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Gast

  • #1

Warum sehen Außenstehende Beziehungsscheitern immer anders?

Einige Bekannte, die ich mehr oder weniger in mein Beziehungsgeschehen eingeweiht habe, haben nachträglich oder vor anderen die Ereignisse vollkommen um - und fehlgedeutet, so dass es nachher scheinbar viel schlechter aussah für mich, als es wirklich war.

Mal war ich es, die einen Mann für ihre Zwecke benutzt haben soll
- es war nicht meine große Liebe, aber ich hatte sehr zärtliche Gefühle für ihn und war über längere Zeit glücklich...

Dann wollten Männer "nur" den Sex mitnehmen
- es war eine schwierige Beziehung mit vielen Höhen und Tiefen, aber sie ging über Jahre und ich habe nie so eine tiefe Seelenverwandtschaft und so hervorragenden Sex gehabt wie mit ihm...
- der andere hat die Liaison nach wenigen Wochen beendet, und irgendwo hatte er recht, auf Dauer waren wir zu verschieden...

Ich habe immer wieder neue Liebhaber
- dabei habe ich seit Jahren keinen Sex!!!

usw.


Wer ist mit solche Verzerrungen des eigenen Erlebens konfrontiert worden?
Sind manche Freunde tatsächlich nicht besser als die Klatschpresse?
Heisst das in der Konsequenz, ich muss mein Beziehungsleben in Zukunft besser unter Verschluss halten?
Wie geht man mit den kursierenden Gerüchten um?
 
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Gast

  • #2
Da trennt sich die Spreu vom Weizen.
Natürlich gibt man sein Intimleben und eine privatesten Probleme nicht an alle Freunde und Bekannte weiter, das ist klar.
Ein paar wenige Eingeweihte sollten reichen. Aber auch da wird man erkennen, wie interessiert diese Freunde wirklich am Problem sind.
Bei meiner Freundin kann ich meinen Freund hassen und verfluchen, ohne dass sie Konsequenzen erwartet oder mich darauf anspricht. Und am nächsten Tag liebe ich ihn über alles und wir lachen darüber, so ist das Leben.
Wer das nicht kann, ist nur an schnellen Klischeeabhandlungen interessiert.

Darüber hinaus gibt es sehr viele Leute, die mit ich selbst so unzufrieden sind, dass sie froh sind über "Deine" Beziehung herzuziehen. Das lenkt total schön ab und erhöht ihre schlechte Partnerschaft dann für einen Moment.

Grundsätzlich werden die Vorfälle natürlich immer wieder anders gedeutet, weil jeder auf seinen persönlichen ERfahrungsschatz und seine Wahrnehmung zurückgreift. Reifere Menschen sehen das etwas anders, einfach vorurteilsfreier.
Such Dir nur wenige Freunde, mit denen Du sowas besprichst.
 
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Gast

  • #3
Freunde sind nur so gut, wie man gleichzeitig gibt und zurückbekommt, aber sobald es einseitig und bevormundend wird, wird es schlecht. Freunde die einen immer ungefragt beratschlagen (bevormunden) - und das permanent - sind die falschen Freunde. Wenn dir diese Bekanntschaftalen also ständig vor dem Kopf stoßen, dann solltest du mal überdenken, ob das wirklich die richtigen Leute für dich sind oder ob du diese nur als Freunde hast, aus Angst alleine zu sein? Bekannte sind zudem allesamt recht oberflächlich. Wieviele Bekannte hat man denn in der Regel? Vielleicht 20, 50 oder gar 100 und mehr. Es ist logisch, dass diese nur alle nur oberflächlich dein Leben betrachten (können) und Hilfestellungen genauso lapidar, unwichtig und unbedeutend ausfallen.

Kann es also sein, dass du dich oft bevormunden lässt von anderen oder sehr zurückhaltend bist bzw. viel über dich ergehen lässt, mehr als dir lieb ist oder sehr viel jünger bist als deine Freunde? Das habe ich auch schon am eigenen Leib erfahren. Deswegen selektiere ich meine Freunde und mit Leuten, mit denen ich mich abgeben, heute fein säuberlich aus. Sonst wäre ich heute mit den schmierigsten Pöbeln verheiratet oder verkubbelt, würde der Arbeit nachgehen, die meine Freunde wollen, nicht die ich selber will, und würde Kleider tragen, die anderen besser gefällt, aber nicht mir.
Manchmal muss man sich in solchen Konflikten von anderen abwenden, und seinem eigenen Kopf folgen. Sonst bleibt man ewig ein nicht ernstzunehmender Mensch.

Also von dem her: hör gar nicht auf die anderen. Ich würde einmal drüber lachen und es dann vergessen.
 
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Gast

  • #4
Ach das kenne ich auch sogar von der besten Freundin.

Als ich meinen Unmut über den Ex erzählen wollte, sagte sie nur, dass sie keine Postion beziehen wird, weil sie seine Ansicht nicht gehört hat und sie ja nicht wüsste, wie ich mich ihm gegenüber verhalten hätte....

Ich war geschockt, aber dann ist mir später eingefallen, dass sie es wahrscheinlich gut fand, dass ich, genauso wie sie vor nicht langer Zeit, auch mal daneben griff und Jahrelang ein böses Spiel mit einem Mann mitmachte, wo wir sie alle gewarnt hatten. Es ist so ausgegangen, wie wir es ihr voraus gesagt hatten.

Frauen sind da oft sehr subtil neidisch und ich denke, dass meiner Freundin nicht bewusst ist, welches Armutszeugnis sie sich selbst damit ausgestellt hat. Denn auch der Ton macht die Musik und ihr Ton war ziemlich respektlos.

w
 
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Gast

  • #5
Ohne jetzt direkt auf die Ereignisse einzugehen, ein Ratschlag:

Intimitäten wie das eigene Beziehungsgeschehen teilt man ausschliesslich "handverlesenen" Freunden an, von denen man sicher sein kann daß diese Dinge bei ihnen "sicher wie im Grab" sind.

Niemals mit "Bekannten"!

(M)
 
  • #6
Da fällt mir spontan der Spruch ein: "Wer solche Freunde hat braucht keine Feinde mehr..."
Sorry, aber das klingt mir schon sehr nach Klatsch und Tratsch in Deinem Freundes / Bekanntenkreis.
Offenbar bist Du wohl tatsächlich manchen Menschen gegenüber zu offen was Deine Beziehungsangelegenheiteh betrifft. Oder Du kennst die falschen Menschen. Die kursierenden Gerüchte am besten einfach ignorieren, bzw. wenn Dich einer konkret darauf anspricht einfach klarstellen.
Alles Gute!
w/45
 
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Gast

  • #7
Das ist doch völlig normal. Bekannte und Freunde sind einem vielleicht wohlgesonnen, aber nehmen deswegen nicht unbedingt und unbedacht deine Position ein. Wäre ja auch blöde, guten Freunden "das Maul" verbieten zu wollen, wenn sie denn nicht nach dem eigenen reden. Auf der anderen Seite: es liegt alleinig an dir, was, wieviel in welcher Art du etwas über deine Beziehungen erzählst. Ich bin durchaus der Ansicht, dass bestimmte Dinge besser unausgesprochen bleiben, eben, weil es sehr privat ist, vielleicht intim. Darüber hinaus ist es eine Sache der Selbstwahrnehmung: du bist nicht immer das "Engelchen" und der andere der superböse Unhold: zum Scheitern gehören zwei und die Fehler liegen nie nur auf einer Seite. Über die prozentuale Verteilung kann man lange nachdenken, das ist aber ab einen gewissen Punkt nur müßig.
 
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Gast

  • #8
Ich hörte mir von einem Bekannten an, dass seine Ehe und die Beziehung danach in die Hose gegangen ist. Schuld waren für ihn die Frauen, weil er meinte, dass er sich für sie nicht verbiegen wollte.
Er erzählte mir wirklich sehr viel.
Anfangs glaubte ich das auch, aber je besser ich ihn kannte, desto mehr wurde klar, dass er ein ganz schwieriger Charakter ist, den ich auch im vollem Umfang zu spüren bekommen habe.
Niemand wollte ihn verbiegen, er ist nur gegen alles und jedes, ein notorischer Nörgelfritze und Schwarzseher, und er besitzt nicht den Hauch von Empathie.
Klar, dass Frau dann mal aufmuckt. Das hat nix mit Verbiegen zu tun.
Also FS: Je besser man dich kennt, je mehr du über deine Beziehungen redest, desto besser können sich Aussenstehende ein Bild machen.
Das Beste ist: Klappe halten! W
 
  • #9
Warum nennst du das Freunde? Meine Freunde sagen mir ins Gesicht, dass ich Mist gebaut hatte, und nicht anderen.
Diese Leute sind nicht deine Freunde, bestenfalls Freundschaften oder Bekannte. Oberflächlich, und wahrscheinlich auf die gleiche Weise kennengelernt (Szene-Treff oder ein "Gerade-IN-Hobby"). Solche Leute haben meine Eltern als Nachbarn; die sind als frustrierte Nörgler geendet und meine Eltern haben den Kontakt abgebrochen.

Wie man mit solchen Leuten umgeht? Die Ärzte - Lasse reden.
 
  • #10
Mein Beziehungsleben erzähle ich Keinem.

Aus Fairness und Diskretion für die Beteiligten, z.B. (ex-)Partnerin. Und weil es Außenstehende sowieso nicht verstehen können. Meine Freunde will ich nicht als "Hobby-Psychologen" animieren oder misbrauchen. Ich brauche Keinen zum reden. Ich muß mit Allem selber fertig werden.
Wie geht man mit den kursierenden Gerüchten um?
Entweder man ignoriert sie. Oder man zeigt sich amüsiert, was alles für Falsches über Einen behauptet wird. Danach kann Jeder selber entscheiden, ob und was er glauben will.

Ein Promi (Musiker) ist stets amüsiert, wenn er in der Presse Falsches über sich oder seine Band liest.
Drollige Märchen. Tolle Fantasie von den Urhebern. *Applaus*
Er schaltet hie einen Rechtsanwalt ein. Er spart sich Zeit, Mühe und Geld damit.
Denn die Zeitung von heute, ist das Einwickelpapier von morgen.
 
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Gast

  • #11
Solche Verzerrungen finden auch statt, weil man selbst oft einen Aspekt beim Erzählen hervorhebt oder weil der andere nur den für ihn interessanten Aspekt wahrnimmt - Kommunikationsverlust eben. Wenn du dein Herz auf der Zunge trägst passiert das noch viel schneller als so schon.
Wenn du so was vermeiden möchtest dann musst du sehr kontrolliert kommunizieren und dich auch manchen Situationen nicht aussetzen, also z.B. mit bestimmten Personen nicht in die Öffentlichkeit gehen usw.
Also von wegen entspannt zeigen, Kalkül wäre angebracht - fragt sich nur ob es lohnt, denn was ist das Resultat des Tratsches? Hast du Nachteile?
Ein weiterer Aspekt fällt mir ein, viele Menschen tratschen einfach, weil bei ihnen nichts passiert und sie sich wichtig machen müssen. Die muss man aussortieren oder gezielt mit Fehlinformationen versorgen.
w44
 
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Gast

  • #12
Ich sehe auch, dass ich meine Informationspolitik dringend überarbeiten sollte... Außerdem wollen Freunde und Bekannte neu sortiert werden, je nachdem, wie sie sich in den letzten Jahren bewährt haben.
Tatsächlich habe ich ein, zwei Menschen sehr persönliche Infos anvertraut, die mein öffentliches Bild beschädigen könnten, und ein schlechtes Gefühl dabei gehabt. Das war rückblickend der bessere Berater.
Auch hat es mich irritiert, dass eine Freundin, die immer hinter all meinen Entscheidungen stand, plötzlich nicht mehr mitzog und einen neuen Partner ganz anders sah als ich. Ich verstehe sie zwar, doch wollte ich trotz der kritischen Punkte bei dem Mann bleiben. Das hat uns dann letztlich entzweit.
Naja, es ist jetzt wohl eine Neuorientierung fällig, eine Art zweite Pubertät, oder wie man das in hippen Lifestyle-Magazinen betitelt ;)

Ja, und ich überlasse die Menschen gerne ihrer Phantasie... Die wichtigen werden mich schon verstehen, und die anderen können mir egal sein.

Danke für die vielfältigen Anregungen!

Die FS