicht den Richtigen kennengelernt (gehabt) wie einige hier. Ist ja auch ok, wenn man nicht heiraten möchte. Sollte man aber offen mit umgehen und sollte einen dann auch nicht wundern, wenn andere das wollen und deswegen das Weite suchen.
 
  • #22
Aber die Lobbyarbeit der Anwälte wird stark genug sein...
Das liegt nicht nur an der Lobbyarbeit, sondern vielleicht auch daran das viele Politiker früher vor ihrer politischen Karriere selber den Anwaltsberuf nachgegangen sind. Wenn die politische Karriere vorbei ist, dann werden Sie wieder im Anwaltsberuf tätig.

Da ja über 80 % der Scheidungen in Deutschland einvernehmlich sind, könnte man auch einen Moderator anstatt eines Anwalts vor Gericht verpflichten. Aber dann würden einige der ca. 170.000 Anwälte in Deutschland eine Krise bekommen, da ja ihnen gewisse Einnahmen abhanden kommen.
 
  • #23
Was gerne vergessen wird: Die Heirat bringt nicht so sehr finanzielle Nachteile sondern viel mehr Vorteile und Absicherung. Neben den viel genannten Steuervorteilen zB die Vorteile von Familienversicherungen und die Witwer/nrente im Falle des Todes eines Ehepartners. Daneben gibt es noch allerlei weitere Privilegien.
Rein wirtschaftlich ist eine Ehe für beide Partner ein gutes Geschäft. Dies gilt auch im Falle einer Scheidung, selbst dann stehen beide Partner nachher in der Regel besser da als ohne die Heirat. Dies ist nur dann anders, wenn das Gehaltsgefälle zwischen den Ehepartnern groß ist und kein Ehevertrag geschlossen wurde, aber das hat man beides selbst in der Hand. Ich verstehe daher die finanziellen Einwände vieler Menschen nicht, denn diese sind nicht zutreffend.
 
  • #24
Die Scheidungsrate in D liegt laut Wikipedia bei ca. 40%. Diese Zahl sagt doch alles, das (vor allem finanzielle) Risiko einer Scheidung ist zu hoch. Nach Lage der Dinge verdient der Mann in einer Ehe meist mehr, das wiederum löst nach der Scheidung Zahlungsströme vom Manne zur Frau aus, die sein finanzielle Wohlergehen empfindlich schmälern.
 
  • #25
Ich nehme die Ehe sehr ernst.

In meiner Familie gibt es lediglich in der weitläufigen Verwandtschaft einen einzigen Scheidungsfall. ALLE verwitweten Verwandten blieben selbst dann alleine, wenn sie ihren Partner früh verloren hatten.

Derart geprägt (Ehe gleich lebenslang, komme, was wolle, und über den Tod hinaus) kann ich ein Eheversprechen nur dann abgeben, wenn ich absolut sicher bin. 100 %-ige Sicherheit gibt`s aber eigentlich nicht. Mit Restzweifeln geht mir der Schwur nicht über die Lippen.

Wahrscheinlich heirate ich irgendwann im Spätherbst meines Lebens, "lebenslang" wird ja immer kürzer.
 
  • #26
das wiederum löst nach der Scheidung Zahlungsströme vom Manne zur Frau aus, die sein finanzielle Wohlergehen empfindlich schmälern.
Wer so berechnend denkt, sollte doch kein Problem damit haben, die Zahlungsströme einfach als Gegenleistung für ein trautes Heim, gutes Essen und schönen Sex zu sehen.

Wer ein finanziertes teures, nicht (oder im konkreten Fall nicht) versichertes Auto zu Schrott fährt, ist auch in seinem finanziellen Wohlergehen geschmälert.
 
  • #27
Oh je... Warum sollte man?!

Weil es die Gesellschaft erwartet? Mitnichten!

1. Man hat keine steuerlichen Vorteile mehr (keine Kinder und auch k3ine geplant/gewollt)

2. Haus kaufen geht ebenfalls ohne Probleme so (machen wir gerade)

3. Ich bin Atheistin ebenso wie mein Mann ungläubig ist (und das ist verdammt gut so). DE ist übrigens das einzige Land auf der Welt wo der Glaube den Mitbürgern Geld kostet. Fragt euch mal warum. ;) So ein System unterstützen wir nicht.

w., 31
 
  • #28
Die Scheidungsrate in D liegt laut Wikipedia bei ca. 40%. Diese Zahl sagt doch alles, das (vor allem finanzielle) Risiko einer Scheidung ist zu hoch. Nach Lage der Dinge verdient der Mann in einer Ehe meist mehr, das wiederum löst nach der Scheidung Zahlungsströme vom Manne zur Frau aus, die sein finanzielle Wohlergehen empfindlich schmälern.

D.h. das 60 % gut gehen. Beim einen ist das Glas halb leer. Eine Erfolgschance von über 50 %. Wie viele würde dann Lotto spielen, weil sie es als so positiv ansehen??? Fast alle!

Und siehe #22Natali5: Das was die Scheidung kostet, sparst du vorher ein :). Es sei denn du machst die Hochzeit in weiß mit 480 Leuten. Wir waren mit 10 Leuten essen und gut war. Die geplante Grillparty fiel zwar aus, hätte aber alles andere als ein finanzielles Loch gerissen.

Mir sind die Aussagen hier zu undifferenziert (wie so oft, wird die eigene Meinung als das einzig Wahre hingestellt).

Es gibt die Pessi- und die Optimisten. Jeder soll doch bitte tun was er / sie will unabhängig von Statistiken.

M 47
 
  • #29
Wer so berechnend denkt, sollte doch kein Problem damit haben, die Zahlungsströme einfach als Gegenleistung für ein trautes Heim, gutes Essen und schönen Sex zu sehen.
Frauen können im Durchschnitt schlechter kochen als Männer, ein trautes Heim gibts auch alleine und Sex wird für die Frau unwichtig sobald der Ring dran ist (zumindest Sex mit dem Ehemann).
Was waren noch gleich die Vorteile???

D.h. das 60 % gut gehen. Beim einen ist das Glas halb leer. Eine Erfolgschance von über 50 %. Wie viele würde dann Lotto spielen, weil sie es als so positiv ansehen??? Fast alle!
Beim Lotto kannst du was gewinnen, bei der Ehe kann Mann nur verlieren.

Ich werde niemals heiraten, da ich dadurch nur Nachteile habe.
Meine EX habe ich innerhalb von 4 Wochen aus meinem Haus entfernt, wobei ich noch sehr kulant war. Ich hätte sie auch von heute auf morgen rauswerfen können. Jetzt entscheide nur ich und nicht irgendein Richter.
Kluger Mann...
 
  • #30
Das hier ist ja der Gegenpart zum Nachbar Thread " Warum habt ihr geheiratet" und mir fällt auf das da drüben einige sind die verheiratet sind und ihr Glück erklären und andere die es leider nicht geschafft haben und ihre Ehe beenden mussten zwar wenig Glück hatten aber zumindest noch etwas wie Wehmut empfinden. Oder zumindest auch was gutes mitgenommen haben aus der Ehe. Hier hingegen empfinde ich die Aussagen der ich nenne sie mal Ehegegner und ich möchte ganz klar betonen dass ich beide Modelle zu respektieren habe und dies auch tue. Aber hier spürt man schon teilweise eine Art von Verbitterung und absolute Antipathie gegenüber den Ehebefürwortern. Anders herum sehe ich das überhaupt nicht und frage mich warum ist das so und sind die Meinungen hier von ganzer Wahrheit gezeugt oder gibt es dafür tiefliegendere Gründe als die hier gelobten?
m46