• #1

Warum mache ich mein Glück von ihm abhängig?

Hallo,

mein Freund und ich führen größtenteils eine harmonische Beziehung. Ich habe allerdings ein Problem mit mir.
Wenn die Beziehung gut läuft, dann geht es mir gut und alles ist in Ordnung. Doch wenn wir uns streiten oder eine angespannte Luft herrscht, bin ich gleich ganz down und habe nur einen Gedanken... er will sich trennen, habe ich es doch gewusst.
Ich weiß das, dass totaler Quatsch ist und ich will das auch nicht. Dennoch kommen diese Gedanken immer wieder durch. Ich versuche immer gegen meine Gefühle zu agieren. Indem ich es versuche zu überspielen. Aber er ist ja nicht doof und hat schon häufiger gesagt, dass ich ihm nicht vertraue.

Und wahrscheinlich hat er damit ja auch recht. Immer das schlimmste zu vermuten, ist ja auch eine Form von Misstrauen. Er gibt mir auch keinen Anlass misstraurisch oder ähnliches zu sein und doch bin ich es.

Und ich stelle mir ständig die eine Frage, warum?

Es greift mittlerweile unterschwellig unsere Beziehung an, weil er es öfters formuliert, dass ich ihm nicht vertraue und er sagt immer, Vertrauen ist absolut.

Und es ist natürlich so, dass wenn wir eine Meinungsverschiedenheit haben, es schneller eskaliert, weil ich gleich diese Ängste habe. Wenn wir uns dann strreiten, geht es mir echt schlecht. Und ich verstehe einfach nicht, warum ich es nicht lockerer sehen kann. Warum kann ich es nicht so sehen, wie "Streit gibt es überall und die Versöhnung ist genauso gewiss", warum denke ich aber immer gleich "er trennt sich"...

Ich ärger mich einfach so sehr über mich selbst. Und wäre für Tipps, Anregungen und Meinungen dankbar.
 
  • #2
Trägst du vielleicht irgendwelche Altlasten, aus vorhergehenden Beziehungen oder dem Elternhaus mit dir herum, was du noch nicht verarbeitet hast? Das klingt mir fast so, weil misstrauisch ist man ja nicht von Natur aus.
 
  • #3
Vielleicht Enttäuschungen in der eigenen Kindheit erlebt ? z.B. bei Auseinandersetzungen ?

Und daher pauschal immer die Ängste, daß bei Auseinandersetzungen wieder Drastisches passiert ?
Vielleicht diese Ängste auch bei Auseinandersetzungen mit anderen Personen ?
 
G

Gast

  • #4
Liebe FS
Das, was du verspürst, würde ich jetzt mal aus der Ferne als massive Verlustangst "diagnostizieren" und nicht per se als Misstrauen. Ich kenne das von mir selber...leider. Was eine Hilfe sein kann ist, ganz viel für`s eigene Selbstvertrauen zu tun. Auch das wohlbekannte Thema Eigenliebe spielt eine grosse Rolle. Es gibt zu diesen Themen gute Lektüre, Workshops usw. Auch Homöopathie kann helfen. Aber am meisten helfen positive Erfahrungen, sprich, dass Dein Partner Dich auch nach einem Streit immer noch genau so liebt wie vorher, Du tust es ja auch, oder?
Und: Ärgere dich nicht über Dich selber, denn so haust Du Dir innerlich nur wieder "eins über den Kopp" :)
 
G

Gast

  • #5
Mir ging es auch oft so. Was mir geholfen hat?
1. Du musst dir klar machen, dass Misstrauen alles(!) kaputt macht.
2. Er ist dein Partner, du musst auf seiner Seite stehen - oder mit anderen Worten: Im Zweifel ist man immer für den Angeklagten.
3. Das Lied "Das Beste" von Silbermond, genauer die Zeile: "Dein Verlassen würde Welten zerstören, doch daran will ich nicht denken."
 
G

Gast

  • #6
Meiner Ansicht nach hast du Probleme mit dem Loslassen. Kann an der Erziehung liegen. Vielleicht bist du auch noch zu unerfahren. Dein erster Partner? Du wirst das im Laufe der Zeit lernen (müssen), Abstand zu nehmen, und dein Glück nicht lediglich von einer gutlaufenden Beziehung abhängig zu machen. Denn Streitereien gibt es in jeder Beziehung. Wäre danach jeder "down" würden nur noch Schwerstdepressive durch die Straßen rennen.
 
  • #7
Liebe Kalista,

ich habe das ähnlich praktiziert- nur umgekehrt. Ich hatte bei jeder ernsthafteren Auseinandersetzung den Impuls zu gehen- ganz schnell, genug, das "brauchst Du nicht", ich will nicht, was soll das.... und so weiter...

Ich wußte schon lange, woher diese Impulse kommen (mein äußerst freiheitsliebender Charakter, Angst vor zu tiefer Bindung, zu tief "einzusteigen" und dann verletzt zu werden etc) - und konnte dennoch nur bremsen, mehr nachdenken, aber diese Impulse waren immer wieder da und sehr stark.

Inzwischen geht es viel besser, ich habe sehr viel nachgedacht, mein Verhalten reflektiert, mit meinem Partner gesprochen (in der Beziehung hatte ich diesen Impuls auch schon, was uns beide sehr erschreckt hat) - und ganz langsam wächst das Vertrauen.

Bitte sprich mit Deinem Partner, bitte ihn um Verständnis und Geduld. Es reicht einfach nicht, dass Dir rational klar ist, dass Du keinen Grund für Misstrauen hast- es muss langsam in Dein Unterbewusstsein einsickern und das braucht einfach Zeit.

Ich hoffe für Dich, dass er Dich verstehen und Dir diese Zeit geben kann. Viel Glück!
 
G

Gast

  • #8
Liebe Fs,
ich gebe #6 Recht, Ihr müßt darüber reden und nichts verdrängen.
Bei mir ist es ähnlich. Wenn wir streiten, dann denke ich, unsere Beziehung ist für immer vorbei.
Nichts ist mehr wie früher.
Wir haben darüber geredet.
Und jetzt ist es so, dass er während des Streites manchmal sagt, dass er mich liebt.
Das gibt mir Sicheheit.
Aber der Streit wird dadurch nicht besser, Streit bleibt Streit.
Akzeptanz ist wohl eine ganz gute Lösung.
w/45
 
  • #9
Ich kann mir gut vorstellen, dass ich noch meine Altlasten mit mir rumtrage. Meine erste Beziehung ging 3,5 Jahre und wenn wir uns stritten, ist er oft abgehauen, Handy aus und weg... wenn ich Glück hatte, war er nach einem Tag wieder da, dass längste war mal eine Wo (da war er auf Mallorca).Als er mich dann noch betrogen hat, habe ich geschafft mich davon zu trennen. Das ist aber schon viele Jahre her. Meine letzte Beziehung ging aucch gute 3 Jahre und da war ich leider mit jemanden zusammen, der auch bei jedem Streit dem Impuls verspürte, es mache alles keinen Sinn mehr und man müsse sich trennen. Zudem sagte er mir 6 Monate vor dem Beziehungsende, dass er sich nicht mehr sicher sei, ob er mich überhaupt liebe und bei der Trennung sagte er mir dann, er hätte mich eh nie geliebt. Natürlich hinterlässt das Spuren und ich habe gerade in den letzten Wochen viel darüber nachgedacht.

Über meine vorherigen Beziehungen, über mich, meine Wünsche eztc.
Doch wie befreit man sich von "Altlasten". Rational betrachtet, weiß ich ja was richtig ist, doch irgendwie spüre ich es nicht... es ist kein Teil von mir, sondern nur ein richtiger Gedanke.

Mit meinem jetztigen Partner gibt es leider das Problem, dass ich ihm natürlich von den früheren Beziehungen erzählt habe, er aber der Meinung ist, dass hätte ich schon längs klären müssen und das jeder sein Päckchen zu tragen hat, aber man das nicht in die aktuelle Beziehung mit einbringen kann.

Und wenn wir uns streiten oder er schlechte Laune hat, dann ist er auch recht abweisend zu mir, z.B. wollte ich ihn dann mal umarmen und er meinte zu mir, er wolle das gerade nicht oder wenn ich ihm dann sage, ich habe ihn lieb, dann kommt nur ein "ja schön " oder garnichts...

Wenn wir uns streiten, herrscht keine körperliche oder verbale Nähe. auch wenn wir uns vertragen haben, hängt diese schlechte Stimmung noch nach und wird erst allmählich besser....