Warum meidet man mich?

Hi,
ich habe den Eindruck, dass ich eher Freunden und Bekannten hinterherlaufe als umgekehrt. Woran erkenne ich das und was kann ich dagegen tun?

Ich genoss die Studentenzeit, als es total einfach war, viele Bekanntschaften zu schließen, aus denen sich auch einige gute Freundschaften herauskristallisierten. Zuvor in der Schulzeit hatte ich nur ganz wenige Freunde/Bekannte und war dadurch wenig glücklich.
Jetzt in der Phase Arbeit und Familie kommt das verstärkt durch Corona wieder, weil ich nicht viel Zeit für Kontaktpflege habe. Ich möchte nicht bedürftig sein, kann es aber nicht vermeiden, die Schuld bei mir zu suchen, obwohl ich als offener Mensch es leicht habe, Kontakt zu suchen und zu halten. Ich weiß auch, dass momentan nicht wenige ähnlich fühlen.

Jetzt überlege ich, ob es an mir liegt, dass ich z.b. eine Labertasche bin oder zu neugierig, oder ob der blinde Fleck mich meine Fehler nicht sehen lässt. Ob ich Vertraute fragen soll, welche meiner Fehler ihrer Meinung nach am einfachsten behebbar wäre und dergleichen.
Vielleicht ist das aber gar nicht das Problem, sondern meine Selbstzweifel und die fehlende Zeit für Kontaktpflege? Ich möchte mich ungern in so etwas reinsteigern, sondern gern wieder unbefangen auf die Leute zugehen. Je weniger Freunde und Bekannte ich habe, desto schwieriger wird das allerdings, und es wird in den nächsten Jahren wegen Kinder und Arbeit nicht besser.

Konkret habe ich derzeit auf der Arbeit wieder Bedenken, mich zu den Kollegen zu setzen aus Angst vor Ablehnung, weil ich denke, subtile Zeichen nicht richtig deuten zu können, dass ich nerve, oder vielleicht deute ich eher zu viel hinein. Wie ein kleines Kind fühle ich mich da.

Was habt ihr für Tipps?
W37
 
Hallo Hammel,

liebe Grüße an dich, ich kann dir nachempfinden, ich kenne das Problem. Mein Empfinden ist auch, dass Erwachsene schwieriger Freundschaft schließen und halten. Kenne viele solcher Berichte und irgendwann kommt man natürlich ins Grübeln.
Ein Teil des Problems ist aber, dass du Menschen nachläufst, die sich ja offensichtlich nicht so sehr für dich interessieren wie du dich für sie. Dass du vermutlich zu viel bietest, was es leicht macht, mehr zu nehmen und wenig zurück zu geben.
Frag dich letztlich auch mal, was deine Motivation ist. Gibst du, um zurück zu erhalten? Oder ist es dir einfach eine Freude? Dann tu das, ohne traurig zu sein, wenn nichts zurück kommt.

Kann es vielleicht auch sein, dass du Menschen unterbewusst wegstößt? Also Menschen mit Interesse aussortierst? Sowas merkt man nicht unbedingt, man kann das ja für sich schnell rechtfertigen mit "Ach für mich passt es halt nicht."


Zusätzlich kann deine Unsicherheit natürlich negativ auf andere wirken. Insofern würde ich den Fehler vermeiden, dich jetzt zurück zu ziehen.
 
ich habe den Eindruck, dass ich eher Freunden und Bekannten hinterherlaufe als umgekehrt. Woran erkenne ich das und was kann ich dagegen tun?
DAn deinem Inneren Spiegel, arbeitet daran!
Zuvor in der Schulzeit hatte ich nur ganz wenige Freunde/Bekannte und war dadurch wenig glücklich.
Glücklich sein hat mit wenig Freunde/Bekannte oder mit viel Freunde/ Bekannte nichts zu tun. Glücklich sein liegt ausschließlich in einem und bei einem selbst!
Jetzt überlege ich, ob es an mir liegt, dass ich z.b. eine Labertasche bin oder zu neugierig, oder ob der blinde Fleck mich meine Fehler nicht sehen lässt.
Natürlich es liegt immer bei jedem und an jedem selbst!
Vielleicht ist das aber gar nicht das Problem, sondern meine Selbstzweifel und die fehlende Zeit für Kontaktpflege?
Es liegt garantiert nicht an der fehlende Zeit für Kontaktpflege bei anderen, es liegt an der Kontaktpflege bei dir selber!
Je weniger Freunde und Bekannte ich habe, desto schwieriger wird das allerdings,
Du suchst die Gründe für dein Problem im Außen, da findest du nicht dein Problem, dein Problem findest du nur in deinem Innern!
Konkret habe ich derzeit auf der Arbeit wieder Bedenken, mich zu den Kollegen zu setzen aus Angst vor Ablehnung, weil ich denke, subtile Zeichen nicht richtig deuten zu können, dass ich nerve, oder vielleicht deute ich eher zu viel hinein. Wie ein kleines Kind fühle ich mich da.
Nochmal arbeite an deiner Persönlichkeit, an den bekannten S, ab Unaufrichtigkeit an Authentizität und einiges mehr... du warst ausschließlich für deinen Kopf im Leben da, aber nicht für deine Gefühle und nicht für dein Herz!
 
Schwierig, die Balance zu halten zwischen konstruktiver Selbstkritik und Selbstzweifeln, du siehst das ganz richtig, dass du dich auf keinen Fall reinsteigern solltest. Du weißt ja wahrscheinlich, wovon dein Partner, Freunde oder Familie manchmal genervt sind, ist es z.B. wirklich so, dass du manchmal ohne Punkt und Komma redest? (Wie gesagt, nur ein Beispiel.) Vielleicht ist das dann was, was auch weniger nahestehende Menschen als störend empfinden könnten.

Zuvor in der Schulzeit hatte ich nur ganz wenige Freunde/Bekannte und war dadurch wenig glücklich.

Hast du eine Idee, warum das so war? Denn auch in der Schulzeit lernt man doch ganz viele Leute kennen, an der fehlenden Menge Menschen kann es da doch nicht gelegen haben.

Viele verbergen ihre Unsicherheit hinter einer selbstsicheren Fassade, vielleicht beobachtest du deine Mitmenschen dahingehend mal etwas genauer, das macht es dir vielleicht leichter, mit deiner eigenen Unsicherheit umzugehen.
 
Liebe Hammel,

Das Gefühl kenne ich. Ich weiß aber, das ist die eigene Unsicherheit - aus einer ganz anderen Zeit

Menschen spiegeln zurück, kommst Du mit einer Sicherheit, ohne Zweifel, mit einem Lächeln, dann bist Du willkommen.

Kommst Du mit Zweifeln, Ängsten, an wirkst Du anders, Du kommst zwar, aber man merkt, irgend etwas passt nicht. Diese Unstimmigkeiten strahlst Du aus, dadurch werden auch die Anderen vorsichtig.

Und dazu interpretiert man die Reaktionen anderer entsprechend des eigenen Gefühls und der Erwartungen.

Ansonsten ist Kontaktaufbau tatsächlich schwer,, wenn es nicht gewachsen ist spätestens im Kindergartenalter der Kinder.

Die meisten haben Beruf, Familie, Partnerschaft, den bestehenden Freundeskreis und schon der rutscht notgedrungen an hinterer Stelle der Prioritätenliste.
Für neue Kontakte ist da selten Raum.

W, 51
 
Ob du nun nervst oder dich aufdrängst kann dir ja hier keiner beantworten.

Da kannst du nur mal in dich gehen, einen gedanklichen Rollentausch vornehmen und betrachten, ob du dich wohlfühlen würdest, wenn ein anderer dich so behandelt, wie du ihn.

Unangenehm sind gewöhnlich Eigenschaften wie: ewig diskutieren, das letzte Wort immer haben wollen, Besserwisserei, Bewertungen, Belehrungen, aber auch tratschen.

Das wird dir keiner auf den Kopf draufzu sagen .


Das Problem ist wahrscheinlich aber eher deine Unsicherheit und auch Bedürftigkeit.

Früher habe ich mir da auch ständig Gedanken gemacht, ob ich falsches gesagt habe oä, wenn jemand sich länger nicht meldete.

Mittlerweile habe ich es mir abgewöhnt, mir zu viel Gedanken zu machen, ich denk mir: wer nicht sagen kann oder will, wenn ihm was nicht passt, der hat dann halt Pech gehabt.

Nun sehe ich es aus der anderen Perspektive. Man ist halt in sein Leben eingespannt und hat weniger Zeit. Das hat auch nichts mit dem anderen zu tun.
Wenn man selbst sich selten meldet, kommen auch die anderen auf einen zu. Man muss ihnen aber auch die Chance dazu geben.
 
Hallo Hammel,

zunächst liegt es einfach an dieser Zeit .... Corona macht unser ganzes Leben kaputt. Ich weiss nicht, ob du alleine lebst, wie es bei dir mit Home Office ausschaut ...... aber das Fehlen des "sozialen Lebens" macht mit vielen Menschen etwas. Kontakte fehlen, alle haben schlechte Laune, der Input durch Veranstaltungen, Sportangebote etc fehlt einfach.
Es ist gut, Telefon, Medien etc zu haben .... aber es ersetzt nicht den persönlichen Kontakt und vergiftet zusätzlich die wenigen Möglichkeiten, die einem bleiben. Dazu das Maskengedöns .....

Es wird lange dauern, bis sich diese kleinen, aber wichtigen Dinge, die das Leben lebenswert machen, wieder einrenken werden.

Fehler bei sich selbst zu suchen ist nie falsch. Aber bitte aufpassen - verkrampfen bringt auch nichts. Offen auf andere zugehen wird momentan als Gefahr angesehen ..... von sehr vielen Menschen. Die Panikmache verstärkt das noch. Im Grunde bleibt dir nur - wie fast allen - warte auf besseres Wetter und Impfstoff. Erst danach kannst du beurteilen, on deine Situation wirklich so mies ist, wie es heute den Anschein hat.
Kopf hoch - halte durch.
 
In diesen Zeiten könnte sogar ich mir deinen Schuh anziehen, liebe FS - obwohl ich einen großen Freundeskreis habe. Schließlich weiche ich bereits seit Monaten allen und jedem aus, will keine (körperliche) Nähe um der täglichen Virusgefahr auszuweichen.
Schlechter Zeitpunkt, um über »mögen und können« nachzudenken und vor allem: sich JETZT daran zu messen.

Zudem gibt es Menschen, die immer an der Spitze einer Gruppe laufen, solche, die mittendrin stecken und diejenigen, die still und in eigene Gedanken versunken hinterher trotteln. Das sagt nichts über den Wert dieses Menschen aus! Und niemand muss von allen gemocht werden.

Vielleicht schaust du dir mal deine eigenen Erwartungen genauer an? Irgendwo werden da Qualitäten sein, die dich liebenswert machen. z.B. dass du dich in Frage stellen kannst - eine leider seltene Gabe.
Wer möchte schon everybody's darling sein, also beliebig und damit auswechselbar? Früher habe ich mir manchmal gesagt »Ich möchte nicht jedem gefallen. Nur demjenigen, der auch mir gefällt« (natürlich in m/w-Form). Das hat immer geholfen, und gilt bis heute.

Gültig bleibt aber auch, dass Freundschaften gepflegt (mir fällt nur dieses doofe Wort gerade ein) sein wollen. Keine Zeit ist eine schlechte Ausrede bzw. schnürt die Luft ab. Eine kurze Mail, ein kleiner Anruf, egal welches Zeichen, hilft und sollte möglich sein. Auch jetzt, während die Kontaktlosigkeit verordnet (und hilfreich) ist.
Das wird sich wieder ändern - und erst dann solltest du mal von dir aus probieren, was du den Kollegen am Nachbartisch zu sagen hast und sie dir.
 
Hey Hammel, ich kann dich gut verstehen. Viele Menschen haben dasselbe Problem. Folgendes dazu:

- Das Alter ist nicht unwesenltich. Mit 37 haben die meisten einen Lebenspartner gefunden, gründen Familie, haben einen festen Job und ein stetes Leben. Da ändert sich nicht mehr so viel wie als Single im Studium, dadurch ergeben sich auch weniger Kontakte. Und eine Frau mit Job, Mann und 2 kleinen Kindern hat oft keine Kapazität für neue Freundschaften und deren Pflege. Ich habe eine Freundin mit 39 (single) und sie sagt auch, dass es wahnsinnig schwierig ist, neue Leute kennenzulernen.

- Ich kenne dich nicht, aber was immer negativ ankommt: Nur von sich selbst erzählen und andere nicht zu Wort kommen zu lassen, hinterherrennen, kletten usw. Hör auf dein Bauchgefühl: Wer hat Interesse an dir? Vertiefe das. Wenn du das Gefühl hast, es besteht kein Interesse, dann lass es. Sei selbstbewusst, das kommt am besten an! Leider ist es ja häufig so, dass bliebete Menschen mit vielen Freunden und coolen Hobbys meist besser ankommen als "Langweiler", obwohl die oft den besseren Charakter haben.

- Geh doch mal an Orte, wo neue Leute sind: Z.B. Turngruppe mit deinen Kindern, Pilateskurs Ü30, Ehrenamt, Sportverein usw. Oft ergibt sich da eher was als auf der Arbeit!
 
Menschen spiegeln zurück, kommst Du mit einer Sicherheit, ohne Zweifel, mit einem Lächeln, dann bist Du willkommen.
Ich würde auch sagen, dass man gerne das sieht, was man sehen will.

Schau mal bei deinen inneren Überzeugungen, was du von dir selbst hältst und dann schau mal, ob das wirklich der Realität entspricht.

Für alles wirst du Beispiele aus deinem Leben finden.

Wie heißt es so schön?! Es ist egal, ob du an etwas glaubst, oder nicht glaubst. Du wirst in beiden Fällen Recht behalten....
 
Hallo Hammel, ich kann mich gut in dich hinein versetzen, bei mir war es auch so und ich finde toll, dass du den Mut findest, das jetzt anzugehen.

Ich würde vermuten in deinem Satz "wie ein kleines Kind fühle ich mich da" wirst du mehr als die halbe Antwort finden. Vielleicht gehst du richtig weite zurück und guckst dir die Beziehung zu deinen Eltern an. Im Prinzip ist diese dafür verantwortlich, dass es dir nicht gelungen ist, als Kind schon gut integriert zu sein.

Blinde Flecken wirst du haben, aber wenn du die kennst, fühlst du noch nicht automatisch anders, weil das Fühlen ja doch unbewusst abläuft.
dass ich eher Freunden und Bekannten hinterherlaufe als umgekehrt.
... war bei mir auch so, weil ich unbewusst Ablehnung gesucht habe. Das heißt, ich bin automatisch auf die Leute zugesteuert, mit denen es auch nicht klappen konnte. Das habe ich auch noch gemacht, als es mir schon klar war. (Sogar hier ist es mir passiert, siehe als aktuelles Beispiel meinen gescheiterten Versuch, konstruktiv mit IM zu sprechen.)
Auch als ich schon wusste, was das Problem ist, bin ich doch noch immer wieder in dieselbe Falle gelaufen. Habe aber in derselben Zeit immer besser verstanden, was ich brauche - wer ich bin. Auch die ständigen Selbstzweifel abgelegt. Es gibt gute Selbstkritik, es gibt aber auch lähmende, selbstzerstörerische Selbstzweifel. Hat man eine gute Idee, kommt der innere Zensor um die Ecke und macht alles kaputt. Darunter leiden viele, viele Menschen und in gewisser Hinsicht ist das auch normal - aber es gibt das auch in wirklich schlimmem Ausmaß. Wenn es dazu führt, dass man nicht wirklich zu sich stehen kann, und so scheint es mir bei dir, dann führt das dazu, dass man wirklich gute Menschen, die einem gut tun könnten und man ihnen auch, auch gar nicht aussuchen KANN, denn man ist ja selbst zu sich nicht gut.

Ich weiß, das klingt alles bisschen nach Allgemeinplatz. Also mir hat geholfen, eine Analyse zu machen. Ich stand dann während des Prozesses zeitweise mehr oder weniger alleine da (aber mit Analytikerin), weil die Kontakte, die ich hatte, keine guten waren und ich sie dann beendet habe. Die Zeit der Analyse hat mir geholfen, den Drang Ablehnung zu suchen zu erkennen und immer mehr sein zu lassen (mir war das vorher nicht klar, ich hätte mich beschrieben wie du dich). Und es sind dann nach und nach gesunde Arten und Weisen mit mir selbst umzugehen in mein Inneres gelangt - durch die heilende Beziehung mit der Analytikerin.

Jetzt ist es so, dass ich meinen Freundeskreis erweitern möchte, auch wüsste wie es geht und bringe auch Geduld mit, aber durch Corona sind die Möglichkeiten extremst eingeschränkt.

Ich denke drüber nach, selber ne digitale Lesegruppe zu gründen, die sich dann zwischendurch zum Spazierengehen trifft.
 
Liebe Hammel, schon allein Deine Einstellung, Fehler bei Dir allein zu suchen macht Dich sympathisch und liebenswert.
Bitte, orientiere Dich nicht daran, welche Fehler Andere bei Dir finden könnten.
Arbeite an Dingen, die Dir selbst an Dir nicht gefallen, um die Persönlichkeit zu werden, die Du sein möchtest.
Auch ich erlebe es in diesen schwierigen Zeiten, dass sich eine sehr alte , gute Freundin momentan gerad nicht meldet, einfach , weil wir in unseren Meinungen über die COVID Pandemie nicht auf einen Nenner kommen.
Ich packe zu häufig Menschen in schwarze Plastiksäcke , und sie arbeitet in einem kleinen , existenzbedrohten Unternehmen.
Aber , was soll ich machen?
Ich hoffe auf den Sommer, und darauf, dass wir bei nem guten Wein wieder eine gemeinsame Sprache finden.
Und wenn nicht, dann ist es sehr traurig, aber auch nicht änderbar.
Halte Dich an Menschen , die Dir zugetan sind, und stärke Dich selbst durch gutes Essen, Sport, den Wald ☺️
 
Liebe Hammel, ich kann Dir nur sagen, dass Du hier im Forum immer sympathisch rüber kommst und das Forum nicht nutzt, um Dich über andere zu erheben und Dir selbst ein besseres Gefühl zu verschaffen. Das spricht eigentlich dafür, dass Du an sich eins mit Dir und Deinem Leben bist. Dass Du Dich selbst in Frage stellst, finde ich ebenfalls sympathisch und dadurch entwickelt man sich ja auch weiter. Ich selbst stelle mir manchmal dieselben Fragen wie Du. Oder habe daran zu knabbern, wenn jemand mich nicht leiden kann. Ich hatte bei meiner alten Stelle eine Kollegin, die mich ganz bewusst nie gegrüßt hat, obwohl nichts vorgefallen war. Sowas schmerzt. Später fiel mir auf, dass sie das auch bei anderen tut. Und noch später wurde mir klar, dass das Problem bei dieser Frau selbst liegt, nicht bei mir. Weiteres Beispiel: Eine Kollegin schlug mir vor, an einem konkreten Tag einen Kaffee zu trinken. Ich willigte ein und hörte dann gar nichts mehr von ihr. Nicht mein Problem. Was ich damit sagen will: Zieh Dir nicht jeden Schuh an, wenn sich Leute merkwürdig oder distanziert verhalten. Solange Du freundlich und höflich und interessiert an anderen bist und dennoch Ablehnung erfährst, sollte Dich das nicht belasten. Mir hat mein Freund sehr dabei geholfen, mehr in mir zu ruhen und mich selbst zu mögen. Vielleicht kannst Du diese Kraft ja auch aus Deiner Familie ziehen?

w32
 
Liebe FS,

ein wenig liest sich Dein Post nach "ich mache mir selber das Leben schwer", das geht mit vielen Selbstzweifeln ganz hervorragend.
Wichtig ist, diese Zweifel einem Realitäts-Check zu unterziehen.

Und noch viel wichtiger ist, als erwachsene Frau bei kleinen Krisen nicht immer wieder in die Kindheit zurückzufallen: damals wurde ich ausgegrenzt, war schrecklich und jetzt wird es wieder so. Oder auch Studium war Klasse, jetzt ist furchtbar.
Leb im Hier und Jetzt: Studium ist genau wie die Kindheit für alle vorbei, alle befinden sich in der anstrengenden Rushhour des Lebens mit den entsprechenden Rahmenbedingungen.

Woran erkenne ich das und was kann ich dagegen tun?
Indem Du genau hinguckst, zuhörst und auch behältst, was Du als Reaktion der anderen wahrnimmst sowie diese in Dein zukünftiges Verhalten einsteuerst.

Wenn Du körperlich erscheinst, dann siehst Du, ob die Leute dich anlächeln, d.h. nonverbal willkommen heißen in ihrem Kreis. Und wenn sie jetzt grad nicht alle lächeln, weil ein ein problembehaftetes Gespräch vertieft, dann musst Du das längerfristig betrachten, ob sie immer eher abweisend reagieren auf Dich.
Wenn das der Fall ist, dann musst Du bei Dir gucken, was an Deinem Verhalten die Ursache sein kann für diese Reaktion sein kann (z.B. zu raumgreifend).

Oft hilft es sich mit der Situation anderer auseinanderzusetzen, es zu verstehen und sich entsprechend zu verhalten: z.B. mein gesamter Freundeskreis und die Familie besteht aus politisch interessierten Menschen, die regelmäßig bestimmte Nachrichtensendungen gucken. Es wäre also ausgesprochen dümmlich von mir, wenn ich zur Tagesschauzeit anrufe - mache ich vorher oder nachher, aber nie sonntags wenn Tatort läuft.
Eine meiner Schwestern bricht am Sonntag immer in regelrechte Küchenschlachten aus. Es ist keine gute Idee, sie zwischen 11 und 17 Uhr anzurufen.

Konkret habe ich derzeit auf der Arbeit wieder Bedenken, mich zu den Kollegen zu setzen aus Angst vor Ablehnung
Ich sage immer: situationsgerechtes Verhalten. Es ist in Coronazeiten schlichtweg unpassend, sich dazuzusetzen. Kontaktbeschränkungen (maximal 1 Person aus einem fremden haushalt - als Kollegen seid ihr alle fremde Haushalte) gelten auch auf der Arbeit und ich würde das nicht immer bis aufs Maximum ausreizen, sonst endet das Elend nie.

Im Klartext, in der Situation würde ich auf Dich auch sehr ablehnend reagieren, weil wer es dermaßen nicht begreift ohnehin ein erhöhter Risikofall ist, den ich nicht in meiner Nähe haben will.
Von allen meinen Kontakten weiß ich, dass sie vom AG angehalten werden, auf der Arbeit Kontakte zu vermeiden, d.h. auch Bürogemeinschaften auflösen und sich Einzelbüros suchen, weil die meisten im Homeoffice sind und es ausreichend freie Büros gibt in der Kantine nicht zusammenglucken, Masken auf dem Flur tragen etc.
 
Wahrscheinlich liegst du richtig damit, dass Corona da noch einiges dazutut, dass Sozialkontakte nicht mehr so gepflegt werden können.
Im Prinzip ist es aber auch nicht so schlimm, wenn man etwas nicht so gut kann, oder? Mir werden auch nicht unbedingt die Türen eingerannt, weil mich alle so toll finden. Wichtig ist aber, dass ich mich gut finde. Dass ich vor Fans und potentiellen Freunden nicht derart überrannt werde, dass sie sich nicht derart mir vor die Füße werfen und mich umarmen, dass ich nicht mehr meiner Wege gehen kann, kann ich ihnen auch gar nicht verübeln. Hat eben jeder so seine Schrullen und nervige Eigenschaften.

Es gibt natürlich die "Obamas" unter uns, die einfach cool sind, sich cool bewegen, coole Dinge sagen und die man von ihrer Art her irgendwie einfach mögen muss. Die können was, was ich nicht kann. 🤷‍♀️
Und ich werds wahrscheinlich auch nicht mehr lernen, wenn ich das auch zumindest ein bisschen gern könnte...

Das Wichtigste ist doch, dass du über die grundlegenden Skills verfügst, dich mit anderen zu connecten. Wenn nicht, müsstest du daran arbeiten.
 
Liebe @Hammel , Du kommst mir auch hier immer symphatisch in sich ruhend und sehr pragmatisch rüber. Umso mehr wundere ich mich, dass Du gerade jetzt eine solche Frage hier reinstellst:) Das ist jetzt auch wieder so eine Situation, wo ich mir sage, alle haben schon gute Tipps dazu gegeben, da brauchst du nicht auch noch deinen faden Senf dazu zu geben. Aber ich möchte Dir nur sagen, dass Corona und der damit verbundene Lockdown und die Hygienemaßnahmen etwas mit uns gemacht haben.
Das fällt mir, was mich betrifft, besonders auf. Ich ertrage die Nähe von Menschen nicht mehr so, muss auch nicht ständig quatschen und mich austauschen. Ich telefoniere gerade (und auch sonst) nicht besonders gerne...Heute war so ein Tag. Drei Leute hatten angerufen, mir reichts. Ich hatte kurz nach dem letzten Anruf richtig schlechte Laune. Das war eine ältere Kollegin, herzens gut, aber etwas nervig, weil sie immer die gleiche Leier erzählt, und jammert. Aber sie lebt alleine. Sie at es schon öfter mal versucht, ich bin nicht rangegangen. Ich weiß, das tut man nicht. Aber jetzt ist es gut.
Ich möchte Dir damit sagen, ich weiche ihr nicht aus. Das hat einzig nur mit mir selber zu tun im Augenblick. Ich möchte auch wirklich keinen treffen, wenn es nicht sein muss. Sogar meine Schwester, die vom Wesen her eher etwas deprimäßig unterwegs ist und immer regelmäßige Kontakte hatte vor Corona, will sich jetzt noch nicht mal mit mir zum Spaziergang treffen, weil ich ihr da ein Stück mit der U-Bahn entgegen kommen müsste, was absolut jetzt nicht nötig ist.
Auch das Wetter ist hier gerade saumäßig.😉
Also, Kopf hoch!
 
Liebe Hammel! Unsicherheit erkennt man manchmal daran, dass man alles auf sich bezieht. Es muss aber gar nichts konkret mit einem selbst zu tun haben. Vielleicht trifft das auch in deinem Fall zu? Aufgrund der Pandemie und den strengen Auflagen sind die Möglichkeiten, etwas zu erleben und etwas zu erzählen, sehr eingeschränkt. Viele konzentrieren sich einfach aufs Durchhalten, bis das Leben wieder anfangen darf. Deswegen würde ich an deiner Stelle meine soziale und persönliche Bestandsaufnahme noch etwas verschieben.... Es gibt eben kaum etwas auszutauschen, und das Corona-Thema wird nicht besser, wenn man es bespricht, eher im Gegenteil. Ich würde erst mal schauen, dass es mir gut geht und mich so gut es geht etwas verwöhnen, und wenn die Wärme, die Cafés, die Restaurants, die Yogastudios, die Reisen etc. etc. langsam wiederkommen, kannst du deine soziale Situation ja noch mal überprüfen. Viel Glück und alles Gute!
 
Hi,
ich würde mich mal paar Wochen zurück ziehen und mich garnicht melden.
Wem Du wichtig bist, der meldet sich ohne dass Du Dich "in Erinnerung" rufen musst.
Von wem Du dann garnix mehr hörst um den is nicht schade. Tut zwar etwas weh, aber bereinigt das Blickfeld.
 
Hallo Hammel,
ohne dich zu kennen ist diese Frage kaum zu beantworten.

Natürlich gibt es wirklich Menschen, die zu viel plappern und einem auf den Keks gehen. Wir hatten eine kurze Zeit mal einen Kollegen, der eigentlich gar nicht zum Team gehörte, sich aber beim Mittagessen immer dazu setzte und das ganze Gespräch beherrschte. Das hat wirklich alle genervt, direkt sagen wollte es ihm aber auch keiner...

Allerdings glaube ich kaum, dass genau diese Menschen sich solche Fragen stellen wie du. Die sind so sehr von sich selbst überzeugt, dass sie das gar nicht merken.

Am besten ist natürlich, man hat eine gute Freundin, die einen einschätzen kann. Dann könntest du sie mal nach ihrer Wahrnehmung fragen.

Möglich ist aber auch, dass du vielleicht in deinen Gedanken nur die Kontakte vor Augen hast, mit denen du gern mehr zu tun hättest. Dabei übersieht man dann gerne die ganzen Menschen, die einem immer wieder die Hand reichen, man sie aber nicht annimmt, weil man lieber die anderen hätte... Vielleicht hilft es dir, mal wirklich objektiv zu überprüfen, wie viele Menschen in den letzten Wochen zu dir Kontakt aufgenommen haben und zu wie vielen du das gemacht hast. Vielleicht ist das Ergebnis überraschend.

w45
 
Liebe Hammel,

was Lionne sagt, kann ich so absolut bestätigen. 👍

Es geht mir zeitweise auch wie dir. Mal habe ich einen guten Lauf, mal bin ich nicht mit mir im Reinen. Das strahle ich dann aus und spüre schnell eine ganz andere Resonanz und gerate schon mal dabei ins Grübeln.
Was mir hilft um im Fluss zu bleiben ist auf die Ernährung zu achten. Ich mache Intervallfasten 16:8 und achte dabei auf gesunde Ernährung. Dadurch fühle ich mich seelisch wesentlich belastbarer und lebendiger. Es macht zudem das Aussehen strahlender und die Figur dankt es einem nebenbei auch.
Es wirkt sich insgesamt auf die Psyche und das Selbstbild aus.
Ich stehe, seitdem ich damit angefangen habe, wieder in einem besseren Kontakt mit mir und dadurch mit dem Außen. Man ist ausgeglichener, hat eine bessere Selbstwahrnehmung und ist wieder "verbunden". Ich vermute hier gilt, ein gesunder Geist lebt in einem gesunden Körper.:) Kann es daher, wenn keine gesundheitlichen Einschränkungen bestehen, sehr empfehlen.
 
ich habe den Eindruck, dass ich eher Freunden und Bekannten hinterherlaufe als umgekehrt. Woran erkenne ich das und was kann ich dagegen tun?
Nicht nur in Frau-Mann-Beziehungen, sondern auch unter Freund- und Bekanntschaften sollte immer gelten:

ping - pong
Ping - Pong
PING - PONG
Ping ping - Pong pong

Du verstehst, was ich sagen möchte: Hör bitte in Deinem Interesse auf, jemandem (egal, wem auch immer!) "hinterherzulaufen", sprich jemandem ein

pong - Pong -PONG -PONG PONG PONG!!!!

zu senden, obwohl hier nichts dergleichen entgegen kommt!

Ein Hinterherlaufen verstärkt mit Sicherheit noch die Flucht des anderen, falls sich derjenige (vielleicht nur vorerst) etwas zurücknimmt.

Was meist gut ankommt, meiner Erfahrung nach, bei anderen Menschen (potentiellen Freunden, potentiellen guten Bekannten):

1. SELBSTLOS ihnen einfach so mal etwas zu geben. Ohne gleich auf ein Gegen-Geben zu warten. Das kann ein kleines Geschenk sein, eine liebevolle Notiz, ein Foto, eine kleine Gefälligkeit, ein Lächeln. Meist bekommt man danach mehrfach etwas von Demjenigen zurück.

2. Selbst etwas Interessantes zu haben, bzw. anbieten zu können, was das Gegenüber möchte (z.B. ihm hilfreiche Tipps geben können, ihm eine Fremdsprache beibringen können, ihm bei seinem PC helfen, ihn in seinem Hobby, Sport, etc. zu fördern). Was sind DEINE Stärken? Was kannst Du anderen GEBEN, das diese haben möchten?

Es ist bestimmt auch hilfreich, sich mit Empathie auf sein Gegenüber einzulassen: Was beschäftigt diesen Menschen gerade? Was könnte er aktuell dringend brauchen? Wo könnte ich eine Gemeinsamkeit mit ihm haben?

Und sensibel auf Zwischentöne und nonverbale Verhaltensweisen zu reagieren (texte ich z.B. jemanden weiter zu, obwohl dessen Blick schon längst abschweift oder schaut einer verschämt in den Boden, nachdem ich ihm eine intime Frage gestellt habe)!

Und was meist hilfreich ist, um neue Kontakte zu generieren und diese zu binden: Wenn man selbst ein spannendes Hobby hat, in etwas besonders gut ist (irgendein Sport, Erfahrung mit Kindern, soziales Engagement, etc.) und auch Gruppen-Hobbies (z.B. in einer Band spielen, im Hundeverein sein, etc.) hat.
 
Oh. Das überrascht mich. Du hast immer so wie ein tougher Hammel gewirkt.
Jetzt überlege ich, ob es an mir liegt, dass ich z.b. eine Labertasche bin oder zu neugierig
Ah. Das klingt übel. Vielleicht solltest du nur jeden dritten Gedanken aussprechen, der dir gerade durch den Kopf geht. Klar, das Gesagte wirkt dann nicht mehr so stringent, aber die anderen denken dann mehr über deine Ausführungen nach, weil sie den roten Faden suchen. So kommen sie wieder (mit Fragen) auf dich zurück. So bleibt alles in Balance.

Außerdem braucht man nicht so viele Freunde. Ich habe auch kaum welche und mir geht's gut.
 
Möglich ist aber auch, dass du vielleicht in deinen Gedanken nur die Kontakte vor Augen hast, mit denen du gern mehr zu tun hättest. Dabei übersieht man dann gerne die ganzen Menschen, die einem immer wieder die Hand reichen, man sie aber nicht annimmt, weil man lieber die anderen hätte... Vielleicht hilft es dir, mal wirklich objektiv zu überprüfen, wie viele Menschen in den letzten Wochen zu dir Kontakt aufgenommen haben und zu wie vielen du das gemacht hast. Vielleicht ist das Ergebnis überraschend.
Etwas ähnliches wollte ich auch schreiben.

Auch zu diesem Thema habe ich eine Geschichte. Ich hatte mal für eine süddeutsche Softwarefirma gearbeitet. Ich war in der Niederlassung hier im Norden. Ab und zu waren wird Fischköppe auch im Süden. Viele meiner Kollegen wünschten sich Kontakt zu den Chefentwicklern. Es war keine renommierte Softwarefirma, es war ein zeitweise sehr erfolgreiches Startup der neunziger Jahre.
Ich stand also für eine Zigarettenpause draußen rum und kam mit einigen Kollegen ins Gespräch, allgemeinen Krams. Am nächsten Tag lief ich durch die Kantine und diese drei riefen mich zu sich an den Tisch. Es war eine nette Mittagsrunde. Von da an habe ich fast immer mit den Jungs zu Mittag gegessen wenn ich da war. Erst später bekam ich mit, dass ich mit unseren Chefentwicklern zusammen saß. Denn am Mittagstisch galt die Regel, wir reden über alles nur nicht über die Arbeit und das spezielle Betriebssystem. Später habe ich auch den finnischen Oberguru kennengelernt (Ich vermute mal @Vikky erkennt die Firma).

Ich hatte mich unwissentlich an diese Abmachung gehalten. Meine norddeutschen Kollegen waren dann sehr neidisch auf mich. Den sie wollten auch gerne mit am Tisch sitzen und dann die neusten Entwicklungen in unseren Bereich besprechen.

Also man / frau kommt nicht immer bei den Menschen an bei denen man / frau ankommen möchte und manchmal sitzt man auf einmal am Kapitänstisch ohne das man es angestrebt hat.
 
Das heißt, ich bin automatisch auf die Leute zugesteuert, mit denen es auch nicht klappen konnte. Das habe ich auch noch gemacht, als es mir schon klar war. (Sogar hier ist es mir passiert, siehe als aktuelles Beispiel meinen gescheiterten Versuch, konstruktiv mit IM zu sprechen.)
Hallo Melusine, ich finde es interessant, wie du deine Kritik an IM gesehen hast. Ich konnte zwar die Punkte deiner Kritik an ihm nachvollziehen, aber fand sie unangebracht und übergriffig, da er nicht nach Kritik gefragt hat. Du kennst den Spruch vielleicht: Was Peter über Paul sagt, sagt mehr über Peter aus, als über Paul. Normalerweise würde ich das jetzt nicht schreiben, da du nicht danach gefragt hast und ich gerade das gleiche tue wie du bei IM (und ungebetene Kritik sehr verletzend sein kann, deshalb bitte ich dich um Verzeihung). Du schreibst hier das Beispiel, dass du auf die Leute zugesteuert bist mit denen es nicht klappen konnte. Eine ungefragte Kritik, noch dazu an eine fremde Person, wirkt fast immer wie ein Angriff. Die wenigsten Menschen schütteln das einfach so ab. Du siehst es als "gescheiterten Versuch, konstruktiv" mit jemanden zu sprechen an. Ich denke, dass man so schlecht Kontakte/Freundschaften halten kann, weil es sinnvoller ist, über Verbindendes zu reden, als ungefragt Menschen ändern/umerziehen zu wollen.

w, 34
 
Hallo,
Erstmal danke an alle für die vielen Gedankenanstöße!
Ich denke auch, durch Corona ist es eine besondere Zeit, aber es bestärkt noch bei mir den Trend. Ich habe lieber wenige tiefe Freundschaften als viel lockeres, aber selbst das sehe ich konkret in Gefahr durch Wegzug meines besten Freundes. Ist zum Glück nur in die Nachbarstadt, aber ohne Auto werden wir uns noch mehr anstrengen müssen, mit Kindern und neben der Arbeit Zeit zu finden.
Bei anderen kinderlosen Freundschaften entwickelt es sich wegen veränderten Prioritäten auseinander (Brettspielabende sind für mich eine Fata Morgana geworden...).
Eine Freundin in Rente meinte, das ist in der Lebensphase "Familie mit kleinen Kindern" normal, bekomme ich von euch ja auch rückgemeldet. Es hilft, zu sehen, dass es ein normaler Prozess ist und wie @Vikky schreibt, Studium ist lange vorbei, ich lebe im Jetzt und sollte das Beste draus machen.

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Kann es vielleicht auch sein, dass du Menschen unterbewusst wegstößt? Also Menschen mit Interesse aussortierst? Sowas merkt man nicht unbedingt, man kann das ja für sich schnell rechtfertigen mit "Ach für mich passt es halt nicht."

Zusätzlich kann deine Unsicherheit natürlich negativ auf andere wirken. Insofern würde ich den Fehler vermeiden, dich jetzt zurück zu ziehen.
Hi,
Also das erste kann ich verneinen, ich suche mir Leute, die ich mag und die positive Energie ausstrahlen, dafür habe ich inzwischen gute Antennen. Energielose oder gemeine/manipulative Menschen halte ich auf Distanz, da gibt es immer noch genug Auswahl.
Aber an den Freunden, die ich habe, sehe ich manchmal erst im Nachhinein, wie sozial daneben ich mich benommen habe und schäme mich dann zu Hause, wenn ich in Ruhe drüber nachdenke. Im Gesprächsmoment spreche ich schneller, als ich denke. Ich arbeite daran und es ist besser geworden, aber es ist manchmal peinlich. Beispiel, Freunde hat man ja, um sich ehrlich die Meinung zu sagen. Aber zu ehrlich ist im Einzelfall ungut, da lerne ich langsam, öfter die Klappe zu halten. Klappt halt nicht immer.
Ihr habt Recht, dass die Leute mich um meiner selbst willen mögen sollten, und everybodys darling will ich auch nicht sein.
Ich war in meiner jetzigen Abteilung teilweise zu offen und klinkte mich in jedes Gespräch ein, und jetzt rudere ich extrem zurück, da muss ich meine Mitte erst finden. @Vikky ja jetzt ist eh Homeoffice angesagt, aber das Zurückrudern ging bei mir schon vor Corona los. Die Kollegen sind zu höflich, um auffällig mit den Augen zu rollen. Statt laut im Büro zu reden fingen sie an, zu chatten oder zu zweit leise zu reden, sodass die nervige Hammel sich nicht einmischen konnte ;) Bis ich das geschnallt hatte, dauerte es ein bisschen 🤦‍♀️
Danke noch mal, mit den Anregungen kann ich einiges anfangen. Ich schaue jetzt frohen Mutes, dass ich eher im Privaten mit Leuten in Kontakt komme, es müssen ja nicht die Kollegen sein.
LG
Hammel
 
Zuletzt bearbeitet:
Corona macht aber auch anderen etwas aus

Einige sind aktiv bei Kontakten und rufen an, andere dümpeln rum und obwohl sie sich einsam fühlen, werden sie selbst nicht aktiv

Jetzt wird ein Nichtaktiver angerufen und zb zu einem Spaziergang mit Abstand am See eingeladen.
Er steht auf und macht mit
Aber er selbst hat nicht nur eine Person angerufen.

So können deine Bekannten auch zu den" Nichtzuerstanrufern" gehören.
Und Du aus Unsicherheit auch...

Unsicherheit führt oft dazu, abzuwarten, sich bloß nicht aufdrängen und Zeichen nicht zu sehen
 
Mir kommt auch der Gedanken "self fulfilling prophecy" .

Halte ich mich selbst für eine "Aussätzige", dann wird mein Umfeld diesen Gedanken aufgreifen. Und diesen Gedanken mit Leben erfüllen.

Vielleicht hilft es ja schon, sich klarzumachen, dass man manchmal stört, weil 2 Personen etwas zu besprechen haben, was Dritte nichts angeht. Jemand möchte einfach mal Ruhe haben, ist genervt von einer ganz anderen Person, hat gerade eine schlechte Nachricht zu verdauen ...... kann alles passieren. Und hat NULL mit dir zu tun. Basta. Punkt. Ausrufezeichen. (nur um mit der neuesten Mode zu gehen)
Projeziert man nicht alles auf sich selbst kann es durchaus sein, dass man die Menschen freundlicher sieht. Dies dann auch ausstrahlt und somit selbst freundlicher gesehen wird.
 
@Nordlicht444
Lieben Dank Nordlicht! Und total in Ordnung!
Ich mache das so nicht im RL - das war schon forenspezifisch. Und ich war schon auch der Ansicht, dass der IM um Stellungnahme gebeten hätte, es war sein Thread, zum Thema Kommunikation, und in dem stand "dumme Frauen, aus der Praxis nur 3 usw..." . Ich hatte ihn in meinem ersten Post gefragt, ob er seine blinden Flecken sehen will, die Antwort hab ich als ja (miss)verstanden. Dann kam nur Entwertung, und daraufhin habe ich den direkten Kontakt zu ihm eingestellt.

Was ich meinte war, ich lese hier lang genug, ich hätte es vorher wissen können, dass er so oder ähnlich reagieren wird. Warum spreche ich jemanden an, von dem ich weiß, dass er sowieso dicht machen wird?

Und ich stimme dir zu, über Verbindendes reden ist der Weg zu neuen Freunden. Aber hat sich mein Kommentar hier in diesem Thread denn so angehört, als wollte ich IMs Anerkennung oder (virtuelle) Freundschaft? Das bestimmt nicht...

Es war eher so: ich wollte diejenige welche sein, die zu ihm durchdringt (bei Licht betrachtet: auch ganz schön narzisstisch, vor allem auch der "entlarvende" Gestus als es mir nicht gelang). Das ist bei mir ein ganz altes Thema. Sehr schwer loszuwerden. Aber ich arbeite dran. Und wissen müssen hätte ich es wirklich : zu ihm durchzudringen schaffen hier nicht mal die, die es komplett ohne Konfrontation versuchen. Das habe ich aber erst in den letzten Tagen hier gesehen.

@yellow bee s Tipps finde ich gut - genauso mache ich es (inzwischen) auch und habe das so auch in der Analyse gelernt. Trotzdem, es ist schon auch wichtig zu gucken, auf wen man zusteuert. Kann er /sie ein guter Freund sein? Das war bei mir das Problem, nicht so, dass ich mich gemieden gefühlt hab. Ich hab dann auch seltsame Kontakte aufrecht erhalten, konnte nicht nein sagen und so.

Noch direkt an Hammel: man braucht Geduld. Leute, die sich schon lange mit guten Freunden umgeben - und gute Freundschaft können - sind eben meistens auch versorgt. Sie haben keine Eile. Die darf man dann auch nicht haben....
 
Im Gesprächsmoment spreche ich schneller, als ich denke. Ich arbeite daran und es ist besser geworden, aber es ist manchmal peinlich.
Ich war in meiner jetzigen Abteilung teilweise zu offen und klinkte mich in jedes Gespräch ein, und jetzt rudere ich extrem zurück, da muss ich meine Mitte erst finden
Genau das sind die Gründe, warum man Dich meidet. Du hast die Probleme erkannt und gerade mit den Kollegen ist die Coronazeit und Homeoffice gut, um danach etwas mehr Zurückhaltung zu pflegen und anderen mehr Raum zu lassen.

Du gehst auf die 40 zu, wie alle anderen um Dich herum auch - alle in Doppelbelastung mit Familie und Beruf sowie des öfteren blankliegenden Nerven.
Da haben die wenigsten noch Lust, so ein Fehlverhalten zu akzeptieren. Es hilft enorm sich das zu vergegenwärtigen und zu realisieren, dass es einem selbst kein bisschen anders geht, wenn man das in der anderen Rolle erlebt.
 
Im Gesprächsmoment spreche ich schneller, als ich denke. Ich arbeite daran und es ist besser geworden, aber es ist manchmal peinlich. Beispiel, Freunde hat man ja, um sich ehrlich die Meinung zu sagen. Aber zu ehrlich ist im Einzelfall ungut, da lerne ich langsam, öfter die Klappe zu halten. Klappt halt nicht immer.
Ihr habt Recht, dass die Leute mich um meiner selbst willen mögen sollten, und everybodys darling will ich auch nicht sein.

Warum ist das denn so, dass du sprichst, bevor du ausreichend drüber nachgedacht hast? Hast du da ein gesundheitliches Problem oder bist du sehr nervös im Umgang mit anderen?

Du könntest deine Achtsamkeit trainieren, indem du dein Gegenüber stärker beobachtest, z.B. auch sowas wie Frisur und Kleidung und Körpersprache allgemein. All das sagt dir ja etwas über die andere Person aus, sodass dir dann vielleicht auch schneller auffällt, wofür sich diese interessiert etc. Und v.a. ob ihr interessante Gemeinsamkeiten habt. Wenn jemand z.B. eine angenehm vornehme Art hätte, dann sagt das einmal was Individuelles über diese Person aus und einmal etwas Allgemeineres (z.B. wie man das macht und wie es ankommt).

Begegnungen leben ja von solchen Dynamiken des Hinguckens und Informationensammelns, Beisteuerns etc.

Jedenfalls bin ich der Meinung, man kann Achtsamkeit trainieren, indem man eben beiläufig bewusster und ohne Wertung beobachtet (ohne in so ne Negativspirale des Sich-Vergleichens und Auf- oder Abwertens zu rutschen).

Dass du dich für diese Patzer so dermaßen schämst, kann ich ehrlich gesagt nur bedingt nachvollziehen. Du bist wie du bist und das wird schon okay so sein. Niemand muss alles können und jemand, der zum Sport geht, aber keine Mukkis hat und deutlich langsamer oder schlechter als die anderen ist oder anders, meinetwegen übergewichtig ist, sollte sich auch nicht dafür schämen. Jemand, der nicht so intelligent ist wie seine Kollegen, sollte sich genauso wenig schämen. Es ist eben, wie es ist.

Und wenn es dich stört, dass deine Sozialkompetenzen noch nicht so ausgereift sind, dann machst du doch sowieso schon alles "richtig": Du arbeitest daran, eben so wie es d. Übergewichtige im Fitnesstudio macht oder d. nichz so intelligente Person, indem sie ihr Wissen und geistige Fähigkeiten trainiert. Das ist kein Verbrechen, sondern eigentlich ziemlich toll, weil es zeigt,dass jemand sich anstrengt, um seine Ziele zu erreichen. Es ist taff, so zu seinen Schwächen zu stehen und an sich zu arbeiten.
 
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