• #1

Warum sprechen junge Leute immer weniger über Sexualität?

Martina Strilic, eine österreichische Sexualforschein findet in einer Studie mit 218 Teilnehmern heraus, dass es Jugendlichen immer schwerer fällt öffentlich über Ihre Sexualität zu sprechen. Demnach ist für sechs von 10 männlichen Jugendlichen das Thema Sex Tabu. Frauen erleben Sexualität eher negativ. Das meiste Wissen wird über das leicht zugängliche Internet, Fernsehen oder Zeitschriften bezogen. Worauf begründet sich dieser Trend? Was meinen Sie?
 
G

Gast

  • #2
Hmmm, also ich habe es sowohl vor Jahrzehnten als auch heute so erlebt, das Sex etwas ist das man einfach macht aber nicht gross darüber redet (es sei denn mit dem Sexpartner).

Gründen könnten sein, dass man sich nicht die Blösse geben will (bspw. weil man evtl. in höherem Alter noch Jungfrau ist und sich damit ausgegrenzt fühlt oder weil man das sexuelle Leben als nicht angenehm empfindet). Um genau solche Situationen zu vermeiden redet man einfach nicht darüber.

In den Medien wird auf jeden Fall das Thema "Sex" mehr thematisiert als in zwischenmenschlichen Gesprächen bspw. unter Freunden.
 
G

Gast

  • #3
Sexualität in Form konsumierbarer Masse ist allgegenwärtig und überpräsentiert. Nach wirklicher, echter Sexualität, im besten Falle noch verbunden mit Gefühlen oder Liebe, muß lange gesucht werden. Es verwundert nicht, daß junge Frauen Sexualität negativ erleben, schließlich lassen sie sich bei der Partnerwahl meist von irrelevanten Statussymbolen leiten, nicht von Liebe oder Zuneigung. Erschwerend für beide Geschlechter kommt hinzu, daß Druck ausgeübt wird, in immer absurderen jüngeren Jahren Sex zu haben, gepaart mit einem sehr diskutablen Körperbild, das durch pornographisches Material geprägt wird.
 
G

Gast

  • #4
In meiner Jugend wurde das Thema auch nicht besprochen - da sorgten Bravo und Co für "Aufklärung".

Außerdem denke ich, ist es den Jugendlichen zuviel - überall im Fernsehen, im web, in Heftchen wird über Sexualität gesprochen, wie toll, wie wichtig, wie in du bist, wenn.... Endlich sind Teenager auch mal zugegebenermaßen mal keine Erwachsene, sondern wirklich auch noch in Teilen Kind und können / wollen mit dieser Flut an Informationen (noch) nichts anfangen.

w/43
 
G

Gast

  • #5
Warum sollte man auch ÖFFENTLICH über seine Sexualität sprechen??
Muss den immer alles breitgetreten werden? Bei diesem Gedanken dreht sich mir der Magen um. Da verweigere ich mich (obwohl nicht mehr jugendlich) ebenso.

Das ist etwas, was als Gesprächsthema zwischen zwei Menschen gehört, die Sex miteinander haben!
 
G

Gast

  • #6
Hm, also ich als Mann kenne es eigentlich anders. Da wird eigentlich nach nen paar Minuten nur über Sexualität gesprochen, zumindest im Nachtleben. Vielleicht hab ich auch einfach den falschen Bekanntenkreis?
M 26
 
G

Gast

  • #7
Warum sollte man (außer mit dem Partner oder mit ganz engen Freunden) über Sex reden?!
Aus meiner Sicht wollen die meisten, die öffentlich darüber sprechen, nur angeben bzw. Neid erzeugen.
Wer braucht das schon?!
 
  • #8
Im Gegensatz zu manchen Vorrednern finde ich es sehr wichtig, dass Jugendliche über Sexualität sprechen. Wenn der Bezug zur Sexualität hauptsächlich über Medien gegeben ist, bleiben eigene Emotionen, Unsicherheiten und Fragestellungen aussen vor.

Problematisch finde ich, dass viele Jugendliche im Internet Zugriff auf Pornos haben. Mädchen wie Jungs schauen sich diese an. Das Problem: Pornografische Filme zeigen nicht die Realität. Denken Jungs und Mädchen dann, dass Sex so geht? Kein Küssen, kein Schmusen, rein mechanisches und stylisches Bewegen?

Manche Mädchen sehen heutzutage mit 12/13 wie 17 aus. Doch was ist mit der seelischen Reife? Gespräch mit Studierenden zeigen mir, dass Schutz vor Geschlechtskrankheiten gar kein Thema ist. Man macht es ohne Gummi. Aus meiner Sicht wird das Thema Sexualität in den Medien zu stark aufgegriffen. Der Diskurs hängt in der Gesellschaft und vor allem bei Jugendlichen hinterher. Sexualität ist zu einer Art: Lifestyle geworden. Doch wer diskutiert mit den Jugendlichen die Ängste?

Aus meiner Sicht hat unsere Gesellschaft da eine Aufgabe. Selbstverständlich ist Sex etwas Privates/Intimes, Themen wir Verhütung, sexuelle Darstellung in den Medien, etc. sollten meiner Meinung nach unter Jugendlichen diskutiert werden.
 
M

Mooseba

  • #9
Es liegt daran, weil Sexualität allpräsent ist. Wer zu nicht früh genug dabei ist, schämt sich. Und wieso soll jemand, der beim anderen Geschlecht kaum ankommt, offen über Sexualität reden? Als ob es selbstverständlich ist, ab einem bestimmten Alter seine ersten Erfahrungen zu machen - wie das Laufen-lernen. Es geht scheinbar immer nur um den Durchschnittsmenschen bei Studien, die sich vor allem auf Statistik stützen.
 
  • #10
Das ist doch nichts Neues. Das fällt allen Jugendlichen schwer und ist ihnen peinlich.
 
  • #11
es wird viel übers "Ficken" geredet und wenig über "Sex".. noch schlimmer finde ich manchmal im Gespräch mit um die 20 Jährigen das grade die Mädels so nun gar keine Ahnung haben.. a.) das man darüber sprechen kann ohne es haben zu müssen. und b.) das man darüber überhaupt frei sprechen kann..
dazu kommen sehr wundersame "Vorstellungen" über den "Wunschpartner" die teilweise gar nicht aus dem Kopf des Mädels selbst kommen sondern einfach von aussen übernommen werden.. ebenso wie das eigene Aussehen und Outfit. Die ganzen "MainstreamKinder" die mit 16-22 Die Discotheken bevölkern sind eigentlich gar nicht sie selbst sondern "irgendjemand" mit "irgendjemandens Vorlieben".
 
G

Gast

  • #12
Warum um alles in der Welt sollten Jugendliche öffentlich über Sexualität reden? Viel wichtiger wäre doch, daß das öffentlich wahrnehmbare Bild durch Gespräche im vertrauten Kreis (Eltern, Schule) wieder gerade gerückt wird.
 
G

Gast

  • #13
Da muss ich der guten Frau Strilic widersprechen. Ich weiß es nicht, worauf es sich ihre Studie bezogen hat, aber für die Jugendlichen in der Pubertät ist das Thema „Sex“ an einer wichtigen Stelle. Die Jugendlichen bedienen sich des Öfteren der verschiedenen Medien, um mehr über „Sexual Praktiken“ herauszufinden. Das so gewonnene Wissen wird meistens in der Pause ausdiskutiert und manchmal werden kleine Ausschnitte mittels Handys vorgeführt bzw. ausgetauscht. Das Erschreckende dabei, finde ich, ist, dass die Jugendlichen nicht immer den Unterschied zwischen ihrer „Sexualität“ und dem mechanischen Vorgang des Geschlechtsverkehrs machen. Es besteht die Gefahr, dass die „wahre Liebe“ mit „Sex“ verwechselt wird. So ist das nicht verwunderlich, dass ein kleiner Teil der jungen Frauen schon im Alter von 13 Jahren ihre ersten Erfahrungen sammeln. Dabei erfahren sie nicht die „körperliche Liebe“, sondern nur den mechanischen Vorgang. Und es ist auch nicht verwunderlich, dass sie deswegen nur sehr unbefriedigende Erfahrungen gesammelt haben.
Worauf bezog sich die Studie. Wenn es um Gefühle, sprich „körperliche Liebe“, geht, so entspricht die Studie der Realität.
Um was für eine Öffentlichkeit handelt es sich dabei. Wenn es sich um den Austausch zwischen Erwachsenen und Jugendlichen handelt, so entspricht die Studie ebenfalls der Realität. Aber dem entsprach sie schon immer!
w/45
 
G

Gast

  • #14
These:
We´re oversexed and underfucked. Ist leider nicht von mir, könnte aber von mir sein. :)

Dass aber 60% der Jugendlichen offen über Sexualität reden können und 40% nicht, halte ich für normal bis gut. Zu meiner Jugendzeit (80er Jahre) haben wir nur Bravo-Dr. Sommer gelesen und manchmal Playboy und haben gewiss nicht offen über unsere Sexualität gesprochen.

Ich find´s in Ordnung so. Kein Grund zur Besorgnis.

m
 
G

Gast

  • #15
Der amerikanische Trend zur Prüderie setzt sich auch bei uns durch. Natürlichkeit ist tabu. Ich bin ein Kind der sechziger Jahre. Über Sexualität wurde locker gesprochen. Heute ist das anders. Meine Kinder sind kleine Spießer. Nicht durch mich so erzogen, sondern durch die Umwelt. Meine Tochter hat jetzt Brustansatz, der muss verdeckt werden . Mit einem BH. Ich dachte na gut, gehen wir los und versuchen einen kleinen BH zu finden (ich hatte wenig Hoffnung). Doch siehe da, die Auswahl in Kleinstgrößen ist beachtlich. Als ich in dem Alter war, gab es nichts vergleichbares und war auch nicht nötig. Was soll denn da hängen. Auch in anderen Bereichen ist die Prüderie zu bemerken. Meine Söhne schon über 20 Jahre alt, geben sich locker im Umgang, aber das Thema Sex interessiert nicht im Gepräch (mit mir). Als ich ihnen etwas über Verhütung erzählen wollte, haben sie abgewunken und meinten schon alles zu wissen. Na ja, ich hoffe mal.

Die Jugendlichen laufen bestimmten Trends hinterher und vergessen sich selber dabei. Wenn ich dazu etwas anmerke, werde ich als ahnungslos und aus einer anderen Zeit betitelt. Die Jugendlichen unterwerfen sich sehr viel stärker öffentlichen Normen und sehen sich selbst nicht mehr. Dieses Verhalten ist wie ein Rückschritt, in die gute alte Zeit, unserer Urgroßeltern. Für mich ist das sehr befremdlich und auch schade. Für die Jugendlichen ist es einfacher, da sie sich keine Gedanken über sich selber machen müssen. Die Gleichmacherrei greift inzwischen in alle Bereiche, auch in die Intimsten. Das ist sehr bedauerlich.
 
G

Gast

  • #16
Die österrreichische Forscherin fand heraus, dass es Jugendlichen immer schwerer fällt, über Sexualität zu sprechen.
Die Überschrift fragt, warum Jugendliche immer weniger über Sexualität sprechen.
Das ist die erste Vereinfachung!
Es ist eben auch schwierig und anstrengend, ein Problem zu bearbeiten oder zu lösen. Zudem heute, wo zunehmend die schnelle Ideallösung gefragt ist und Fehler nicht toleriert werden. Wer nichts sagt, macht nichts falsch.