• #31
Mir kommt es so vor, als ob du nicht wirklich ratlos bist, sondern stur und uneinsichtig.
Eure Einschätzungen der Beziehung gehen weit auseinander:
Du sagst, du seist nicht dominat und sie könne sich druchsetzen - sie sagt, sie habe sich dir 17 Jahre lang unterordnen müssen.
Sie ist unglücklich und unzufrieden - du sprichst ihr diese Gefühle ab und möchtest das als Hirngespinst abtun: Hast du sie oft nicht ernst genommen? Ihre Sichtweise zählt nicht?
Du sagst, ihr hättet euch nur über Kleinigkeiten gestritten: ist die Wohnsituaton eine Kleinigkeit?
Zu Kindern, Heirat etc. sagst du uns nichts...
Du möchtest, dass alles so bleibt, wie es ist: weil es bequem für dich ist: deine Partnerin ist unglücklich, das ignorierst du völlig.
Wie willst du denn kämpfen? Wie willst du die Probleme lösen, wenn es deiner Meinung nach keine gibt?
Ich bin ein wenig älter als du - und sehe viele Frauen in diesem Alter, die aus langjährigen Beziehungen ausbrechen: meine Ex-Frau damals übrigens auch. Ich hab auch gedacht, ich hätte alles richrig gemacht und gar nicht verstanden, was sie noch mehr wollen könnte.
Heute sehe ich das ganz anders - und befürchte, dass du genauso aufwachen wirst.
 
  • #32
Damit es nicht "falsch" rüberkommt, ich bin wirklich dankbar für Denkanstöße (natürlich auch kritische).
Die berufliche Selbständigkeit wurde zunächst von meiner Freundin befürwortet, ich war am Anfang bei dieser Option "hinterher", da ich bei wichtigen Entscheidungen meist gründlich prüfe.
Es ist auch richtig, dass ich mich mit mancher Veränderung schwerer tue.
Letztendlich war dieser Weg unsere gemeinsame Entscheidung, da u.a. eine häufige (gemeinsame) Ortsabwesenheit vorliegt und Arbeit bis in die Abendstunden, kam die Familienplanung leider zu kurz.

Dennoch haben wir uns einige wichtige gemeinsame Freiräume geschaffen, um auch die schönen Dinge des Lebens zu genießen.

Wie gesagt, befindet sich meine Partnerin in einem Mentaltief, macht sich Gedanken über die Zukunft und insbesondere ihre Fähigkeiten und Erfolge.
Sie gesteht in einer ruhigen Minute auch ein, dass sie sich selbst enormen Druck und Zwang aufbaut ...

Ich versuche halt irgendwie die richtigen Worte und den richtigen Umgang zu finden, will einerseits den Druck (auch unfreiwillig) nicht weiter erhöhen, habe aber andererseits auch Gefühle und Wünsche.
Die ganze Geschichte ist für mich auch eine Art "Vertrauensfrage".
 
  • #33
Rückblickend kann ich von mir und auch ein paar Freundinnen behaupten...einige Frauen unterstützten ihre Partner wo es geht inklusive Hobby etc.
Man möchte ja das es ihnen gut geht...
Aufgewacht bin ich, als ich regelmäßig auf einem Sozius seines Motorrades gehockt habe aber mein Wunsch nach tanzen nicht erfüllt wurde...Er meinte nur, du hättest doch nicht mitfahren müssen. Recht hatte er!
Und ich bekam den Wunsch, dass ich nicht mehr das Leben eines anderen führen möchte.
Mein jetziger Freund ist ein ähnlicher Typ, er versucht gerne für mich zu denken und daraus Dinge zu tun, von denen er ausgeht, dass ich sie mag.
Ok ich merke es und stopp das auch, jedoch ist auffällig wie er reagiert wenn ich ihn nach seinen Wünschen frag.
Mit der Frage ist er fast überfordert und bekommt kaum einen Wunsch direkt formuliert. So ging es mir und einigen Freundinnen auch.
Wenn Du etwas tun möchtest...frag sie mal: was wünschst Du dir heute von mir?
Und nicht die große Zukunftsfrage sondern eine kleine.
Und wenn sie sagt: Bild aufhängen oder Hecke schneiden...
Tu es kommentarlos und morgen erneut!
 
  • #34
noch ein paar andere Gedanken:

Könnte sie vielleicht auch Angst vor der nächsten Null haben, altersmäßig gesehen?

Thema Druck: Sie macht ihn sich ja selbst. Also hetzt sie einem Ideal hinterher, das sie im Kopf hat. Ich würde sie ganz frei von irgendwelchen Hintergedanken, Suggestionen und eigenen Wünschen (also dass Du ihr wieder sagen willst, es sei doch toll, was sie schon geleistet hat) mal fragen, was sie idealerweise gewünscht hätte in Sachen "das hab ich erreicht". Sieht sie vielleicht wen im Umfeld, die mehr erreicht hat? Macht sie es am Geld fest oder an ihrer Ausbildung, also wollte sie vielleicht gern was studieren, aber es ergab sich nicht? Ich kenne einige Menschen Anfang 50, die heute sagen, sie hätten das auch gern gemacht. Ich weiß nicht, ob es nur darum geht, dass Akademiker so angesehen sind, oder ob es darum geht, sich was zu beweisen oder weil gilt "ohne Studium biste nix", weil z.B. so drauf rumgeritten wurde, dass Martin Schulz kein Abitur hat. Als sei das eine Qualifikation und wer sowas nicht hat, könne auch nix.
Was sind ihre Wünsche, die sie, um zufrieden sein zu können, jetzt erfüllt haben müsste?
Wenn sie sich so aufreibt bzgl. des Was-Erreichens vergleicht sie sich ja auch dauernd mit anderen, die es zu mehr gebracht haben. Das sieht auch aus wie mangelnder Selbstwert oder zu viele Erwartungen, dass sie mit dem, was sie leistet, doch mehr erreichen müsste, da aber was fehlt. Entweder Glück oder Weitsicht, was Kunden angeht, oder Vermarktung oder eben Können.

Noch eine Sache: Es scheint einige Leute zu geben, die tatsächlich meinen, wenn sie nicht dauernd gehindert worden wären, wären sie heute Rockstar, Filmstar, würden ein Instrument perfekt beherrschen, hätten eine akademische Karriere gemacht usw.. Sie haben nie Gesangsunterricht genommen oder sich irgendwo bei Bandanfängern als Sänger vorgestellt, waren nie in kleinen Theatergruppen, haben nie das Instrument geübt, hatten keinen Spaß am Lernen, es fehlten immer die Umstände, die Musiker, die ihnen hinterherrannten und sich dringend wünschten, die Person möge doch mal singen, der Filmmensch, der sie auf der Straße entdeckt haben müsste, weil er gleich sieht, da ist Talent, die Fee, die ihnen ein Instrument geschenkt hätte, das sich wie von selber spielt, das Studienfach, wo alles von selbst in den Schoß fällt.
Dass man keinen Bock gehabt hätte, den ganzen Schweiß, die Enttäuschungen, das Vorangehen in Pisspottschritten, das Stagnieren, die Unsicherheit hinsichtlich des Erfolges, das Erkennen, dass man nicht gut genug ist, ertragen zu müssen, sieht man nicht.
Gib so einem Menschen die Möglichkeit - er wird Gründe finden, warum er wieder nicht kann. Man kann es sich wundervoll zusammenträumen, was man alles erreicht hätte oder erreichen würde, wenn man nicht dauernd von anderen gehindert würde ...
Ein Traum ist viel schöner als die Wirklichkeit und der Weg, der zum Erfolg geführt hätte.
 
  • #35
Hallo void,

herzlichen Dank mal auf direktem Wege für die Auseinandersetzung mit meinen Zeilen und Sorgen.
Irgendwie passen Deine Überlegungen "wie die Faust aufs Auge".
Nicht nur die nächste Null, sondern quasi ALLES.

Also nochmals besten Dank - ich hoffe, dass sich diese "Phase" wieder legt und wir gemeinsam nach vorn schauen können.
Einige Anregungen zum Überlegen/Handeln habe ich ja hier im Forum erhalten, nur das "Nichtstun" ist irgendwie verdammt schwer ...
 
  • #36
ich hoffe, dass sich diese "Phase" wieder legt und wir gemeinsam nach vorn schauen können.

Deine Erleichterung über den Beitrag von void und Deine Bemerkung über die "Phase", die sich "legen" soll, zeigen, dass Du Deine Frau einfach nicht ernst nimmst. Auch jetzt noch scheint Dir einzig und allein wichtig zu sein, dass für Dich alles hübsch weiterläuft. So funktioniert es aber nicht.
 
  • #37
Ich würde einen vollen Konfrontationskurs fahren (und wenn sie heult ist es echt ihr Problem), zumindest solange bis sie ein wirkliches Gespräch zu lässt (ich mag Menschen nicht die kein ernsthaftes Gespräch führen können und keine Diskussionskultur haben bzw. immer laut werden oder alte Sachen hervorkramen um dem Gegenüber weh zu tun bzw. ihr aktuelles Verhalten darüber zu begründen - was natürlich ein No-Go ist! Wenn's damals nicht genug gestört hat um es anzusprechen so braucht man sich später auch nicht darüber zu beschweren ("Immer musste ich mich dir unterordnen!" - "Du hast damals NICHT gesagt das du es so siehst! In der Zeit zurück reisen kann ich und auch du nicht! Also hör auf alte Leichen aus dem Keller zu ziehen! Sag mir was dich stört, wir können reden wie erwachsene Menschen - aber hör auf dich wie ein unreifes Kind zu verhalten und mir alte Sachen anzukreiden die du damals nie angesprochen hast!"))

Menschen die nicht kommunizieren können bzw. wollen (auch wenn man selbst die Kommunikationskanäle offen hält!) sind mir echt ein Graus! Lieber was gleich ansprechen als es später als Munition in einem größeren Streit zu verwenden, denn das führt dazu das der eine Partner sich gekränkt fühlt (weil er/sie es eben NICHT früher angesprochen hat) und der andere auch (weil er/sie nicht mal wusste das er etwas macht das den anderen stört bzw. gewaltig aufregt!)...Gilt auch für Kleinigkeiten (Anmerkung: Viele dieser Kleinigkeiten sind ein Grund warum ich nie mehr mit jemandem zusammenleben möchte! Ich mache viele die Dinge die andere Menschen aufregen, die mir aber eben nicht auffallen bzw. die mich eben nicht stören, und ich bin es leid deswegen zu streiten (z.B. weil das Geschirr nicht gleich gespült wurde oder der Müll - noch - nicht raus getragen wurde etc.)! Das ist es mir nicht wert, würde aber passieren sofern ich mit wem zusammenwohne der andere Ansprüche an Sauberkeit hat...ich meine sicher kann man einfach sagen: "Wenn's dich stört dann mach es selber weg!" - Aber auf Dauer schürt man so halt Ressentiments für etwas wo es eigentlich keinen Schuldigen gibt, da man nicht pauschal sagen kann das z.B. der Partner der mehr Wert auf Sauberkeit legt recht hat, auch wenn das oft so gesehen wird - vor allem wenn die Frau der Partner mit dem Putzfimmel ist...sorry, nein kein Bedarf, keine Lust auf diese Streitigkeiten bei denen dann jeder auf ihrer Seite steht!)

(bin übrigens männlich und 30, falls das wichtig ist!)
 
  • #38
Äußerungen wie „jetzt komme ich, immer musste ich mich Dir unterordnen“.

So eine Äußerung ist natürlich nicht sehr partnerschaftlich, wenn sie ohne nähere Begründung erfolgt. Sie sollte zu dir ehrlich genug sein, zu honorieren, dass es für sie während eurer Partnerschaft auch sehr anziehend und nutzbringend war, dass du Entscheidungsoptionen miteinander verglichen und Entscheidungen herbeigeführt hast. Das war für deine Partnerin nämlich sehr bequem und risikoarm. Dass sie sich dir diesbzgl. untergeordnet hat, war ihre ganz eigener Weg. Sie hat ihn sich gewählt und es war gut für sie. Dir diese "Unterordnung" nun vorzuwerfen und dann auch noch mit "immer" zu garnieren, ist ein Frontalangriff. Es ist dir hoch anzurechnen, dass du so besonnen reagierst und bereit zum Warten bist. Offensichtlich möchte sie diese "Unterordnung" JETZT und in Zukunft nicht mehr leben. Dann muss sie das offen und wie eine kluge Frau artikulieren - und ihr könntet darüber diskutieren. Sie sollte aber eben auch so reflektiert sein, dass diese "Unterordnung" ihr in der Vergangenheit sehr gut getan hat und dich nicht verletztend persönlich angreifen.

Und nun nochmal die Frage, auf die Du nicht eingehst: Warum habt ihr keine Kinder

Weil uns das nichts angeht und auch nichts zur Sache tut.
 
  • #39
Wollte mich nur kurz zurückmelden und auch danke an Dr. Frühling für Deine Meinung.
Ich ärgere mich auch "ein bißchen" über mich selbst, weil ich irgendwann der Auffassung war, dass die jetzigen Probleme tatsächlich nur mir zu verdanken sind.
Nunmehr sehe ich ein bißchen klarer (meine Versäumnisse) aber eben auch die negativen Eigenarten meiner Partnerin.

Wir haben zuletzt sehr viel wirklich offen gesprochen, die Kommunikationsblockade ist zumindest beseitigt.
Stimmungsschwankungen und "Launen" incl. (aus meiner Sicht) ungerechtfertigten Pauschalvorwürfen sind noch nicht komplett aus der Welt - so dass für mich noch eine "Unsicherheit" bleibt.
Aber, wir freuen uns jetzt auf einen gemeinsamen Urlaub - insgesamt also ein Zwischenerfolg ...
 
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