• #1

Warum riskieren Fragende lieber irreführende (und oft schmerzhafte) Spekulationen, statt ein offenes Gespräch mit dem Partner/der Partnerin zu führen?

Wieder einmal angeregt durch einen Thread aus dieser Woche, in dem die Fragestellerin vom Forum wissen möchte, warum sich ihr Partner so oder anders verhält.
Das wird (in diesem Fall) mit »der Suche nach neuen Impulsen« begründet, wobei wir nur am Kern vorbei raten können. Doch was haben unsere »Impulse« mit dem realen Verhalten des Partners zu tun?
Da kann nur Unzufriedenheit übrig bleiben. Auf allen Seiten.

Ich verstehe, wenn irgendwer zu einer bestimmten Situation wissen möchte, »ob jemand aus dem Forum schon eine ähnliche Situation gemeistert hat«, um die Antwort ins eigene Bild zu übertragen. Aber oft genug kann nur der beteiligte Partner bzw. die Partnerin die wahre Antwort geben.

Fehlt aber der Mut für dieses direkte Gespräch, müssen sich die hier Fragenden mit neuen (und oft genug realitätsfernen) Antworten herumschlagen: einmal wird dem/der Partnerin unterstellt, Narzisst/in zu sein, viel öfter wird gleich ein/e Fremdgänger/in vermutet ... uvm.

Ob das hilfreich ist und nicht nur neuen Ängsten Tür und Tor öffnet? Wäre es nicht einfacher, würde sich der/die Fragende gleich an den oder die Partner/in wenden? Denn irgendetwas läuft doch ohnehin schief in einer solchen Beziehung, sonst gäbe es diese Zweifel nicht.

In meinen Augen schaden viele Vermutungen mehr, als dass sie hilfreich sein könnten. Liegt leider oft auch an halbgaren (und etappenweise nachgereichten) Eingangserklärungen.

Wie seht ihr das?
 
  • #2
Ich sehe das teilweise auch schwierig im allgemeinen, man kennt nur eine Seite die der/des FS und das ist die subjektive Wahrnehmung der Person.

Manche Menschen können mit ihren Partner nicht wirklich gut reden (kann ich mit meinem Mann auch nicht, der versteht schnell alles falsch, ist manchmal unehrlich zu mir)
Im Moment ist auch wieder bisschen schwierig zwischen uns 🤷‍♀️

Ich finde schon das mir einige gute Ratschläge gegeben haben bei meinen Fragen und bin vielen dankbar dafür, gab natürlich auch paar nicht so nette Antworten/ Unterstellungen aber das ist eben so wenn man nur ein paar Informationen hat und die Person gar nicht kennt oder eine bestimmte Meinung vertritt.

Jemanden direkt ein psychisches Probelm anzudichten finde ich auch immer sehr kritisch, nur weil man ein Problem hat ist man doch nicht auch automatisch psychisch krank.

Ich glaube wir alle haben unser Päckchen, unsere Probleme, bei keinem läuft es durchgehend glatt und stets super toll, so ist das Leben mal läuft es gut und dann mal weniger gut, es ist die Einstellung wie man damit umgeht, nicht aufzugeben, sich nicht runterziehen zu lassen, sich seinen Problemen anzunehmen, positiv zu bleiben (soweit es geht) und nach vorne zu blicken.
Wenn es mal einen Tag regnet folgen weitere Tage die mit Sicherheit Sonne bereit halten.


Ob das hilfreich ist und nicht nur neuen Ängsten Tür und Tor öffnet? Wäre es nicht einfacher, würde sich der/die Fragende gleich an den oder die Partner/in wenden? Denn irgendetwas läuft doch ohnehin schief in einer solchen Beziehung, sonst gäbe es diese Zweifel nicht.
Ich denke auch die meisten haben versucht mit dem/der Partner*in zu sprechen und kamen zu keinem Ergebnis und haben sich dann verzweifelt hier an das Forum gewandt, nach Lösungsvorschlägen, Ratschlägen, Hilfe gesucht.

Grundsätzlich sollte man vorsichtig und reflektiert mit den Antworten umgehen und seinen Partner dann nicht irgendwas an den Kopf werfen was irgendwer aus dem Forum gesagt hat und das die ultimative Fehleinschätzung der Lage ist.

W 27
 
  • #3
Ich finde, dass es generell sehr richtig ist, was du schreibst. Der erste Weg soll immer das direkte Gespräch mit dem Partner sein. In vielen Fällen ist es aber so, dass die Gespräche keine Ergebnisse erzielt haben.
Ich denke das Forum ist immer der letzte Weg doch irgendwie die Wahrheit herauszufinden.
Es geht im Forum um Erfahrungen von Anderen. Das bedeutet nicht, dass diese Erfahrungen zutreffend sind.
Im Parallelthread sieht FS in Ex-Frau eine Rivalin und sieht in ihr eine Gefahr und es ist wichtig zu wissen, dass es vielleicht weitere Aspekte gibt, die eine Rolle spielen können.
Lertztendlich finde ich eine Fragestellung im Forum der erste Schritt sich zu öffnen und über sein Problem zu reden.
 
  • #4
Mit fällt vor allen auf, dass vor allem Frauen die Männer schlecht reden. Das ist zumindest mein Eindruck.

Warum redet man nicht mit dem Partner? Weil irgendein Grund dazu führt, dass dieses Gespräch nicht möglich ist. Dieser wird in den seltensten Gründen bekannt sein, weshalb die Antworten auf deine Frage wieder nur Spekulation sein werden. Aber ich stimme dir dahingehend zu, dass in diesen Beziehungen etwas falsch läuft. In einer gut funktionierenden Beziehung sollte man alles ansprechen können. Evtl ist es die Furcht vor der Antwort, die einem nicht gefallen könnte.
 
  • #5
Ich denke, die Fragenden, welche sich an ein Forum wenden, wissen um deren Spekulationen.
Und klar sind es Vermutungen, man ist real nicht dabei, nicht direkt involviert, nicht davon betroffen und jeder denkt und empfindet eine Situation anders.
Die FSin, die du hier angesprochen hast, streitet sich in 2 Punkten mit ihrem Partner (Scheidung und sie will überall mit dabei sein, wo ihr Partner ist). Es ist Streit und kein Gespräch. Er sagte ihr, er verstünde sie nicht und umgekehrt weiß man nicht, ob er sich ausweichend vermeidend verhält, weil er Streit mit ihr vermeiden möchte oder ihr Misstrauen erst rangezüchtet hat, in dem er zu Verabredungen verschwindet und ihr nachträglich davon erst erzählt, wo sie angeblich nie dafür Zeit hätte.
Mehr als einmal ansprechen braucht es nicht, wenn es zum Streit kommt, Emotionen hochkochen und sie zur Diva wird, dann will einer nicht verstehen, sondern seinen Willen durchsetzen. So ist Dialog nicht möglich.
 
  • #6
Doch was haben unsere »Impulse« mit dem realen Verhalten des Partners zu tun?
Da kann nur Unzufriedenheit übrig bleiben.
Zustimmung, es geht um Gefühle, die man nicht vergleichen kann, die immer wieder verglichen werden wollen, das geht gar nicht! Ich muss immer wieder schmunzeln, wenn ich von Beitragsschreiber lese, bei mir ist das auch schon mal so gewesen oder ich kenne jemand, bei dem das auch so war!
Ich verstehe, wenn irgendwer zu einer bestimmten Situation wissen möchte, »ob jemand aus dem Forum schon eine ähnliche Situation gemeistert hat«, um die Antwort ins eigene Bild zu übertragen. Aber oft genug kann nur der beteiligte Partner bzw. die Partnerin die wahre Antwort geben.
Richtig, nur die beiden die es betrifft, können das klären, sonst niemand!
Fehlt aber der Mut für dieses direkte Gespräch, müssen sich die hier Fragenden mit neuen (und oft genug realitätsfernen) Antworten herumschlagen: einmal wird dem/der Partnerin unterstellt, Narzisst/in zu sein, viel öfter wird gleich ein/e Fremdgänger/in vermutet ... uvm.
Die Ursache für den fehlenden Mut liegt in den Defiziten der "S" Werten und dass die Person zu sich selber nicht aufrichtig und nicht authentisch ist!
Ob das hilfreich ist und nicht nur neuen Ängsten Tür und Tor öffnet? Wäre es nicht einfacher, würde sich der/die Fragende gleich an den oder die Partner/in wenden? Denn irgendetwas läuft doch ohnehin schief in einer solchen Beziehung, sonst gäbe es diese Zweifel nicht.
Absolut läuft da was schief, aber Menschen möchten nicht der Wahrheit in die Augen schauen, Menschen möchten viel lieber schön geredet lesen und schönes hören!
In meinen Augen schaden viele Vermutungen mehr, als dass sie hilfreich sein könnten. Liegt leider oft auch an halbgaren (und etappenweise nachgereichten) Eingangserklärungen.
So ist das, es fehlt an notwendigem Bewusstsein, es fehlt an Erfahrungen und an reflektierten Erkenntnissen!
Interessant ist auch noch zu beobachten, dass die meisten FS nichts annehmen und irgendwann zurückrudern!
 
  • #8
Die Fragen und die unter Informationsmangel eigenwahrnehmungsgetränkten Antworten erfolgen, weil das als eine Möglichkeit erscheint, eigene Defizite ausgleichen zu können. Sowohl Fragende/r als Antwortende/r durchlaufen dann (hoffentlich) eine Lernkurve, um diese Defizite ausgleichen und ausmerzen zu können.

Ich jedenfalls freue mich, wenn Geschichten eine (unerwartete) Wendung erfahren und/oder Lösung finden, denn es gibt viel mehr als ich denken und fühlen kann und manchmal möchte. Der größte Fehler ist meiner Meinung nach, zu vieles ungefiltert an sich zu lassen und zu persönlich zu nehmen. Dann geht das Ganze auch mal nach hinten los und in die Hose, man steht wieder am Anfang und hat nix dazu gelernt.

Auch ich finde es besser, Probleme mit denen zu klären mit denen man diese hat. Dies ist mehr oder weniger fast allen nicht möglich und so sucht man das Heil auch auf dem (Um)Weg einer Frage und vielen Antworten. Wichtig ist, dass man vorwärts/weiter kommt und dass liegt bei jedem selbst.

M52
 
  • #9
Ist es nicht ein generelles Phänomen? Ich meine, ich erlebe es nicht selten, dass lieber über statt miteinander gesprochen wird.
Zum Teil wird vorher ordentlich abgeledert und kaum betritt der Adressat die Bühne, ist es alles nur noch halb so schlimm oder wird niemals Thematisiert. Gerne auch mit den Worten: DAS müsste er/sie ja wohl selber merken.....Diese Einstellung finde ich ganz tragisch.

Die Beweggründe sind bestimmt so vielfältig wie die Themen selber.

Ich glaube generell kommt das Thema Kommunikation in unserer Allgemeinbildung viel zu kurz. Es wird als selbstverständlich vorausgesetzt.
Wir lernen nicht bei uns zu bleiben. Daher auch immer dieses allgemeingültige "man", statt von sich selber oder dem konkreten Menschen zu sprechen, den man gerade meint.
Dazu kommt häufig das Thema "eigene Bedürfnisse". Ich kenne so viele Menschen, mich eingeschlossen, die sich fragen ob die eigenen Bedürfnisse richtig und wichtig genug sind um sie durch zu setzen. Ich will ja nicht der unempathische Egoist sein, der den anderen damit verprellt.
Ein weiterer Faktor ist sicher die Angst vor der Wahrheit. Die Hoffnung darauf, dass es nicht vielleicht doch einen Aspekt gibt, den ich übersehen habe und der verhindert, dass ich mich mit der schmerzhaften Wahrheit auseinander setzen muss......
Ich selber gehe gerne in den Dialog um mir andere Perspektiven zu erschließen. Oft sehe ich den Wald vor lauter Bäumen nicht, merke ich kann mich schwer in mein Gegenüber hineinversetzen. Dann frage ich andere Menschen, wie sie die Situation beurteilen würden. Das eröffnet meinen Horizont, hilft mir manchmal mein Verständnis zu wecken. ich muss die Dinge nicht gleich sehen. Mich daran zu erinnern, dass der andere es vielleicht völlig anderes Wahrnimmt, schaffe ich nicht immer aus eigenen Antrieb. Vor allem wenn ich emotional zu sehr verletzt bin. Manchmal ist die Meinung anderer auch die nötige helfende Hand das innere Chaos etwas besser zu strukturieren.
ABER heute würde ich keine Partnerschaft mehr eingehen, in dem die Kommunikation so schwer gestört ist, das ich das Gefühl habe, wir funken ständig aneinander vorbei. Für mich ist Kommunikation das wichtige Fundament für gelungene Beziehungen. Egal ob auf Paar- oder Freundschaftsebene.
 
  • #10
Die Sache ist einfach - wenn man genug Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl besitzt, dann führt man das Leben, was man möchte, mit dem Partner, den man möchte, in diesem Fall ist es relativ einfach, nötige Probleme zu lösen und es entsteht kein Bedarf an fremden Ratschlägen.
In allen anderen Fällen hat man keine Lust, dasceigene Verhalten zu hinterfragen und eigenen Anteil an Misere zu sehen, weil es bequem ist, die Verantwortung an jemand anderen abzugeben und/oder zu hoffen, man hat sich geirrt oder es löst sich von allein auf - das Leid ist nicht stark genug , also, harrt man aus, solange es geht.
 
  • #11
Liebe Amytan,
so ähnlich habe ich mich das auch schon oft gefragt.
Die Antwort dürfte sein
Die einen können nicht
die nächsten wollen nicht
und der Rest traut dem Partner ein solches Gespräch nicht zu

Damit dürften 90 % plus der trivialen Fragen abgehakt sein.

Woher teilweise die Spekulationen kommen ?
Auch hier sind viele FS selbst schuld .... mangelhafte Fähigkeiten, Sachverhalte nachvollziehbar darzustellen, der Reflex, die Wahrheit etwas zu beschönigen oder auch der, eigene Fehler zu negieren oder Antworten nicht ernst zu nehmen ....

Nur sehr selten habe ich Mitleid mit den Fragenden .... so tut es mir sehr leid, dass Sirella derart zerlegt wird und kaum ein freundliches Wort erhält oder auch Michael, der sich komplett vergaloppiert hat,

Die seitenlangen trivialpsychologischen "Analysen" inkl. der "Ferndiagnosen" halte ich auch eher für Selbstdarstellung als für wirkliche Hilfe.

Tja, und manchmal erhält man tatsächlich Antworten, die einen weiter bringen. Die muss ein Fragender zwar suchen und filtern, aber hat die Chance, aus einem ganz anderen Blickwinkel auf sein Problem zu schauen. Manchmal ist dann eine dieser Antworten es wert, 100 mal Spott und Häme zu überlesen, Dummfug und Rechthaberei zu ignorieren und sich zu freuen, dass man die beschriebenen Krankheiten nicht hat ....
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #12
@Blume94 Du hast alles dazu gesagt, genau so sehe ich das auch. Es gibt einfach Situationen, da kann man einfach nicht so, wie man eigentlich möchte.
Es wird immer wieder einige Besserwisser hier geben, aber die stecken eben nicht genau in der Situation drin.
Von außen betrachtet, erteilt es sich immer wieder gute Ratschläge.
Zu Deiner persönlichen Situation kann ich nur sagen, hör auf Dein Herz, ich war wirklich in einer ähnlichen Situation und habe vieles missachtet.
Es rächt sich, Du arbeitest Dich ab🤔
 
  • #13
Natürlich ist es das Beste, Schwierigkeiten mit dem Betroffenen — in diesem Fall dem Partner — direkt zu klären. Offenbar ist das nicht immer möglich. Da finde ich es eine gute Möglichkeit, hier eine Frage zu stellen, einfach um andere Meinungen von außen zu hören. Man selbst ist ja derart in der Situation verhaftet, dass es durchaus vorkommen kann, dass man sich nicht mehr sicher ist, ob man noch einen klaren Blick hat. Da können Meinungen von außen schon mal helfen.

Bei dem Fall, den du ansprichst, geht die FS ja auch ganz souverän mit den Antworten um. Sie selbst hat auch bereits geschrieben, dass aus ihrer Sicht alles gesagt ist und der Thread geschlossen werden kann. Manchmal fände ich das tatsächlich sinnvoll, v.a. wenn die Spekulationen überhand nehmen. In anderen Fällen finde ich es schön, wenn sich aus dem Thread eine allgemeine Diskussion zum Thema ergibt, in der sich die Forumsteilnehmer austauschen.

Problematisch finde ich hin und wieder schon, dass man natürlich immer nur ein bruchstückhaftes Bild hat, das der FS beschreibt. Natürlich liegt das in der Natur der Sache. Es kann aber dazu führen, dass man sich als Leser aus den paar genannten Punkten eine in sich stimmige Story bastelt und dann mit einer bombensicheren Erklärung aufwartet, die allerdings völlig falsch sein kann. Insofern ist es schon wichtig, das man sich als FS immer bewusst ist, dass man selbst die Situation immer noch am besten kennt und hoffentlich einschätzen kann.
w45
 
  • #14
Für das Phänomen wird es wohl mehrere Gründe geben.

1.
Man hat Angst vor dem Partner; vor dem Streit, der sich ergeben könnte.

2.
Man müsste mit einer offenen Frage zu viel über sich selbst offenbaren. D.h., man hat dem Partner gegenüber kein Vertrauen.

3.
Man hat vor der Antwort hat Angst. Die ehrliche Antwort wäre für den Frager mutmaßlich verletzend. Die Unklarheit wird der harten Wahrheit vorgezogen.

4.
Die Kommunkikation mit dem Partner ist so gestört, dass der nicht Frage und der Betreffende selbst dessen Antwort voraussichtlich nicht verstehen würde.

5.
Durch eine Diskussion im Forum erweitert man seinen Horizont. Mit der Problematik können Dingen vermacht sein, die man bislang nicht erahnt und deshalb in der Frage auch nicht berücksichtigen könnte.
 
  • #15
Für viele ist das eine Möglichkeit durchzuspielen, was wäre wenn...
Dinge die ausgesprochen werden, die werden wahr.

Dann müssen Konsequenzen gezogen werden.
Ein Versuchs-Feld-Labor, bevor man handelt.

Oder sich entscheidet, dies zu tun, oder zu lassen.
 
  • #16
Ich finde das hier niemand etwas riskiert, sondern mit etwas Mut zum einstellen eines Thread viele verschiedene Ansichten bzw. Sichtweisen bekommt. Die Antworten der Foristen sind sehr oft gepickt mit eigenen Erlebnissen oder auch Ratschlägen Tipps usw. Ein Fragesteller, gerade hier im Forum, ist meistens schon so schlau zu wissen, was er macht. Nicht jedes Problem muss mit einem Gespräch gelöst werden.
Genauso wie Du heute hier ein Thema zur Diskussion gestellt hast,
Ehrlich gesagt, Du kannst es schon erahnen, rate ich auch bei Deinem Beitrag. Warum stellt sie hier so eine Frage rein, hat sie denn niemanden....warum fragt sie überhaupt....
Merkste was liebe @Amytan
 
  • #17
Ich vermute, dass die meisten Ratsuchenden mit ihrem Partner gesprochen haben, aber keine brauchbare (ehrliche) Antwort bekommen haben, sondern nur Ausflüchte.
Beispiel: Frau vermutet, dass ihr Mann eine Affäre hat (verschiedene typische Anzeichen etc.). Sie fragt ihn, er streitet alles ab. Sie glaubt ihm aber nicht so recht. Das Problem besteht also weiterhin. Kaum ein Mann würde bei so einer Frage begeistert sagen "Ja, Schatz, gut dass du es ansprichst, ich habe seit 6 Monaten eine Freundin und vor drei Jahren hatte ich auch schon mal kurz was am laufen." (Gilt umgekehrt natürlich auch.) Die meisten Menschen gehen den Weg des geringsten Widerstandes, also am Partner vorbei. Hauptsache kein Stress, keine Problem-/Beziehungsgespräche usw. Traurig, aber es liegt wohl irgendwie in der Natur (der meisten?/einiger?) Menschen.
 
  • #18
Das wird (in diesem Fall) mit »der Suche nach neuen Impulsen« begründet, wobei wir nur am Kern vorbei raten können. Doch was haben unsere »Impulse« mit dem realen Verhalten des Partners zu tun?
Da kann nur Unzufriedenheit übrig bleiben. Auf allen Seiten.
Seh ich anders. Wenn man irgendwas nicht versteht, was das Verhalten des anderen angeht, kann man sich doch Ideen von anderen einholen, was es sein könnte. Vielleicht ist sogar eine Person darunter, die ähnlich tickt oder so eine Situation auch schon mal hatte mit einem anderen und das für sich klären konnte.
Wenn bei irgendeiner Antwort viel mitgeliefert wird, das auch auf den betreffenden Partner passt, ergibt sich vielleicht doch eine Erklärung in einem stimmigen Gesamtbild. Leute sind ja nicht seelisch-chaotisch. Es ergeben sich schon bestimmte Gesetzmäßigkeiten wie "wer X anlügt, um Stress zu vermeiden, lügt auch Y an, um Stress zu vermeiden".

Den Partner zu fragen, ist für mich viel eher was, das kein Ergebnis liefern wird, weil der ja seine eigenen Interessen vertritt und gegebenenfalls eine falsche Antwort sagen wird, damit er keine Pferde scheu macht. WENN er denn überhaupt selbst weiß, was er will, warum er sich so verhält, warum er irgendwie so fühlt.

einmal wird dem/der Partnerin unterstellt, Narzisst/in zu sein, viel öfter wird gleich ein/e Fremdgänger/in vermutet ... uvm.
Was den Fragestellern und -innen unterstellt wird, liegt doch an den Schreibenden hier. Dem Frager dann zu sagen "warum fragst du denn, du weißt doch, wie die hier alles sind", kann mE nicht die Lösung für DIESES Problem sein. Man muss es sich halt überlegen, ob man sich das antun will, das stimmt. Aber wenn man daran was ändern wollte, naja, ... kostet Nerven.

Wäre es nicht einfacher, würde sich der/die Fragende gleich an den oder die Partner/in wenden?
Wie gesagt, seh ich nicht so. Aber ich denke, das ist auch in vielen Fällen vorher längst passiert. Und da dann diese Partner-Antworten nicht schlüssig waren oder mit den Handlungen im Widerspruch sind usw., bleiben die Fragen offen.

Und manchmal liegt das Problem ja auch im Fragenden selbst. Wenn der Partner dann auch erst Mitte 20 ist, wie sollte er dann schon so viel Lebenskenntnis haben, das alles zu analysieren und zu sagen, was schief läuft. Zumal er ja auch mit drinsteckt und wiederum selbst das Interesse haben könnte, die Partnerperson "hinzubiegen", was diese weiß. Machtkämpfe in einer Beziehung sind doch nicht selten, da können die einander schlecht sagen, was der jeweils andere falsch macht.

Und immerhin hat man als Mitschreibende/r ja die Möglichkeit, eine wilde Spekulation eines anderen Forumsmitgliedes zu entkräften durch eigene Argumentation.
 
  • #19
Es gibt einfach Situationen, da kann man einfach nicht so, wie man eigentlich möchte.
Dem stimme ich nicht zu, ist nur eine fremd konditionierte Ausrede!!
Zu Deiner persönlichen Situation kann ich nur sagen, hör auf Dein Herz, ich war wirklich in einer ähnlichen Situation und habe vieles missachtet.
Es rächt sich, Du arbeitest Dich ab🤔
Wer nicht auf sein Herz hört, nicht auf sein Bauchgefühl hört, der wird irgendwann später mit sich selbst schlimme Erfahrungen machen müssen, ja es rächt sich!
Traurig, aber es liegt wohl irgendwie in der Natur (der meisten?/einiger?) Menschen.
Es ist reine Charaktersache und hat mit Defiziten in den "S" Werten und in den fehlenden Aufrichtigkeit und Authentizität zu sich selbst zu tun!
Diese Defizite sind meist fremde Konditionierungen, die sich einschleichen und einschleifen!
 
  • #20
Eine seltsame Frage.
Die einen können (mit ihrem Partner) kommunizieren, die anderen können das nicht. Diejenigen die ihre Anliegen mit ihrem Partner besprechen können, schlagen dann auch nicht hier als Fragesteller auf. Also fragen vor allem welche, die Kommunikationsdefizite haben.
Außerdem brauchen die selbsternannten Experten für Alles (also wir) auch eine Bühne.
 
  • #21
3.
Man hat vor der Antwort hat Angst. Die ehrliche Antwort wäre für den Frager mutmaßlich verletzend. Die Unklarheit wird der harten Wahrheit vorgezogen.
ich denke dass dieser Punkt meistens der wahre Grund ist. Oft wird bei solchen Fragestellungen nur auf die Antworten eingegangen, die die eigene Sichtweise stärken. Bei einem offenen Gespräch mit dem Partner kämen Fakten auf den Tisch, die zu Entscheidungen führen würden, die Mann oder Frau so nicht möchte.
 
  • #22
Wer mit dem Partner nicht über alles reden kann, lebt nicht in einer guten Beziehung und sollte diese zeitnah hinterfragen!
Das muss nicht so sein, wie manche meinen, die nichts besseres kennen, in meiner Beziehung läuft es optimal, da gibt es nicht mal gut, mal weniger gut, weil wir uns blind verstehen und über alles sprechen können und auch sprechen!
Mit dem Partner versucht haben zu sprechen und nicht weiterkommen ist keine Lösung, das reicht nicht! Dadurch kommt man nicht weiter, es ist nur eine, begrenzte Zeitverzögerung, mit diesem Problem weiterzuleben, irgendwann will man nicht mehr!
 
  • #23
Es geht im Forum um Erfahrungen von Anderen. Das bedeutet nicht, dass diese Erfahrungen zutreffend sind.
Hier stimme ich zu. Wundere mich aber an den Stellen, an denen Fragende zwar Erfahrungen mitgeteilt bekommen, doch immer wieder darauf bestehen, dass ihr ganz spezielles Problem ein ganz anderes ist. Mag auch wirklich zutreffend sein - doch am Ende bleibt dann nur, es mit genau der Person zu klären, die diese Zweifel aufkommen ließ.
Es betrifft nicht nur den Parallelthread, in dem der Beziehungsmensch weiterhin zur Hälfte in der Vorbeziehung weiterlebt, wirklich oft ließe sich über direkte Gespräche so vieles klären. Sehr viel deutlicher, als wenn wir alle hier im Nebel stochern.

Klar gibt es auch Gründe dafür, dass ein Gespräch mit dem Partner/der Partnerin nicht möglich ist, liebe @little sun. Doch wenn es ein schwerwiegendes Problem ist, also ein befriedigender Weg ohne Klärung nicht möglich ist, dann muss schon mal das Gesamtkonstrukt der Beziehung in Frage gestellt werden. Und zwar eher durch die Betroffenen selbst, als durch das Forum.

Manche Fragenden, liebe @Andere Frau, werden um die veröffentlichten Spekulationen wissen, doch ist das, vermute ich, eine Minderheit. Wir sehen das oft an den Reaktionen, die kein Einlenken von Seiten der Fragenden nach sich ziehen. Und geklärt ist am Ende nix.

Dass du, lieber @INSPIRATIONMASTER, mir in allen Punkten mehr oder weniger zustimmst, freut mich. Endlich mal eine gemeinsame Gedanken-Ebene. Schön!

Ja, das Grundübel ist meist die mangelnde Kommunikation, lieber @Lebens_Lust. Genau das will nicht in meinen Kopf, denn ohne Kommunikation kann eine (befriedigende) Beziehung einfach nicht funktionieren. Es sei denn, man/frau strebt eine reine Zweckbeziehung (materielle Versorgung o.ä.) an, doch sollten Fragen, die in einer solchen Verbindung auftreten, dann auch mit den darauf ausgerichteten, kühl rechnenden und denkenden Personen (Anwälte u.ä.) geklärt werden. Dazu bedarf es dann nur eines Papiers und einer Unterschrift, ganz ohne Herzschmerz.
 
  • #24
Ich weiß nicht, ob »Kommunikation« eine Frage der Allgemeinbildung ist, liebe(r?) @Dingens. Ich glaube, es ist eine Übungsangelegenheit: wird einem Kind immer bzw. oft der Mund verboten, wird ihm nicht zugehört, bekommt es keine Anregung von den Eltern oder aus der Umgebung - lernt es nie, zu kommunizieren. Es geht davon aus, »dass die eigene Meinung nicht zählt, nicht wichtig ist«.
Genau hier setzt die Schwierigkeit von vielen Frauen (manchmal auch Männern, wobei ich da eher die »ausweichende Bequemlichkeit« im Verdacht habe) an: sie, die Frauen, haben oft die Erfahrung gemacht, nicht ernst genommen zu werden, oder nicht beachtet zu werden.
Wenn sie das nicht überwinden, bleiben sie auch an den Stellen stumm, die ihnen nicht gefallen oder widerstreben. Sie »erdulden«, was ihnen aufgetischt wird.

Lieber @Tom26, es ist richtig, dass »die einen nicht können, die anderen nicht wollen«, okay, denen ist im Grunde nicht zu helfen. Und ja, auch mir kommen viele Fragen wirklich trivial vor. Wobei sie nicht »unwichtig« sein müssen, zumindest für den/die Fragende/n selbst nicht.
Nur wünschte ich mir, dass die erfolgten Antworten wenigstens ab und zu ernst genommen werden (soweit es sich nicht um wildeste Spekulationen handelt). Und dass nicht zigmal nachgeschoben wird (»Warum ist das rot und nicht blau - wo mir blau doch viel besser gefällt?!«)

Dein Argument, lieber @Andreas1965, Angst vor dem Partner, Angst vor einem Streit, zählt für mich nicht. Zumindest dann nicht, wenn die Beziehung weitergeführt werden soll, beide das wollen. Das trifft auch für deine nächsten Punkte zu. Denn: entweder es ist (noch?) Liebe da, die es sich hervorzuholen und zu verteidigen lohnt, oder aber die Zweisamkeit kann nur noch weiter Auseinandersetzungen abrutschen. Dann sollte man/frau lieber konsequent handeln.
 
  • #25
Wenn man irgendwas nicht versteht, was das Verhalten des anderen angeht, kann man sich doch Ideen von anderen einholen, was es sein könnte. Vielleicht ist sogar eine Person darunter, die ähnlich tickt oder so eine Situation auch schon mal hatte mit einem anderen und das für sich klären konnte.

Ach @void, wie oft stimme ich Dir zu. :)


Ich habe es schon einmal an einem Beispiel versucht zu erklären, dass Menschen einfach nicht reden können (oder auch wollen wie @Tom26 meint). Sie können es einfach nicht! Wer viel mit unterschiedlichen Menschen arbeitet, trifft unterschiedliche Charaktere, die auf ähnliche Situationen sehr indifferent reagieren.

Gebe vier Menscehn ein weißes Blatt Papier mit einem schwarzen Strich und frage was sie sehen:
1 - fragender Blick zurück
2 - "da ist nichts drauf"
3 - "Ein Blatt mit einem schwarzen Strich"
4 - "Ein Glas Milch mit einem Strohhalm drin"


Nur wünschte ich mir, dass die erfolgten Antworten wenigstens ab und zu ernst genommen werden (soweit es sich nicht um wildeste Spekulationen handelt). Und dass nicht zigmal nachgeschoben wird

@Amytan Deine subjektive Sichtweise. Du entscheidest was richtig und falsch ist? Was Ernst genommen werden sollte und was nicht? Ich denke hier im Forum gibt es Foristen deren Aussagen für mich oft über denen anderer stehen. Ob es der FS auch so sieht bleibt ihm überlassen.

Doch wenn es ein schwerwiegendes Problem ist, also ein befriedigender Weg ohne Klärung nicht möglich ist, dann muss schon mal das Gesamtkonstrukt der Beziehung in Frage gestellt werden. Und zwar eher durch die Betroffenen selbst, als durch das Forum.

Das ist den Leuten sehr wohl bewusst, denke ich.


Ich habe hier mehrere Themen eröffnet (kann ich das eigentlich irgendwo sehen?) Zwei waren mir besonders wichtig:

Die verheiratete Frau aus dem Sportverein, in die ich mich verliebte und die nach dem Gespräch mehr Nähe bot. Klar hätte ich mit ihr sprechen können, aber das hätte ihr Verhalten in der Folge manipuliert und ich wollte es verstehen. Eure Hinweise waren für mich sehr hilfreich. Heute ist alles wieder gut, ich habe meine Gefühle im Griff. Wir verstehn uns wieder 1a.

Die Situation mit der23 will ich seit Jahren klären. Ich suche seit Jahren ein echtes Gespräch (weit vor irgendwelchen Gefühlen für sie). Sie bietet diese Tiefe nicht an und ich möchte andere Sichtweisen dazu hören.

Ich bin der Meinung:
Willst Du andere Menschen verstehen, musst Du versuchen sie zu verstehen. Und das geht m.M.n. nach durch den Austausch mit vielen anderen Menschen und deren Sichtweisen. Dafür bin ich hier. Ich habe hier schon einiges gelernt, auch und gerade über mich.
 
  • #26
Warum stellt hier jemand eine Frage ein? Ist doch ganz einfach (abgesehen von Fakethreads), weil man niemanden hat, mit dem man über ein Problem reden kann - keine Freunde, keine Verwandten und wegen "kein Vertrauen zum Partner" auch mit diesem nicht.

In der Regel stehen komplett instabile Beziehungen dahinter, die kein offenes Konfliktgespräch überleben würden. Weil das Scheitern der Wackelbeziehung (zu diesem Zeitpunkt) nicht gewünscht ist, wird Input von außen gesucht, wie man am besten darum herumlavieren kann.

Aber oft genug kann nur der beteiligte Partner bzw. die Partnerin die wahre Antwort geben.
Meinst Du wirklich, dass dem Partner immer bewusst ist, dass er sich so verhält und warum er sich so verhält? Ich glaube das nicht und meine ganz persönlichen Erfahrungen in Beziehungen sprechen dagegen, auch was meinen Anteil angeht, obwohl ich eher der Typ ruhiger Betrachter bin.
Nicht alles erschließt sich einem vollumfänglich was man sich anschaut und noch weniger, wenn jemand anderer emotional involviert ist und/oder weitere Kräfte von außen wirken.

müssen sich die hier Fragenden mit neuen (und oft genug realitätsfernen) Antworten herumschlagen: einmal wird dem/der Partnerin unterstellt, Narzisst/in zu sein, viel öfter wird gleich ein/e Fremdgänger/in vermutet ... uvm.
So platt ist das nur selten, viel öfter findet man hier doch gut dargestellt eigene Erfahrungen mit Kontext und Hinweise auf Indikatoren zu achten.
Wer eine Frage in einem öffentlichen Forum stellt, bekommt eine große Erfahrungsbreite sowie viele Ansatzpunkte, das Problem zu lösen. Aus diesen muss er sich halt das für sich Passende und Machbare raussuchen und den Rest als "nicht zutreffend" abhaken.

Ob das hilfreich ist und nicht nur neuen Ängsten Tür und Tor öffnet?
Kann sein. Ich denke aber, dass meistens ein Prozess des Hinguckens und Nachdenkens in Gang gesetzt wird. Und ja, Veränderungen machen den meisten Menschen Angst. Aber wer nichts ändert, verbessert seine Situation nicht - ist weniger hilfreich.

Wäre es nicht einfacher, würde sich der/die Fragende gleich an den oder die Partner/in wenden?
Glaubst Du allen Ernstes, dass hier jemand schreibt, der das bestehende Problem mit seinem Partner konstruktiv besprechen kann oder mit anderen vertrauten Personen? Ich nicht.

In meinen Augen schaden viele Vermutungen mehr, als dass sie hilfreich sein könnten...
Das mit den Etappen sehe ich auch so - lockt oft auf die falsche Fährte. Aber meistens fällt demjenigen dann auf, dass er in seiner Betrachtung/Darstellung/Kommunikation selber ein Problem hat, welches zumindest mitursächlich ist. Dann ist der Nutzen immer noch größer als der Schaden durch eine falsche Vermutung.
 
  • #27
Nur wünschte ich mir, dass die erfolgten Antworten wenigstens ab und zu ernst genommen werden (soweit es sich nicht um wildeste Spekulationen handelt). Und dass nicht zigmal nachgeschoben wird (»Warum ist das rot und nicht blau - wo mir blau doch viel besser gefällt?!«)
Aber so sind Menschen. Ich hab mir auch bei Bekanntinnen schon den Mund fusselig geredet. Immer wieder dasselbe Thema. Und ich selbst bin auch schon mehrfach um eine Erkenntnis gekreist, bevor ich die Wahrheit vertragen konnte. Ich habe halt niemanden gefragt, aber rumargumentiert mit mir selbst, bis das Bild passte und dann leider auch stimmte.

Was nicht sein darf, also was man in diesem Moment absolut nicht wahrhaben will, das wehrt man mit allem, was man hat, ab. Die Erkenntnis, dass eine Beziehung zu Ende ist, dass ein Mensch, in den man verliebt ist, einen nicht will usw., ist doch extrem hart, weil man die ganze positive Energie, die man aus der Sache ziehen konnte, auf einmal weg ist.
Von daher denke ich, dass wenn jemand einem sowas Negatives sagt, man alles an Argumenten und an den Haaren herbeigezogenen "Argumenten" auf den Tisch legen will, um den anderen zu entkräften oder ihn dazu zu bringen, dass er sagt "ach so, na dann sieht es doch anders aus".

Es heißt doch manchmal klischeehaft "wegen X bin ich ein anderer Mensch geworden", also "die Liebe hat mich verändert". Ich will damit sagen, dass es eine ungeheuere Inspiration, Kraft, Energie ist, wenn man verliebt ist und meint, der andere würde "zurückverliebt" sein. Und wenn sowas so märchenhaft ist, ist es leider meist auch eine Illusion. Das loszulassen, ist wie ein Zurückstoßen in eine graue, leere, kalte Welt.
Oder wenn die ganzen Pläne platzen, die einer hatte bzgl. Partnerschaft.

Von daher wundert es mich nicht, dass unangenehme Wahrheiten (also wenn der Fragende das erkennt, dass alles leider so passt, wie jemand geschrieben hat) manchmal so heftig wie möglich ignoriert werden. Man braucht es dann noch ein bisschen, um sich ranzutasten an den Verlust.

Ich finde es auch gut, dass Fragesteller*innen hier nicht einfach auf wen hören und danach ihre Entscheidungen fällen.

Ich verstehe auch die Zurückruderthreads. Wenn so viele negative Aussagen zu dem Menschen kommen, mit dem man das geschilderte Problem hat, fängt er natürlich an, einem leidzutun. Oder man will sich nur meinungsmäßig bestätigen und es passt einem nicht, dass man keine Bestätigung kriegt.

Ist bestimmt auch bei manchen launenabhängig, wie man seinen Partner findet, mal gut, mal schlecht, und in einem Thread wird ja ein Problem geschildert, da sind vermutlich viele Beiträge dann nicht gerade angenehm.
 
  • #28
Ja, das Grundübel ist meist die mangelnde Kommunikation, lieber @Lebens_Lust. Genau das will nicht in meinen Kopf, denn ohne Kommunikation kann eine (befriedigende) Beziehung einfach nicht funktionieren. Es sei denn, man/frau strebt eine reine Zweckbeziehung (materielle Versorgung o.ä.) an, doch sollten Fragen, die in einer solchen Verbindung auftreten, dann auch mit den darauf ausgerichteten, kühl rechnenden und denkenden Personen (Anwälte u.ä.) geklärt werden. Dazu bedarf es dann nur eines Papiers und einer Unterschrift, ganz ohne Herzschmerz.
Ich würde sagen, viele Menschen DENKEN, sie würden kommunizieren. Ich kann das gut beobachten in meinem Umfeld bei Verwandten und Bekannten. Sie kriegen es nicht hin zu merken, dass sie was sagen und meinen, was beim anderen ganz anders ankommt. Da wollen sie lieber ihre Vorurteile über denjenigen bestätigen und sich z.B. gekränkt fühlen. Das ist ja dann auch ein Machtspiel: Unterstellen, dass der andere was gemein gemeint hat, und ihm nicht mehr zuhören.

Und hinzu kommen solche aus der Kindheit oder vom Charakter her mitgeschleppte paranoide Elemente (Das sagt der nur, um mich zu kränken, weil mich immer jeder kränken will bzw. Interpretieren nach dem Muster "was ich selber denk und tu". Also in der Art: wenn mich was kränkt, ist das vom anderen unbedingt beabsichtigt gewesen).

Passiert auch hier schon mal, wenn man auf bestimmte Weise formuliert und dann manche Leser meinen, man rede tatsächlich über eigenes Erlebtes oder persönliche Ansichten. Also z.B. das Kursive eben, da ist das geschriebene "ich" nicht ich persönlich.
Das sind verschiedene Kommunikationsarten. Der eine würde was nie so sagen, wenn er es selbst nicht erlebt hätte, und er hat keinen Spaß am gedanklichen Durchspielen von Varianten. Der andere mag es und redet in "unpersönlicher Weise".

Und Kommunikation wird doch auch oft missbraucht. Man will dem anderen eigentlich mitteilen, dass man ein Problem hat, aber sagt das nicht, sondern schmeißt eine Spitze. Vielleicht, weil man auch schon mal gesagt hat, dass einem irgendein Verhalten kränkt, und er hat es trampeligerweise wieder gemacht. Wie dann damit umgehen? Noch mal sagen? Verhalten spiegeln? Aufgeben und wie mit einem Stachel im Fleisch weiterleben?
Oder jemand will sich abreagieren und ist nicht in der Lage, seinen Ärger zu artikulieren oder den Sandsack zu benutzen, sondern er fängt an, dem anderen bei jedem Mist zu widersprechen oder seine Laune runterzuziehen mit Sticheleien.
 
  • #29
Ich kann mich zb kaum daran erinnern, dass es Gespräche mit meiner Mutter oder Freundinnen gab, wo es darum ging was Frau möchte sondern nur um: Du musst Männer verstehen, lesen lernen, nicht schwierig sein etc.
Und wenn man Mann eben nicht verstand, dann war man so durcheinander, dass man die anderen fragte: verstehst Du das?
Und ganz schlimm: wenn ich überhaupt nicht wusste ob ich spinne oder die anderen.
Selbst in der Werbung wurde eine andere Frau gefragt: ich weiß nicht warum ihm mein Kaffee nicht schmeckt.

Es hat echt eine Zeit gedauert mich davon zu lösen und mal den direkten Weg zu gehen, allerdings musste ich vorher lernen, mich zu verstehen, was mir ja gar nicht beigebracht wurde.

Allerdings ist bei einem Gespräch mit Mann, auch für einige Frauen die Antwort nicht in der selben eigenen Logik;-)
Und dann sucht man wieder einen Übersetzer;-)

Und hier denke ich oft: Mensch die sind doch viel jünger und kommen aus einer anderen Zeit oder eben: die haben es noch nicht gelernt erstmal zu sich zu stehen, weil erst dann können sie ein solches Gespräch führen.

Aber ist das Forum nicht auch dafür da?
Denkanstöße
Umdenken
Lernen
Ggf sicherer zu werden?
 
  • #30
Oder nimm das Selbstdarstellungsprogramm mancher. Da soll nicht das wirklich Kommunizierte der Inhalt sein, sondern dass man witzig ist, niedlich ist, weiblich ist, erfolgreich ist, überlegen ist ...
Ich hab es mal auf einer Party nicht mitgekriegt, dass eine Frau sich "darstellen" wollte über ein geschildertes Problem so in Richtung "hach, ich bin so sexy-schusselig, ich habe mein neu gekauftes Gerät im Auto vergessen", und ihr eine Lösung genannt, ohne so ein Gerät zu brauchen. War mir nicht aufgefallen, dass sie gar keine wollte, sondern 1. erzählen, was sie sich gekauft hat, 2. niedlich rüberkommen wollte mit ihrer Vergesslichkeit.

Ich seh das wie Du: Ohne ehrliche, klare Kommunikation kann eine Beziehung nicht funktionieren. Aber ich glaube, viele machen sich darüber gar keine Gedanken, ob sie WIRKLICH kommunizieren.

Ich habe mal ein Paar beobachtet, wo die Frau die Infos über das, was er im Vertrauen ehrlich kommuniziert hatte und das ihm sehr unangenehm war, nun benutzte, um ihn zu kränken, indem sie das Thema nun mit Absicht aufbrachte. Niedertracht war das. Bei so einem Partner kann man kaum sagen, was einen innerlich bewegt, weil es irgendwann benutzt wird, wenn man einen schwachen Moment hat oder die Fassung nicht vor anderen verlieren will.
Manche Menschen in Beziehungen schweigen halt auch deswegen, weil der Partner die unangenehme Eigenschaft hat, die Grenze zu überschreiten und eine mitgeteilte Schwäche als Waffe zu benutzen.
Oder Paare, die ihre Enttäuschung über den anderen in die Allgemeinheit hinaus formulieren, indem sie über ihn spricht in der dritten Person. Männer machen sowas eigentlich nicht, also habe ich noch nie beobachtet. Die sitzen dann eher stur da und sagen was Trotziges, von dem sie wissen, dass die Frau sich dran stört und damit noch mehr aufdreht.

Was ist überhaupt gute Kommunikation? Voraussetzung für mich ist, dass man
- das Problem klar formulieren kann, dh. man muss wissen, dass man z. B. gekränkt ist, und sich auch trauen, das so zu sagen, also mit weiterer möglicher Kränkung mit Selbstwertgefühl umgehen können
- verantwortungsvoll mit den Infos, die der andere gab, umgeht, also sie nicht primitiv gegen ihn verwendet, um in Situationen als Sieger hervorzugehen oder denjenigen zu provozieren
- die Antwort ertragen kann, dh. sie wirklich wissen will.
 
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