• #31
(...) wenn ich Frau wäre, würde ich genauso wenig wollen, daß er über meine Lustbefriedigung seine eigene vergißt. Insofern ist dieses „Befriedigung primär daraus ziehen, dass die Frau befriedigt ist” für mich nicht wirklich ein Idealzustand.
Bei mir war es so: Wenn sich ein Mann sexuell völlig auf mich einliess, dann konnte ich mich völlig auf das Geschehen und auf ihn einlassen. Was dazu führte, dass es mir zutiefst Freude machte, ihm Lust zu bereiten. Ich sehe das nicht als entweder meine oder seine Lust. Ich brauchte diese Haltung eines Mannes als Voraussetzung dafür, mich wirklich öffnen zu können. Ich glaube, wenn Sex für mich saugut ist, ist er es auch für den Mann.
Ja. Sex ohne Begehren ist echt doof. Da ist Steuererklärung ausfüllen oder ins Fussballstadion gehen um Welten erfreulicher.

Frau 53
 
  • #32
Interessant , dass Frauen das so empfinden.
Rein Faktisch ist es ja im Grunde nicht viel anderes als beim Mann auch.
Das haben wir auch schon x-mal geschrieben. Rein physisch nimmt die Frau den Mann bzw. ggf. auch sein Sperma in sich auf bei einer Penetration. Die wenigsten Männer lassen sich beim Sex penetrieren und kennen das Gefühl gar nicht. Gedacht ist das Ganze, dass sie Frau schwanger wird und in ihr ein Kind heranwächst. Wenn das nicht nur bloßes rumgepoppe ist, öffnet sich die Frau ganzheitlich und lässt den Mann quasi rein. Da ist nix besser oder schlechter, aber ich gehe davon aus, dass das Erleben von Mann und Frau doch unterschiedlich ist. Daran wird auch die Emanzipation nix ändern.
 
  • #33
Ich würde sagen, dass liegt auch an dir, du scheinst Sex um des Sex Willens nicht wirklich schätzen zu können. Natürlich ist Sex besser wenn auch entsprechend Liebe und Romantik dabei sind aber bei dir wird alles Andere scheinbar schnell in die mechanische Richtung geschoben was dann in Summe wohl eher frustrierend ist.
Versuche einfach ein wenig lustvoller zu sein und auch das körperlich-mechanische zu schätzen, selbst wenn einmal nicht alle romantischen Sterne im Einklang stehen.
 
  • #34
Rein physisch nimmt die Frau den Mann bzw. ggf. auch sein Sperma in sich auf bei einer Penetration. Die wenigsten Männer lassen sich beim Sex penetrieren und kennen das Gefühl gar nicht.
Das war nicht der Punkt in dem Zitat.
Es geht mir darum, dass die Frau schrieb sie würde sich "seelisch öffnen".
Das ist doch nicht dasselbe, als ob man sich körperlich öffnet. Bei der alljährlichen Untersuchung meines Urologen muss ich mich auch nicht seelisch öffnen, körperlich aber sehr wohl.

Das Ganze hat es für mich nicht so viel damit zutun, wer beim Sex gerade wen mehr penetriert und wer weniger, sondern wie man auf die Welt sieht und wie gefühlsgesteuert man dabei ist.
Und da liegt der Unterschied, nicht im körperlichen. Das ist eine billige Erklärung.
 
  • #35
Manche können Sex ohne (tiefere) Gefühle, manche können und wollen das eher nicht.

Nichts gegen (Woll)lust pur. Aber möglicherweise fehlt dir ne Zacke, dann weißt du gar nicht, wie emotionale Verschmelzung geht und dass beide dazu (emotional) "offen" sein müssen für den Partner(=sich öffnen) . Danach rennst du tagelang mit Dauergrinsen durch die Gegend und nichts hebt dich mehr an.

Übrigens sind wir alle gefühlsgesteuert, die einen mehr, die anderen weniger. Psychologen gehen davon aus, dass selbst sehr rationale Menschen zu weit über 90 Prozent emotional gesteuert sind und nichtmal zu 10 Prozent vom Verstand.

Dir wünsche ich mehr Offenheit für Neues, dann erlebst du so ein Hochgefühl vielleicht auch mal und kriegst ne neue Perspektive auf die Welt, die du nicht mehr missen möchtest.
 
  • #36
Das ich beim Sex meine Seele öffne .. dies Bild hatte ich nie.
Das Ziel von FS ist ein erfülltes Sexleben zu haben bzw. klagt sie über unerfülltes SL. Ich sehe es so, dass ein erfülltes SL nicht nur ein biologischer/physischer/mechanischer Akt zur Triebabfuhr ist sondern eben auch mit der Seele/Geist/Psyche/Neurologie/Liebe (nenne es wie du es möchtest) zu tun hat. Ich glaube schon, dass ein erfülltes Sexleben in einer langfristigen Partnerschaft nur funktioniert, wenn die beiden zusammen harmonieren, sich gegenseitig verstehen und sich füreinander entschieden haben, seelisch auf gleichen Wellenlänge sind und sich zu einander gefunden haben. Viele sind zwar in einer Partnerschaft, fühlen sich aber allein, nicht verstanden, nicht ernst genommen. Sie können sich nicht öffnen, nicht fallen lassen aus Selbstschutz und weil letztendlich dieses Vertrauen zum Partner nicht da ist. Es ist jedenfalls sehr kompliziert und ein weites Feld und ist auch soziologisch/kulturell/moralisch gesehen ein schwieriges Thema und wird auch tabuisiert.
Unsere Diskussion ist abstrakt und theoretisch, praktisch gesehen ist Sex immer noch ein Tabuthema und die Paare wollen/können nicht miteinander darüber sprechen. Besonders Frauen können/dürfen nicht darüber reden. Die Bereitschaft ist einfach nicht vorhanden. So sehe ich es mindestens.
 
  • #37
Das Ganze hat es für mich nicht so viel damit zutun, wer beim Sex gerade wen mehr penetriert und wer weniger, sondern wie man auf die Welt sieht und wie gefühlsgesteuert man dabei ist.
Und da liegt der Unterschied, nicht im körperlichen. Das ist eine billige Erklärung.

Nein, sorry. DEINE Erklärung ist billig.
Menschen sind ganzheitliche Wesen.
Körperliche Gegebenheiten beeinflussen die Gefühle. Sie beeinflussen auch die Weltsicht, die Art, wie man alles um sich herum wahrnimmt und auf sich bezieht. Und umgekehrt. Sonst gäbe es keine psychosomatischen Krankheiten. Mann-/Frau-Unterschiede sind nur ein kleiner Teil davon.

Du bildest dir furchtbar viel darauf ein, kopfgesteuert zu sein. Aber niemand ist das wirklich. Und sehr oft sind diese angeblich kopfgesteuerten Menschen im sozialen Umgang ungeschickt bis ruppig, was dazu führt, dass sie sich erst recht auf ihre Logik / Rationalität zurückziehen. Aber eigentlich schneidet man sich dadurch nur von einer ganzheitlichen Empfindungsfähigkeit ab, amputiert sich im Grunde selbst ...

Es gibt Dinge, wo ich entweder nicht kopfgesteuert reagieren kann oder mich weigere, kopfgesteuert zu agieren.
Bei einer ärztlichen Untersuchung ist ersteres der Fall. Das kostet mich persönlich tatsächlich enorme Überwindung und ich muss das Gefühl haben, dem Arzt vertrauen zu können (und ja, ich weiß, dass das schon grenzwertig ist, was psychische Gesundheit angeht und es ist auch schon einmal zur echten Angststörung ausgeartet).
Beim Sex dagegen letzteres. Ja, ich öffne mich seelisch und da ist es völlig egal, ob das ein Mann nachvollziehen kann oder seltsam findet. Den zweiten nehm ich dann halt nicht.
 
  • #38
Interessant , dass Frauen das so empfinden.
Rein Faktisch ist es ja im Grunde nicht viel anderes als beim Mann auch. Das ich beim Sex meine Seele öffne .. dies Bild hatte ich nie.

Ich empfinde halt mehr oder weniger viel Liebe für die Person. Das wars.

Nein, sorry. DEINE Erklärung ist billig.
Menschen sind ganzheitliche Wesen.
Körperliche Gegebenheiten beeinflussen die Gefühle.
Ja, ich öffne mich seelisch und da ist es völlig egal, ob das ein Mann nachvollziehen kann oder seltsam findet. Den zweiten nehm ich dann halt nicht.

Ich würde auch hier bei den Fakten ohne Feenstaub und Glitzer bleiben. Der Unterschied ist doch einfach:

Wenn beim Sex für den Mann die Frau oder die Praktik nicht passt, wirkt sich das einfach bei ihm körperlich aus und sein bestes Stück steht nicht richtig. Damit sind Fakten geschaffen für beide erkennbar und GV funktioniert nicht. Also passiert für beide kein GV.

Wenn beim Sex für die Frau etwas nicht passt, funktioniert der GV trotzdem noch. GV wird trotzdem vollzogen.

Sogar wenn die Frau für beide erkennbar körperlich nicht für Sex bereit ist, wird einfach das körperliche Zeichen mit Gleitmittel überschmiert.

Beim Mann sorgt der Körper selbst dafür, dass er GV nicht haben muss, wenn es nicht passt.
Bei der Frau muss die Frau selbst dafür sorgen, dass sie keinen GV haben muss, wenn es nicht passt.

Wir haben aber oben schon von paar männlichen Exemplaren gelesen, die meinen, das wäre egal. Frauen sollen trotzdem still halten. Einer war sogar empört, dass der Mann nach seinem OS nicht mit GV zum Zug kommen könnte

Da müssen Frauen viel mehr bei sich bleiben und ihre Interessen vertreten
 
  • #39
nur die bezüglich ihrer Sexzurückhaltung nicht. Die trägt sie in einer Art Opferstolz als einzige noch vor sich her.
Es gibt Frauen, die "es" eher selten machen. Wenn sie es machen, ist es wie ein Liebes- und Vertrauensbeweis. Wenn der Mann dann eher einer von der unsensibleren Sorte ist, die Frau insofern gar nicht erkennt und danach vielleicht sogar noch unzufrieden ist, weil sie seiner Meinung nach zu wenig Erfahrungen hat und Vergleiche anstellt mit anderen sexuell offenen Frauen - dann ist der Supergau für die Frau da. Nach solchen Erlebnissen verschließt sie sich einmal mehr - und bleibt, wenn sie solche Erfahrungen mehrmals in ihrem Leben gemacht hat, lieber allein.

Vielleicht könnte das eine gewisse "Opferhaltung" erklären. Wobei die Frauen sich wahrscheinlich selbst nicht direkt als Opfer bezeichnen, sondern einfach nur größtenteils mit der Sexualität abgeschlossen haben und der - wenn sie sie nie anders erlebt haben - auch nicht hinterhertrauern.
 
  • #40
...abgesehen von ein paar Dumpfbacken zieht doch ein jeder Mann Lustgewinn aus dem Höhepunkt der Frau...

Das ist leider falsch. Man mag als Frau gar nicht glauben, wie vielen Männern die sexuelle Befriedigung ihrer Partnerin völlig wurst ist. Und das zieht sich flächendeckend durch alle Bevölkerungsmilieus, und betrifft nicht nur ein paar Dumpfbacken.

Das Problem ist doch folgendes:
Mann und Frau lernen sich kennen und müssen ja erstmal schauen, was da sexuell so geht. Nehmen wir an, Mann kommt immer, Frau nie. Nun sagt Frau, wie sie es gerne hätte. Mann bemüht sich, dies umzusetzen. Klappt nicht. Mann gibt auf, bemüht sich nicht mehr. Sex bleibt bis zum Ende ihrer Tage schlecht.

Ich hab zum Glück in meinem Leben auch ein paar Naturtalente erleben dürfen (meine langjährigen Beziehungen gehörten leider nicht dazu), aber denjenigen, denen man als Frau guten Sex erst beibringen muss, die schaffen es nie. Meine Erfahrung. Ich hatte viel Sex mit unterschiedlichen Männern. Ich sehe das mit dem Sex ziemlich nüchtern. Ich bin keine Lehrerin, will nichts erklären müssen. Das bringt den Mann in eine mir unterlegene Rolle, die mich total abtörnt.

Es ist für mich kein Ausschlusskriterium, eine Beziehung nicht leben zu wollen, in einer Beziehung sind mir andere Dinge wichtig.
Wenn man allerdings nur einen ONS haben will, dann ist oben genanntes Nichtskönnen ziemlich enttäuschend.
 
  • #41
Kirovets, als Frau vom Fach (ich mache Ausbildung im Medizinbereich und wir haben gerade Hormone) kann ich dir folgendes sagen. Hormone beeinflussen Psyche und Psyche beeinflusst Hormone. Männlicher Hormon ist Testosteron. Der macht aktiv, kämpferisch, konzentriert. Weiblicher Hormon ist Östrogen und der macht auch aktiv, aber hektisch aktiv,weil er das Gefühl vermittelt, unter Zeitdruck zu stehen. Ausserdem sorgt er für Fettaufbau und Wasseransammlung. Deswegen haben Frauen mehr Fettanteil und mehr Schwierigkeiten, abzunehmen. Zusätzlich hat Frau ein Hormon Progesteron. Der sorgt für Fettabbau, Entwässerung, aber auch für Gelassenheit und Entspannung, ausserdem wirkt er schwangerschaftsunterstützend, die Frau ist dann innerlich bereit, zu empfangen. Problem ist, dass Stresshormon Kortisol Progesteron dämpft, weil beim Stress Schwangerschaft das letzte ist , was der Körper braucht. Das Resultat ist, wenn Frauen dauernd unter Stress stehen, nehmen sie zu, was zusätzlich zum Stress führt, und sind dauernd hektisch, folglich zickig. Beim Stress wird ausserdem vermehrt Testosteron ausgeschüttet, mit dem Resultat, dass Frauen aggressiv, dominant und lüstern werden, sprich männliches Verhalten übernehmen. Das führt dazu, dass sie anfangen, um Männer zu werben und Sex einzufordern. Was Männer theoretisch begrüßen, praktisch aber angewidert sind, weil sie nicht auf Männer stehen. Das hormonale System ist wesentlich komplizierter und jede Frau reagiert doch ein bisschen anders, ausserdem gibt es tägliche und zyklusabhängige Schwankunkungen, aber vereinfacht kann man das so grob erklären.
So, und jetzt erkär mal dem Hormon, dass wir draußen das 21.Jahrhundert und Emanzipation haben und die Frau soll gefälligst sich zusammenreissen und ihr Verhalten anpassen. Schlimm genug, dass Frau in einer von männlichen Hormonen gesteuerten Welt lebt, jetzt soll sie auch noch Sex wie der Mann haben und ihren Körper missbrauchen.
 
  • #42
Es gibt Frauen, die "es" eher selten machen. Wenn sie es machen, ist es wie ein Liebes- und Vertrauensbeweis. Wenn der Mann dann eher einer von der unsensibleren Sorte ist, die Frau insofern gar nicht erkennt und danach vielleicht sogar noch unzufrieden ist, weil sie seiner Meinung nach zu wenig Erfahrungen hat und Vergleiche anstellt mit anderen sexuell offenen Frauen - dann ist der Supergau für die Frau da. Nach solchen Erlebnissen verschließt sie sich einmal mehr - und bleibt, wenn sie solche Erfahrungen mehrmals in ihrem Leben gemacht hat, lieber allein.

Vielleicht könnte das eine gewisse "Opferhaltung" erklären. Wobei die Frauen sich wahrscheinlich selbst nicht direkt als Opfer bezeichnen, sondern einfach nur größtenteils mit der Sexualität abgeschlossen haben und der - wenn sie sie nie anders erlebt haben - auch nicht hinterhertrauern.

Es allerdings Unsinn den sexuellen Rückzug solcher Frauen der Unsensibilität von Männern in die Schuhe schieben zu wollen.

Tatsächlich ist es eine freie Entscheidung dieser Frauen ob sie sich schweigend zurückziehen oder ihre Wünsche und Vorstellungen verständlich kommunizieren.

Vom Mann dagegen zu erwarten, dass Wünsche und Vorstellungen einer Frau errät ist dagegen Wunschdenken welches Probleme nicht beseitigt sondern vertieft oder sogar erst erschafft. Das fehlende Verständnis einiger Frauen für die Notwendigkeit klarer Kommunikation stößt bei mir auf Unverständnis.

Aber vielleicht schweigen einige solcher Frauen ganz bewusst aus Sorge, dass der Mann sie verlässt wenn sie ihm ihr eher geringes sexuelles Interesse anvertrauen.
 
  • #43
Aber vielleicht schweigen einige solcher Frauen ganz bewusst aus Sorge, dass der Mann sie verlässt wenn sie ihm ihr eher geringes sexuelles Interesse anvertrauen.

Glaube ich nicht. Ich vermute, bei solchen Frauen steckt die Neigung dahinter, passiv alles auf sich zukommen zu lassen und den aktiven Part mit Leistungsdruck nebst Versagensrisiko dem Mann aufzubürden.

Das ist beim Ansprechen das Gleiche. Manche Frauen signalisieren noch nicht einmal, dass sie Interesse hätten angesprochen zu werden. Keine Blickkontakte, keine Körperhaltung, nichts, das dies verraten würde. Spricht man sie trotzdem aufs gerade Wohl an, freuen sie sich und es tritt alsbald zu Tage, dass sie schon darauf gewartet hatten. Aber außer warten und hoffen tun sie absolut nichts. Habe ich an Sylvester wieder erlebt.
 
  • #44
Wenn beim Sex für den Mann die Frau oder die Praktik nicht passt, wirkt sich das einfach bei ihm körperlich aus und sein bestes Stück steht nicht richtig.

Und sämtliche anderen Faktoren, wie Krankheit, die eine erektile Dysfunktion auslösen können, außen vor. Abgesehen ist dieses "Mann kann nicht, weil Frau für ihn nicht passt" mit Sicherheit auch eine eher neue Erscheinung. Sonst hätten nicht so viele Adlige ihre Dynastien durch Zweckehen mit Nachwuchs fortführen können.

Bei der Frau muss die Frau selbst dafür sorgen, dass sie keinen GV haben muss, wenn es nicht passt. [...]
Da müssen Frauen viel mehr bei sich bleiben und ihre Interessen vertreten

Das wäre erst einmal die Grundvoraussetzung. Aber auch die sorgt nicht prinzipiell dafür, dass der Sex erfüllend wird.

Auf jeden Fall sollte sich niemand einreden lassen, dass er oder sie nur irgendwelche Konditionierungen überwinden muss und es dann schon toll finden wird, jederzeit mit beliebigen (für ihn / sie attraktiven) Menschen ins Bett zu steigen, ob nun mit oder ohne Liebe. Das scheint mir die Konditionierung der heutigen Zeit zu sein, die für viele genauso schädlich ist, wie die enge Sexualmoral früherer Zeiten.
 
  • #45
Das Problem ist doch folgendes:
Mann und Frau lernen sich kennen und müssen ja erstmal schauen, was da sexuell so geht. Nehmen wir an, Mann kommt immer, Frau nie. Nun sagt Frau, wie sie es gerne hätte. Mann bemüht sich, dies umzusetzen. Klappt nicht. Mann gibt auf, bemüht sich nicht mehr. Sex bleibt bis zum Ende ihrer Tage schlecht.

Das verstehe ich nicht.

Mann und Frau lernen sich kennen, die Chemie stimmt die Luft knistert. Frau und Mann begehren sich gegenseitig und gehen auf Tuchfühlung. Warum sollte eine Frau dann beim Sex keinen Orgasmus bekommen? Mir würde nur ein Grund einfallen, der Mann passt nicht. Aber da sage ich als Frau doch Stopp und lass mich nicht benutzen oder tu dem Mann einen Gefallen, in dem er mich vögeln darf. Für erfüllenden, schönen Sex sollte man sich schon die passenden Menschen suchen.
 
  • #46
Ich kenne (fast) niemanden, für den (/die) der beste / erfüllendste Sex nicht der in einer Liebesbeziehung wäre. Leider kann das Umgekehrte vorkommen, dass zwei sich trotz Ineinender-Verliebens sexuell nicht finden. Ist aber selten. Meistens stimmt dann viel mehr nicht in / an der Beziehung.
 
  • #47
Wenn es dann sexuell nicht richtig läuft, reden sich manche Frauen sogar ein, sie bräuchten eben keinen Sex.

So war es bei mir, bis ich eben, während meiner Ehe, jemanden kennen lernte, wo es plötzlich ganz anders und wunderbar war. Ich wollte mich von meinem Mann trennen, weil ich dachte, eine solche Intimität könne ich nie mit ihm erleben. Ich hatte es ihm gesagt, habe aber dann doch anders entschieden, um auf jeden Fall mit meinem Mann alles zu versuchen.

Mir fällt auch auf, das die heutige emanzipierte Frau stolz ist, alle gesellschaftlichen Einengungen zu sprengen, nur die bezüglich ihrer Sexzurückhaltung nicht. Die trägt sie in einer Art Opferstolz als einzige noch vor sich her.
Ich glaube, da wird ein Interesse kaschiert. Valerie Solanas hat es ausgesprochen: "Die Frau verknappt den Sex, weil sie dann für Sex alles das bekommt, was sie sonst auch noch will."

Meine erste Reaktion war, dass ich diesen Gedanken ablehne. Weil definitiv nicht alle Frauen auf den Status achten. Aber "alles, was sie sonst auch noch will" muss ja nicht unbedingt etwas Materielles oder ein Abglanz des gesellschaftlichen Status des Mannes sein. Für mich hat dieses "alles" etwas mit Zuwendung, Hinwendung, wirklichem Interesse, Präsenz zu tun. Dann kann ich mich öffnen. Ich glaube, ich kann nur begehren, wenn ich das Gefühl habe, ich kann dieses ohne Scham tun und es zeigen. Und dafür gibt es zwei Voraussetzungen: Erstens, der Mann will nicht nur Sex, sondern ich merke (oder kann mir zumindest einbilden), dass er mich in meiner Schrägheit erkennt und mag. Zweitens, der Mann hat nicht so einen esoterischen oder "verheiligenden" Zugang zu Sex. Versteht jemand, was ich damit meine? Das klingt wahrscheinlich widersprüchlich oder nach einem doch irgendwie verinnerlichten Märchenprinzessinnenbild? Oder doch "prüde", weil etwas wie Scham vorkommen kann?

Du scheinst sehr unerfahren und tatsächlich etwas frigide. Klingt unnormal. Schau Dir mal einige P.os an und versuch davon zu lernen.

Das habe ich tatsächlich immer mal wieder gemacht, und ich muss sagen, ich finde sie unangenehm. Auch z.B. lesbische Pornos. Weil alles mechanisch wirkt, die Blicke lieblos, und ohne dass dabei Leidenschaft ausgestrahlt wird. Und was soll man dabei lernen? Ich weiß ja inzwischen, was ich mag, aber so etwas könnte ich nie einem Porno abgucken.
 
  • #48
Ist es für Dich als erfahrene Frau heute möglich, Deinem Sexpartner zu sagen, was er tun muss, damit Du erfüllten Sex hast?

Also, möglich war es mir nur einem gegenüber. Und da konnte ich es ganz natürlich, ohne zu "dirigieren" oder so. Ich hatte einfach dieses Vertrauen, konnte mich fallen lassen. Es waren keine Mauern da. Ich muss dazu sagen, dieser Mann hat, wie ich es inzwischen einschätze, Anteile an einer Persönlichkeitsstörung. Was mit sich bringt, dass er in anderen Bereichen gar nicht so vertrauenswürdig ist. Aber trotzdem hat er mich tatsächlich GESEHEN. Ich habe mich damit schon eingehend beschäftigt und denke, dass es kein Zufall ist, dass ich gerade auf ihn so sehr abgefahren bin. -- Aber da spielt eben Verschiedenes rein. Psychische Dispositionen bei mir; Einstellungen und Verhalten der Männer, mit denen ich früher Sex hatte; die Frage, was zwischen mir und meinem Mann steht.
 
  • #50
Wenn beim Sex für den Mann die Frau oder die Praktik nicht passt, wirkt sich das einfach bei ihm körperlich aus und sein bestes Stück steht nicht richtig. Damit sind Fakten geschaffen für beide erkennbar und GV funktioniert nicht. Also passiert für beide kein GV.
Lass Dir als Mann gesagt sein.
Als Mann lebst Du auch mal mit schlechtem Sex, genau wie Frau auch. Viele Männer, (so ich auch) haben schon ausreichend Standvermögen, um es auch so mal "hinter uns" zu bringen.
Fällt mir gerade so auf, weil ich gestern wirklich mal schlechten Sex hatte. Wiedermal fiel mir dabei auch auf, dass kaum eine Frau mal von sich aus männliche Ungeschicklichkeit kompensieren will oder kann.
 
  • #51
Also, möglich war es mir nur einem gegenüber. Und da konnte ich es ganz natürlich, ohne zu "dirigieren" oder so. Ich hatte einfach dieses Vertrauen, konnte mich fallen lassen. Es waren keine Mauern da. Ich muss dazu sagen, dieser Mann hat, wie ich es inzwischen einschätze, Anteile an einer Persönlichkeitsstörung. Was mit sich bringt, dass er in anderen Bereichen gar nicht so vertrauenswürdig ist. Aber trotzdem hat er mich tatsächlich GESEHEN. Ich habe mich damit schon eingehend beschäftigt und denke, dass es kein Zufall ist, dass ich gerade auf ihn so sehr abgefahren bin. -- Aber da spielt eben Verschiedenes rein. Psychische Dispositionen bei mir; Einstellungen und Verhalten der Männer, mit denen ich früher Sex hatte; die Frage, was zwischen mir und meinem Mann steht.

Tja damit gibst du dir selbst die Antwort. Diese gilt für dich. Für andere Frauen mit sexuellen Problemen gelten ganz andere ganz unterschiedliche Antworten.

Ich denke du bist selbst schon darauf gekommen, dass dich irgendetwas in dir selbst sexuell blockiert. Dein Liebhaber hatte Eigenschaften die diese Blockaden beiseite gewischt haben. Diese Eigenschaften werden wohl weniger mit technischen Handfertigkeiten als mit dem psychologischen Beziehungsgeflecht zwischen euch zu tun haben.

Für eine parallele beidseitig abseits vom Sex gut tuende Partnerschaft scheint er ja im Gegensatz zu deinem Mann nicht in Betracht zu kommen. Vielleicht ist das genau der wesentliche Aspekt.

Du kannst bei ihm das züchtige Mädchen und die sorgsame asexuelle Mutter in dir beiseite lassen und dich sexuell voll gehen lassen. Bei einem "ordentlichen" Mann kommen in dir Glaubenssätze zum Zuge, dass ein solcher Mann eher Artigkeit und Mütterlichkeit erwartet und geht wenn er das sexuelle Wesen erkennt. Du trägst dann Maske und willst auch nicht sexuell erkannt werden.

Bei einem Typen der sowieso nicht als echter Partner taugt ist das egal.

Gut jetzt habe ich viel spekuliert aber vielleicht ist es ja so.
 
  • #52
Ich habe den Eindruck, Du weisst gar nicht wirklich, was Du willst, was Du brauchst, was Dir Spass macht.
Woher soll der Arme Mann das wissen, der noch nicht mal Deine Körper hat.......

Ich kann Dir folgende Bücher empfehlen.

come as you are von Emily Nagoski

Unverschämt von Dr. Sheila de Liz

Und wahrscheinlich würde auch ein Tantakurs helfen.

Ich wünsche Dir ganz viel Glück auf Deinem Weg und vielleicht geht ihn Dein Partner ja mit Dir.
 
  • #53
Ich musste älter werden um klar sagen zu können: bevor ich nicht weiss was mich erfüllt, kann mir das auch keiner bieten.
Und im Umkehrschluss: welchen Mann das dann nicht interessiert, den hab ich dann nicht im Bett.

Hört sich cool an, hat aber auch gedauert.
Übrigens auch in meinem Kopf. ..
Erstens: ich wusste ja ewig nicht viel und dabei bin ich nicht von Nonnen erzogen worden.
Also die gleiche junge Generation kommt zusammen und denkt Orgasmus zu zweit = GV.
Die Theorie musste Mann auch nicht in Frage stellen, weil bei ihm ging die Formel ja auf.
Bei mir nicht!
Selbst bei der Selbstbefriedigung, die ja ganz andere Punkte betraf und funktioniert, kam ich nicht auf die Idee Zusammenhänge herzustellen.

Als nächstes kam ich sozusagen auf den Punkt und dachte, jetzt ist er dran.
Und das natürlich von alleine...Also er musste die Erkenntnis jetzt plötzlich von alleine haben und ich erwartete.

Heute benutze ich die Kommunikation, verbal oder mit körperlichen Zeichen.
Wenn ich nicht weiss was mich erfüllt, wird's ohne glaskugel schwer für den andere es auch zu wissen.
Ich kann nicht nur erwarten, muss wissen und zeigen was ich mag.

Und dazu gehört: Interesse und Vertrauen.
Das sollte beides in einer Liebesbeziehung vorhanden sein.
Und geht auch nicht ohne längere Paarung.

Lieb ich aber der andere ist gar nicht daran interessiert mich "kennenzulernen" , spiegelt sich das auch in anderen Phasen der Beziehung wieder.
Was ich nach einer gewissen Zeit heute beenden würde.

Gleichzeitig erfüllt es aber auch mich, den Mann zu erforschen und auch zu hören was er mag und ihn nicht auf: GV reicht bei ihm, zu reduzieren.

Und dann macht's vorallem Spaß und das erfüllt ohne über die Erfüllung nachzudenken.
 
  • #54
Du kannst bei ihm das züchtige Mädchen und die sorgsame asexuelle Mutter in dir beiseite lassen und dich sexuell voll gehen lassen. Bei einem "ordentlichen" Mann kommen in dir Glaubenssätze zum Zuge, dass ein solcher Mann eher Artigkeit und Mütterlichkeit erwartet und geht wenn er das sexuelle Wesen erkennt. Du trägst dann Maske und willst auch nicht sexuell erkannt werden.

Gut jetzt habe ich viel spekuliert aber vielleicht ist es ja so.

Ich glaube, du hast Recht. Zwar habe ich den Gedanken zuerst abgewiesen, da ich eigentlich nie dachte, dass Sex etwas Schlechtes oder Schmutziges sei. Aber irgendwo habe ich das wohl doch gedacht, wenn auch nicht so ausdrücklich. Begehren erscheint (vielleicht unausgesprochen) als schmutzig, wenn man man der Meinung ist, dass Sex nur dann gerechtfertigt ist, wenn er sich aus einer geistigen Verbindung "ergibt". Durch ein solches „heiligendes“ Verständnis von Sexualität entstehen Schamgefühle, Verklemmung usw. ---
Ich habe in meinen Zwanzigern eigentlich nicht mal nach diesem „heiligen“ Verständnis von Sexualität gelebt, aber irgendwie hat es mich trotzdem lange geprägt. Wie das genau zu den Stolpersteinen in der sexuellen Entwicklung geführt hat, kann ich im Moment noch gar nicht genau sagen. Letztlich war ich dann ja doch offen für die gegenteilige Erfahrung und glaube jetzt, dass Sex eher eine Art Parallelgeschichte in einer Beziehung ist, also irgendwie ein Eigenleben hat, auch wenn es Verknüpfungen mit den anderen Aspekten gibt. Ich weiß nun jedenfalls, warum mich Männer, die sexuell eher „frei“ waren, erotisch schon immer stärker angezogen haben. Was ja aber nicht hieß, dass es dann immer erfüllend war ...
 
  • #55
Dazu kommt, dass wenige Männer eine Ahnung haben von weiblicher Sexualität. Und die allgemeinen Vorstellungen über Sexualität sind sehr stark von männlicher Sexualität geprägt.
Ja das stimmt. Aber leider: Umgekehrt auch.
Frauen denken z.B. , für Männer sei erfolgreicher Sex einfach Koitus,
also Die Formel: Samenerguss gleich Orgasmus .
Das ist eben so nicht richtig. Wir Männer können bei ausbelibender durchaus ausch Samenerguss ohne Orgasmus haben.

Viele lassen die Partnerin dann aber unaufgeklärt, weil sie sich nicht selbst ins Knie scheisssen wollen.
 
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