• #1

Warum soll ein Mann sich selbst um Haushalt / Wäsche kümmern?

Immer wieder ist hier zu lesen, dass Männer, die ihren Haushalt nicht selbst erledigen, einen deutlichen Malus von der Damenwelt bekommen. Besonders wichtig scheint die Wäsche zu sein.
Meine Freundin hat inzwischen eingesehen, dass ich mich lieber anderweitig beschäftige als mit Staubsaugen, Fenster putzen, Wäsche waschen oder ähnlichen Dingen. Und Hemden bügeln wäre wohl megateuer, wenn ich das selbst machen würde. Ja, für mich ist das ein Stück Lebensqualität, solche Aufgaben gegen Bezahlung erledigen zu lassen. Aber lustigerweise wurde ich zunächst gefragt, ob denn meine Mutter noch immer bei mir putzen würde. (nein - das wollte ich auch nie).
Auch hier kommt immer wieder das Thema auf, dass Männer "zu wenig im Haushalt helfen und Frauen daher nicht Vollzeit arbeiten gehen können". Ist es Geiz, dass man einen Teil des mehr erwirtschafteten Geldes nicht investiert, um lästige Aufgaben, die ja nicht nur Männer nicht machen wollen, in fremde Hände zu geben? Hausfrauenehre? Oder irgendwelches moralisches Getue?
All die Streitereien, wer nun wann was machen muss - einfach weg. Nicht existent. Und das Resultat - saubere Wohnung, frische Wäsche, überzogenes Bett etc stimmt auch. Dafür mehr Freizeit.
Bitte klärt mich auf, warum ihr Streit, Ärger und Verdruss auf euch nehmt anstatt 2 Stunden im Monat mehr zu arbeiten und euch dafür 12 Stunden Freizeit zu erkaufen ?
Euer Tom
 
  • #2
Ein Mann soll sich um Haushalt und Wäsche selbst kümmern, damit es die Frau nicht alleine tun muss. Ich persönlich hätte kein Problem damit, wenn der Mann seinen Anteil von einer Putzkraft erledigen lässt und lese hier auch nicht, dass andere Frauen das so sehen.
Allerdings verdienen die wenigsten so viel wie du in deiner Rechnung voraussetzt, dennoch kann man auch mit geringerem Gehalt sicher viel Lebensqualität gewinnen. In meinem Umfeld habe ich allerdings nicht mitbekommen, dass es nicht einfach ist eine gute Putzkraft zu finden.
 
  • #3
Das ist von der Damenwelt sicher so zu verstehen, dass sie sicherstellen möchten, dass es nicht an ihnen selbst hängenbleibt. Da geht auch ein Stück Gleichberechtigung verloren, wenn der eine dem anderen in dieser Beziehung "dient".

Such mal bei youtube "Jennifer Lopez - Ain't Your Mama", das trifft es ganz gut. Es hat immerhin 634 Millionen Aufrufe und spricht anscheinend einer Menge Leute aus dem Herzen.

Wenn Du das Problem mit einer Haushaltshilfe gelöst hast ist das doch in Ordnung. Ich selbst würde niemanden an meine eigene Wäsche lassen, weil ich nicht möchte dass z.B. Wolle versehentlich zu heiß gebadet wird. Mit drei getrennten Wäschekörben (weiß/schwarz/bunt) plus einem Eckchen für Wolle komme ich daher gut zurecht bei der Vorsortierung. Maschine anwerfen dauert nur ein paar Sekunden, und das Waschen macht die Maschine von allein.

Bei den Hemden gibt es bestimmte Marken, die brauchen nicht gebügelt werden, z.B. Eterna. Sehr praktisch.

Beim Wohnung sauber machen bin ich aber total bei Dir, da macht es am ehesten Sinn sich helfen zu lassen. Und diese neuen Saugroboter sind unterhalb der Woche auch ganz nützlich, wenn die Wohnung dafür geeignet ist.

Also, alles gut, das ist kein Thema um das Du dir Gedanken machen musst. Ich würde es im Profil auch nicht erwähnen, es ist heute selbstverständlich dass ein Mann das selbst macht, wenn er nicht mehr bei Mutti wohnt.
 
  • #4
Das Thema hat mich heute wieder beschäftigt.
Habe kürzlich einen Mann auf einer Party kennen gelernt, der mich hartnäckig anschreibt. Auf seine Anfragen, bezüglich eines Treffens, ging ich bisher nicht ein.
Heute habe ich ihn gefragt, ob er mal etwas für uns kochen möchte. Er schrieb zurück, dass er dafür kein Talent und keine Leidenschaft hat, er mir aber gerne dabei hilft.

Das ist mir echt zu 60er. Never.
Mit kochen hätte er mich vielleicht doch noch rum bekommen können.

Mir ist es wichtig, dass ein Mann kochen kann (und seinen Haushalt im Griff hat). Bisher konnte das nur mein letzter Freund und ich vermisse es so sehr, mich bekochen zu lassen oder zusammen zu kochen.

Früher habe ich in Beziehungen gekocht, aber dann fühle ich mich wie eine Mutter. Für mich kommt es nicht mehr in frage.
 
  • #5
All die Streitereien, wer nun wann was machen muss - einfach weg. Nicht existent. Und das Resultat - saubere Wohnung, frische Wäsche, überzogenes Bett etc stimmt auch. Dafür mehr Freizeit.
Nö, kann ich Dir auch nicht erklären. Solange Mann nicht das Klo bep...und seine Hütte kein Saustall ist, ist doch alles okay. Okay, den Tisch abräumen sollte er auch noch können und die Spülmaschine ein- und ausräumen, wenn er nicht gerade zwei gebrochene Hände hat, sollte auch noch möglich sein. Ach und kochen können wäre auch toll.
Mich haben diese Streitigkeiten auch ermüdet und vor vielen Jahren wurde eine Putzhilfe beschäftigt. Wie Du beschrieben hast, von heute auf morgen hatten sich zumindest diese Diskussionen in Luft aufgelöst. Gab dann nur noch Diskussionen über die Gartenarbeit —da war ich dann zu geizig zu.
Ansonsten müsste es mir finanziell ganz, ganz schlecht gehen, bevor ich auf eine Putzhilfe verzichten würde. Solange ich mehr verdiene als eine Putzhilfe, macht es auch Sinn. Man reduziert doch nicht seine Arbeitszeit um den Haushalt zu machen - zumindest nicht solange man mehr als diese verdient. Das Geld ist mir mein Plus an Lebensqualität allemal wert. Aber sieht natürlich jeder anders.
Ich bin die Tochter einer Mutter, die‘nur‘ Hausfrau war und deren Lebensinhalt die Haushaltsführung war— mit dem dazugehörigen nur „Hausfrauengejammer“. Hat mich vermutlich nachhaltig geprägt. So wollte ich es nicht.
W, 53
 
  • #6
Oh, ich würde sehr gerne eine Zugehfrau beschäftigen, aber es mangelt am entsprechenden Kleingeld.
Ich möchte sie schließlich anständig dafür bezahlen können, dass sie bei uns klar Schiff hält.
Ein professioneller Fensterputzer kommt aber zweimal im Jahr ins Haus.

Genderhinweis für die politisch ganz Korrekten : hier in der Gegend gibt es nur weibliche Haushaltsunversalprofis und fast nur männliche Fensterputzer im Gebäudereiniger-Handwerk.

Ich finde es auch gut, wenn man/frau einen Haushaltsprofi beschäftigt - vorausgesetzt, die Bezahlung ist anständig und der Job ordentlich angemeldet.

w, 49, zwei Kinder
 
  • #7
Ich denke, dass Du eine Putzfrau fürs Putzen oder jemanden für die Wäsche bezahlst, ist ein geringeres Problem, als wenn Du eine Prostituierte für ihre Dienste bezahlen würdest;)

Natürlich gibt es Gutverdiener, die das erledigen lassen (können). Aber der erste Gedanke, wenn ein Mann erzählt, dass er solche Dinge nicht (selbst) macht, ist nun mal, dass er in einem Chaos lebt, wenig wert auf Sauberkeit legt oder es die Mutter machen lässt/lebensuntüchtig ist. Alles keine Optionen, die einen Mann attraktiv erscheinen lassen. Da hatte die gute alte BW-Zeit etwas für sich. Wer dort eine "ordentliche" Ausbildung genossen hat, war in dieser Hinsicht ein guter Fang für Frauen, denn da weiß frau, dass er es kann (ob er es gerne macht, ist eine andere Frage9

Wenn Du genug Geld hast, Dir das problemlos zu leisten, ist das prima. Eine Frau, die auf Geld (des Mannes) oder Status steht, findet das sicher toll. Eine Frau, die nicht so viel Geld hat und haushalten muss, hält so jemanden nun mal leicht für einen bequemen Schnösel, weil das für sie ein Luxusproblem ist. Das schließt nicht aus, dass der Mann ein vernünftiger Typ sein kann, aber das kann man ggf. eben erst auf den zweiten Blick erkennen, so dass Frau entsprechende Vorurteile hat.

I.Ü. ist Deine Rechnung nun sehr optimistisch. Die Sachen Reinigen/ Bügeln zu lassen, mag - je nach Menge - noch gehen. Aber bei Deiner Putzfrau-Illusion muss ich schon lachen. Bei uns in der Großstadt bekommst Du kaum jemanden und wenn nur schwarz. Die wollen nicht legal, da weniger lukrativ. Auch wenn schwarz verbreitet ist, hoffe ich, dass das nicht Deine Option ist. Abgesehen davon, dass es asozial und strafbar ist, gibt es viele Leute, die ihren Job los sein können, wenn auffliegt, dass sie jemanden schwarz beschäftigen.

Und egal, ob ggf. Kinder vorhanden sind oder nicht. Im Regelfall, d.h.wenn nicht sehr gut verdienend, muss Frau ggf. das 10fache Deiner "2 Stunden" zusätzlich arbeiten, um sich mehrmals im Monat Putzfrau/Fensterputzer/Reinigung/Bügeln leisten zu können. Die Lust/Zeit dafür hält sich verständlicherweise meist in Grenzen.
 
  • #8
Ups, jetzt wars ganz schnell weg. Bei Frauen, die gut verdienen ( ist natürlich immer relativ), ist das doch eigentlich kein Thema. Die haben doch alle eine Hilfe. Ich kenne die Problematik eigentlich mehr aus dem Forum als im RL.
W, 53
 
  • #9

M.E. schon. Allerdings ist dieses 'moralische Getue' meist Ausdruck wirtschaftsschwacher Männlichkeit. Soll heißen wirtschaftlich potente, leistungsstarke & emanzipierte Paare, haben meinen Erfahrungen nach definitiv keine 'Kommunikationsprobleme' was Wäsche/Haushalt betrifft. Selbstredend wird das von professionellen Angestellten erledigt.

In wirtschaftsschwachen Beziehungen gibt es allerdings auch heute eine seltsame Entwicklung. Du weißt schon, Adams Rippe und die Frage nach (Gleich-)Wertigkeit..

Ein Schelm, der Böses dabei denkt..;)
 
  • #10
Hi,
zum einen fühlen sich viele Frauen heute immer noch verantwortlich für den Haushalt. Von der Mehrheitsgesellschaft - zumindest in meinem Umfeld - wird die Haus- und Familienarbeit bis heute als Hauptaufgabe der Frau gesehen.
Deshalb sprechen die Frauen auch davon, dass ihre Männer "nicht helfen" anstatt von "nicht seine Aufgaben erfüllen". Deshalb werden die Elternzeiten überwiegend von der Frau genommen.

Eine Putzhilfe zu beschäftigen, bedeutet, Kontrolle abzugeben. Ich kenne genug Frauen, die für die Putzhilfe aufräumen, vor-putzen und mit dem Reinigungsergebnis der Putzhilfe nicht zufrieden sind. Die machen sich auch lustig über die Haushaltsfähigkeiten des Mannes. Eigentlich geht es aber darum, niemanden in ihren Herrschaftsbereich zu lassen .

Eine Vollzeit-Hausfrau mit einem Kind im Schulpflichtigen Alter in einer 60 qm Wohnung möchte vielleicht auch nicht soviel mehr Freizeit durch eine Putzhilfe.

In manchen Gegenden, z.B. Speckgürtel von München, gibt es kaum Putzhilfen für Privathaushalte, weil niemand diese Jobs übernehmen will/muss. Die Putzhilfen berechnen 18-24 EUR/h und alle sind froh, wenn sie überhaupt eine Putzhilfe gefunden haben.
Eine normale Angestellte überlegt da vielleicht, wieviel sie selbst verdient und ob sie der Putzhilfe diesen Stundenlohn zahlen will.

Lustigerweise ist Ordnung und Sauberkeit kein Mann-Frau-Thema, sondern auch ein Thema bei homosexuellen Paaren oder auch reinen Wohngemeinschaften.

Sich selbst versorgen sollte ein erwachsener Mann schon können. Dazu gehört, dass er seinen Haushalt organisiert, ob mit oder ohne entgeltlicher Hilfe ist dabei belanglos.
 
  • #11
Meine Freundin hat inzwischen eingesehen, dass ich mich lieber anderweitig beschäftige als mit Staubsaugen, Fenster putzen, Wäsche waschen oder ähnlichen Dingen
Lieber Tom,
das ist schön dass deine Freundin das mittlerweile eingesehen hat. Man kann halt nicht alle Leidenschaften in einer Beziehung teilen. Und dass bügeln, putzen, staubsaugen und Co bei uns Frauen genetisch tief verankert ist und wir es einfach lieben, dafür können Männer wohl wirklich nichts.

". Ist es Geiz, dass man einen Teil des mehr erwirtschafteten Geldes nicht investiert, um lästige Aufgaben, die ja nicht nur Männer nicht machen wollen, in fremde Hände zu geben? Hausfrauenehre? Oder irgendwelches moralisches Getue?

1. Mal denke ich bietet sich nicht jedem die finanzielle Möglichkeit
2. Ist es zumindest meinem Empfinden nach ein elementares Teilchen des Lebens auch Aufgaben nachzugehen die einen nicht vor Freude in die Luft gehen lassen. Sprich, nicht jammern, einfach machen. Zumindest für mich ein Anhaltspunkt für Reife.
Liebste Grüße
 
  • #12
Tom,
- Nicht jedes Paar verdient so viel, dass es sich diese Dienstleistungen kaufen kann. Du scheinst sehr gut zu verdienen und einen hohen Stundenlohn zu haben, wenn Du mit zwei Stunden monatlicher Mehrarbeit diese Dienstleistungen bezahlen kannst.
- Sehr viele Menschen möchten keine unbekannten Menschen in ihrer Wohnung oder ihrem Haus haben. Es ist ihr persönlicher Rückzugsort, ihre "Höhle". Da lässt man fremde Menschen nur im Notfall rein.
- Viele Menschen sind sehr pingelig. Wenn etwas nicht genauso gemacht wird, wie sie es wollen, sind sie äußerst unzufrieden und fühlen sich nicht mehr wohl. Es fühlt sich für sie nur sauber an, wenn sie selber sauber gemacht haben, auf ihre Art und Weise.
Diese drei Punkte beantworten zwar nicht Deine Frage, zeigen aber ein paar allgemeine Aspekte auf, warum ein Mann das alles selber machen (können) sollte.
ErwinM, 49
 
  • #13
Du hast ja eine Putzfrau und lässt nicht etwa Mutti für dich bügeln, also halb so schlimm.

Ich bin mal gefragt wurden, ob ich überhaupt ein Spiegelei braten kann, weil ich selten bis überhaupt nicht koche. Die Frauen wollen damit abschecken ob sie sich einen verwöhnten Pascha an Land ziehen der nur eine billige Haushälterin + sucht.

Frauen haben oft Angst in dieser Hinsicht ausgenutzt zu werden. Sie wollen ein Mann der in einem gemeinsamen Haushalt auch die Hausarbeit mit übernimmt. Für einige ist das Bild von ihrer Mutter als Hausfrau eine Art Trauma, so wollen sie nie werden. Einige gründen aus u.a. genau diesem Grund nie eine Familie.

Meine beiden Letzten sind/waren von diesem Schlag. Wenn ich bei meiner aktuellen Bekannten übernachte ist es sehr schwierig sie vorab zu fragen, ob wir gemeinsam bei ihr essen. Sie will sich nicht ausbeuten lassen. Umgekehrt will ich aber auch nicht jeden Abend ins Restaurant.

Eine Putzfrau löst bei einigen Neid und bei anderen feministische Reflexe aus. Für die steht man dann als Frauenausbeuter da.

Letztlich muss man einfach dazu stehen, dass man eine Putzfrau hat oder selten kocht. An diesen Dingen wird keine Beziehung scheitern und ein paar nervige Fragen oder Sprüche hält man(n) aus.
 
F

Frau29

Gast
  • #14
anstatt 2 Stunden im Monat mehr zu arbeiten und euch dafür 12 Stunden Freizeit zu erkaufen ?

Diese Aussage ist entlarvend! Offenbar vertrittst du die Ansicht, dass die Putzfrau für die eher harte körperlich Arbeit nur 1/6 deines Einkommens verdient hat. Deine angenehme Schreibtischarbeit soll also 6 mal mehr wert sein, als jene der Putzfrau.
Das ist Ausbeutung! Wenn die Putzfrau keinen ebenbürtigen Lohn erhält, habe ich volles Verständnis wenn sie das eine oder andere (Geld, Schmuck..) einfach also Entgeltzusatzleistung mitgehen lässt.
 
  • #15
Tom26, wie jetzt? Deine Freundin möchte unbedingt, dass Du Deinen Haushalt selbst erledigst? Das verstehe ich nicht. Ich würde mich (als Freundin) uffregen, wenn Du von mir verlangen würdest Dir den Haushalt zu schmeißen. Aber so, wäre mir das piepwurst egal wie Du Dein Leben regelst. Und du hast es ja wunderbar geregelt.

Also ich gestehe, ich habe keinerlei Hausfrauenehre oder hausfrauliche Ambitionen. Ich würde mir sogar eine Haushälterin leisten, so ich es könnte. Die dürfte für mich nicht nur putzen, Wäsche machen, sondern auch einkaufen gehen. Meine Freundin leistet sich als gutsituierte Rentnerin eine Putzfrau und schwärmt davon. Einmal pro Woche ist ihre Wohnung so schön sauber, wie sie es nie hinbekäme und die Fenster sind geputzt.
Ich finde das auch richtig, solche Tätigkeiten gegen Bezahlung auszulagern.
Ich mag ja alles wo ein Stecker dran ist und habe schon mit Fensterputzroboter und Saugroboter geliebäugelt. Und lasse mir am liebsten sogar die Zahnpasta liefern. Ich bin da ganz schlimm.

Also bei rennst Du offene Scheunentore ein. Ich kann nur pro Woche 10 Stunden mehr arbeiten, bekäme aber trotzdem nicht mehr Geld.
 
  • #16
Lieber Tom;
Ich finde es auch toll, eine Putzfrau zu haben, die bei uns noch von der früheren WG übrig ist und nur alle zwei Wochen Grundreinigung macht, aber das hilft schon viel. Ich und mein Freund sehen es wie du: Geld gegen die Freizeit. (Wenn man lieber arbeitet als putzt.) Ansonsten bin ich einen Tick ordentlicher als er und räume mehr auf, aber das stört mich nicht - er macht andere Sachen für mich (Technik..), mit denen ich nicht klarkomme. Und ist mir dankbar fürs vermehrte Sachen wegräumen oder Müll wegbringen.
Bei meinen Eltern ist es so, dass meine Mutter einen kleinen Putzwahn hat und mein Vater braucht es eben einfach nicht so sauber; der ist zufrieden, wenn kein dreckiges Geschirr rumsteht, aber Staub und Flusen Jucken ihn nicht. Da beide nie Geld für eine Putzfrau hatten trotz beiderseitiger Berufstätigkeit (im Osten auch heute eher ungewöhnlich), putzt und ärgert sich meine Mutter, mein Vater macht viel weniger. Wenn in einer Beziehung da die Bedürfnisse unterschiedlich sind, ists schon mal einfach ein Problem, denn jeder hat ja Recht aus seiner Sicht (meine Eltern sind trotzdem glücklich seit 45 Jahren). Viele Leute können sich den Luxus einer Putzfrau einfach gar nicht leisten. Aber bei deiner Freundin wär ich an ihrer Stelle völlig einverstanden mit dem Arrangement. Oder soll sie die Putzfrau bezahlen? Von Frauenehre was selbst putzen betrifft, habe ich noch nie was gehört. Eher sind Geld oder Unbehagen bei einer fremden Person in der eigenen Wohnung der Grund.

W, 35
 
  • #17
Hey Tom, niemand, auch keine Frau, hat was dagegen, wenn du dir ne Haushaltshilfe leistest. Aber das kann nicht jeder: 12 Stunden Mindestlohn machen 8,84€ × 12= 106,10€. Wer das wie du (angeblich) mit 2 Stunden Mehrarbeit bezahlt, muss netto 53,05€ verdienen.
 
  • #18
Bitte klärt mich auf, warum ihr Streit, Ärger und Verdruss auf euch nehmt anstatt 2 Stunden im Monat mehr zu arbeiten und euch dafür 12 Stunden Freizeit zu erkaufen ?
Weil für viele die Rechnung so nicht zu machen ist. Manchmal hat eine Putzfrau, die unangemeldet arbeitet einen höheren Stundenverdienst als eine Angestellte, egal ob unstudiert oder nicht.
In diesem Falle würde ich auch lieber selbstbestimmt zwei Stunden Fenster putzen oder bügeln und mir mit dem Ergebnis eine Wohlfühlatmosphäre schaffen als zusätzlich zur normalen Arbeitszeit noch zwei Stunden länger einen übellaunigen Chef im Nacken sitzen zu haben, der einen gängelt.
dass Männer "zu wenig im Haushalt helfen und Frauen daher nicht Vollzeit arbeiten gehen können". I
Natürlich sollte sie das nicht. Entweder hätte die Frau in einem solchen Falle eine viel größere Arbeitsbelastung (Stichwort Doppelbelastung, die wenn Kinder da sind zur Dreifachbelatung wird) oder sie reduziert im Sinne einer gerechten Arbeitsteilung ihren Erwerbsarbeitsanteil. Normalerweise sollte jeder den Dreck, den er macht, auch selber wegmachen.
 
  • #19
Lieber Tom, das ist in der Tat ein Aspekt der deutschen Mentalität, den ich nie verstehen werde. Da geht man teils bis Ende 20 an die Uni, investiert in Bildung und Beruf und dann zerbricht man sich den Kopf um den Haushalt. Egal ob Mann, Frau oder Paar: Wenn man keine Lust auf lästige Alltagsaufgaben hat, kann man sich problemlos eine Putzhilfe suchen. Da würde ich - sollte ich jemals mit einem Mann zusammen ziehen - gar nicht mit mir diskutieren lassen wollen. Jemand der zu geizig ist, solche Dienstleistungen zu nutzen, wäre kein geeigneter Partner für mich. Man will doch die wenige Zeit, die man miteinander hat, nicht mit lästigen Pflichten oder gar Streitereien über selbige verbringen.
Lustigerweise differenziert die Gesellschaft scheinbar noch immer zwischen den Geschlechtern: Männer stehen nicht schlecht da, wenn Muttern oder Frau oder Haushälterin den Haushalt erledigen. Wäscht/kocht/putzt eine Frau nicht selbst, ist sie eine "schlechte Hausfrau" oder egoistisch, oder, oder.... So what...
Es wird noch 1-2 Generationen dauern, bis wahre Gleichberechtigung in den Köpfen angekommen ist.
 
  • #20
Hi Tom,
für mich persönlich ist es einfach normal den Haushalt selbst zu erledigen.
Meine Eltern haben damals auch alles selbst erledigt und ja - mein Vater hat auch mitgeholfen. (Also auch heute noch).

Für meinen Mann war es damals in seiner ersten eigenen Wohnung auch selbstverständlich alles selbst in Ordnung zu halten - selbst wenn eine Putzkraft nicht die Welt kostet, halte ich es dennoch für dekadent eine einzustellen.
Es sei denn du lebst in einer 800qm-Villa - was ich nicht vermute...
Ich bin auch in gewisser Hinsicht stolz auf mich nach dem putzen, es macht mir sogar Spaß um ehrlich zu sein....

Zudem möchte ich nicht, dass jemand anderes meine Unordnung und den "Dreck" wegräumt und all meine persönlichen Dinge anfässt oder sieht. Selbst im Urlaub hinterlasse ich das Zimmer in einem ordentlichen Zustand.

Wenn sich Männer wie du nicht so anstellen würden ein bisschen was im Haushalt zu tun, würde es auch keinen Ärger in der Beziehung geben.
Ich finde sogar dass es die Beziehung stärkt wenn man selbst banale Dinge wie kochen oder Ordnung halten zusammen macht.
Gegenfrage: Warum ist es für manche Männer so schlimm, benutze Dinge einfach wieder an den Platz zu räumen, getragene Wäsche in den Wäschekorb zu werfen oder das Geschirr abzuwaschen?
Man braucht doch echt kein Drama wegen ein paar Handgriffe zu machen, oder?!
 
  • #21
Moin Tom,
Ich denke das es auch hier solche und solche gibt, aber dass weißt du ja selber.
Ich selbst habe auch erst seit etwa 5 Jahren eine Haushaltshilfe.
Jedoch ist sie nicht für alles im Haus zuständig. Sie reinigt meine Böden und wischt Staub, bringt meine Küche wieder in Ordnung wenn ich mal wieder versucht habe die selbst zu säubern nach einer Kochattacke. Meine Wäsche wasche ich selber, bügeln erledigt sie. Witzig, wir ergänzen uns da Super. Ich liebe Wäsche waschen und sie das bügeln. Sie sorgt dafür das es überall lecker sauber ist. Bett beziehe ich selber und meine Wäsche mag ich selbst einsortieren. Ich mag es nicht, wenn mir jemand Ordnung in meien Chaos Kleiderschränken macht :)
Meine letzte Partnerin wollte das auch nicht so gerne das eine Perle hilft am Anfang. Ich habe ihr direkt gesagt, dass ich auf manche Hausarbeiten keine Lust habe und mich damit nicht aufhalten möchte. Sie wollte es unbedingt selber machen obwohl ich ihr sagte, dass ich deshalb jetzt nicht plötzlich damit anfangen wollte, diese Dinge zu machen um ihr zu helfen. Habs natürlich doch ab und an getan, aber ich konnte sie überreden das wir uns für manches eine Hilfe nehmen und dann war es auch gut. Warum viele Frauen das nicht in Anspruch nehmnen wollen obwohl es möglich wäre, verstehe ich auch nicht.
Der Zeitaspekt ist wirklich mehr als berechtigt, je nach Größe.
Würde ich mein Haus alleine sauber halten oder selbst mit einer Partnerin zusammen, ich würde aus dem Putzmodus gar nicht mehr rauskommen bei der Größe.
Meine Perlen kommen abwechselnd zwei Mal die Woche.
Der Freitag ist immer der beste Tag, denn da machen sie mir immer ein super leckeres Frühstück das wir alle Gemeinsam genießen.
um lästige Aufgaben, die ja nicht nur Männer nicht machen wollen, in fremde Hände zu geben?
Ich möchte das nicht missen. Mir hilft das ungemein.
Bin gespannt wie die Damen das hier sehen, warum nicht.

m47
 
  • #22
Hallo Tom,
ich kenne männliche Mitmenschen in meinem Alter (37 J.), die ihre Wäsche immer noch von Mama machen lassen und die es nicht schaffen, ihre Wohnung dauerhaft sauber zu halten. Das ist für mich Faulheit in Kombination mit Verwöhntheit plus mangelnde Erdung/ mangelnde Lebenstüchtigkeit. Einer von diesen Männern überlegt sich jetzt, ob er sich eine Putzfrau engagieren sollte. Das finde ich wiederum lachhaft, weil er es so nie selbst lernt. Und es kommt wiederum seiner Faulheit entgegen: Er pendelt nicht, wohnt 400 m von der Arbeitsstelle entfernt, hat keine Haustiere, keine sonstigen Verantwortlichkeiten (Ehrenämter etc.), keine zeitraubenden Hobbies und keine sonderlich große Wohnung. Da könnte er locker seinen Haushalt alleine schmeißen. Bei gleichaltrigen Männern finde ich es also als ein Zeichen der Prinzenhaftigtkeit, wenn sie nicht selbst putzen. Und es ist ein Zeichen dafür, dass solche Männer Frauen nicht als ebenbürtig sehen. Ich meine, wer bitte hat einen Putzmann engagiert? Meistens sind es Frauen, die für andere Leute putzen.
Lass uns weitere Bögen ziehen: Frauen arbeiten ziemlich viel, arbeiten ziemlich viel unbezahlt, halten die Gesellschaft zusammen, gebären die Männer (jeder Mann wurde einmal von einer Frau geboren!!!), werden für gleiche Arbeit schlechter bezahlt als Männer, haben aber statistisch gesehen die besseren Bildungsabschlüsse, werden von Männern ständig nach ihrem Äußeren bewertet etc.
Männer werden in der Erziehung leider mehr gehätschelt als weiblicher Nachwuchs (Frauen, zieht Euch keine kleinen Prinzen her!!!), Männer kriegen dauernd gesagt, wie toll sie sind, weil sie selbst die konstruktivste Kritik nicht gut ertragen --> sind deshalb oft nicht recht beziehungsfähig und wollen dauernd gesagt bekommen, wie toll sie sind --> sind deshalb auch leicht manipulierbar durch Frauen, Männer legen den Planeten in Schutt und Asche und sind nicht willens, im Kleinen für ein gutes Zusammenleben zu sorgen.
Männer, die ihren Haushalt nicht selbst schmeißen, stehen also in einer Linie mit dem, was ich gerade geschrieben habe. Sind als Prinzen erzogen worden und somit nicht in Krisenzeiten zu gebrauchen. Jede Frau, die es zu Hause erlebt hat, wie der Vater die Mutter runtergemacht hat, aber gleichzeitig null im Haushalt getan hat, wird darauf achten, ob Verehrer ein in Eigenverantwortung sauber gehaltenes, gut organisiertes Zuhause haben.
Ich finde daher Männer, die ihren Haushalt eigenverantwortlich und sauber schmeißen, megasexy. Das sind Männer mit Qualitäten, mit Bodenhaftung, mit Verantwortung, mit einem egalitären Frauenbild.
Tom, Du hast doch das Video auch gesehen, das ich Steffi aus dem anderen Thread empfohlen habe....also, fang einfach mal mit dem Bettenmachen an.
Herzliche Grüße, w. 37 Jahre
 
  • #23
Schon mal dran gedacht dass Frauen genauso wenig Bock auf den ganzen Kram haben aber es halt einfach machen müssen? Es geht darum eben Dinge die man nicht mag halt einfach mal zu machen auch wenn es einem nicht passt.
Wenn ein Mann immer nur den einfachen Weg im Leben geht, ist er für mich nicht als Partner interessant. Oder bekomm ich dann bei Kindern ne Nanny (weil er keinen Bock hat mal Windeln zu wechseln oder sich mit seinen Kids zu befassen) und eine 24 Stunden Pflege, weil er keine Lust hat sich um mich zu kümmern falls ich mal krank sein sollte?
Wenn er keinen Bock auf Haushalt hat, soll er gern ne Putzhilfe bezahlen. Aber wenn der Kram dann ne Woche liegen bleibt, weil halt außerplanmäßig Mehrarbeit anliegt oder die Putzhilfe krank ist, dann werde ich wirklich stinksauer. Abgesehen davon stimmt die Rechnung nicht so ganz. Eine gute Putzhilfe kostet mindestens 15€/Stunde. Eher mehr, wenn man jemanden möchte der Erfahrung hat, gründlich ist, vertrauenswürdig ist und selbständig arbeitet. Und so ein Haushalt ist nicht mal eben in 10 Stunden pro Monat erledigt.
 
  • #24
Das Grundproblem ist doch nicht, dass gewisse Männer die Hausarbeiten lieber verlohnen lassen, statt sie selbst zu tun, sondern sie den Frauen zuschieben und selbst wenig bis nichts machen.

Mein Ex-Mann meinte, wenn er aller 3 Wo für 3 h den Rasen mäht, "sich um die Autos kümmert" - was 2× 3h jährlich Räderwechsel und selten eine kleine Reparatur bedeutete und 1 x in der Woche sämtlichen Müll wegbringt, würde das alle anderen Hausarbeiten von mir (Kochen, Putzen, Wäsche) aufrechnen.

Selber machen können und wollen ist eine Einstellungssache, dass man auch als Mann sich selbst für Wäsche, Sauberkeit und Ordnung verantwortlich sieht. Und ich kenne einige, denen das nicht wichtig ist, denen es egal ist, in Dreck und Unordnung zu leben, wo Frau dann die Wahl hat, ob sie es alles selbst macht, um sich halbwegs wohlzufühlen.

Mein Partner ist sehr ordentlich und packt immer mit an, will sich gar nicht bedienen lassen - das hat mir imponiert und ist ein wesentlicher Grund, dass ich mir ein Zusammenwohnen überhaupt vorstellen kann.

Einen Mann, der für mich nur Mehrarbeit bedeuten würde, brauche ich nicht.

Und Hemden bügeln wäre wohl megateuer, wenn ich das selbst machen würde.

Dummstellen zählt nicht, lieber Tom. Und genau diese Einstellung haben dann auch Männer, die alles der Frau aufbürden, weil sie es ja angeblich nicht können (wollen!)


Bitte klärt mich auf, warum ihr Streit, Ärger und Verdruss auf euch nehmt anstatt 2 Stunden im Monat mehr zu arbeiten und euch dafür 12 Stunden Freizeit zu erkaufen ?

Wenn man von mindestens 10 € Stundenlohn von einer Putzfrau ausgeht, würde dies bedeuten, dass du 60 € pro Stunde netto verdienst. Herzlichen Glückwunsch zu diesem Job. Ich kenne nur wenige mit so einem Einkommen. Und daran liegt es wohl auch, dass die wenigsten Männer und Frauen sich eine Putzfrau für 12 Stunden im Monat leisten /können/wollen.

Und die Putzfrau macht auch die Betten, räumt den Tisch mit ab oder schwingt auch mal außerplanmäßig den Staubsauger oder wischt die Krümel weg? Um solche Kleinigkeiten geht es, die nerven, wenn einer nie mitmacht.

Bei entsprechendem Einkommen hätte ich kein Problem mit einer Putzfrau und einem Gärtner. Mit meiner Zeit wüsste ich immer was besseres anzufangen.
 
  • #25
Ja, für mich ist das ein Stück Lebensqualität, solche Aufgaben gegen Bezahlung erledigen zu lassen.

stimmt dir voll und ganz zu. Putzen wird sowieso überbewertet. Hier bei mir im Schwabenland (wenn ich mich recht entsinne bist du auch von hier) wird dafür ein Tag am Wochende (Fr. oder Sa.) geopfert und nur geputzt. Ich konnte mich damit noch nie identifizieren. Das kann man zwischendurch auch mal unter der Woche erledigen, häppchenweise. Ja und mir ist meine Lebensqualität auch wichtig, mir fallen zig bessere Sachen ein als zu putzen. Es soll aber Menschen geben, die das gerne machen. Bügeln ist mir ein Graus, es kommen mehr Falten rein als vorher da waren.

dass man einen Teil des mehr erwirtschafteten Geldes nicht investiert, um lästige Aufgaben, die ja nicht nur Männer nicht machen wollen, in fremde Hände zu geben?

das hat nicht unbedingt damit zu tun, dass man kein Geld übrig hat und sich das nicht leisten kann. Es ist halt so eine Sache, wenn ich mir jemand fremdes ins Haus hole. Eine Nachbarin hat eine Putzfrau engagiert und steht aber jedes mal neben ihr (womöglich misstrauisch, ob etwas geklaut wird). Wenn ich daneben stehen muss, mache ich es doch lieber selbst.



@Tom26: anstatt mehr zu arbeiten, was wiederum meine Lebensqualität verringert, würde ich lieber in eine kleine Whg ziehen (weniger Fläche, weniger putzen) und meinen Fokus auf die Welt draussen legen...jeder hat da andere Prioritäten. Ich brauche kein teures Auto, keinen Schmuck oder viel Klamotten. Jeder wie er mag. Wenn du dafür mehr arbeitest und dir eine Putzfrau gönnst, was ich voll und ganz verstehen kann, dann mach das. Im Prinzip kann es dir doch egal sein was andere denken. Ich selbst kann mir das durchaus vorstellen, vor allem wenn man ein Haus hat und es nicht alleine schafft. Bei einer Wohnung ist das dann eher überschaubar und da sehe ich keine Notwendigkeit bzw. keinen Mehrwert.
 
  • #26
Aus Frauensicht: Für mich hat mehr mit Freiheit und Lebensqualität zu tun, wenn ich meine Wäsche selber wasche und bügele, als 50 Euro in der Wäscherei auszugeben. Dafür müsste ich einen ganzen Tag arbeiten gehen. Nicht jeder verdient 3000 Euro im Monat. Diesen ganzen Tag kann ich also mit anderen Sachen verwenden und mir schlichtweg Freiheit gönnen, wofür andere morgens aufstehen müssen.

Ansonsten, was findest du erotischer? Ein Mann, der selber alles tun kann oder einer, der Mama zum Hinternpudern braucht? Ich finde Männer nun mal attraktiver, die niemanden brauchen. Ich finde Männer auch attraktiver, die sich nicht vor einer Frau rechtfertigen, was sie tun.

Ich mache vieles selber = weniger Arbeit, weniger Hetze, weniger Stress = mehr Freiheit, mehr Unabhängigkeit. Das ist MIR wichtig.

Aber wer bügelt denn heutzutage noch? Da würde ich selber lieber von Hemden auf Pullover umsteigen und das Problem ist auch gelöst. Zeit vom Bügeln und Geld für Wäscherei gespart.

Meine Freundin hat inzwischen eingesehen, dass ich mich lieber anderweitig beschäftige als mit Staubsaugen, Fenster putzen, Wäsche waschen oder ähnlichen Dingen.
Ich putze die Fenster 2 x im Jahr, Frühjahr und nach dem Sommer (Fliegendreck) einfach weil man sonst in 10 Jahren blinde Fenster hat und das wirklich eklig ist. Staubsaugen tu selber auch viel zu wenig, aber nach 2 Monaten hat man bei langen Haaren regelrechte Staubmäuse in allen Ecken.

Bitte klärt mich auf, warum ihr Streit, Ärger und Verdruss auf euch nehmt anstatt 2 Stunden im Monat mehr zu arbeiten und euch dafür 12 Stunden Freizeit zu erkaufen ?

Mal ehrlich. Such dir ne gescheite Frau. Ich käme nie auf die Idee, einem Mann zu sagen, was er putzen sollte. Im gleichen Zug lasse ich mir aber auch nicht sagen, dass ich zwei Stunden mehr arbeiten solle. Für mich ist das Pussy-Getue von rerwachsenen Menschen. Du kannst es dir leisten. Schön. Man geht deswegen arbeiten, um seine Energie in anderen Dingen deziminieren zu können. Wenn wir alle noch unser Essen jagen müssten, hätten wir zu nichts anderem mehr Zeit. Aber andere (inklusive mir) lieben es noch, ihr "Essen" selber zu jagen. Ihr scheint ein komisches Paar zu sein. Weder wollte ich mit dir noch mit deiner Freundin zusammen sein. Klingt ziemlich ätzend bei euch!
 
  • #27
Erst einmal habe ich gestutzt: was für eine Frage - und noch dazu von Tom. Dann habe ich gelesen.

Ich will jetzt nicht für andere antworten, aber als ich beruflich noch gaaanz am Anfang stand, nicht wirklich gut verdiente, blieb mir gar nichts anderes übrig, als selbst mehrmals in der Woche die Schürze umzubinden. Als ich dann in einer festen Beziehung lebte, musste der jeweilige Partner natürlich ebenfalls Hand anlegen, schließlich war es auch sein Dreck (seine Wäsche, das von ihm mitbenutzte Geschirr ...). Es gab einen festen Plan, der berücksichtigte, wie umfangreich seine/meine außerhäusige Beschäftigung gegenüber der des Anderen war. Wichtig war dabei immer, dass weder ich (noch er) die geleistete Putzarbeit des Anderen kritisierte oder gar nachbesserte. Das verdirbt jede Bereitschaft.

Sobald wir (beide) mehr verdienten, gaben wir die gröbere Hausarbeit (Putzen, Bügeln) gegen Bezahlung ab. Damit halfen wir sogleich jemandem, der diese Einkünfte dringend brauchte, aber auch uns selbst, weil wir mehr Zeit füreinander hatten. Einzige Ausnahme: mein Kind musste sein Zimmer und seine Wäsche immer selbst in Ordnung bringen. Denn ich wollte nicht, dass er davon ausgehen könnte, »andere würden das schon für ihn erledigen«.

So halte ich es bis heute. Lieber würde ich auf einmal mehr Essengehen verzichten, als auf die gewonnene Freizeit. Noch dazu bin ich eine Arbeit los, die mir nie besonders viel Spaß gemacht hat.
 
  • #28
Bevor mein Freund mich hatte, hat er 8 Jahre mit einer Frau zusammen gewohnt. Da gab es auch immer den üblichen Streit und ja, ich kann mir sehr gut vorstellen, was sie störte, denn ich kenne ihn und seine Haltung zu Ordnung und Sauberkeit ja nun auch.
Sie haben es so gelöst, dass er seinen Beitrag fremdvergeben hat und sie hat selbst im Haushalt gearbeitet. Sie haben das genau aufgelistet und beide fanden die Verteilung dann gerecht.

Als die Frau weg war, hat er die Stunden bei seiner Haushaltshilfe aufgestockt. Sie kommt nun 8 Stunden alle zwei Wochen und macht dann selbstständig das, was sie für richtig hält, auch Bett beziehen, bügeln, Gefrierschrank abtauen etc.
Da bin ich froh, denn er würde gar nicht merken, das etwas davon mal wieder nötig ist.
An dem Wochenende, an dem sie nicht da war, ist es schlimm bei ihm. Ich bin aber ziemlich abgehärtet. Ich will nur, dass die Kloschüssel sauber ist und das Bettzeug nicht stinkt und naja, den Küchentisch wische ich schon mal ab, bevor ich da was esse.
Mit Staub und Haaren kann ich leben.
Bei anderen.

Bei mir ist es sehr sauber, da macht mir das alles sehr viel aus, denn da bin ich verantwortlich. Bei ihm nicht.
Ich hatte früher mit großem Garten einen Gärtner, aber sonst mache ich alles selbst.
Gute Frage, warum ich das nicht bezahle.
Erstens will ich nicht, dass jemand in meiner Wohnung ist, wenn ich nicht da bin. Erst recht nicht will ich dabei sein.
Zweitens schäme ich mich für meinen Dreck. Unter gar keinen Umständen will ich, dass jemand mein Klo sauber macht oder meine gebrauchten Schlübber anfasst.
Ums Geld geht es mir nicht, ich teile deine Überlegung mit dem 6:1-Gehalt.

Bei meinem Freund ist das Verhältnis übrigens deutlich schlechter.
Die Putzfrau bekommt einschließlich aller Arbeitgeber-Nebenkosten-Anteile 25 €/ Stunde und er hat ganz sicher keinen Stundensatz von 150 € nach Steuern.
Aber selbst, wenn das Verhältnis 1:1 wäre, würde er es machen, weil er Haushaltsarbeiten nicht gerne macht.

Zu deiner Kernfrage: mir ist es vollkommen schnuppe, wer den Dreck meines Freunds wegmacht, selbst wenn es seine Mutter ist, Hauptsache, ich muss es nicht machen. Ach ja und Hauptsache, die Mutter kommt nicht rein, wenn ich da bin.
Kann es sein, dass das der Punkt ist, der die Frauen stört ?
Wenn Mutter die Wäsche macht, ist es nicht unwahrscheinlich, dass sie auch sonst eine große Rolle in seinem Leben spielt.
Dein Bügeldienst stört die Zweisamkeit hingegen nicht.
Bei meinem Freund kommt zwar nicht die Mutter rein, aber dauernd irgendwelche Schmarotzer ( er nennt sie 'Freunde' ), die was von ihm wollen. Immer wenn ich da bin zwischen einem und drei. Ohne zu klingeln. Die rufen im Hof und schon sind sie in der Wohnung.
Mich stört das sehr, auch wenn es nicht seine Mütter sind.

w 51
 
  • #29
Hi Tom,

das hat doch nichts mit Mann oder Frau zu tun, oder? Statt "Mann" könntest Du "Mensch" einsetzen...

Ich (w) outsource vielerlei Dinge, auf die ich keinen Bock habe, weil mir andere Beschäftigungen lieber und wichtiger sind. Weil ich mir meine Zeit auch sinnvoll einteilen muß und möchte. Wenn ich meine Zeit in eine Aufgabe investiere, die ich liebe und die mir Freude macht, und die mich und mehrere Dutzend Menschen, mit denen ich arbeite, und deren berufliches und auch wirtschaftliches Wohlergehen auch von meiner Kreativität und meiner Power und sinnvollen Zeiteinteilung abhängt, ist das sinnvoller, als wenn ich diese Zeit z.B. in Putzen und Bügeln stecke. Was ich nicht gerne machen und mir meine Zeit raubt. Also lagere ich diese Beschäftigungen aus und bezahle dafür mit Geld, weil es mir mehr bringt und den Personen, die diese Aufgaben übernehmen, ebenfalls etwas bringt.

Mein (verstorbener) Mann hingegen, hat nur für sich selbst gearbeitet, ein gewisses Pensum reichte ihm vollkommen und er "liebte" es, seine Wäsche selbst zu machen und seine Spülmaschine höchstselbst ein und auszuräumen ;-)

Jeder so, wie er mag und wie er es für sich als sinnvoll erachtet, gell...
 
  • #30
Tom,
Ich nehme an, dass Du damit provozieren magst, sonst würdest Du nicht vorab die Moralschublade öffnen und wertend fragen.

Ich habe wenig Probleme damit, wenn jemand Arbeiten, die er nicht tun mag, delegiert. Egal, ob M/W, egal welche Arbeit.
Allerdings nicht selbstverständlich dann an eine*n Partner*in.

Es ist eine Frage des Geldes, der Zeit, der Prioritäten, und welchen Stellenwert für einen selbst eine Tätigkeit hat, wie man diese wertet.
Der eine mag dies tun, der andere anderes.
Deine Frage ist eine Luxusfrage - eine Reinigungskraft möchte hier 15€/h (netto, angemeldet will hier kaum eine), das muss man netto erst mal verdienen. Deine Rechnung 15x12h€ Putzzeit= 750€, in 2h netto = 375€/h verdient, werden nicht viele aufstellen können.

Wer Vollzeit arbeitet, kann nicht so einfach aufstocken.
Für diejenigen, die Teilzeit arbeiten, kann dies eine Abwägung sein, aber nicht in dieser finanziellen Dimension, da ist es eher pari.

Wenn ein M/W jemanden bezahlt - und nicht an Mama delegiert - und zwischendurch Ordnung herrscht, warum nicht?
Mich stört, wenn ein Mann bei mir ist, er alles liegen und stehen lässt, und keinen Handschlag tut. Bett ungemacht zurück lässt, Dusche...
Parallel, wie wohnt der Mann? Hängt die Ordnung an der Putzhilfe - es sieht dementsprechend aus? Sauber, oberflächlich, am 1.Tag und dann ...
Also, delegiert er zwar aber achtet trotzdem darauf, dass sein Wohnumfeld zum Wohlfühlen ist. Mir ist DAS wichtig.

Wie sähe ein Zusammenleben aus?
Es käme für mich auf die allgemeine Arbeitsteilung an, aber dass ein Mann nicht mal nach einem Essen Geschirr abräumt, mag ich nicht tolerieren.

Für mich -Ich bin schneller als eine Putzfrau, gründlicher und ich mag es nicht sonderlich, dass jemand Fremdes bei mir ein - und ausgeht. Ich brauche es tatsächlich, MEIN Reich zu erfühlen, zu pflegen, eine Art Revierinspektion, wo ich schaue, ist noch alles in Ordnung, oder sind Reparaturen oder eine Sonderpflege notwendig.
Ich empfinde diese Arbeit mit ca. 3-4h / Woche nicht als sonderlich viel, sie stört mich nicht. Es gibt Dinge, die macht man gerne. Andere macht man, weil sie zum Alltag gehören und bei manchen schätzt man das Ergebnis.
Ich mag nicht einkaufen, aber lecker kochen und essen :). Und Rechnungen mag ich gar nicht zahlen ...tue es trotzdem ohne Lamentieren

Ich denke, auch bei diesem Thema hat jeder seine Meinung, legitim, und jedes Paar wird seinen Modus finden müssen, gemeinsam, in Absprache, nach Möglichkeiten und Neigungen. Patentlösungen gibt es nicht.
Der Krach ist dann vorprogrammiert, wenn jeder erwartet, voraussetzt, und man nie darüber redet. Vorher.
Jenseits von Rollenklischees.

Ich habe mit meinen Partnern immer einen Konsens gefunden.
Genauso wie ich mir beim Kennenlernen anschaue, wie ER seinen Alltag organisiert, und weiß, dass dann manches nicht passt.

@Tom26, Ihr lebt LAT, da ist es noch ein Unterschied.

W,49
 
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