• #61
Wie attraktiv wäre ein Mann, der sagt: "Ich bin zu weich für die Frauen", und das positiv meint. "weich" ist die Überschrift für die Eigenschaften, die er versteht als typisch weiblich. Also einfühlsam sein ("stark" wäre hier rational und nicht gefühlsgesteuert), sich unterordnen können ("stark" sagt von sich, dass oft die Führung und die Verantwortung übernommen wird), top in einem Frauenberuf zu sein, sich führen zu lassen ...
Und dann sagt er noch "ich will eine Frau, die ich mal bemuttern und führen kann", so als Pendant zur von der "starken" Frau gewünschten starken Papischulter, an der sie mal "schwach" sein darf.

Ich würde gar nicht mal abgestoßen sein davon, was er sagt, sondern schon im Vorfeld, dass er sich ein Etikett verpasst, also seine Nabelschau präsentiert, so wie er sich sehen will als dieses Klischee, und ich möge das bitte zur Kenntnis nehmen.
Es ist auch noch ambivalent, weil er den Wunsch nach was noch "Weicherem" hat, das sich ihm mal anpasst. Ich kriege also unterschwellig oder direkt gleich vermittelt, dass er mich nicht als Individuum will, sondern als Rollenerfüllerin in seinem Leben.

Mir ist bewusst, dass gesellschaftlich geprägt "Jungssachen" als cooler, wertvoller, anspruchsvoller angesehen werden, weil Weiblichkeit, "weibliche" Eigenheiten und Frauen unterstellte Interessen mit Schwäche und Unproduktivität assoziiert werden. (Alte Menschen pflegen, Kinder aufziehen ist ja nichts im Gegensatz zu was bauen. Zeigt auch die Gesellschaft, indem sie es schlecht bis nicht bezahlt, denn hier gilt ja nur Geld, je mehr einer hat, umso größer sein Ansehen.)
Ich meine damit, dass manche Frauen sich als was sehr Besonderes vorkommen und stolz drauf sind, wenn sie in einer Männerdomäne mithalten können, während Männer immer noch von Geschlechtsgenossen und Frauen belächelt werden, wenn sie top sind in Frauenberufen bzw. -hobbys.
Aber manche Frauen wollen dann auch sexy gefunden werden, gerade für ihr mit Männern "mithalten" können "sieh mal, ich bin so cool wie du oder noch cooler".
Wenn neben dieser Konkurrenzhaltung, die schon unsexy ist, dann noch generell das Weibliche fehlt, auf das nicht mit dem Kopf, sondern mit Psyche und dem Unterleib reagiert wird, ist die Frau einfach nur ein Mann im Frauenkörper.
Viele Frauen wünschen sich einfühlsame Männer, die Kompromisse schließen können, nicht den Chef spielen müssen usw. Nur sollte der Mann trotzdem noch männlich sein in dem Sinne, dass sie ihn sexy finden, und das sexy kommt ja nicht davon, dass er die der Frau klischeemäßig zugeordneten Eigenschaften zeigt und Mithalten kann in "Frauensachen".
(Vielleicht sollte man überhaupt mal verinnerlichen, dass es Schwachsinn ist, dass Empathie weiblich sein soll und logisches Denken männlich. Es sind Fähigkeiten, die beide Geschlechter haben können, in individuellem Ausmaß und nicht geschlechterabhängig.)
 
  • #62
Mir ist die Bezeichnung 'stark' zu allgemein. Ich habe in meinen Leben wirklich starke Frauen erlebt und solche die sich für stark halten.
Eine Ex von mir hat sich im IT-Bereich nach oben gearbeitet. Sie hat einen Hauptschulabschluss, eine kaufmännische Lehre und einen riesen Ehrgeiz nach oben zu kommen. Zuerst hat sie es auf die klassische Tour (einen erfolgreichen Mann finden und heiraten) versucht. Als sie merkte, dass dies mit dem Verlust ihrer Selbstständigkeit und der Unterordnung unter einem Mann einhergeht, hat sie beschlossen es aus eigener Kraft zu schaffen und dies mit einer ausgewachsenen Rechtschreibschwäche. Sie hat immer lange gearbeitet und war oft völlig kaputt, aber sie hat es geschafft. In drei Jahren geht sie in Pension und freut sich schon auf einen eigenen Resthof mit Pferden. Das finde ich stark. Ich hatte immer reichlich Respekt vor ihrer Leistung, aber ich hatte nie Angst vor ihr, war ja auch 5 Jahre mit ihr zusammen.
Dann kenne ich noch viele Frauen aus dem alternativen Bereich, davon einige Lehrerinnen. Die meinen auch stark zu seien, fahren Männer bei Diskussionen über den Mund, wenn diese ein falsches Wort benutzen und halten ihren Lebensweg für etwas Besonderes.
Papa Lehrer, Mama war bis zur Geburt des ersten Kindes auch Lehrerin und Tochter wird auch Lehrerin und dies halten sie für einen tollen (starken) Lebensweg für den sie bewundert werden möchten. Nie wirklich in der freien Wirtschaft mit harten Konkurrenzbedingungen gearbeitet und immer ein stabiles Netz aus Wohlstand der Familie unter sich. Was ist daran stark?
Überhaupt gibt es so einige Frauen die fast alles was sie machen für gut und toll halten, oft von den Freundinnen noch bestärkt.
Beispiel: Frau ist mit dem Auto unterwegs und ein Reifen geht platt, nun wechselt sie selbst ohne Hilfe den Reifen. Sie hält sich nun für stark und will bewundert werden. Wenn mir als Mann soetwas passiert ist es selbstverständlich, dass ich allein mein Problem gelöst habe. Meine Kumpels fragen wenn überhaupt, wie lange ich dafür gebraucht habe. Im übrigen habe ich schon als 10jähriger mit meiner Mutter zusammen Reifen gewechselt. Meine Mutter hat sich nie als 'starke' Frau bezeichnet. Meine Mutter ist übrigens ohne Sprachkenntnisse (sie kann nicht mal englisch, nur etwas dänisch) durch halb Europ gereist um meinen Vater in diversen Hafen (mein Vater war Seemann) zu besuchen (60ziger und 70ziger). Das war stark.
Fazit für mich: Wirklich starke Frauen tragen das Attribut stark nicht vor sich her, sie sind es einfach. Frauen die sich für stark halten sind häufig nur aufgeblasene Tussis.
Wirklich starke Frauen bewundere ich, den andere gehe ich gerne aus dem Weg und Angst habe ich vor keiner Frau.
m54
 
  • #63
Nein, wenn es nicht völlig verklemmte Männer sind, oder solche, die ein Selbstwertgefühl haben, das sich gen Null bewegt.

Was Männer nicht mögen, ist:

- mit einem Kumpel ins Bett gehen
- ständige Besserwisserei (fiel mir zum Thema "Schrank aufbauen" ein)
- wenn sie von einer Frau wie ein kleiner Junge behandelt werden.
- eine Frau, die ihnen unterschwellig das Gefühl vermittelt, dass sie weniger erfolgreich/fähig sind, als diese.
- eine dominante Frau

Die FS sollte ihr Verhalten reflektieren, ob einer dieser Punkte zutreffen könnte.
 
  • #64
Würde gerne einen Partner finden, der mich nicht ausbremst, doch lenkt und leitet

Schon mal mit einem jüngeren Partner versucht? Ich denke, du hast dich mit den falschen getroffen. Eine Aussage wie:

"Neben dir wirkt "man (n)" richtig klein"

kann doch nur von einem Weichling kommen. Wer sagt so was? Wer etwas auf sich hält, fühlt sich doch nicht klein, weil ein erfahrener, starker Charakter vor ihm sitzt, im Gegenteil, er freut sich, jemand interessantes kennenzulernen. Wer sich dann klein fühlt, hat Komplexe. Also suche weiter, die Männer waren dir einfach unterlegen. Uninteressant.

Etwas irritert bin ich, dass du mit 45 und als "starke Frau" jemanden suchst, der dich "lenkt und leitet". Das klingt dann doch nicht so stark. Möglicherweise ziehst du dadurch gerade die falschen an, die sich einbilden, eine Frau leiten zu wollen, es aber gar nicht können oder sich dafür ein Weibchen wünschen. Keine Ahnung, was für welche du da kennenlernst. Männer, die sich nicht nach lenken und leiten sehnen, können auch sehr männlich und stark sein, aber das nicht auf diese seltsam altertümliche Art (lenken und leiten) raushängen lassen. Z. B. jüngere!
 
  • #65

...stark sein, beinhaltet ja nicht, dass man nicht auch mal abgeben möchte, statt immer *allein* für alles verantwortlich zu sein. Ich kann mir vorstellen, dass die FS damit nur zum Ausdruck bringen möchte, dass sie auch eine Schulter zum Anlehnen braucht. Das eine muss das andere ja nicht ausschließen. Wir können nur auch stark sein, wenn wir auch mal gelenkt und geleitet werden. Zudem hat es den Vorteil, dass der Partner sich auch stark zeigen darf, was wiederum ein gutes Gleichgewicht in einer Beziehung entstehen lässt und gleichzeitig Erschöpfungszustände ausbremst.
 
  • #66
@Mandoline hat es wunderbar beschrieben, solche Repliken kenne ich.
Ich mag es nicht, denn warum hat man diese vermeintliche Stärke realisiert?
Es bliebe doch nur die Alternative aufgeben - ist das wirklich eine? Warum deswegen Bewunderung?
Ich möchte diese nicht, empfinde es nicht als Bewunderung, sondern als Belastung.

Aber ich würde mir die Schulter wünschen, das Schwachsein dürfen.

Ich weiß auch bis heute nicht, wie man beide Seiten glaubhaft zeigt. Ich stehe inzwischen zu meinen Bedürfnissen, Schwächen, Ängsten, das war ein langer Weg, gar nicht so einfach.
Aber als Fazit, es wird immer noch ins Gegenteil verkehrt, das Prädikat "neben Dir komme ich mir klein vor" bleibt. (psychisch klein wie @Mandoline schreibt). Oder anders, das was Du machst, könnte ich nicht ansatzweise schaffen.

Ich bin dieser Kommentare so müde. Keiner will, selbst wenn ich dies sage, hören, dass auch ich abends dasitze und manches oder gar nichts mehr geht. Dass Verzweiflung, Schwäche, Ängste da sind.
Dass es Überwindung kostet, wieder aufzustehen, und weiter zu machen.

Gerade wenn Du Dich fragst, wofür eigentlich.
 
  • #67
Es bliebe doch nur die Alternative aufgeben - ist das wirklich eine? Warum deswegen Bewunderung?
Dass es Überwindung kostet, wieder aufzustehen, und weiter zu machen.
Du gibst dir doch selbst die Antwort - du wirst bewundert, weil du die Alternative "Aufgeben" gar nicht in Betracht ziehst, sondern wieder aufstehst, auch wenn du dich dazu überwinden musst.
Ich denke, hier kommt es sehr darauf an, wer dich bewundert. Ein Mann der selbst bewiesen hat, genau dies zu können und dir so Respekt vor deiner Leistung zollt - oder ein Jämmerling, der sofort aufgibt, sich niemals selber überwindet und lieber irgendwen anderes machen lässt.
Das ist eben der Unterschied zwischen richtigen Komplimenten und Geschwätz.
Oder siehst du das anders ?
 
  • #68
Meine lieben starken Frauen, die doch noch eine starke Schulter zum Anlehnen brauchen, macht euch bitte mal bewußt in was für eine Rolle ihr euren Partner steckt.
Nach außen ist sie die tolle taffe starke Frau die alles regelt, dem Mann sagt wie er das und dies zu machen hat, die in jeder Diskussion hart für ihre Überzeugung kämpft und kaum ist sie zuhause wird sie zum anschmiegsamen Kätzchen und beschwert sich über die böse Welt. Mann darf sie dann wieder aufbauen, leiten und lenken und am nächsten Tag erlebt die Welt wieder das Superweib.
Also mir hat es keinen Spaß gemacht. Bei meinen Exemplar von starker Frau kam noch hinzu, dass ich oft nicht wusste was gerade von mir gefordert wurde. Sollte ich jetzt gerade die Schulter oder der Partner sein.
m54

Mod: Ausdrucksweise angepasst. Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl.
 
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  • #69
Nach außen ist sie die tolle taffe starke Frau die alles regelt, dem Mann sagt wie er das und dies zu machen hat, die in jeder Diskussion hart für ihre Überzeugung kämpft und kaum ist sie zuhause wird sie zum anschmiegsamen Kätzchen und beschwert sich über die böse Welt. Mann darf sie dann wieder aufbauen, leiten und lenken...
Gutes Bild.
Wenn so ein Denken vorherrschen sollte in der Frauenwelt, wundert mich nicht, dass Männer (und Frauen, die so ticken) denken, eine Frau könne keinen Konzern lenken, Chefin sein, Verantwortung für "Männertätigkeiten" übernehmen usw. Es wäre ja alles nur gespielt, Souveränität, Entscheiden können, Durchgreifen. Wenn ich mir vorstelle, dass z.B. Frau Merkel abends seelisch zusammenbricht, ihr Mann sie in den Arm nehmen und sagen soll, "alles wird wieder gut, ich hab dir Pudding gekocht" oder "der Seehofer ist böse, geh nicht zu dem Parteientreffen", da sie sonst ihre seelischen Probleme zu belasten, finde ich das extrem schräg.

Gut, ich weiß nicht wirklich, WAS die starke Frau so will von ihrem Partner. Worin will sie gelenkt werden, in der Auswahl der Sofafarbe oder beim Rauswerfen der nachlässigen Putzfrau. damit der Mann als "der Böse" dasteht, obwohl SIE es zu nachlässig geputzt findet, oder will sie tatsächlich, dass der berufsfremde Mann ihr sagen soll, wie sie in ihrem Beruf zu entscheiden hat? Oder es ist doch nur, dass sie, wenn der Tisch im Restaurant noch nicht frei ist, in Tränen ausbricht und den Mann dazu braucht, dass er sagt "lass uns den Aperitif an der Bar nehmen"? Will die starke Frau einfach nur jammern dürfen und der Mann muss zuhören, ei-ei machen, und dann ist wieder gut?

Ich denke, der Wunsch nach einer starken Schulter ist der Wunsch nach einem Mann, der die Vaterrolle übernehmen soll und Entscheidungen für die Frau so treffen soll, dass sie das beste für sie sind und sie aber keine Verantwortung dafür übernehmen muss. Einer, der sagt, wie es richtig ist, wenn sie nicht mehr weiß.
Das führt zu Problemen, weil das unerwachsene Bild, das die Frau bei ihrem Partner abgibt, zur Folge haben wird, dass sie auch bei Dingen, von denen sie meint, auf Augenhöhe zu sein, kritisiert wird oder sie nicht machen darf, Autofahren z.B. oder je nachdem, in welchem Bereich der Mann das Vertrauen in die Fähigkeiten der Frau nicht hat. Das stört die starke Frau ja dann wieder, denn sie ist ihrer Meinung nach ja so stark, dass Männer Angst kriegen könnten, und sie könnte alles sofort genauso gut oder besser machen.

Ich finde es extrem ätzend, wenn jemand einen Fehler, den ich machte, darauf zurückführt, dass ich ja ne Frau bin, es also eigentlich kein Wunder ist, dass es schiefging - unfähig by nature. Aber genau dieses Bild entsteht mEn, wenn Frauen sich bei ihrem Partner so geben, als sei er die starke Schulter, von der sie gelenkt und gestützt werden müssen.
 
  • #70
Was definiert man so als "starke Schulter"?

Ist es wirklich das Bild, Vater kümmert sich? Lenkung?

Ich habe da ein anderes Bild.
Einen Mann, der eben auch mal 5 min halten kann, wo man sich anlehnen kann, Energie tanken, eben mal müde, frustriert, traurig, etc. sein darf. Sehr gerne gegenseitig. Sehr gerne schweigend.

Einen Mann, der WIR so versteht, dass er anstehende Aufgaben einfach mal löst, der sie überhaupt sieht, der überhaupt auf die Idee kommt, selbst initiativ im WIR Bereich zu werden, ob Freizeitgestaltung, Alltagsthemen, Organisatorischen.
Die gewünschte starke Schulter - einfach irgendetwas an Arbeiten abnehmen, wenn der Tag voll und stressig war? Der auch fällige Einkauf, so etwas, oder heimkommen, und Frau wird mal bekocht (das muss nicht das 3Sterne Menü sein).

Ich biete gerne meine Schulter, mag verwöhnen, den anderen entlasten, kümmern, oder ihm einfach den Rückzugsraum lassen, wenn er ihn braucht.
Aber es wäre schön, dies auch zu erleben, für mich hat es Seltenheitswert.

Da geht es nicht um Vaterrolle, und kleines Mädchen, sondern um Geben und Nehmen in einer Partnerschaft.
 
  • #71
Das finde ich auch normal und denke, dass so eine Frau nicht nach einer starken Schulter ruft, einfach weil sie sich keinen Mann wählen würde, der ihr nicht auch mal die Möglichkeit zum Anlehnen gäbe. Genauso, wie Du geschrieben hast - gegenseitig. Aber bei den "starken" Frauen, die nach Lenkung und starker Schulter rufen, seh ich eher, dass sie in ihrer Beziehung einen Mann wollen, bei dem sie völlig die Lenkung abgeben können und er alles so macht, wie sie es gelenkt hätten, weil sie "in der Welt" schon so viel lenken müssen. Das ist in meinen Augen nochmal ein andere Kategorie als die Frauen, die nur als Deko neben ihrem starken Mann stehen wollen, der sie lenken soll in ihrem Sinne.

Ich habe den Eindruck, die "starken" Frauen sind der Meinung, es gäbe eigentlich nur Männer, die Waschlappen sind. Das ist ja Blödsinn und pauschal. Deswegen denke ich, dass die gerade nicht dasselbe mit starker Schulter meinen wie Du.
 
  • #72
Frauen, die sich selbst als "stark" betrachten, sind nach meiner Erfahrung allzu oft schlicht nur besonders egoistische Exemplare ihrer Spezies.
Hätte ich mir ein solches Exemplar als Lebenspartnerin anlachen sollen? Ich denke, eher nicht. Speziell dann nicht, wenn noch feministisch inspirierte Ansprüche dazukommen...
 
  • #73
ch denke, der Wunsch nach einer starken Schulter ist der Wunsch nach einem Mann, der die Vaterrolle übernehmen soll und Entscheidungen für die Frau so treffen soll, dass sie das beste für sie sind und sie aber keine Verantwortung dafür übernehmen muss. Einer, der sagt, wie es richtig ist, wenn sie nicht mehr weiß.

...genauso gerne würde ich die Mutterrolle mit einer starken Schulter, zuhörend und ratgebend, für einen Mann übernehmen, der zertrümmert nachhause kommt, weil es Stress in seinem Leben gibt. Es geht ja nicht um irgendwelche Entscheidungen, die man abgenommen haben will, sondern um das Gefühl, sich fallen lassen zu können, rein emotional, um auftanken zu können, um Zuwendung und Wärme. Wo sonst ist der beste Ort, wenn nicht das Zuhause und ein liebender Partner und ohne einen Partner, eben der Tisch zum rund beißen. Zuhause müssen Masken fallen dürfen, ohne dass man Angst haben muss, an Augenhöhe zu verlieren...beide. Viele können es nicht, aus Angst, ihr Gesicht zu verlieren, denn im Beruf kann und darf man es sich nicht erlauben.
 
  • #74
Ich biete gerne meine Schulter, mag verwöhnen, den anderen entlasten, kümmern, oder ihm einfach den Rückzugsraum lassen, wenn er ihn braucht.
Aber es wäre schön, dies auch zu erleben, für mich hat es Seltenheitswert.

Da geht es nicht um Vaterrolle, und kleines Mädchen, sondern um Geben und Nehmen in einer Partnerschaft.
Das ist auch mein Bild von einer Partnerschaft. Es darf nicht immer nur die Frau oder der Mann das Steuerrad in der Hand halten und das gesamte Leben alleine menagen, bis die seelisch stärkste Frau (oder Mann) vor Dauerbelastung und Erschöpfung mit einem Burn-Out zusammenklappt, denn auch der ressilenteste (seelisch starke) Mensch, hat nur eine begrenzte Kraft und Recource, bis sie erschöpft ist und dann nichts mehr geht.

In einer Partnerschaft darf und soll sich jeder mal an den anderen vertrauensvoll anlehnen können und das Steuer phasenweise aus der Hand abgeben, das abwechselnd je nach Ereignissen und Begebenheiten des Alltagslebens sich unterstützt und Entlastung bietet und den anderen umsorgt.

Es geht nicht um eine Vater-Tochter-Beziehung im übertragenen Sinne.

Glaube das ist was die FS mit
Würde gerne einen Partner finden, der mich nicht ausbremst, doch lenkt und leitet.
meinte: Einen Partner, der selbst mit beiden Beinen auf dem Boden steht und weiss, wo ist langgeht und dem sie bedingungslos vertrauen und sich auf ihn verlassen kann. Nicht für immer und nicht jeden Tag, sondern in Situationen und Phasen, wo sie sich mal schwach und kraftlos fühlt zu wissen, dass jemand anders das Steuer des gemeinsamen Lebens auch mal für eine gewisse Zeit übernimmt.
 
  • #75
Eine starke Frau ist für mich das Gegenteil der Lolita oder dem Prinzesschen. Sie hat schon viel im Leben mitgemacht, ist daran gewachsen, aber nicht innerlich verhärtet. Sie lässt sich nicht für dumm verkaufen und kennt ihre Fähigkeiten, hat sich aber ihre Liebenswürdigkeit und Herzlichkeit bewahrt.

Solche Frauen suchen m.E. einen Mann, der ihnen eine Schulter bietet. Sie können sich allein durchbeißen, sehnen sich aber danach, auch mal schwach sein zu dürfen und aufgefangen zu werden.

Interessant.
Hmmm, starke Frauen suchen also eine starke Schulter, um sich in schwachen Momenten daran anlehnen zu können - richtig? Aber wollen das nicht alle Frauen? Das Schulter-anlehn-Kriterium ist also zu schwach, um Bedürfnisse und Anforderungen einer starken Frau zu charakterisieren.

Wenn es explizit "starke" Frauen gibt, muß es logisch zwingen auch "schwache" Frauen geben, ansonsten ist das Adjektiv "stark" nämlich unsinnig und man könnte nur von Frauen sprechen.
Um das Problem der FS lösen zu können, ist es nicht erforderlich, zu ergründen, wo man Männer für "starke Frauen" findet, sondern zu ergründen, was "schwache Frauen" sind und wollen, denn was diese nicht haben wollen, bleibt im Umkehrschluß ja für die FS über.

Was sind also "schwache Frauen". Und was wollen "schwache" Frauen?
Und welche Art Männer suchen "schwache" Frauen? Das ist besonders wichtig, denn diese Art Männer sind für die FS eindeutig verloren, da die FS sicher keinen Mann haben wollte, der "schwache" Frauen bevorzugt.

Also, um der FS zu helfen, ist es notwendig, herauszuarbeiten, was schwache Frauen sind und welche Art von Männern diese bevorzugen.
In dem, was sich als Restmenge im mathematischen Sinne zeigt, ist der Pool mit Männern, die der FS aufgeschlossen gegenüberstehen und denen sie sich zuwenden kann. Es ist durchaus möglich, daß der überwiegende Teil aller Männer starke Frauen gegenüber schwachen Frauen bevorzugt und die FS nur nach den falschen Kriterien bei Männern Ausschau gehalten hat.

Helft mit!

(Oder ist der Gegenpol einer starken Frau eventuell eine -nur- Frau? - Hmmm)
 
  • #76
Ich sehe die starke Schulter als etwas völlig anderes als den Anspruch, gelenkt und geleitet zu werden.
An der starken Schulter wird Kraft getankt, um den Kampf wieder aufzunehmen.
Wer gelenkt und geleitet werden muss, tankt keine Kraft, sondern braucht ein Navigationssystem.
 
  • #78
Schwache Frau oder Mann, da vergibt sich nichts, nur bei Frau wird es gerne nachgesehen, als weiblich deklariert.

Alle Verantwortung abgeben, Versorgungs- und Verwöhnanspruch, bei jeder Gelegenheit sagen, das macht mein Mann, darum kümmert sich.... Dafür hat man seinen Mann.

Ob es die Glühbirne, die Kontrolle des Ölstand am eigenen Auto, die Wasserkiste, die Wahl der Versicherung, etc. ist. Alles was Arbeit macht, und unangenehm ist.

Ich hatte mal eine AE-Bauherrin, die bei jedem 2. Satz betonte, dass sie so etwas nicht wisse, könne - sie sei ja nur eine Frau!? Und fragt dann mich. :)

Die Analogien gibt es auf der männlichen Seite auch, es fehlt Standing, Rückgrat, Eigenverantwortlichkeit.
Und oft genug ist es einfach bequem, eine/n Kümmerer/ in an der Seite zu haben.
 
  • #79
Schwach-stark ist wieder so eine Definitionssache.

Ich würde sagen, eine Frau, die eine Art Vaterersatz sucht ist keine erwachsene Frau. Sie hat vielleicht einen niedrigen Bildungsabschluss oder kann/möchte sich aus anderen Gründen nicht im Berufsleben behaupten und sucht daher einen Versorger. Solche Frauen haben nicht gelernt, auf eigenen Beinen zu stehen, sind eher unsicher und unselbständig und häufig eifersüchtig. Das ist so der Sub-Typ "waidwundes Reh", der ständig nach Aufmerksamkeit und Hilfe verlangt. Diese Frau sucht den Ritter (Retter) auf dem weißen Ross.

Dazu passt ein Mann, dem es gut tut und dessen Ego es stärkt, wenn er Kleinigkeiten(!) für sie richten kann. Der sich dann gebraucht und wertvoll fühlt. Da diese Frau sehr geringe Ansprüche hat (Auto winterfest machen, den Urlaub bezahlen, ihr Komplimente machen), kann der Mann mit relativ wenig Aufwand der goldene Reiter sein. Er bekommt dafür eine Frau, die weitgehend von ihm abhängig ist. Das Kräfteverhältnis in der Beziehung kippt zu seinen Gunsten. Ich kenne viele Männer, die das prima finden, weil sie somit in der Beziehung Dominanz zu einem geringen Preis ausüben können.

Dem steht eine erwachsene Frau gegenüber, die ihr eigenes Auskommen hat, im Leben steht und weder Retter noch Versorger braucht. Den Urlaub bezahlen beide hälftig, sie kann selbst Frostschutzzeugs nachfüllen und braucht keine ständige Aufmerksamkeit. Wenn da mal etwas ist, das sie nicht allein schafft, dann ist das ein Problem größeren Ausmaßes.

Ein Mann, der nur "Kleinigkeiten" im Repertoire hat, ist für eine solche Frau so nützlich wie ein Kropf. Dementsprechend fehlt diesem Mann das Gefühl, gewertschätzt und gebraucht zu werden und der goldene Reiter für sie zu sein. Es entstehen Aussagen wie die von der FS zitierte "neben dir fühle ich mich so klein". Mit dem, was der Mann bietet, kann er bei der Frau nicht punkten, er müsste höheren Aufwand betreiben - aber vielleicht kann (oder will) er das nicht.
Eine solche Frau braucht einen Mann, dessen Selbstwert so gesund ausgeprägt ist, dass er 1.) sich nicht wurmig fühlt, wenn die Frau beruflich erfolgreich ist oder einen Nagel in die Wand schlägt und der 2.) noch das Standig und das know-how besitzt, seine Frau bei Problemen zu stützen und zu stärken.

Mein Fazit: um die Bedürfnisse einer erwachsenen, unabhängigen Frau zu bedienen, braucht es andere und höhere Kompetenzen als für die einer Naiven. Ein großer Teil der Männer kann dies nicht leisten (z.B. weil die Erfahrungskompetenz fehlt). Ein anderer Teil will dies nicht leisten, weil es das, was er selbst will (Sex, Hausarbeit? das Gefühl der männlichen Überlegenheit?) billiger gibt.
Übrig bleibt für diese Frau nur der (geringe) Anteil an Männern, die ganz gezielt eine eigenständige, unabhängige Frau suchen und daher bereit sind, den Aufwand zu betreiben.
 
  • #80
Ich hatte mal eine AE-Bauherrin, die bei jedem 2. Satz betonte, dass sie so etwas nicht wisse, könne - sie sei ja nur eine Frau!? Und fragt dann mich. :)
Das ist was, das ich an diesen Weibchenfrauen so ätzend finde - sie machen JEDEN zum Mann, um klein und fein und weiblich zu bleiben. Auch andere Frauen.

was "schwache Frauen" sind und wollen, denn was diese nicht haben wollen, bleibt im Umkehrschluß ja für die FS über.
Den Umkehrschluss würde ich nicht ziehen, aber ansonsten stimme ich Dir zu. Und ich würde "schwache Frauen" in den Augen von "starken" Frauen z.B. so definieren, wie es bei @Lionne69 anklingt. Sie berufen sich darauf, dass sie Frauen sind und dies und das nicht machen können. Das sind die, die Männer dazu animieren wollen, den Mann rauszukehren. Und: Die starke Schulter. Denn ein Mann, der auf diese Masche steht, kriegt ja förmlich unter die Nase gerieben, dass er der Held sein kann. Die sich als "stark" bezeichnende Frau (nicht die echte Starke, die sich nie einen Kopf drum macht, dass es daran liegen könnte, dass sie nicht den richtigen Mann trifft, der noch stärker ist, sondern eine Beziehung auf Augenhöhe mit Gegenseitigkeit haben will und damit auf einen anderen Typ Mann steht als die "starke") dagegen hofft darauf, dass ihre insgeheimen Bedürfnisse erkannt werden und erfüllt werden wollen vom Mann. Und der ist aber abgeschreckt von ihrem "ich kann das, ich bin doch kein schwaches Weibchen so wie DIE (von denen sie sich dauernd abgrenzen will)", das sie als Selbstdarstellungsprogramm fährt.

da die FS sicher keinen Mann haben wollte, der "schwache" Frauen bevorzugt.
Ja doch irgendwie, denn sie will sich ja erlauben, bei ihm schwach zu sein. Er darf es bloß nicht sagen oder in falschen Bereichen den starken Mann rauskehren, dann kriegt er eins auf den Deckel.

Wer mit Stärke wirbt, zieht meiner Erfahrung nach Menschen an, die bei ihm ihre lenkbare Schwäche fühlen können/dürfen bzw. die ihn benutzen, um sich ein bisschen auszuruhen an seiner Schulter, egal ob Mann oder Frau. Da die Schwäche des Partners dann die Rolle, in der sich der Starke sehen will, unterstützt, findet er diese Schwäche auch anziehend.
Ist der Starke ein Mann, so gibt ihm die "schwache" Frau das gesuchte Gefühl, hingegen die "starke" Frau erstmal zeigen will, dass sie auch stark ist (Konkurrenzverhalten) und fährt damit genau das gegenteilge Programm, das er braucht für das, was er in der Partnerschaft sein will. Aber ausgerechnet den Mann begehrt sie und kriegt ihn nicht.
 
  • #81
@Tom26 @Pia62 @Lionne69

alles schön und irgendwie richtig aber: keine Antwort auf meine Anregung, das Thema grundsätzlich anzugehen.
Wenn jemand von sich sagt, sie wäre eine starke Frau, dann differenziert sie und zwar von dem, was sie als eine schwache Frau ansieht.
Aber was ist eine schwache Frau - WER ist eine schwache Frau?
Seid ihr schwache Frauen? Falls nicht - wieso?

Um das Problem der FS angehen zu können, ist es zuerst nötig, ihren Blickpunkt auf sich und andere Frauen zu verstehen. Was ist in ihren Augen das, was eine starke Frau ausmacht und was im Gegenzug dazu, was eine schwache Frau kennzeichnet.

Dieses Bedürfnis der FS sich von einer schwachen Frau zu differenzieren ist scheinbar so stark, daß sie es als wesentliche Aussage für ihr Problem ansieht und es deshalb hier erwähnt.

Also @Floh45 : was kennzeichnet eine starke Frau und wieso ist es notwendig für Dich, sich so zu bezeichnen, um Dich von einer "schwachen Frau" abzugrenzen?

Da die allg. Erfahrung lehrt, daß Frauen ständig Partner finden, Du aber scheinbar nicht, muß es also so sein, daß "nichtstarke" Frauen ständig die sind, die Partner finden.

Was/wie ist eine schwache Frau und wieso bekommen diese immer/bzw. mehr Männer, da Du ja mit Hinweis auf Dein "starke Frau"-Sein genau Deine Stärke als vermutlichen Grund dafür anführst, daß Du keinen Partner findest.

Bedeutet es dann nicht, daß Deine "Stärke" tatsächlich eine Schwäche ist - eine Schwäche in der Fähigkeit Partner zu finden.
Und wenn das so ist, wieso findest Du es erstrebenswert "stark" zu sein?

Also: Was ist Stärke? - was ist sie für Dich?
Eine Metapher?
Eine Eigenschaft?
Eine Gesamtheit von Eigenschaften?
Ein Euphemismus?
Ein Adjektiv (ohne Inhalt)?
Was?

Und was ist Schwäche?
Kennst Du schwache Frauen? - Also das Gegenteil von Dir? Finden die Partner? Weil sie schwach sind?
Sind sie schwach, damit Du stark sein kannst?
Mußt Du sie als schwach sehen, damit Du Dich als stark bezeichnen kannst?
 
  • #82
Mußt Du sie als schwach sehen, damit Du Dich als stark bezeichnen kannst?
Das dürfte in vielen Fällen genau das Kriterium sein.

Die Debatte grundsätzlich zu sehen, ist in meinen Augen fast unmöglich. Warum? Alle möglichen Menschen haben alle möglichen Definitionen von stark und schwach.
Es wurde weiter oben eine schwache Bauherrin beschrieben - da stellt sich mir die Frage: Bauherrin verfügt über (etwas) Geld. Ist sie also wirklich schwach oder hat sie nur ein Erfolgsrezept? Der Mann, der mit der 100kg Hantel jongliert ist stark. An Körperkraft. Einfach im Vergleich zu über 90 % der restlichen Menschheit. Aber ist er auch mental stark?
Für mich persönlich hat eine starke Frau einen starken Charakter (sprich sie hat eigene Überzeugungungen, Ziele und Wünsche und Durchsetzungskraft) , ein Erfolgsrezept und Selbstvertrauen.
 
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  • #83
....wir alle sind stark und auch schwach, weil wir Menschen sind, die in der Dualität verweilen. Wie schon von einem anderen Foristen erwähnt, können wir unsere Stärke nur erkennen, wenn wir auch unsere Schwäche erkennen. Sich an die Stärke und Schwäche anderer Menschen zu orientieren, bringt uns weg von uns selber. Denn jeder hat seine ureigenste Stärke und auch Schwäche.
Unsere Gesellschaft vermag uns vehement aufdruseln zu wollen, was Stärke und was Schwäche ist, weil man dann gut den Menschen manipullieren kann, z.B. ich da oben, du da unten.
Viele *Menschenskinder* sind sich ihrer Stärke, oder Schwäche oft nicht bewusst, einige demonstrieren eine künstliche Stärke, um ihre Schwäche zu verdecken. Schwäche wird oft mit Versagen in Zusammenhang gebracht, ist aber an sich auch eine Stärke, wenn man sie zeigen kann. Ein Mann der weinen kann, ist für mich z.B. stark, weil es in der Gesellschaft als Schwäche gesehen wird, der Mann aber die Stärke besitzt, diese zu zeigen.
Schwäche kann als Antrieb dienen, seine Stärke zu entdecken, Stärke kann dazu dienen, seine Schwäche zu erkennen und zu akzeptieren.
Viele Menschen werden in unserer Gesellschaft daran gehindert, stark oder schwach zu sein, Eigentlich gibt es nicht nur das eine oder das andere, sondern beides im Wechselspiel, wenn man es zulassen könnte und dürfte. In unserer Gesellschaft, wird erwartet, dass wir Schwäche unterdrücken und lässt somit unsere Stärke oft zu einer Schwäche werden, weil man zu viel Stärke nicht aufrechterhalten kann, sie lebt vom schwach sein dürfen.

Das sind meine Gedanken dazu, deshalb kann ich nicht sagen was eine schwache und was eine starke Frau, oder ein Mann ist. Ich benutze daher gerne das Wort *stabil* und das sind Menschen, die sich mit ihrer Schwäche und Stärke harmonisch im Einklang befinden. Die Wortbegriffe stark und schwach sind mit abenteuerlichen Interpretationen besetzt, an sich handelt es sich nur um zwei verschiedene Kräfte, die sich miteinander hervorbrechend ergänzen könnten.
 
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  • #84
...erschwerend kommt hinzu, dass für den EINEN eine starke Frau der Hammer ist, für den ANDEREN nicht erwähnenswert. Wie ein Mann eine solche Frau sichtet, hängt ganz von seiner eigenen Wahrnehmung ab.
Nur ein seelisch schwacher Mann, kann eine solche Frau bewundern und sich vielleicht im stillen Kämmerlein schämen, sich selbst aufzugeben oder bei kleineren Problemchen den Kopf in den Sand zu stecken und nicht nach Lösungen zu suchen. Das glaube ich unterscheidet starke von schwache Menschen: die einen versuchen aus ihrer Situation und ihrer misslichen Lage das Beste draus zu machen, damit das Leben schöner weitergeht und suchen aktiv nach Lösungen und die anderen suchen gar nichts auch wenn es Lösungen gibt. Manche geben sofort auf, ohne etwas versucht zu haben aus ihrem Leben zu machen oder es zu verbessern.

Die seelisch starken Männer und Frauen erkennen sich glaube ich gegenseitig (wie Homosexuelle sich auch gegenseitig erkennen, ohne darüber zu sprechen) und sie wissen beide, was sie im Leben durchgemacht haben. So hat mich dieser Mann, der Lokomotivführer war und leider nicht mehr lebt, weil er an Krebs gestorben ist, nie erwähnt er würde mich für irgendetwas bewundern. Oder er würde sich klein und nichtig neben mir fühlen. Und auch er sprach nie über sein Leben, sondern erzählte nur dann, wenn ich ihn danach gefragt hatte. Was er alles durchgemacht hatte im Leben, hätte ich nie erfahren, wenn ich ihn nicht fragen gestellt hätte. Sogar Kieferbruch wegen seines gewalttätigen Stiefvaters, was mich sehr entsetzte! Sein Schicksal berührte mich aber gleichzeitig empfand ich Bewunderung für seine Stärke. Ich glaube ihm war selbst nicht bewusst wie stark (ressilent) er war. Er gab niemals auf, er nahm aktiv das Leben in seine Hände und gestaltete es. Darum hatte ich früh das Gefühl: "er ist wie ich, er ist der passende!"
An der starken Schulter wird Kraft getankt, um den Kampf wieder aufzunehmen.
Wer gelenkt und geleitet werden muss, tankt keine Kraft, sondern braucht ein Navigationssystem.
Es gibt Situationen im Leben und in solche kann jeder geraten, wo Mann oder Frau nicht mehr weiss, wo es lang geht und was man machen soll oder kann, sich scheinbar in ganz ausweglosen Situation befindet. Wenn man im Leben in eine Sackgasse gefahren ist und dann tatsächlich Lenkung braucht und danach selbst weitergeht! Dann ist man froh, das Steuer kurzfristig aus der Hand abzugeben und jemanden haben und ihm vertrauen, der weiss was für einen gut ist. Einen Partner der die Frau sehr gut kennt und umgekehrt auch. So gut, dass ihm die Frau später sagen kann: "Danke dir, ich hätte es genauso gemacht nur hatte ich damals keine Kraft mehr".

Ich hoffe das ist verständlich genug erklärt, was ich mit fremder Lenkung meine. Ob die FS das auch so meint, weiss ich nicht.
 
  • #85
Wenn man im Leben in eine Sackgasse gefahren ist und dann tatsächlich Lenkung braucht und danach selbst weitergeht! Dann ist man froh, das Steuer kurzfristig aus der Hand abzugeben und jemanden haben und ihm vertrauen, der weiss was für einen gut ist
In einer Sackgasse war ich nicht, aber in einer neuen Lebenssituation mit äußerst belastenden privaten Umständen. Zu dem Zeitpunkt war ich Ende 20 und hab mich in einen 14 Jahre älteren Mann verliebt, von dem ich mir genau das erhoffte - einer, der weiß, wo ich lang gehen soll, damit es bei mir gut laufen wird. Einer, der weiß, wie "Leben" unter den Umständen geht.

Natürlich war das Schwachsinn, der Mann war mit sich selbst beschäftigt, also meine Anbetung zu verbrauchen für sein Ego. Wer kann es ihm verdenken, dass er mir gar nicht sagen konnte und wollte, was ich tun soll. Deswegen - man weiß am besten, wo man hingehen soll und wie, und wenn man das aus der Hand gibt, leitet ein anderer einen nach seinen eigenen Interessen. Am besten ist, auf sich selbst zu hören. Man kann ja Ratschläge anhören und annehmen, wenn sie das Leben beleuchten aus einer Perspektive, die einem selbst nicht eingefallen wäre und die richtig erscheint. Ich hab durch andere Menschen viel gelernt, was mich weiterbrachte, andere Sichtweisen, andere Herangehensweisen an Probleme. Aber einen, der einen lenkt, wo man loslassen kann, das halte ich für gefährlich, weil man von seinem Weg abkommen kann, und für unpartnerschaftlich, weil man dem anderen die Verantwortung aufgibt.

Die seelisch starken Männer und Frauen erkennen sich glaube ich gegenseitig
Denke ich auch. Und ich denke, dass die weglaufen vor Leuten, die sie als starke Schulter in ihrem Leben wollen. Das riechen sie auch, dass da einer kommt, der sie in eine Elternrolle drängen will.
 
  • #86
Meine lieben starken Frauen, die doch noch eine starke Schulter zum Anlehnen brauchen, macht euch bitte mal bewußt in was für eine Rolle ihr euren Partner steckt.

Ich kann darin überhaupt kein Problem erkennen, welches für den Partner unlösbar sein soll. Scheint mal wieder ein Mänenrproblem zu sein: eindimensionales Denken.

Jeder Mensch hat unterschiedlich gute oder schlechte Tage.
Als Frau kann ich doch auch mit einem Mann umgehen, der mal an meiner starken Schulter lehnt, obwohl er normalerweise ein starker Mann ist. Dafür bin ich seine Partnerin, dass er in dem privaten Rahmen durchaus Schwächen zeigen kann ohne von mit demontiert zu werden, sondern im Gegenteil: er hat ein Recht auf einen wertschätzenden Umgang mit seinen schwachen Seiten und Momenten.
Ich erwarte in einer Partnerschaft nichts von einem Mann, was ich ihm nicht genauso geben kann oder will, wie er mir.
 
  • #87
Schwach-stark ist wieder so eine Definitionssache.

Ich würde sagen, eine Frau, die eine Art Vaterersatz sucht ist keine erwachsene Frau. dem weißen Ross.

Dazu passt ein Mann, dem es gut tut und dessen Ego es stärkt, wenn er Kleinigkeiten(!) für sie richten kann. Der sich dann gebraucht und wertvoll fühlt. Da diese Frau sehr geringe Ansprüche hat (Auto winterfest machen, den Urlaub bezahlen, ihr Komplimente machen), kann der Mann mit relativ wenig Aufwand der goldene Reiter sein. Er bekommt dafür eine Frau, die weitgehend von ihm abhängig ist. Das Kräfteverhältnis in der Beziehung kippt zu seinen Gunsten. Ich kenne viele Männer, die das prima finden, weil sie somit in der Beziehung Dominanz zu einem geringen Preis ausüben können.


Mein Fazit: um die Bedürfnisse einer erwachsenen, unabhängigen Frau zu bedienen, braucht es andere und höhere Kompetenzen als für die einer Naiven. Ein großer Teil der Männer kann dies nicht leisten (z.B. weil die Erfahrungskompetenz fehlt). Ein anderer Teil will dies nicht leisten, weil es das, was er selbst will (Sex, Hausarbeit? das Gefühl der männlichen Überlegenheit?) billiger gibt.
Übrig bleibt für diese Frau nur der (geringe) Anteil an Männern, die ganz gezielt eine eigenständige, unabhängige Frau suchen und daher bereit sind, den Aufwand zu betreiben.
Leider sehen sich viele Frauen als grundlos stark.
Beamtenverhältnis oder Tätigkeit als Ärztin sind eben keine Nachweise von tougher Lebensführung. Verantwortung wird immer noch an Vorgesetzte delegiert.
Auch dieses Selbstverständnis macht eben viele Frauen zu Dauersingles
 
  • #88
Tatsächlich empfinde ich starke, im Sinne von selbstbewusst, Frauen oft attraktiver. Das nette Mädchen mit dem hübschen Lächeln ist ja toll anzusehen, aber wenn das alles ist und sie sonst nichts mit sich anzufangen weiß, dann empfinde ich sie nicht als partnerschaftstauglich.

Man möge sich das Wort auf der Zunge zergehen lassen: Partnerschaft. Man ist sich gegenseitig ein Partner, ergänzt sich, arbeitet daran ein gemeinsam erklärtes Ziel zu erreichen. Das kann ein Hausbau sein. Die Kindeserziehung. Oder einfach nur Halt und Unterstützung im Alltag. Wie soll ein Ziel erreicht werden können, wenn die Frau (oder auch der Mann) unselbständig ist, man alles vorkauen muss? Eine Beziehung sollte ja grundsätzlich als Gewinn empfunden werden und nicht als Last.

Wie von anderen bereits angesprochen definieren manche Frauen Stärke unter männlichen Attributen und meinen sich dann sozial mit Männern duellieren zu müssen. Ich bin so hoch in der Hierarchie, ich verdiene so viel Geld. Ja, toll, Glückwunsch, interessiert halt viele Männer nur so ziemlich null.
 
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  • #89
@void
Danke für Deinen Spiegel bzw. das männliche Pendant in Deinem Beitrag #62.
Auch ich bin unternehmerisch erfolgreich tätig, und zwar in einem Haifischbecken und dementsprechend von vielen (männlichen) Neidern umgeben. Privat bin ich unglaublich einfühlsam, warmherzig und hingebungsvoll. Menschen, die mich beruflich kennen, kommen gar nicht auf den Gedanken, dass dem so sei. - Daher gab es auch in meinem Profil den Satz: "Kann sich eine starke Frau auch einmal bei Dir anlehnen?"
In Ersttelefonaten und ersten Begegnungen lasse ich das geschäftliche inzwischen weitest gehend außen vor, und wenn dazu konkrete Fragen gestellt werden, dann bleibe ich erst einmal zaghaft. Nicht weil ich verbergen wollte, dass ich beruflich Einiges leiste, sondern weil nach meiner Erfahrung sich Männer bei einer beruflich stark erscheinenden Frau manchmal nicht mehr die Mühe machen, nach der privaten, weiblichen Seite zu schauen. Ich habe jetzt die Reihenfolge dessen, was ich mitteile, geändert.
Dieser Satz in meinem Profil erscheint mir jetzt beinahe töricht. - Danke, dass ich ihn jetzt durch Deinen Beitrag ändern konnte.

w/52
 
  • #90
sondern weil nach meiner Erfahrung sich Männer bei einer beruflich stark erscheinenden Frau manchmal nicht mehr die Mühe machen, nach der privaten, weiblichen Seite zu schauen. Ich habe jetzt die Reihenfolge dessen, was ich mitteile, geändert.
Das kenne ich auch von einer sehr erfolgreichen Frau aus meinem Bekanntenkreis. Und ich gebe zu, ich war auch ein wenig erstaunt, als diese toughe Kriegerin sich bei mir angelehnt hat.
Tja, und wieder was gelernt: Unterschätze nie erfolgreiche Frauen.
 
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