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Toi et moi

  • #1

Warum schauen homophile Männer Frauen hinterher?

Liebes Forum,
eins vorweg, ich mag schwule Männer, ihre Sensibilität und die Art, wie sie die Welt sehen, berührt mich sehr und ich habe nichts gegen Homosexualität, gleichzeitig bin ich auch für Treue, Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit.
Ich habe die Beobachtung gemacht, dass homosexuelle Männer sehr oft Frauen hinterher schauen oder sogar Frauen daten, auch Interesse signalisieren und irgendwie ständig auf der Suche nach weiblichen Bekanntschaften sind, obwohl sie einen männlichen Partner haben und sich eigentlich zu Männern hingezogen fühlen? Warum ist es so? Ist es einfach die Sehnsucht nach einer normalen Beziehung? Wollen diese Männer ihre Partner verunsichern oder sogar damit drohen? Suchen sie diese Frauen als Alibi? Ich weiß, dass es generell alles auf der Welt gibt aber warum brauchen schwule Männer Frauen, wenn gar kein Interesse dahinter steckt? Wo ist die Antriebskraft für so ein Verhalten?
 
P

proudwoman

  • #2
Ich Frage mich, wo Du diese Erfahrungen machst, ist mir ein Rätsel.
Ich empfinde schwule Männer als sehr kultiviert und gebildet. Zumindest habe ich diese Erfahrung in meinem beruflichen Umfeld gemacht. Aber dass sie Frauen hinterher schauen und sogar Daten, sorry, das kenne ich nicht. Sie schauen Männern hinterher, zu mindestens mit interessierten Blick, auch wenn sie gebunden sind. Das ist meine Erfahrung.
Dass sie besonders sensibel usw sind, okay, trifft vielleicht aus Frauensicht so zu, aber auch unter schwulen Männern gibt es arrogante Zicken.
 
  • #3
Hm, ich kann das nicht bestätigen und auch ich kenne ein paar schwule Männer.
Falls sie Frauen hinterherschauen, dann sicher, weil diese Frauen toll aussehen, oder auch nur, weil sie eine Tasche haben, die dem Mann gefällt.
Nicht, weil sie ein erotisches Interesse an ihr haben.

Daten ? Interesse zeigen ? Was genau meinst du ? Haben diese Männer versucht, dich richtig zu küssen ? Also auf dem Mund, mit Zunge und so ?
Oder haben sie deine Hand beim Gehen genommen, legen im Café ihre Hand auf deinen Unterarm. Lachen mit dir.
Ja, auch ich habe so einen Sweeten, der mehrmals täglich in mein Büro kommt. Der mich oft fragt, ob ich mit ihm Mittag machen will, der mich ab und zu fragt, ob wir am Abend essen oder ins Museum gehen wollen.
Und der mich auffallend oft berührt.
Ich bin aber sowas von sicher, dass er kein erotisches Interesse hat.
Und weil wir beide wissen, dass er schwul ist und weil wir beide wissen, dass er zu jung ist ( 30 ) und weil wir beide wissen, dass wir jeweils einen Partner haben, dem wir treu sind, ist es möglich, so innig zu sein auch als Mann und Frau.

Er hat mir kürzlich einen Gefallen getan und dafür habe ich ihm am nächsten Tag eine kleine Wunderkerze in Form eines Herzchens auf den Tisch gelegt.
Das geht mit so einem Kumpel, ohne dass er jetzt denkt, ich bin verknallt in ihn.

Wir sind Kumpel, das ist toll :)

w 49
 
  • #4
Hm... dass schwule Männer nun Frauen verstärkt hinterherschauen und gar daten, diese Beobachtung habe ich nicht gemacht. Und ich kenne einige Schwule, und hier in der Großstadt gibt es auch wirklich viele!
Allerdings, dass Schwule besser mit Frauen, als mit Heteromännern als Freund/Kumpel klarkommen und daher auch verstärkt die Freundschaft von Frauen suchen, diese Beobachtung würde ich teilen.
Ich vermute, das könnte damit zusammenhängen, dass sich Schwule von Frauen eher akzeptiert und gemocht fühlen, auch wenn sie eben schwul sind, als von Heteromännern. Von diesen fühlen sich Schwule sicher öfter misstrauisch beäugt, abgelehnt, nicht ernstgenommen oder ausgeschlossen.
Ach so, und natürlich gibt es eine nicht geringe Anzahl bisexueller Männer, sowie Männer, die erst im Erwachsenenalter schwul geworden sind. Möglicherweise können diese Männer tatsächlich auch Frauen in einer Weise erotisch finden, die uns "eindeutigen Heteros" fremd ist.


w51
 
  • #5
Das kann doch ganz unterschiedlich sein, warum sollten alle schwulen Männer das aus dem gleichen Grund tun (zumal es nicht alle tun, was du beschreibst, es gibt ja auch welche, die komplett desinteressiert an Frauen sind). Das wird in jedem Fall individuell sein. Vielleicht suchen manche eine gute Freundschaft zu Frauen. Dann kann es sogar auch sein, dass sie sich auch von Frauen angezogen fühlen oder bisexuell sind (hast du das erfragt?) oder etwas ausprobieren.

Wenn du dir bei einem bestimmten Mann unsicher über die Motive des Verhaltens bist, würde ich ihn einfach darauf ansprechen oder es beobachten, ich glaube nicht, dass es dazu allgemeine Aussagen geben kann. Wenn du dir Hoffnungen auf jemanden machst, ist es auch nicht verboten, zu flirten und auszuprobieren, was dahinter steckt. Frauen werden schließlich auch von jedem angegraben. Was ich unmöglich finde, ist, wenn man einer Frau verbieten will, Interesse an einem Homosexuellen zu signalisieren oder generell an Männern, die nicht von sich aus ankommen, nur Männer dürfen nerven, bis zum geht nicht mehr. Nein, das nehme ich mir als Frau definitiv auch heraus.

Bei Heterosexuellen ist man für Offenheit, bei Homosexuellen soll auf jeden Fall alles für alle Zeit festgelegt sein, was sie einmal entschieden haben. Ob das in deren Sinne ist, kann ich nicht beurteilen, will ich auch überhaupt nicht. Mir geht es um meine Meinung, nach der es nicht richtig sein kann, eine fixe Kategorie (homosexuell) festzulegen und anzunehmen, dass darin alle gleich seien, während Heterosexuelle ja auch ihre Experimente machen und ganz unterschiedlich gepolt sind (z. B. der/die eine ekelt sich vor Intimität mit dem gleichen Geschlecht, der/die andere ist offener).

Anstatt verallgemeinernde Schlüsse auf individuelle Fälle anzuwenden, sollte man den Menschen fragen oder näher kennenlernen, bei dem einen das so dringend interessiert, finde ich.
 
  • #6
Ach du je.... was sind das denn für hanebüchene Annahmen?

Ich habe viele homosexuelle männliche Freunde und bin selbst bisexuell. Homo-Männer interessieren sich nicht sexuell für Frauen, sondenr haben meist ähnliche Interessen und auch Ansichten, sie DENKEN oft ähnlich wie wir Frauen! Ob das hormonell bedingt ist, weiß ich nicht, aber ich habe noch NIE in irgendeiner Form sexuelles Interesse bei einem meiner homosexuellen Freunde wahrgenommen. Wäre auch kompletter Schwachsinn. Denn dann wären sie BISEXUELL (bei denn habe ich das schon sehr wohl wahrgenommen).
Ich kuschel sogar mit homosexuellen Männern und es ist wundebar, denn im Gegensatz zu den bi- und heterosexuellen Männern grabbeln sie an einer Frau nicht sofort rum, wenn sie an "Kuscheln" denken.

Ich denke, es hängt wie immer auch hier damit zusammen, dass man weiß, WELCHE sexuelle Ausrichtung man hat und sich deren sicher ist. Solche Spekulationen sind wirklich ganz furchtbar und du solltest dich vielleicht mal mehr mit der Sexualität bzw. deren Ausrichtung beschäftigen. Es gibt viel gute Fachliteratur dazu.
 
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  • #7
Nach meiner Erfahrung haben Schwule mehr weibliche Anteile in ihrer Persönlichkeit oder sie leben sie mehr aus. Sie gehören auch zu den Menschen, die sich deshalb auch mit dem weiblichen Geschlecht besser verstehen.

Ich hörte schon den Satz, Schwule wären die besseren Männer, weil sie durch o.g. Fähigkeiten veredelt werden. Wie auch immer, es gibt einige Schwule, die die besten Freunde einer Frau sind.

Wenn Schwule Frauen daten, dann haben sie sicherlich platonisches Interesse, genauso, wie wenn sie Frauen hinterherschauen, wobei ich letzeres noch nicht beobachtet habe. Sie interessieren sich ja auch für Mode. Schau Dir Glöökler an, der liebt die Frauen und sie ihn, weil endlich mal ein Modemacher sie versteht. Er macht schicke tragbare und bezahlbare Mode auch für füllige Damen.
 
  • #8
Na ich habe nicht die Erfahrung gemacht, dass Schwule Frauen brauchen. Sie haben allerdings oft viele Frauen als Freundinnen. Vielleicht, weil sie mit Mädels leichter über Männer und Beziehungen reden können, vielleicht weil sie in ihnen oft Soulmates haben
Ich hatte oft auch schwule Freunde, die zu irgendwelchen Veranstaltungen eine Frau mitnehmen mussten.
Ansonsten schauen meines Erachtens Schwule den Frauen hinterher, weil sie einfach Ästheten sind und gerne schöne Dinge und Menschen anschauen.
Die scannen dann gleich das Outfit und das Gesamtkonzept.
Das Interesse ist aber nicht sexueller Natur.
Vielleicht gibt es den ein oder anderen Narzissten, der die Bestätigung auch der Frauen braucht. Hatte auch mal einen solchen Fall - der wollte plötzlich mit mir Sex, nur weil ich ihm gesagt hatte, dass er toll aussieht. Für mich war das aber keine Aufforderung für Sex - man kann auch einen Menschen attraktiv finden ohne mit ihm ins Bett zu wollen - ist vielleicht ein Männerding, dass er das nicht verstanden hat.
Schwule sind aufgeschlossener als Heteromänner und haben nicht solche Berühungsängste mit Frauen, deswegen vermute ich echtes aber asexuelles Interesse am Menschen oder eben an der Frau.

Dass Schwule sich nach einer klassischen Mann-Frau-Beziehung sehnen, kann ich nicht feststellen. Außerdem gibt es auch Schwule, die ganz spießig und klassisch das Reihenhausidyll leben, wenn sie denn wollen.
Hast du denn Interesse an einem schwulen Mann und hoffst auf mehr als Freundschaft?
 
  • #9
Ich habe einige schwule Freunde und Bekannte und ich kann sagen, dass die meisten von ihnen Frauen schön finden - aber nicht in sexueller/erotischer Hinsicht. Sondern einfach, weil sie Ästheten sind, oder wie es ein Freund mal formulierte:"So, wie man ein schönes Gemälde ansieht." :)

Keiner von ihnen würde mit einer Frau (wieder) intim werden wollen. Manche hatten als Jugendliche mal Hetero-Sex, andere haben nur Erfahrungen mit Männern.

Ich denke auch, dass viele schwule Männer mehr "weibliche Anteile" haben und deshalb einen besonderen Draht zu Frauen besitzen. Einfach, weil sie sich von ihnen eher verstanden fühlen als von (Hetero)-Männern.
 
T

Toi et moi

  • #10
Alles was Ihr geschrieben habt, kann ich bestätigen aber ich habe auch folgende Erfahrung gemacht:
Nach der Trennung und eine gewisse Trauerzeit habe ich eine Phase gehabt, wo ich dachte:" Ach, so schwer kann doch nicht sein einen neuen Partner zu finden. Früher hat es auch ganz leicht und nachhaltig geklappt ". So begab ich mich auf die Suche. Meine Erfahrungen waren jedoch sehr ernüchternd, muss ich zugeben. Es haben sich zwar viele Männer gemeldet aber fast keiner von ihnen war Single. Die waren irgendwie alle hier und da ein wenig liiert und ich habe in dieser Zeit auch diese interessante Erfahrung gemacht, dass auch viele Homosexuelle Männer sich gemeldet haben. Einige haben sofort geschrieben, dass sie eigentlich einen Partner haben und nur eine platonische Beziehung suchen und bei einem ist auch nach und nach rausgekommen, dass er Schwul ist. Ich möchte hier nicht über Moral sprechen. Es mag sein, dass die Männer allesamt Homo oder Hetero ihre eigene Gründe fürs Fremdgehen haben, das kann ich verstehen aber ich habe wirklich nicht verstanden, warum ein schwuler Mann seinen Freund mit einer Heterofrau betrügen muss. Ich denke, dass sie es auch gar nicht als Betrug oder Fremdgehen sehen, weil man ja kein Sex hat. Es ist quasi nur ein kultureller, intellektueller Austausch von Gedanken, Gefühlen und Impulsen und so fühlt man sich am Ende des Tages sehr glücklich und zufrieden und kann dann mit dem richtigen Partner auch Zeit verbringen. Ich fand sogar bei einem Kandidat es ehrlich gesagt unheimlich schade, dass man sich auf diese Weise kennengelernt hatte und letztendlich alles ablehnen musste. Hätte man sich auf einem neutralen Feld kennengelernt, hätte man Freunde werden können aber so ging es einfach nicht. Ich mag keine Beziehung kaputt machen und ich mache auch keinen Unterschied zwischen Homo und Hetero-Beziehung.
 
A

Arcturus

  • #11
Ich weiß, dass es generell alles auf der Welt gibt aber warum brauchen schwule Männer Frauen, wenn gar kein Interesse dahinter steckt? Wo ist die Antriebskraft für so ein Verhalten?
Also ich war während meines Studium mal längere Zeit mit einem gleichaltrigen schwulen Mann (zu der Zeit 18) befreundet, der auch noch bei Lancome arbeitete.

1: Verhältnis zu Frauen: Er hat mir mal erzählt, daß seine Eltern (Landwirte) eine polnische junge Frau als Hilfskraft beschäftigten, die ihn wohl so toll fand (ohne von seiner Orientierung zu wissen), daß sie eines Abends plötzlich (nackt?) in seinem Bett lag. Das erst was er tat, war sie rausschmeissen. Das zweite was er tat, war, die Bettwäsche zu wechseln, da er sich vor dem direkten (Haut-) Kontakt zu nackten Frauen ekelte (Das Äquivalent zu Hetero-Männern, die keinen nackten, sexuell orientierten Kontakt zu anderen Männern wollen) . Interessanterweise bekannte er mir gegenüber, daß sie für eine Frau sehr attraktiv gewesen sei.

2: wenn wir in der Stadt unterwegs waren, schaute er ständig hinter Frauen hinterher und - bewertete ihr Outfit und ihr Makeup. Er hat sie nie als sexuelle Wesen seines Interesses gesehen!

3: hat er immer gehofft, ich würde "Verborgenens" in mir entdecken, worin ich ihn enttäuschte.

Fazit: nach meiner Erfahrung interessieren sich schwule Männer für Frauen nicht als sexuelle Wesen von Interesse (sondern Abstoßung), tun sie es nicht, sind sie bi eingestellt. Solche "Schwule" kannte mein damaliger Freund auch und fand das nicht so toll - eher abstoßend, weil ihn die Vorstellung ekelte, dieser Mann könnte schon mal in einer Frau gewesen sein.
 
P

proudwoman

  • #12
2: wenn wir in der Stadt unterwegs waren, schaute er ständig hinter Frauen hinterher und - bewertete ihr Outfit und ihr Makeup. Er hat sie nie als sexuelle Wesen seines Interesses gesehen!
Genauso geht es mir als Frau, die sich nur für Männer interessiert! Ich schaue mir gerne gut zurechtgemachte Frauen an. ABER nie aus sexuellem Interesse, denn manchmal bereue ich es, nicht nach der tollen Klamotte oder Haarfarbe zu fragen, wo man diese kaufen kann. Mehr nicht. Ich würde wahrscheinlich auch die Bettwäsche wechseln...
3: hat er immer gehofft, ich würde "Verborgenens" in mir entdecken, worin ich ihn enttäuschte.
Da habe ich eigentlich immer gedacht, schwule Männer erkennen sich! Aber man lernt hier immer wieder hinzu.
 
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  • #13
Ich glaube nicht, dass dahinter irgendein verborgener Wunsch steckt. Ich kann mir höchstens vorstellen, dass sie sich einfach für Weiblichkeit interessieren, nicht im sexuellen Sinne.
Wenn ich irgendwo eine Frau sehe, die ein tolles Outfit trägt oder eine schöne Frisur schaue ich auch mal genauer hin, aber nicht mit sexuellen Gedanken sondern einfach um mich inspirieren zu lassen. Männern schaue ich ausgesprochen selten hinterher, obwohl ich nur auf Männer stehe.
Jedes Mal wenn ich bei einem schwulen Frisör war, bekam ich überschwängliche Komplimente. Vielleicht sind sie einfach fasziniert von uns Frauen weil sie mental oft weiblicher eingestellt sind.
 
  • #14
2/3 aller homosexuellen Männer sind tatsächlich auch zu heterosexuellen lustempfindungen und Beziehungen fähig. Es werden aber homosexuelle Beziehungen bevorzugt. Da in der heutigen Gesellschaft oft noch das ausleben des eigenen Lebens mehr als schwierig ist und noch Ängste wegen mangelnder Akzeptanz bestehen, eine maskuline Welt auch nicht selten für selbst maskulin wirkende schwule eben nicht einfach ist , verwischen Grenzen und es kann sogar zu Identitätskrisen kommen. Von daher ist es durchaus auch möglich, dass ein eigentlich schwuler Mann sowohl eben nach außen, als auch tatsächlich so empfunden, Frauen als sexuell attraktiv wahrnimmt. Dazu kommen individuelle Ausprägungen. Bisexualittät wird es meistens genannt. Für mich aber nur in Hinblick auf die Sexualität so definierbar. In einer Welt der zunehmenden Individualisierung des einzelnen ist ohnehin festzustellen, dass echte emotionale Bindungen sich oft nur noch an dem eigenen Bedürfnis und auch Begehrlichkeitsempfinden orientieren. Ein Umstand, der echte emotionale Bindungen oft nur noch bedingt zulässt und so in einer Beziehung alle das vermissen lässt, was letztendlich entscheidend ist für ein Zusammenleben. Von daher ist es durchaus möglich, dass ein homosexueller Mann Lustempfindungen Frauen gegenüber entwickelt. Aber ich glaube, dass der Zwiespalt oft schwer zu ertragen ist. Sehen Sie sich Helmut Berger an
 
T

Toi et moi

  • #15
@August31 ja, du hast recht, Identitätskrise ist das richtige Wort. Die richtige Wahrnehmung über sich selbst zu haben, ist sehr wichtig und wenn diese Wahrnehmung nicht mit der Erwartung der Außenwelt zusammenpasst, kann sehr schwierig sein und man zweifelt dann an eigene Wahrnehmung. Es ist schwierig zu akzeptieren, dass man anderes ist. Nicht nur im Bezug auf sexuelle Orientierung sondern generell alles was nicht in Norm passt, wird von der Gesellschaft abgelehnt und somit versucht man sich anzupassen, um zu überleben. Ja, das kann ich verstehen und nachvollziehen. Und deshalb gehe ich davon aus, dass es eher eine Sehnsucht ist, nach Normalität.....Natürlich gibt es auch bisexuelle Neigungen aber wie du auch sagst, es ist schwierig dies auszuhalten, es sei denn die Liebe ist so groß, dass man es aushalten möchte, um dem Partner die Möglichkeit zu geben seinen Frieden zu finden. Das ist jedenfalls ein sehr komplexes und sensibles Thema und es hat mich wirklich sehr fasziniert. Die Frage ist aber, was eigentlich passiert, wenn man am Ende des Weges feststellt, dass all das eigentlich keine Rolle gespielt hat. Vielleicht lag es einfach nur an dem Menschen mit dem man zusammen war und vielleicht, wäre eine Andere/ein Anderer da gewesen, egal Mann oder Frau, wäre zu dieser Krise gar nicht gekommen. Letztendlich möchte jeder Mensch, wie du auch schreibst, verstanden werden und eine echte Emotionale Bindung mit seinem Partner haben. Wenn es nicht der Fall ist, dann hat es m.E. nichts mit der sexuellen Neigung zu tun sondern vielleicht damit, dass es zwischen den beiden nicht passt?
 
  • #16
Es heisst ja oft, dass eine reine Freundschaft zwischen Mann und Frau aufgrund sexueller Anziehung selten klappt.
Vielleicht ist das bei Schwulen oft genau umgekehrt?
Ästhetik könnte auch ein Grund sein - ihr Frauen seid nunmal das schöne Geschlecht.
 
T

Toi et moi

  • #17
@Tom 26 für eine platonische Freundschaft stöbert man nicht in SBs und ähnliches oder? Ich muss gestehen, dass ich mit einem von diesen Männern für längere Zeit geschrieben habe. Ich mochte ihn sehr. Er war wunderbar und so nach und nach ist wenigstens von meiner Seite eine Freundschaft entstanden und nach und nach konnte ich ihn verstehen und nachvollziehen wie er sich fühlte.
Ich denke mittlerweile wirklich, dass der Druck von der Gesellschaft so groß ist, dass man es nicht aushält. Es ist schon sehr schwierig. Sicherlich ist es in Berlin und New York einfacher aber, viele haben schon ein Problem damit. Ich kann es verstehen, dass es zu einer Krise wird und man glaubt eine Frau könnte das Problem lösen, man könnte sich ändern, man könnte sich anpassen usw. Ich denke nicht, dass er meine Freundschaft wollte. Es war niemals sein Thema gewesen. Er hat es zwar gesagt aber nicht so gemeint.