• #1

Warum sind Männer mit Frauen zusammen, die sie gar nicht lieben?

Hallo,
habe gerade im Forum eine Antwort eines netten Herren gelesen, dass er mehrfach in einer Beziehung war, aber leider nie wirklich verliebt.
Nun hatte ich ein Gespräch mit einem Bekannten, der jahrelang mit einer Frau zusammen war und von vorne herein wusste, dass diese nicht die EINE ist.
Die EINE traf er dann irgendwann und schoss die Erste in den Wind.
Also, mit einer Freundin darüber diskutiert, kommt ihr Freund rein und meint, seine letzte feste Freundin wäre auch nicht die Frau fürs Leben gewesen.

Übrigens haben beide Herren mehrere Jahre mit den Damen zusammen gewohnt, also aus Frauensicht was Ernstes.

Jetzt meine Frage, WARUM ???
Warum verbringen Männer Jahre mit einer Partnerin, die sie als Lückenbüßer halten?
Ist es, weil Mann jahrelang alleine war, und dann kommt der Lückenbüßer,(also besser Eine als Keine), bis das Traumfrauchen vor der Tür steht ?

Und wenns Traumfrauchen nicht kommt, heiraten wir eben den Lückenbüßer, bevor sie weiter nervt, weils so bequem ist?

Und wenn, lässt Mann sich scheiden ?

WARUM?
 
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  • #2
Warum? Das machen Frauen doch auch.
Ganz ehrlich, wie oft im Leben begegnet man seinem Traummann oder seiner Traumfrau? Gibt's sowas überhaupt?

Bevor man halt jahrelang alleine bleibt und einem Traumbild hinterherjagt , nimmt man halt den oder die der gerade ganz passabel erscheint.

Besser als alleine schlafen und in Urlaub fahren....
 
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  • #3
Ist mir mit meinem letzten Freund auch passiert. Und ich weiß, dass seine Beziehung vorher ähnlich lief. Nach über zwei Jahren meinte er, er wäre nicht verliebt (-bzw. war es wahrscheinlich auch nie) und hoffe, dass noch was Besseres käme. Aha. (Inzwischen ist er neu liiert, es gibt ein gemeinsames Kind mit seiner jetzigen Freundin. Ich wünsche ihr von Herzen, dass sie dieses "Bessere" in seinen Augen verkörpert...)

Fairerweise muss ich sagen, dass ich mir auch irgendwann eingestand, dass ich ihn definitiv nicht liebte - und trotzdem weiter mit ihm zusammen blieb. Wir hatten uns also gegenseitig verdient. Ich denke, es war wirklich so ein "besser er als keiner"-Ding. Ich war vorher viele Jahre allein, und an sich war er ja ein toller Mann.
Er hatte zwar mehr Beziehungserfahrung, war scheinbar aber auch irgendwie krampfhaft auf der Suche u lieber mit der falschen Frau liiert als allein.
Es heißt doch, Männer könnten schlechter allein sein als Frauen u würden sich auch seltener trennen, vielleicht wäre das eine Antwort auf das "warum".
Wobei ich nicht überzeugt bin, dass das unbedingt nur ein "Männerproblem" ist (-siehe meine Geschichte).
 
  • #4
Erstens glaube ich, daß die Rückschau auf die Vergangenheit immer ein bißchen Vergangenheitsfälschung ist: "Ich war ja nie richtig verliebt." und so weiter. Blödsinn. Das ist nur die Rückschau, nicht die damalige Realität.
Zweitens tun sie das:
aus Bequemlichkeit, weil regelmäßiger Sex netter ist als sich ständig neue ONS suchen zu müssen, weil sie keine romantische Erwartung an Beziehung haben wie die meisten Frauen, weil sie sich nicht genug öffnen können um wirkliche Intimität zu erleben, weil weil weil.
 
R

rosenmann

  • #5
...Drittens, wer sagt, dass das eine allgemeingültige Regel sein soll? Die meisten Paare die ich so kenne waren zumindest mal am Anfang schon ziemlich verliebt und glücklich. Mit der Zeit ebbt das ab, klar.

Ich für meinen Teil bin lieber allein, vielleicht mal eine Affäre oder so, aber ohne Beziehung, statt aus der Not raus mich irgendwie zu binden, zu was soll das gut sein?

Eine Vernunftsbeziehung hatte ich mal für kurze Zeit, damit tut man sich selbst und dem Gegenüber keinen Gefallen.
 
L

Lisachen

  • #6
Ich kenne persönlich niemanden, der einfach aus Bequemlichkeit mit einer Frau zusammen war. So ist das nie. Vielleicht will man es sich nicht eingestehen, dass man es nicht geschafft hat zusammen zu bleiben aber ich kann mir nicht vorstellen, dass Menschen zusammen sind, ohne Gefühle für einander. Es sei denn man wird dazu gezwungen oder hat eine Mutter, die Queen Elisabeth heißt....... oder vielleicht geht die Liebe irgendwann verloren und man weiß nicht mehr warum man überhaupt zusammen ist. Die Menschen entwickeln sich in unterschiedlichen Richtung oder entwickeln sich unterschiedlich schnell.........
 
  • #7
Das ist doch kein Männerproblem! Oder hältst Dumernst, Frauen machen das ganz anders? Etwa die ü30, bei denen die biologische Uhr vernehmbar tickt??? ...
Viele Menschen können es nicht gut alleine mit sich selbst aushalten, manche sind zu bequem sich zu trennen, wieder andre wollen vor allem sicheren / verlässlichen Sex. Alles irgendwie verständlich, trotzdem wär's überhaupt nicht kein Ding. Dann lieber keinen Sex...
 
  • #8
Warum? Das machen Frauen doch auch(..).
Bevor man halt jahrelang alleine bleibt und einem Traumbild hinterherjagt , nimmt man halt den oder die der gerade ganz passabel erscheint.

Besser als alleine schlafen und in Urlaub fahren....
Eben, keine Frage des Geschlechts.

Je mehr ich hier lese, desto mehr frage ich mich, warum geht man / frau überhaupt Beziehung ein?
- Angst / Unfähigkeit alleine zu sein
- Wunsch nach Kindern
- Status (beidseitig), denn auch für erfolgreiche Männer ist es oft genug wichtig, eine Partnerin zu haben.
- gesellschaftliche Gründe
- Versorgung (auch beidseitig - Haushalt / Kinder / Alltag - Finanzen)
Für wen spielt Passung, Gefühl (Liebe, Zuneigung) wirklich die Rolle?

Das leistet man sich vielleicht mit zunehmender Alter, wenn obige Gründe irrelevant werden oder die eigene Erfahrung einem nachhaltig das Gegenteil gelehrt hat.

Ich für mich bleibe dabei - Partnerschaft nur wenn es für mich passt (Gefühle), ansonsten kann ich gut alleine.
Meine Fehler habe ich gemacht - jetzt ist zumindest Zeit für eine andere Fehlerart.
 
  • #9
Auch bei mir als Frau war es so, dass ich schon mit Männern zusammen war, die nicht optimal zu mir gepasst haben.

Wenn man /Frau jung ist, wird eher im Augenblick gelebt. Ausbildung und beruflicher Werdegang waren wichtig, Beziehung lief nebenbei.

Irgendwie habe ich dann immer noch gehofft, dass sich ein Partner mit der Zeit ändert. Das war aber in dem Umfang nie der Fall, wie ich es mir erhofft habe. Irgendwann kam die Trennung, es war eben nicht "der Richtige" gewesen, wir hatten aber trotzdem eine schöne Zeit zusammen.

Eine Vernunfts-Beziehung gab es bei mir 1 x und war im nachhinein meine schlechteste Beziehung. Ich habe mir den Mann im Kopf "schöngeredet", verliebt war ich nie.
 
  • #10
Es ist aber auch gut möglich, dass die Leute, die nach einer gescheiterten Beziehung sagen: "Ich habe ihn/sie nie geliebt. Er/sie war nie der Mann/die Frau für mich" nicht die Wahrheit sagen, sondern dass zumindest anfangs sehr wohl Verliebtheit/Liebe da war.

Irgendwann geht die Liebe kaputt, und dann fallen solche Worte. Möglicherweise aus Enttäuschung, Wut oder sogar Haß. Einfach ein "Nachtreten".
 
  • #11
Meine Fehler habe ich gemacht - jetzt ist zumindest Zeit für eine andere Fehlerart.
Hahahaha, perfekt !

Ja, auch ich habe oben beschriebenen Fehler in jungen Jahren gemacht, somit bin auch ich ein Gegenbeispiel für die Annahme, dass nur Männer Beziehungen ohne richtige Liebe haben.

Ich habe ihn kennengelernt, als wir beide 21 waren.
Er sah umwerfend aus ( noch heute ) und war sehr lieb, sehr anhänglich, sehr loyal, sehr treu. Konnte toll tanzen, konnte mein Auto reparieren, konnte die Modelle bauen, die ich für mein Architekturstudium brauchte ( ohhhh, jetzt kriege ich mein Diplom aberkannt ).
Dass er mir ( ojemine, wie drücke ich das jetzt politisch korrekt aus ? ) intellektuell nicht wirklich folgen konnte, fiel damals noch nicht auf, denn mit meiner Intellektualität war es naturgemäß mit 21 auch nicht weit her.
Dennoch war mir von Anfang an klar, dass er nicht der Mann meines Lebens, nicht der Vater meiner Kinder sein würde.
Ich begann mich für ihn zu schämen. Für seine schwachen Witze. Für seine Gesprächsbeiträge in meinem Freundeskreis.
Eine arrogante Freundin sagte mir mal, man merke, dass er kein Abitur habe.
Ich habe mich über die Freundin sehr geärgert und ihn verteidigt, aber in der Sache gab ich ihr klammheimlich recht.

Und trotzdem war ich fünf Jahre mit ihm zusammen.
Das letzte halbe Jahr haben wir, nachdem ich mein Studium abgeschlossen hatte, sogar zusammen gewohnt.
Im Nachhinein kann ich keinen Grund dafür nennen, außer, dass das in unserer Gesellschaft so üblich ist und ich es nicht in Frage stellte.
Finanzielle Gründe hatte ich nicht, denn die Wohnung gehörte mir ( Geschenk zum Diplom ), ich bezahlte alle Nebenkosten allein und das Essen zur Hälfte, obwohl er viel mehr aß ( riesiger, sportlicher Mann mit körperlicher Erwerbsarbeit, so jemand braucht 4.000 Kalorien am Tag ) und nur Bio wollte. Nach seinem Auszug hatte ich nur noch 1/4 an Essenskosten und etwa 30 % weniger Wohnnebenkosten.

Nachdem wir ein halbes Jahr zusammen gewohnt hatten, wurde sehr deutlich, dass wir nicht zusammen paßten, dass wir uns in den vergangenen fünf Jahren sehr auseinander entwickelt hatten, aber genau genommen hatten wir fünf Jahre zuvor auch nicht wirklich zusammen gepaßt.
Und ich konnte bei der Trennung ganz sicher, aber auch im Rückblick auf die Anfangszeit sagen, dass ich ihn nicht geliebt habe.

Diesen Fehler habe ich nicht mehr gemacht, dafür gerne andere, so wie Lionne.

w 49
 
  • #12
Bisher sind gute Gründe nach dem Warum geschrieben worden, die ich nur bestätigen kann.

Schlimm finde ich nur, dass hinterher das auch noch ausgesprochen wird. Ich würde den Mund halten und als Gentlemen spricht schweigen eher für sich, als damit noch rum zu protzen, dass man ja den Anderen gar nicht geliebt hätte. Hat für mich wenig mit Stil und emotionaler Reife zu tun.

Und ja, es ist Geschlechter unabhängig. Kenne genug Frauen, lieber einen nicht passenden Kerl an der Seite, wo Frau noch in vielerlei Hinsicht draufzahlt, als Single zu sein.

Ich bin lieber Single und setze noch oben eins drauf, dass ich von solchen vergebenen "Männern" oft gegnug angebaggert werde. Schrecklich, manchen Frauen habe ich es dann gesteckt...

w
 
  • #13
1.) Eine/r ist besser, als Keine/r.
Bis man gelernt hat, dass alleine sein doch besser ist, als der/die Falsche am Hals.

2.) Weniger Träume - mehr Kompromisse
Traumfrau nicht möglich - also geht man mehr Kompromisse ein.
ggf. sind es dann zuviele Kompromisse = die Beziehung hält nicht.
Oder gar die Frau wird zur Albtraumfrau.

3.) Frauen wollen gleich die große Liebe.
Also behauptet man ihnen "die große Liebe" - nur, um sie nicht zu verlieren.

ggf. drängt die Frau aufs heiraten. Also muß der Mann sie heiraten, oder er verliert sie. Denn diese Frau will in ihrem Leben nicht darauf verzichten.

Irgendwann landet der Mann ggf. in einer Ehe, zwei Kinder, ein Haus, ein Hund - und viele Schulden. Nur um die Frau zufrieden zu stellen.
Dabei wollte er ja zunächst nur eine Frau. Aber er mußte das alles erbringen, um sie zufrieden zu stellen. Während die Frau glaubt, dass es auch sein Herzenswunsch sei, wie bei ihr.

Wenn dann die "Vernunftehe" und die vielen Kompromisse dem Mann zuviel werden, oder er eine andere Frau findet, die besser zu ihm passt - dann wird es problematisch.

Tipp: Anfangs nicht zu wählerisch sein - aber nicht zuviele Kompromisse eingehen. Denn zuviele Kompromisse belasten das Ganze zu schwer.

Nicht voreilig urteilen, sondern sich Zeit nehmen.
Aber nicht zu lange. Nicht dass der/die Andere sich in Einen verliebt, aber man muß trotzdem absagen.
 
  • #14
Ich kenne persönlich niemanden, der einfach aus Bequemlichkeit mit einer Frau zusammen war.
Bei den meisten ist, das so, nur zugeben tun das wenige!
ich kann mir nicht vorstellen, dass Menschen zusammen sind, ohne Gefühle für einander.
Doch! Aus 3 Gründen sind die meisten zusammen:
1.: weil sie nicht alleine sein können!
2.: aus dem Zweck heraus, warum alles alleine stemmen müssen, z.B. Miete teilen etc.!
3.: die Chance für permanentem Sex, ohne ständig dafür suchen zu müssen!
Das ist meine erkannte Erkenntnis, bei mir uns bei vielen anderer, von beidseitiger echter Liebe keine Spur!
 
  • #15
Ein guter Freund von mir meinte dazu einmal resigniert : "Jetzt habe ich mehrere Anläufe durch, inklusive Zusammenziehen, Trennungsstress, Umziehen; früher oder später tauchen sowieso wieder dieselben Probleme auf, da bleibe ich gleich bei meiner jetzigen Freundin."
Ich sehe viele Paare, bei denen das so läuft, nur wenige sagen es so offen. Eine/r oder beide haben ab und zu etwas Anderes nebenher laufen. Das dürfte zu 80% die Standardbeziehung sein.
Schlimm finde ich es nicht, nur für mich ist es zu belastend, dauerhaft jemanden um mich zu haben, den ich nicht liebe. Denn dann muss ich selbst jemanden auf Sparflamme halten, oder werde so gehalten, und der Sex ist nur anstrengend oder unangenehm.
Das machen nicht nur Männer-bei einer vergebenen Kollegin sehe ich das auch. Seit sie Chancen bei einem attraktiven Kollegen wittert, streut sie ab und zu im Umfeld ein, dass sie nie in Ihren Freund verliebt war und mit ihm zusammen ist, weil sie sich einsam fühlte, und dass etwas fehle, obwohl er so ein guter Mensch sei...
Warmwechseln ist oft Standard, keine Ausnahme.
Und: viele Frauen finden vergebene Männer auch attraktiver! Die flirten ja auch entspannter, mit der Basis zuhause. Ein wählerischer Singlemann muss schon sehr attraktiv und interessant sein, um nicht (pardon) notgeil oder kauzig zu erscheinen.
 
  • #16
Vielleicht will man es sich nicht eingestehen, dass man es nicht geschafft hat zusammen zu bleiben aber ich kann mir nicht vorstellen, dass Menschen zusammen sind, ohne Gefühle für einander. ....
Am Anfang ist man sicherlich verliebt, denn Sex mit einer neuen Person löst schon alleine bei beiden meist einen Hormonrausch aus.

Allerdings tun das nicht "DIE MÄNNER", sonder auch ziemlich viele Frauen.
Viele meiner Freundinnen haben mir erzählt, dass der Mann, den sie heirateten nicht ihre große Liebe gewesen sei.
Ich glaube aber auch, dass man eine große Liebe oft auch zu einer hochstilisiert, wenn sie unerfüllt war oder wenn die große Liebe einen schmerzlich verlassen hat.
Mir haben viele Frauen erzählt, dass der Mann, mit dem sie Kinder hatten eben der perfekte Versorger gewesen wäre, aber dass die Liebe nur kurz angehalten hätte und/oder dass der Sex nur durchschnittlich oder sogar schlecht war... so etwas wurde natürlich erst nach der Trennung verlautet...und dann wird die neue Affäre nach der Trennung mit dem langjähirgen Partner verglichen... der Vergleich hinkt ja auch stark.
 
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W

wahlmünchner

  • #17
Für wen spielt Passung, Gefühl (Liebe, Zuneigung) wirklich die Rolle?
Für die allermeistem, würde ich sagen.
Nur: Verliebtheit ist ein Hormonrausch.
Drogen funktionieren am besten wenn man sie neu oder sehr selten konsumiert.
Meine Beobachtung ist, das gerade Menschen ,die nicht ständig was am laufen haben, die das Alleinsein auch wirklich und sexlos über Monate abhalten wirklich diesen Megaflash erleben wenn sie jemanden halbwegs passenden finden.
Männer und Frauen, die ständig am flirten, Daten, rummachen sind...ja...ja die warten auf den großen Knall....jahrelang und völlig vergeblich.
Ach ja: Anmerkung: Liebe entsteht auch ohne Verliebtheit, wenn der andere einen gut und sorgsam behandelt und man sich bewusst auf einander einlässt. Und aus Verliebtheit entsteht nicht zwangsläufig Liebe, wenn sich die Paare nicht gut tun.
 
  • #18
Ich denke auch, dass die meisten das ja nicht zum Anfang einer Beziehung sagen.
Ich hatte in jungen Jahren auch eine Beziehung, wo ich beim Thema zusammen ziehen merkte, er ist es nicht!

So denke ich auch, dass der größte Teil einer solchen Beziehung, mit Verliebtheit angefangen hat.
Und man darf auch die Vertrautheit nicht unterschätzen!

Es gibt so viele Faktoren und Gefühlsfacetten, die man durchlebt.
Das man erst später weiss....Ich hätte erkennen können, dass es eben nicht die große Liebe ist aber damals habe ich es anders gesehen.

Und natürlich gibt es auch die, die zb einer Affäre oder potenziellen Partnerin damit sagen:
He Du hast die Chance meine große Liebe zu werden.
Darauf springen mehr Frauen an, als auf
He meine Ehefrau war meine große Liebe.
Das vermittelt vielen das Gefühl, der hängt noch sehr an ihr.
 
  • #19
Ich sehe das wie Marcelll54.

Meist wissen die Leute auch noch gar nicht, wie Liebe ist, wenn sie sich in jungen Jahren zusammenfinden. Wer ist in jungen Jahren schon so reif, dass er sich selbst lieben und Liebe geben kann sowie bewusst eine Beziehung führen kann mit der Arbeit, die darin steckt. Blinde Anpassung ist nicht bewusst einen Kompromiss machen, und gerade in den traditionellen Ehen, wo hauptsächlich danach gesucht wird, ob eine Rolle erfüllt werden kann, werden doch Punkte zurückgesteckt, die dann auf einmal doch wichtig werden, wenn erst mal geheiratet ist und Kinder da sind. Dann beginnt die Verbiegungsarbeit und das Ausweichen desjenigen, der gebogen werden soll, und weil das beide nicht näherbringt, wird klar, dass man gar nicht liebt, aber man hat sich voneinander so stark abhängig gemacht, dass ein Auseinandergehen mit viel Aufwand verbunden ist. Je nachdem, wie desillusioniert oder pragmatisch einer veranlagt ist, bleibt er dann auch zusammen mit der Person, mitunter mit dem Schönreden, man werfe doch nicht sowas weg, wo es doch schon so lange existiert oder beim nächsten ist es auch nicht anders und wer weiß, ob nochmal einer kommt.

Man muss auch lieben können, sonst wird jede Beziehung ohne Liebe sein.

Irgendwann geht die Liebe kaputt, und dann fallen solche Worte. Möglicherweise aus Enttäuschung, Wut oder sogar Haß. Einfach ein "Nachtreten".
Ich denke bei solchen Fällen, dass die nur das Bild, das sie vom anderen hatten, geliebt haben. Als sich herausstellte, dass der Mensch gar nicht so ist, wie man in seiner Projektion dachte, war es vorbei mit der Liebe, es kam die Ent-Täuschung.
 
W

wahlmünchner

  • #20
Mir haben viele Frauen erzählt, dass der Mann, mit dem sie Kinder hatten eben der perfekte Versorger gewesen wäre, aber dass die Liebe nur kurz angehalten hätte und/oder dass der Sex nur durchschnittlich oder sogar schlecht war... so etwas wurde natürlich erst nach der Trennung verlautet...und dann wird die neue Affäre nach der Trennung mit dem langjähirgen Partner verglichen
Das ist doch alles Gelaber! Mir haben auch fast alle Männer erzählt, das sie noch nie so gerne mit einer Frau geschlafen haben, wie mit mir. Ich könnte wetten, das dachten, glaubten und sagten sie schon vor mir und auch nach mir der auserwählten Dame als sie mit ihr im Bett waren.
Eher habe ich das Gefühl, das einige Leute schon fast an Amnesie leiden, was ihre Liebesgeschichten angeht. Es gibt ja Leute die erzählen regelmäßig gerade im Moment in die große Liebe verliebt zu sein...( die anderen grossen Lieben davor, sind plötzlich vergessen)
Im geringen Ausmaß schützt dieses Denken vielleicht vor Depressionen....andererseits bin ich froh, das mein Gehirn offenbar anders arbeitet. Mich gruselt es immer, wenn ich diesen Leuten u höre..
 
  • #21
Je mehr ich hier lese, desto mehr frage ich mich, warum geht man / frau überhaupt Beziehung ein?
@Lionne69 : So geht es mir (inzwischen) auch, allerdings bin ich der Meinung, dass die hier nachzulesenden Meinungen und Einstellungen nicht repräsentativ für Männer und Frauen im Allgemeinen sind! Im Gegenteil: hier tummeln sich vor allem die Extremen, denen es nicht gelingt, mit sich und ihren Erfahrungen ins Reine zu kommen. Das kann man aus fast jedem Posting herauslesen: da wird munter projiziert, verabsolutiert, selektiv ausgeblendet usw. Besonders die Gewinnmaximierer und verbitterten Kompromisslosen sind hier im Forum und nach meinen bisherigen Erfahrungen auch bei EP in der klaren (Meinungs-)Überzahl. Repräsentativ ist das nicht, insofern mein Tipp an die FS: nicht überbewerten, was hier so kommt! Und auch im konkreten Bezug auf deine Frage, liebe luna16: die Wahrnehmung, dass "Männer" mit "Frauen" zusammen sind, die sie nicht lieben, ist falsch. Genauso wie die Wahrnehmung, dass "Frauen" mit "Männern" zusammen seien, die sie schlecht behandeln. Beides Projektionen eigener Erfahrungen, die nicht verallgemeinerungsfähig sind. Die deutlich größere Anzahl an Gegenbeispielen nimmt man nur nicht so wahr (selektive Wahrnehmung dessen, was ins eigene Weltbild oder in die aktuelle Stimmungslage passt!).
Wenn eine Beziehung zerbricht, dann natürlich ggf. (auch) an der fehlenden Liebe. Das lässt aber nicht den Schluss zu, Liebe hätte nie eine Rolle gespielt, auch wenn man vieles in der Retrospektive anders bewerten mag.

Liebe Grüße
 
  • #22
Nun hatte ich ein Gespräch mit einem Bekannten, der jahrelang mit einer Frau zusammen war und von vorne herein wusste, dass diese nicht die EINE ist.
Die EINE traf er dann irgendwann und schoss die Erste in den Wind.
Also, mit einer Freundin darüber diskutiert, kommt ihr Freund rein und meint, seine letzte feste Freundin wäre auch nicht die Frau fürs Leben gewesen.
Hättest du es lieber gerne anders herum: Also die Männer bzw. Frauen sagen, der letzte Partner wäre die einzig wahre und große Liebe gewesen? Wäre auch für das eigene Seelenheil äußerst unklug, eine verflossene Liebe so zu sehen.
Ob man deswegen direkt ins andere Extrem verfallen sollte von wegen "habe denjenigen eh nie geliebt" ? Keine Ahnung, ist auch eigentlich egal. Würde ich nicht so machen.
Ein anderer Erklärungsansatz wäre Unerfahrenheit gemischt mit Verliebtheit und Hollywood-Moralvorstellungen gemischt mit einem perfektionistischen, oberflächlichen Schönheitsideal in den Medien und einer "lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach"-Einstellung und einem begrenzten Zeit-, Energie- und Geldbudget.
Und wenn ich in den gelegentlich hier stattfindenden "Geschlechterkampf" mit einstimmen wollte, könnte ich als Erklärungsansatz noch liefern: Weil es einfach nicht genug gute Frauen gibt.;-)
 
L

Lisachen

  • #23
Lieber @Insperationsmeister, die Argumentation ist m.E. nicht richtig, für alle drei von dir genannten Gründen gibt es viel einfacheren Lösungen:
1- Freundschaft
2- Wohngemeinschaft
3- Permanente Sex hat man nicht mit Menschen, die man nicht liebt.
Wer bindet sich absichtlich an jemanden, den man nicht liebt?... Aber ich bin auch eine Frau, die nur zwei Beziehungen hatte. Es mag alles mögliche auf dieser Welt geben, vielleicht gibt es auch wirklich Menschen, die einfach so just for fun eine Beziehung eingehen. Es wäre jedoch absolut nicht für mich. Ich würde wahnsinnig werden permanent jemanden am Hals zu haben, den ich nicht will. Lieber würde ich Glas essen.
 
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  • #24
hatte auch einmal, als ich jung (20-26) war eine Beziehung ohne Verliebtsein, auch ohne von dem Mann sexuell angezogen zu sein. Das habe ich ihm aber sicher nie gesagt, weder während der Beziehung noch danach. Er konnte ja nichts dafür, war gutaussehend, intelligent, anständig. Dass ich nie verliebt war in ihn und ihn auch sexuell nicht wirklich begehrte heisst nicht dass ich ihn nicht gern -oder keine zärtlichen Gefühle für ihn hatte. Es war eine relativ gute Zeit in meinem Leben während jener Beziehung. Wir harmonierten nicht weniger gut als es der Fall war in Beziehungen wo beide extrem verliebt waren.
 
  • #25
Also, mit einer Freundin darüber diskutiert, kommt ihr Freund rein und meint, seine letzte feste Freundin wäre auch nicht die Frau fürs Leben gewesen
In Gegenwart der aktuellen Partnerin ist eine solche Aussage über die Ex natürlich mit Vorsicht zu genießen. Es ist ja aus taktischer Sicht, bzw. um des lieben Friedens willen klug, die Bedeutung der Ex eher herunterzuspielen.

Aber ich habe solche Aussagen über Expartner oder aktuelle Partner auch schon von Leuten gehört, die keinen Grund hatten, mich diesbezüglich anzulügen. Anfangs war ich da immer noch schockiert. Mittlerweile glaube ich, dass Beziehungen ohne Verliebtheit eher die Regel als die Ausnahme sind. Ich muss allerdings gestehen, dass ich das auch gern glauben WILL. Selbst habe ich ja noch nie beidseitige Verliebtheit erlebt. Früher dachte ich, mit mir stimmt was nicht, weil ich davon ausgegangen bin, dass alle Menschen in all ihren Beziehungen immer verliebt sind. Der Gedanke, dass auch viele vergebene Menschen nie in ihren Partner verliebt waren; vielleicht genausowenig beidseitige Verliebtheit kennen wie ich, fühlt sich für mich natürlich besser an.

Ich selbst hatte mal eine sehr kurze "Beziehung" ohne Verliebtheit. Mein Motiv damals: ich wollte mit meinen 22 Jahren auch endlich mal einen Freund "vorweisen" und mitreden können. Er sah auch sehr gut aus, war ein intelligenter Gesprächspartner; wir hatten viele Gemeinsamkeiten. Und er war genausowenig verliebt wie ich...für ihn war ich wohl die klassische Trost-/Übergangsfrau.

Heute würde ich mich auf sowas nicht mehr einlassen. Eine Beziehung macht doch das Leben erstmal komplizierter; man muss Kompromisse machen, sich einschränken und mit dem Partner abstimmen - und all das für einen Menschen, den man nur lauwarm mag? Gott bewahre. Das mag ein guter Deal sein für Menschen, die es ganz schlimm finden, allein zu leben. Ein freiheitsliebender, eher einzelgängerischer Typ wie ich zahlt dabei nur drauf. Ich denke schon, dass ich bereit wäre, an einer Beziehung zu arbeiten; Kompromisse einzugehen - aber nur für jemanden, der wirklich mein Herz berührt.
 
  • #26
Das ist doch alles Gelaber! Mir haben auch fast alle Männer erzählt, das sie noch nie so gerne mit einer Frau geschlafen haben, wie mit mir.
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Was hat denn nun das Eine mit dem Anderen zu tun? Es ist ja wohl ein Unterschied, ob ein Mann Dir das im Bett sagt, oder ob beste Freundinnen sich über ihre Ehemänner und Verflossenen austauschen.
Meine Erfahrung ist, das viele Frauen sehr wohl eher rational heiraten und viele gute Freundinnen haben mir erzählt, dass es sextechnisch mit ihren Ehemännern von Anfang an eher lau war oder dass sie nicht so wirklich verliebt waren, erst recht nicht bei der Hochzeit.
Natürlich wie ich selber ja auch schon geschrieben habe, kann man das nicht damit vergleichen, wenn Dir ein Mann erzählt, dass er seine Exfreundin sowieso nie wirklich geliebt hat. Viele Männer entwickeln ein sehr gutes Gespür dafür, was die aktuelle Freundin vielleicht hören möchte - ich würde solche Aussagen mit Vorsicht genießen.
Sie sind anders zu bewerten als wenn Freundinnen sich ohne Männer austauschen.
Viele Frauen heiraten lieber den solventen Versorger als den Mann, der ihr Herz höher schlagen lässt und das ist vielleicht auch nicht immer die falsche Entscheidung, denn das heißt ja nicht, dass sie den Angeheirateten nicht mögen. Die Beziehung kann trotzdem gut funktionieren, schon alleine, weil sie nicht von so heftigen Gefühlen geleitet wird. Arrangierte Ehen liefen ja früher schon nicht so schlecht.
 
  • #27
Natürlich wie ich selber ja auch schon geschrieben habe, kann man das nicht damit vergleichen, wenn Dir ein Mann erzählt, dass er seine Exfreundin sowieso nie wirklich geliebt hat.
Ich habe das Gefühl, unsere Erinnerungen richten sich gern nach dem, was wir aktuell glauben möchten. Es ist schwieriger, sich einzugestehen "die aktuelle Partnerin ist toll, mit der Ex war es aber ebenso schön", denn das widerspricht unserem Wunsch, zu wachsen, zu lernen und es besser zu machen als zuvor.

Mittlerweile glaube ich, dass Beziehungen ohne Verliebtheit eher die Regel als die Ausnahme sind.
Auch hier habe ich den Eindruck, da sind Erinnerungseffekte, allerdings sehr unfreiwillig. Eine frustrierte Ehefrau wird Mühe haben, sich an Verliebtheitsgefühle ihrem Mann gegenüber zu erinnern. Es ist für sie vielleicht einfacher, zu denken "so war es schon immer", als sich einzugestehen, dass er erst in der Beziehung zu ihr so geworden ist (d.h. unattraktiv für sie) und dass die schönen Gefühle mal da waren, aber verblasst sind.
 
  • #28
Dazu gibt es ein sehr interessantes Buch von Arnold Retzer, "Lob der Vernunftehe" (es geht um mehr Realismus in der Liebe).
Irgendwo in der Mitte zwischen blankem Pragmatismus und der ewigen Sehnsucht und aussichtslosen Suche nach dem Idealpartner liegt wohl das, was gelingende, schöne Beziehungen ausmacht.
 
  • #29
Guten Abend liebe FS,
für mich persönlich eine sehr interessante Frage, denn ich führe gerade eine solche Beziehung: Ich bin nicht verliebt und ich liebe meine Partnerin nicht, aber es ist schön, dass es sie (an meiner Seite [von Zeit zu Zeit]) gibt, das sage ich ihr auch in aller Offenheit, und ich mag sie.
Ich wurde nach dem Ende meiner einzigen ersten grossen Liebe gezwungen mein Leben neu zu gestalten, das habe ich getan: Ein neues wunderschönes zuhause, coolen Job und erfüllende Freizeit sowie Hobbies. Nur das Sahnehäubchen fehlte. Nähe und Vertrautheit. Ich führe diese Beziehung, weil sie mir einen seelischen, geistigen und körperlichen Mehrwert bringt.
Ich hatte meine Traumfrau ohne jedes wenn und aber und mit einem unschönen Ausgang. Lange habe ich daran gezweifelt eine Beziehung wie diese zu führen, die aus meiner Sicht nicht "perfekt" ist. Muss sie auch nicht. Sie hat ihr Leben und ich habe mein Leben mit einer Schnittmenge, die uns beiden (momentan) gut tut. Wenn ich in die Runde meiner Altersgruppe schaue, finde ich belegen wir mit unserer Beziehung einen sehr guten Platz im vorderen Drittel. Das reicht (mir)/(momentan).

PS: Ich bin sicher nicht repräsentativ.
 
  • #30
Guten Morgen,

wenn sich die Partner von Anfang an einig sind ,eine Vernunftbeziehung zu führen ,finde ich es in Ordnung.
Wenn aber Gefühle im Spiel sind,ist es schwieriger.Geht die Liebe verloren bei dem einen Partner,sollte er mit offenen Karten spielen.
Warum so eine Beziehung geführt wir,ich denke an erster Stelle das Alleinsein so beenden,Miete usw. halbieren sich.