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aureliabk

  • #1

Warum sind Kinder in einer neuen Beziehung eine Last?

Habe mich als Mutter von 5 Kinder ge-outet, die netterweise noch bei mir zuhause wohnen. Besucher in meinem Profil habe ich zahlreiche, denn die Kurzbeschreibung klingt interessant. Grüße oder Anfragen sind nach 2 Monaten an einer Hand abzählbar. Es hat sich bisher erst ein längerer Gesprächsfaden entwickelt, der plötzlich - sozusagen - mitten im Satz endete. Ich frage mich: wo ist das Problem? Ist es die Sorge zuviel Mutter und zu wenig Partnerin kennenzulernen? Die Angst davor, eines Tages entuell Verantwortung übernehmen zu müssen? Keine Sorgen ich suche keinen Ersatz-Papa, sondern für mich einen Lebenspartner, der in erster Linie mich mag und für den Kinder kein Problem sind, sondern eventuell eine Bereicherung seines Lebens! B.
 
  • #2
Na ja, zu diesem Thema gab es schon haufenweise Threads. Lies Dir die doch bitte erst einmal durch und dann stelle ggf. noch einmal genauere Fragen.

Kurz zusammengefaßt: Viele wollen hier schon noch eine eigene Familie gründen. Viele freuen sich auch auf die Phase der unbeschwerten ersten Verliebtheit, auf spontane Ausflüge, lange Nächte, Intimitäten, darauf endlich wieder ein Paar sein und das auszuleben. Kinder stören da faktisch leider wirklich bei, ganz klar. Viele scheuen auch die finanziellen Belastungen und fünf Kinder sind ja nun auch wirklich sehr viel, wenn man mal an Raumbedarf, Urlaube und so weiter denkt. Wenn man die Threads hier liest, dann sagen sich ledige Männer eindeutig, dass sie all das Emotionale und Materielle gerne für eigene Kinder investieren, aber nicht für Fremde.

Du mußt als Mutter einfach selbst sehr viele Anfragen abschicken und zwar möglichst an Männer, die auch bereits Kinder haben. Da paßt es dann gleich viel besser zusammen und die Vorbehalte sind geringer.
 
G

Gast

  • #3
Warum kann man diese Angaben nicht mit ins Profil geben?
Kinder seitens des Partners erwünscht ja oder nein
Vielleicht sogar die Höchstzahl der fremden Kinder.
Solche Dinge sind doch sehr wichtig und würden vieles vereinfachen.

Oft schreibt Mann über 50 auch "Kinderwunsch: ja, sehr gern"! Meinen sie damit, dass sie selbst noch Kinder zeugen möchten oder meinen sie damit, dass sie eine Frau mit Kindern akzeptieren???
 
G

Gast

  • #4
5 Kinder sind sicherlich sehr speziell. Die meisten rennen schon bei einem Kind davon. Aber sicherlich denkt man bei einer Frau eher, die ist jetzt nur mehr Glucke. Und hat keine Zeit für einen Mann. Ich bin Mutter von 2 Kindern und suche auch einen Mann für mich, keinen Papa für meine Kinder. Bei mir ist eher wiederum so, dass viele sehr schnell in meine Familie eintauchen wollen. Das will ich aber nicht, denn sie sind meine "Kronjuwelen". Da muss erst einer wirklich mein Vertrauen gewonnen haben. Ist aber irgendwie klar, oder?
Schreib halt mal rein, dass Du keine Kinder hast. Dann sieh, wie die Resonanz ist, ob Du wenigstens ein paar nette Konversationen führen kannst. Und einem, der es wert ist, kannst Du ja dann alles sagen. Ist aber sicherlich auch ein gewisses Risiko, bei dem Du schlecht aussteigen kannst.
Freilich sollte man hier wirklich ehrlich sein, doch draussen laufen wir auch nicht rum und wissen, ob und wieviele Kinder der andere hat. Tja, schwierige Situation. Viel Glück!
 
  • #5
@#2, 2. Absatz: Ersteres ist damit gemeint, denn die Frage, die man beantwortet, ist, ob man sich Kinder mit der Partnerin wünscht und wie viele.
 
G

Gast

  • #6
@2: Die Frage bzgl. des Kinderwunsches lautet: Möchten Sie Kinder mit einem neuen Partner? Somit kann es sich bei der Beantwortung mit "Ja, sehr gerne" nur um gewollte leibliche Kinder handeln.
 
G

Gast

  • #7
Vielleicht solltet ihr Frauen euch auch von dem Gedanken trennen, dass der Mann dann in Kürze einzieht und, sollte auch er Kinder haben, dann das perfekte Patchwork stattfindet. Das ist nämlich nie perfekt. Und birgt wahnsinnig viel Probleme.

Genießt eure Zweisamkeit und der Alltag holt euch mit getrennten Wohnen nicht so schnell ein. Dann ist es auch glaubhaft, dass Frau einen Partner und keinen Papa für die Kids sucht. Natürlich werden sich die Kids sehen, der Partner sollte auch einen Draht zu den Kids haben - aber sie müssen nicht alle zusammen tagtäglich leben!
 
G

Gast

  • #8
sie meinen natürlich, dass sie selbst noch Kinder zeugen möchten!!
 
G

Gast

  • #9
ad #6: Wer denkt gleich ans Zusammenziehen??! Das geht eben nicht, da ich Kinder habe. Aber genau das wollen die Kinderlosen!
 
  • #10
@#2: Die Angabe bedeutet vom Fragetext her eindeutig, der Mann möchte noch eigene Kinder.

@#2: Ja, man sollte zumindest die Suchoption haben, Partner mit vorhandenen Kindern auszufiltern. Das würde vieles erleichtern. Noch spezieller muss es ja gar nicht sein.

@#3: Das Verheimlichen von Kindern ist der völlig falsche Ansatz. Wer mit Lügen in eine potentielle Partnerschaft startet, betrügt den Kandidaten und verschwendet dessen Zeit und Ressourcen. Unfaßbar, was manche für ein Verhältnis zu Ehrlichkeit und Anstand haben.
 
  • #11
@#3: Was heißt das denn genau, die Männer wollten sehr schnell in deine Familie eintauchen? Ich meine, die ersten beiden Dates sollten auf jeden Fall ohne Kinder stattfinden, vielleicht auch noch das dritte. Dann aber wollte ich schon so langsam rauskriegen wollen, ob ich auch mit deinen Kindern klarkomme. Hängt allerdings davon ab, wie jung und abhängig sie noch sind.

Die Verheimlichung von Kindern hat Frederika schon kommentiert. Ich frage mich auch, wie derjenige Mann wohl gestrickt sein muss, der in der Situation gelassen bleibt, wenn du ihm eröffnest, dass du zwei Kinder hast. Fehler eines Menschen kann ich tolerieren, Lügen nicht.
 
G

Gast

  • #12
Ich finde, die Frauen sollten sich mal von dem Gedanken "ich such keinen Vater" verabschieden. In einer Beziehung mit Kind hat man als Mann/Partner ganz automatisch eine gewisse Vaterfunktion. Wenn man diese versucht auszuklammern verunsichert man das Kind, weil es den neuen Partner garnicht einordnen kann und kriegt als Partner einen ganz unsicheren Stand, weil man dadurch seiner natürlichen, erwachsenen Authorität beraubt wird.

Das Kind ist eben kein beliebiges, fremdes Kind sondern es gehört dann zu meiner Partnerin und damit automatisch auch zu mir. Zu behaupten, man suche nur einen Partner ohne Vaterfunktion, ist Augenwischerei und wird nie zu einer langfristigen Partnerschaft führen.
 
G

Gast

  • #13
@11: Das Kind hat normalerweise einen Vater, und deshalb muss und sollte der neue Partner keine Vaterfunktion übernehmen! Mein Ex wäre nicht erfreut, wie auch mein jetziger Partner, der selbst Kids hat, wenn der neue Partner nun plötzlich sich als neuer Vater versucht. Das muss man trennen können. Als Freund, möglicherweise Kumpel ja, als Vaterersatz - eindeutig nein!

Das hat nämlich nichts mit Respekt oder erwachsener Authorität zu tun. Entweder du hast beides als Mann, oder du hast es nicht.

Die neue Freundin sollte doch auch nicht Mutterfunktionen übernehmen, oder? Es gibt doch die eigentliche Mutter!
 
  • #14
@#12: Definiere "Vaterfunktion" - sonst geht das an der Realität vorbei. Üblicherweise verbringen doch die Kinder jedes zweite Wochenende beim leiblichen Vater. In der Zeit dazwischen sind sie bei der Mutter - und eben bei deren Freund, wenn man zusammen wohnt. Wer passt auf die Kinder auf, wenn die Mutter mal mit ihren Freundinnen unterwegs ist? Wer tröstet sie, wenn sie sich auf die Nase gelegt haben und du grad nicht zugegen bist? Wer bringt ihnen bei, wie man ein Fahrrad flickt und macht mit ihnen die Mathe-Hausaufgaben? Sorry für das Klischee, aber du weißt, worauf ich hinaus will.

Die Kinder sind fast immer präsent. Wenn du dich als Mann mit ihnen nicht verstehst, dürfte sich das ziemlich schnell auch negativ auf die Beziehung zur Frau auswirken.

Ich glaube, so viele (grundsätzlich kinderliebe) Männer hätten gar kein Problem damit, die Vaterrolle in diesem Sinne zu übernehmen. Du machst es aber gerade zu einem Problem, indem du von ihnen erwartest, dass sie nur Kumpel sind. Insofern gebe ich #11 vollkommen Recht.

Ich glaube ohnehin, dass hier ein Paradoxon vorliegt. Mit dem Spruch "Ich suche keinen Vater für mich Kind, sondern einen Freund/Mann für mich" will man dem Kandidaten die Angst nehmen. Tatsächlich aber verschreckt man den Kandidaten oder bekommt nen Kerl ab, der sich um diese (wichtigen) Zusammenhänge keine Gedanken macht.
 
G

Gast

  • #15
@12: Das hat überhaupt nichts damit zu tun, ob das Kind einen richtigen Vater hat oder nicht. Fakt ist, daß dann ein neuer Mann im Haushalt ist und dieser auch eine gewisse Authorität über das Kind ausüben muß wenn es ihm nicht auf der Nase rumtanzen soll. Genauso gehört dazu, daß das Kind zu Weihnachten ein Geschenk kriegt, daß man daß Kind bei den eigenen Aktivitäten nicht ausklammert und auch mal mit ihm in den Zoo o.Ä. geht und das man das Kind vllt. mal zur Schule fährt. Das sind alles typische Elternaufgaben und sich da völlig auszuklammern ist einfach unmöglich, wenn die Beziehung bestand haben soll.
 
  • #16
@#11: Ich finde, du hast das richtig erkannt.

@#12: Nein, ich denke da anders. Ich stelle mir vor, dass, sollte ich jemals mit einem fremden, kleinen Kind (2-7) zusammenleben, ich automatisch gewisse Mutterfunktionen mit übernehmen müßte. Vielleicht ist es nur eine Frage der Definition? Was verstehst Du unter Mutterfunktionen? Lass mich ein paar Beispiele geben, jeweils angenommen, der leibliche Vater wäre gerade nicht da.

* Trösten bei Verletzungen oder akuten Sorgen?
* In den Arm nehmen, wenn die Kleine weint?
* Akut wichtige Verbote aussprechen, z.B. nicht Spielen mit Steckdose; nicht Bemalen der Wohnzimmerwand, sich nicht den Arm blutig kratzen
* Lob und Begeisterung zeigen bei kleinen Erfolgen in Schule oder beim Spielen
* Hilfe beim Anziehen, Waschen oder auf Toilette bei ganz kleinen Kindern

All das sind typische alltägliche Mutteraufgaben, die ein Vertrauensverhätlnis erfordern, das über "Bekanntschaft" oder "Kumpel" weit hinausgeht und die im Rahmen eines Familienlebens bestimmt nicht lange auf sich warten lassen.

Autorität als Charaktereigenschaft mag man haben oder nicht, Autorität im Sinne von Weisungsbefugnis kommt aber durch klare Verhältnisse. Manch einer hört auf seinen Vorgesetzen, obwohl er ihn für unfähig hält. Ein Kind, das ahnt, dass jemand nicht weisungsbefugt ist, nutzt das unglaublich schnell aus. Das hat mit natürlicher Autorität nichts zu tun. Erst fragt es die neue Freundin, dann die Mutter und das nächste Mal kann man bei noch so toller natürlicher Autorität hören: "Ich höre nicht auf Dich. Ich höre nur auf meine Mutter". Na, danke, wenn dann gerade was wirklich Gefährliches geschieht. Nein, Deine Auffassung klingt für mich nach Schönrederei und Idealvorstellungen, aber nicht nach Lebensrealität von Millionen Patchworkfamilien.

Wer eine enge, vertraute Beziehung zu einem neuen Partner sucht, der muss auch den neuen Partner als Familienmitglied akzeptieren. Nicht als Mutter oder Vater, aber als teilweisen Mutter- oder Vaterersatz schon. Schon wird es nie eine richtige Familie. Und ich nehme an, dass sich das doch die meisten wünschen.

Wenn ich die ganze Diskussion so sehe, dann wird mir immer klarer, warum ich selbst keinen Mann mit Kind suche... sorry, ist einfach so.
 
G

Gast

  • #17
@13: Als leiblicher Vater möchte man seine Werte vermittelt wissen - gerade dann, wenn man von Frau aus der tagtäglichen Vaterrolle (durch die Trennung) gekegelt wurde, ob man wollte, oder nicht. Da kann man doch kein Interesse haben, dass nun plötzlich die Werte des neuen Partners - oder schlimmer noch - der wechselnden Partner der Ex als verbindlich gelten.

Klar, bringt der Lebensgefährte die Kinder zu Freunden, isst mit ihnen und lebt im selben Haushalt, und das kann und sollte aus meiner Sicht als Kumpel und Freund der Mutter, nicht als Vater funktionieren. Die Kinder müssen wissen, wer ihr Vater ist, und dass er die Kids liebt und auch für sie da ist - auch unter der Woche - wenn möglich sogar so, dass die Kids ihn während der Woche ebenfalls besuchen und bei ihm übernachten können, so dass auch hier ein Familienleben stattfindet. (...und jetzt sag nicht gleich, das ist nicht realisierbar - das geht sehr wohl, wir leben es hier sehr, sehr gut, setzt natürlich voraus, dass sich die Eltern wie erwachsene Menschen verhalten, sich freundschaftlich begegnen und die Wohnungen nicht zu weit auseinander liegen.)
 
  • #18
@#16: Du argumentierst wie #12 noch am Kern des Problems vorbei, sorry. Werde doch einfach mal konkreter. Beschreibe mal an einem konkreten Beispiel, worin sich die Vaterrolle von der Kumpelrolle unterscheidet. Wenn dir kein Beispiel einfällt, geb ich dir gerne eins vor: Nehmen wir an, die Mutter ist grad nicht da und du gibst dem Kind ein Glas O-Saft und es kippt das Glas einfach so aus Spaß auf dem Teppich aus und grinst dabei.

Ich gebe dir aber insofern Recht, dass auch der leibliche Vater ein Recht hat, seine Werte zu vermitteln. Damit das Kind nicht komplett verwirrt wird, ist aber die Reduktion des neuen Lebensgefährten auf die Kumpel- oder Freundrolle nicht das geeignete Mittel. Vielmehr sollte die Mutter bei der Kontaktanbahnung mit dem Lebensgefährten darauf achten, dass leiblicher Vater und neuer Freund ungefähr gleich ticken. Sie ist ja auch diejenige, die das am besten beurteilen kann.
 
G

Gast

  • #19
@17: aus gegebenen Anlaß - dass leiblicher Vater und neuer Freund gleich ticken - leider nicht gegeben! Und damit ein großes Problem!!!

Da hat Mann keine Lust, das diese Werte, wenn denn welche vorhanden sind, auch noch an die Kids vermittelt werden! Dann soll dieser Neue lieber ganz die Finger weg lassen.

Es stimme zu, es müssen Regeln im gemeinsamen Haushalt herrschen, Regeln, die für alle gelten, leibliche Mutter, Freund und Kinder. Und die werden abgesteckt. Doch das hat nichts mit der Vaterrolle zu tun. Denn wenn ER die Vaterrolle übernehmen will, dann kann ER auch alle Unterhaltskosten übernehmen - zum Zahlvater dekradieren, geht nämlich garnicht!
 
G

Gast

  • #20
@17 und 13: Ergänzung zu #18:

Es geht hier nicht um Kleinkinder, sondern um Kinder im Alter ab mind. 6 bis ...! Es muss Respekt im Umgang miteinander herrschen innerhalb des Haushalts und klare Regeln, wie gesagt, dann passiert auch das o.a. grinsende Kind in dieser Art nicht. Denn haben die Kinder Respekt und Anstand gelernt, dann kann man ihnen diese Regeln beibringen, ohne sich als Vater aufspielen zu müssen.

Wie sehen es denn Mütter (wieder Kinder ab 6 bis...) wenn die neue Frau des Partners plötzlich Muttergefühle entwickelt und sich als Ersatzmutter aufspielt?!? Ein schreckliche Vorstellung, nicht wahr!!!
 
  • #21
@#18:

Ich kann irgendwie kaum einen logischen Zusammenhang zu meinem Posting #17 erkennen, auf das du dich ja bezogen haben willst. Deine/Eure Unterscheidung zwischen Vaterrolle und Freundrolle ist mir nach wie vor unklar, so dass unsere Diskussion an dieser Stelle stockt.

Dass es schwierig wird für die Mutter, einen neuen Freund zu finden, der dem Kind ähnliche Werte vermittelt wie der leibliche Vater, ist sicherlich nicht einfach. Schließlich ist sie ja nicht ohne Grund nicht mehr mit dem leiblichen Vater zusammen. Meiner Meinung nach ist das aber ohne Alternative, denn die "Kumpelrolle" - wie immer ihr sie auch definiert oder interpretiert - möchten wahrscheinlich nicht viele Männer einnehmen. In diesem Fall würde ich die Ausgangsfrage, ob Kinder in einer neuen Beziehung eine "Last" sind, mit ja beantworten.

@#19: Wo steht, dass es hier nur um Kinder ab 6 geht? Aber meinetwegen. Auch du weichst meiner Frage in #17 (Vaterrolle vs. Kumpelrolle) aus.

Insgesamt bin ich überrascht, dass manche Frauen ihren neuen Freund in eine Rolle drängen wollen, die nicht meiner Auffassung einer Vaterrolle (siehe #13 und #15) entspricht. Ich habe bislang Frauen mit nicht mehr als einem Kind als Kontakte durchaus in Erwägung gezogen, wenngleich mit weniger Priorität. Nach dieser Diskussion werde den Kontakt nicht meiden, aber weiter herunterpriorisieren. Das ist mein persönliches Fazit.
 
  • #22
@#19: Ich glaube, es ist unstrittig von beiden Seiten, dass eine Ersatzvater- und Ersatzmutterrolle für die leiblichen Eltern extrem unschön sein kann.

Thomas und ich argumentierten nicht dafür, dass das toll ist, sondern dass eine neue Beziehung mit intaktem Familienleben in der neuen Beziehung nur funktionieren kann, wenn der neue Partner zahlreiche Aspekte der Vater- bzw. Mutterrolle übernimmt. Wir plädierten weiter dafür, dass der neue Partner zum Kumpel degradiert eben nicht gut integriert ist. In der Theorie klingt das alles gut, in der Praxis wird die neue Familie nur glücklich, wenn der neue Partner auch in Teilen als Ersatzelternteil akzeptiert wird -- denn diese Rolle ist im Alltag einfach nötig.

Denk an meine Beispiel oben: Alles Elterntätigkeiten, die sich nicht vermeiden lassen. Wie man die nennt, ist mir eigentlich egal. Nenn es Kumpelrolle. Für mich sind es elterliche Aufgaben, die da erfüllt werden. Das müssen Kind und neuer Partner so leben, sonst hat es keine Chance. Für den leiblichen Teil ist es vielleicht beruhigend, wenn man das kumpelhaft nennt; faktisch ist es das nicht, denn wenn es sich darauf wirklich beschränkt, dann wird es immer ein künstliches, unnatürliches Familienleben bleiben.
 
G

Gast

  • #23
Hallo ThomasHH - ich weiche der Frage nicht aus. Nur du verstehst meine Argumentation nicht.

Kinder ab 6 deshalb, weil diese gewisse Zusammenhänge bereits verstehen und sich an Regeln halten können, wenn man sie ihnen vorlebt. Kleinere, je nach dem, müssen anders betreut werden - das ist klar. Aber was ist mit den vielen Teenies? Die wollen und brauchen keinen neuen Vater! Und werden den Neuen auch nie als einen neuen Vater akzeptieren. Warum auch, sage ich dazu! Sie haben einen!

Wenn ich jetzt Regeln in einer Wohngemeinschaft nenne, dann argumentierst du, dort sind nur erwachsene Menschen - ich jedoch sehe auch das Zusammenleben mit neuem Partner und Kids vgl. einer Wohngemeinschaft an. Man muss einfach zugestehen, dass es nicht mehr die ursprüngliche Familie ist!

Da haben die leibliche Mutter und der neue Freund (hoffentlich über längere Zeit und nicht nur partiell, bis der nächste einzieht) zusammen oder besser noch gemeinsam mit den Kindern Maßnahmen und Regeln zur das Zusammenleben aufzustellen. Respekt bringe ich hier nochmal ins Spiel. Ich bin sicherlich kein Freund davon, dass mir Kids auf der Nase herumtanzen - das dulde ich auch nicht - und das wissen die Kinder meines Partners auch ganz genau und es funktioniert.
 
  • #24
@#22: Ich finde, Deine Altersgrenzen verwischen die Diskussion. Wir sind uns wohl alle einig, dass man mit Teenagern keine Ersatzelternrolle mehr aufbauen kann; darum geht es also auch gar nicht.

Das Hauptproblem entsteht gerade bei sehr kleinen Kindern, also 2-6. Die empfinden ene Bezugsperson natürlicherweise automatisch als Elternersatz und anders geht es auch gar nicht, wenn die neue Familie überhaupt familiär und vertraut und innig leben will. Wenn sie das nicht will, dann ist das ja schon wieder ein Argument mehr gegen Leihfamilien.

Kinder ab 6 haben sicherlich eine größere Bindung zu dem leiblichen Elternteil und bauen weniger enge Bindungen zum Ersatzelternteil auf, auch da sind wir uns einig. Wobei ich allerdings mir schon vorstellen kann, dass ein enges Familienleben auch für 6-9-jährige Kinder durchaus noch dazu führen kann, eine gewisse elterliche Nähe zur neuen Bezugsperson zu empfinden, je nach dem, wie das Familienleben gestaltet wird.

Du hast recht, dass dies aus Sicht der leiblichen Eltern sicherlich nicht unbedingt willkommen ist. Darüber müssen wir uns gar nicht streiten. Uns geht es eher um die Praxis als um das Ideal. Und da bin ich mir sicher, dass wenn ich als neue Partnerin mit einem Kleinkind zusammenleben würde, ich automatisch in eine Mutterrolle a la Anziehen, Waschen, Umarmen, Trösten, Helfen, Spielen hineingerate, die auch Vertrauen und Nähe erzeugt. Wenn Du das dann Kumpelverhältnis nennst, na gut, merkwrüdige Ausdruck, aber inhaltlich ist ein quasi-mütterliches Verhältnis kaum zu vermeiden.
 
  • #25
@#22: Also auch Kinder zwischen 6 und, sagen wir mal, 12 müssen getröstet werden, wenn sie mit dem Fahrrad hinfallen. Und es gibt weitere Situationen, in denen elterliche und nicht nur kumpelhafte Empathie notwendig ist.

Bei Teenagern gebe ich dir Recht, die erreiche ich als neuer Freund der Mutter nicht mehr. Aber um zur Ausgangsfrage zurückzukehren, die können trotzdem in der Beziehung eine Last sein. Wenn nämlich die Tochter regelmäßig die Musik voll aufdreht und Komasaufpartys veranstaltet, dann würde ich mich von meiner Freundin wieder trennen, obwohl sie selbst vielleicht eine tolle Frau ist.

In meinem Alter kann es bei Teenagern aber noch ein anderes Problem geben. Die Mütter haben jahrelang ihr Kind, das jetzt nicht mehr so viel Betreuung braucht, aufgezogen und hegen jetzt wieder ein paar Freiheitsgedanken. Letztes Jahr hab ich zum Beispiel eine gleichaltrige Frau mit einer 16-jährigen Tochter kennengelernt, die (wieder) ziemlich partygeil war. Völlig verständlich für eine Frau, die seit Anfang 20 Mutter ist, aber ich bin nicht mehr ganz so scharf auf Party wie noch vor 10 Jahren. Und wenn ich eine solche Frau in 2 Jahren vielleicht auf das Thema Kinder anspreche, dann ist die Wahrscheinlichkeit einer Absage nicht klein. Und die bloße Profilangabe "Kinder: Ja, sehr gerne" beurteile ich dann schon kritisch und klopfe sie auf Gehalt ab.
 
G

Gast

  • #26
Hallo Thomas, da gebe ich dir Recht - ich bin fast 40, habe eine Tochter und möchte auf keinen Fall mehr ein Kind. Pech natürlich, wenn dann ein Mann anklopft, der noch Kinder haben will - dafür gibt es genug Frauen +/- 35 die diesen Wunsch nochmal oder noch haben. Deshalb ist es gut, dass es jetzt diese Position in EP gibt - die gab es vor 2,5 Jahren, als ich gesucht habe, noch nicht und es gab auch Männer, die anfragten und wohl gerne noch eigene Kinder haben wollten.

Ich genieße meine wieder neu hinzugewonnenen Freiheiten - mit meinem neuen Partner, der selbst Kinder hat - und genieße die Zeit mit meiner Tochter oder in Kombi mit allen. Wir sind als Paar sehr darauf bedacht, unsere Qualitätszeit nur für uns zu haben - doch gerade dann müsssen die grundsätzlichen Interessen hier schon passen - ständig der Konflikt: einer Party, der andere Couch - das geht nicht!
 
G

Gast

  • #27
@7:
Ich habe das eigentlich immer für einen Witz gehalten oder es ist die totale Selbstüberschätzung: Wenn die Männer 50+ noch Kinder zeugen wollen, kann ich nur sagen: die armen Kinder! Bei der Einschulung ist Papa dann schon (fast) 60. Auch wenn die 50jährigen glauben, sie seien noch mindestens genauso fit wie die 30jährigen, ein paar Jahre später sieht das eventuell anders aus.

Oder aber die anderen Kinder halten ihn dann immer für den Opa, ich glaube kaum, dass ein Kind das toll findet.
 
G

Gast

  • #28
Ich möchte ThomasHH und Frederikas (ausnahmsweise :)) Argumenten zupflichten!

Ich bin Mutter und habe einen Sohn. Für mich wäre es ein Graus, wenn mein neuer Partner nur die Kumpelrolle - was für ein Wort! - übernehmen würde. Schließlich wünsche ich mir eine Familie und nicht nur traute Zweisamkeit zwischen mir und meinem neuen Mann bzw. mir und meinem Sohn. Der jeweils andere steht dann daneben?

Mich würde interessieren, von welchen so unterschiedlichen Werten zwischen dem leiblichen Vater und dem neuen Mann hier die Rede ist. In unserer Gesellschaft ist der größte Teil der Werte vorgegeben.
Vielleicht sind doch eher die Erziehungsmethoden/-ziele gemeint? Und diese sind schon beim leiblichen Vater und mir unterschiedlich. Ich suche sowieso einen Mann, der mir ähnlich Ziele verfolgt. Deshalb hoffe ich im besten Falle, dass er auch bei der Übernahme der Vaterfunktion mit mir weitgehend konform geht. Das Elternsein und die Erziehung ist vermutlich bei allen Eltern ein Punkt, der zu Diskussionen führt, im Grunde nicht einmal etwas Ungewöhnliches, leiblich oder nicht, also egal.

Dass der leibliche Vater sich zurückgesetzt fühlen könnte, befürchte ich zunächst nicht. Mein Kind lernt auch heute schon, dass Mutter und Vater manche Dinge anders handeln.
Und wer glaubt, ein Kind könne nicht noch eine dritte Person mögen (vielleicht sogar lieben nach langer Zeit), wird von Konkurrenzgedanken beherrscht.


@19: Ich würde es begrüßen, wenn die neue Frau meines Ex so etwas wie Muttergefühle entwickelt. Mein Kind soll sich wohlfühlen! Probleme gibt es doch vor allem dann, wenn wir selbst die Kinder in Loyalitätskonflikte stürzen, weil wir eifersüchtig sind, weil wir die Mitglieder der anderen Familie gar kritisch beäugen und unsere Kritik womöglich noch im Beisein der Kinder äußern.

Angst darf der neue Mann nicht haben, dann wird das schon :)

Ulrike
 
  • #29
@#27: Welche Ehre. Eine Zustimmung von Dir! :))

Ja, wir scheinen uns in der Tat hier einig zu sein. Wenn schon neue Familie, dann auch so fühlen wie eine neue Familie.

Zu fragst nach Werten: Zum Beispiel der Glaube an esoterische, übernatürliche oder religiöse Vorstellungen wären für mich ein wichtiger Punkt (lehne ich ab). Grobe politische Ansichten wie sozialistisch gegen liberal sind auch oft unvereinbar. Leistung und Eigenverantwortung vs. Mitlaufen und Gleichmacherei. Umgang mit Nacktheit und Prüderie. Sexuelle Aufklärung. Einstellungen zu Tätowierungen und Piercings. Erlauben von bestimmten Kleidungsstücken und ähnliches.
 
  • #30
@#27: Bezieht sich das "ausnahmsweise" auch auf mich? ;) Wie auch immer, ich glaube, da gibt es noch mehr Gemeinsamkeiten, wenn ich mir so deine Postings hier durchlese ...

Die Unterscheidung nach Werten und Erziehungsmethoden finde ich eher sekundär, denn beide hängen stark miteinander zusammen. Nehmen wir an, der leibliche Vater hat im Gegensatz zum neuen Freund der Mutter nie den vernünftigen Umgang mit Ressourcen wie Geld gelernt und es sei ihm auch nicht wichtig (= unterschiedliche Wertvorstellungen). Dann wird der leibliche Vater an der Kasse dem quängelnden Kind sofort nachgeben und ihm den Schokoriegel kaufen, während der neue Freund der Mutter das nicht tut (= unterschiedliche Erziehungsmethoden).

Übrigens müssen gar nicht unbedingt unterschiedliche Wertvorstellungen hier eine Rolle spielen. Manchmal hat der leibliche Vater einfach noch böses Blut in den Adern und versucht, die Harmonie der drei anderen zu torpedieren. Auch das würde ich als potenzieller neuer Freund der Mutter abchecken.