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  • #1

Warum ist Porno schauen nicht gleich fremdgehen?

Schauen Männer Pornos, weil sie gern mit vielen unterschiedlichen Frauen Sex haben wollen und weil das in der Realität nicht umsetzbar ist, leben sie diesen Traum in der Phantasie? Oder geht es nur um Selbstbefriedigung, d.h. wollen Männer "nur" zuschauen und erleben sie das genau als anregend und wollen sie mit dieser oder einer anderen Frau gar nicht in der Realtität schlafen? Warum sollte ich als Freundin nicht eifersüchtig sein und warum sollte ich mich nicht betreogen fühlen, wenn mein Partner Pornos schaut? Gibt es keine Monogamie?Machen wir uns nur etwas vor, weil wir nicht wissen anders zu leben? Wäre sehr dankbar für Erklärungen!
 
  • #2
Erst mal konkret zur Titelfrage: Natürlich ist gucken nicht fremdgehen. Gucken ist gucken und fremdgehen ist fremdgehen. Also das ist für mich ein himmelgroßer Unterschied. Emotional. Gesundheitlich. Wirtschaftlich. In jeder Hinsicht fundamental anders.

Ich bin definitiv nicht eifersüchtig, wenn mein Partner im Playboy blättert oder im Internet Pornos anclickt. Waoruaf denn auch? Da gibt es doch keine gefühlsmäßige Bindung, keine Konkurrenz, keine körperlichen Bestandteile, keine Gefahren, nichts. Frauen schauen romantische Liebesfilme. Sollen Männer darauf neidisch sein, wenn sie wegen eines anderen Mannes weinen oder ihr Herz klopft? Wohl kaum.

Ich habe kein generelles Problem mit Pornos. Fast alle Männer clicken ab und zu mal einen Mini-Porno im Internet an. Männer schauen gerne nackte Frauen an und sehen gerne Sex. Solange das alles im Rahmen normaler Intensität und Spielarten bleibt, ist das einfach so weit verbreitet, dass man sich darüber nicht aufregen muss. Du wirst quasi keinen Mann finden, der noch nie Pornos gesehen hat, nicht ab und zu mal welche anclickt, oder verspricht, nie wieder welche zu sehen.

Männer gucken Pornos einerseits wohl einfach aus Interesse/Spaß/Neugier und zweitens als Masturbationshilfe. Letzteres finde ich schon eher bedenkenswert, da eigene Phantasien und Kopfkino für halbwegs pfiffige Männer besser sein sollte als einen platten Porno zu schauen.

Pornokonsum wird zuviel, wenn er quasi täglich geschieht oder wenn er das eigene Sexualverhalten beeinflusst, weil man die absurden, weltfremden Pornoszenen nachspielen oder ihnen nacheifern möchte. Auch wer von Pornos mehr erregt wird als von seiner eigenen Freundin, hat ein wirklich ernsthaftes Problem.
 
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  • #3
warum sollte ich mich nicht betreogen fühlen, wenn mein Partner Pornos schaut?

Ganz einfach: weil keine andere Frau dabei ist, wenn er es tut. Treuebruch setzt die Anwesenheit einer anderen Person voraus. Ein Porno ist aber die Aufzeichnung eines fremden Liebesaktes. Den Nachbarn ins Schlafzimmer schauen wäre ja auch kein Treuebruch. Unanständig zwar, aber eben kein Treuebruch. Dafür müßte er schon an der Haustür klingeln und mitmachen wollen.

Normal veranlagte Männer übertragen das Geschaute im Geiste auf ihre eigene Partnerin. Die fremde Frau im Film wäre für sie als Sexpartnerin vollkommen uninteressant, allein schon wegen der Tatsache, daß sie sich für einen Pornofilm hergibt.
 
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  • #4
Also ich persönlich setze es nicht mit Fremdgehen gleich. Hier geht es ja nicht um die Frau, die dargestellt wird (unter der Voraussetzung, dass es kein Porno ist, in dem sich die Frau selbst befriedigt), sondern um den Akt als solchen. Außerdem sehe ich mir selbst auch ab und zu solche Filme an und reagiere deshalb wohl auch nicht so empfindlich auf dieses Thema.

Für etwas anderes halte ich Nacktbilder von anderen Frauen, an denen sich der Mann erregt. Das fällt für mich tatsächlich schon unter "Fremdgehen".
 
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  • #5
Ich sehe Pornos eher als Fortbildungsmaßnahme. Alles nicht so ernst nehmen. ;)
 
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  • #6
Also es ist sicherlich nicht mit Fremdgehen gleichzusetzen. Allerdings würde ich mir schon Gedanken machen wenn mein Partner regelmäßig Pornos anschaut um sich damit aufzugeilen.

Ich persönlich finde Pornos meistens todsterbenslangweilig, einer wie der andere. Mir gefällt vor allen Dingen nicht das Frauenbild dass da vermittelt wird, die Frau unterwürfig, blasend, leckend, schluckend. Der Mann in der Regel im Dauererregungszustand.

Also mein Partner darf sich gerne Pornos anschauen, aber mir wäre es lieber sein Kopfkino käme auf Dauer ohne Pornovorlagen aus.

w45
 
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  • #7
Gegenfrage:

Schauen Frauen Liebesfilme und lesen Schnulzenromane, weil sie gern mit vom idealen, gut gebauten Schönling mit Adelstitel und dickem Bankkonto wie eine Prinzessin behandelt werden wollen und weil das in der Realität nicht umsetzbar ist, leben sie diesen Traum in der Phantasie? Oder geht es nur um Selbstbefriedigung, d.h. wollen Frauen "nur" zuschauen und darüber fantasieren und erleben sie das genau als anregend und wollen sie mit diesem oder einem anderen Traumprinzen gar nicht in der Realtität kuscheln, schmusen, sich umgarnen lassen? Warum sollte ich als Freund nicht eifersüchtig sein und warum sollte ich mich nicht betreogen fühlen, wenn meine Partnerin Schnulzen konsumiert? Gibt es keine Monogamie? Bin ich so ein minderwertiger Lover? Machen wir uns nur etwas vor, weil wir nicht wissen anders zu leben? Wäre sehr dankbar für Erklärungen!
 
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  • #8
@6: Also ich schaue / lese sowas nicht und finde deine Frage durchaus berechtigt. Solche Sachen sind ja auch eine Art von Hinwegträumen aus der Realität. Aber ich denke, dass Frauen, die mit ihrem Partner glücklich sind, ihn dann in die männliche Hauptrolle einsetzen und sich selbst dann in die weibliche. Dann wäre es wohl kein Fremdgehen.
 
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  • #9
Appetit holen darf man sich, gegessen wird zu Hause.

Porno-Gucken = Gedankenkino aus der Dose für solche Zwecke und nichts anderes.
 
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  • #10
@6: Also ich schaue / lese sowas nicht und finde deine Frage durchaus berechtigt. Solche Sachen sind ja auch eine Art von Hinwegträumen aus der Realität. Aber ich denke, dass Frauen, die mit ihrem Partner glücklich sind, ihn dann in die männliche Hauptrolle einsetzen und sich selbst dann in die weibliche. Dann wäre es wohl kein Fremdgehen.
Obwohl ich nicht die Gegenfrage von oben gestellt haber, mische ich mich hier mal ein: Ich habe letztes Jahr etwa ein Dutzend Liebesromane von Bekanntinnen ausgeliehen und aus wissenschaftlicher Neugier mal durchgelesen. Alle deise Schmöker waren dadurch gekennzeichnet, dass die Männer, die um die Protagonistin wetteifern, alle ausnahmslos die totalen Super-Kerle waren: Gutaussehend, beruflich erfolgreich in prestigeträchtigem Jobs, wohlhabend, auffällig oft auch adelig, kompetent aber auch in tausend anderen Bereichen außerhalb des Jobs, dazu sozial geschickt, eloquent, gebildet, potent, einfühlsam usw. usw.

Mit anderen Worten: Alle in diesen Büchern beschriebenen Männer sind absolute Super-Männer, die 99,9% der Partner, die die Leserinnen dieser Bücher daheim haben, weit in den Schatten stellen. Die Behauptung, dass die Leserin diesen ihren 08/15-Partner dann im Geist in die Hauptrolle einsetzt, ist völlig unglaubwürdig.

Es drückt sich in diesen von Frauen massenhaft konsumierten Schmökern ganz offensichtlich die Sehnsucht nach einem besseren Partner aus, als man ihn im reallen Leben abbekommen hat...

m/41
 
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  • #11
Beim Porno kann man sich doch soviele Anregungen holen, die nachhher mit dem Partner umgesetzt werden, also etwas sehr gutes für die Beziehung.
 
  • #12
Beim Porno kann man sich doch soviele Anregungen holen, die nachhher mit dem Partner umgesetzt werden, also etwas sehr gutes für die Beziehung.
Genau diese erschreckende und offensichtlich als scherzhafte Provokation gedachte These ist es, die selbst Frauen wie mich eine negative Haltung zu Pornokonsum bekommen lassen könnte.

Ich gönne den gelegentlichen Porno-Click im Internet jeden Mann und sehe darin nicht gleich den Belzebub kommen. Aber umsetzen und nachspielen kann man von Pornos wahrlich so gut wie gar nichts.

+ Das Frauenbild in Pornos in unvereinbar mit Partnerschaft und Würde.
+ Die Steherqualitäten der Männer sind unrealistisch.
+ Die ausgeführten Praktiken wahrlich nicht wünschenswert oder realistisch.
 
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  • #13
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  • #14
M/54 Die Frage: Warum ist Porno schauen nicht gleich fremdgehen?

Die Gegenfrage: Sind die Krimiseher Mörder, weil sie zuschauen wie jemand ermordet wird?
Mit Sicherheit sind Pornos nicht Zeichen eines guten Geschmackes, andererseits werden Fritten und Hamburger in Unmengen verzehrt, obwohl fast jeder die ungesunde Qualität bekannt ist! M/54
 
  • #15
Pornos sind allenfals "fremdgucken" aber nicht fremdgehen. Meistens sind die Handlungen sowieso nur vorgespielt, wie jedes Schauspiel. Und z.B. Sperma aus einem Buttermilch-Mix.

Männer sind i.d.R. sexuell optisch orientiert = die primäre Kundschaft für Erotik und Porno.
Es gibt wenig gute, aber viele schlechte Pornos. Entsprechend dem meist niedrigen Niveau und Wunsch der Kundschaft, die das andersrum bewertet. Manche sind so entsetzlich, daß man sie weltweit verbieten sollte.

Was soll daran schön sein, wenn Darstellerinnen in echt schwer mißhandelt und gequält werden, aufgrund der Praktiken an ihnen ? Und sie es unter großen Schmerzen (körperlich + seelisch) ertragen, nur um damit ihr Geld zu verdienen, ggf. weil sie keinen anderen Ausweg wissen ?
Was sind daß für Männer, die sowas (und Schlimmeres) mit Lust und Wonne anschauen ?

Man kann auch gute Erotik-Filme und -fotos machen. ggf. sogar ohne Geschlechtsteile oder den Akt zu zeigen. Aber Wieviele wollen sowas überhaupt sehen ? ggf. Produzent pleite ?

So kommt man auch zu Pornos:
Als ich früher selbständig im technischen EDV-Außendienst tätig war, fragte mich jeder dritte männliche Kunde nach Pornos im Internet. So manche Männer darunter durchaus auf EP-Niveau.
Also mußte ich mich informieren, um diesen Kunden antworten zu können.
Man macht sich "unter Männern" eher lächerlich und unglaubwürdig, wenn man behauptet, man habe nichts mit Pornos o.ä. zu tun. Und als EDV-Fachmann + Internet erst recht.

Bei einem Mann mußte ich mehrmals hin, um diskret seinen Computer von den vielen Computerviren zu befreien, aufgrund vieler Schwulen-Videos via Internet. Während ahnungslos seine private Partnerin kurz durchs Büro lief. Seine Begründung zu mir:"Die sind alle vom Nachbarn, der diesen Computer mitbenutzt". Darauf mein diskretes schweigen.

In einer kleinen Firma wurden insgesamt ca. 2700 DM vom Firmenkonto für Internet-Pornos abgebucht. Ich hatte den Auftrag, die Ursachen und Täter zu ermitteln. Ich konnte die versch. Datum, Uhrzeit und die angewählten Internet-Adressen ermitteln. Auf zwei von drei Firmencomputer. Darunter der PC meines Auftraggebers, der sehr darüber staunte. (glaubwürdig). Immer nachts zwischen 22 - 23 Uhr. Aber nicht, welche/r der drei Geschäftspartner als Täter. (keine Kameras in den Büros.)
Das Passwort meines Auftraggebers war den Anderen auch bekannt. Für den Fall, falls sie während der Arbeit auf seinen PC zugreifen müssen, und er nicht da ist.
Danach wurde Einer entlassen, und die Passwörter sowie Büro-Schlösser gewechselt. Ich vermute, den einzig Richtigen.
 
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  • #16
Ich gönne den gelegentlichen Porno-Click im Internet jeden Mann und sehe darin nicht gleich den Belzebub kommen. Aber umsetzen und nachspielen kann man von Pornos wahrlich so gut wie gar nichts.

+ Das Frauenbild in Pornos in unvereinbar mit Partnerschaft und Würde.
+ Die Steherqualitäten der Männer sind unrealistisch.
+ Die ausgeführten Praktiken wahrlich nicht wünschenswert oder realistisch.

Ich gebe Frederika vollkommen Recht und möchte ergänzen:

In Pornos wird gezeigt, wie es im realen Leben gerade NICHT funktioniert.

Aufgrund des Internets kommen viele Jugendliche sehr früh in Kontakt mit Pornos. Das Fatale: Sie glauben, so müsse Sex auch im realen Leben aussehen! Es gibt erschreckende Untersuchungen, die zeigen, dass viele heutige Jugendliche genau deswegen eine gestörte Sexualität entwickeln.

Um selbst Sex wie in einem Porno zu haben, müsste man als Frau hochgradig frigide und äußerst masochistisch sein. Und als Mann müsste man panische Angst vor echter Nähe und vor Sexualität auf gleicher Augenhöhe haben, sodass nur aufgrund gefühlskalter Unterdrückung der Frau Potenz empfunden wird. Aber auch die Frau müsste den Mann unbarmherzig als reines Objekt behandeln, das auf Kommando zu funktionieren hat.

Und genauso ist es beispielsweise bei den Pornodarstellerinnen wirklich: Sie sind frigide und MÜSSEN es sein - anders würde ihr natürliches sexuelles Empfinden die gesamte Prozedur nicht erlauben. Sie sind masochistisch veranlagt und MÜSSEN es sein - anders würden sie die Demütigungen nicht überstehen.

Pornodarsteller und -darstellerinnen agieren BEIDE übrigens auf einem hoch aggressiven Level: Es gehört schon eine große Portion gegenseitiger Menschenverachtung dazu, oder genauer: Frauen- bzw. Männerverachtung.

Das Ergebnis - also der Pornofilm - ist etwas, was es in der Realität nicht gibt. Denn beim Dreh ist es den Darstellern möglich, ihre eventuell noch restlich vorhandenen Gefühle im Kopf abzuschalten - denn es geht ja um den Dreh, der im Mittelpunkt steht! - und sie können so ihre “Sportübungen” fortsetzen.

Im realen Leben wird niemand die menschlichen Gefühle abschalten können noch wollen, denn sie sind gerade die Voraussetzung für erfüllte sexuelle Lust!!

Übrigens verteufele ich Pornos nicht. Ich möchte nicht in einem Land leben, wo Pornos verboten sind. Die Darsteller machen es freiwillig, und ich habe selbstverständlich nicht das Recht dazu, ihnen da reinzuquatschen. Und natürlich habe auch ich schon Pornos konsumiert und somit von deren Arbeit profitiert.

Als Zuschauer sollte man aber wissen, dass das Produkt - der Film - genauso eine Fiktion ist wie z.B. James Bond oder Bud Spencer. Oder gibt es hier ernsthaft jemanden, der versucht so zu sein wie James Bond oder so zu kämpfen wie Bud Spencer?
 
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  • #17
So, jetzt verrate ich auch mal was:
Ich schaue mir vorzugsweise Pornos an, in denen sich Frauen selbst befriedigen (gerne auch mit gewissen dafür gedachten "Hilfsmitteln").
Das ist etwas, das ich im "normalen Leben kaum zu sehen bekomme und es erregt mich einfach, warum auch immer.
Woher lässt sich daraus nun eine Art "Frauenverachtung" ableiten?
Mir fällt kein Grund ein, weshalb ich auf Frauen herabsehen oder diese als "Objekt" betrachten sollte, warum auch?
 
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  • #18
Mir fällt genug ein was ich machen kann. Auf die normalen Dinge kommt jeder selbst und die Porno-Spezialitäten will wohl keiner wirklich mit der eigenen Freundin machen!

Ach so..das ist mir aber neu.
Ich lasse mich inspirieren. Übrigens.....ich bin eine Frau und schaue Pornos, wenn ich gerade meinen Freund nicht zur Stelle habe. Und was ich dann dabei mache, kann man sich dann wohl auch denken.
Und für mich ist das kein Fremdgehen, denn ich finde die Frauen in Pornos besser als die Männer....obwohl ich hetero bin.
 
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  • #19
Lieber Gast #16,
die von Dir beschriebenen Pornos sind auch meine Favoriten (allerdings ohne Hilfsmittel). Und wir beide sind deswegen keineswegs frauenverachtend, genauso wenig, wie wir gewalttätig wären, bloß weil wir Bud Spencer oder Kill Bill gucken würden.

Wir beide gucken uns ein Produkt (!) an, das von freiwilligen (!!) Pornodarstellerinnen produziert wurde.

Es geht um die Dreharbeiten selbst, also die Realität: Kannst Du Dir nicht vorstellen, dass es eigentlich für jede Frau auf der Welt eine Demütigung ist, vor einer laufenden Kamera ihre Beine zu spreizen? Man probiere das mal selbst! Die Pornoproduktion verlangt also Darsteller, die tendenziell mit sich selbst und den Mitdarstellern verächtlich umgehen, weil Mann und Frau dem Drehpartner und auch sich selbst das andernfalls gar nicht zumuten könnten.

Aber noch einmal: Diese Frauen machen es freiwillig, und das hat jeder zu respektieren. Und weil es sich um Menschen handelt, ist meine Skizzierung zwangsläufig nur ein Aspekt und wird der Gesamtpersönlichkeit von Pornodarstellern keinesfalls gerecht.

Das Eigentliche, worauf ich hinaus wollte, ist, dass es Pornosex in der Realität nicht gibt, und der Versuch eines Paares, einen solchen umzusetzen, dann GLEICHERMASSEN von beiden Verachtung erfordern WÜRDE, und eben genau deswegen nicht - lustvoll! - umzusetzen wäre, also scheitern würde. Denn beide müssten sich NUR als Objekte behandeln, und genau das ist menschenverachtend. Beim Filme gucken aber nicht.

Auch die von uns beiden favorisierten Masturbationsszenen im Film sind in der Wirklichkeit nicht realisierbar. Genau deswegen bekommst Du sie im “normalen” Leben, wie Du selbst schreibst, auch nicht zu sehen. Im normalen Leben gehören dazu sehr viel Vertrauen, und keine Frau wird uns das als “Sportübung” präsentieren, sondern allenfalls eingebettet in einer sehr gefühlvollen und vertrauensvollen Beziehung. Das “sieht” dann aber ganz anders aus als im Film!

Noch einmal: Es geht um die Realität, nicht um das lustvolle Betrachten von Pornofilmen, Actionfilmen etc. als Fiktion.
 
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  • #20
Um selbst Sex wie in einem Porno zu haben, müsste man als Frau hochgradig frigide und äußerst masochistisch sein.

Das kommt auf die Art des Porno an. Geht es z.B. um Analsex, muss man nicht zwangsweise masochistisch sein. Die Meisten werden wissen, dass es bei dieser Praktik nicht zwangsweise zu Schmerzen kommen muss.

Und genauso ist es beispielsweise bei den Pornodarstellerinnen wirklich: Sie sind frigide und MÜSSEN es sein - anders würde ihr natürliches sexuelles Empfinden die gesamte Prozedur nicht erlauben. Sie sind masochistisch veranlagt und MÜSSEN es sein - anders würden sie die Demütigungen nicht überstehen.

Was verstehst Du unter frigide, eine sexuelle Störung? Nein, das muss nicht sein. Was verstehst Du unter natürliches sexuelles Empfinden?

Pornodarsteller und -darstellerinnen agieren BEIDE übrigens auf einem hoch aggressiven Level: Es gehört schon eine große Portion gegenseitiger Menschenverachtung dazu, oder genauer: Frauen- bzw. Männerverachtung.

Das stimmt so nicht. Dann müssten Boxer auch menschenverachtend sein. Nach dem Kampf kann man auch wieder Kumpel sein.

Im realen Leben wird niemand die menschlichen Gefühle abschalten können noch wollen, denn sie sind gerade die Voraussetzung für erfüllte sexuelle Lust!!

Ohne diese Gefühle wird eine Darstellerin nicht feucht (was es durchaus gibt). Kein Mensch kann je seine Gefühle abschalten.

Das Eigentliche, worauf ich hinaus wollte, ist, dass es Pornosex in der Realität nicht gibt, und der Versuch eines Paares, einen solchen umzusetzen, dann GLEICHERMASSEN von beiden Verachtung erfordern WÜRDE, und eben genau deswegen nicht - lustvoll! - umzusetzen wäre, also scheitern würde. Denn beide müssten sich NUR als Objekte behandeln, und genau das ist menschenverachtend. Beim Filme gucken aber nicht.

Es gibt Menschen, die lassen sich gern mal (oder öfter) wie ein Objekt behandeln. "Benutz mich." Das bedeutet, von Menschenverachtung kann man in dem Zusammenhang nicht sprechen.

Es drückt sich in diesen von Frauen massenhaft konsumierten Schmökern ganz offensichtlich die Sehnsucht nach einem besseren Partner aus, als man ihn im reallen Leben abbekommen hat...

Bis auf wenige Ausnahmen würde ich behaupten "nein." Bei Männern ist es ähnlich. Sie schauen Pornos und denken nicht "Ach hätte ich doch eine andere Frau." Was auch nicht nachvollziehbar ist, WENN sie die eigene Frau lieben.
 
  • #21
Noch einmal: Es geht um die Realität, nicht um das lustvolle Betrachten von Pornofilmen, Actionfilmen etc. als Fiktion.

Wie wahr! Ebenso könnten wir diskutieren, ob es nicht entwürdigend für Schauspieler ist, sich die Gefühle im Liebesfilm nur vorzuspielen, weil es doch so eine heilige Emotion ist. (Und noch einen Exkurs darüber wagen, ob diese denn für durch Geld dazu gewungen würden und wie liebesfähig sie eigentlich noch sind...)

Pornosehen mit Fremdgehen gleichzusetzen ist für mich eine etwas einfältige Weltsicht. Eben weil es sich bei den Filmen um ein fiktionales Produkt handelt, das Phantasien und Sehnsüchte bedient, mehr nicht.

Ein Pornodreh ist wie die Produktion eines anderen aktions-und körperlastigen Film vor allem erstmal von Technik und Körperbeherrschung bestimmt. Die (harte) Arbeit findet für die Kamera statt, nicht für den Partnerdarsteller. Daß das Ergebnis erregend ist (genauso wie ein Actionfilm mitreißend) ist der Montage der Einzelteile zu verdanken. Nicht dem perfekten Sex, der da stattfindet.
Oder hat einer der Männer mal versucht "Die Hard" nachzuspielen, um seine Freundin zu beeindrucken?
 
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  • #22
Lieber Gast #16,
Es geht um die Dreharbeiten selbst, also die Realität: Kannst Du Dir nicht vorstellen, dass es eigentlich für jede Frau auf der Welt eine Demütigung ist, vor einer laufenden Kamera ihre Beine zu spreizen? Man probiere das mal selbst! Die Pornoproduktion verlangt also Darsteller, die tendenziell mit sich selbst und den Mitdarstellern verächtlich umgehen, weil Mann und Frau dem Drehpartner und auch sich selbst das andernfalls gar nicht zumuten könnten.
Hast Du noch nie was von Exhibitionismus gehört? Es gibt Leute, gar nicht wenige, die haben einen Riesenspaß dran, sich sexuell vor anderen zu präsentieren, gerne auch vor Fremden. Für so jemanden ist der Gedanke, dass den Film dann später Tausende Leute anschauen werden, längst nicht so negativ, wie Du das darstellst. Das dürfte wohl auch der Grund sein, warum man problemlos Porno-Darsteller findet, ohne besonders beeindruckende Gagen zahlen zu müssen.

m / 41
 
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  • #23
Hast Du noch nie was von Exhibitionismus gehört? Es gibt Leute, gar nicht wenige, die haben einen Riesenspaß dran, sich sexuell vor anderen zu präsentieren, gerne auch vor Fremden. Für so jemanden ist der Gedanke, dass den Film dann später Tausende Leute anschauen werden, längst nicht so negativ, wie Du das darstellst. Das dürfte wohl auch der Grund sein, warum man problemlos Porno-Darsteller findet, ohne besonders beeindruckende Gagen zahlen zu müssen.

m / 41

Weiß Du, dass wenn Exhibitionismus in Form von Nackt-durch-die-City-Laufen oder eben in Form von Pornodreh stattfindet, eine psychiatrische Persönlichkeits- und Verhaltensstörung darstellt?

Aus rein medizinischer Sicht stellt sich ein schweres Krankheitsbild dar. Klassifikation nach ICD-10: F65.2 Exhibitionismus. Und Du hast recht: Dem Exhibitionisten macht es in dem Moment Spaß, sehr viel sogar. Ich rede hier nicht von Phantasien und nicht von leichten Neigungen/Vorlieben, etwa in den eigenen vier Wänden; ich rede von dem oben genannten “harten” Exhibitionismus.

Das Problem liegt darin, dass solcher Exhibitionismus selbstschädigend ist. Er wird nämlich von den Behördern unmittelbar sanktioniert (falls man “erwischt” wird) und im Falle von Pornos gesellschaftlich zutiefst verachtet: Nachbarn, Arbeit, Öffentlichkeit.

Als beispielsweise gefunden wurde, dass die Schauspielerin Sibel Kekilli Pornofilme gedreht hatte, gab es eine öffentliche Hetzkampagne wie zuletzt im Mittelalter. Verwerflich, falsch und Doppelmoral: ja! Aber dennoch gesellschaftlicher Fakt. Leider!

Deswegen bewegt man sich als Pornodarsteller als "Geschädigter” in der Gesellschaft aus der SICHT der Gesellschaft. Noch einmal: Leider!!

Oder kennst Du persönlich viele Pornodarsteller? Falls nein, hat das den oben genannten Grund: Sie würden es Dir niemals sagen, um sich zu schützen. Ich rede nicht von den wenigen den Stars in dieser Branche, die jeder kennt, sondern von den Hunderttausenden “normalen” Darstellern.
 
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  • #24
Ich habe mal irgendwo gelesen, dass in der Pornobranche - wie auch bei Prostituierten - der Anteil an Missbrauchsopfern sehr hoch ist. Solche Frauen haben aufgrund ihrer Vergangenheit ein gestörtes Verhältnis zur Sexualität, das sich auch im Exhibitionismus äußern kann. Außerdem ist auch der Anteil an DrogenkonsumentInnen hier sehr hoch.

Andererseits kommt es wohl auch auf die Art des Pornos an. Ich habe auch schon viele gesehen und da gibt es wirklich massive Unterschiede. Es existieren dabei natürlich auch welche, wo man merkt, dass die Frau Spaß daran hat (vor allem in Pornos anzutreffen, die speziell für weibliche Zuschauer gemacht wurden). Aber eben auch solche, wo Frauen extrem erniedrigt werden und man ihnen den echten Schmerz und die Demütigung ansieht.

Deshalb sollte man vielleicht auch noch unterscheiden, auf was für eine Art Porno der jeweilige Mann steht. Und selbst dann kann man noch nicht auf seine Verhalten während der "echten" Sexualität schließen. Da kommt es dann darauf an, ob er zwischen Fiktion und Realität unterscheiden kann (was die meisten wohl glücklicherweise sehr gut können) oder nicht.
 
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  • #25
Lieber Gast #19,

die Unterdrückung des sexuellen Gefühls habe ich als “frigide” bezeichnet. Das ist beim Pornodreh auch notwendig, sonst wäre eine Arbeit nicht möglich: Die Regieanweisungen müssen befolgt werden, eine bestimmte Stellung muss künstlich krampfhaft beibehalten werden, die Stöckelschuhe dürfen nicht runterfallen, der Unterleib muss immer zur Kamera zeigen ... Das alles ist Schwerstarbeit und mit sexueller Lust nicht zu vereinbaren.

Ohne diese Gefühle wird eine Darstellerin nicht feucht (was es durchaus gibt). Kein Mensch kann je seine Gefühle abschalten.

Das stellt eine kleine Sparte dar. In 99,5 % der Pornofilme wird wirklich literweise Gleitmittel benötigt. Die Frauen hätten auch sonst zu viel Schmerzen.

Man kann seine Gefühle, zumindest vorübergehend, abschalten. Das passiert im täglichen Leben ständig. Beliebt ist es zum Beispiel, sein schlechtes Gewissen komplett abzuschalten, wenn man gerade dabei ist, etwas Unfaires zu tun.

Jeder Feuerwehrmann kann erzählen, wie er während eines Einsatzes seine Angst wirklich abschaltet und abschalten muss.

Im Extremfall ist es möglich, praktisch alle seine Gefühle abzuschalten. Wäre dies nicht möglich, gäbe es viel weniger Verbrecher und gar keine Serienkiller. Zu solchen Taten ist man nur fähig, wenn man vorher erst einmal alle Gefühle abschaltet (bis auf die perverse Lust).

Und wer in einem Pornofilm mitwirkt, muss z. B. alle Schamgefühle abschalten, sonst geht’s einfach nicht. Und auch Pornodarsteller haben Schamgefühle!!

Es gibt Menschen, die lassen sich gern mal (oder öfter) wie ein Objekt behandeln. "Benutz mich." Das bedeutet, von Menschenverachtung kann man in dem Zusammenhang nicht sprechen.

Es gibt keinen einzigen Menschen auf der ganzen Welt, der sich gern NUR als Objekt behandeln lässt. Und ich hatte ja auch geschrieben: “NUR” Objekt.

Bei jedem Sex betrachtet man den anderen - natürlich - immer AUCH als Objekt, und zwar als Liebesobjekt. Insofern findet bei jedem normalen Geschlechtsakt dieses gegenseitige “Benutze mich” statt und ist nichts Besonderes. Das Entscheidende ist, ob man den anderen NUR als Objekt betrachtet (Extrembeispiel: Vergewaltigung) oder ob man GLEICHZEITIG den anderen als Subjekt sieht, das auch eigene Wünsche, Bedürfnisse, Gefühle usw. hat.

Wenn jemand in einem Liebesspiel vorher erklärt hat: "Benutze mich wie eine Gummipuppe" und der andere das dann tut, dann geht er ja auf einen Wunsch ein und behandelt den anderen damit gerade NICHT als Objekt, sondern mit Achtung. Das "Benutze-mich" wird dann nur gespielt mit ausdrücklicher Einverständnis.
 
  • #26
Danke erstmal für die vielen Antworten.Irgendwas fehlt mir mir trotzdem noch, sonst wäre ich nicht immer noch tgl traurig.
Ist das Fazit also: Das erregende ist also der Akt? UND das Zuschauen? Das Sehen wie andere Sex haben, ist das Aufgeilende? Man(n) möchte also nicht selbst in der Rolle sein in der Realtität, das wäre dann quasi nicht so geil,wie das bloße Zusehen oder verstehe ich das falsch?
Weil dann wäre es doch fremdgehen?.
 
  • #27
Liebe Atina, Du verhedderst Dich sprachlich und logisch vollkommen und hast nicht wirklich verstanden, was wir Dir hier sagen wollten.

Es ist völlig in Ordnung, wenn Du
+ ...Voyeurismus übel findest,
+ ...es nicht magst, dass er Pornos guckt, und
+ ...Fremdgehen inakzeptabel findest.

Aber bitte begreife, dass das verschiedene Dinge sind. Voyeurismus ist nicht Fremdgehen und Pornogucken ist eben auch nicht Fremdgehen, ganz egal was im Kopfkino des Mannes abgeht.

Fremdgehen bedeutet per definitionem, mit einem anderen Menschen als dem Partner Sex zu haben. Nicht an Sex zu denken, nicht beim Sex zuzuschauen, nicht zu phantasieren, sondern Sex auszuüben. Punkt. Das muss doch wohl zu verstehen sein?
 
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  • #28
Danke erstmal für die vielen Antworten.Irgendwas fehlt mir mir trotzdem noch, sonst wäre ich nicht immer noch tgl traurig.
Ist das Fazit also: Das erregende ist also der Akt? UND das Zuschauen? Das Sehen wie andere Sex haben, ist das Aufgeilende? Man(n) möchte also nicht selbst in der Rolle sein in der Realtität, das wäre dann quasi nicht so geil,wie das bloße Zusehen oder verstehe ich das falsch?
Weil dann wäre es doch fremdgehen?.

Ich kann nur von mir als Frau sprechen: Ich versetze mich beim Pornogucken nicht in die Rolle der Darstellerin, schaue also wirklich bloß nur zu. Und ich schätze, dass das auch für Männer so gilt. Wusstest du, dass selbst Zootieren Filme von sich-paarenden Tieren der gleichen Rasse gezeigt werden, wenn diese paarungsfaul sind, aber von Seiten des Zoos Nachwuchs gewünscht wird? Tiere sind gar nicht in der Lage, die Intelligenzleistung des Sich-Hineinversetzens zu erbringen. Das zeigt, dass bei Pornos einfach nur die Darstellung von Sex erregend ist.

Hast du schon einmal einen solchen Film gesehen? Bei Hardcore-Filmen werden in einem Großteil der Zeit fast nur die Geschlechtsorgane gefilmt. Da ist nicht viel mit "anderer Frau" ...
 
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  • #29
Geht es denn um deinen Partner, der Pornos heimlich guckt? Wie wäre es denn, wenn du mit ihm vereinbarst, dass ihr von nun an nur noch gemeinsam guckt? Dann kannst du das mit ihm teilen und würdest dich vielleicht nicht mehr so schlecht fühlen.
 
  • #30
Ist das so? Nein, dass wußte ich nicht! Das ist interessant! Ich bin vorher in meinem Leben mit diesem Thema noch nie konfrontiert worden. Es ist erstmal, bzw. es dauert schon länger, extrem schmerzhaft, wenn gerade der Mensch denn man liebt so etwas tut, dass hat mich extrem verstört, meine "heile Welt", die ich vorher noch hatte, ist dadurch kaputt gegangen. Ich werde darüber bestimmt noch nachdenken! Mein Partner steht alerdings nicht so auf Nacktheit ... Vielen Dank für Deine Info!
 
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