• #1

Warum starke Nervosität und Angstzustände nach 5 Wochen der Trennung?

Hallo zusammen

Ich habe mich die letzten Wochen intensiv mit mir auseinandergesetzt. Ich unternehme viel, gönne mir viel Freizeit, bin mit Freundinnen und Freunden unterwegs, mache Sport, bin auch viel am Lachen und allem. Die Trennung tut noch wahnsinnig weh, vor allem weil er nichts von sich hören lässt und ich ihm total egal zu sein scheine.
Es tut mir so wahnsinnig weh, dass die 2 Jahre einfach aus und vorbei sein sollen.
Was mich aber so wahnsinnig verrückt macht, sind diese plötzlich und täglich vorkommenden Angstzustände. Mein Puls geht dann hoch, ich bin zwar "anwesend", aber nur mein Körper, nicht mein Kopf. So eine krasse Leere...
Ich fange dann plötzlich zu zittern, werde unheimlich nervös wie früher in Prüfungssituationen und ich will einfach nur weg, alleine sein und weinen.
In letzter Zeit passiert dies mehrfach auf der Arbeit. Da gehe ich dann meistens schnell in die Toilette, höre etwas Musik, atme tief durch und dann geht's meist nach ein paar Minuten wieder.

Kennt das jemand von euch auch?

Ich weiss, ich habe noch nicht abgeschlossen mit ihm, und er fehlt mir so unheimlich. Manchmal denke ich, es ist alles nur ein Traum und wir werden wieder glücklich zusammen...

Danke für Eure Tipps.

Liebe Grüsse
Anne
 
  • #2
Zuerst einmal: fühl´Dich virtuell umarmt. Eine Trennung ist wie ein kleiner Tod. So habe ich es immer empfunden und ich denke es geht Dir ähnlich.
Deine Seele meldet sich. Du tust viel für Dich. Gehst aus, triffst Dich etc. und dann kommt er doch, der Angsthammer. Denn die Leere die Du fühlst, wird durch die Aktivitäten nicht aufgefüllt. Nur verschoben auf einen anderen Zeitpunkt.
Ich kann Dir nur empfehlen Dir professionelle Hilfe zu holen. Schau´nach , was es in Deiner Stadt alles gibt und was Dich anspricht. Deine Seele, Dein verletztes Inneres will gesehen werden. Gib´Dir und ihm die Möglichkeit sichtbar zu werden. Es braucht Zeit um eine Trennung wirklich zu verarbeiten. Alles Gute für Dich!
 
  • #3
Das geht vorbei, wenn du zur Ruhe kommst.
Dein Körper zeigt dir gerade, dass du eine Grenze überschreitest, wenn du jetzt nicht runterfährst wird das schlimmer. Suche dir Zeit für Dich und lasse die Trauer zu. Auch diese Angstzustände solltest du eher zulassen, annehmen und nicht unterdrücken. Du wirst merken, dass diese weniger werden und verschwinden.

Der Schlüssel liegt, darin dass du nicht losläßt. Aber das weißt du selber :)
 
  • #4
Die Trennung tut noch wahnsinnig weh, vor allem weil er nichts von sich hören lässt und ich ihm total egal zu sein scheine.

Wenn er sich jetzt bei Dir melden würde, dann würde die Trennung für Dich viel schwieriger sein. Ein klarer Schlussstrich ist gegenüber dem Partner fairer als jede Art, die irgendwie als umkehrbar missdeutet werden kann.

Es tut vielleicht jetzt weh, aber das geht auch wieder vorbei. Alles was man im Leben bekommt, muss man irgendwann auch wieder loslassen.

Panikattacken... Damit würde ich zum Arzt gehen.

Ich war mal in Psychotherapie im Krankenhaus und mein Bettnachbar war da auch nach Trennung und nachfolgender Arbeitsunfähigkeit aufgrund ähnlicher Symptome. Da spielte aber auch die "Zurücksetzung und Kränkung im Job" eine große Rolle, die sich in der Trennung nochmal manifestiert hatte, sodass er richtig lange arbeitsunfähig wurde.

Wir sind während der Therapie am Wochenende mal zufällig an seiner Arbeitsstelle vorbei gefahren und da konnte man an dem quietschenden Anschnallgurt hören und beim Blick auch sehen, wie der sich völlig verspannt hat allein als wir in die Nähe gekommen sind.

Wenn die Panikattacken v.a. während der Arbeit auftauchen, würde ich mal schauen, in welcher Form Du da verletzt und zurückgesetzt wurdest und in wie weit da eine Übertragung auf die Situation mit der Trennung stattfindet.

Besonders gut hört sich das ja nicht an, wenn Du da von Nachtschichten und Überstunden und dergleichen in dem anderen Thread schreibst.

Mein Bekannter ist in der Therapie vollständig genesen. Nur falls das von Interesse ist.
 
  • #5
Hallo zusammen

Ich habe mich die letzten Wochen intensiv mit mir auseinandergesetzt. Ich unternehme viel, gönne mir viel Freizeit, bin mit Freundinnen und Freunden unterwegs, mache Sport, bin auch viel am Lachen und allem. Die Trennung tut noch wahnsinnig weh, vor allem weil er nichts von sich hören lässt und ich ihm total egal zu sein scheine.
Es tut mir so wahnsinnig weh, dass die 2 Jahre einfach aus und vorbei sein sollen.
Was mich aber so wahnsinnig verrückt macht, sind diese plötzlich und täglich vorkommenden Angstzustände. Mein Puls geht dann hoch, ich bin zwar "anwesend", aber nur mein Körper, nicht mein Kopf. So eine krasse Leere...
Ich fange dann plötzlich zu zittern, werde unheimlich nervös wie früher in Prüfungssituationen und ich will einfach nur weg, alleine sein und weinen.
In letzter Zeit passiert dies mehrfach auf der Arbeit. Da gehe ich dann meistens schnell in die Toilette, höre etwas Musik, atme tief durch und dann geht's meist nach ein paar Minuten wieder.

Kennt das jemand von euch auch?

Ich weiss, ich habe noch nicht abgeschlossen mit ihm, und er fehlt mir so unheimlich. Manchmal denke ich, es ist alles nur ein Traum und wir werden wieder glücklich zusammen...

Danke für Eure Tipps.

Liebe Grüsse
Anne
Du hast doch in einem anderen Post geschrieben, Du hättest beruflich einen Ausnahmezustand. Wahrscheinlich ist es nicht nur die Trennung, sondern Du stehst kurz vor einem Burnout oder bist sogar schon mitten drin. Die Trennung hat Dir nur noch den Rest gegeben, weil Du damit den letzten festen Halt verloren hast. Ich rate Dir, Dich zu einem Therapeuten zu begeben und Dir helfen zu lassen. Möglicherweise musst Du Dich sogar mal krankschreiben lassen, damit Du wieder zu Dir kommst. Rede auch mit Deinem Arbeitgeber offen über Deine Situation.

Was Du mit Deinem Freund erlebt hast, war sicher auch sehr belastend, weil er offenbar Dir gegenüber völlig empathielos war. Natürlich hast Du Stress gemacht, aber er hat auch nicht im geringsten erkannt, was los ist. Und damit ganz ehrlich - war er auch wirklich ein ungeeigneter Partner. Suche Dir Ruhe und Trost!
 
  • #6
Jap. Kenn ich.

Es geht vorbei. Wie lange es dauert die ganzen Gefühle zu fühlen, das noch Verliebtsein, Hoffen, die Trauer, die Wut..das ist verschieden. Das Gute ist es HÖRT AUF. Irgendwann ist es gut.

Dieses Leben ist oft ungerecht und unfair. Das hat nichts mit Dir zu tun. Wir erleben das alle.

Und lass Dir bloß nicht einreden von irgendwelchen sogenannten "Spirituellen", daß Du an Deinem EGO zu arbeiten hättest.

Du bist richtig so wie Du bist. Du musst nicht an Dir arbeiten. Du bist auch nichts "schuld". Es ist einfach so, daß da eine große Liebe zuende ging - und das tut weh. Das ist normal.

Liebe Grüße
 
  • #7
Eine Trennung ist ein emotionaler Schlaganfall schreibt Doris Wolf, eine bekannte Psychologin.

Verlassenwerden triggert unsere archaischen Überlebensprogramme. Und Verlassensein war früher sogar lebensgefährlich, also ein alamierender Zustand. Auch bei uns modernen Menschen sind diese urzeitlichen Programme noch vorhanden und manchmal eher lästig als dienlich.

Hinzu könnte kommen, dass Du selbst vielleicht unbewusste Traumen mit Dir rumschleppst, die wieder getriggert werden. Bei mir war es, als mein Vater immer die Familie verlassen wollte als ich ganz klein war. Nach solchen Erlebnissen ist ein künftiges Verlassenwerden umso schlimmer. Es ist bereits ein Thema geworden und wird bei künftigen Verlusten umso schlimmer erlebt.

Nun hast Du einige Fragen, die Du Dir beantworten solltest. Viel Glück. Aber ganz davon abgesehen, ein wunderbares Buch von Doris Wolf möchte ich Dir ans Herz legen: "Wenn der Partner geht"
 
  • #8
Ich würde auch ein deiner Stelle jemand Professionelles suchen, der dir zuhört. So eine Trennung kann alte Verlustängste befeuern, oder dir das Gefühl geben, du seiest nichts wert.
 
  • #9
Liebe AnneMonica,

Ich finde es toll, dass Du versuchst mehr an dich zu denken und etwas unternimmst. Vielleicht ist es übereilt? Denn man kann dem Schmerz nicht entkommen indem man sich ablenkt. So schlimm es auch ist, Du musst dich dem Schmerz stellen. Wirklich bewusst wahrnehmen, dass er weg ist und er dir fehlt. Dass das sehr schmerzt und weinen und trauern. Nach meinem ersten Freund (7 Jahre) wollte ich mich voll auf die Karriere konzentrieren, an mich denken und Spaß haben. Hat nicht geklappt. Erst als ich den Schmerz zugelassen habe, hat die Verarbeitung angefangen und es ging wieder bergauf.
Es ist sicher besser wenn ihr euch nicht mehr seht. Du hast noch die Hoffnung, dass er zurückkommt. Diese Hoffnung täuscht dich nur, dass es gut wäre ihn wieder zu sehen.
Du schaffst das! Es braucht nur etwas Zeit. Fühl Dich gedrückt!
Liebe Grüße
 
  • #10
Angstzustände und Nervosität nach einer Trennung sind ein Symptom von Angst vor etwas was jetzt durch die Trennung zum Vorschein kommt.

Oft kann man Beziehungen ganz gut benutzen um irgendein Problemfeld zu verdrängen, und wenn man dann alleine ist fehlt die Fluchtmöglichkeit (zB kann man nicht mehr ständig mit dem Partner streiten oder dauernd darüber nachdenken warum er dies und jenes tut oder Beziehungsprobleme wälzen.)

In dieser plötzlichen "Leere" tauchen dann andere Dinge auf, bzw drängen sich erstmal als ungutes Gefühl auf . Wenn das so ist war das vermutlich auch der Grund für das Scheitern der Beziehung, Beziehungen funktionieren nämlich nicht wenn man sie braucht um vor sich selbst zu flüchten.

Finde heraus was es ist wovor du Angst hast. Wenn du bereit bist das zuzulassen und die Dinge die dir nicht gefallen zu akzeptieren und nicht mehr gegen die Realität ankämpfst, geht auch die Nervosität weg, und du findest innere Ruhe. Manches im Leben ist einfach oft nicht so toll wie man es gerne hätte.
 
  • #11
AnneMonica,

@sonrix gibt da einen ganz guten Hinweis.

Du hast gerade ein sehr großes Paket liegen.
Der Job, der Dich wohl schon eine Zeit mehr als fordert
Die Trennung.

Panikattacken sind Überlastungsreaktionen der Psyche, wenn sie massiv auftreten, solltest Du auf dieses Warnzeichen hören.

Die eine Seite - Kontakte pflegen, ausgehen, ist gut.
Das andere, Du brauchst Deine Ruhe-/ Erholungszeiten und vor allem solltest Du prüfen, in wie weit Du auch die Berufliche Situation entlasten kannst.
Eigentlich klingt es, als ob Du schon vorher weit über dem Limit warst, mit Deinem Leistungs- und Anforderungspensum - deswegen auch die Reaktionen auf das Verhalten Deines Ex und die Streitigkeiten, die Gereiztheit, Müdigkeit, Erschöpfung.
Und jetzt die Trennung als Packung oben drauf.

Panikattacken sind händelbar, es gibt einiges an Techniken, kann man googlen, und sie werden weniger, verschwinden, wenn man die Ursachen findet.
Unbehandelt können sie so massiv und häufig werden, dass eine Teilnahme an einem normalen Leben kaum mehr möglich ist. Sie steigern sich, in Intensität und Auslöser.

Du solltest das ernst nehmen, und Dir therapeutische Unterstützung suchen - frag Deinen Hausarzt, ob er jemanden weiß,
 
  • #12
Da schon therapeutische Hilfe angeraten wird...vielleicht schau mal nach "Wingwave" - es funktioniert schnell, denn ist ist keine "Redekur" oder Verhaltenstherapie, sondern ist körperbasiert und unterstützt das Gehirn (Amaygdala / Hippocampus) beim Prozessieren von Erlebtem.

Die Sitzungen sind preiswert und es gibt jede Menge Therapeuten.

Viel Glück & auf die nächste große Liebe.

Bussi : )
 
  • #13
Nach meiner letzten Trennung war ich erstmal völlig erleichtert und ein paar Wochen später hat es mich dann trotzdem erwischt.
Egal wie energieraubend die Beziehung war und gleichzeitig meine extremste Zeit im Job...durch den Liebeskummer und Trennungsschmerz musste ich trotzdem durch.
Und ich musste es zulassen....ich war eben traurig egal wie sehr der Verstand meinte ich solle froh sein.
Ich musste dadurch, Trauer Wut...Und das brauchte seinen Raum.
Viel zu unternehmen ist wichtig und gut aber auch das Traurig sein brauchte seine Zeit.
In dem Moment wo ich das zu und rauslies waren die Panikmomente vorbei.
Ich habe mir mal theatralische Abende gegönnt...Filme Musik Eis Kleenex Alkohol rauchen heulen und Briefe schreiben...
Am nächsten Tag aufgeräumt, Aspirin und Briefe wegwerfen.
Das muss nicht dein Weg sein, Du musst selbst feststellen was dich befreit.
Die einen schwören auf Yoga zur Entspannung und Chilloutmusik....
Macht mich wahnsinnig, ich muss im Job immer für Ausgleich sorgen, so brauchte ich Kickboxen und miss etherige.
Lass es raus und finde ggf mit Hilfe deinen Weg.
 
  • #14
Hallo Anne
ich habe die gleichen Anzeichen nach einer Trennung.. Ich weis wie es dir jetzt geht.. Mir passiert das auch jedes mal... Ich werde eine Therapie beginnen da diese Zustände auch ein Zeichen von "Nicht los lassen" sind.Die Ursachen liegen bereits in der Kindheit.
Ich rate dir auch einen Fachmann (Frau) aufzusuchen.. Ganz liebe Grüsse
 
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