• #1

Warum möchte meine Partnerin alles auf den Prüfstand stellen?

Liebe Leser,

ich m49 wäre für jede Meinung und gutgemeinten Rat dankbar.

Erstmals schreibe ich in solch einen Forum, da ich bisher glaubte, solche Dinge immer allein bzw. mit der Partnerin in den Griff zu bekommen.
Wir beide sind seit 17 Jahren ein (unverheiratetes) Paar ohne Kinder.
Seit ca. 10 Jahren sind wir auch beruflich als Selbständige verbunden, mit allen daraus folgenden Vor- und Nachteilen.
Beruflich geht es dabei hoch und runter, auch finanzielle Zwänge führen manchmal zu Stress.
Momentan läuft diese Schiene jedoch gut, mit ordentlicher Perspektive.

Nachdem meine Partnerin seit einigen Monaten immer recht distanziert war, habe ich sie direkt angesprochen.
Die Folge war häufiger Streit (zum Großteil über Belanglosigkeiten), ein verletzendes Abblocken meiner Partnerin, die bestimmte Themen nicht besprechen will und Äußerungen wie „jetzt komme ich, immer musste ich mich Dir unterordnen“.
Manchmal werden sogar Dinge hervorgeholt, die zehn Jahr zurückliegen.
Meine Partnerin äußerte, dass sie derzeit Alles auf den Prüfstand stellt.
Ich habe das Gefühl, dass ich mich zu beweisen habe und jedes falsche Wort, jede Geste entsprechend bewertet wird.
Diesen Zustand halte ich nicht mehr aus, aber ich komme an sie nicht richtig heran.
Häufig stehe ich mit Tränen in den Augen da, weil ich mich durch dieses Verhalten so verletzt fühle.
Dies lässt meine Partnerin, die eigentlich eine sehr sensible und einfühlsame Person ist kalt und würde sie nur unter Druck setzen.
In der letzten Woche nach einem Streit (die Ursache war, dass ich von ihr klare Aussagen wünschte) äußerte sie mit Trotz und Wut, dass sie mit mir nicht mehr zusammen sein will.
Inzwischen haben wir viel geredet und uns auch teilweise wieder angenähert.
Ein klares Bekenntnis zu unserer Partnerschaft (z.B. „ich will mit dir weiter zusammen sein, zusammen schaffen wir das alles“) fehlt jedoch nach wie vor.
Ich kann nicht mehr schlafen, stehe unter Dauerstress und will einfach wissen, wo ich stehe.

Jedes konkrete Nachfragen wird mit dem Hinweis, dass ich nur Druck ausübe, abgetan.
Meine Partnerin ist mir sehr wichtig und ich empfinde immer noch tiefe Gefühle für sie.
Ich will hier also nichts „aufs Spiel setzen“, kann in dem ungeklärten Zustand, wo wir eigentlich stehen, aber nicht leben.
Vorschläge von mir wie Gespräche mit Dritten oder Paarberatung werden rigoros und bösartig abgelehnt.

Herzlichen Dank fürs Lesen und gutgemeinte Tipps.
 
  • #2
Diese Opferrolle nehme ich Dir nicht ab. Sie hat Dir deutlich gesagt, was du 17 Jahre von ihr verlangt hast und was sie nicht mehr mit sich machen lässt: sich Dir unterordnen. Ich denke, Eure Beziehung ist am Ende, nur Du siehst und akzeptierst das nicht und machst nun Druck, gegen den sich die Frau wehrt. Ich verstehe sie voll und ganz. Wenn sie Dir sagt, sie will nicht mehr mit Dir zusammen sein, meint sie das auch so. Dein eigentliches Problem tritt nun zutage: Du nimmst sie wieder nicht ernst und willst eine Paartherapie. Für sie ist es vorbei und eine Paartherapie macht keinen Sinn mehr. Vielleicht hat sie einen Mann kennengelernt, der besser zu ihr passt und merkt nun, was sie versäumt hat. Lass sie ziehen und bombardiere sie nicht mit Aussprachen, die nichts bringen würden.
 
  • #3
Manchmal werden sogar Dinge hervorgeholt, die zehn Jahr zurückliegen. Meine Partnerin äußerte, dass sie derzeit Alles auf den Prüfstand stellt. Ich habe das Gefühl, dass ich mich zu beweisen habe und jedes falsche Wort, jede Geste entsprechend bewertet wird.

Das ist bei vielen Frauen nichts neues. Vermutlich eine Art "Midlife-Crisis".
Die Frage ist letztlich, wie lange Du diesen Zustand aushältst, um nichts "auf Spiel zu setzen", was offenbar sowieso im Moment von ihr in Frage gestellt wird. Von außen betrachtet solltest Du von ihr erwarten können, dass das "Bewerten" irgendwann endet. Wenn sie sich nicht helfen lassen will, wird das so lange laufen, bis Du es nicht mehr aushältst. Entweder es ändert sich vorher etwas, oder es folgt doch eine Trennung.
Im Moment kannst Du kaum etwas tun, jedenfalls solltest Du nicht ihr "alles Recht machen", weil Du sonst in der Beziehung in eine unterlegene Position gerätst. Und ich würde ihr schon auch klar sagen, dass solch ein Zustand nicht dauerhaft anhalten kann...
 
  • #4
Hm, schwierige und verletzende Situation.

Meiner Ansicht nach kannst du nur eines machen: Die Kontrolle über dein Leben zurück zu bekommen.

Im Prinzip reagierst du ja nur auf das, was sie sagt. Du wartest auf Entscheidungen von ihr. Theoretisch müsstest du aber die Zügel selber wieder in die Hand nehmen, sprich: es geht dir nicht gut in diesem Zustand, also musst DU was verändern.

Da sie dich weiter schmoren lassen will und lässt, musst du versuchen, die jetzige, veränderte Situation zu akzeptieren und dementsprechend dein eigenes Leben weiterleben. Das klingt sehr leicht dahingesagt, und es tut sicher auch weh, gerade weil sie dir noch wichtig ist. Aber du siehst ja, dass sie euch beide mit ihrer Nichtbereitschaft, diesen Konflikt konstruktiv zu lösen, euch in eine Sackgasse manövriert hat und dass es so nicht weitergehen kann, weil du todunglücklich bist.

In letzter Konsequenz könnte das vielleicht eine räumliche Trennung sein, und ein Zurückbesinnen deinerseits auf deinen Wert, dass du so nicht mit dir umgehen lassen möchtest, so weh es auch tut und so lieb du sie auch hast.

Wenn du mehr eigene Entscheidungen triffst, hast du zumindest nicht das Gefühl, so machtlos zu sein. Immerhin hast du ihr ja sicherlich gesagt, was sie dir bedeutet, wenn sie das kaltlässt, musst du eben andere Saiten aufziehen.

Und ja, sicherlich hast du in der Vergangenheit auch Fehler gemacht, aber hier geht es um eine schlechte Konfiktlösungskompetenz und es hört sich ein wenig nach Rache Ihrerseits für irgendwelche verpassten Chancen in der Vergangenheit an, und sie gibt dir die Schuld an ihrem Frust.

Naja, pragmatisch runtergebrochen ist es immer recht einfach: DU entscheidest, was in deinem Leben passiert. Sie versucht das auch für sich so zu halten. Vielleicht habt ihr euch einfach klassisch auseinanderentwickelt.

Ist vielleicht sogar ein anderer Mann im Spiel?
 
  • #5
Also ich mache mich jetzt sicher nicht beliebt mit dem, was gleich kommt aber das ist hier auch nicht der Sinn der Sache...
Meine erste Frage geht an dich. Hat deine Partnerin im Laufe dieser 17 Jahre Wünsche geäußert, die eure Beziehung betreffen, die aber nicht deine Wünsche waren, du sie abgeschmettert hast und sie hat sich untergeordnet? Damit meine ich nicht irgendwelche Lappalien, sondern fundamentale Wünsche, die den eigenen Lebensentwurf betreffen. Wenn das der Fall war, dann ist ihr Bestreben, nicht mehr mit dir zusammen sein zu wollen keine Überraschung, sie hat sich immer angepasst und jedes Mal ist dabei ein Stückchen mehr Gefühl für dich verloren gegangen. Dann hat sie gehofft, dass entweder (1) du deine Meinung änderst oder (2) dass sie es schafft, ihre Wünsche zu unterdrücken und mit dem glücklich zu sein, was du willst. Jetzt stellt sie aber fest, dass weder (1) noch (2) eingetreten ist. Und jetzt will sie sich zu nichts mehr zwingen und die Gefühle für einen Mann, der sein Ding durchgezogen und dabei erwartet hat, dass sie damit glücklich wird ist weg. Da gibt es kein Zusammen mehr, sie kann dich nicht mehr ertragen und will es auch nicht mehr. Denn was ist ihre Perspektive dabei? Du nimmst sie nicht ernst und denkst, die muss sich nur einkriegen und alles wird gut. Falscher Ansatz. Was bist du bereit, für die Beziehung zu tun, außer sie in eine Therapie zu schleifen?
Wenn das oben geschilderte der Fall war - hast du ihr klar deine Sichtweise kommuniziert oder hast du sie in ihren Wünschen nur auf später irgendwann vertröstet?

ABER - ich möchte ihr nicht die eigene Verantwortung für ihr Leben absprechen. Wenn Sie sich hat vertrösten lassen dann ist das ihr Part. Ja, liebende Menschen verharren und hoffen bis zuletzt. Das weiß ich besser als irgendjemand sonst. Aber auch dann ist es trotzdem MEINE Entscheidung. Ich will damit sagen - ich verstehe, dass sie nicht mehr mit dir zusammen sein will. Aber ich verstehe nicht die aggressive Art dir gegenüber. Denn du kannst nichts für ihre Entscheidung, bei dir zu bleiben und weiter auf die Erfüllung ihrer Wünsche zu hoffen statt dass sie sich viel früher getrennt hätte als sie gemerkt hat, dass eure Lebensphilosophie nicht zusammen passt.
Noch heftiger wäre wenn sie wirklich nie etwas gesagt hat und sich stillschweigend angepasst hat, da hattest du natürlich keine Chance. Und dann verste ich wenn du verletzt bist weil du die Welt nicht mehr verstehst.
Aber so leid es mir tut, ich glaube, der Zug ist abgefahren. Trotzdem, versuche bitte wenn sie dir wichtig ist, mit ihr in Ruhe zu reden, frag sie, wo sie sich denn immer untergeordnet hätte, wenn du es nicht weißt. Aber unterstelle ihr keine Midlife Crisis oder sonstigen Quatsch denn das ist komplett kontraproduktiv.
 
  • #6
Lieber FS,
das ist eine Trennungssituation mit Trennungsschmerz auf beiden Seiten. Sie reagiert genervt auf dich und Gespräche. Und du kannst nicht mehr schlafen. Ich würde wie @NormaJean eine räumliche Trennung empfehlen. So ist das ja kein Zustand. Wenn sie nicht Klartext reden will und eine Paartherapie oder ein Gespräch mit Freunden ablehnt, soll sie ausziehen. Dann können beide Seiten wieder durchatmen. Und ihr könnt zusammen weiter arbeiten fürs Erste. Ich kann es auch überhaupt nicht ausstehen, wenn ein Partner unehrlich ist und sich weigert über Gefühle und Probleme offen zu sprechen. Oft steckt da ein Betrug dahinter leider. Willst du einen Detektiv engagieren oder "schnüffeln"? Womit machst du denn Druck? Das verstehe ich jetzt nicht.
 
  • #7
Meine Gedanken dazu:
Manchmal werden sogar Dinge hervorgeholt, die zehn Jahr zurückliegen.
Das werden die Dinge sein, bei denen sie besonders gemerkt hat, dass sie was nur Dir zu liebe so macht und bei denen sie eigentlich gegen ihre innere Stimme gehandelt hat.
Ich habe das Gefühl, dass ich mich zu beweisen hab
Du wirst sie triggern in Bezug auf ihre eigenen Fehler, sich so angepasst zu haben.
Sie entdeckt gerade ihre Unabhängigkeit und sieht Dich als Schuldigen an der Abhängigkeit bislang. Das ist normal und würde sich relativieren, sobald sie ihren Anteil am Dilemma erkennt. Dann müsste sie wütend auf sich sein und dann auf ihre Eltern, wo sie sich anscheinend auch nie durchsetzen konnte, sondern gegängelt wurde, oder sie wurde mit Liebesentzug bestraft.

Du müsstest Dich meiner Ansicht nach zurückziehen und Dich mal damit auseinandersetzen, wie Du die Beziehung gewollt und ungewollt dominiert hast. Da gibt es böse Fallen. Wenn sie sich z.B. in bestimmten Dingen "schwach" verhalten hat ("Du bist der Mann, mach Du das") und Du den Eindruck bekommen hast, dass Du "der Kompetente" bei euch bist, weil normalerweise eine erwachsene Person das allein kann, was Du nun übernommen hast für die Frau, kann es sein, dass in wiederum anderen Dingen SIE aber doch als kompetente Person auf Augenhöhe gesehen werden will. Nur Du hast den Eindruck von ihr dann nicht und setzt Dich vielleicht durch, weil Du Dir selber mehr vertraust.
Allerdings rennen viele Männer auch mit so einem Frauenbild rum und suchen sich natürlich auch genauso eine Partnerin, "anpassungsfähig", unterstützend usw. - und die Männer denken, Frauen SEIEN so. Das ist aber was, das als Tausch für Glück gegeben wird und keiner wird glücklich, wenn er gegen seine Interessen handelt. Das hat sie gemacht, anscheinend oft, und nun fragt sie sich, wie sie so doof sein konnte.

Ich denke, hättest Du das durchschaut, was jetzt passiert, also Frauen, insbesondere die Partnerin, schon immer als selbständige, Männern gleichwertige Wesen auf Augenhöhe gesehen, wäre Dir aufgefallen, wenn Du manipuliert wurdest zum "starken Papi"-Rollenspieler. Statt dass Du ihr gesagt "werd selbständiger, du bist erwachsen", hast Du Schwäche, Unselbständigkeit, Anpassung und Unterordnung bei Frauen normal gefunden. Allerdings wäre das sehr unbequem für Dich gewesen, wenn Du eine Frau als Partnerin gehabt hättest, die selbständig ist und genauso stark ihre eigenen Interessen vertritt. Eine Ja-Sager-Frau, wenn auch mit zerknirschtem Ausdruck, ist da viel angenehmer.
Wenn Du das Problem gesehen hättest, hättest Du sie unterstützen können dabei, dass das, was sie will, auch mal durchgesetzt wird, also dass Du mal wichtige Kompromisse machst und zeigst, dass auch Du die Beziehung erhalten willst durch Zurückstecken der eigenen Interessen.
 
  • #8
Ich würde es genau DIE Midlifecrisis bzw. einen wesentlichen Teil dieser nennen. Ich geh davon aus, dass sich alle Menschen in der MLC fragen, was sie, wieviel sie und warum sie so viel für andere getan haben und das von denen als selbstverständlich hingenommen wurde. Man/frau wollte das gar nicht und hat es nur gemacht, weil? Ja, weil er/sie das EIGENE Interesse, nämlich die Beziehung, erhalten wollte. Wenn man das nicht wichtiger gefunden hätte als seine eigene Durchsetzung in dieser Sache, dann wär man ja nicht geblieben.
Männer machen das ganz genauso mit dem "was ich alles getan und erlitten habe", das ist kein Frauending. Männer lassen sich in Beziehungen genauso unterbuttern, lenken, hin und her schieben und ziehen, damit sie die Partnerin behalten dürfen oder Stress vermeiden können. Und in der Midlifecrisis machen sie auch ihre typischen Sachen und fragen sich, was sie bislang vom Leben hatten und wann es mal richtig um sie ging.
 
  • #9
Besten Dank zunächst für die geäußerten Meinungen und Tipps.
Prima, dass sich in solch einer kurzen Zeit schon solch eine Resonanz ergibt.
Ich versuche auf die bisherigen Antworten "insgesamt" zu antworten.

Natürlich habe ich Fehler gemacht und sehe mich auch nicht in einer Opferrolle.
Ebenso habe ich sicher den ein oder anderen (wichtigen) Wunsch nicht kapiert oder begriffen bzw. sah im jeweiligen Moment keine Möglichkeit diesen zu erfüllen (z.B. Wohnsituation).
Ich stand meiner Partnerin jedoch in allen guten und traurigen Dingen zur Seite und war (und bin) immer für sie da.
Gleichfalls haben wir viele gemeinsame Hobbies und insgesamt viel Spaß miteinander.
Die berufliche Situation ist ebenso ein wichtiger Punkt, zunächst befürwortete meine Partnerin die Selbständigkeit mehr als ich, wenn Rückschläge auftreten, stand ich jedoch manchmal allein da.

Es gibt Dinge, die kann und werde ich verbessern, nachdem ich verstanden habe, was für sie wichtig ist.
Dies ist sicher auch manchmal ein Problem Mann/Frau, wenn nebulös durch "die Blume gesprochen wird".

Natürlich könnte ich hier analog einiger genannter Auffassungen sagen, "das war es, warum kämpfen, miteinander reden ist sinnlos".
Trotz manch dämlicher Streiterei glaube ich jedoch an eine gemeinsame Zukunft, bei der BEIDE aufeinander zugehen und vertrauen.
Also möchte ich die Flinte nicht ins Korn werfen und zunächst ins Gespräch kommen (der gemeinsame Urlaub steht vor der Tür).

Andererseits fällt es mir unendlich schwer nur belanglose Dinge zu besprechen, während die wichtigen ungeklärt sind.
Von einer gemeinsamen Freundin (die einzige "Eingeweihte"), wurde mir gesagt, dass meine Partnerin einfach nicht weiß, was sie will und mich liebt.
Sie ist auch sonst oft hin- und hergerissen bei Entscheidungen (z.B. berufliche Perspektive) und andererseits ein sehr gründlicher Mensch.
Aus meiner Sicht sehe ich nur nachfolgende Alternativen.
- alles einfach laufen lassen und sehen, was passiert
- weiter auf Klärung und Aussprache drängen, um die Dinge aus der Welt zu schaffen
- meinerseits "das Weite suchen", weil mich das zermürbt

Vom Typ her kommt eigentlich für mich nur Alternative zwei in Frage, da ich immer offen und gradlinig bin und mich weder verpisse, noch abducke.
Freilich besteht dann die Gefahr eines weiteren "Dichtmachens".

Besten Dank für weitere Meinungen und Ideen, ich freue mich auf meine (einzige) Austauschmöglichkeit.
 
  • #10
Lieber FS,

deine Situation tut mir leid, das erstmal vorweg.

Ich habe allerdings den Eindruck, dass du zu sehr um dich und deine Befindlichkeit kreist und erwartest, dass andere darauf Rücksicht nehmen und ihr Verhalten daran ausrichten müssen. Das müssen sie aber nicht, sondern andere dürfen sich so verhalten, wie es ihrer Befindlichkeit entspricht. Wenn deine Partnerin im Moment alles auf den Prüfstand stellt und nicht sicher ist, ob sie die Beziehung mit dir weiterführen will, dann ist das so und ihr gutes Recht, denn das ist es, was sie momentan empfindet. Sie muss nicht, weil du darunter leidest, anders empfinden bzw. das kann sie gar nicht.

Nimm es so hin und höre auf Druck zu machen, denn das machst du und zwar erheblich. Oder trenne dich, weil du die Ungewissheit nicht aushalten kannst. Aber versuche sie nicht weiter emotional damit zu erpressen, dass du fürchterlich leidest. Damit kann man keine Liebe bewirken.

Eine gute Idee wäre vielleicht auch, wenn du alleine mal in eine Beratung gehst und dich dort aussprichst. Im Moment treibst du deine Partnerin nur weiter weg von dir, weil du so schwach wirkst.

Alles Gute

w/44
 
  • #11
Zwei Freunden von mir ging es genauso , Frauen zwischen 45 und 50 exakt dieselben Vorwürfe . Untergeordnet klar zum Teil natürlich auch Kindern und Familie zuliebe und dann die Erkenntnis und der Zorn und das Ziel : jetzt komm ich .
Beide haben alles getan und beide Frauen sind gegangen - auch mit anderen Männern . Glaube hinterher laufen bringt wenig . Jeder hat seinen Anteil am scheitern ich empfehle räumliche Trennung und nach der Wut Phase Gespräche ev mit Coach .
Auch sind Frauen in den Wechseljahren oft schwierig ähnlich Pubertät , ein Mann kann da sehr wenig tun leider außer etwas Abstand nehmen und Freiraum gewähren denke ich .
 
  • #12
Hallo Ratlos,
irgendwie fehlt mir etwas in deiner Geschichte.
Es ist ziemlich untypisch für eine Frau, dass sie nicht mit einem Schwall Vorwürfe über dich hereinbricht, wenn du sie schon so explizit nach ihren Unzufriedenheiten fragst.

Ich könnte mir zwei Möglichkeiten vorstellen.
Entweder sie hat einen anderen Mann kennengelernt und hält dich solange mit Mauern und Stänkern (aber ohne klare Aussprache) hin, bis sie sich zwischen euch entschieden hat.

Oder sie hat in den Jahren einfach ihre Liebe zu dir verloren, vielleicht weil du nie so richtig auf sie eingegangen bist. Das Mauern ist nun ihr kleiner Rachefeldzug, da sie sich in der endlich mal übergeordneten Position gefällt. Dich vielleicht noch ein wenig buckeln und kriechen lassen möchte, bevor sie sich trennt oder dir verzeiht.

Gleich welcher Grund es ist, ihr gefällt der derzeitige Zustand und sie möchte ihn nicht ändern. An einer Klärung oder eine gemeinschaftlichen Verbesserung der Situation ist sie derzeit nicht interessiert. Das wiederum ist unfair von ihr, denn so lässt sie dich in der Luft hängen und in Unwissenheit dumm sterben. Es ist ihr egal, ob du dich quälst.

Ich denke nicht, dass du das weiter mitmachen solltest. Es ist ein Spiel nach ihren Regeln, und so ein Verhalten ist destruktiv für eine Liebe und Partnerschaft.
Lass dich nicht bequatschen - es setzt sie keineswegs unter Druck, wenn sie sich erklären soll, womit sie unzufrieden ist.

Den Urlaub würde ich canceln. Stattdessen für 2 Wochen in eine Pension ziehen und in der Folge ein Gespräch anberaumen, in dem sie sich äußern soll. In der Firma nur über Berufliches sprechen. Sie möge sich dann in dem Gespräch einlassen, worum es ihr geht und womit sie unzufrieden ist.
Auf keinen Fall würde ich ungeklärt weiter mit der Frau unter einem Dach verweilen, in den Urlaub fahren und so tun, als wäre nichts. Ihr noch hinterherkrabbeln und bei jedem Wort und jeder Tat unsicher sein, wie sie das nu wieder interpretiert und ob sie mir einen Strick daraus dreht. Das macht einen ja wahnsinnig - wie ein Kampf gegen einen unsichtbaren Gegner.
 
  • #13
Ich würde sie nicht weiter mit Aussprachen bedrängen.
Distanzier dich und mach dein Ding.
Setzt dir innerlich eine Frist, zb 3 Monate. In der Zeit machst du dein Ding. Du fragst nicht mehr, du bedrängst sie nicht mehr. Sollte sich in dieser Zeit nichts tun, bittest du um eine letzte Aussprache.
Sollte auch die verweigert werden, kannst du immer noch überlgen.
Ich glaube ihr ist euer gemeinsames Leben zu eng geworden.
Gleichzeitig sieht sie aber die Sicherheit, die sie in dir hat.
 
  • #14
Ich geh davon aus, dass sich alle Menschen in der MLC fragen, was sie, wieviel sie und warum sie so viel für andere getan haben und das von denen als selbstverständlich hingenommen wurde.

Ich würde das nicht so theatralisch sehen. Ab und an frage ich mich immer schon, ob alles im Leben so läuft, wie ich mir das erhofft oder vorgestellt habe. Es sind meine Entscheidungen. Manche waren gut, manche erfordern Korrekturen.
Frauen haben oft ziemlich intensiv um die Familie gekümmert (das liegt nicht nur an den dazugehörigen Männern) und haben das Gefühl, etwas verpasst zu haben. Hier gibt es keine Kinder, aber das passende Alter hat die frau auch.
 
  • #15
Oder sie hat in den Jahren einfach ihre Liebe zu dir verloren, vielleicht weil du nie so richtig auf sie eingegangen bist. Das Mauern ist nun ihr kleiner Rachefeldzug
Dass er nie auf sie eingegangen ist, kann ich mir auch vorstellen. Aber dann ist m.E. das Mauern keine Rache, sondern sie weiß, dass es sinnlos ist, reden zu wollen, weil sie schon weiß, wie die Diskussion laufen wird.
Ich kenne solche Diskussionen auch. Der andere kann und will nicht verstehen, fängt gleich an mit Gegenwehr und Angriff.
 
  • #16
Herzlichen Dank für die weiteren fundierten Einschätzungen.
Ich bin leider absolut hin- und hergerissen.
Solch eine Situation ist für mich völliges Neuland.
Meine Partnerin äußerte von selbst, dass sie sich in einer Art Krise sieht.
Sie denkt, dass sie zu wenig erreicht hat und setzt sich (so glaube ich) selbst massiv unter Druck.
Ich versuche sie zu stärken und die vielen Erfolge aufzuzeigen.

Sicher kann ich nochmals bestätigen, dass ich in manch einer Situation ihre Wünsche nicht verstanden habe und somit nicht erfüllt habe.
Wir haben vor einigen Wochen auch dahingehend konstruktiv Klartext geredet, nur jetzt, gibt es halt diese zermürbende "Blockadephase".
Ich bin für weitere Meinungen sehr dankbar und werde berichten ...
 
  • #18
Wie alt ist deine Partnerin?
Um welche Wünsche geht es? Was hast du ignoriert und warum?
Geht es um Heiraten, Kinder, Zusammenziehen, bei den Schwiegereltern leben etc? Elementare Lebensentscheidungen? Oder um einen Hawaiiurlaub, ein schnelles Auto oder oder oder?
Es ist ein Unterschied, ob sie Kinder wollte (und evtl. aufgrund ihres Alters sogar noch haben könnte!) oder ob ihr nach 17 Jahren nicht zusammen lebt, obwohl sie das wollte oder ob ihr euch über die Marke der Zahnpasta streitet.
Du wirkst sehr dominant - du willst auch jetzt mit Gewalt erzwingen. Du drängst und bedrängst. Manchmal geht es im Leben nicht nur nach dem eigenen Willen, hier ist ein zweiter Mensch, dessen Wünsche nicht weniger wert sind als deine.
Sie ist unglücklich und sucht jetzt selbst eine Möglichkeit das zu ändern: wenn du dich jetzt weiterhin als Belastung zeigst, weil du egoistisch bist, dann braucht sie nicht mehr lange zu überlegen, welcher Weg der Beste ist!
 
  • #19
Ich versuche sie zu stärken und die vielen Erfolge aufzuzeigen.

Finde ich gut und richtig, sie zu unterstützen. Jeder hat mal eine schwierige Phase im Leben und denkt grundsätzlich mit zunehmendem Alter darüber nach, ob es das jetzt schon war oder war bisher gefehlt hat.

Meine Partnerin äußerte von selbst, dass sie sich in einer Art Krise sieht. Sie denkt, dass sie zu wenig erreicht hat und setzt sich (so glaube ich) selbst massiv unter Druck.

Bringe die Geduld auf, die Du dafür aufbringen kannst. Schaffe Dir nebenbei ein wenig Freiraum durch eigene Unternehmungen, die Dich einerseits ablenken, Dir andererseits zeigen, dass Du auch alleine weiterleben könntest.
 
  • #20
Das lieber FS ist der Auslöser für ihre Verhalten.
Ich kenne das nur zu gut. Ich habe in meiner Ehe auch oft meine innere Stimme, meine Bedürfnisse hinten an gestellt und irgendwann war ich an dem Punkt, wo ich mich gefragt habe, was ist mit mir? Genau das tut deine Freundin auch. Du empfindest dass als, dich beweisen zu müssen, sie hingegen möchte das gar nicht mehr, denn sie ist gedanklich schon viel weiter.

Könnte es sein, dass deine Freundin sich immer dir untergeordnet hat, auch Dinge verzichtet hat die ihr sehr wichtig waren, die du aber nicht wolltest und abgeschmettert hast? Wenn ja, dann kannst du heute nichts mehr tun! Und deine Einsicht kommt zu spät. Denn sie fragt sich gerade, was sie all die Jahre für dich war, wenn ihre Bedürfnisse nie wichtig genug waren. Ihre Gefühle für dich, sind abgestorben, die hast du selbst zerstört mit deinem Verhalten, welches du nicht zugeben willst, aber aus ihrem Satz " endlich komme ich dran, ich will mich nicht mehr unterordnen" deutlich hervor geht.

Was du tun kannst? Dich zurück ziehen, ihr Raum geben. Hinterfrage dich und dein Verhalten in der Vergangenheit, entschuldige dich dafür und komme aus deiner Opfer Rolle raus. Wenn sie dir überhaupt noch eine Chance gibt, dann nur wenn du Fehler ein siehst und es in Zukunft besser machen willst! Sie will Veränderung, du nicht, du willst einfach nur dass sie zur Besinnung kommt. Das wird nicht funktionieren. Die Opferrolle die du derzeit ein nimmst, katapultiert dich nur endgültig ins aus... denn als Opfer sieht dich deine Lebensgefährtin ganz sicher nicht.
 
  • #21
Lieber FS,
die Frage ist, in welchen Punkten sie sich Dir immer unterordnen müsste, welche von ihren Wünschen mit Dir zusammen nicht gingen.

Ich finde, dass Du sehr dominant klingst: was Du willst soll passieren (problemgespraeche, Paartherapie), Du versuchst sie zu manipulieren (berufliche Erfolge aufzeigen). Vielleicht sieht sie was Du als Erfolg bezeichnest ja garnicht als Erfolg und ist sauer, dass Du ihr diese Meinungsfreiheit nicht zugestehst. Darum redet sie nicht mehr mit Diruber ihre Gedanken.

Du schreibst von beruflichem Stress, einer gemeinsamen Selbstständigkeit mit vielen Auf und Abs, finanziellen Problemen, aber die Zukunft nach Deiner Bewertung macht Hoffnung....
Sorry, aber Erfolg mit Ende 40 liest sich für mich anders.

Vielleicht sieht sie den beruflichen Erfolg ebenfalls als dürftig an, will mehr Sicherheit und Konstanz bei weniger Stress und grübelt ob sie statt mit so einer wackeligen beruflichen Existenz weitermacht oder ob sie den Fachkräftemangel nutzt und lieber in ein Angestelltenverhaeltnis wechselt.
Möglicherweise solltest Du ihr nicht immer Deine Meinung aufdrängen sondern sie ernst nehmen in ihren Zweifeln und einfach mal zuhören statt zu reden.

Genauso ist es, wenn 10 Jahre alte Ereignisse ausgegraben werden, die sich in den Folgejahren in immer neuen Varianten nur wiederholten. Das zeigt doch nur, wie lange sie den Groll schon hegt und wie tief er sitzt. Sie hat ihn damals ja wohl angesprochen, aber Du warst nicht fähig, das zu erkennen. Warum soll das jetzt anders sein? Da helfen einfache Lippenbekenntnisse nicht, da muss was Greifbares her.

Sie führt keine Gespräche mehr mit Dir und will auch keine Paartherapie, weil sie in den letzten 17 Jahren das Vertrauen darein verloren hat, dass man mit Dir reden und was verändern kann.
Ich denke nach eigenen Erfahrungen mit meinem Exmann, dass sie damit recht hat, denn könntet ihr anders miteinander, hättet ihr es ja wohl gemacht und jetzt nicht diese Probleme.
Es gibt Gründe die in der Vergangenheit beider liegen, warum sie destruktive Kommunikationsmuster haben und die muss man getrennt voneinander angehen. Erst dann kann eine Paartherapie greifen.

Mit Ende 40 steht man vor der Frage, welche Zukunft man sich wünscht. Es stellt sich auch die Frage: will ich mit den Erfahrungen der letzten 17 Jahre mit diesem Menschen für den Rest meines Lebens zusammen sein, resp. wenn er oder ich Hilfe benötigen. Es geht um die zurückliegenden Erfahrungen und die eigenen Hoffnungen in die Zukunft. Das bewertet ein Paar sehr unterschiedlich, abhängig davon, in welcher Rolle er war. Wer dauerhaft untergebuttert würde ist oft wenig zuversichtlich und will lieber die Trennung, weil da die Aenderung gewiss ist.
 
  • #22
Ich versuche sie zu stärken und die vielen Erfolge aufzuzeigen.
Finde ich einerseits gut, andererseits wird sie das vielleicht an manchen Tagen vielleicht in den falschen Hals kriegen. Also wenn das wie Lob rüberkommt oder wie Stütze, denn sie fühlt sich ja schwach und wenn Du "auf die falsche Art" redest, klingt das für sie vielleicht wie Almosen von einem Erfolgreichen.

Sicher kann ich nochmals bestätigen, dass ich in manch einer Situation ihre Wünsche nicht verstanden habe und somit nicht erfüllt habe.
Naja nu. Ich meine, keiner kann gedankenlesen.
Ich fänd es wichtig, sich selbst, also Du Dich, von außen zu betrachten, was Dein Verhalten angeht, wenn Du kannst. Ich finde es schwierig, wenn man IN der Beziehung ist, Abstand zu kriegen und sich mal zu hinterfragen. Aber manchmal reagiert man selber immer auf die gleiche Weise, so dass der andere das zwar nicht mehr anspricht, aber kein Kompromiss gefunden werden konnte und somit das Problem weiter besteht.

Kann es sein, dass Du die Selbständigkeit aufgezogen hast und sie Dich dabei immer unterstützt hat? Ich hatte mal so eine Phase, da habe ich mich auch nicht getraut, selber was aufzuziehen. Mein Ex wollte das, ich wollte gern was mit ihm zusammen machen, und ich hab mich selber vor der Verantwortung gedrückt und war froh, dass er die übernahm. Ich hab mich hinter ihm versteckt wie das Anhängsel und wurde auch genauso behandelt. Den Job hat er sehr schlecht gemacht. Das ging gar nicht, ich hatte auch viel besseres Wissen darin, wie sowas gemacht werden müsste durch meine frühere Arbeit, bei der ich zwar Einblicke in diese Verantwortung hatte, sie aber nicht dauerhaft übernehmen musste, und ich hätte das ganz anders aufgezogen, aber eben den Mann vorgeschoben. Tja, Lehrgeld für mich.
Vielleicht bemerkt Deine Freundin auch gerade, dass Du der Chef bist bei euch und sie sich vor der Verantwortung gedrückt hat, was Eigenes aufzuziehen?

Wir haben vor einigen Wochen auch dahingehend konstruktiv Klartext geredet, nur jetzt, gibt es halt diese zermürbende "Blockadephase".
Ich denke, das geht auch wieder vorbei. Zu manchen Erkenntnissen kommt man langsam und man kann nicht gleich drüber reden, was in einem brodelt.
Vieles dreht sich auch im Kreis, bis man es auflösen kann, also die Wut über irgendwas Verpasstes wechselt sich ab mit Hoffnung und Resignation und jedesmal bearbeitet man das Problem etwas mehr, dann kommt ne Ruhephase, bis es wieder aktiviert wird.
Vielleicht ist das bei Deiner Freundin gerade genauso.
 
  • #23
Hallo lieber Ratloser!

Die Dame sagt:

dass sie mit mir nicht mehr zusammen sein will

und Du sprichst ständig von


Ich glaube, Du hast noch nicht realisiert, dass Ihr KEINE Beziehung mehr miteinander habt! Ratloser, bitte: höre ihr doch (das erst Mal vielleicht?) GENAU zu: sie ist bereits jetzt Deine Ex-Partnerin.

Ja, es gibt manchmal so eine:


Wenn ein Mann eine Zeit lang nicht mehr "redet", hat er sich in sich zurück gezogen, um Nachzudenken. Danach spricht er Klartext. Mit ungewissem Ausgang.

Eine Frau versucht aber ZUERST zu reden, Dir zu sagen, was ihr fehlt. Ich habe das Gefühl, das hat sie bereits JAHRELANG (!) getan. Wenn eine Frau in die, wie Du es nennst: "Blockade" gegangen ist, ist sie bereits "weg vom Mann".

Trennt Euch sauber: wohnlich, räumlich und vor allem auch beruflich! Erst DANACH kannst Du, meiner Meinung nach, Sie vielleicht wieder zurück erobern. Und bitte arbeitet nicht mehr zusammen, das scheint nicht gut für Eure Beziehung sein sein!!!!

PS: Weshalb habt Ihr keine (gemeinsamen) Kinder? Das ist oft ein ungeheurer wichtiger Punkt für eine Frau, über den Du lapidar drüber hinwegzugehen scheinst.
 
  • #24
Hört sich danach an als hättest du sie nicht genügend dabei unterstützt glücklich zu werden, obwohl diese spezielle Frau das gebraucht hätte, Erklärung:

Vermutlich ist sie insgesammt Unsicherer als du und als Resultat haben sich deine Ideen bei Lebensentscheidungen durchgesetzt weil sie eben zu schwach war (und nicht wirklich wusste was sie will). Sie wurde in erster Linie zu deinem Beiwagen.

Deine Freundin braucht einen Mann der ganz anders ist als du. Einen der nicht vor allem tatkräftig auf sein Leben konzentriert ist, sondern einen der sensiebel und unterstützend ihr inneres stärkt damit sie herausfindet wer sie ist, was sie braucht und wie sie für sich selbstständig und stark wird.

Könnte man sich vorstellen wie einen Gärtner der weiß mit welchen Wassern er die Erde gießen muss damit die Blumen zu blühen beginnen . Einen der sie stark werden lässt.

Du brauchst wahrscheinlich auch eine andere Frau, eine stärkere die für ihre Interessen rechtzeitig auf den Tisch haut bevor alles zu spät ist und sie dann unglücklich und frustriert ihr ganzes Leben nicht mehr aushält.
 
  • #25
Alles, was dir hier schon geantwortet wurde, stimmt sicher irgendwie.
Dennoch macht mich stutzig, dass deine Partnerin nach 17(!) Jahren plötzlich diese Sinnkrise hinsichtlich eurer Beziehung bekommt. Nach 17 Jahren Beziehung hat man sich eigentlich mit dem Partner und dessen Eigenschaften, auch denen, die einem nicht gefallen, arrangiert. Wenn schon immer etwas dermaßen gravierend nicht gestimmt hat, dass man es nicht aushält, trennt man sich normalerweise früher. Normalerweise geschieht diese Eskalation, die jetzt bei euch passiert, nämlich dann schon mal früher und führt zur Trennung.
Typische Ausnahme sind manchmal Frauen mit Kindern. Die Kinder sind flügge, die Frau (das Paar) kommt nach 20 Jahren zum Durchatmen und stellt fest, dass sie mit diesem Partner nicht alt werden will. Ich kenne allerdings keine Frau, die sich da getrennt hat - nur Männer.
Aber Kinder habt ihr ja auch gar nicht, weshalb diese Zäsur bei deiner Frau nicht stattfindet.

Für mich kommen in euerm Fall eigentlich nur 2 Erklärungen in Frage:
1. Sie hat einen neuen Mann kennengelernt und kann sich noch nicht entscheiden, ob sie dich für ihn verlässt.
2. Falls sie auch Ende 40 ist, wie du, ist sie natürlich in den Wechseljahren. Manche Frauen spüren die da ablaufenden Veränderungen sowohl körperlich als auch psychisch sehr heftig und nicht wenige machen eine Art "Inventur" ihres Lebens. Für Frauen, die kein Kind haben, ist nun endgültig besiegelt, dass sie niemals Mutter sein wird usw. usf.
Allerdings spüren die meisten Frauen, die ich kenne, in dieser Phase ihre schwindenden Kräfte und Energie, von der schwindenden Schönheit mal ganz zu schweigen (jedenfalls wer sich realistisch im Spiegel anschaut) und wissen dann doch, was sie an ihrem langjährigen Partner haben, falls er sie nicht gerade schlägt oder permanent fremdgeht.

Kann es sein, dass deine Partnerin schon früher mal, oder vielleicht schon öfter mal auf dem Absprung war und du das nur verdrängst?


w52
 
  • #26
Wiederum besten Dank für die weiteren Einschätzungen und mögliche Erklärungen.
Weil mehrfach gefragt, meine Partnerin ist quasi gleichalt, so dass nicht zuletzt die Ausführungen von "Frau" (Beitrag darüber) passen können.
In der Vergangenheit gab es (wie bei jedem Paar) sicherlich die ein oder andere Meinungsverschiedenheit, elementare Dinge waren (natürlich nur aus meiner Sicht) nicht berührt.
Ich halte mich auch nicht für den dominanten Teil, meine Partnerin kann sich normalerweise schon durchsetzen ...

Wie mehrfach hier geäußert, sehe ich inzwischen auch die berufliche Situation als eine Belastung.
Die Selbständigkeit wurde von uns beiden gewollt und angeschoben.
Jeder der selbständig ist weis, dass es da eben Höhen und Tiefen gibt.
Veränderungen in diesem Bereich stehen definitiv an.

Nur am Rande ... mich verwundert tatsächlich, dass hier im Forum relativ schnell davon ausgegangen wird, dass Beziehungen zum scheitern verurteilt sind.
Während im realen Leben quasi jeder rät, Probleme in der Beziehung zu lösen und auch solch besch... Situationen durchzustehen, kommt es mir hier so vor, als wenn jede Frau mehr oder weniger vom Mann missverstanden wird und sich (tatsächlich) unterordnen muss, so dass eine Trennung mehr oder weniger der einzige Weg ist
 
  • #27
Nur am Rande ... mich verwundert tatsächlich, dass hier im Forum relativ schnell davon ausgegangen wird, dass Beziehungen zum scheitern verurteilt sind.

Wenn Du hier etwas mehr liest, wirst Du feststellen, dass viele Frauen selbst in Beziehungen waren, in denen sie den Mann die ganze Zeit unterstützt und sich selbst aufgegeben haben (so jedenfalls ihre Sichtweise), siehe z. B. #19. Dann ist logisch, dass ihre eigene Geschichte wieder hochkommt. Außerdem hast Du selbst geschrieben, dass Deine Partnerin Äußerungen in der Richtung gemacht hat.
Aber es ist natürlich auch schon so, dass sich viele erst hier im Forum ausbreiten, wenn sie schon relativ lange Probleme haben. Auch da: letztlich musst Du das beurteilen, hier kannst Du nur Gedanken und Ansätze dazu mitnehmen.
 
  • #28
Allerdings spüren die meisten Frauen, die ich kenne, in dieser Phase ihre schwindenden Kräfte und Energie, von der schwindenden Schönheit mal ganz zu schweigen (jedenfalls wer sich realistisch im Spiegel anschaut) und wissen dann doch, was sie an ihrem langjährigen Partner haben
Die Frauen, die ich kenne (allesamt beruflich überdurchschnittlich erfolgreich), haben weniger schwindende Energien als die meisten Männer.
Die schwindende Schönheit ist ihnen piepegal und sie trennen sich aus langjährigen unbefriedigenden Beziehungen mit der Annahme, dass sie keine zufriedenstellende Beziehung mehr finden. Ja, diese Frauen wissen, was sie an ihren Männern haben - darum verlassen sie diese ja auch.

Nur am Rande ... mich verwundert tatsächlich, dass hier im Forum relativ schnell davon ausgegangen wird, dass Beziehungen zum scheitern verurteilt sind.
Während im realen Leben quasi jeder rät, Probleme in der Beziehung zu lösen.....

Das hat was mit Lebenserfahrungen zu tun von Menschen, denen Beziehungen gescheitert sind. Wen fragst Du denn im RL, was sind deren Erfahrungen und was hält sie zusammen? Es ist egal, was man Dir rät, es kommt drauf an, was passiert und warum das passiert. Mein Eindruck ist: Du hast die Probleme noch nicht erkannt, stürzt Dich daher erfreut auf die Posts, die Dir gefallen. Eine wirksame Lösung kannst Du nur finden, wenn Du das wirkliche Problem kennst - schwierig, wenn sie nicht redet.


Ich bin eine Frau und ich habe mich in eurem Alter von meinem Exmann getrennt. Du schreibst im EP, dass Deine Partnerin Abstand von Dir in Form einer eigene Wohnung will.
Als ich an diesem Punkt war (eigene Wohnung, keine Paartherapie, keine Gespräche mehr) war mir klar, dass das eine endgültige Lösung/Trennung ist. Problemlösungen hatte ich lange Jahre vorher ergebnislos gesucht. Daher vermute ich das Gleiche bei Deiner Partnerin - Zeitpunkt für Lösungen ist überschritten und sie ist auf dem Weg zu neuen Ufern.

Mein Ex meinte noch am Umzugstag, dass es nicht auf Dauer ist und ich bald zurück komme in das große schöne Haus. Alle haben über ihn den Kopf geschüttelt, denn das Haus hatte ich überwiegend bezahlt und ihm überlassen.
Ich wohne nun seit 10 Jahren hier, ein Umzug ist erkennbar - zu einem anderen Mann.

Zu Deinem Lösungsansatz "Veränderungen im beruflichen Sektor": wenn das der Grund für ihren Distanzwunsch war, dann dürften Abstand, eigene Wohnung etc doch jetzt obsolet sein.
Das schreibst Du aber nicht und somit schlussfolgere ich: die Lösungen aus dem RL greifen nicht mehr bei euch.
 
  • #29
Du wunderst Dich, dass im Forum sehr schnell davon ausgegangen wird, dass Beziehungen zum Scheitern verurteilt sind.
Nicht im ganzen Forum. Nur bei solchen Threads, wo sich der Mann wundert, warum seine Frau plötzlich ihr eigenes Ding macht.
"Ich hab so viel gehört und doch kams niemals bei mir an...", im Lied "Still" wird genau das beschrieben: Frauen machen lange Zeit mit, äußern auch Wünsche (hatte Deine Freundin Kinderwunsch? Ein Lieblings-Reiseland? Eine Lieblingssendung? Wollte sie mal Trost? Hat sie heimlich geweint? Hatte sie Schlafstörungen? Musste sie früh mit Dir zusammen aufstehen? Hat sie Arztbesuche alleine absolviert? Vielleicht sagst Du jetzt, dass für das alles keine Zeit war zu erörtern, denn das Geschäft ging vor?
Ich glaube, dass Du sie nicht siehst. Auch jetzt nicht.
Mein Ex ist auch noch fassungslos. Ich könnte ihm noch weitere 10 Jahre mein Begehr vortragen, ach nein, er will das gar nicht hören, er ist so von seinem eigenen Weltbild zerfressen, dass er sich alles hinbiegt, wie es für ihn passt.

Und nun nochmal die Frage, auf die Du nicht eingehst: Warum habt ihr keine Kinder?
 
  • #30
dass hier im Forum relativ schnell davon ausgegangen wird, dass Beziehungen zum scheitern verurteilt sind.
Naja, Deine Freundin sagte ja
mit Trotz und Wut, dass sie mit mir nicht mehr zusammen sein will.
Und auf ein Bekenntnis zur Beziehung wartest Du ja noch.

Mein Eindruck ist, dass sie zumindest auch in Erwägung zieht, dass es mit euch vorbei sein könnte und Du das irgendwie nicht ernst nimmst/nehmen kannst.

Während im realen Leben quasi jeder rät, Probleme in der Beziehung zu lösen und auch solch besch... Situationen durchzustehen, kommt es mir hier so vor, als wenn jede Frau mehr oder weniger vom Mann missverstanden wird und sich (tatsächlich) unterordnen muss, so dass eine Trennung mehr oder weniger der einzige Weg ist
Nicht "muss", aber sie tun es oft, wenn sie aus der Generation sind.

Kann sein, dass viele hier schon durch haben, dass sich nach solchen Krisen nur noch die Abschlussphase einstellte. Und "man löst eben solche Probleme", ist schnell GESAGT. Deine Freundin hat das Problem und denkt an Trennung. Lös das mal...

Du bist gerade zum Abwarten verurteilt, was die Denkprozesse Deiner Freundin bzgl. eurer Bez. und Dir als Partner bringen werden, und wirst dabei beobachtet, ob Du wieder die Verhaltensweisen zeigst, die sie früher unter Druck gesetzt haben, was Du vielleicht nicht mal gemerkt hast. Und da finde ich solche Hinweise, dass sich Frauen unterordnen aus diesen oder jenen Gründen hilfreich, weil wenn Du auf solche Gedanken noch nicht gekommen bist, könntest Du euer beider Verhalten daraufhin mal abklopfen und die Freundin besser verstehen. Denn sie sagt ja Entsprechendes.

Es gibt ja Reifeprozesse in jedem Menschen und Veränderungen der Persönlichkeit, die die Beziehung gefährden und deswegen unterdrückt werden. Oder man hat Angst davor, unabhängiger zu werden. Die kommen aber oft irgendwann gestaut zum Vorschein. Vielleicht hat sie sich von der Selbständigkeit auch mehr erhofft und ist nun sauer auf Dich, dass sie sich darauf eingelassen hat (Ablehnung der Verantwortung für die eigene Entscheidung).

Ich denke, Du müsstest durch kritische Selbstanalyse rausfinden, ob Du manipuliert hast oder früher Druck ausgeübt hast. Ob es zB Szenen gab, wo Du mit dem Aus der Beziehung "gedroht" hast, wenn dies und das nicht passiert, weil ihr dann eben nicht zusammenpassen würdet. Emotionalen Druck ausüben, geht sehr subtil. Jemand, der empfindsam ist, merkt das genau, dass er unter Druck gesetzt wird, kann sich aber nicht wehren, weil er dem anderen nicht wehtun will und der das ganz genau zeigt, dass er dann wahnsinnig verletzt wäre, wenn er jetzt nicht seinen Willen durchsetzen kann. So setzen sich solche Druckausüber nicht durch rohes Verhalten durch, sondern indem sie an die Gefühle des anderen appellieren, ihm ein schlechtes Gewissen machen usw..
 
Top