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@Victoria
Freut mich sehr, wenn mein Beitrag Dir was gebracht hat.
Mein Eindruck ist sehr oft, dass man mit bestimmten Reizworten gleich in einer Schublade landet, und "starke Frau" ist so ein Ding. Deswegen kann ich mir gut vorstellen, dass die Männer sich wirklich nicht mehr die Mühe machen rauszufinden, was noch alles diese Frau ausmacht, außer dem Label, das sie sich verpasst hat. (Abgesehen davon, dass manche Klischees eben auch stimmen und Männern nicht gefallen.)
Das Gemisch aller Eigenschaften macht ja einen Menschen aus, und gerade in der Partnerschaft sind doch die beruflichen Erfolge unwichtig, wenn man jetzt nicht z.B. Ernährer für einen gesuchten Partner sein will.
Nicht weil ich verbergen wollte, dass ich beruflich Einiges leiste
Genau, denn darum geht es ja gar nicht. Es geht darum, wenn man es besonders hervorkehrt, man eher wie bei einem Bewerbungsgespräch für einen neuen Job rüberkommen könnte, statt dass man das für eine Partnerschaft Wichtige vermittelt. Ich denke auch, mit der "Eigenwerbung", sich als starke Frau zu bezeichnen, zieht man nur die an, die selber einen Partner haben wollen, bei dem SIE sich dauerhaft anlehnen können.

Ich denke, eine Frau merkt es, ohne vorher von sich als "starke Frau" zu sprechen, im Kennenlernprozess sowieso recht bald, ob sie sich auch mal "anlehnen" kann. Schon allein, wenn es um die Organisation von Dates geht, sieht man das ja, ob der Mann initiativ ist oder nicht. Und ich denke auch, sie merkt es schnell, wenn der Mann ein Selbstwertproblem hat und nicht ertragen kann, was die Frau so alles auf die Beine stellt und gestellt hat. Dann wird er nämlich anfangen, das zum Thema zu machen, und wenn die Frau dann nicht selber das Thema vom Tisch wischt, sondern drauf einsteigt, weil sie sich selber so sieht und endlich mal jemand dafür Anerkennung zu spenden scheint und scheinbar versteht, dass frau gern auch mal jemanden zum Anlehnen hätte, gehen solche typischen Dynamiken los, die eine schöne Beziehung mit gegenseitigem "starke Schulter bieten" verhindern.
 
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