• #31
Vielen Dank für eure zahlreichen Antworten, Erklärungen und Anregungen.

Je mehr ich darüber und eure Antworten nachdenke, umso mehr glaube ich, dass ich die Freundschaft mit ihm vermisse, das was ich als WG bezeichnet habe.
Er ist ja sonst ein netter, großzügiger Mensch, wir hatten viele gemeinsame Interessen und er war ja nicht gewalttätig. Und ich glaube für ihn war und ist, die Nähe nichts so wichtig. Weil er es von zu Hause auch nicht wirklich kannte.

Ich freu mich auch immer ihn zu sehen oder zu sprechen, aber mehr wie einen guten Freund, ich könnte mir jetzt nicht vorstellen ihn innig zu küssen oder mehr, wie bei meinem aktuellen Freund.

Mmh weiß nicht ob das für Außenstehende verständlich ist.
 
  • #32
Ich freu mich auch immer ihn zu sehen oder zu sprechen, aber mehr wie einen guten Freund, ich könnte mir jetzt nicht vorstellen ihn innig zu küssen oder mehr, wie bei meinem aktuellen Freund.

Liebe FS, ich kann ungefähr nachfühlen, wie es dir geht. Ich habe ähnliches erlebt und bin erst nach 30 Jahren Beziehung gegangen. Es war lange überfällig und danach ging es mir auch schlagartig besser.

Trotzdem habe ich manchmal Anfälle von Melancholie, wenn ich unsere Familienbilder sehe, an Weihnachts- und Geburtstagsfeiern denke. Obwohl immer ich diejenige war, die die ganze Arbeit mit Vorbereitungen usw. hatte.
Ich gestatte mir diese Traurigkeit. Wie @void und @nureinmann schreiben, es ist bestimmt einerseits Trauer darüber, dass ich so vieles nicht hatte, andererseits aber auch über den Verlust dessen, was wir hatten. Und warum sollte ich darüber nicht traurig sein? Diese Zeit wird immer ein Teil meines Lebens sein und alles, was gut oder schlecht war, beeinflusst mein jetziges Leben in irgendeiner Weise.

Und auch ich habe jetzt einen Mann an meiner Seite, der die ganzen Dinge, die ich so schmerzlich vermisst habe, einfach von sich aus tut und für ganz normal hält. Und oft sehr betroffen reagiert, wenn ich ihm sage, wie sehr ich das schätze und warum.
 
  • #33
Und warum sollte ich darüber nicht traurig sein?
Dazu mal ne Frage. Dein neuer Partner macht das ja nun alles besser als der Exmann. Kriegt er mit, wenn Du darum trauerst, was schön war damals?

Als neue Partnerin hätte ich damit, glaube ich, ein Problem, weil ich meiner Exbeziehung nicht hinterhertrauere. Ich mag auch meinen Ex noch, habe aber keinen Kontakt und will keine Beziehung mehr mit ihm. Fotos sind für mich wie Bilder mit anderen Leuten auch - einfach Erinnerungen an vergangene Zeit ohne Wehmut.
Für mich ist Trauer ein Zeichen, dass man noch nicht "durch" ist mit der Beziehung. Aber vielleicht meinst Du es anders?
 
  • #34
Dazu mal ne Frage. Dein neuer Partner macht das ja nun alles besser als der Exmann. Kriegt er mit, wenn Du darum trauerst, was schön war damals?

Ja, ich rede manchmal mit ihm darüber.
Bisher habe ich nicht den Eindruck, dass er ein Problem damit hat. Im Gegenteil, eher tröstet er mich noch. Immerhin bestand diese erste Beziehung fast mein ganzes bisheriges Erwachsenenleben. Er findet es im Grunde normal, dass sie - so schlecht sie stellenweise war - noch eine ganze Weile Raum in meinem Denken einnimmt. Nicht nur zum "Trauern", auch zum Anschauen, was war, was will ich nicht mehr, wie hätte mein Leben / eine Beziehung für mich eigentlich aussehen sollen?

Ja, ich denke, ich verarbeite manchmal immer noch, auch wenn ich mit der Beziehung eigentlich schon innerhalb der Beziehung abgeschlossen hatte.
Es ist eben kein linearer Prozess, der irgendwann vorbei ist, sondern ein immer mal wieder Aufflackern von Gedanken, Gefühlen.
 
  • #35
Liebe FS, ich kann ungefähr nachfühlen, wie es dir geht. Ich habe ähnliches erlebt und bin erst nach 30 Jahren Beziehung gegangen. Es war lange überfällig und danach ging es mir auch schlagartig besser.

Trotzdem habe ich manchmal Anfälle von Melancholie, wenn ich unsere Familienbilder sehe, an Weihnachts- und Geburtstagsfeiern denke. Obwohl immer ich diejenige war, die die ganze Arbeit mit Vorbereitungen usw. hatte.
Ich gestatte mir diese Traurigkeit. Wie @void und @nureinmann schreiben, es ist bestimmt einerseits Trauer darüber, dass ich so vieles nicht hatte, andererseits aber auch über den Verlust dessen, was wir hatten. Und warum sollte ich darüber nicht traurig sein? Diese Zeit wird immer ein Teil meines Lebens sein und alles, was gut oder schlecht war, beeinflusst mein jetziges Leben in irgendeiner Weise.

Und auch ich habe jetzt einen Mann an meiner Seite, der die ganzen Dinge, die ich so schmerzlich vermisst habe, einfach von sich aus tut und für ganz normal hält. Und oft sehr betroffen reagiert, wenn ich ihm sage, wie sehr ich das schätze und warum.

Danke für deine Antwort. Es tut gut zu lesen, dass es anderen genauso geht und sie ähnlich verwirrend fühlen.

Mein Freund sagt auch, wenn ich ihn darauf anspreche und sage, wie schön es ist in den Arm genommen zu werden, das sollte doch normal sein.
 
  • #36
Bitte keine Moralpredigt wegen dem Fremdgehen
Hier kommt meine Moralpredigt trotz Deiner Bitte:

Weshalb hast Du es nötig, zwanghaft in einer Beziehung zu verharren, die Dich weder erfüllt, noch glücklich macht, noch befriedigt?

Es ist heute nicht anders bei Dir als damals! Neues Jahr: Arbeite doch mal DARAN! Was läuft BEI DIR emotional und selbstbewusstseins-mäßig falsch?

Fremdgehen ist ein Nogo! Mies, falsch und verlogen!
 
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