• #1

Warum sind Begriffe, die sonst positiv besetzt waren, im Onlinedating eher negativ?

Mir ist schon länger aufgefallen, dass Begriffe wie "sympathisch" im Onlinejargon eher nur "Ladenhüter" bedeutet. Warum ist dies eigentlich so? Eigentlich ist ja dieser Begriff von Haus aus positiv, aber in der Datingzone nur negativ. Im Italienischen käme wohl kaum jemand auf die Idee den Begriff "Simpatico" so negativ zu übersetzen.

Ebenso auch bei den Begriff "nett". Wenn man das 1. Date als nur "nett" betitelt, ist es auch schon als negativ zu betrachten. Wiederum käme wohl kaum ein Italiener auf die Idee "Bello" als negativ zu besetzen.
Nach dem Onlinejargon, würde man folgenden italienischen Satz.
"L'incontro con la moglie simpatica era bello" so übersetzen. Gut dass das Treffen mit dem Ladenhüter endlich vorbei war.:)

Ich habe mich zwar mittlerweile daran gewöhnt, aber trotzdem kann ich es nicht nachvollziehen, warum man diese ehemaligen positiven Begriffe, so negativ beurteilt. Vielleicht hat ja jemand eine Erklärung dafür hier.
 
  • #2
Guten Morgen,

ich glaube es kommt sehr darauf an, mit welchem Gesichtsausdruck Stimmfarbe und welchen Gesten man diese Dinge ausspricht. Im digitalen Wunderland klammert man sich m.E. viel zu sehr an bestimmte Wortbegriffe und nimmt sie förmlich auseinander. Das Feingefühl, welches auch zwischen den Zeilen lesen kann und andere Dinge wahrnimmt, ist leider bei uns Menschenskinder inzwischen sehr untrainiert und unterentwickelt. So debakeln wir kollektiv über diese Wortbegriffe und besetzen sie negativ oder positiv, je nachdem. Wir zerbrechen uns den Kopf, statt erstmal abzuwarten und genauer hinzuschauen. Wir selber entscheiden aber, wie wir Worte besetzen und ob wir uns unreflektiert mitziehen lassen, oder nicht. Interessant ist immer wieder zu beobachten, das sich so etwas wie ein Flächenbrand ausbreitet. Das sieht man auch an dem Begriff *Nachhaltigkeit*. Dieses Wort taucht bei jedem schon in jedem zweiten Satz auf und landet inzwischen sogar schon in den Suppentopf.
Wird Zeit, dass ihr eure Profile aufrüstet und diese Nachhaltigkeit noch irgendwo unterbringt, das ist aktuell positiv zu bewerten und da gibt es gewiss zur Zeit keine Missverständnisse ;-) ;-) ;-)
Herzlichst Pia
 
  • #3
Hallo Minimus,
das ist ja lustig....aber auch ein bisschen traurig, was Du und wie Du es schreibst...zeigt es doch den leichten "Irrsinn", der einen anweht, wenn man zu lange und zu viel in die Welt des online-Dating abtaucht.

Abstand suchen, sich des Sympathischen und Netten wieder anders und ohne verschobenes Wertesystem gewahr werden - und der nächste Urlaub vielleicht in Italien.... :)

Saluti molto caldo!
 
  • #4
??? Was ist denn an einem Ladenhüter positiv? den will keiner.

Was machst Du draus, wie gehst Du mit den Begriffen um? Wenn ich jemanden nett finde, ist das ein positives Gefühl, welches die Grundlage für mehr sein. Was die Onlinecommunity dazu meintist mir egal.
Ähnlich ist es mit sympathisch. Das reicht mir, dann möchte ich ihn gern näher kennenlernen.

Dieser Hang zur Gigantomanie - alle sind superattraktiv, alle sind schlank, alle sehen 10 Jahre jünger aus als sie sind, das hat für einen denkenden Menschen keine Verbindung zur Realität. Die Menschen sind das, was sie sind, sondern was sie sein wollen. Sie gehen mit übersteigerten Erwartungen ins Date und da wartet das breite Mittelmaß - genauso wie sie/er selber das breite Mittelmaß ist.

Wer ist die Vergleichsmenge? Wenn ich mich optisch und fitnessmäßig mit meiner Mutter vergleiche, die vor 30 Jahren in meinem Alter war, dann liegen Welten dazwischen, dann bin ich superattraktiv. Kein Wunder, ich gehe zur Kometikerin, zum Wellness, leiste mir einen Personal Trainer, habe alles an gesunden Lebensmitteln und toller Kleidung in Reichweite - das gab es im Leben meiner Mutter nicht.

Wenn ich mich mit anderen 50+-Akademikerinnen vergleiche, die sich ihr ganzes Leben gesund ernährt haben, denen alles an Bildung zugänglich war, die ihre Persönlichkeit entwickeln konnten, über die Anzahl ihrer Kinder selbst bestimmen (Trend geht zu keine), die ein hohes eigenes Einkommen in einem Job haben der ihnen locker von der Hand geht, sich schicke Schuhe, Kleidung, Friseur, Zahnpflege etc leisten sowie eine gute Grunddisziplin haben, bin ich oberes Mittelmaß und damit zufrieden.
Ich sehe sympathisch aus, bin meistens nett, selten richtig unnett.
Das ist mir gut genug, mehr muss nicht. Wer mehr will, wird lange suchen müssen oder fällt auf ein Überaschungsei rein.

Mir sind die meisten Menschen schlichtweg zu dumm, die diesen Online-Superlativen erliegen. Mit denen kann man in einer Partnerschaft nur scheitern, wenn man in der Wirklichkeit des schnöden Alltags ankommt. Insoweit hat es mich nicht gestört, ausselektiert zu wredn, weil jemand meinte nett und sympathisch seien es nicht wert, mich zu treffen. Deswegen mache ich kein Feuerwerk, um dann Erwartungen zu enttäuschen.
 
G

Gast

  • #5
Warum das so ist, weiß ich nicht. Tatsächlich hat die Onlinewelt ihre eigene Sprache. Wer die nicht kennt, tut sich schwer und wird, wenn er/sie z. B. einfach "Spaß" (im Sinne von unschuldigen Freizeitvergnügungen und guter Laune) haben will, mit Sexanfragen überhäuft.
Und stimmt, "nette" Menschen ziehen sich plötzlich enttäuscht zurück und denken ihnen wurde gerade abgesagt, auch wenn man genau sie gesucht hätte....unverständlich.

Bin gespannt auf die anderen Antworten.
 
  • #6
Das Wort "nett" ist, gerade wenn es um Sachen zwischen Mann und Frau geht, nicht nur online und nicht erst seit gestern eher negativ besetzt. Keine Ahnung, wie Du darauf kommst. Nett ist eben so lala, nicht unangenehm, aber auch nicht bedeutend. "Nett" und "ganz nett" sind eben nicht zu vergleichen mit "schön" und "ganz schön" oder "wichtig" und "ganz wichtig". Für mich hörst Du Dich an, als ob Du so einer Floskel zu viel Bedeutung gibst. Wenn eine Frau sagt, ein Mann ist "sympathisch", meint sie doch eigentlich nicht mehr als "nett, aber uninteressant". Da sollte man sich nichts vormachen. Umgekehrt kann ich mir kaum vorstellen, dass ein Mann, der eine Frau als "sympathisch" bezeichnet, viel Interesse an ihr hat. Vielmehr soll das aussagen: nicht besonders attraktiv. Deshalb gehts an das vermeintliche Wesen und es wird mit der Aussage "sympathisch" (also "nett") doch noch etwas Positives gefunden, um Menschen nicht vor den Kopf zu stoßen.
Im Übrigen übersetzt Du falsch. Bello heißt ins Deutsche übersetzt nicht "nett", sondern "schön" und das ist ja wohl ein Unterschied.
 
  • #7
Ebenso auch bei den Begriff "nett". Wenn man das 1. Date als nur "nett" betitelt, ist es auch schon als negativ zu betrachten.
Ich glaube Du interpretierst es für dich so, dass deine Wahrnehmung deine innere Einstellung wiederspiegelt! Man kann sich es auch selber schwer machen, jedes Wort negativ Denken und auswerten.
ME. ist das so wie du beschreibst von Mensch zu Mensch verschieden, nicht jeder hat selbe Einstellung bzw. Erfahrung. Das Wort "nett" empfinde ich immer positiv.
 
G

Gast

  • #8
Was interessiert mich, was die altmodischen Italiener denken? Wir sind hier in Deutschland und da ist "nett" und "sympatisch" eben hinterweltlerisch. Geh doch einfach ein bisschen mit dem Zeitgeist, dann verstehst du es! Du musst eben MEHR flirten und rauskommen unter Leute. Scheinbar geht an dir die ganze Welt vorbei.
 
  • #9
Ich denke das liegt daran, dass diese Begriffe meist benutzt werden, um uninteressante Dates wieder loszuwerden, ohne sie zu verletzen.

Das ist vergleichbar mit den Formulierungen in Arbeitszeugnissen: Eigentlich werden ausschließlich positiv besetzte Formulierungen verwendet, wie z.B. "er war stets bemüht". Personaler wissen natürlich ganz genau Bescheid, was die eigentliche Bedeutung dahinter ist.
 
  • #11
Wir sind hier in Deutschland und da ist "nett" und "sympatisch" eben hinterweltlerisch.
Ich (m,53) stamme aus einer Zeit, als solche Attribute noch positiv und erstrebenswert waren.
Inzwischen gelten sie bei der Partnersuche immer öfter als schlecht. Aber mit dieser Ansicht kann ich mich nicht anfreunden.

Wenn ich dann betrachte, welche Art von Mann heutzutage als "gut" betrachtet wird, dann schaudert es mir. Nein, so ein Mann will ich nicht sein. Und Frauen nicht so behandeln. Da bleibe ich lieber nett und sympathisch. Auch wenn ich deswegen Single sein muß.

Gerade mein letztes Date mit einer Frau (46) zeigte mir deutlich, dass nett + sympathisch nicht gefragt ist. Denn so empfand es diese Frau, erteilte mir aber trotzdem eine Absage.

Das darf heute noch eine Freundin sein, aber nicht der Mann. Es fällt mir auch schwer, sowas zu verstehen.

Nett = sei langweilig.
Was bedeutet heute sympathisch = ?

Wenn heutzutage z.B. "Fifty Shades of Grey" der neue Maßstab sein soll, dann verzichte ich darauf.
 
  • #12
Ich (m,53) stamme aus einer Zeit, als solche Attribute noch positiv und erstrebenswert waren.
Inzwischen gelten sie bei der Partnersuche immer öfter als schlecht. Aber mit dieser Ansicht kann ich mich nicht anfreunden.

Wenn ich dann betrachte, welche Art von Mann heutzutage als "gut" betrachtet wird, dann schaudert es mir. Nein, so ein Mann will ich nicht sein. Und Frauen nicht so behandeln. Da bleibe ich lieber nett und sympathisch. Auch wenn ich deswegen Single sein muß.

Gerade mein letztes Date mit einer Frau (46) zeigte mir deutlich, dass nett + sympathisch nicht gefragt ist. Denn so empfand es diese Frau, erteilte mir aber trotzdem eine Absage.

Das darf heute noch eine Freundin sein, aber nicht der Mann. Es fällt mir auch schwer, sowas zu verstehen.

Nett = sei langweilig.
Was bedeutet heute sympathisch = ?

Wenn heutzutage z.B. "Fifty Shades of Grey" der neue Maßstab sein soll, dann verzichte ich darauf.
Ganz einfach. Sie hat sich nicht für Dich als Mann interessiert. Hält Dich für eine nette und sympathische Person bzw. benutzt diese Aussage, um Dich nicht vor den Kopf zu stoßen. Was gibt es denn daran nicht zu verstehen? Ich (49) habe dies auch schon als Absage benutzt. Ich suche keine beste Freundin und keinen Kumpel, bei dem ich mich ausheulen kann. Ein Mann, zu dem mir nur einfällt, er wäre nett und sympathisch , kommt für mich nicht infrage. Wenn ich mit jedem Mann eine Beziehung führen würde, den ich nett und sympathisch finde... du lieber Gott, da hätte ich ja viel zu tun.
 
G

Gast

  • #13
Und Geiz (eine der 7 Todsünden) ist heute geil - das war früher eine fette Torte oder das Verhalten einer Person, aber "niemals nie nicht" mit einer positiven Konnotation versehen...
Aber was ist von besserwisserischen, egoistischen Verhaltensgestörten zu erwarten, die schon vor der Rechtschreibreform mit dem korrekten Umgang ihrer Sprache nicht zurechtkamen, und danach schon überhaupt nicht - weder orthographisch noch dem Sinne nach.
Und kommt mir bloß jetzt nicht damit, Sprache sei etwas lebendiges - nicht durch verbalen Ausdruck steigender gegenseitiger Verachtung innerhalb einer Gesellschaft und persönlicher Miss- bis Verachtung.
 
  • #14
Was interessiert mich, was die altmodischen Italiener denken? Wir sind hier in Deutschland und da ist "nett" und "sympatisch" eben hinterweltlerisch. Geh doch einfach ein bisschen mit dem Zeitgeist, dann verstehst du es!
Wenn man es aber global sieht, dann ist eher Deutschland "hinterweltlerisch" oder man muss auf Teufel komm raus, jeden neuen Zeitgeist in sich aufnehmen. Im Spanischen wird immer noch simpático benutzt. Ich habe privat sehr viele Kontakte zu einigen Spaniern und wenn ein Mann sagt, dass er die Frau simpático findet, dann ist dies nur positiv. Aber ja ich weiß schon wir sind ja nicht in Spanien.:)

Es ist auch sehr witzig, dass diese Worte wie nett + sympathisch nicht den Zeitgeist wiederspiegeln, aber im Gegenzug div. Gesten aus dieser Zeit gerne angenommen werden. Div. Threads hier können ja nicht Lügen.


Also FS gebe dich so und drücke dich auch so aus, wie du es auch sonst erledigst. Für mich sind diese Begriffe immer noch sehr positiv und eventuell habe ich ja auch nur den Zug des Zeitgeistes verpasst. Eine Frau muss für mich sympathisch sein, und wenn das 1. Date nett war, dann möchte ich sie auch wiedersehen. Sollte eines beiden Begriffe nicht zutreffen, dann möchte ich sie auch NICHT wiedersehen. Man kann zwar jetzt im Neudeutschen andere Begriffe dafür benutzen, aber unterm Strich kommt es auf dasselbe heraus. Was hat uns da schon der neue Zeitgeist gebracht. Man tauscht nur die Begriffe aus und am Ende ist es immer noch dasselbe. Entweder man ist von jemand anderen angetan oder eher nicht.
 
  • #16
Nach dem Beitrag von Magnus wird für mich immer klarer: beim Daten von Mann und Frau werden die Worte "nett und "sympathisch" ganz unterschiedlich benutzt und verstanden. Für einen Mann muss eine Frau nett und sympathisch sein, um sie wiedersehen zu wollen. Bei einer Frau reicht es nicht, wenn ein Mann "nett" und "sympathisch" ist. Da müssen noch andere Sachen für ihn sprechen. Frauen haben auch mehr zu verlieren. Der mögliche Vater ihrer Kinder soll mehr auf dem Kasten haben. Ist doch nachzuvollziehen. "Nett" ist die kleine Schwester von.... Diese Aussage benutzen Frauen, nicht Männer. Das sagt doch schon alles.
 
  • #17
Ich glaube, du darfst diese Begriffe nicht in andere Sprachen übersetzen. Dabei kommt immer etwas anderes heraus:
"gentil" und "sympa" im Französischen haben für mich auch eine andere Bedeutung…..aber dahinter steht ja auch eine ganz andere Kultur.

Um möglichst neutral zu bleiben, würde ich bei solchen Anlässen wie 1. Date, wenn es sich um eine fremde Person handelt, auch Wörter wie "nett" und "sympathisch" verwenden. Das ist nicht negativ: es heisst, was es heisst: nett, kein Reinfall, schöner Abend….und mehr kann man zu diesem Zeitpunkt ja auch noch gar nicht sagen.

Was wirklich im Weg steht ist immer eine erhöhte Erwartungshaltung und dann die Enttäuschung, wenn die nicht erfüllt wurde. Daran sind aber die Wörter "nett" und "sympathisch" nicht schuld.
 
G

Gast

  • #18
Nett = nett, aber nicht mehr
sympatisch = nett, aber nicht mehr

klasse, oder interessanter Mann= ja, den will ich gerne wieder sehen

w Ü50
 
  • #19
Nett = nett, aber nicht mehr
sympatisch = nett, aber nicht mehr
Also ich habe dies ganz anders erlebt.
Sympathisch = Beziehungstauglich
Sehr attraktiv = Beziehungsuntauglich

Nach einigen Antworten hier weiß ich jetzt auch, warum mein jetziger Partner so reserviert war. Nach dem 1.Date habe ich mich für den netten Abend bedankt und folglich war dies ja lt. Jargon schon eine höffliche Absage.

Für das Onlinedating muss man wahrscheinlich auch noch die Onlinesprache perfekt beherrschen.:)
 
  • #20
"L'incontro con la moglie simpatica era bello" so übersetzen. Gut dass das Treffen mit dem Ladenhüter endlich vorbei war.:)
.
Hm...ich bin nun gerade kein Muttersprachler, aber ich kann gut italienisch und habe noch nie gehört, dass moglie sympatica die umgangssprachliche Nebenbedeutung 'Ladenhüter' hat.
Es entspricht eher unserem 'dicke Mutti', nicht wörtlich, aber sinngemäß. ( Hinweis für die Nichtitaliener unter euch: moglie heißt Ehefrau ). Ja, es ist verächtlich, aber auch ein bißchen augenzwinkernd.

Zur Sache: überall auf der Welt finden Männer manche Frauen heiß und andere eben nett oder sympatisch. Und das war auch schon immer so und ist nicht nur im I-net so.
Und ich finde es auch gut, solche Eupemismen zu verwenden und der nicht begehrten Frau nicht zu sagen, dass man sie langweilig findet und das Treffen ein Reinfall war. Und ich finde es auch gut, der nicht begehrten Frau nicht vorzumachen, dass man sie begehrt.
Also, ich finde es gut, wenn ein Mann, der mich nach unserem ersten date nicht wiedersehen will, mir das schonend beibringt, indem er mir sagt, dass ich sympatisch sei. ICH verstehe das gleich.

Joa, die Italiener neigen da schon eher dazu, sie verwenden eher Superlative und sind in ihrer nonverbalen Kommunikation, zumindest aus deutscher Sicht, sehr viel mißverständlicher. Ist eben alles Gewohnheitssache.
Was hast du davon, wenn ein Italiener vor dir auf die Knie geht, dir eine Rose mitbringt und behauptet, du seist die schönste Frau der Welt ? Er meint das nicht ernst, es ist seine Art zu flirten. Also mir gefällt das ganz und gar nicht.
Ich habe eine sehr ausgeprägte Affinität zu Italien, das einzige, was mir dort wirklich überhaupt nicht gefällt, ist die Art, wie Männer sich dort den Frauen nähern. WÜRG !

w 47
 
A

Ars_Vivendi

  • #21
Mein Italienisch ist nicht so perfekt...

Wenn ich eine Frau "sehr nett" finde, ist das positiv, wenn das Treffen "ganz nett" war, eher nicht. Wenn mir jemand sympathisch ist, dann ist das auch positiv.

Ich denke, das ist eher ein Problem der Schriftsprache als der Online-Welt. Es fehlt einfach die Stimmmelodie, mit der die Bedeutung real unterschiedlich ausgedrückt wird.

Allerdings habe ich diese "schriftlichen" Probleme im Moment nach einem ersten Date auch. Es ist schwierig, zeitbedingte Verzögerungen und "Warmhalten" zu unterscheiden, wenn die Frau zwar länger keine Zeit hat und spärlich reagiert, aber mit "bis bald" antwortet. Wie wär´s mit einfach mal nachfragen?
 
G

Gast

  • #22
Zur Sache: überall auf der Welt finden Männer manche Frauen heiß und andere eben nett oder sympatisch. Und das war auch schon immer so und ist nicht nur im I-net so.
So einfach ist es aber nicht mit der verbalen Ebene einerseits und der nonverbalen andererseits. Männer wie Frauen können sagen, dass es nett war und das Gegenüber trotzdem erotisch finden. Das kommt auf die Situation und die Beteiligten an. Was sich dann draus entwickelt ist ungewiss.

Dass die inflationär geäußerten Liebesschwüre von bestimmten Italienern gegenüber Frauen wenig zu bedeuten haben, ist klar. Dann doch lieber ein "war nett" und einfach mal weitersehen.

Das Bashing in Internetforen gegenüber den Männern, die nett sein wollen und nicht den bigger geben, finde ich teilweise ungerecht. Da wurde jahrelang gejohlt: "Neue Männer braucht das Land"...und jetzt sollen das alles Luschen sein? Als Mann wäre ich wahrscheinlich dauerirritiert und würde mir gut überlegen, wo und wann ich mich klar als erotisch interessiert outen würde.
 
  • #23
Das Bashing in Internetforen gegenüber den Männern, die nett sein wollen und nicht den bigger geben, finde ich teilweise ungerecht. Da wurde jahrelang gejohlt: "Neue Männer braucht das Land"...und jetzt sollen das alles Luschen sein? Als Mann wäre ich wahrscheinlich dauerirritiert und würde mir gut überlegen, wo und wann ich mich klar als erotisch interessiert outen würde.
Stimmt ! So ein "neuer Mann sein" war der größte Irrtum meines Lebens.
Wollen die meisten Frauen doch nicht haben. Trotzdem bleibe ich überzeugt davon.

Diese Frauen sagen oder zeigen, wen oder was sie nicht wollen. Aber was sie eigentlich wollen, dass sagen sie nicht. Es macht den Eindruck, als ob sie selber nicht wissen, was sie wollen.

Denn ihre Profiltexte treffen ja demzufolge nicht zu. Wenn die Frauen sinngemäs sagen, sie wollen einen Mann, der für sie sympathisch ist. Aber genau Diesen dann ablehnen.... was wollen sie dann ?

Oder der Mann gibt auf, und es wird ihm egal, was die Frauen wollen. Hält sich mit Affären und ONS bei Laune. Und lebt ansonsten sein Leben.
Außerdem wollen immer mehr Frauen ca. ab 45+ getrennte Wohnungen. Also Beziehungen nur noch nach Bedarf und zur Freizeitunterhaltung ?
Monika Gruber:"Ambulant ja - stationär nimmer"

Bei jungen Leuten scheinen mir Paar-Beziehungen nicht mehr den hohen Stellenwert zu haben, wie früher. Und das Smartphone bekommt mehr "Streicheleinheiten".
Umfrage: Jungen Frauen in Dtl. ist mehrheitlich das Smartphone noch wichtiger, als Sex.
Soll sich der Mann als "griffige, animierte 3-D App" präsentieren ?

Immerhin: Bei schwulen Männern scheint nett + sympathisch noch als sehr positiv zu gelten.
 
H

Halbtrocken

  • #24
Das Bashing in Internetforen gegenüber den Männern, die nett sein wollen und nicht den bigger geben, finde ich teilweise ungerecht. Da wurde jahrelang gejohlt: "Neue Männer braucht das Land"...und jetzt sollen das alles Luschen sein? Als Mann wäre ich wahrscheinlich dauerirritiert und würde mir gut überlegen, wo und wann ich mich klar als erotisch interessiert outen würde.
Es ist zwar bitter aber so ist die Realität.
Der Wunsch nach "neuen Männern" die mitfühlend und soft sind kam ursprünglich von wo? - aus dem Kern der Feminismusbewegung.
Wer sich anschaut, welche Ausrichtung die führenden Feministinnen haben, wird erkennen, daß es überwiegend bekennende oder versteckte Lesben sind (ja, auch Frau Schwarzer ist eine). Die habe naturgemäß kein Interesse an Männern, wollen aber Männer als ihre direkten Konkurrenten in der Gesellschaft schwächen.
Wie kann man nun Männer (allgemein) schwächen und als Konkurrenten in Gesellschaft und Arbeitswelt aus dem Rennen drängen oder mit Handikap versehen? - Indem man suggeriert, daß "männlich sein" bedeute soft und fraulich zu werden, um die Frauen "besser zu verstehen".
Leider sind solche Männer eben auch unattraktiv für Frauen, die ihren weiblichen Kern als natürlichen Wesenszug verstehen und leben. Dummerweise setzt diese gefühlte Unattraktivität aber erst ein, nachdem Frauen einige Zeit mit "soften, neuen" Männern zusammen waren und merken, daß sie das gefühlsduselige Jammern nicht mehr ertragen. Folge: ein echter Mann als Liebhaber wird gesucht, die Ehe aufgekündigt und der softe Mann ist Zahlesel und versteht die Welt nicht mehr. Er hat doch alles getan, was der weibliche Teil der Gesellschaft (angeblich) von ihm fordert.
Was keiner bemerkt: der Wunsch nach soften und fraulichen Männern ist - von fremden Interessen gelenkt - aufoktroyiert und entspricht nicht dem Wesen von Mann und Frau oder moderner: nicht dem Wesen von Yin und Yang.
Wer das als Mann nicht versteht, ist in der heutigen Zeit verloren.
Wer es versteht, hat möglicherweise keine Familie aber ist trotzdem glücklich mit seinem Leben.
 
G

Gast

  • #25
Indem man suggeriert, daß "männlich sein" bedeute soft und fraulich zu werden, um die Frauen "besser zu verstehen".
Leider sind solche Männer eben auch unattraktiv für Frauen, die ihren weiblichen Kern als natürlichen Wesenszug verstehen und leben. Dummerweise setzt diese gefühlte Unattraktivität aber erst ein, nachdem Frauen einige Zeit mit "soften, neuen" Männern zusammen waren und merken, daß sie das gefühlsduselige Jammern nicht mehr ertragen. Folge: ein echter Mann als Liebhaber wird gesucht, die Ehe aufgekündigt und der softe Mann ist Zahlesel und versteht die Welt nicht mehr. Er hat doch alles getan, was der weibliche Teil der Gesellschaft (angeblich) von ihm fordert.
Im Feminismus gibt es Strömungen und Leitfiguren, die mir peinlich sind. Trotzdem ist Emanzipation ein Projekt oder Bewusstseinprozess von Männern und Frauen, so wie es einmal war, konnte es nicht bleiben. Und um mal auf die ursprüngliche Frage zurückzukommen: Nette Männer, denen man oder vielmehr Frau die Verlegenheit und Verletzlichkeit anmerkt, können verdammt sexy sein. Das sind auch echte Männer, gerade weil sie mit ihrer Rolle reflektiert umgehen....im Sinne von: Ich weiß, dass Du weißt, dass ich weiß....ein schönes Spiel, viel besser als der alte Kram...
 
  • #26
Ich verstehe auch nicht, warum immer wieder alte positive Begriffe, nun ins Negative umdreht werden. Leider habe ich aber auch erlebt, dass gerade Frauen die meinen, für sich etwas als legitim zu bezeichnen, sind diese dann die Ersten, die sich aufregen, wenn ihnen dies selber wiederfährt. Hatte erst vor kurzem 1 Date, wo sich die Frau beschwerte, dass ich nur "oberflächig" bin. Als ich sie dann fragte, wie "oberflächig" sie in der Vergangenheit schon agierte, meinte sie nur, dass dies nicht meine Sache wäre.

Gut, ich war halt direkt und ehrlich und damit haben viele ein Problem, ganz egal wie sehr sie sich selber die Angelegenheit schön reden.
 
  • #27
Vielen Dank für die ganzen Antworten.
So richtig erklären, warum man jetzt ehemalige Begriffe abstuft sind aber nicht dabei. Nur alleine der Zeitgeist wie #7 es nennt kann es ja auch nicht sein. Irgendwann haben wir dann nur noch attraktive Menschen und somit wird dann irgendwann der ehemalige "Attraktive" zum "Sympathischen" runtergestuft.
Vielleicht kreiert man ja dann in Zukunft in Deutschland neue Superlativen um die ehemaligen Attraktiven aufzupeppen.

@Bernd50: Vielleicht ist ja die Satire v. Monika Gruber gar nicht so weit weg von der Realität. Angeblich sind die Menschen in Deutschland zu ca. 80 % attraktiv und warum sehe ich am Samstagabend immer nur die Restlichen 20%.:)

Nichtsdestotrotz werde ich weiter in meinem Profil das Wort Attraktiv nicht benutzen und sollte es am Ende nur daran liegen, dass mich das Onlinedating nicht weiterbringt, dann muss ich damit Leben. Lieber schalte ich bei jeder Anfrage meine Bilder gleich frei und somit kann dann die jeweilige Dame selber entscheiden, ob ich nur sympathisch oder auch attraktiv bin.
 
  • #28
Frauen haben auch mehr zu verlieren. Der mögliche Vater ihrer Kinder soll mehr auf dem Kasten haben. Ist doch nachzuvollziehen.
Und so etwas kann man alles schon beim 1.Date herausfinden?
Dies hört sich für mich an, als würde man im Auto mit den 2.Gang direkt in die 80-Km/h-Radarfalle fahren.

Vielleicht sollte man in Zukunft sich bei der Optik, das Rating von Standard & Poor benutzen.
AAA = ist OK
AA = unter Vorbehalt
Und ab A nur noch Ausschuss.:)
 
  • #29
Lieber schalte ich bei jeder Anfrage meine Bilder gleich frei und somit kann dann die jeweilige Dame selber entscheiden, ob ich .... auch attraktiv bin.
Ja, das ist sowieso besser, wenn man die Anderen urteilen lässt. So kann man nicht falsch liegen.
Ich werde auf meinen Profilfotos von Frauen für attraktiver eingeschätzt, als ich mich selber.
Aber ich halte mich für weit mehr sympathisch als attraktiv.

Sympathie kann man kaum via Foto feststellen, sondern erst in persönlicher Begegnung. Wem dazu nur das Foto genügt, handelt voreilig. Mindestens noch ein Video dazu, wäre nützlich.
 
  • #30
Es hat damit zu tun, dass viele Menschen nicht direkt sein wollen und deshalb solche Codes verwenden, in der Hoffung, der andere werde es schon merken.
Ich finde es auch sehr gut, dass die FS das Italienische als Vergleich nimmt. Ich glaube, dass dort oftmals viel Direkter etwas gesagt wird. Wir hingegen wollen immer alles höflich sagen, oftmals eine falsche Höflichkeit für mich.