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  • #61
Ich habe als Lehrerin mit vollem Deputat (25h), eine "normale" Wochenarbeitszeit von 40 Stunden alleine schon durch das Unterrichten inklusive Vorbereitung. Dazu kommen noch die anfallenden Büroaufgaben wie Fehlzeitenverwaltung, Schülergespräche, Klassenkonferenzen, Lehrerkonferenzen, Notenkonferenzen. Meist haben die Lehrer noch weitere Sonderaufgaben, die einiges an Zeit beanspruchen. Dazu Korrekturen, Prüfungskorrekturen, Prüfungsaufgabenerstellung, Weiterbildungen etc.
Faule Leute gibt es in jeder Berufssparte.
Weshalb viele Leute glauben, dass Lehrer so viel Freizeit haben, liegt daran, dass sie sich ihre Zeit besser einteilen können. Ich habe bspw. nie ein freies Wochenende.
Meine Schüler können mich jederzeit über E-Mail bei Fragen oder Problemen erreichen.

Was viele auch vergessen: zu Unterrichten und an einer Schule zu arbeiten lässt Ruhephasen in der Schule selten zu. Man muss ständig präsent sein, gedanklich immer mehrere Schritte voraus.
Man kann nicht wie in einem Büro mal kurz entspannen und aus dem Fenster schauen, oder auf jeden Fall seltener.
Und... ganz wichtig... man steht ständig im Zentrum des Interesses und wird als Person des öffentlichen Lebens ständig beobachtet.

Was ich damit sagen will: Lehrer zu sein ist genauso stressig wie jeder andere Job auch.

Warum so viele Lehrer online unterwegs sind? Es gibt einfach viele....
 
  • #62
Lehrer zu sein ist genauso stressig wie jeder andere Job auch
Dies möchte ich auch absolut nicht abstreiten. Früher habe ich immer behauptet, dass ich nie ein
Lehramt bekleiden möchte, da ich keine eignen Kinder habe und warum soll ich mich dann mit den Kindern anderer "abärgern".:)
Für mich subjektiv kommt aber eine Lehrerin als Partner nicht in Frage.
Ich hatte in meinen Leben ca. 10 gedatet und jedesmal kam es auf dasselbe heraus.
Sie konnten nicht die Meinung eines anderen akzeptieren, waren auch sehr schnell "eingeschnappt"
und durch die Bank unehrlich. Keine der Damen hatte die Courage mir ins Gesicht zu sagen, dass es nicht passt. Einmal behauptet eine sogar, dass sie die nächste Woche keine Zeit hätte, da sie noch einige Arbeiten zum Korrigieren hätte. Witziger Weise war aber das Schuljahr schon seit 2 Wochen beendet.
Da frage ich mich schon für wie "blöd" eigentlich einen manche halten.

Eventuell bin ich auch nicht der Lehrerinnentyp. .-)
 
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  • #63
Für mich subjektiv kommt aber eine Lehrerin als Partner nicht in Frage.
Ich hatte in meinen Leben ca. 10 gedatet und jedesmal kam es auf dasselbe heraus.
Sie konnten nicht die Meinung eines anderen akzeptieren, waren auch sehr schnell "eingeschnappt"
und durch die Bank unehrlich. Keine der Damen hatte die Courage mir ins Gesicht zu sagen, dass es nicht passt. Einmal behauptet eine sogar, dass sie die nächste Woche keine Zeit hätte, da sie noch einige Arbeiten zum Korrigieren hätte. Witziger Weise war aber das Schuljahr schon seit 2 Wochen beendet.
Da frage ich mich schon für wie "blöd" eigentlich einen manche halten.

Eventuell bin ich auch nicht der Lehrerinnentyp. .-)

Also, du kennst 10 Lehrerinnen flüchtig und kannst dir somit eine Meinung bilden? Na ja, das sagt ja wohl alles.
Nein, ich bin keine Lehrerin, aber ich habe einige Lehrerinnen als Freundinnen und kenne auch einige männliche Lehrer. Glaub mir, da ist alles dabei, was es in anderen Berufen auch gibt.
Und was glaubst du, wieviele Menschen ich schon kennengelernt habe, die unehrlich, besserwisserisch oder schnell eingeschnappt waren - und das waren allesamt keine Lehrerinnen.
Also, ganz klar - du hast Vorurteile. Es ist in Ordnung, wenn man sich von seinen Vorurteilen leiten lässt, aber man sollte aufpassen, dass man das dann nicht auch noch als Wahrheit verkaufen will.
Ich denke auch, dass du kein Typ für eine Lehrerin bist, denn mit Vorurteilen haben sie eh zu kämpfen, da brauchen sie dich nicht auch noch.
w 50
 
  • #64
Es ist in Ordnung, wenn man sich von seinen Vorurteilen leiten lässt, aber man sollte aufpassen, dass man das dann nicht auch noch als Wahrheit verkaufen will.

Von Wahrheit verkaufen war auch nie die Rede, deshalb auch ich auch das Adjektiv "subjektiv"
am Anfang benützt. Also nicht mehr in etwas hineininterpretieren als nötig. Das du bei anderen Berufsgruppen ähnliche Erfahrungen sammeln durftest und daraus dich leiten läßt ist auch in Ordnung.
Gleichwohl aber nur subjektiv wie vieles im Leben.
 
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  • #65
Meiner Erfahrung nach jammern Lehrerinnen immer nur, dass sie so viel arbeiten müssen und wenn man dann mal genauer nachfragt, dann haben sie doch jede Menge Freizeit und ständig das Jahr über verteilt Ferien. Oft bekommen sie auch nur ihr selbständiges Arbeiten (Korrekturen, Unterrichtsvorbereitung) am Nachmittag nicht auf die Reihe und sind einfach schlecht organisiert, wenn dann abends und am WE noch auf den letzten Drücker Arbeiten erledigt werden müssen, nervt das natürlich ungemein und daher kommt auch oft die schlechte Laune und der subjektive Stress. Viele Beamte und insbesondere Lehrer können sich die Situation in der freien Wirtschaft überhaupt nicht vorstellen. Wenn ich erzähle, dass ich bspw. schon mal 30 Tage Urlaub in einem Jahr komplett habe verfallen lassen, also dem Arbeitgeber geschenkt, weil es einfach nicht ging Urlaub zu machen u.s.w. dann herrscht da völlige Verständnislosigkeit. Daher sehe ich persönlich da wenig Kompatibilität.

m.
 
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  • #66
Meiner Erfahrung nach jammern Lehrerinnen immer nur, dass sie so viel arbeiten müssen und wenn man dann mal genauer nachfragt, dann haben sie doch jede Menge Freizeit und ständig das Jahr über verteilt Ferien. Oft bekommen sie auch nur ihr selbständiges Arbeiten (Korrekturen, Unterrichtsvorbereitung) am Nachmittag nicht auf die Reihe und sind einfach schlecht organisiert, wenn dann abends und am WE noch auf den letzten Drücker Arbeiten erledigt werden müssen, nervt das natürlich ungemein und daher kommt auch oft die schlechte Laune und der subjektive Stress. Viele Beamte und insbesondere Lehrer können sich die Situation in der freien Wirtschaft überhaupt nicht vorstellen. Wenn ich erzähle, dass ich bspw. schon mal 30 Tage Urlaub in einem Jahr komplett habe verfallen lassen, also dem Arbeitgeber geschenkt, weil es einfach nicht ging Urlaub zu machen u.s.w. dann herrscht da völlige Verständnislosigkeit. Daher sehe ich persönlich da wenig Kompatibilität. m.
Die freie Wirtschaft - ja, mein Ex hat auch in der freien Wirtschaft gearbeitet. Er hat ungefähr das 3fache verdient, hat immer wieder bezahlte Geschäftsreisen gemacht, da wurde auch nicht nur gearbeitet sondern z.B. auch gut gegessen und gefeiert.
Lehrer müssen z.B. die Kosten für Klassenfahrten und die meisten Fortbildungen selbst übernehmen. Fahr mal mit einer Klasse 10 für 3 Tage weg - das ist keine Erholung.
Woher weißt du, dass Frauen die Korrekturen unter der Woche nicht schaffen, weil sie zu faul sind? Hast du schon einmal 30 Deutschschulaufgaben korrigiert? Sicher nicht, dann red auch nicht von Dingen, von denen du keine Ahnung hast.
Dass ihr immer ganz genau wisst, wie die Arbeit eines Lehrers aussieht. Woher denn eigentlich? Hast du selbst schon unterrichtet? Über Jahre hinweg?
Ihr seht nur die Ferien und den angeblich freien Nachmittag. Ein Großteil der Lehrer arbeitet auch am Nachmittage, da Schulen heute oft ganztags sind.
Ich habe 3 Nachmittage bis 16 Uhr Unterricht, komme dann aber nie vor 17 Uhr aus der Schule. Normalerweise habe ich jeden Tag 2-3 Zwischenstunden, die für Bürokram und Schülergespräche draufgehen, also manchmal nichtmal Zeit für einen Kaffee in der Mittagspause. Das ist nicht immer so, aber keine Seltenheit.
Ja, die Sommerferien sind schön, das genieße ich auch. Aber dafür werde ich eben auch wesentlich schlechter bezahlt. Trotzdem habe ich den schönesten Job der Welt.

Ich beklage mich nicht über ignorante Männer - sie sind mir einfach egal, denn es gibt auch genügend Männer, die den Menschen sehen und nicht den Beruf.
Also, sortiert die Lehrerinnen ruhig aus, dann haben die anderen Männer mehr Chancen.
Der Großteil meiner weiblichen Kolleginnen ist verheiratet - sie haben nicht weniger Chancen als andere Frauen, ganz einfach, weil sie nett und sympathisch sind, hilfsbereit und tolerant. Das muss man als Lehrer nämlich sein, sonst hast du keine Chance im Job.
 
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  • #67
Und oft leben Lehrer ausserhalb jeder Realität.
Sie würden in der freien Wirtschaft nicht überleben. Es ist so wie ein Eisbär aus dem Zoo.
Ich kannte einmal eine war felsenfest davon überzeugt, dass jeder in Deutschland Anspruch auf Weihnachtsgeld hätte. Das sagt ja schon alles.
M,46
 
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  • #68
Zweifellos ist der Leherjob kein leichter und vor allem sicherlich nicht leichter geworden in den letzten Jahren. Andererseits gibt es immer einen Zusammenhang zwischen beruflicher Existenz und Persönlichkeit. Wer einen Beamtenstatus anstrebt, favorisiert in der Regel vor allem besonders ein hohes Maß an Sicherheit und nimmt dafür auch Nachteile in Kauf. Schulen sind nun auch nicht gerade ein Hort fortschrittlichen und innovativen Denkens, ich habe in Schulen (wie auch in vielen Behörden) Denk- und Handlungsstrukturen kennengelernt, die mehr als nur Ungeduld erzeugen.

Eigentlich könnten Lehrer recht entspannt ein innovatives und kreatives Leben angehen. Aber, den gesichterten Status dazu zu nutzen, um eigene und neue Ideen - auch gegen Widerstände - zu realisieren, das ist rare Ausnahme bei Lehrern. Ebenso ist auch die Nutzung der Teilzeitoptionen, um z.B. neben der Lehrtätigkeit kreativ - auf welchem Gebiet auch immer - zu arbeiten, eher Ausnahme (das Gejammer über die zu geringe Bezahlung lassen wir mal außen vor - im europäischen Kontext wird man als Lehrer in D fürstlich bezahlt und auch von 60% eines A13- oder A14-Gehalts lässt sich noch recht komfortabel überleben). Und schließlich ist der Anteil der Lehrer, die mit Leib und Seele Pädagogen sind, die in der Erziehung und Bildung von Kindern oder Jugendlichen tatsächlich so etwas wie eine ganz persönliche Berufung sehen, doch sehr in der Minderzahl.

Und deshalb erscheinen LehrerInnen oft als griesgrämig: hohe berufliche Sicherheit gepaart mit hoher Unzufriedenheit und fehlender Veränderungsbereitschft machen keine glücklichen und attraktiven Menschen.
 
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  • #69
Und oft leben Lehrer ausserhalb jeder Realität.
Sie würden in der freien Wirtschaft nicht überleben. Es ist so wie ein Eisbär aus dem Zoo.
M,46

Ich habe sowohl in der freien Wirtschaft als auch als Lehrerin gearbeitet und unterm Strich sind meiner Erfahrung nach beide Berufe gleich stressig, aber auf andere Art und Weise.

Selbst wenn man in einem akademischen Bürojob stark gefordert ist, ist der Stress ein ganz anderer. Nach sechs Stunden Unterricht bin ich genauso erschöpft wie nach einem kompletten Tag im Büro bis Abends um 8.
Lehrer zu sein ist ein sozialer Beruf mit hoher Verantwortung aber gleichzeitig geringer gesellschaftlicher Anerkennung. Man hat mit Menschen zu tun und nicht mit Dingen, die man verkauft. Als Lehrer ist man ständig in der Kritik von allen Seiten, Anerkennung gibt es nur selten.

Trotzdem mag ich meinen Beruf sehr und bin sehr zufrieden. In meinem Kollegium sind die meisten Lehrer fachlich top, können mit modernen Medien besser umgehen als Kollegen, die ich in der Wirtschaft hatte und auch wenn der 50. Schüler die Pause unterbricht, wegen einer Frage immer nett und unterstützend.

Die Bezahlung der Lehrer ist allerdings nur im gymnasialen Bereich gut. Was Grund- und Hauptschüler verdienen ist ein schlechter Witz, angesichts dessen, was sie an pädagogischer Arbeit leisten müssen.

Eine gute Freundin von mir ist Rechtsanwältin und verdient das dreifache meines Gehaltes.

Die Kritik an Lehrern ist ja in den meisten Fällen unreflektiertes Gerede von Leuten, die keine Ahnung haben, außer ihrer Schülerkarriere.

Viele würden sich umschauen, wenn sie mal als Lehrer arbeiten würden und schnell einknicken. Man braucht ein sehr dickes Fell. Kein Job für empfindliche Leute....
 
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  • #70
Das Ansehen der Lehrer hat bei mir stark nachgelassen, nachdem ich von einem angehenden Lehrer in Einzelheiten mitbekam, wie es in Schulen so abläuft. Die Arbeit mit den Schülern wurde in dem Fall überhaupt nicht als hart erlebt, sondern das Auskommen mit den anderen Kollegen und Vorgesetzen. Hier zählte mehr Ideologie, Hierarchie und sich einschmeicheln als wirkliche Leistung. Manche Geschichten erschienen mir schier unglaublich, in einem Unternehmen würde sich bei solchen Vorkommnissen gleich der Betriebsrat einschalten. Nicht wegen zu viel Arbeit, sondern wegen der Art und Weise wie manche Lehrer mit Untergebenen umgehen.

Ich kenne allerdings auch sehr nette Lehrer. Dies sind aber zumeist nicht die Lieblinge des Kollegiums... Lehrer unterscheiden sich wie Angehörige anderer Berufsgruppen auch, und der einzelne Lehrer kann nichts für die veralteten Strukturen.
 
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  • #71
Das Ansehen der Lehrer hat bei mir stark nachgelassen, nachdem ich von einem angehenden Lehrer in Einzelheiten mitbekam, wie es in Schulen so abläuft. Die Arbeit mit den Schülern wurde in dem Fall überhaupt nicht als hart erlebt, sondern das Auskommen mit den anderen Kollegen und Vorgesetzen. Hier zählte mehr Ideologie, Hierarchie und sich einschmeicheln als wirkliche Leistung. Manche Geschichten erschienen mir schier unglaublich, in einem Unternehmen würde sich bei solchen Vorkommnissen gleich der Betriebsrat einschalten. Nicht wegen zu viel Arbeit, sondern wegen der Art und Weise wie manche Lehrer mit Untergebenen umgehen.
Habe ich auch schon gehört, kann es mir aber selbst nicht vorstellen. Ich bin seit meiner Ausbildung an der 4. Schule und bisher war es gerade das Kollegium, das mir die Arbeit erleichtert. Klar, mit manchen Kollegen kommt man weniger gut aus, aber es ist immer fair und bisher habe ich noch nie Intriegen erlebt (oder merke ich das nur nicht).
Auch die Schulleiter waren (bis auf Einen) immer sehr menschlich.
Ich denke daher, dass es in jeder Firma passieren kann, dass das Betriebsklima nicht stimmt. Und auch an Schulen gibt es einen Betriebsrat - er nennt sich nur Personalrat. Wenn etwas nicht passt, setzt sich der Personalrat genauso ein.
 
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  • #72
Ich verdiene als Grundsschullehrerin ca 2000 Euro netto dafür, dass ich mein Bestes für eure Kinder gebe. Dass man dafür noch angefeindet wird, finde ich manchmal schon ein wenig bitter.

Allerdings stimmt es, dass es in der Schule nunmal gefordert ist, Anweisungen zu geben, und dass man an sich selbst arbeiten muss, um im privaten Umfeld nicht auch die "Lehrer"-Rolle einzunehmen. Ich denke aber, dass das machbar ist, denn man muss sich nur vor Augen halten, dass Freunde und Bekannte eben keine Schüler sind.
 
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  • #73
"Andererseits gibt es immer einen Zusammenhang zwischen beruflicher Existenz und Persönlichkeit. Wer einen Beamtenstatus anstrebt, favorisiert in der Regel vor allem besonders ein hohes Maß an Sicherheit und nimmt dafür auch Nachteile in Kauf."

Solche Aussagen finde ich immer richtig geil. Ich habe mich doch für den Beruf entschieden, weil ich Lust dazu habe, Kinder zu unterrichten und Bildung zu vermitteln. Dass der deutsche Staat (und nicht ich!) entschieden hat, dass man dafür verbeamtet sein soll, hat doch mit meiner Berufsentscheidung nichts zu tun. Ich hätte ehrlich gesagt, gar kein Problem damit, wenn ich als Lehrerin nach Leistung bezahlt werden würde und nicht nach einem komischen System, wo sich in Folge des Alters auch die Bezüge erhöhen und ich nur geringe Chancen habe, mich mal in einem anderen Bundesland zu bewerben, wenn sich meine Lebensumstände ändern.
 
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  • #74
Wenn die Lehrer einfach mal sagen würden: ja wir haben einen super Job mit viel Freizeit, aber auch viel Verantwortung, dann ist es ehrlich und kommt auch bei der "arbeitenden" Bevölkerung viel besser an :)

Der Thread ist schon ziemlich alt und daher wird der Schreiberling des oben aufgeführten Zitats wohl kaum noch mitlesen. Dennoch drängt sich mir die Frage auf, warum die Genies der "arbeitenden" Bevölkerung sich nicht für ein Lehramtsstudium entschieden haben, wo der Job doch so unglaublich viele Vorzüge bietet? Viel Freizeit, viel Geld, kein Stress, immer ist man im Recht ... sollte doch ziemlich attraktiv sein. Musstet ihr euch denn für einen stressigen, unterbezahlten und arbeitsreichen Job in der Wirtschaft entscheiden? Wer hat euch gezwungen? Hört auf zu jammern und ergreift selbst den "Traumberuf Lehrer"!
 
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Gast

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  • #75
drängt sich mir die Frage auf, warum die Genies der "arbeitenden" Bevölkerung sich nicht für ein Lehramtsstudium entschieden haben, wo der Job doch so unglaublich viele Vorzüge bietet? Viel Freizeit, viel Geld, kein Stress, immer ist man im Recht ... sollte doch ziemlich attraktiv sein. Musstet ihr euch denn für einen stressigen, unterbezahlten und arbeitsreichen Job in der Wirtschaft entscheiden? Wer hat euch gezwungen? Hört auf zu jammern und ergreift selbst den "Traumberuf Lehrer"!

Oder noch einfacher: Sollen all die, die hier negativ über Lehrer schreiben, ihre Kinder von der Schule nehmen (hätte doch den Vorteil, dass auch die Kinder dann nicht mehr mit dieser schrecklichen Spezies Mensch zu tun hätten) und ihre Kinder selber unterrichten – dies müsste doch problemlos möglich sein, ist doch der Lehrerberuf so easy und ohne Weiteres neben einer 100%-Stelle in einem Büro oder so zu Hause in der Freizeit machbar.
 
K

Kater

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  • #76
Also ich muss jetzt mal ne Lanze für die Lehrer brechen :) war unsterblich in zwei Grundschullehrerinnen verliebt bzw. bin es immer noch. Warum? So wie es #65 beschreibt, sind das einfach ganz liebe Frauen, die sich gut in andere Menschen hineinversetzen können, Gefühle zeigen, hilfsbereit sind und das Leben genießen. Sie sind nicht die totalen Oberemanzen und zickig sind sie auch nicht. Und vor allem haben sie den totalen Familiensinn und wollen auf jeden Fall eigene Kinder.
Hab selbst mal vertretungsweise ein paar Wochen an einer Grundschule unterrichtet. War echt ne tolle Erfahrung. In einer sechsten Stunde ne schwierige vierte Klasse zur Ruhe zu bringen war nicht so einfach. Sich prügelnde Jungs trennen und manche beruhigen, die wie wild um sich schlugen und traten, war zwar nicht toll aber musste sein. Weinende Kinder trösten, ihnen zuhören oder bei kleinen Verletzungen Pflaster verteilen. Im Vergleich zu einem 9-to-5 Bürojob wo man die ganze Zeit vor drei Monitoren sitzt und irgendwann der Hintern wehtut, hat mich der Job an der Schule schon sehr erfüllt.
Liebe Grüße an alle LehrerINNEN und ich habe grossen Respekt vor Euch und Eurer Arbeit.

m47
 
  • #77
Als Handwerksmeister und Unternehmer kann ich nur aus der Beruflichen Erfahrung sprechen. In meiner Kundschaft gab es immer Kunden die ätzend waren. Aber Lehrer waren mit Abstand die unangenehmsten. Sie waren allesamt bis auf genau Zwei Ausnahmen, Kleinkarriert, Besserwisser, Erbsenzählend, herablassend und Stur. Im Privaten Bereich kannte ich eine Lehrerin. Die Frau eines guten Freundes. Ich fand sie unsymphatisch, Herrisch und etwas verstört. Sie haben sich nach 5 Jahren Ehe scheiden lassen.Bin mir aber Sicher es gibt auch ganz Normale Lehrer/innen. Aber ich finde auch das es eine eigene Gesellschaft ist, irgendwie.
m45
 
  • #78
Liebe Lehrerin!
Wer hat denn keine Frustrationen in der Schule erlebt?
Jede/r vermutlich, mehr oder weniger schlimm.
Aber in Lernprozessen gibt es eben auch Frust, den die meisten aber nicht mehr 'aushalten' wollen oder können.

Nun ja, es ist also so herrlich einfach, den Lehrpersonen die Schuld zuzuordnen. Wer sonst soll 'angeklagt' werden?
Die Eltern, nein, das geht nicht, die möchten ja das Allerbeste!
Außerdem sind Lehrer das 'Feindbild' in sämtlichen Kulturen, es wird gelästert, gemobbt usw.
Denn hätte eine Gesellschaft super Lehrer, wäre ja alles schön!
Auch ich ärgere mich immer wieder, wenn zu Unrecht eine ganze Berufsgrppe den Frust vieler Eltern, Schüler... abkriegt!
Es ist halt so einfach wenn es Sündenböcke gibt!

Und das Lehrersein ist ja so toll, 30 verschiedene Menschen(skinder) in der multikulturellen Klasse, teilweise hyperaktiv, gelangweilt, frustriert, krank, wahrnehmungsbeeinträchtigt usw... und dann gibt es einen Lehrplan und jedes Kind muss bzw. sollte das Gleiche lernen und wiedergeben können.

Dass diese Gleichung nicht aufgeht, nicht aufgehen kann, sehen wir täglich.
Aber wer sind die Verantwortlichen, (und verantwortlich wofür?) das ist die große Frage?
Da Reflexion für viele unangenehm ist, kann es ja NUR der Lehrer sein! Ganz einfach und logisch!

Also Kopf hoch, ein paar Menschen sehen 'das Ganze' im Sinne eines systemischen Ansatzes schon viel differenzierter...

Eine gute Buchempfehlung:
von Konrad Paul LIESSMANN
(einer meiner Lieblingsprofessoren)
Buchtitel: DIE GEISTERSTUNDE

Alles Gute!
 
  • #79
Denke, das ist einfach ein Wahrnehmungsproblem.

Jede/r erinnert sich vor allem an die negativen Schulerfahrungen - wir hatten sicher auch alle gute, engagierte Lehrer/innen.

Wenn ich beruflich ein Problem mit Bauherren habe, @neverever, klar, wenn es ein/e Lehrer/in ist - Vorurteil bestätigt.
Das gleiche gilt allerdings auch für JuristInnen und hier im Großraum München Siemensianern... Die Problemquote ist tatsächlich signifikant höher.

Für mich wiegt das Persönliche schwerer. - Meine Eltern waren beide Lehrer, die Klischees mehr als übererfüllend. Und wenn man von Pädagogik bei ihnen reden kann, auf jeden Fall ihre Kindern gegenüber, dann wohl deutlich "schwarze" Pädagogik.
Oder ganz präzise - psychische, physische Gewalt und emotionaler Missbrauch.
Aber das ist dann meine persönliche Geschichte / Prägung.
 
  • #80
Denke, das ist einfach ein Wahrnehmungsproblem.

Jede/r erinnert sich vor allem an die negativen Schulerfahrungen - wir hatten sicher auch alle gute, engagierte Lehrer/innen.

Wenn ich beruflich ein Problem mit Bauherren habe, @neverever, klar, wenn es ein/e Lehrer/in ist - Vorurteil bestätigt.
Das gleiche gilt allerdings auch für JuristInnen und hier im Großraum München Siemensianern... Die Problemquote ist tatsächlich signifikant höher.

Für mich wiegt das Persönliche schwerer. - Meine Eltern waren beide Lehrer, die Klischees mehr als übererfüllend. Und wenn man von Pädagogik bei ihnen reden kann, auf jeden Fall ihre Kindern gegenüber, dann wohl deutlich "schwarze" Pädagogik.
Oder ganz präzise - psychische, physische Gewalt und emotionaler Missbrauch.
Aber das ist dann meine persönliche Geschichte / Prägung.
Nun bei mir ist es diese Erfahrung. Was mich nicht daran hindern kann, jedem Lehrer denn ich kennen lerne, vorurteilsfrei gegenüber zu treten. M45
 
  • #81
Hallo fs,

Lehrer haben meine volle Bewunderung. Ein anstrengender, Nerven aufreibender Beruf bei dem jede Menge Fähigkeiten abverlangt werden und der keineswegs mit der letzten Schulstunde endet…..logisch.
Ich kenne nur drei Lehrer persönlich, ein supernetter, nie belehrender Gymnasiallehrer, eine Grundschul-Zicke, die alles besser weiß und das auch noch sehr laut und ein supernetter, kluger, aber doch gerne dozierender Professor …kein klares Bild also…...

Aber? Aber:
ich glaube es liegt daran, dass ich einen Mann der die meiste Zeit seines Lebens mit Kindern/Jugendlichen zu tun hat einfach unattraktiv finde…zu wenig Erwachsenenwelt und das kuriose dabei ist, dass ich lustige Unsinn machende Männer sehr schätze!

der Kontrast macht dann die Attraktivität aus:

Hier das Vermögen in der Erwachsenenwelt durchsetzungsstark zu agieren, dort die Fähigkeit mit kindlicher Freude Unsinniges zu tun…

w
 
  • #82
Dass man jetzt wieder einen Thread aus dem Jahre 2010 reaktivieren musste, um die Hetze gegen einen Berufsstamm weiterzuführen.

Ich jedenfalls beneide die Lehrer nicht um ihren Job und möchte dies auf keinen Fall ausüben. Ob diejenigen, die hier zum Rundumschlag gegen die Lehrer das Kriegsbeil ausgegraben haben auch diesen ehrenwerten Job ausüben wollen, sei einmal dahingestellt. Ehrenwert ist der Job sicherlich und ärgert sich Tag für Tag mir fremden Kindern ab und abundzu noch mit deren Eltern.

Ich habe zwar noch keine Lehrerin gedatet, aber ich kenne sehr viele durch den Sportverein. Alles sind sehr umgänglich und was SIE so stellenweise erzählen, bringt mich nur dazu, dass ich keine Lehrer sein möchte. Gut die ganzen Lehrerinnen sind schon seit Jahren verheiratet und waren nie auf eine SB tätig. Vielleicht liegt es nicht an den Beruf Lehrer, dass man so ein negatives Image hat, sondern daran das div. Menschen, die dieses Image prägen, schon von der Jugend an, diesen Charakter besitzen und zum allen Überfluss noch das Lehramt ausüben müssen.
 
E

Elissa

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  • #83
Bei den meisten Leuten ist es ganz einfach der Neid auf die (angeblich) viele Freizeit und die Ferien und die Klassenfahrten.
Dass die Unterrichtsstunden nur ein Teil der Arbeit sind, wissen die meisten nicht und wollen es auch gar nicht wissen (dann müssten sie sich von einem beliebten Vorurteil trennen).
Bei vielen geistert auch noch die Vorstellung im Kopf herum, dass Lehrer ab mittags frei haben. Dass die meisten Schulen heutzutage Ganztagsbetrieb haben, blenden viele ebenfalls aus.
Dass Klassenfahrten kein Urlaub sind, sondern 24 Stunden Dauerstress pro Tag wollen viele auch nicht glauben.
Trotz allem erfreuen sich Lehrerinnnen großer Beliebtheit bei Männern, die es selbst zu nichts gebracht haben, hauptsächlich wegen ihrers festen Beamtengehaltes.
 
  • #84
Ich habe gegenteilige Erfahrungen gemacht, aber ich bin auch ein wenig jünger als Du (vielleicht liegt es daran?). Wenn ich erzähle, welche Fächer ich studiert habe und dass ich nun als Lehrerin arbeite, fanden die Männer das immer sehr toll. Bei meinen Lehrerinnen-Freundinnen ist es ganz genauso. Ich habe immer das Gefühl, dass Männer denken: "Lehrerin? Das heißt: Gutes Gehalt und sicherer Job, als Pädagogin muss sie kinderlieb sein und damit ist sie potenziell eine gute Mutter, die viel Zeit für mich und unsere Familie haben wird. Sie ist sicher intellektuell und intelligent, je nach Fach vielleicht sogar eine tolle Sportlerin, Künstlerin,... und dabei immer finanziell unabhängig und trotzdem keine klassische Karrierefrau..."
 
  • #85
@ Magnus 82,
du bist doch auch die @61, oder?
Welche Erfahrungen haben dich denn in den letzten vier Jahren entspannter gemacht?
 
  • #87
Also eine Diskussion über die Berufsgruppe an und für sich war ja nicht die Frage!
Das könnt ihr ja am Stammtisch ausdiskutieren.

Ich denke, es ist kein Zufall, dass so viele Lehrer miteinander verheiratet sind.

Das Hauptproblem in einer Beziehung mit einem Lehrer liegt allein in der Zeiteinteilung zur Ausübung des Berufes - und das passt fast nirgends dazu außer vielleicht, wenn der Partner Landwirt oder in einem anderen Beruf selbstständig ist.

Als Lehrer hast du jedes Wochenende und jeden Feiertag frei, Fenstertage in der Regel auch.
Dann kommen noch zwei Wochen im Sommer, von 26.10.-2.11. ist auch nicht viel los, weiter geht es mit zwei Wochen zu Weihnachten, danach wieder eine Woche Energieferien. Nun kommt der Osterhase - wieder 1,5 Wochen zu Hause; dann Feiertage ohne Ende bis das Schuljahr wieder vorbei ist.

So, und nun die Frage: Wie will man als Partner den Urlaub (25 Tage im Jahr) einteilen, damit man Zeit mit dem Partner/Familie verbringen kann - genau: wenn die Partnerin frei hat, kann er arbeiten - die Kinder sind versorgt.
Der Partner nimmt dann frei, wenn die Kinder Krank sind, Schulausflüge anstehen usw.
Am Abend geht sowieso nix, da muss man Hefte verbessern, Elternsprechtag usw.

Und hier haben wir´s - kaum Zeit zu zweit die man sich gemeinsam einteilen kann.

Ach ja: ich spreche aus Erfahrung!!!!!
 
  • #88
@Junge1, das verstehe ich jetzt nicht ganz: Warum sollte der Nicht-Lehrer-Partner nicht einen Großteil seines eigenen Urlaubs so nehmen, dass er mit den Ferien zusammenfällt? Schon klar, dass die Ferienzeiten immer begehrte Urlaubszeiten sind und man sich deshalb mit seinen Kollegen absprechen muss, aber wenn beide Partner keine Lehrer sind, gibt es doch auch keine Garantie, dass sie immer gleichzeitig Urlaub bekommen.
Umgekehrt ist es für den Nicht-Lehrer-Partner doch auch ein Vorteil, dass er sich nie Gedanken über die Betreuung seiner Kinder machen muss, wenn die Ferien haben und er keinen Urlaub hat - in Familien ohne Lehrer-Elternteil muss da viel mehr organisiert werden.

Insgesamt wundern mich im Internet immer wieder auftauchende Diskussionen à la "Warum haben es Lehrer hier so schwer?" ziemlich, weil ich im RL noch nie den Eindruck hatte, dass Lehrer es im Vergleich zu anderen Berufsgruppen schwerer haben, Partner (auch aus anderen Berufen) zu finden - warum sollten sie denn auch, ein sicheres Gehalt und jeden Abend was Lustiges zu erzählen sind doch super!
 
  • #89
Ja!

Genau das habe ich ja gemeint! Der Partner nimmt dann Urlaub, wenn der andere keine Zeit hat (Schulasflüge, Elternprechtag .....). Und jetzt kannst du nachrechnen, was noch übrig bleibt.

Sind die Kinder drausse, fängt das Problem an - der Fokus ist weg.

Aber egal - schau dich nur um und spreche mit betroffenen.

LG
 
C

Charline

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  • #90
Die meisten Leute haben Vorurteile gegenüber Lehrern oder Verkäuferinnen oder Arbeitslosen oder Ausländern oder .. (beliebig fortsetzbar).
Bei Lehrern ist es in der Regel Neid wegen der langen Ferien. Dafür können Lehrer aber auch nicht günstig außerhalb der Saison verreisen, sondern bezahlen immer den höchsten Preis.Daran denkt natürlich keiner.
Oder es ist Unwissenheit (ich schreibe jetzt extra nicht Dummheit): Lehrer haben nachmittags frei. Das war vielleicht mal so, als ich (Ü50) noch in der Schule war. Heute haben die meisten Schulen Ganztagsbetrieb. Hätte ich meiner Tochter gerne erspart, aber es gab bei uns weit und breit keine Schule, die nachmittags keinen Unterricht hatte.
Lehrer sind alle verbeamtet. Stimmt so nicht. Es gibt sehr viele angestellte Lehrer, z.B. in NRW, die zu einer Zeit in den Schuldienst eingetreten sind, als keine anderen Stellen (mit Verbeamtung) angeboten wurden. Es gibt auch noch viele, die nur befristet angestellt sind und sich von einer Stelle zur nächsten hangeln. Ganz gemein: der Vertrag läuft in der Regel zu den Sommerferien aus, so dass diese Fereien nicht bezahlt werden. Über diese Lehrer redet nur niemand. Klar, da ist auch kein Neid vorhanden. Auf was auch?
Vergleiche mit der freien Wirtschaft: Firmenwagen und voll ausgestattetes modernes Luxusbüro einschließlich Sekretärin würde sich so mancher Lehrer wünschen. Leider sieht es in den meisten Schulen ganz anders aus. Da findet man z.T. beim Sperrmüll besseres Mobiliar (gilt natürlich auch für die Ausstattung der Schüler). Und es gibt nur ein oder zwei Schulsekretärinnen für das ganze Kollegium.
 
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