• #31
Ich denke nicht, dass er sich absichtlich verstellt. Als Single ist man einfach viel mehr unterwegs. Warum alleine zu Hause rumhocken, wenn doch sowieso keiner da ist?
Mit Partner ist das anders. Zum einen ist jemand zu Hause, der sich auf mich freut, zum anderen ist die gemeinsame Zeit knapp, sodass ich sie nicht jeden Abend mit Bekannten aus meiner Single-Zeit verbringen muss.
Alleine im Urlaub war ich schon häufiger, aber ich kann nachvollziehen, wenn andere dies nicht wollen. Wenn man nicht gerade den Hotelurlaub mit AI bucht, ist die Organisation beim Alleinreisen viel komplizierter. Man muss alles selbst regeln, ist bei Gruppenaktivitäten wie Führungen, Ausflügen usw. immer der Sonderling und hat niemanden, der einen bei Problemen unterstützt. Außerdem gibt es niemanden, mit dem man die Erfahrungen teilen kann. In manchen Situationen während dieser Urlaube hätte ich gerne jemanden dabei gehabt.

Ich würde daher deine Kriterien bei der Partnerwahl anders setzen und nochmal überdenken.

W32
 
  • #32
Abhängig + Stubenhocker = intolerabel. Soso. Wer ist nicht abhängig von anderen Menschen, wer kann und will sein Leben völlig frei von Beziehungen leben? Ich nicht. Wer sitzt nicht zuweilen gern in seiner Stube? Ich schon.

Deine Argumentation, dass ein Mann, der nicht gern allein verreist, sich verbiegt und unehrlich ist, ist ziemlich abenteuerlich. Da könnte ich gerade so gut behaupten, dass eine Mann, der ein grünes Hemd trägt, nix in seinem Leben auf die Reihe kriegt.

Frau 51, die in ihrem Leben noch nie allein verreist ist
 
  • #33
Dieser Mann ist wohl jetzt sehr aktiv, jedoch in der Beziehung eher der passive zocker und Stubenhocker. Er verstellt sich sozusagen bei d
Woher weißt Du, das er das ist? Vermutest Du es oder hat er es Dir gesagt?
Alleine in den Urlaub stellte früher vor über 20 Jahren und auch heute kein Problem z.B. für mich dar. Da ist er wohl ein bisschen schwerfällig. Aber ansonsten ist es doch so, das wir uns alle am Anfang einer Partnerschaft eher besser als schlechter zeigen. Wir wollen uns ja “verkaufen” das ist ein Stück weit normal. Problem wird es nur, wenn sich jemand so verstellt, das es nicht mehr authentisch ist. Das schlägt dann in der Beziehung gleich durch.
 
  • #34
Auf meine Nachfrage wegen Reisen erzählt er mir, dass er zur Zeit nicht vereisen möchte, da er alleine ist. Dazu braucht er nach seinen Aussagen eine Frau. Für mich ist das schon nicht tolerabel, weil er zu abhängig wirkt.

Hmm, wir finden es normal, nicht allein in ein Kino zu gehen oder in ein Restaurant, sondern noch mindestens eine weitere Person mitzunehmen. Wenn es nicht der Lebenspartner ist, dann mit einem Freund oder Bekannten. Denn viele gehen nicht gerne alleine an solche Orte. Machen wir uns da auch zu abhängig?

Wir sind soziale Wesen, von daher ist es verständlich, dass wir Unternehmungen lieber in einer Gruppe oder zu zweit unternehmen als alleine. Die Aussage Deines Dates ist absolut nachvollziehbar.

Ich würde da nicht auf die einzelnen Punkte schauen, sondern auf das Gesamtbild. Ist er jemand, der gar nicht oder nur wenig aktiv ist, weil ihm die Frau an seiner fehlt, oder betrifft das nur Punkte wie Reisen?

Jetzt zu der eigentlichen Frage, auch das finde ich nicht verwunderlich, wenn passive Männer nach außen auf aktiv machen. Wenn die Gesellschaft immer so tut, dass wir alle aktiv sein sollen, weil das einen Mann attraktiver macht (sagst Du auch in Deinem Text), dann verspricht es zu mehr Erfolg zu führen. Warum ziehen Frauen Push-Ups an, lassen sich die Haare blond färben oder behaupten, dass sie auch mal zum Fußballspiel mitgehen würden, obwohl es sie gar nicht interessiert? ;) Klappern gehört zum Handwerk, um mal eine Floskel zu benutzen, deshalb ist es nachvollziehbar, wenn Mann so tut, als stecke mehr in ihm, als wirklich vorhanden ist.

m/43
 
  • #35
Ich verstehe die Frage irgendwie gar nicht. Verstellen wäre für mich, wenn jemand etwas gerne tut, aber in der Beziehung auf alles verzichtet, um zu gefallen und sich anzupassen.
Was die Männer machen, die du beschreibst, ist einfach versuchen, sich von ihrer besten Seite zu zeigen während dem Date.

Wiederum kann ich mit Menschen nichts anfangen, die mir allen erstes mit 40 noch sagen, sie sind noch nie alleine in den Urlaub gefahren.
Gut, diese Menschen definieren sich dann eben über ihre Beziehungen zu anderen Menschen. So ein Partner passt dann eben nicht zu mir, weil ich sonst auf all das, was ich bisher gemacht habe, verzichtet hätte. Da wäre mein Leben ganz schön mager. Menschen, die man ständig hinter sich herziehen muss, und dann noch Männer, dass sie mal aktiv werden? ... Naja, eher nicht mein Fall. Diese Männer würde ich aber sowas von schnell abhängen.
 
  • #36
Also ich sehe das ein wenig anders, als einfach zu sagen, es ist doch normal, dass sich jeder zum Vorteil darstellt. Es bringt doch nichts, falsche Erwartungen zu wecken.

Ich stellte mich zB auch nicht als Sportskanone dar, auch wenn ich weiß, dass viele Männer darauf wert legen. An einem Sonntag morgen gehe ich eben lieber nett brunchen als mich um 6:30 Uhr zum Joggen aus dem Bett zu schwingen. Wer wert auf gemeinsamen Sport legt, ist bei mir falsch. Das wird zu ewigen Diskussionen und oft zum Bruch der Beziehung führen, wenn sich jeder als etwas darstellt, was er nicht ist.
 
  • #37
Dieser Mann ist wohl jetzt sehr aktiv, jedoch in der Beziehung eher der passive zocker und Stubenhocker.
Gut, dass du das so schnell erkannt hast! Und weil die Beziehungsgestaltung nur von dem Mann abhängt, ist doch jetzt schon klar, dass du in einem Jahr all die tollen Sachen alleine unternehmen müsstest, während er nur vor der Playstation sitzt.

Auf meine Nachfrage wegen Reisen erzählt er mir, dass er zur Zeit nicht vereisen möchte, da er alleine ist. Dazu braucht er nach seinen Aussagen eine Frau. Für mich ist das schon nicht tolerabel, weil er zu abhängig wirkt.
Er fährt am liebsten mit einer Frau in den Urlaub? Das muss echt ein Problemfall sein, wo doch jeder weiß, dass Urlaub alleine am schönsten ist. Ich würde mich nicht wieder mit ihm treffen, er wäre eine echte Klette geworden.
 
  • #38
Also ich sehe das ein wenig anders, als einfach zu sagen, es ist doch normal, dass sich jeder zum Vorteil darstellt. Es bringt doch nichts, falsche Erwartungen zu wecken.

Unterschreibe ich zu 100%, auch wenn viele der Versuchung immer wieder erliegen, sich "geschönt" darzustellen. Die simpelsten Beispiele sind ja geschönte Altersangaben (mal ehrlich, liebe Frauen über 50 - was soll das auf der Suche nach einer ernst- und dauerhaften Beziehung bringen?), Uralt Fotos etc.

Alles was ich NUR tue, um einen Partner "einzufangen", wird sich über früher oder später als Rohrkrepierer erweisen. Selbst wenn es mir gelingt, das Feuer im anderen so sehr zu entfachen, dass er zunächst darüber hinweg sieht - in der ersten großen Krise potenziert sich dann die Erkenntnis mal getäuscht worden zu sein und das führt dann meist zum Ende. Ganz abgesehen von der Tatsache, dass ich mich anfangen würde zu fragen worin ich noch getäuscht wurde, wenn die "Realität" plötzlich ans Tageslicht kommt. Vertrauen ist doch elementar für eine Beziehung.

Ich habe vor ein paar Jahren mal zu diesem Thema mit einer damaligen Brieffreundin heftig diskutiert. Sie war auch eine Verfechterin der "ich verstelle mich in der Beziehungsanbahnung weil das ja alle tun" These. Inzwischen hat sie sich meiner Sichtweise angeschlossen und hat - kaum zu glauben - trotzdem einen Partner gefunden. Und bei dem fühlt sie sich sauwohl - einfach weil sie sich mal nicht verbiegen muss. Und dass sich Wohlbefinden in einer Partnerschaft positiv auf die selbige auswirkt, dürfte kein Geheimnis sein.

Also - bleibt jederzeit authentisch - allein das macht Euch schon attraktiv.
 
  • #39
Er fährt am liebsten mit einer Frau in den Urlaub? Das muss echt ein Problemfall sein, wo doch jeder weiß, dass Urlaub alleine am schönsten ist. Ich würde mich nicht wieder mit ihm treffen, er wäre eine echte Klette geworden.
Wie seid ihr hier eigentlich alle drauf?
Also ich bin wirklich ein ziemlicher Einzelgänger und hatte noch niemals Probleme irgendwas alleine zu machen, geschweige denn Urlaub oder berufliche Fernreisen allein zu unternehmen.
Manche halten mich da schon fast für einen Soziopathen.

Aber Leute, die nichts weiter als ganz normale Menschen sind (viel sozialer als ich) und gerne mit Ihrem Anhang in den Urlaub fahren als "Problemfälle" zu deklarieren, verschlägt mir glatt die Sprache.

Was sind denn das für Geister hier !
Fast möchte man meinen: Kein Wunder!
 
  • #40
Solche Aussagen kenne ich nur von Frauen, aber nicht von Männer, was ist denn das für einen Mann! Meine schönsten Abenteuerreisen waren immer die, wo ich alleine unterwegs war, da habe ich die tollsten Menschen kennengelernt!

Das hat nichts mit dem Geschlecht zu tun, sondern ist eher eine Typfrage. Der eine findet Abenteuerreisen, wo er vorher keinen Mitstreiter kannte, supertoll. Der andere mag schon die fremden Länder, aber mit Menschen an der Seite, die ihnen vertraut sind. Man darf nicht den Fehler machen und sagen, weil mir das auf die Art Spaß machte, wird es auch jeden anderen Spaß machen.

Mein Ex-Mann hat, nachdem ich mich von ihm trennte, online gesucht und im Profil "joggen" angegeben. Ich habe ihn in 10 Jahren nie joggen gesehen. Er hat überhaupt keinen Sport getrieben. Was soll's, er und seine Frau haben sich trotzdem gefunden und sind noch zusammen.

Kann doch sein, dass er danach damit angefangen hat und es ihm auch Spaß macht. Ist ja nicht ganz neu, dass Singles gesünder leben und sportlicher sind, als in einer Beziehung. Sie haben auch mehr Zeit, sich um solche Sachen zu kümmern. ;) Das Thema hatten wir woanders, oft wollen Leute einen Partner, der zwar aktiv ist, aber er soll auch gleichzeitig viel Zeit mit ihnen verbringen. Das ist ein Konflikt, denn man kann nicht mehr viel aktiv sein, wenn der Partner darauf besteht, viele Tage zu Hause zu verbringen.
 
  • #41
Also - bleibt jederzeit authentisch - allein das macht Euch schon attraktiv.

genau so ist es doch auch! Ein gutes Beispiel ist hier "die starke Frau" vorzugeben, die man im innersten nicht ist. Dadurch zieht man eben auch die Männer an, die die schwache Seite an einem nicht wollen. Irgendwann zeigt die Frau aber auch Schwächen, da sie nicht immer stark ist. Dann fällt der Mann aus allen Wolken, weil er sich getäuscht fühlt.
 
  • #42
Authentisch sein ist immer wichtig. Man sollte sich auf keinen Fall verbiegen, denn dies hält man nur begrenzt durch und irgendwann fliegt man auf.

Allerdings wird "an sich Arbeiten" gelegentlich mit "sich Verbiegen" vermischt und das ist falsch. Wenn ich feststelle, dass ich keinen oder nur die falschen Partner finde, sollte ich als erstes mein Selbstbild und als zweites die Vorstellung von meinem Wunschpartner prüfen.

Prüfen allein bringt natürlich auch nichts. Also sollte ich meine Vorstellung entsprechend der erfolgten Analyse anpassen. Insbesondere überzogenen Traumanforderungen und falsche Selbsteinschätzungen müssen weg. Wenn dies dann in ein Verbiegen mündet habe ich tatsächlich ein unlösbares Problem.
 
M

moobesa

Gast
  • #43
Wäre ich wirklich authentisch, wäre ich von Anfang an ein begnadeter Wenigredner, der nicht sonderlich begeisterungsfähig und leidenschaftlich und schon gar nicht romantisch ist. Rhetorische Frage: Wie groß sind meine Chancen?
Das berühmte An-sich-arbeiten führt letzten Endes immer zu einer gezielten Verstellung, die eben benötigt wird für den Erfolg. Dennoch ändert die Person damit nicht ihr Selbst. Deswegen ist die Forderung nach Authenzität schlicht nur Heuchelei. Oder umgekehrt braucht es einen Einheitscharakter, um erfolgreich zu sein. Ungenormt bist du schnell raus aus dem Rennen. Menschen, die ungefragt von sich behaupten, sie seien Querdenker, nie Mainstream etc. meide ich sofort. Diese sind am eingebildesteten.
 
  • #44
Wäre ich wirklich authentisch, wäre ich von Anfang an ein begnadeter Wenigredner, der nicht sonderlich begeisterungsfähig und leidenschaftlich und schon gar nicht romantisch ist. Rhetorische Frage: Wie groß sind meine Chancen?
Das berühmte An-sich-arbeiten führt letzten Endes immer zu einer gezielten Verstellung, die eben benötigt wird für den Erfolg. Dennoch ändert die Person damit nicht ihr Selbst.

Nehmen wir das Beispiel "Pizza-Backen". Welche Person ist authentischer: Diejenige die sagt, "ich kann kann keine Pizza backen" oder diejenige die sagt "Ich eigne mir die Fähigkeit des Pizza-Backens an" oder diejenige die sagt "Ich tue so, als ob ich Pizza backen könnte" oder diejenige die sagt "Ich eigne mir die Fähigkeit zwar an, werde es aber nur sehr selten tun".

Was ist Verstellung und was Realität? Warum soll es verwerflich sein, eine Rolle zu spielen. Im Berufsleben spielt man bspw. auch eine Rolle bzw. nimmt sie ein, wenn man bspw. einen Karierresprung macht und in die neue Position hineinwächst.
 
  • #45
Rhetorische Frage: Wie groß sind meine Chancen?
Das berühmte An-sich-arbeiten führt letzten Endes immer zu einer gezielten Verstellung, die eben benötigt wird für den Erfolg.

Die Chancen sind dann sehr gering. Aber sie sind dauerhaft. Die Frau, die Dich so nimmt, wie Du bist, wird diese Eigenschaften auch dauerhaft schätzen, mindestens tolerieren. Wenn Du den "Partyhengst" gibst, obwohl du keiner bist (mal abgesehen davon, wie sehr Du Dich glaubhaft verstellen kannst), dann glaube ich nicht, dass das dauerhaft funktioniert. Wenn ich einer Frau etwas von gewünschter großer Familie erzähle und eigentlich sterilisiert bin, weil ich Kinder nicht ausstehen kann, wie lange wird das gut gehen?
 
  • #46
Wäre ich wirklich authentisch, wäre ich von Anfang an ein begnadeter Wenigredner, der nicht sonderlich begeisterungsfähig und leidenschaftlich und schon gar nicht romantisch ist. Rhetorische Frage: Wie groß sind meine Chancen?
Das berühmte An-sich-arbeiten führt letzten Endes immer zu einer gezielten Verstellung, die eben benötigt wird für den Erfolg. Dennoch ändert die Person damit nicht ihr Selbst. Deswegen ist die Forderung nach Authenzität schlicht nur Heuchelei.

Tja. Und wie willst Du mit einer solchen Einstellung eine stabile Beziehung führen? Dich verstellen, bis Du die Dame im Sack hast und dann darauf hoffen, dass sie bei Dir bleibt? Oder Dich permanent verstellen, und als Abziehbild geliebt zu werden, bis es Deiner Partnerin irgendwann mal auffällt?
 
  • #47
Was ist Verstellung und was Realität? Warum soll es verwerflich sein, eine Rolle zu spielen. Im Berufsleben spielt man bspw. auch eine Rolle bzw. nimmt sie ein, wenn man bspw. einen Karierresprung macht und in die neue Position hineinwächst.

naja wenn man als Typ Mensch wie ich grundehrlich ist, dann fällt es schwer eine Rolle zu spielen und auch vor den Chefs zu kuschen. Tja somit entfällt für mich der Karrieresprung-was solls. Für mich wäre es schlimmer das zu tun was andere wollen nur damit ich Karriere mache. Nein danke! Also in dem Fall sage ich ganz klar authentisch sein und keine Rolle spielen. Es fällt irgendwann auf und der andere fühlt sich ver.....
 
  • #48
... vor den Chefs zu kuschen. Tja somit entfällt für mich der Karrieresprung-was solls. ....

Du unterschätzt gewaltig, was Chefs hören wollen. Nach dem, was Du hier schreibst, bist Du nicht gerade diplomatisch. Ich sage meinem Chef alles, was ich ihm sagen will, ohne dass er es persönlich nimmt. Mein Chef schätzt eine sachlich begründete Äußerung. Ich akzeptiere, wenn er anderer Ansicht ist. Ich schätze das auch bei meinen Mitarbeitern. Die Frage ist, wie ich das tue.

Letztlich ist das in Partnerschaften genauso. Die ganzen pauschalen "Haudrauf"-Äußerungen, die hier immer wieder mal fallen, erscheinen zum Teil völlig kompromisslos. So funktioniert das nicht. Natürlich habe auch ich Sichtweisen, die nicht verhandelbar sind. Ich habe aber bei vielen Punkten zwar eine klare Sichtweise, bin aber bereit, Kompromisse einzugehen. Für die Karriere ist das besser als die "Ja-Sager" mit einer breiten Schleimspur hinter sich. Für Partnerschaften auch. Natürlich nicht mit jedem Partner oder Chef, aber doch mit denen, mit denen es dann passt.
Wenn Du keine Karriere machst, liegt es an Dir. Wenn Du keinen Partner findest, auch. Es ist nur immer einfacher, die "Schuld" bei anderen zu suchen und sich in die Opferrolle zu begeben.
Es geht nicht um "verbiegen". Es geht um das Ausloten von Kompromissen und die Bereitschaft, sich eben gerade nicht zu verbiegen und nach passenden Chancen zu suchen. Im Beruf wie in der Liebe.
 
  • #49
Was ist Verstellung und was Realität? Warum soll es verwerflich sein, eine Rolle zu spielen. Im Berufsleben spielt man bspw. auch eine Rolle bzw. nimmt sie ein, wenn man bspw. einen Karierresprung macht und in die neue Position hineinwächst.
Womit wir dann wieder beim Pick up wären ...oder?
Nach dieser Logik wäre Pick - up die Antwort auf das, was Frauen wollen. Der beste Schauspieler hat den Preis im Bett.
Allerdings ist die Antwort auf die Frage, warum Männer sich verbiegen, wirklich "weils die Frauen wollen". Genauso, wie die Antwort auf die Frage "warum stylen sich Frauen möglichst sexy, wenn sie auf Männerfang sind" ist: "Weils die Männer wollen".

Und so heucheln eben so einige Männer den Wunsch nach Familie, sexueller Exklusivität etc - so, wie einige Frauen vorgeben, sein Mopped zu mögen. Und im Endeffekt bekommen sie, was sie angezogen haben - das heuchlerische Pendant zur eigenen "Persönlichkeit"
 
  • #50
Nehmen wir das Beispiel "Pizza-Backen". Welche Person ist authentischer: Diejenige die sagt, "ich kann kann keine Pizza backen" oder diejenige die sagt "Ich eigne mir die Fähigkeit des Pizza-Backens an" oder diejenige die sagt "Ich tue so, als ob ich Pizza backen könnte" oder diejenige die sagt "Ich eigne mir die Fähigkeit zwar an, werde es aber nur sehr selten tun".

Nun, wenn ich gerne Pizza backen möchte, dann lerne ich es und kann es dann.
Authentisch wäre es, zu sagen, dass ich es zwar nicht kann, aber lerne (weil ich es will).

Dass ich mich im Lauf meines Lebens verändere, manches bewusst, wie dieses so geschmähte "an sich arbeiten" hat nichts mit Rolle und mangelnder Authenzität zu tun.
Wenn mich selbst Eigenheiten, Verhaltensweisen an mir stören, dann kam ich überlegen, wie ich dies verändere und probiere es. Für manches hilft dann ein Feedback - so wie in meinem Thread.
Interessen verändern sich ebenso.

Dass man in Rollen schlüpft, hat für mich auch nichts mit mangelnder Authenzität zu tun.
Ich zeige mich bei Bauherren, Handwerkern, im Engagement, privat, mit Freunden, bei meinem Kindern und auch bei einem Partner immer wieder von anderen Seiten.
Die gehören alle zu mir. Alles authentisch.

Aber im Beruf ist die Erscheinung und das Verhalten einer Partnerin nicht gefragt. Da geht es um Kompetenz, Wissen, Sachlichkeit.

Was daneben ist, ist wenn ein Mensch erfolgreich den Eindruck erweckt, aktiv zu sein, unternehmungslustig, Reisen, Hobbies, regelmäßig mit Freunden unterwegs, diese gerne einlädt, bewirtet, etc.
Und sich irgendwann herausstellt, dass dies regelmäßig sich in Jahren bemisst, der Freundeskreis sehr eng, und es mehr die Absicht war, so zu werden.
Allerdings dieser Absicht zusätzlich eine Dysthemie (und ein gut verborgenes leichtes Alkoholproblem) dem Ganzen im Wege stehen.

Ich habe gelernt, dass es in meinem Bereich nicht zielführend ist, jemanden nach dem Mund zu reden, gut ankommen tut es selten.
Man kann klare Positionen vertreten, dem anderen zuhören, und dann findet sich sehr oft der Weg, der für beide stimmig ist - und vor allem sehr oft Wege, an die vorher keiner dachte.
Grundsätzliche Gegensätze sind natürlich schwer zu wegzudiskutieren - da muss man sich genauso klar sagen, es passt nicht.

Man kann nicht mit jedem Menschen, ob Kunde, Auftraggeber, Chef,...
Wir haben im Büro auch schon Aufträge ausgeschlagen, es roch zu sehr nach Ärger und Kompliziertheit.
Genauso wie auch im Privaten, manche Menschen meidet man besser ganz, mit anderen währt man vorsichtige Distanz und dafür geht es mit anderem richtig gut.
 
M

moobesa

Gast
  • #51
Nun, wenn ich gerne Pizza backen möchte, dann lerne ich es und kann es dann.
Authentisch wäre es, zu sagen, dass ich es zwar nicht kann, aber lerne (weil ich es will).

Dass ich mich im Lauf meines Lebens verändere, manches bewusst, wie dieses so geschmähte "an sich arbeiten" hat nichts mit Rolle und mangelnder Authenzität zu tun.
Wenn mich selbst Eigenheiten, Verhaltensweisen an mir stören, dann kam ich überlegen, wie ich dies verändere und probiere es. Für manches hilft dann ein Feedback - so wie in meinem Thread.
Interessen verändern sich ebenso.

Dass man in Rollen schlüpft, hat für mich auch nichts mit mangelnder Authenzität zu tun.
Ich zeige mich bei Bauherren, Handwerkern, im Engagement, privat, mit Freunden, bei meinem Kindern und auch bei einem Partner immer wieder von anderen Seiten.
Die gehören alle zu mir. Alles authentisch.

Aber im Beruf ist die Erscheinung und das Verhalten einer Partnerin nicht gefragt. Da geht es um Kompetenz, Wissen, Sachlichkeit.

Was daneben ist, ist wenn ein Mensch erfolgreich den Eindruck erweckt, aktiv zu sein, unternehmungslustig, Reisen, Hobbies, regelmäßig mit Freunden unterwegs, diese gerne einlädt, bewirtet, etc.
Und sich irgendwann herausstellt, dass dies regelmäßig sich in Jahren bemisst, der Freundeskreis sehr eng, und es mehr die Absicht war, so zu werden.
Allerdings dieser Absicht zusätzlich eine Dysthemie (und ein gut verborgenes leichtes Alkoholproblem) dem Ganzen im Wege stehen.

Ich habe gelernt, dass es in meinem Bereich nicht zielführend ist, jemanden nach dem Mund zu reden, gut ankommen tut es selten.
Man kann klare Positionen vertreten, dem anderen zuhören, und dann findet sich sehr oft der Weg, der für beide stimmig ist - und vor allem sehr oft Wege, an die vorher keiner dachte.
Grundsätzliche Gegensätze sind natürlich schwer zu wegzudiskutieren - da muss man sich genauso klar sagen, es passt nicht.

Man kann nicht mit jedem Menschen, ob Kunde, Auftraggeber, Chef,...
Wir haben im Büro auch schon Aufträge ausgeschlagen, es roch zu sehr nach Ärger und Kompliziertheit.
Genauso wie auch im Privaten, manche Menschen meidet man besser ganz, mit anderen währt man vorsichtige Distanz und dafür geht es mit anderem richtig gut.
Demnach ist es also möglich, sich um 180 Grad zu drehen und dennoch authentisch zu sein? Ich meine das ohne Übertreibung, also wirklich ein neuer, anderer Mensch zu werden.
Wie werde ich denn zu einem lebhaften, unternehmungslustigen Menschen, der ich nun mal nicht bin? Zu einem Philanthropen? Aber wenn's darum geht, sich als Persönlichkeit in Frage zu stellen, ständig mit seinem Dasein unzufrieden zu sein, dann bin ich da richtig gut. Das ist Dauerzustand, dann bin ich ja auf einem guten Weg, da habe ich schon mal gute Voraussetzungen.
 
  • #52
Du wirst Dich nie um 180° ändern, aber man kann Denk- und Verhaltensmuster ändern.

Man kann sich in der Rolle des Misantrophen gefallen, oder sich sagen, ich habe meine Stärken und Schwächen.
Bei den Schwächen kann ich schauen, stärken sie mich, oder / und kann ich sie selbst akzeptieren. Vielleicht kann sogar aus einer vermeintlichen Schwäche eine Stärke werden, oder eine Stärke nimmt zuviel Raum ein.
Alles Dinge, die veränderbar sind.

Ein Beispiel, mein Sohn ist bei Menschen, eher distanziert, ist auch eher zurück haltend, und mag große Mengen nur bedingt.
Jetzt wollen wir zusammen in Urlaub fahren. Es war sein Wunsch - wir fahren nach Japan, selbstorganisierte Rundreise mit Mietwagen. Der Gedanke an die Menschen stört ihn gar nicht, er freut sich auf das Abenteuer.

Wir verändern uns laufend, und wir haben auch einen guten Anteil daran, diese Entwicklung zu steuern.
Mit Authenzität hat es nichts zu tun.

Ich war mit 20/25/30/35...48 immer wieder ein anderer Mensch, nicht von der Grundpersönlichkeit, aber in den einzelnen Seiten.
Und manche mich störende Eigenheiten, Einstellungen habe ich modifiziert und ersetzt.
Wäre doch auch schade, wenn man stehen bleibt?

Ich bin neugierig auf die Frau in 10 / x Jahren...
 
M

moobesa

Gast
  • #53
Du wirst Dich nie um 180° ändern, aber man kann Denk- und Verhaltensmuster ändern.

Man kann sich in der Rolle des Misantrophen gefallen, oder sich sagen, ich habe meine Stärken und Schwächen.
Bei den Schwächen kann ich schauen, stärken sie mich, oder / und kann ich sie selbst akzeptieren. Vielleicht kann sogar aus einer vermeintlichen Schwäche eine Stärke werden, oder eine Stärke nimmt zuviel Raum ein.
Alles Dinge, die veränderbar sind.

Ein Beispiel, mein Sohn ist bei Menschen, eher distanziert, ist auch eher zurück haltend, und mag große Mengen nur bedingt.
Jetzt wollen wir zusammen in Urlaub fahren. Es war sein Wunsch - wir fahren nach Japan, selbstorganisierte Rundreise mit Mietwagen. Der Gedanke an die Menschen stört ihn gar nicht, er freut sich auf das Abenteuer.

Wir verändern uns laufend, und wir haben auch einen guten Anteil daran, diese Entwicklung zu steuern.
Mit Authenzität hat es nichts zu tun.

Ich war mit 20/25/30/35...48 immer wieder ein anderer Mensch, nicht von der Grundpersönlichkeit, aber in den einzelnen Seiten.
Und manche mich störende Eigenheiten, Einstellungen habe ich modifiziert und ersetzt.
Wäre doch auch schade, wenn man stehen bleibt?

Ich bin neugierig auf die Frau in 10 / x Jahren...
Ok, aber wenn man nun mal keine für die Partnersuche und für's Beziehungsleben brauchbare Stärken hat wie ich, muss wohl bei Null anfangen. Und was du beschreibst, wären bei Drehungen um 180 Grad.

Nein, ich bleibe nicht stehen. Warum? Weil ich nie zufrieden mit mir bin, weil ich immer überzeugt bin, es ist momentan zu wenig. Das ist mein Antrieb. Stolz und Freude über erreichtes sind sehr kurzlebig, denn nach der Hürde ist vor der Hürde.
 
  • #54
Womit wir dann wieder beim Pick up wären ...oder?
Nach dieser Logik wäre Pick - up die Antwort auf das, was Frauen wollen. Der beste Schauspieler hat den Preis im Bett.
Allerdings ist die Antwort auf die Frage, warum Männer sich verbiegen, wirklich "weils die Frauen wollen". Genauso, wie die Antwort auf die Frage "warum stylen sich Frauen möglichst sexy, wenn sie auf Männerfang sind" ist: "Weils die Männer wollen".

Und so heucheln eben so einige Männer den Wunsch nach Familie, sexueller Exklusivität etc - so, wie einige Frauen vorgeben, sein Mopped zu mögen. Und im Endeffekt bekommen sie, was sie angezogen haben - das heuchlerische Pendant zur eigenen "Persönlichkeit"

Ich finde es bspw. nicht heuchlerisch, wenn der eigentlich verzweifelte Single beim Kennenlernen einer Frau sein verzweifelt sein mal beseite lässt und sich als normaler, cooler Typ präsentiert, der es selbstverständlich aushält, wenn seine herzallerliebste, die er seit einer Woche kennt, sich nicht täglich bei ihm meldet.
Oder wenn man anstatt "ich bin wie ich bin und ich sage immer was ich denke" sich vergegenwärtigt, dass es für ein Dinner-Date angenehme und weniger angenehme Gesprächsthemen gibt.

Das hat mehr mit Emphatie und Geschick und meinetwegen auch Verführung zu tun und das kann man natürlich lernen.

Und dass gestylte Frauen ebenso heuchlerische Männer anziehen würde ich so nicht unterschreiben. Ich empfinde als Zeichen von Wertschätzung und Intelligenz, sich für ein Event oder eine Feier in Schale zu werfen, anstatt ganz authentisch in der Jogginghose zu erscheinen, auch wenn man zu Hause lieber Jogginghose trägt.
 
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