• #1

Warum schaffe ich es nicht mich zu trennen?

Hallo!
Mein Mann und ich sind seit 10 Jahren ein Paar, seit 6,5 Jahren Eltern eines Sohnes und seit 3 Jahren verheiratet.
Wir haben zusammen viel durchgemacht, da sich sein Vater ihm gegenüber sehr miserabel verhalten hat. Es gab ein paar einschneidende Erlebnisse, die dazu führten, dass sich mein Mann zurückzog. Er sprach lange Zeit nicht mit seinen Eltern, zog sich aber auch von mir und von seinen Freunden und der Gesellschaft allgemein zurück. Mit ist ein gutes Verhältnis sehr wichtig, weshalb ich viel dafür tat, dass er sich wieder einigermaßen gut versteht mit seinen Eltern. Auch wenn ich selbst seinem Vater nicht mehr in die Augen sehen kann und das auch nicht möchte und nicht muss. Aber ich versuche unserem Sohn zuliebe, alles so normal wie möglich zu gestalten. Unser Sohn ist für seine Eltern sehr wichtig und ich weiß, dass sie ihn über alles lieben.
Mein Mann spricht inzwischen, wenn es sich ergibt, oft stundenlang mit seinem Vater. Aber mit mir nicht. Er spricht kein normales Wort mit mir. Er hört mir nichtmal zu. Ich könnte ihn betrügen, mich regelmäßig mit anderen Männern treffen, er würde es nicht merken. Er fragt nicht mal nach wo ich hingehe oder wo ich war und was ich tue. Wir haben wieder öfter Sex, seitdem unser Sohn wieder meistens in seinem eigenen Zimmer schläft. Aber nie - wirklich nie - weil mein Mann will. Immer nur weil ich es will. Er legt sich noch nichtmal zu mir ins Bett. Er schläft fast immer auf der Couch oder bei unserem Sohn. Selten liegt er neben mir. Er kuschelt nur kurz, dann dreht er sich wieder weg. Es ist ihm egal wenn ich traurig bin, wenn ich wütend bin, überfordert und einfach am Ende mit den Nerven. Er lässt mich einfach alleine stehen. Er kommt nie auf mich zu, nimmt mich in den Arm und tröstet mich. Wenn ich wütend auf ihn bin entschuldigt er sich nicht. Er ignoriert mich einfach so lange, bis ich wieder mit ihm reden muss - meistens geht es dann um unseren Sohn. Ich fühle mich emotional gepeitscht von ihm. Dennoch sagt er mir oft, dass er mich liebt, er kocht regelmäßig für uns, geht einkaufen und erleichtert mir durch solche Taten oft den Alltag. Er versucht es einerseits. Dennoch glaube ich, er liebt mich nicht, steht aber nicht dazu. Er behauptet er liebt mich, er braucht mich und er sei ohne mich doch nichts. Ich bin alles für ihn.
Es ist einerseits so und andererseits so. Lange habe ich sein Verhalten auf die Situation in seiner Familie geführt, dass er es ja nie anders kennengelernt hat, aber mittlerweile denke ich, auch wenn er sich wirklich dadurch so Verhält, ich kann mich nicht länger emotional foltern lassen.
Aber ich schaffe es nicht. Warum nicht? Was hindert mich daran, ihn zu verlassen?
Unser Haus, wir haben es zusammen gebaut und sind vor einem Jahr eingezogen. Es war eine so harte Zeit und diesen gemeinsamen Traum einfach fallen zu lassen, das schaffe ich nicht.
Aber ich weiß einfach nicht weiter...
Vielleicht habt ihr einen guten Rat für mich!
 
  • #2
Warum nicht? Was hindert mich daran, ihn zu verlassen?
weil du ihn nicht liebst, sondern emotional von ihm abhängig bist. Du lässt dich lieber foltern, als dich von ihm zu trennen. Statt dessen erzwingst du noch Sex von ihm. Denke mal an deinem Sohn und Schütze wenigstens ihn.
Du bist nichts weiter als ein Fußabtreter für ihn, sonst nichts.
Schon wieder ein Sonnenschein. Langsam verliert man den Überblick.
 
  • #3
War dein Mann jemals anders? Gibt es ein spezielles Ereignis ab dem er so ist wie du ihn jetzt beschreibst (Trauma?)? Was ist das Thema zwischen deinem Mann und seinem Vater?

Wie siehst du dich selbst? Was hast du zu Änderung beigetragen? Hast du jemals versucht die Ursachen für sein Verhalten zu erkunden oder euch externe Hilfe zu holen (Paartherapie)?
 
  • #4
Er kommt nie auf mich zu, nimmt mich in den Arm und tröstet mich. Wenn ich wütend auf ihn bin entschuldigt er sich nicht. Er ignoriert mich einfach so lange, bis ich wieder mit ihm reden muss
Er hat eine klare Taktik.

Ich hätte durchaus Skrupel, sowas anzuwenden und finde das auch nicht ganz sachgerecht.

Aber, ich muss auch mal (für Deinen Mann) schreiben, dass es ist einfach oft zuviel Emotion ist, was von den Frauen kommt. Wir sind keine Mülleimer.

Und Du scheinst so ein typischer Fall zu sein, der obendrein auch noch auf den Mann fixiert ist.
Jeden Tag wird eine andere Sau durch's Dorf getrieben, es werden Vorhaltungen und Vorwürfe gemacht und dann soll Mann die Frau in den Arm nehmen, ob wohl sie ihn gerade massiv angegeriffen hat.

Falls es bei Dir so ist:
Arbeite an Dir! Das ist nicht OK.

Versucht es mit einer Mediation oder einer Paartherapie.

Ihr habt typische Probleme, die Du wahrscheinlich auch in jeder neuen Beziehung immer wieder bekommen wirst. Also reflektiere Dich auch mal selbst, ob Du dem Mann den auch soviel gibst wie Du von ihm verlangst, bevor Du Dich trennst und die Familie auflöst.

Ansonsten kühle Deine täglich Emotionen nicht beim Mann ab sondern gehe z.B. zum Sport.
 
  • #5
Liebe FS.....
deine Zeilen zu lesen machen mich traurig. Ich würde ihn die Pistole auf die Brust setzen nochmals mit ihm ganz klar und offen reden, so wie du es hier geschrieben hast, ihm vorschlagen professionelle Hilfe zu suchen und wenn alles nichts bringt, würde ich mich trennen. Ich kann dich verstehen, dass du wegen eurem Sohn und dem Haus am nachdenken bist, aber du hast auch nur dieses eine Leben.
 
  • #6
Guten Morgen,

liebe FS, dass dein Mann dich liebt, das nehme ich ihm ab.

Hier wurde nur das Problem, was er mit seinem Vater, bzw. seinen Eltern hat, auf dich verlagert. Es ist ihm sicher nicht bewusst, weil er in einer Überlebensstrategie festhängt, die ihm nicht erlaubt, seine Wut, Trauer und Enttäuschungen auszuleben.
Aus eigenen Erfahrungen kann ich den Rückzug deines Mannes verstehen und nachvollziehen. Es ist die Scham, ob der desolaten Familienkonstellation gekoppelt mit Schuldgefühlen, die dazu führen, dass man sich zurückzieht und oft auch noch selbst bestraft.
Auch du hast entgegen deinem Gefühl verhandelt und vermittelt, den Eltern und deinem Kind zuliebe.

Hier ist es dringend notwendig, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ich fürchte, ohne diese werdet ihr nicht schaffen, aus diesem Konflikt heraus zu kommen. Seid es euch und eurem Kind wert, dass ihr diesen Familienkonflikt entmachtet.
Ich wünsche euch von Herzen alles Gute!
 
  • #7
Warum willst du ihn verlassen. Geht zur Paartherapie damit es euch besser geht. Manche andere Frau würde sich einen Partner wünschen der das alles für sie macht. Was machst du wenn er mit dem Sohn kuschelt? ich glaube nicht das du ihm egal bist. Redet mit einander. Mir scheint er hat Depressionen und weis nicht wie er sich dir wieder nähern soll.
 
  • #8
warum Du es nicht schaffst, Dich zu trennen?
Stichwörter können sein: emotionale Abhängigkeit, fehlende Trennungskompetenz, Liebessucht, inneres Kind.

Vielleicht findest Du da was Passendes.

Das Abstrafen durch Liebesentzug, Schweigen und Mauern ist Lange in der Erziehung von Kindern verwendet worden, gehört zur schwarzen Pädagogik. Vielleicht hast Du das selbst erlebt und bist noch daran gewöhnt, weshalb Du es auch noch heute duldest.

Alles Gute
 
  • #9
Liebe FS,
dein Post ist extrem bedrückend, so wie deine Situation. Ich kann dir nur raten, dich in therapeutische Behandlung zu begeben. Du lebst in Verhältnissen, die der Seele nicht guttun, in übelster Missachtung durch deinen Mann. Lass dir dabei helfen, deine Gefühle und dich zu sortieren, denn offenbar ist dein Selbstwert so weit am Boden, dass du um Sex und Zuneigung bettelst, du emotional abhängig bist von einem Mann, der selbst stark beschädigt ist.

Alles Gute dir!
w56
 
  • #10
Ich weiß nicht ... Das klingt, als sei er depressiv oder irgendwas anderes Psychisches.
Es gab ein paar einschneidende Erlebnisse, die dazu führten, dass sich mein Mann zurückzog. Er sprach lange Zeit nicht mit seinen Eltern, zog sich aber auch von mir und von seinen Freunden und der Gesellschaft allgemein zurück. Mit ist ein gutes Verhältnis sehr wichtig, weshalb ich viel dafür tat, dass er sich wieder einigermaßen gut versteht mit seinen Eltern.
Finde ich problematisch. Du hast es ja nun sicher für euer Kind getan und Dein Mann unterhält sich jetzt anscheinend stundenlang mit seinem Vater. Aber ich finde es problematisch, wenn ein Partner so stark einwirkt in die Beziehung des andere zu seinen Eltern. Vielleicht hast Du damit den Mann genau wieder da zum Einknicken gebracht, wo er endlich mal Rückgrat gezeigt hatte und seinem Vater eine Grenze gesetzt hatte. Vielleicht ist er aufgrund Deiner Bearbeitung wieder in die "untere Position" vor dem Vater geraten, denn DEN hast Du ja nicht bearbeitet, dass er sich bessern sollte.
Unser Sohn ist für seine Eltern sehr wichtig und ich weiß, dass sie ihn über alles lieben.
Aber dem Opa kannst Du immer noch nicht in die Augen sehen, weil er so hässlich zu dem Mann war, den Du liebst. Hast Du auch Vorteile davon, wenn euer Sohn zu diesen Großeltern geht? Geldmäßig oder zeitmäßig?

Irgendwie klingt das, als würdest Du vieles mit Gewalt in eine Form pressen, weil Du das so brauchst. Ich sage nicht, dass das so ist. Du schilderst ja auch nur wenige Teile eures Lebens. Aber ist mein Eindruck beim Lesen.
Er spricht kein normales Wort mit mir. Er hört mir nichtmal zu. ... Wir haben wieder öfter Sex, seitdem unser Sohn wieder meistens in seinem eigenen Zimmer schläft. Aber nie - wirklich nie - weil mein Mann will. Immer nur weil ich es will.
Was machst Du denn da? Der Mann redet nicht mit Dir und verlangst Sex? Und er funktioniert einfach für Dich? Ich glaube, Dein Mann ist seelisch total angeschlagen und "tot" und lässt sich von allen Leuten dominieren, um noch akzeptiert zu werden. Er bemüht sich, zu dem Vater, der sich fies verhalten hat, für Dich wieder ein gutes Verhältnis zu bekommen. Er schläft mit Dir, obwohl er darauf keine Lust hat. Er tut einiges, damit Du siehst, dass er noch "bei euch" ist. Ich verstehe natürlich, dass Du einen "normalen Mann" haben willst, aber Du versuchst, das mit Druck von außen durchzusetzen, statt zu sehen, dass alles innerlich nicht stimmt.

Ich vermute, er fühlt nichts derzeit. Aber nicht, weil er Dich nicht liebt, sondern weil er eine Depression hat. Wenn ich weiter vermuten sollte, würde ich sagen, dass alle immer von ihm verlangen, dass er seine Emotionen zurückstellen soll und ihnen das geben soll, was sie verlangen, aber sich nicht drum kümmern, was mit ihm ist.
 
  • #11
Es ist ihm egal wenn ich traurig bin, wenn ich wütend bin, überfordert und einfach am Ende mit den Nerven. Er lässt mich einfach alleine stehen.
Vielleicht ist er überfordert und Du siehst das nicht. Vielleicht arbeitet er gerade was innerlich auf.
Ich vermute, es ist, dass Du nicht wirklich glauben kannst, dass er Dich nicht liebt. Er ist ja passiv, nicht aktiv gegen eure Beziehung durch Lügen und Betrug usw..

Ich würde mal einen Schritt zurücktreten von meinen ganzen Forderungen an ihn und sein Funktionierensollen. Du liebst den Mann ja wohl doch auch, deswegen würde ich psychologische Hilfe oder ein Gespräch mit einem Dritten über die Beziehung gut finden. Vielleicht kann er sich da mehr öffnen als zu Dir, Du forderst eine Menge und klingst sehr dominant. In seiner Familie hat er bestimmte Muster gelernt, das stimmt. Aber man schleppt die auch mit in seine Beziehungen, also Du bist ein Teil vom Leben dieses Musters und übst vielleicht eine ähnliche Rolle aus, wie früher ein Elternteil.

Also mein Rat ist, sich unbedingt von außen Hilfe zu holen. Vielleicht erkennt einer, der sich mit der Psyche eines Menschen auskennt, was Dein Mann braucht, und was natürlich Du nun tun kannst, damit es Dir besser geht.
Was ich allerdings auch denke, ist, dass Du Dir durch die Übernahme des Regiments in Deiner Beziehung eine Menge Verantwortung aufgehalst hast. Dein Mann ist, glaube ich, schon immer "devot" gewesen, also hat sich Dir gefügt, hat mit dem Vater wieder die Beziehung aufgenommen usw.. Ihr habt ein Kind und ich denke, Du stemmst da eine Menge allein. Und nun hast Du vielleicht auch noch einen depressiven Mann an Deiner Seite, der sich nicht einbringen kann.

Schlussmachen ist mE bei euch gar nicht die gute Lösung. Ihr müsstet beide einen Weg finden, einander zu verstehen und gewissermaßen erstmal in Ruhe zu lassen, statt dass Du Deine Ansichten durchdrückst "zum Wohle aller" und Dein Mann sich abkapselt. Ein professioneller Paarberater, der GUT ist, kann euch den anderen vielleicht besser erklären, so dass Dein Mann erstmal Ruhe kriegt vor den ganzen Erwartungen an ihn und vielleicht weiter verwiesen wird an einen Psychologen, der sich dieser emotionalen Gleichgültigkeit und ihren Gründen widmen kann, und dass Du erfährst, dass Dein Mann sich nicht so verhält, weil er Dich nicht liebt oder weil er Dir schaden will. Ich denke, er hat bei den ganzen Ansprüchen an ihn emotional keine andere Möglichkeit mehr, als da, wo es geht, nicht zu funktionieren.
 
  • #12
Sie schaffen es nicht, sich von Ihrem Mann zu trennen, weil Sie jeden Tag hoffen, dass sich die Situation bessert und Ihr Mann wieder normal wird, d.h. aufmerksam und liebevoll. Das wird aber nicht geschehen, denn es ist etwas passiert, worueber Ihr Mann nicht sprechen will und nicht sprechen wird. Ich glaube nicht, dass es Ihnen gelingen wird, diese Blockade zu durchbrechen, selbst dann nicht, wenn Sie drohen, ihn zu verlassen. Obwohl Sie Ihren Schwiegervater nicht moegen, wuerde ich mich eventuell ueberwinden und als letzten verzweifelten Versuch mit ihm ueber die Situation sprechen. An seinem Verhalten und an seinen Worten koennen Sie unter Umstaenden erkennen, was los ist. Sie wissen, dass es so nicht weitergehen kann. Schon alleine die Demuetigung, dass ihr Mann Sie nicht mehr begehrt reicht aus, dass Sie sich so richtig mies fuehlen.
Es koennte aber auch sein, dass Ihr Mann genauso verzweifelt ist wie Sie und nicht weiss, wie er aus seinem selbst gebauten Kaefig herauskommen soll. Maenner reden ja nicht, sie verkriechen sich. Also, einen besseren Rat habe nicht, aber ich wuerde versuchen, die Ehe zu retten.
 
  • #13
Hallo,

Es ist ihm egal wenn ich traurig bin, wenn ich wütend bin, überfordert und einfach am Ende mit den Nerven. Er lässt mich einfach alleine stehen.
Ich würde dazu gerne wissen, ob sein Verhalten jemals anders war. Du schreibst von einem einschneidenen Erlebnis. War eure Paarbeziehung vorher tatsächlich anders? Besinne dich mal zurück.
Er behauptet er liebt mich, er braucht mich und er sei ohne mich doch nichts. Ich bin alles für ihn.
Das ist aber schon ein starker Ausdruck davon, dass er dich liebt, wenn er das so sagt. Ich bin immer dafür, das Gesagt auch genau so zu nehmen, wie es ausgesprochen wurde.
Er legt sich noch nichtmal zu mir ins Bett. Er schläft fast immer auf der Couch oder bei unserem Sohn.
Klingt nach Depression. Wenn ich raten müsste, was man hier muss, würde ich sagen, ihm sind die vielen Konflikte und die Ansprüche, die an ihn gestellt werden, zu viel geworden.
Er geht jedem Konflikt, jedem Vorwurf und jedem Anspruch aus dem Weg. Sein Sohn hat keine Ansprüche an ihn und wirft ihm nichts vor. Deshalb kann er dort schlafen.
Es ist ihm egal wenn ich traurig bin, wenn ich wütend bin, überfordert und einfach am Ende mit den Nerven. Er lässt mich einfach alleine stehen. Er kommt nie auf mich zu, nimmt mich in den Arm und tröstet mich. Wenn ich wütend auf ihn bin entschuldigt er sich nicht
Er geht dem Konflikt aus dem Weg. Es ist ihm alles zu viel.
Er hält es nicht aus. Er glaubt, er kann dir nicht gerecht werden. Ist doch irgendwie nachvollziehbar. Denn es ist ja auch so. Im Endeffekt zieht er sich zurück, um den Kreislauf des Streitens zu unterbrechen und somit die Beziehung halten zu können.
Er sieht sich selbst als Störfaktor und zieht sich deshalb zurück.

Du sagst ja, er kocht und kauft ein. Zwar würdigst du das hier wenn du schreibst. In eurem Alltag kommt aber auf diese Form von Zuneigung dennoch Wut und Traurigkeit. So könnte dein Partner das als "Zuckerbrot und Peitsche" empfinden. Kaum "bemüht" er sich, kracht das Bemühen wieder in sich zusammen und es kommt zum nächsten Konflikt. Er fühlt sich einfach nicht gut genug. Deshalb zieht er sich zurück. Es fehlt ihm komplett an Selbstwert.

Wenn ich das so schreibe, habe ich Mitleid mit ihm.
Ich kann euch nur zu einer Paarberatung raten, denn ihr seid beide überfordert und mit den Nerven am Ende, obwohl ihr euch liebt.
 
  • #14
Ich rate zur Einzeltherapie für Dich, denn ich vermute, Dein Mann hat die Kraft zur Paartherapie derzeit nicht. Ich interpretiere, er hängt in einer Depression. Depression ist der Rückzug -der Schutzmechanismus des Systems-, wenn es sich durch Abkapselung schützen muss.
Lassen wir ihn aussen vor. Er ist erwachsen und selbst verantwortlich für sich.
Du aber stellst eine klare Frage mit einem Trennungswunsch, bzw. einen Wunsch nach einem anderen Leben für Dich und Euer Kind.
Ich vermute, Du hast Angst vor wirtschaftlichen Einbußen, dem alleine Klarkommen, dem Alleinsein mit Dir selbst, und Allem, was "Scheitern" impliziert. Du hast Angst, den Gedanken "gescheitert" erfolgreich zu Ende zu denken? Bereitet Dir das Lesen bis hierher Schmerz?
Prima. Du denkst somit vermutlich gegen eine Wand.
Wir sollten uns nie Wände im Denken erlauben. Du verbietest Dir Deine weitere Entwicklung, die Dir dein Bauchgefühl abfordert. Ist es so?
Du denkst vll. auch in die Zukunft, "keinen mehr ab zu bekommen". Verständlich (gleichwohl völlig fiktiv).
Du verdienst einen guten Therapeuten, der Dich für Dich selbst klärt und öffnet, Dir Dein Leben perspektivisch weitet, der oder die Deine Angst in kleine, pragmatische Lösungsschritte überführt. Gute Therapeuten können das initiieren. Du selbst führst es dann fort. Nur Du. Niemand sonst.

Kümmere Dich mal um einen Therapeuten/eine Therapeutin. Sprich mit einem Arzt bzgl. einer Indikation wg. Krankenkasse und so. Dann such Dir zeitnah einen Psychologen. Gib Gas, sei zäh. Es ist JETZT. Es ist Dein Leben. Es ist allein Deine Aufgabe.
Kümmere Dich um Dich und kläre, warum Du Dich mit so einem Mann weiterhin gebunden fühlst. Ent-wickele Deine Beziehung, indem Du Deine Befangenheiten hinterfragst. Nicht Dein Mann ist das Problem. Du bist Dein eigenes Thema. Dein Mann ist lediglich eine Projektionsfläche.
Wir sind immer unsere eigenen Baustellen.
Und das war die gute Nachricht.
 
  • #15
Wir haben zusammen viel durchgemacht, da sich sein Vater ihm gegenüber sehr miserabel verhalten hat.
Du kennst den Mann mit seiner Vergangenheit seit 10 Jahren. Er wird sich nicht gravierend geändert haben. Alle paar Jahre bist Du konsequent einen Schritt weitergegangen. Kind, Heirat, Haus. Jetzt stellst Du plötzlich fest, dass nichts mehr stimmt. Ich finde schon, dass es etwas mit Verantwortungsgefühl zu tun hat, dass Du ein Problem damit hast, jetzt alles über den Haufen zu werfen.

Aber ich schaffe es nicht. Warum nicht? Was hindert mich daran, ihn zu verlassen?
Im Grunde müsstest Du Dir eingestehen, dass Du 10 Jahren lang falsche Entscheidungen getroffen hast. Das ist schwer. Letztlich aber der einzige Weg, nicht weiter falsche Entscheidungen treffen zu müssen.
 
  • #16
Nimm dir Zeit für dich selbst! Eigene Hobbys, Freundinnen.
 
  • #17
Du redest hier nur von dir, du solltest aber an deinen Sohn denken. Ich erachte es unter den gegeben Umständen als sehr problematisch, dass dein Mann regelmässig bei eurem Sohn schläft.