• #1

Warum hat meine Partnerin Gefühle für den Ex-Mann?

Hallo,

ich (m, 32) bin seit einem Jahr mit meiner Partnerin liiert (34). Im Großen und Ganzen läuft unsere Beziehung ganz gut, jedoch stört mich mittlerweile, dass sie ihren Ex-Mann des Öfteren erwähnt. Am Anfang unserer Beziehung passierte es auch oft, aber ich konnte es verstehen, dass sie offensichtlich noch nicht ganz über ihn hinweg war (nach 10 Jahren Ehe, einem Kind und einer Affäre seinerseits). Enttäuschung, Frust, Herzschmerz - nach einem halben Jahr haben wir uns kennengelernt und ich hatte Bedenken, das Scheidungsjahr war auch noch nicht rum usw. Dennoch habe ich es versucht und nicht bereut, da es fantastisch läuft bis auf diese ständige Erwähnung des Ex-Partners.
Es ist nicht so, dass sie ständig Positives über ihn erzählt, sondern eher negative Sachen. Und dass er monatelang eine Affäre hatte, hat sie anscheinend auch noch nicht ganz verkraftet - es fallen Sätze wie "und mit DER hat er mich betrogen? Was findet er bloß an der?". Diese Sätze fallen natürlich in bestimmten Kontexten. Sie fängt nicht urplötzlich an über ihn zu reden, aber bei bestimmten Triggern kommt es dann vor. Bei finanziellen Angelegenheiten redet sie ihn auch schlecht, obwohl er eigentlich alles für das Kind tut und bezahlt, was ich so mitbekommen habe. Er bezahlt die Kindergartengebühren, Sportverein, Geburtstagsfest usw.
Ich habe sie auch darauf angesprochen. Sie versprach nicht mehr so viel über ihn zu reden, aber dennoch macht sie es. Ich bin mir nun nicht sicher, ob unsere Beziehung auf Dauer funktionieren wird, denn ich befürchte, dass sie trotz allem an ihrem Ex hängt. Mich beschleicht auch das Gefühl, dass sie insgeheim drauf wartet, dass es mit ihm und seiner neuen Partnerin nicht klappt, um ihn dann wieder zurückzugewinnen.
Ich weiß einfach nicht, ob ich mir sicher sein kann, dass sie ihn nicht mehr will. Andererseits fühle ich mich unwohl, wenn ich ihr diese Denkweise unterstelle, denn sie war bis jetzt immer sehr ehrlich zu mir (zeigt mir z.B. Messengerverläufe, obwohl ich gar nicht danach frage, oder macht den Lautsprecher an, wenn sie mit ihm telefoniert, obwohl ich das ebenfalls nie verlangt habe).

Was denkt ihr darüber? Hattet ihr ähnliche Erfahrungen? Wie lief es bei euch ab?
 
  • #2
Ich denke nicht, dass der einzige Grund, dass sie von ihm erzählt, sein kann, dass sie noch an ihm hängt. Ich glaube vielmehr, das gehört zu ihrem Verarbeiten dazu, er scheint sie ja total gekränkt zu haben und sie sieht ihren Selbstwert stark angeschlagen wegen der Affäre. "Was hat sie, was ich nicht habe", bei dieser Frage geht es eigentlich nur um Konkurrenzdenken zwischen den Frauen.
Ob Du nur ein Übergangsmann oder Trostpflaster bist, kann man ja trotzdem nicht sagen. Ich meine nur, dass es nicht unbedingt daraus ableiten muss.

Vielleicht bist Du quasi wie eine Freundin, wenn sie Dir von ihm erzählt. Sie erzählt es sich selbst. Ich finde, ein halbes Jahr ist nichts an Zeit, um eine so lange Beziehung und so ein Ende zu verarbeiten. Nun ist es ja sozusagen schon 1,5 Jahre her, aber ich denke, das ist auch noch zu wenig Zeit, um sowas völlig verarbeitet zu haben. Ich hab zwei Jahre gebraucht, aber hatte auch keinen neuen Partner.

Ich weiß einfach nicht, ob ich mir sicher sein kann, dass sie ihn nicht mehr will.
Sicher sein kann man sich nie, aber ich denke, dieses viele Erzählen ist da eher ein gutes Zeichen. Würde sie merken, dass sie zurück will, wäre sie eigentlich doch eher still und würde Dich damit nicht behelligen.

Mich beschleicht auch das Gefühl, dass sie insgeheim drauf wartet, dass es mit ihm und seiner neuen Partnerin nicht klappt, um ihn dann wieder zurückzugewinnen.
Das ist vielleicht nur Deine Angst und keine Intuition. Wenn sie sowas sagt, dass sie ihm wünscht, dass er mit der Frau auf die Nase fällt, kann das auch einfach nur der Wunsch nach Genugtuung sein und nicht nach Wiederauflebenlassen der Beziehung.

Ich hatte nach meiner Trennung auch die Tendenzen, darüber reden zu wollen, aber da unter anderem hier im Forum öfter mal Beiträge stehen, man hätte ein Date gehabt, wo nur von der Ex die Rede war, ist mir klargeworden, dass man den anderen dann nur zum Verarbeiten "braucht" und ihn langweilen könnte. Es geht ja nicht um den Neuen und einen selbst, sondern um den Alten und einen selbst. Jemand, der so frisch aus einer Trennung kommt, kann sich emotional nur teilweise bis gar nicht auf einen neuen Partner einstellen, weil er mit dem alten noch beschäftigt ist. Nicht, weil er ihn zurückwill, sondern weil man verarbeiten und verstehen muss, was passiert ist und warum.

Ich würde an Deiner Stelle nichts drauf geben, was mit Betrug oder Zurückwollen zu tun hat. Wenn, dann kannst Du es ja so sowieso nicht feststellen, weil es eben auch nur das Verarbeiten sein kann und die gekränkte Eitelkeit.
Du kannst zwar sagen, dass Dich das anödet oder stört, aber beschleunigen wird es ihren Prozess der Verarbeitung nicht.
 
  • #3
...Bedenken, das Scheidungsjahr war auch noch nicht rum usw.
Ist sie denn nun geschieden?

Bei finanziellen Angelegenheiten redet sie ihn auch schlecht, obwohl er eigentlich alles für das Kind tut und bezahlt, was ich so mitbekommen habe. Er bezahlt die Kindergartengebühren, Sportverein, Geburtstagsfest usw.
Ich denke nicht, dass sie ihn zurück möchte, gerade, wenn sie eher schlecht über ihn redet. Dass er nach einer langen Beziehung und mit Kind nicht mal so eben komplett aus dem Kopf ist, finde ich logisch. Das wird auch lange nicht so sein.

Wenn sie redet, kannst Du ja so diverse Einstellungen heraushören, Du kannst dann überlegen, ob Du möchtest, dass irgendwann mal so über Dich geredet werden könnte. Natürlich ist jetzt "alles anders" bei euch. Die mit dem Geld und mit dem über das Kind insgesamt solltest Du im Hinterkopf abspeichern und hervorholen, falls es irgendwann mal bei euch um Kinder oder eine Heirat gehen sollte. Da wäre ich dann eher vorsichtig. Die Einstellung mancher Frauen kannst Du auch hier reichlich nachlesen. Es ist alles selbstverständlich und nie genug...
 
  • #4
Glaubst du das wirklich? Solche Männer hinterlassen irreparable Schäden bei Frauen und machen ziemlich viel psychisch kaputt. Du bist doch selber ein Mann und weißt, wie manche Männer drauf sein können. Eine Mittdreißiger Frau hat genug Erfahrung im Leben gesammelt, um kein gutes Bild mehr über Männer zu haben, denn sie kennt die Wahrheit, wie Männer wirklich sind. Die meisten Männer sind schlecht und kommen damit auch durch.

Ich bin heute nach 15 Jahren auch immer noch stinkend wütend darüber, dass mein Ex mit vor meiner ganzen Familie als Bösewicht hingestellt hat, dabei war er der völlige Loser, der nichts im Leben geschafft hat (hat er von sich selbst auch immer behauptet). Ich war so gutmütig und bin bei ihm geblieben, obwohl er impotent war. Wer hätte das schon gemacht? Ich habe keinen Dank erhalten, sondern vom Herrn höchst persönlich einen Arschtritt, dass ich ihm nicht gut genug wäre und eigentlich auch nur Müll im Leben mache und daher Müll verdient habe.
Weißt du, solche Sachen sind nicht vergess- oder entschuldbar. Ich werde noch die nächsten 15 Jahren wütend sein und daran zu knabbern haben.

Sei froh, dass deine Partnerin den Absprung geschafft hat. So eine lange Beziehung oder Ehe ist ein guter Lehrmeister.

Deine Partnerin scheint ihre Vergangenheit ebenfalls noch zu belasten. Du kannst ihr ein guter Partner sein und sie auf positive Gedanken bringen. Umgehe dabei Trigger-Punkte, die irgendwas auslösen.

Deine Partnerin ist hilflos. Ihr wurde was angetan, obwohl sie keine Schuld trägt. Gute und sensible Menschen trifft es besonders hart, denn sie sind machtlos in so einer Situation.
 
  • #5
Wenn mich ein Mensch nicht mehr interessiert denke und rede ich nicht mehr über ihn. Punkt!

Bei deiner Freundin ist das anders, ich sehe es wie du: Sie hat noch nicht mit dem Ex abgeschlossen, sei es nur im negativen Sinne. Das ist bitter für dich, denn egal was du tust und machst du hast keine reelle Chance gegen ihn, im Prinzip von vornherein verloren. Es wird vermutlich genau so sein, ist der Ex wieder Single und baggert deine Freundin an ist sie schneller weg von dir als du gucken kannst.

Mein Rat an dich: Beende es, sage ihr, sie darf sich wieder bei dir melden wenn sie den Ex komplett verarbeitet hat und dann weiß was sie will. Nämlich dich, nicht nur als Notnagel und Lückenbüßer, um dem Singleleben zu entfliehen.
 
P

proudwoman

  • #6
Dein Bauchgefühl hat recht! Egal was Deine Partnerin bzgl. des Ex sagt, sie ist mit ihm noch nicht fertig.
Erst eine Baustelle abarbeiten, dann eine Weile allein sein, sich stabil fühlen. Dann ist man frei für eine neue Beziehung.
Sage ihr das!
 
  • #7
Entgegen einiger Meinungen hier, finde ich dass dieses viele Reden über den Ex und auch das Schimpfen über ihn von großer Verletzung und von Verlust empfinden kommt. Ich glaube sehr wohl, dass sie ihn zurück will und hofft das die Beziehung zerbricht, damit er merkt was er an IHR hatte.

Sorry, aber ein halbes Jahr nach der Trennung eine Beziehung einzugehen, mit einer Frau die eigentlich an ihrer Ehe hätte festhalten wollen (wenn er nicht fremdgegangen wäre), kann eigentlich nur bedeuten dass Mann eine Übergangslösung ist oder eine dauerhafte Lösung wird wenn der Ex sich nicht besinnt. Beides ist nicht schön und würde ich nicht haben wollen.

Deine Freundin ist verletzt, ganz sicher. Aber sie ist auch noch weit davon entfernt von ihrem Ex los zu sein und ich glaube dass da noch viele positive Gefühle sind, die sie versucht mit negativen Gefühlen zu überdecken. zB. indem sie ihn finanziell schlecht redet, obwohl dein Eindruck ein anderer ist und sie wahrscheinlich auch sonst kein gutes Haar an ihm lässt.
Mit dem Zweifel ob sie noch an ihm hängt oder nicht wirst du Leben müssen, denn sie wird dir nicht die Wahrheit sagen, denn sie möchte das Bild nach außen vom Glück in der neuen Beziehung wahren und sich nicht die Blöße geben müssen, wieder gescheitert zu sein.

Und ich habe so einen Fall erst in naher Umgebung miterlebt. Da hatte der neue Mann auch immer Zweifel und hat es ihr irgendwann auf den Kopf zu gesagt was sein Gefühl ist. Sie ist daraufhin im Tränen ausgebrochen und hat alles bestätigt was ich hier geschrieben habe.

Tut mir leid für dich, aber wenn du diese Frau liebst wirst du noch viel aushalten müssen und am Ende vielleicht der Verlierer sein. Wenn du kannst ziehe deine Konsequenzen!
 
  • #8
Lieber FS, manche Beiträge hier finde ich zu schwarz-weiß gehalten, obwohl einige Verfasser sonst recht gute Ratschläge geben. Fakt ist, nein, sie ist noch nicht völlig genesen von der Kränkung, die ihr der Exmann zugefügt hat, darin stimmen wir wohl alle überein. Wie bereits angesprochen, finde ich jedoch nicht, dass es unumstößlich etwas mit dir zu tun haben muss. An einem Betrug hat man einfach zu knabbern und das hängt einem oftmals lange nach.

Den Ratschlag, sich sofort von ihr zu trennen, finde ich jedoch auch zu rabiat, da sie sonst ja eine gute Partnerin zu sein scheint und du auch zufrieden bist. Jetzt Schluss zu machen, würde ihre Beziehungs-und Bindungsfähigkeit doch nur wieder erschüttern, und sie würde einmal mehr in diesen destruktiven Beziehungsglauben verfallen. Auch finde ich, dass man mit Trennungen allgemein nicht leichtfertig umgehen sollte.

Allerdings an dieser Stelle auch das klare Statement: deine Partnerin weiß, dass sie dir gegenüber nicht gerecht ist und dass sie dich durch ihr Verhalten bewusst oder unbewusst quält. All ihre Verletzungen zum Trotz, sie sind kein Grund, um dem neuen Partner "Beziehung light" zu offerieren.

Ich würde ihr höflich, ruhig und bestimmt noch einmal deine Beobachtungen mitteilen und ihr die Konsequenzen ihres Verhaltens aufführen (wie du dich fühlst, was das bei dir auslöst, welche Folgen das für die Qualität eurer Beziehung hat) und notfalls auf qualifizierte Hilfe in Form von Psychotherapie verweisen. Ich würde auch auf die Rolle ihrer Freundinnen verweisen, die hierfür besser geeignet sind als ein neuer Mann.

Wichtig ist, das souverän und bestimmt zu äußern, nicht weinerlich oder anschuldigend. Es geht um Respekt, den du ihr abverlangst, und auch dir selbst gegenüber als Maßstab haben willst.

Und ganz wichtig, mitteilen, dass meine Geduld begrenzt ist und ich mich deshalb ein bisschen mehr zurück ziehe (nicht schlussmache, aber gesunde Grenzen setze... ihr wohnt hoffentlich noch nicht zusammen), und sie mit offenen Armen empfange, wenn sie qualitative Beziehungszeit mit dir genießen will.
Wenn du ihr wichtig ist, reißt sie sich zusammen und kommt wieder in die Spur, und packt vor allem ihre Probleme allein an.

Wenn Sie herumeiert und wieder die Opferrolle spielt, würde ich über Trennung nachdenken.

Alles Gute!
W, 26

P.S. und sag ihr, du willst die Messenger Verläufe nicht (!) mehr lesen und dass das ihr Bier ist. Lass dich nicht gebauchpinselt fühlen im Sinne von Zeichen ihres Vertrauens etc.pp., dadurch macht sie dich in Wahrheit nämlich nur zum Zuschauer im Kasperltheater.
 
  • #9
Solche Männer hinterlassen irreparable Schäden bei Frauen und machen ziemlich viel psychisch kaputt. Eine Mittdreißiger Frau hat genug Erfahrung im Leben gesammelt, um kein gutes Bild mehr über Männer zu haben, denn sie kennt die Wahrheit, wie Männer wirklich sind. Die meisten Männer sind schlecht und kommen damit auch durch.
Ja, so ist es. Die meisten Frauen auch. In den Augen von den Männern und Frauen, die nicht in der Lage sind, eine gescheiterte Beziehung zu verarbeiten. Es ist zu hoffen, dass die Partnerin des FS nicht so radikal gescheitert ist.
Wenn ich lese:
...nach 15 Jahren auch immer noch stinkend wütend ...dabei war er der völlige Loser, der nichts im Leben geschafft hat ... impotent ...nicht vergess- oder entschuldbar. die nächsten 15 Jahren wütend sein und daran zu knabbern haben.
...dann tut mir die schreibende Person sehr leid, denn im Grunde ist sie nicht mehr beziehungsfähig. Natürlich ist immer der andere schuld und diese Schuld ist auch nicht mehr wegzunehmen, weil man sie für den Rest des Lebens mit herumtragen möchte. Traurig. Unfähig zu Selbstreflexion. Unfähig zu erkennen, dass frau vielleicht dringend Hilfe von außen bei der Verarbeitung braucht. Im Grunde ein menschliches Wrack. Ein Beziehungszombie.

So eine lange Beziehung oder Ehe ist ein guter Lehrmeister.
Du kannst ihr ein guter Partner sein und sie auf positive Gedanken bringen.
Ein Partner ist kein Therapeut. Als Partner kann man da nur die Flucht ergreifen. Wenn also die Partnerin des FS so ein schlechtes Männerbild hat, dann sollte sie erst an sich arbeiten, die Ehe wirklich beenden und dann wieder eine Partnerschaft beginnen. Wie soll man auf Wut und Misstrauen unbekümmert eine neue Partnerschaft beginnen?
Nein, FS, dann kannst Du nichts machen, außer die Flucht ergreifen. Aber so schlimm klingt es bei Dir nicht. Trotzdem denke auch ich: erst verarbeiten, dann neue Beziehung.
 
  • #10
Lieber FS. Bitte jetzt ganz vorsichtig. Verrenne Dich da nicht. Wenn sie ihn negativ erwähnt, ist das für mich ganz klar ein Zeichen, dass sie es noch nicht verarbeitet hat. Das heißt aber nicht, dass sie ihn noch mag. Glaube ich ganz und gar nicht. Und weisst Du warum:
ich mache es ehrlich gesagt auch so, dass ich gelegentlich negative Dinge über meinen Ex erzähle. Eigentlich ist das nicht gut. Aber ich mache es aus ganzem Herzen, weil mich manches heute noch ärgert und weil es einfach Teil meines Lebens war.

Bitte bedenke, dass sie ja auch noch nicht so sehr lange aus dieser Beziehung raus ist und ich darf Dir versichern, dass es sehr schwierig ist, so eine lange Beziehung mit vielen Verletzungen einfach so hinter sich zu lassen. Besonders eine neue Beziehung ist der Trigger für viele wieder aufwühlende Gedanken und Emotionen.

Ab einem gewissen Alter sind wir alle Menschen mit einer Vergangenheit, mit Narben und Wunden und die sind auch Teil von uns. Wie oft hätte ich mir gewünscht, ich könnte meine Festplatte einfach so reinigen oder einen Reset-Knopf drücken.

Viel Glück und bitte zweifle deshalb nicht an Deiner neuen Beziehung.
 
  • #11
Eine Mittdreißiger Frau hat genug Erfahrung im Leben gesammelt, um kein gutes Bild mehr über Männer zu haben, denn sie kennt die Wahrheit, wie Männer wirklich sind. Die meisten Männer sind schlecht und kommen damit auch durch.
Das kann ich nur bestätigen.
Ich muß immer wieder den Kopf schütteln, wenn ich mitbekomme, wie oft und viel sich immer wieder Frauen auf derartige Windbeutel und Schaumschläger einlassen.
Ich würde sogar sagen, daß 99,5% aller Männer unter die Einschätzung fallen, die @Gast712 genannt hat.
Machen wir uns doch nichts vor - Frauen sind nunmal emotional und moralisch wesentlich positiver als Männer. Das läßt sich hauptsächlich durch viele Aussagen und Sprichwörter zu diesem Thema belegen bis hin zu dem bekannten Song der Band "Die Ärzte"- das ist eine unwiderlegbare Evidenz.
Wir Männer sollte endlich unsere Rolle anerkennen, in uns gehen und endlich echte Konsequenzen ziehen aus dieser Sicht der Frauen auf uns.
 
  • #12
Sie ist noch emotional an ihren Ex gebunden.

Es ist egal, ob sie negative oder positive Sachen über ihn sagt - er ist immer noch in ihren Gedanken und/ oder Herzen präsent.

Wenn jemand einem egal ist, dann redet frau nicht über ihn. Vor allem nicht mit dem neuen Mann!

Du bist der Lückenbüßer - ich würde mal auf Distanz gehen aber anmerken, daß sie zurück kommen kann, wenn sie sich wirklich sortiert hat emotional.

Sonst wäre ich mir zu schade.

Versuche auch mal objektiv Dich zu betrachten? Siehst Du besser aus als der Alte? Bist Du erfolgreicher beruflich? Athletischer? Mehr Geld? Besondere Fähigkeiten?

Das alles spielt eine Rolle bei Frauen - sie weinen grundsätzlich Männern nach die sie als besser als der Neue betrachten (war bei mir so). Wenn der Neue ein gutaussehender Banker oder gar prominent wäre, dann wäre der Ex so was von vergessen und nicht der Rede wert. Ist oberflächlich aber es steckt diese evolutionäre Alpha Tier Geschichte dahinter.

Angekratzes Ego spielt auch eine Rolle - vor allem wenn die Frau selber narzisstische Züge hat und sehr eitel ist. Ist das bei Deiner Freundin so?

Hat der Ex eine Neue? Das ist immer der ultimative Todesstoß - nach dem Motto: wie kann er es wagen wieder jemand zu haben nach MIR? Er sollte Mönch werden und jahrelang büßen für seine Fehler (oder so).
 
  • #13
Was ist denn so schlimm daran, dass sie dir erzählt, was sie beschäftigt? Würde es dich auch stören, wenn sie sich mit einer Arbeitskollegin zerstritten hätte?
Natürlich könntest du ihr sagen, dass sie dir gegenüber nicht mehr den Ex erwähnen soll und sie solche Gespräche lieber mit ihren Freundinnen führen soll, aber was bleibt dann noch von eurer Beziehung übrig, wenn sie sich dir nicht mehr anvertrauen darf? Ein bisschen Sex und eine WG, aber keine tiefgründigen Gespräche?
 
  • #14
Ich kann deine Freundin verstehen, aber auch dich.

Dieses betrogen und belogen werden, in einer langjährigen Beziehung, noch dazu mit Kind, von einem Menschen, den man blind vertraut und geliebt hat, muss ein sehr starker Schmerz sein und tiefe Verunsicherung auslösen. So etwas braucht lange, um zu heilen. Vielmehr als das verletzte Ego nimmt dein Urvertrauen Schaden. Manche verdrängen das, schleppen es ewig mit sich rum, dann kommt es doch wieder hoch, oft in Schlüssel- oder Stresssituationen. Andere setzen sich gleich damit auseinander. Die Verarbeitung durchläuft mehrere Stufen, eine davon ist Wut, Hass, Missgunst und das muss raus. Diese Gefühle sind normal und deine Freundin scheint gerade in dieser Phase zu sein. Wichtig ist, dass sie da nicht allzulange stecken bleibt und dem Ex irgendwann, irgendwie verzeihen kann.

Ich habe mit Mitte 30 ähnliches erlebt, auch wenn ich nicht betrogen wurde und erkannte, selbst auch Fehler gemacht zu haben. Es blieb noch lange das Gefühl, ich müsse eine riesige Verantwortung jetzt allein tragen, immer fröhlich, fleißig sein, gut funktionieren: als Mutter, im Beruf, als Frau. Selbst gegenüber meinen besten Freundinnen konnte und wollte ich nicht über diese Angst reden, teilweise war ich mir dessen nicht mal bewusst. Hat deine Freundin dir ihre Sorgen schon mal offenbart? Habt ihr schon mal richtig offen miteinander gesprochen, Emotionen und Tränen mit eingeschlossen?

Nun zu deiner Situation. Ihr Verhalten ist ein Lösungsprozess, ihr Ärger, ihre Verunsicherung deutliche Zeichen, davon. Das heißt, es gibt keinen Weg zurück. Die Frage ist jedoch, ob sie dich in ihr Herz lässt, ob du zu ihr passt und sie zu dir, ob du es wert bist, dir Liebe und Vertrauen zu schenken und umgekehrt.

Sie darf bei allem Gefühlschaos nicht vergessen, dass in einer tragfähigen Beziehung beide glücklich sein müssen und nicht einer allein alle Aufmerksamkeit für sich beanspruchen kann. Du KANNST sie ihr freiwillig geben. Indem du offen zu ihr bleibst, VORÜBERGEHEND der Starke, aber auch autenthisch bist. Indem du dich nicht verschließt, weil dich diese ganze Auseinandersetzung mit dem Ex nervst. Du darfst und solltest aber sehr wohl darüber sprechen, dass dich das bei allem Verständnis nicht nur nervt, sondern auch verunsichert und sich das Gefühl einschleicht, er wäre ihr wichtiger als du bzw. sie wäre lieber mit ihm zusammen, als mit dir. Dieses Gefühl vermittelt sie dir nämlich gerade. Ob zu Recht oder Unrecht kriegst du nur raus, indem du ein ruhiges Gespräch suchst, sie fragst, beobachtest, dich notfalls distanzierst, um dir und ihr Zeit zu geben.

Wie Proudwoman, void und andere schrieben: Höre auf dein Bauchgefühl. (Vergiss aber nicht, vorher offen mit ihr zu reden)
 
P

Papillon

  • #15
Um eine Beziehung richtig zu verarbeiten, benötigten wir Menschen real gesehen 2 Jahre. Regelmäßiger Kontakt z.B durch gemeinsame Kinder können diese Zeit sogar verlängern.
Männer sind sogar sensibler und brauchen noch längerer. Ihr könnte das zusammen schaffen, aber das sie empfindlich reagiert halte ich zu diesem Zeitpunkt ganz normal.
 
  • #16
10 Jahre sind eine lange Zeit. Er ist ein Stück ihrer Vergangenheit und die gehört nunmal zu ihr.

Dass sie über ihn redet zeigt nur, dass sie es noch nicht verarbeitet hat. Dass es dich nervt ist verständlich, aber kein Grund zur Eifersucht, da musst du m.M.nach nichts befürchten.

Wenn du ihr zuhörst wie eine Freundin, wird ihr das eher helfen, darüber hinweg zu kommen und das Thema wird seltener.

Es wäre wichtig, dass sie dem Ex verzeiht, dann kann sie auch innerlich loslassen. Vllt kannst du sie dahingehend motivieren, wenn sie sich wieder in die Sache reinsteigert. Versuche ihr einen anderen Blickwinkel zu verschaffen.

Dass sie dir davon erzählt, ist ja letztlich auch ein Zeichen von Vertrauen in dich.

Wenn du souverän bleibst, wird dir das letztlich mehr nützen, als wenn du sie abweist, wenn es aus ihr hervorsprudelt.
 
  • #17
Beende es, sage ihr, sie darf sich wieder bei dir melden wenn sie den Ex komplett verarbeitet hat und dann weiß was sie will.
Sie sind doch schon seit einem Jahr ein Paar.
Ich denke nicht, dass sie zum Ex zurück will. Auch nichts insgeheim. Ich kann mir denken, dass es bei ihr zur Verarbeitung der Verletzung gehört. Die scheint ja bei ihr groß zu sein verbunden mit einer gewissen Wut auf ihren Ex. Ich denke nicht, dass ein "über ihn reden" automatisch mit irgendwelchen geheimen Wünschen verbunden ist.
Was ich allerdings denke....für Dich, FS, ist es nicht zumutbar, ständig damit konfrontiert zu werden. Darüber solltet ihr offen und ehrlich reden. Sie kann ja mit ihren Freundinnen über ihren Ex herziehen,um ihren Frust abzubauen, Du bist da nicht der richtige Ansprechpartner.
Ich kann verstehen, dass Dich das verunsichert.
Aber im negativen Sinne, sicher nicht im Sinne von....den will ich wiederhaben....sie hat mit ihrer Verletzung noch nicht abgeschlossen.
Mich beschleicht auch das Gefühl, dass sie insgeheim drauf wartet, dass es mit ihm und seiner neuen Partnerin nicht klappt, um ihn dann wieder zurückzugewinnen.
Vielleicht wartet sie darauf, aber nur, um insgeheim etwas wie Schadenfreude zu empfinden.
Ich kenne dieses Gefühl, es ist zwar sehr negativ behaftet, aber heilsam, deshalb habe ich es zugelassen.
Ich habe 8 Jahre drauf gewartet, bis ich diese Schadenfreude empfinden durfte. Dann war gut und ich konnte abschließen.
Ich habe insgesamt auch lange gebraucht, um mich von so einer Verletzung zu erholen, ich war aber in der Zeit Single. Nicht weil ich so überaus reflektiert war, sondern weil ich keine Lust auf eine Beziehung hatte. Ich kann aus meiner Erfahrung sagen, dass ich ihn ums Verrecken nicht hätte wiederhaben wollen. Aber das Reden über ihn hat mich einfach entlastet. Niemals wäre ich auf die Idee gekommen, nochmal mit ihm eine Beziehung zu starten.

Natürlich hätte sie erstmal alleine bleiben sollen, bis sie das verdaut hat, aber ihr seid jetzt ein Jahr zusammen. Kommt ein bißchen zu spät, dieser Gedanke.-)
Rede mit ihr über Deine Gedanken.
W
 
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  • #18
Ähm?
Was erwartest Du?
ich finde dich (sorry) maßlos egozentrisch und egoistisch, dass du nicht verstehst, dass der Exmann niemals Geschichte sein wird und dass es sie immer ab und zu beschäftigen wird.
das ist normal. Ein Exmann, mit dem man ein gemeinsames Kind hat ist kein Exfreund, den man nicht mehr erwähnt.
Ein Exmann ist immer präsent und wird es auch bleiben.
Wieso kommst du damit so schlecht klar?
Außerdem ist ihre Trennung noch nicht lange her.
Die Trennung gehört zu ihrem Leben und macht sie zu dem Menschen, der sie jetzt ist.
Das ist niemals abgehakt. Und dass der Exmann für das Kind bezahlt, ist nicht lobenswert, sondern normal, da er ja der Vater ist. Sie zahlt ja auch viel fürs Kind und muss zudem noch viele Einschränkungen in Kauf nehmen.
Wie kommst du drauf, dass sie ihn nicht mehr erwähnen darf?
Mein Exmann und ich sind 6 Jahre getrennt und ist natürlich trotzdem noch Thema.
Das belastet eine irgendwie lebenslang.
das heißt aber nicht, dass sie noch Gefühle für ihn hat.
Sie ist eben maßlos enttäuscht, dass die Idee der Familie gescheitert ist, dass ihr Kind nicht bei Mama und Papa aufwachsen kann. Ich würde von einem neuen Partner erwarten, dass er das versteht - sonst ist er der Falsche.
Aber vielleicht versteht man das auch nicht, wenn man es nicht selbst erlebt hat.
Der Fehler in der Geschichte bist Du - nicht sie. Du solltest für sie da sein und ihr zuhören, sie unterstützen und ihr Kraft geben.
Natürlich muss sie darüber reden. Weil es sie zurecht beschäftigt.
Wie kannst du da verlangen, dass sie gefälligst nicht mehr über ihren Exmann reden soll?
Finde ich ehrlich gesagt unmöglich.
 
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  • #19
Letztenendes heisst das Beschriebene Verhalten nicht, dass die Frau Dich nicht will. Sondern eher, dass das jede Menge offener Wunden sind, die bei verschiedenen Gelegenheiten aufplatzen.

Wenn die Frau mit sich im Reinen wäre, würde sie die Ehe oder Beziehung differenziert betrachten und gutes sowie schlechtes und ihre eigenen Beiträge zu der damaligen Situation sehen.

Die da hervorsprudelnde Aggression und Wut ist sicherlich nicht jedermanns Sache. Insbesondere wenn die Wirklichkeit anders aussieht.

Die Frage, ob sie den Kerl zurück haben möchte oder nicht und ob sie im Herzen eingesehen hat, dass die Sache endgültig vorbei ist, kann man daraus nicht beantworten.

Es ist aber möglich, dass sie Dich abschießt, wenn sie Deine Zuwendung nicht mehr benötigt, auch ohne dass sie zu dem Mann zurück will.

Denn sie ist jetzt in der Phase, sich zu ordnen und über die Trennung hinweg zu kommen.

Und da hilft ein Selbstwertspender und ein Schulter zum Anlehnen sehr. Auch zeigt das dem Ex, dass sie jederzeit einen anderen Mann haben kann.

Ob Eure Beziehung auch dann noch trägt, wenn sie über die Trennung hinweg ist, das wird die eigentliche Frage sein.
 
M

Michael_123

  • #20
Hallo FS,

dass Deine aktuelle Partnerin sehr viel zu verarbeiten hat und dies naturgemäß keine tollen Erfahrungen sind, ist nachvollziehbar.

Sie zieht jedoch Dich mit ihrer Vergangenheit rein und belastet Dich. Du bist nicht ihr Psychologe. Sie muss sich klar werden, was sie an Dir hat und das sie mit Dir eine Chance auf einen Neuanfang hat.

Ich hätte mich auf solch eine Frau und der entsprechenden Konstellation nicht eingelassen. Möchtest Du eigentlich eine Familie mit eigenen Kindern gründen? Diese fundamentale Frage solltest Du Dir stellen und Dir nüchtern und objektiv überlegen, ob diese Frau dafür wirklich geeignet ist.

Du hast in Deinem Alter noch allerlei Optionen, auch auf Nicht-Problembehaftete Damen Mitte Zwanzig.

Alles Gute!
 
  • #21
Ihr seid ein Jahr zusammen und die Beziehung läuft gut, du bekommst Ehrlichkeit und Vertrauen. Vor dir war sie erst ein halbes Jahr getrennt - sehr wenig Zeit, um Verletzungen und Enttäuschungen zu verarbeiten. Ich denke, dass sie sich jetzt in ihrer Verarbeitungsphase befindet, da hilft reden, reflektieren, schimpfen -eben die ganze Bandbreite- um einen emotionalen Abschluss zu finden. Grundsätzlich sicherlich eine gute Entwicklung, wenn da nicht das große ABER wäre, dass du dich in der Rolle des Zuhörers und Therapeuten nicht wohl fühlst und dich dort auch nicht finden möchtest. Es kamen die Tipps, dass sie mehr mit Freundinnen oder einem Therapeuten reden soll, um zu verarbeiten. Das ist sicherlich auch hilfreich, allerdings scheint sie ja immer wieder in Situationen zu geraden, in denen sie dann einfach spontanen Redebedarf hat. Das gehört zu einem Verarbeitungsprozess dazu, um sich ganz zu lösen. Ich glaube nicht, dass sie ihn zurück will. Du bist ihre vertraute Person, mit der sie ihre Verletzungen bespricht. Die Frage ist, ob du das leisten kannst und willst, ob du damit umgehen kannst, dass es auch für dich mal weh tut. Ich gehe davon aus, dass das eine Phase ist, um wieder völlig offen zu werden. Ihr könnt da gestärkt raus hervorgehen. Redet über die Situation, mach ihr vorwurfsfrei deutlich, wo deine Grenzen sind und inwieweit du ihren Verarbeitungsprozess mit tragen kannst.
 
  • #22
Ich rede auch jetzt noch, ca. 20 Jahre nach der Trennung schlecht über meinen Expartner.
Und ich werde tatsächlich auch immer noch wütend.

Vor zwei Wochen hatte meine Tochter Geburtstag. Mein Freund und ich haben uns einen Tag Urlaub genommen und sind übers WE 600 km einfache Strecke da hin gefahren, obwohl Schnee angesagt war.
Der Kofferraum voller Geschenke, die ich z.T. selbst gebaut hatte.
Mein Freund hatte einen Kuchen gebacken.
Wir haben Wunderkerzen abgebrannt.
Wir sind am Abend essengegangen.
Wir haben alles mögliche an diesem WE gemacht, was im Zusammenhang mit einem Geburtstag steht.

Was hat mein Ex gemacht ?
Es hat am Abend um 23 Uhr eine WA geschrieben, nichts sonst.
Da bin ich wieder richtig wütend geworden. Ich bin immer noch enttäuscht, wenn von ihm so gar keine liebevolle Geste kommst.
Und ich habe ordentlich rumgepöbelt.

Laß dir aber eins sagen: ich bin zu 100% nicht mehr an ihm interessiert.
Nicht mal daran, vor ihm zu pöbeln oder dergleichen.
Ich will mit ihm einfach nichts zu tun haben.
Egal ist er mir aber nicht, weil er meine Tochter verletzt.
Wenn wir kein gemeinsames Kind hätten, wüßte ich heute nicht mal mehr seinen Namen.

w 49
 
  • #23
Ich denke auch, ob Frau oder Mann man sollte ersteinmal mit einer alten Beziehung abschließen.
Umgekehrt kann ich mich selbst erinnern, dass gerade eine neue Beziehung wunde Punkte wieder hoch geholt hatte.

Vorher ohne Partner war ich nicht auf dieser Gefühlsebene und konnte mich besser distanzieren.
Dazu kamen bei mir, allerdings auch bei meinem damaligen neuen Partner durch Kinder, auch Situationen wo diese Punkte berührt wurden.
Also wenn zb nochmal Anwaltsschreiben etc kamen.
Es war jedoch einfacher für uns beide, da wir ja ähnlich waren in den Momenten.

Sie ist ja jetzt auch schon länger als 3 Monate mit Dir zusammen und hält Dich wohl emotional nicht auf Abstand...oder?
Denn letztendlich geht es darum wie Du Dich fühlst.
Aus welchen Gründen auch immer, man sollte nicht bleiben, wo man leidet.
 
  • #24
Du bist ihre vertraute Person, mit der sie ihre Verletzungen bespricht. Die Frage ist, ob du das leisten kannst und willst, ob du damit umgehen kannst, dass es auch für dich mal weh tut. I....Redet über die Situation, mach ihr vorwurfsfrei deutlich, wo deine Grenzen sind und inwieweit du ihren Verarbeitungsprozess mit tragen kannst.
Das hat @Tulaya sehr gut geschrieben und ich kann das zu 100% unterschreiben.

Es gibt Männer, die wollen am liebsten gar nichts aus dem Leben der Ex hören und nehmen ein eventuelles Kind oder den Exmann eben als "Notwendiges" Übel dazu.
Das ist aber die falsche Einstellung und führt nicht in eine starke und vertrauensvolle Partnerschaft.
Du solltest in dieser schweren Zeit für sie da sein, auch wenn das heißt, dass du dich und deine Bedürfnisse auch mal hinten anstellen musst.

Dir muss klar sein, dass du wenn du eine Frau mit Kind hast, immer auch den Exmann und das Kind mit im Boot hast.
Deine Freundin braucht noch ein paar Jahre, um das Ganze gut zu verarbeiten. Du musst für Dich entscheiden, ob du dabei der mann an ihrer Seite sein willst oder ob eine Spaßbeziehung ohne Probleme und Konflikte eher dein Ding ist.
Natürlich kann es Dich belasten, aber indem du ihr verbietest, über ihren Ex zu reden, wird sie sich dir gegenüber verschließen.
Ich finde es wichtig, dass man sein Gegenüber in einer Partnerschaft kennt und weiß, was im Anderen vor sich geht.
Anscheinend hast du aber gar kein Interesse, das herauszufinden und fühlst dich vernachlässigt.
Sie kann in ihrer Situation nicht so viel geben, und wenn du sie liebst, bist du gerne für sie da.
Dass du deswegen ihr "Übergangsmann" bist, wage ich zu bezweifeln, aber sie braucht einen Mann, der ihr etwas gibt:
Verständnis, eine starke Schulter, schöne Erlebnisse und keine Vorwürfe.
Frag dich selber, wie wichtig sie Dir ist und ob du sie in dieser Zeit begleiten willst.
Es wird sicher noch 1-2 Jahre dauernd, bis sie wieder in ruhigere Gefilde kommt.

Übrigens nur so nebenbei für einige aus dem Forum hier:
Es hat nicht jede Frau, die eine schlimme Trennung mit Kind hinter sich hat grundsätzlich ein schlechtes Männerbild. ;-)
Ich habe nach meiner Trennung unglaublich tolle Männer kennengelernt, muss aber selber ehrlicherweise sagen,dass ich keine feste Beziehung ertragen habe anfangs, weil die alle immer so viel von mir wollten und erwarteten, wie ich gefälligst zu sein habe.
Selber haben sie aber alle wenig für MICH getan.
Wenn man jahrelang Ehefrau und Mutter war, kam man selbst oft total zu kurz und braucht einen Mann, bei dem man auch mal verwöhnt wird, sich um nichts kümmern muss und der zumindest versucht zu verstehen, was man erlebt hat. Viele wollen aber auch einfach eine Frau, die sie umsorgt - das kann man als Frau in so einer Situation nicht bieten.
 
  • #25
ich finde dich (sorry) maßlos egozentrisch und egoistisch, dass du nicht verstehst, dass der Exmann niemals Geschichte sein wird und dass es sie immer ab und zu beschäftigen wird.
das ist normal.
Du hast recht, wenn du schreibst, das Verhalten der Freundin ist normal und zeugt von der Ablösung vom Ex.

Du liegst aber absolut schief und bist obendrauf noch ungerecht, wenn du dem neuen Partner Egoismus und Egozentrik unterstellst. Seine Reaktion ist genauso normal. Er ist ja nicht ihr Therapeut, sondern hat selbst (berechtigte) Ängste.

Ich dachte nach meiner "großen", schmerzhaften Trennung ähnlich wie du. Meinem neuen Freund warf ich insgeheim ebenfalls vor, dass er ja wohl ein bisschen mehr Verständnis und Geduld haben könne. Das war aber falsch. Der Einzige, der damals egozentrisch war, war ich. Mir fehlte - durch mein eigenes Gefühlschaos - die Empathie für den neuen Partner. Zehn Jahre später durfte ich dann mal die Rolle des neuen Partners einnehmen und mich von seiner Verunsicherung runterziehen lassen. Allerdings war der tatsächlich noch nicht durch mit der Trennung und wird es so schnell auch nicht sein. Nicht bevor er nicht seinen eigenen, großen Fehler am Scheitern seiner langjährigen Ehe erkannt hat.
 
  • #26
Ich bezweifele, dass sie noch Gefühle für ihn hat und zu ihm zurück will. Sie wurde so tief von ihm verletzt, dass sie damit noch lange nicht durch ist. Sie wird durch das gemeinsame Kind ja auch immer daran erinnert.

Im Endeffekt ist sie viel zu früh mir Dir in eine neue Beziehung gegangen. Du solltest ihr klarmachen, dass es Dir missfällt, dass der Ex so ihre Gedanken besetzt und dass sie nicht in Eurer gemeinsamen Gegenwart ankommt.

Verabrede mit ihr ein Signal (Stoppwort) wenn sie in Eurem Beisammensein anfängt von ihm zu reden. Wenn Sie es nicht stoppen kann, dann steh auf und geh, lass sie in Gedanken allein um ihren Ex rotieren und tu Dir die Missachtung Deiner Person nicht mehr an.

Wenn Du sie ein paar mal sitzen lassen hast, wird die Lektion Früchte tragen - nennt man kognitive Umstrukturierung. Wenn es nicht wirkt, dann bist Du ihr tatsächlich nicht wichtig genug, weil nur der Übergangsmann. Entweder bist Du damit zufrieden oder Du suchst Dir eine Frau, deren Leben Platz für Dich hat.
 
  • #27
Also dass man nach 20 Jahren Trennung noch wütend wird, wenn keine liebevolle Geburtstagsnachricht kommt, verstehe ich nicht so ganz. Mein Exmann allerdings beschenkt mich auch immer noch zum Geburtstag - ich bin die Mutter seiner Kinder, einen gewissen Stellenwert hat man da immer.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass vor allem unsichere Männer mit wenig Selbstwert nicht damit zurechtkommen, dass es einen Exmann gibt, der noch eine Rolle spielt.
Männer wollen die EINZIGEN sein und die besten - karrieretechnisch, sexuell und emotional. das wollen sie auch am liebsten jeden tag hören.
Es belastet sie, wenn ihre Freundin an einen anderen Mann auch nur DENKT, und selbst, wenn es negativ ist. Und ich finde, da solltet ihr ansetzen.
Sie sagt DIR, wie es in IHR aussieht und das ist gut für Euch und zeigt, dass sie dir vertraut.
Dann sag Dir, wie es in DIR aussieht - ganz ehrlich!
Nicht negativ und genervt nach dem Motto: Rede nicht über deinen Exmann!
Sondern versuch ihr aufzuzeigen, wie du dich fühlst, wenn sie über ihn redet.
Was ist schlimm daran für Dich? Ist es Eifersucht? Oder ist es nur, dass du gerne hättest, dass sie den Abend gutgelaunt mit Dir verbringt und die Stimmung damit kippt?
Sie muss viel meistern in der nächsten Zeit, einen Weg finden für sich und ihr Kind.
Nimm ihr viel ab, sei für sie da und sag ihr eben, dass es ab und zu auch Abende geben muss, die nur FÜR EUCH da sind - sozusagen Rettungsinseln, bei denen der Ex nicht mit im Bett sitzt.
Das wird mit der Zeit besser, aber ich habe eine Beziehung beendet, weil ein Mann nichts von meinem Ex hören wollte.
Der hatte mich aber nunmal täglich mit Gemeinheiten und fiesen Anwaltsbriefen traktiert, ich hatte schreckliche Zukunftsängste anfangs und mir hätte es geholfen, wenn er mir einfach ab und an die Kinder abgenommen hätte, mal abends gekocht hätte und dagewesen wäre. Es war kein einziges Jammertal, ich bin ein aktiver Mensch und habe viel zu geben.
Aber so ein Exmann ist nunmal oft auch Ex, weil er wenig Gutes an sich hat. Meiner versucht immer noch, Macht über mich zu behalten und drückt mich klein, wann immer er kann. Da muss der Ärger auch mal kurz rausdürfen. Dann ist auch wieder gut. :)
 
  • #28
Ich glaube, das ist ein Kopfgeschwür von dir.
Wenn sie Heimlichkeiten mit ihm hätte, eure Beziehung von ihrer Seite unmotiviert dahinplätschern würde, dann würde ich dir zustimmen, dass sie ihn vielleicht insgeheim zurück möchte.

Aber du schreibst, dass eure Partnerschaft sehr gut läuft, es dir an nichts mangelt, und dass der Umgang mit dem Kindsvater für dich transparent ist.

Natürlich wird sie durch den notwendigen Kontakt mit ihm immer wieder an ihre Verletzungen erinnert und das wird auch fortbestehen.
Manche Dinge kann man weder vergeben noch vergessen, und ich finde diese pazifistische Denke auch nicht unbedingt notwendig.

Ich z. B. denke 7 Jahre nach der Scheidung nur noch sehr wenig an diese Zeit oder an den Mann, aber wenn, dann negativ. Und wenn ich 80 Jahre alt bin und ins Grab hüpfe, wird sich daran nichts ändern. Ich gedenke auch nicht im Geringsten, meinen "Frieden" mit ihm zu machen. Das Erinnern wird mich zeitlebens davor bewahren, ähnliche Fehler wieder zu machen oder diesen Mann jemals wieder in mein Leben zu lassen. Vor ein paar Jahren hat er eben dies versucht, auf "freundschaftlicher" Basis und eingedenk der vielen gemeinsamen Jahre, und ich habe dankend verzichtet.

Du solltest, wenn die Verletzung deine Freundin wieder überkommt, an ihrer Seite stehen und ihr zeigen, dass sie nicht allein ist und dass ihr so was Schlimmes nicht wieder passieren wird. Das wäre dein Beitrag für sie.
 
  • #29
Es gibt da diese spezielle Gruppe von Frauen, die immer(!) negativ über ihre verflossenen Männer redet, die dem neuen Mann alle Kränkungen und Verletzungen der Vergangenheit brühwarm mitteilen müssen, immer und immer wieder. Nachher kennt man den Ex-Mann besser als die Frau. Ob es spezielle Macken oder sexuelle Vorlieben des Herrn sind, alles wird ausgetratscht.

Das ist für mich ein eindeutiges Fluchtsignal, ich möchte nicht, dass die Dame später über mich solch intime Informationen verbreitet. So groß kann die Liebe nicht sein, dass sich jemand freiwillig zum Gesprächsobjekt macht. Da bin ich ein Liebhaber der Diskretion, aber in Zeiten von Bacheleor und Seelenstrip in sozialen Netzwerken aber auch eine aussterbende Art.
 
  • #30
Also so wie Tini_HH es beschreibt, mag es für die Frau vielleicht passend sein und es ihr erleichtern, aber für mich wäre es keine Beziehung auf Augenhöhe. Ich möchte mit meinem Partner die Gegenwart und Zukunft leben, satt mich stets und ständig mit den Befindlichkeiten der Vergangenheit auseinanderzusetzen, darauf einzugehen, abnehmen, zuhören, die Schulter zum anlehnen bieten, der seelische Mülleimer zu sein - vor allem in so einer kurzen Beziehung. Das wäre mir das ganz nicht wert. Ich würde die Leichtigkeit, die Unbeschwertheit der neuen Liebe vermissen.
Ihre Vergangenheitsbewältigung muss sie schon allein schaffen und sie muss auch auf dich Rücksicht nehmen und für dich Verständnis haben. Und das der Expartner etwas ganz Besonderes ist, weil gemeinsame Kinder vorhanden sind, ist völliger Käse. Allerdings kommt dieser Spruch oft von Frauen - ich bin die Mutter seiner Kinder und habe immer einen ganz besonderen Stellenwert in seinem Leben. Die Realität sieht oft so aus, dass viele mit dem Expartner nichts mehr zu tun haben wollen, es aber wegen der Kinder müssen. Das ist aber weit entfernt von "einem besonderen Stellenwert".
Wenn deine Freundin die Beziehung verarbeitet hätte, könnte sie abschließen und würde das Thema nicht so oft auf den Tisch bringen. Sie ist nicht bereit für eine neue Beziehung und nicht bereit, sich ganz auf dich einzulassen.