• #1

Warum hat mein Mann nach der Trennung kaum noch Interesse für die Kinder?

hallo,
ich bin neu hier und auf der Suche nach guten Ratschlägen. Meine Situation ist die folgende:
Mein Mann hat sich seit Februar schleichend von mir getrennt. Erst wusste er nicht mehr was er will, wer er ist und was er kann und braucht. Er war extrem Stressanfällig, geräuschempfindlich und hat im Prinzip nur noch mit den Kindern gemeckert. Dann ist er filmreif vom Abendbrottisch aufgestanden, hat gesagt ich muss hier raus und war 8 Tage verschwunden. Danach ist er noch mal für 2 Wochen nach Hause gekommen und dann ausgezogen. Erst mal eine räumliche Trennung sagte er, bis er weiss, was mit ihm los ist. Von Woche zu Woche wurde es dann klarer, dass er gar keine Chance mehr will, sondern die Trennung, so sagte er langsam und schonend vollziehen wollte.
Ich habe keine Ahnung was mit ihm los ist. Es ist ein einziges Durcheinander. Immer wieder andere Gründe. Er hat noch nie alleine gelebt, er wusste nie was er will und hat immer zu meinen Entscheidungen ja gesagt, da er jetzt bemerkt hätte, dass er sich nie wirklich mit den Entscheidungen auseinander gesetzt hätte.... 3 Kinder.... so im Nachhinein hätte er ursprünglich nur 1 gewollt..... Was mich am Meisten kränkt ist, dass er den Kontakt zu den Kindern sehr gering hält. Er schafft es immer wieder sich 2 bis 3 Wochen gar nicht zu melden und merkt nicht, wie die Zeit vergeht. Wenn er mit ihnen telefoniert sind die Gespräche kurz und oberflächlich. Dabei sind sie schon 9, 13 und 15 Jahre alt. Also durchaus in der Lage normal am Telefon zu sprechen. Ich bin gefangen zwischen Wut, Sorge um ihn, Liebe, Hass und Angst. Ich weiss ich muss mich um mich und die Kinder kümmern und nur er kann sich selber helfen. Immer wieder flammt dann die HOffnung auf, dass er sich besinnt.... aber so wie er jetzt ist, darf ich ihn gar nicht zurück haben wollen..... Wir waren immerhin 18 Jahre zusammen, davon 14 verheiratet. Die Probleme in unserer Ehe waren gefühlt wie bei allen anderen auch. 3 Kinder, Haus mit Garten, jeder im Job.....
Habt Ihr gute Tipps, wie ich meine Kräfte wieder mobilisieren kann und mein Selbstbewusstsein wieder besser wird? Ich würde ihn so gerne ziehen lassen und alleine durchstarten aber immer wieder sperrt sich etwas in mir, das sagt kämpfe und gebe nicht auf. Wann immer ich das versuche schlägt es ins Gegenteil um....
EIn normaler netter Umgang ist für mich auch sehr schwer, da ich immer wieder so wütend bin, dass er die Kinder vergisst. Das mit mir ist die eine Sache, kein Interesse an seinen Kindern zu zeigen finde ich fürchterlich und lässt mich wütend werden.....
Danke schon mal für Eure Antworten.....
LG
 
  • #2
Puh, das ist übel, insbesondere für die Kinder, die ja unbewusst davon ausgehen, dass ihre Eltern mit sich so im Reinen sind, dass sie sich nicht auf ihre Belange, sondern die der Kinder konzentrieren.

Ich denke, Deinem Mann kommt es so vor, als hätte er immer für alle anderen seine Energie eingesetzt, aber nie für sich selbst, und ausgezahlt hat es sich nicht, weil er nicht glücklich ist. Das klingt alles sehr nach Midlifecrisis.
Meiner Ansicht nach kannst Du nicht viel tun, weil Du mit im Sack der Feinde bist, die ihn immer von dem Leben abgehalten haben, das er eigentlich führen wollte, wenn er mal gewusst hätte, dass er das darf. Er klingt so, als hätte er emotionale Sicherheit "gekauft", indem er sich immer angepasst hat, was ihm nun wie Selbstverleugnung vorkommt.

Im Moment sieht er es anscheinend so, dass die drei Kinder allein Dein Wunsch waren. Ich finde seine Ansicht besonders schrecklich, weil das so klingt, als seien seine Kinder Dinge, die er nicht anschaffen wollte und nun bereut, dass sie da sind. Vielleicht redet er auch so, weil er sich trennen will und die Unterhaltskosten ausgerechnet hat (hat er ne andere Frau?). Besonders gefühlvoll klingt das jedenfalls nicht und ich denke mal bzw. ich hoffe, es ist nicht so gemeint, wie er es jetzt bei der Erkenntnis, ein unglückliches Leben führen zu "müssen", empfindet.

Das einzige, was Du tun kannst, ist mEn ihn wirklich ziehen lassen, wenn er will. Wenn Du ihm den sanften Ausstieg ermöglichen willst, kannst Du das auch tun. Ich könnte mir auch vorstellen, dass er immer wieder über Neuanfang nachgedacht hat, während er Dir vorspielte, es sei nichts. (Ich meine, wegen des filmreifen Auftritts. Das sieht ja so aus, als dächte er schon lange drüber nach. Wieder der Verdacht, ob er ne andere hat.)

Wenn er irgendwann von seinem Ego-Trip "alle sind schuld, dass ich ein fremdbestimmtes Leben leben musste" runterkommt (es nur das ist und keine andere Frau), wird er sehen, dass auch was Schönes dabei war, auch wenn es ihm jetzt so vorkommt, als hätte er nie "ja" dazu gesagt.
Widme Dich lieber Deinen Kindern, als hier für irgendwas kämpfen zu wollen. Er muss von allein merken, dass er bei euch sein will. Als Kind versteht man das sicher nur sehr schwer, warum der Vater, der - ich vermute mal - immer da war und sich immer kümmerte, nun auf einmal kein Interesse mehr hat. Wie will man einem Kind was von seelischer Krise, Depressionen, verpasstem Leben erklären, zumal es selbst involviert ist in den "Auslöser" der Krise.

Ich wünsch Dir viel Kraft.
 
  • #3
Ich bin zwar Laiin, aber geräuschempfindlich und stessanfällig, schon immer eingeschränkt und halb unfähig mitzuentscheiden, besonders aber ersteres, klingt nach einem Fall für den Psychiater, oder Neurologen. Einfach abhauen kann natürlich auch für die Kinder hart sein. Die Frage ist, wie er als Vater sonst so war bisher. Kinder können da allerdings erstaunlich resilient sein. Ich war sehr überrascht als ich vor ein paar Jahren mal ein mir nahestehendes Mädchen fragte, wie es ihr und ihrem Bruder nun ginge, wo ihr Vater einfach weg ist und man nicht wusste wohin und ob er noch lebt. "Es fällt uns nicht weiter auf, er war eh kaum da." Sieben Jahre später scheinen sie als junge Erwachsene immer noch nicht beschädigt. Er dachte ein paar Monate später er könnte wieder antrampeln. So als wäre er nur eine Woche auf Dienstreise gewesen und hätte das vergessen zu sagen. Völlig gestört. Die Antwort auf die Frage wie man einfach seine Familie wie Möbelstücke zurücklassen kann hat es bis heute nicht gegeben. Ich habe festgestellt, dass er das einfach nicht sehen kann. Vielleicht ist dein Mann von der Realität auch so abgetrennt im Empfinden. Eskaliert war das alles erst als der berufliche Höhenflug endgültig und für aussenstehende Völlig absehbar geplatzt war. Diese Abtrennung macht das Leben nach 08/15 Schema wie es normal sein sollte, Ehe, Beruf, Kinder, etc. zum nicht wirklich gefühlten Schauspiel. Deswegen kommt er jetzt auch mit solchen irrationalen Argumenten. Wenn er eh nur eins wollte braucht er sich seiner Meinung nach nicht um drei zu kümmern. Die sind dann ja dein Ding ... Was sein Ding ist weiss er gar nicht. Das hast du recht klar dargelegt, W50
 
  • #4
Dein Mann ist ein egoistisches und verantwortungsloses Früchtchen. Sorry für diese Ausdrucksweise, aber Respekt zolle ich einem solchen Menschen nicht.

Die Trennung von dir ist eine Sache, jeder Mensch hat das Recht dazu wenn er in einer Beziehung nicht mehr glücklich ist. Es kommt aber immer auf die Art und Weise an wie diese vollzogen wird. Entweder fair in einem Gespräch oder unfair wie du es erlebt hast.

Die andere Sache sind natürlich vorhandene Kinder. Die zu vergessen geht gar nicht. Männer - und auch vereinzelt Frauen - sind durchaus in der Lage, eine Tür zu schließen und und eine neue zu öffnen. Means, das alte Leben einschließlich Anhang existiert nicht mehr, nur noch das neue verpflichtungslose mit der neuen Frau. Unterleibsgesteuert nenne ich es immer!

Ich rate dir in Bezug auf die Kinder keinen Druck auf ihn auszuüben. Lass ihn agieren wie er will, er bekommt irgendwann die gerechte Strafe dafür. Solange die Kinder ihren Vater nicht zwingend sehen wollen halte dich zurück mit Kontakt herstellen. Du wirst dir selbst irgendwann dankbar dafür sein. Meine Freundin hat sich mit drei Kindern, die Jüngste war noch nicht in der Schule, vor Jahren von ihrem Mann getrennt. Er hat auch nie wirklich Interesse an den Kindern gezeigt, die wollten von Anfang an auch gar nicht alle zwei Wochen am WE zu ihm. Heute ist es so, dass sie nur noch sporadisch bei ihm einlaufen. Ausschließlich dann wenn sie Lust darauf haben. Wirkliches Interesse zeigten sie am Vater noch nie, haben inzwischen auch kapiert wie er drauf ist. Psychische Probleme haben die drei bis heute nicht. Sie leben ihr Leben mit Mutter und Großeltern in der Nähe und alles ist gut.

Bloß nicht länger bei dieser Pfeife!
 
  • #5
Liebe FS,
Du hast Dir einen Mann zum Ehemann gewählt,mder noch nie allein gelebt hat - aus dem Kinderzimmer rausgeholt sozusagen.
Eure Ehe lief so, wie Du es wolltest, d.h. Du bist nahtlos in die Muttirolle gerutscht und hast ihm vorgegeben wo es lang geht.

Nun ist Dein Mann vermutlich in den 40ern und spät erwachsen geworden und macht das, was normalerweise Spätteenies tun: ihr Ding machen und mit seinem Hin und Her (schonendes Trennen) verhält er sich auch teeniegemaess.
Er hat kein Interesse an den Kindern weil er diese ja nie wollte - Du hast die Vorgaben für die Familie gemacht. Nun ist er vor Deinen Vorgaben und damit auch von seinen Vaterpflichten davongelaufen.
Ich glaube, er genießt das Alleinsein und sucht den Weg in sein eigenes Leben.

Das solltest Du auch tun und nicht rumeiern. Deine Kinder sind keine Kleinkinder mehr. Sei Ihnen eine stabile Mutter, misch' Dich in ihre Vaterkontakte nicht ein und kläre mit Deinem Mann die finanziellen Konsequenzen seiner Solonummer: Unterhaltszahlungen für 3 Kinder und wenn Du selber nicht genug verdienst, auch Trennungsunterhalt für Dich.

Ich kann Deine Wut gut verstehen darüber wie die Trennung verlaufen ist und wie er jetzt mit den Kindern umgeht. Allerdings übernimm' selber die Verantwortung für einen Teil des Elends: Du hast ein 4. Kind aus ihm gemacht, statt eine Partnerschaft zu führen, die Entscheidungen ohne ihn getroffen. Dann darfst Du Dich auch nicht wundern, wenn er sich nun genauso teeniehaft verhält wie in der Ehe und Dir einfach weglaeuft ohne zu reden.

Ich glaube nicht, dass es für euch noch einen anderen Weg gibt - außer er stellt fest, dass er allein nicht klarkommt. Aber selbst dann würde ich ihn ziehen lassen, weil das keine Basis für eine gelingende Ehe ist. Nimm' Dein Leben ohne ihn in die Hand und mach' Nägel mit Köpfen.

Die Stressanfaelligkeit und Geräuschempfindlichkeit die er vor der Trennung zeigte, waren Anzeichen von massiven psychosomatischen Beschwerden. Er ist gegangen, weil er so nicht mehr weiterleben könnte und wollte ohne richtig krank zu werden.
 
  • #6
Eine schlimme Geschichte, es tut mir leid, dass du an einen solchen Mann geraten bist.
Nicht zu vergleichen - aber mein Ex-Mann gab mir bei der Trennung auch die Schuld dafür, dass er damals keine "Karriere" bei der Bundeswehr gemacht hatte, weil er in meiner Nähe sein wollte.
Den Stiefel, den er dir da vor die Füße wirft, solltest du dir auf keinen Fall anziehen.

Habt Ihr gute Tipps, wie ich meine Kräfte wieder mobilisieren kann und mein Selbstbewusstsein wieder besser wird?
Realisiere und akzeptiere, dass es kam, wie es kommen musste. Weil er schon immer entscheidungsschwach und wie ein Blatt im Winde war. Nie der Mann, auf den du bauen konntest - den hat er dir nur eine Zeit lang vorgespielt, oder vielleicht auch ernsthaft versucht, es zu sein - wie auch immer. Er ist es nicht.

Offenbar versucht er nun, sein voriges Leben abzustreifen wie ein paar alte Socken. Das ist natürlich für die Kinder besonders bitter. Leider weiß ich nicht, wie man Kindern so ein Verhalten überhaupt plausibel beibringen kann.
Er wäre aber nicht der erste, und wird nicht der letzte Mann sein, dem es nun ganz wichtig ist, von "vorn" anzufangen, sich ein Mopped zu kaufen oder eine jüngere Frau anzulachen.
Lass ihn ziehen und suchen, was immer er da zu finden gedenkt und setze nicht weiter auf ein totes Pferd. Das hast du leider schon viel zu lange.
 
  • #7
Das klingt nach einem Burnout oder Depressionen.
Er kann sich nicht abgrenzen, alles zuviel.
Ich glaube nicht, dass er ein Egoist ist, sondern im Moment nicht anders kann. Allerdings solltest du nicht hoffen, dass er zurückkehrt und sie "bessert".
 
  • #8
Hallo,
verdammt dumm gelaufen - und besonders für die Kinder als Leidtragende eine schwierige Situation.
Ist denn was Wahres dran ? Zog er einfach immer mit dir mit, ohne selbst mitzusteuern? Ist er auch beruflich ein Mitläufer?
Ich sehe hier einige Dinge, die ähnlich gelagert sind wie in der Frage, warum die Frau nach 25 Jahren mal was für sich machen möchte.
Über die Art und Weise brauchen wir uns nicht zu unterhalten - die ist absolut bescheuert.
Allerdings sprichst du gewisse gesundheitliche Beeinträchtigungen an. Dann könnte es sein, dass er so gesehen gar nichts für sein Verhalten kann. Ist denn ein med. Check durchgeführt worden?
Auf der anderen Seite zeigt sich hier auch wieder, dass sehr jung heiraten und Familie gründen irgendwann darin mündet, dass man meint, etwas verpasst zu haben.
Mir erscheint allerdings das ganze Verhalten deines Mannes nicht stimmig. Irgendetwas stimmt nicht mit ihm. Bevor du den Stab brichst, solltest du auch für die Kinder, versuchen, ob nicht vielleicht doch eine ernste gesundheitliche Störung das Verhalten ausgelöst hat. Sprich mit ihm oder seinem besten Freund - ihm scheint es wirklich nicht gut zu gehen.
Eine andere Frau kann man immer vermuten - allerdings ist auch das nur eine Vermutung. Und überleg dir mal, warum die Frauen, die sofort deinen Mann beschimpfen, alle gescheitert sind in ihren Ehen / "Beziehungen". Und dann sieh ihre Beiträge unter dem Aspekt nochmals an.
Tom, 55
 
  • #9
vielen Dank für Eure Antworten. So jung haben wir gar nicht geheiratet. Wir waren ende 20 und mein Mann hat vorher mit seiner vorherigen Freundin zusammen gelebt. Aber halt nie alleine. Die beiden waren 4 Jahre zusammen und dann ist er quasi von ihr zu mir gezogen. Es ist auch nicht so, dass ich alle Entscheidungen alleine getroffen habe. Jede Entscheidung haben wir gemeinsam besprochen und entschieden und er sagt nur jetzt im Nachhinein hätte er zu allem ja gesagt, mir zu Liebe... da macht er es sich ganz schön leicht, denn ich bin ja all die Jahre davon ausgegangen, dass er das was er gesagt hat auch so gemeint hat.
Dass er krank ist, habe ich auch schon gedacht. Ich habe alles durch. Burn Out, Depression, etwas neurologisches.....
Ggf. ist er ein Einzelgänger? Liebt er vielleicht Männer? Ist er kein Familienmensch und merkt das jetzt erst? Was den Teil der eventuellen Depression oder burn out angeht kann ich nichts machen. Ich habe mit ihm geredet und er sagte ihm fehlt nichts. Er hatte eine Therapie angefangen, diese dann aber nach 3x abgebrochen.
Was mich immer ein wenig gestört hat ist, dass er nie richtig in die Vaterrolle rein gekommen ist. Er war zwar immer da, den Kindern gegenüber aber eher emphartiarm. Das ist kein Vorwurf, er kann es halt nicht anders. Ich habe mir so sehr gewünscht, dass er mehr für sich tut. Er sagte immer, dass der Job ihn ausfülle und dass er weder Freunde noch Hobbys braucht. Er hat nicht viele Freunde und die, die er hat, sind eher oberflächliche Freundschaften. Ich hatte ihm vorgeschlagen, dass er mal alleine in den Urlaub fährt und sich mehr Zeit für sich nimmt. All das brauchte und wollte er nicht. Es ist einfach schwer zu verstehen, dass er immer gesagt hat es sei alles in Ordnung und mir dann diese Entscheidung hinzupfeffern. Ich hatte keine Chance irgendetwas zu tun oder zu kämpfen. Man ist so ohnmächtig. Ich glaube das tut am Meisten weh, dass er uns durch sein nicht reden keine Chance gegeben hat. Jetzt arbeitet er sehr viel und lenkt sich meiner Meinung nach damit ab. Er sucht keine Gespräche mit Freunden und seinen Eltern. Auch die sind ratlos und können sein Verhalten nicht nachvollziehen.
Also lieber TOm55, wie soll ich herausfinden, ob etwas mit ihm nicht stimmt, wenn er der Meinung ist, dass seine Entscheidung so genau richtig ist. Ich wünschte ich könnte helfen oder unterstützen aber genau das will er nicht und gebrochen hat er ja leider mit uns.....
ich wünsche ihm, dass er selber endlich eine Antwort auf seine Fragen bekommt, damit auch ich endlich die Antworten bekomme, nach denen ich so v verzweifelt suche......
Nach aussen hin scheint es ihm gerne super zu gehen.... wie es in ihm aussieht weiss ich nicht mehr. Vielleicht auch super.... aber kann man wirklich eine Trennung so schnell verarbeiten? Auch wenn er derjenige ist, der gegangen ist? Das kommt mir sehr eigenartig vor....

LG
 
  • #10
Dein Mann hat das einzig Richtige gemacht, er hat sein Leben in seine eigene Hand genommen. Schade nur, dass er dies nicht früher erkannte aber kein Mensch kommt als Weiser auf die Welt, von daher ist das vertretbar.
Leider schaffen es nur wenige Männer sich von Frauen so zu emanzipieren, dass sie selbst tun was sie wollen und nicht das was Frau, Arbeitgeber, Eltern oder Gesellschaft von einem verlangen.
Letztlich wurde er über seine Gefühle hin in etwas hineingezogen was er nicht wollte und nun kam sein Outing, da sich seine Gefühle, seine Ohnmacht und Wut unterbewusst so angestaut haben, dass er nicht mehr konnte. Was der Auslöser war wissen wir nicht - vielleicht wurde er wieder angemeckert, vielleicht hat eines der Kinder rumgezickt oder vielleicht hat er auch eine spontane Eingebung gehabt - egal was es war, es hat das Fass zum überlaufen gebracht und nun ist er weg und wird, meiner Vermutung nach, nicht mehr wirklich zurück kommen.
Deine Kinder sind inzwischen alt genug und können das verkraften also leb dein Leben nun selbst weiter. Alles gute.
 
  • #11
Ok, dein Mann ist schwach und krank und nun will er stark werden.
Zum ersten mal im Leben. Ok, gar nicht so schlecht zunächst.
Blöd nur, dass es Kinder gibt, sonst würde ich es gut finden, wenn er nun auf seine alten Tage endlich versucht, allein zurecht zu kommen.

Ich finde, das wichtigste für dich ist jetzt die Schadensbegrenzung bei deinen Kindern.
Sie verlieren nun zwei sehr wichtige Dinge:
- die Gewißheit, dass man sich auf die Liebe seiner Eltern verlassen kann.
- die Gewißheit, dass man sich auf die Zuverlässigkeit seiner Eltern verlassen kann.
Deine Aufgabe ist es nun, das, was ihr Vater ihnen an diesbezüglicher Sicherheit nimmt, auszugleichen.
Du musst ihnen jetzt doppelt versichern, dass du sie liebst und dass sie sich auf dich verlassen können.

Bei mir hatte das z.B. zur Folge, dass ich zum Zuverlässigkeits- und Pünktlichkeitsfanatiker wurde.
Meine Tochter konnte sich ruhig schon mal die Schuhe und den Mantel anziehen und rausgehen, denn ich war immer ( ich meine das wörtlich ) auf die Minute pünktlich, wenn ich sie abholte
( um das sicherzustellen war ich immer zu früh da und wartete ).
Ich wollte ihr Trauma, in Schuhen und Mantel eine Stunde im Flur am Fenster auf ihren Vater vergeblich zu warten, damit ausgleichen.
Und alles andere, was er ihr verwehrte, glich ich ebenso aus.

Auch meine Tochter hat keinen ( für mich erkennbaren ) Schaden durch den egoistischen, schwachen, unzuverlässigen Vater erlitten.
Wenn du jetzt doppelt gut bist, kriegen deine Kinder auch keinen.

Das Hin und Her, das wir über die Jahre hatten ( bei der Trennung war meine Tochter 2,5 Jahre alt ), war allerdings schwer für sie zu verstehen und auszuhalten und hat das Problem verschärft bzw. überhaupt erst ausgemacht.
Ich rate daher zu überlegen, ob du ein Hin und Her ermöglichen möchtest.
Ich kann mir nämlich sehr gut vorstellen, dass dein Mann in einem halben Jahr, wenn er gemerkt hat, dass sein Leben doch nicht nur frei ist in einer kleinen, leeren Wohnung, in der niemand putzt und kocht und seine Wäsche macht, wenn er langsam genug vom Lieferandoservice hat und es schön fände, etwas im Kühlschrank zu finden und wenn er merkt, dass die schönen, jungen Frauen mitnichten Schlange stehen, er vielleicht nicht mal eine normale Frau abkriegt, wieder angekrochen kommt.

Bring Ruhe in dein und deiner Kinder Leben und lass ihm seine Freiheit. Auch dann noch, wenn er lieber nicht mehr frei sein will.
Lass ihn sich entscheiden und dann die Konsequenzen dieser Entscheidung tragen.
Ich habe meinem Ex so viele Chancen gegeben, das war ein Fehler, der auf Kosten meiner Tochter ging.

w 50
 
  • #12
Natürlich ist eine gescheiterte Beziehung auf der einen Seite traurig weil das gedachte Lebensmodell mit dem Partner keinen Bestand hatte, auf der anderen Seite sehe ich es durchweg positiv. Es belegt nämlich immer, dass einer von Zweien die Konsequenzen aus den Vorkommnissen gezogen hat. Sei der Grund sexueller Betrug, Lügen oder was auch immer. Alles in Allem sah man als Lösung nur noch das Beziehungsende.

Bei der FS läuft die Beziehung ebenfalls nicht rund. Weil ihr Partner urplötzlich einen Sinneswandel erfährt und weder Ehemann und schlimmer noch auch nicht mehr Vater sein möchte. Bei einem 15jährigen, der noch nicht weiß wo es im Leben langgeht kann ich diese Denkweise verstehen, bei einem erwachsenen Menschen nicht. "Fahrende Leute soll man nicht aufhalten", sagte mein Vater immer, deshalb ist die FS besser beraten, die Trennung endgültig zu akzeptieren, sich keinen Kopf mehr darüber machen wie sie ihren Mann zurückerobert. Ihr Mann ist nämlich nicht gerade das was man ein Ausbund an Zuverlässigkeit nennt. Liebende Väter kümmern sich gerade nach einer Trennung vorbildlich um die eigenen Kinder. Nicht zuletzt um ihnen die Situation nicht schwerer zu machen als sie ohnehin schon ist.
 
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  • #13
@PfefferundSalz
Das ist etwas kurz gedacht
Ich habe ihn zu nichts gezwungen oder Dinge erwartet
Wenn er das alles nicht mehr will, ist es seine Entscheidung. Es geht um die Art und Weise und um seine Verpflichtung den Kindern gegenüber.
Das hat etwas mit Unreife zu tun und ich sehe es nicht so, dass sein Befreiungsschlag heldenhaft ist.

Und danke für Eure Antworten
einige Ansätze haben mir geholfen.
Euch allen alles Gute
 
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  • #14
Hallo,
Geräuschempfindlichkeit und dadurch erhöhte Stressanfälligkeit wenn sie NUR in Bezug auf eure Kinder waren,wären ja logisch wenn er einen Mampf darauf hat das du die Kinder wolltest und er sich überfordert und überrumpelt fühlt .Wenn er Allgemein diese Symptome hat ist er nicht krank sondern Hochsensibel.Wir sind dabei weltweit auch bei Ärzten diese Einsicht zu vermitteln. Ich gehöre zum Beispiel auch zu diesen Hochbegabten,Hochsensitiven und Hochsensiblen Menschen.Und man kann einiges tun um trotzdem andere Menschen zu ertragen im Alltag. Dafür braucht es Therapeuten die dies nicht als Krankheit sehen,sondern als Begabung.
In deinem Fall akut....
Ich würde deinen Mann jetzt abhaken.Entgültig. Mache ihn niemals bei deinen Kindern schlecht. Und macht euch ein eigenes ,schönes Leben in Frieden und Liebe miteinander. Du musst so ein verhalten nicht ertragen .Auch du hast ein Recht auf ein harmonisches Leben. Und selbst wenn tatsächlich in eurer Beziehung du immer die Macherin warst und er nur hinterher gedackelt ist, ist es am Ende immer noch in seiner Verantwortung wenn er schwach genug war Dinge zu tun die er eigentlich nicht wollte. Und du darfst nun die Konsequenzen deiner Dominanz erleben.So habt ihr beide gelernt voneinander.Das nennt man Leben.
 
  • #15
EIn normaler netter Umgang ist für mich auch sehr schwer, da ich immer wieder so wütend bin, dass er die Kinder vergisst. Das mit mir ist die eine Sache, kein Interesse an seinen Kindern zu zeigen finde ich fürchterlich und lässt mich wütend werden.....
Danke schon mal für Eure Antworten.....
LG
Liebe FS,

ich gebe nicht gerne RATSCHLÄGE, sondern nur Blickwinkel.

Traurige Geschichte, ich empfehle=hole dir selbst prof. Hilfe, um deine Wut loszuwerden. Es gibt sowas auch für dich und die Kinder gemeinsam. Je entspannter du bist und deinen Mann verstehen lernst, er scheint psychische Probleme zu haben, desto leichter wird es für euch alle.

Sprich mit deinen Kindern und erkläre ihnen, dass der Papa aufgrund seiner psychischen Probleme derzeit nicht in der Lage ist, mit ihnen einen guten Kontakt zu pflegen.

Du kannst auch das Jugendamt einschalten, dass die dafür sorgen, dass der Vater zu einem Beratungsgespräch einladen, wo er auf seine Vaterpflichten hingewiesen wird und auch Hilfe angeboten wird.

Auch die Frage des Unterhaltes sollte geklärt sein, bzw. geklärt werden.

Zeige mit deinem eigenen klugen, erwachsenen Verhalten deinen Kindern, wie man mit Lebenskrisen umgehen sollte.

Zum Schluss: Finger weg von unempahtischen Menschen. Man muss sich als Frau gut überlegen, von welchem Mann sich Frau Kinder machen lässt. Ich musste auch Lehrgeld zahlen.

W Ü50
 
  • #16
vergesst alles was ich geschrieben habe!!!!!!!!!
Er ist weder krank noch sonst was. Er ist bereits seit Januar mit meiner Freundin zusammen! Das Lügenwerk ist eingestürzt. Nun kommt die Scheidung. Ich kann es nicht fassen!!!!!!!
 
  • #17
Er ist weder krank noch sonst was. Er ist bereits seit Januar mit meiner Freundin zusammen! Das Lügenwerk ist eingestürzt. Nun kommt die Scheidung. Ich kann es nicht fassen!!!!!!!
Es gilt doch trotzdem, was hier vorher geschrieben wurde; nur dass dein Mann schon ein paar Schritte weiter als gedacht ist. Es ist doch schön, dass ihr nun beide einen glücklicheren Weg für euch einschlagen könnt. Du wirst sehen: es ist auch für dich eine Befreiung und eröffnet neue Horizonte.
 
  • #18
ja ich habe es geahnt als ich deinen ersten Bericht las... DU kannst ihn vergessen. Du musst an Dich und Deine Kinder denken und er wird aufwachen. Er wird unter diesen Bedingungen keine Zukunft mit Deiner "Freundin" haben denn er wird Dasselbe mit ihr machen weil er die Freiheit wieder gefunden hat. Geht meistens so aus :). Sorry ich möchte Dir dabei nicht zu nahe treten. Es tut mir sehr leid, was Du gerade durch machst....
 
  • #19
Nach aussen hin scheint es ihm gerne super zu gehen.... wie es in ihm aussieht weiss ich nicht mehr. Vielleicht auch super.... aber kann man wirklich eine Trennung so schnell verarbeiten? Auch wenn er derjenige ist, der gegangen ist? Das kommt mir sehr eigenartig vor....
LG
Liebe FS,

vielleicht geht es deinem Mann jetzt tatsächlich besser, weil er sich keinem Druck mehr ausgesetzt fühlt und auf seine eigenen Bedürfnisse achtet.
Dass er dies ohne Rücksicht auf dich und eure Kinder tut, ist die negative Seite an dieser Angelegenheit.

Deshalb solltest du unabhängig von ihm, für dich und deine Kinder ebenfalls neue Pläne machen und dabei eine rechtliche Beratung nicht außer Acht lassen, denn dein Mann kann zwar ausziehen, doch seinen Verpflichtungen, insbesondere den Kindern gegenüber, wird er sich nicht entziehen können.

Mein Ex-Mann hatte ebenfalls kein Interesse an seinen Kindern, als sie in dem Alter waren wie jetzt deine. Als er dann sehr krank wurde, schrieb er ihnen Briefe und wollte, dass sie sich um ihn kümmern. Da er es jedoch versäumt hatte ein Vater-Kind-Verhältnis aufzubauen, als die Gelegenheit war, konnte er nun auf keines aufbauen. Im Gegensatz dazu habe ich zu meinen Kindern einen sehr guten Kontakt und sie wären sofort da, wenn ich sie brauchte.

Mag sein, dass dein Mann eines Tages bedauern wird, dass er nicht für seine Kinder da war und dass es dann zu spät ist.

Im Moment wird es nichts bringen, wenn du ihm gegenüber nur wütend agierst. Letztlich machst du es dir dadurch selbst schwerer und es ist nicht schön für eure Kinder. Sei für deine Kinder eine starke Mutter, auf die sich sich verlassen können.

Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass das nicht leicht ist, aber es ist möglich. Je gelassener ich damals reagierte, um so besser fühlte ich mich. Dadurch gestaltete sich unser Leben jeden Tag positiver.

Eine Trennung kann auch eine Chance sein. Diese solltest du wahrnehmen.
 
  • #20
Hallo liebe Sol40,
das ist wirklich sehr hart. War das eine enge Freundin von Dir? Wie geht es Deinen Kindern damit?
Vor einigen Jahren ist einer lieben Freundin von mir Ähnliches passiert. Sie ist irgendwann draufgekommen, dass ihr Ehemann seit 2 Jahren ein Verhältnis mit einer Frau hatte, die quasi als Hausfreundin ständig bei ihnen war und mit der sie viel zusammen unternommen haben.
Ich würde Dir raten für Dich und Deine Kinder psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen, weil so ein Doppelverrat sozusagen aufgearbeitet gehört, damit man sein Leben wieder anständig leben kann.
Die Kinder meiner Freundin, damals ungefähr im Alter von Deinen, haben dann beide die jeweiligen Klassen wiederholt. Das Mädchen war lange in Behandlung. Sie selbst hat es zuerst abgelehnt, durch diesen Stress aber eine halbseitige Gesichtslähmung bekommen, die wieder verschwunden ist. Hier hat sie sich dann doch Hilfe geholt.
Letztendlich geht es allen wieder gut, meine Freundin hat einen sehr netten Partner, der sie aufrichtig liebt und wertschätzt und ihre Kindern entwickeln sich gut. Zum Vater besteht wenig sporadischer Kontakt.
Also: irgendwann wird alles wieder gut, ganz sicher! Lass Dich jetzt nicht unterkriegen und hol Dir Hilfe wo immer Du sie bekommen kannst! Du brauchst sie nicht nur wegen Dir, sondern auch wegen Deiner Kinder. Ich wünsche Dir alles Liebe!
 
  • #21
Wenn es zur entgültigen Trennung kommt - wird alles vor dem Gericht ausgefochten. Gib ihm doch die 3 Kinder. Soll er doch die "Arbeit" machen. Du bist nicht verpflichtet, Alleinerziehende Mutti zu spielen. Er kann auch alleinerziehender Vater sein! Ganz schnell wird sich das "Hirn" wieder einschalten , wenn er Verantwortung übernehmen muss.
 
  • #22
Es gilt doch trotzdem, was hier vorher geschrieben wurde; nur dass dein Mann schon ein paar Schritte weiter als gedacht ist.
Ja, was die Trennung betrifft. Nein, was den Umgang mit den Kindern betrifft. Da er ja nicht krank ist, kann er sich auch vernünftig um seine Kinder kümmern. Da hatte er wohl die letzten Wochen und Monate ganz einfach keine Lust zu, denn dann hätte er ja keine (oder zumindest weniger) Zeit für seine Geliebte gehabt.
Schlag ihm doch hinsichtlich der Kinderbetreuung das Wechselmodell vor. Schließlich hast auch du das Recht beruflich wieder Fuß zu fassen bzw. weiter zu kommen. (Vorsicht ! Ironie!) Wieso meinen eigentlich einige Männer, dass sie bei einer Trennung nicht nur die Ehefrau sondern auch die eigenen (!) Kinder los sind?
 
  • #23
Liebe Sol,

Mein Mitgefühl. So ist es immer eine miese Tour.

Erlaube Dir für Dich alles an Gefühlen, an Wur, Verletzung, Schmerz - für Dich in einer stillen Ecke, bei Freunden. Nimm Dir Deine Zeit.
Du brauchst Zeit zum Realisieren, Und irgendwann Verarbeiten.

Möglichst parallel, steht allerdings die Rationale Seite an.
Es gut viel Sachliches zu regeln - Wohnsituation, Unterhalt, Kinder, Beruf, Gemeinsame Konten, Versicherungen, sonstige Verträge.
Was möchtest Du, Deine Vorstellungen, welche Rechte hast Du. Informiere Dich.

Deine Kinder - sie brauchen Dich, allerdings auch den Vater (hier schreibt eine Foristin als Extrembeispiel, so produziert man den Maximalschaden).
Wenn Du nicht mit reden kannst, sondern Konsens finden, dann vielleicht erst mal über eine Mediation, Familienberatung? Es wäre für sie wichtig.
Nehmt Euch auch Zeit für gemeinsames Schönes, sie brauchen das Gefühl, dass es immer noch Familie gibt, dass Du zumindest da bist und bleibst.

Es wird eine schwierige Zeit, benötigt viel Kraft, aber für mich habe ich gelernt, es geht, und mir war immer wichtig, fair zu bleiben. Für mich, und noch mehr für die Kinder.
Wie er nun aber agiert, wird sich zeigen.

Irgendwann hat Du vielleicht auch mal die Distanz zum Sortieren.
Wie hat sich Eure Ehe entwickelt, was ist schief gegangen, was hätte für Dich anders laufen können, sollen?
Fremdgehen, Warmwechseln ist mies, aber - geht eine /r wirklich Knall auf Fall aus einer guten Beziehung?

Dir viel Kraft und Energie, alles Gute

W, 48
(2 Erwachsene Kinder, 2x einvernehmlich geschieden)