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  • #61
...Nicht umsonst heißt es, daß die "guten Männer", die "guten Frauen" nur kurze Zeit in Partnerbörsen auftauchen. Da ist schon Entschlossenheit und etwas Mut gefragt ud man darf sich nicht selbst auf den Füßen stehen.
Menschen, die nicht viel Gewese machen und eine Beziehung möchten und nicht in einen Dschungel von NoGos eintauchen wollen, erkennen sich gegenseitig und sind sich relativ schnell einig.
Für mich sind viele Ausschlußkriterien, je länger ich darüber nachdenke, ein Ausdruck von Mangel an Beziehungsfähigkeit. Wer nie lebt, sondern immer Gründe sucht, Leben zu vemeiden, hat vieleicht einfach ganz viel Angst, Fehler zu machen. Und wer handelt, macht nun mal Fehler.

Dem schließe ich mich voll und ganz an. Auf mich wirken außerdem Menschen, die ihre Ausschlusskriterien betonen, wie ich bereits in einem anderen Thread schrieb, feindselig und stur. Warum? Feindselig, weil sie vor allem immer gleich wissen, was sie bei anderen NICHT akzeptieren können, anstatt die guten Seiten zu sehen und einen Kontakt als Bereicherung zu sehen. Man muss sich mal überlegen, wie das auf andere wirkt, so etwas zu kommunizieren. Stur, weil sie sich nicht darauf einlassen, von ihrer Position abzurücken und behaupten, das auch sicher zu wissen.

Und da liegt auch ein Unterschied zu den Menschen, die angeblich alle ihre Ausschlusskriterien haben: Mal abgesehen von wirklichen Extremen gibt es natürlich auch andere, gängige Dinge, die mich auf den ersten Blick abschrecken. Das ist einfach ein Gefühl, aber ich bin mir dessen bewusst, dass ich diese Meinung vielleicht ändere, wenn ein netter Mensch mir seine Position näherbringt!

Ich habe auch einen sehr vielseitigen Freundeskreis und einen Freund, der sich mit all den verschiedenen Leuten versteht, und zwar wirklich gut, nicht auf eine professionell freundliche Weise. So kann man viele lustige Dinge miteinander reden und unternehmen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das bei einem Menschen, der ständig über NoGos nachdenkt, der Fall sein würde. Mir ist so etwas wichtiger, als in einem Häuschen mit jemand langweiligem und konservativen über "die Unterschicht" oder die Raucher zu schimpfen. Das wäre mir zu uninteressant und zu niveaulos.
 
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  • #62
Das mag sein, die füllen dann unser Forum mit Trennungserzählungen -- ach wie verliebt sie waren, aber leider passt es doch nicht...

Das kann immer passieren, auch wenn man vorher ellenlange Listen erstellt. Ich behaupte sogar, dass es bei Menschen, die ewig und lange überlegen sogar noch wahrscheinlicher ist, dass es zur Enttäuschung kommt, weil so eine Angst zum einen die Beziehung negativ färbt und zum anderen die Gefahr besteht, das Bauchgefühl zu ignorieren. Und dieses Gefühl ist nicht unentscheidend: Wenn man jemanden sehr gerne hat, gibt man eben auch mal nach, und lässt fünfe gerade sein. Das kann wichtiger für das gemeinsame Verständnis sein, als die tatsächliche Übereinstimmung in allen Einstellungen.

Im übrigen haben Leute, die traurig über eine Trennung sind, vorher auch eine Beziehung erlebt. Es ist die Frage, ob sie das tatsächlich bereuen und lieber vorsichtig nichts erlebt hätten. Für mich gilt das definitiv nicht. Man muss einfach auch mal was machen, anstatt nur mit Absichern beschäftigt zu sein.
 
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  • #63
Was nützt die größte Herzlichkeit, wenn der eine Kinder will, der andere nicht? Ohne gemeinsame Ansichten und Lebenspläne hat es einfach keinen Zweck -- ...

Weil Ansichten und Lebenspläne sich ändern. Ich kenne Paare, bei denen einer niemals Kinder wollten und inzwischen sind sie glücklich Eltern. Und zwar nicht nur, weil der eine den anderen überredet hat, sondern weil solche Wünsche auch anstecken können. Wenn die Chemie wirklich stimmt, ergeben sich solche Dinge oft. Wenn man einen peniblen Ordnungsfanatiker kennenlernt, der sich abfällig über Kinder äußert, bekommt man das schon sehr schnell mit und verliebt sich gar nicht erst.
 
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  • #64
Ein Aspekt der bisher noch wenig angeklungen ist ist, dass die meisten sogenannten NoGos hier im Forum in Wahrheit keine NoGos sind sondern lediglich Verleumdungen von Brunnenvergiftern.
Wenn hier jemand beispielsweise eine ausgeprägte Vorliebe für lange Haare äussert werden so sicher wie das Amen in der Kirche innerhalb kürzester Zeit aus allen Ecken Kurzhaarige kriechen und die Vorliebe zum NoGo umdeuten.

Das mag zum Teil stimmen, es hängt aber auch von der Kommunikationsweise des Äußerers zusammen. Stell dir vor, jemand sitzt in einer Runde mit lang- und kurzhaarigen Frauen. Er könnte sagen, "oh, ich finde ja lange Haare bei Frauen so schön, lasst sie euch doch wachsen, dann würdet ihr noch besser aussehen" oder irgendwas in der Richtung. Das macht einen gewaltigen Unterschied zu jemandem, der äußert, "Nee, also meine Freundin muss lange Harre haben, eine Kurzhaarige käme nicht in Frage". Im ersteren Fall würde wahrscheinlich eine lustige Diskussion über Haarlängen folgen, im zweiteren würden die Zuhörer wohl eher genervt sein.
 
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  • #65
Ich würde auch den Begriff "No-Go" nicht auf Menschen anwenden. Ich habe es einmal (übrigens im 1. email) selber erlebt, und ich fand es damals sehr unangenehm. Ausschlusskriterien sind persönliche Einstellungen, die m.E. grundsätzlich keiner Diskussion unterliegen. Auch würde ich die nicht unbedingt mit meinem potentiellen Partner diskutieren und behalte sie lieber für mich mit allen Konsequenzen. Ich habe mehrere Beispiele aus dem RL, wo ich nicht sagen konnte und natürlich nicht wollte, warum wir nicht zusammenpassen. So was wie etwa: "sorry, aber Du bist nicht intelligent, unsexy, zu dick oder zu klein" usw. usf. muss nicht unbedingt sein.
 
  • #66
@52 Sommernacht

Na ja, die meisten werdens dennoch merken, aber darüber hinweggehen. Ich hab das immer so gehalten.

aber:
Nö, bisher war keiner abgetörnt. Das geht sehr wohl unverfänglich und ich unterstelle keinem meiner Date-Partner Dummheit. Anderenfalls hätte ich sie nicht getroffen. ;-) Und meine "Liste" ist nicht sehr lang, da fällt es an einem 4-stündigen Abend nicht auf wenn ich 3-4 Dinge "abklopfe".

Wirklich? Du hast 3-4 Dinge auf der Liste und da sind Tatoos dabei? Whow. das nenn ich Prioritäten setzten. Mir würden da wichtigere Dinge einfallen.

@59
Wenn hier jemand beispielsweise eine ausgeprägte Vorliebe für lange Haare äussert werden so sicher wie das Amen in der Kirche innerhalb kürzester Zeit aus allen Ecken Kurzhaarige kriechen und die Vorliebe zum NoGo umdeuten.
Na na, jetzt übertreibst Du aber. Die Formulierungen sind nicht Vorliebenmässig sondern allzu oft absolut. Mit Zusätzen wie "geht gar nicht", "Ich rate strikt davon ab" (womit auch noch die eigene Vorliebe zum Standart für alle erhoben wird) etc.
Mein Playdoyer geht immer dahin sich den Menschen anzuschauen, nicht die eigentlich unwichtigen Details.
Wer sich dagegen mit einer langen NoGo-Liste vor der Liebe schützen möchte (ich würd ja gern, aber irgendwie passt keiner- schluchz), könnt ja wehtun, möge das tun.

Ach ja- das kalte "NoGo". Ist einfacher als Ausschlusskriterium" oder? Im kern ist es dasselbe.
 
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  • #67
Ausschlusskriterien werden von manchen als negativ empfunden, weil es Menschen gibt, die vorurteilsfrei auf andere Menschen zugehen, ja, sich sogar verlieben. Häufig ist es solchen Menschen dann auch möglich, zu erkennen, dass ein vorher festgelegtes Ausschlusskriterium ja positive Seiten hat. Das nennt man lern- und aufnahmefähig.
Zu dem Herrn, der Liegeräder ablehnt:
Das war bei mir auch mal so. Sieht ja auch albern aus. Bis sich ein Bekannter von mir eins kaufte und ich lernte damit zu fahren. Seitdem fast nur noch.
Wer festgefahrene Ausschlusskriterien hat, der bleibt eben einfach stehen und ist nicht offen für Neues.
 
  • #68
Religiösität als No-Go zu qualifizieren find ich ebenfalls merkwürdig, Religion kann ein Partner für sich leben, was sollte daran stören.
Darasn kann alles stören, wenn es irrational ist, weil es zutiefst die Weltanschauung, Weltsicht, Moral beeinflusst. Esoterik und Religiösität sind für mich einfach inakzeptabel -- aus mannigfacher Erfahrung mit Bekannten und Freunden. Damit bin ich einfach nicht kompatibel.

Ich als Ärztin sehe täglich Patienten auch unbekleidet und kann mit Fug und Recht behaupten, dass wesentlich mehr als 2% aller Akademiker über diese Attribute verfügen.
Du hast es noch nicht begriffen: Ich rede nicht von "2% aller Akademiker", sondern "2% all jener Akademiker, die bezüglich Ansichten, Wertvostellungen und Lebensgewohnheiten" überhapt für mich in frage kommen. Wer Piercings auch nur ansatzweise etwas abgewinnen kann, wird auch in vielen anderen Anschauungsfragen mit mir drastisch differieren.
 
  • #69
Obwohl ich seinen Worten nach seine Traumfrau war und er sich vorstellen konnte mit mir zusammen zu leben, konnte er sich nicht definitiv für mich entscheiden und ich beendete die Beziehung.
Ein Rollstuhl ist aber auch eine wirklich krasse Sache und vielleicht musst Dueinfach etwas mehr Verständnis für das Zaudern und Zweifeln Deiner Lebenspartner aufbringen und Ihnen länger die Chance geben, sich an diesen Gedanken zu gewöhnen und die Entscheidung aufzuschieben. Ich finde, das wäre wirklich angebracht und würde wahrschenlich für alle unverkrampftern und zielführender sein.

Nein, mir ist es überhaupt nicht wichtig, was die andere Menschen über einen Partner, den ich liebe und selber gewählt habe, sagen oder denken.
Ja, diesen Satz hört man oft -- und in Wahrheit wird er nicht gelebt, sondern ist oftmals eine reine Fehleinschätzung seiner selbst. Psychologisch wäre es auch nicht stimmig, wenn einem das soziale Umfeld dermaßen egal ist. Das wiederum erfordert viel innere Größe, zuzugeben und zu erkennen.

Es ist de facto so, dass die allermeisten schon Wert daauf legen, dass der neue Partner zum bestehenden Freundeskreis, zu Familie, zum gesamten sozialen Umfeld passt. Wir führen ein Leben, keine unabhängigen Parallelleben. Partnerschaft ist nicht trennbar von den anderen Lebensbereichen, sondern muss eine Einheit bilden.

Wer diesen Satz behauptet, der hat fast immer zwar hehre Vorstellungen von Toleranz, aber musste es noch nie in der Praxis erleben -- oder er täuscht sich selbst massiv.

Wäre geradezu ein interessanter neuer Thread.
 
  • #70
Was verbindet uns denn schlussendlich mit dem Partner..? Kriterien..? Nein, die Liebe.
Ja, wie romantisch das klingt. Ist aber sachlich unhaltbar. Liebe ist nicht alles, sondern nur ein Gefühl, das aus jenen Dingen entsteht, um die es hier geht.

Was verbindet langjährige Partner wirklich?

+ gemeinsame Erlebnisse und Erfolge, aber auch gemeinsame erlittene Tiefschläge und Probleme
+ gemeinsame Ansichten und Wertvorstellungen
+ gemeinsamer Alltag, ein zusammengegangener Lebensweg

Das erneuert auch die Liebe immer wieder: Sich aufeinander verlassen können, sich begehren, sich mögen, füreinander dazusein.

Liebe ohne Gemeinsamkeiten hält nicht lange.
 
  • #71
Darasn kann alles stören, wenn es irrational ist, weil es zutiefst die Weltanschauung, Weltsicht, Moral beeinflusst. Esoterik und Religiösität sind für mich einfach inakzeptabel

volle Zustimmung. Das ist ein völlig anderes Leben. Und welcher streng religiöse würde einen ungläubigen neben sich akzeptieren ohne den Drang nach Missionierung zu verspüren? Nebenbei: das gilt für alle Dogmatiker, also auch für die meisten Veganer, politisch radikalen, militanten iregndwas-schützer etc. Nennt sich zwar nicht so, ist aber dennoch eine Art der Religion (man glaubt zu wissen).

@Fredericka

Ja, diesen Satz hört man oft -- und in Wahrheit wird er nicht gelebt, sondern ist oftmals eine reine Fehleinschätzung seiner selbst. Psychologisch wäre es auch nicht stimmig, wenn einem das soziale Umfeld dermaßen egal ist.

Es ging um das was wildfremde (dein Beispiel das Tatoo im Freibad) möglicherweise denken könnten. Hätte mein soziales Umfeld (Freunde, Geschwister) ein Problem mit meiner Frau wäre mir das nicht egal, dann würde ich darüber nachdenken was Sie stört- wär es aber ein kleines Tatoo (um bei deinem Beispiel zu bleiben) würd ich eher das soziale Umfeld tauschen als die Frau.

Und du wärst überrascht wie wenige sicht tatsächlich einen Kopf machen mit was für einem Kerl Du aufkreuzt solange er Dich glücklich macht und die Leute das spüren. Meine Liebste passt in vielerlei Hinsicht gar nicht in meine Familie- dennoch lieben Sie sie geradezu.
 
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  • #72
Du hast es noch nicht begriffen: Ich rede nicht von "2% aller Akademiker", sondern "2% all jener Akademiker, die bezüglich Ansichten, Wertvostellungen und Lebensgewohnheiten" überhapt für mich in frage kommen. Wer Piercings auch nur ansatzweise etwas abgewinnen kann, wird auch in vielen anderen Anschauungsfragen mit mir drastisch differieren.


Ich bezweifle, dass die Tätowierten, Gepiercten, Motorradfahrer, Gläubigen etc. pp, eine so homogene Population darstellen. Ich glaube dass es auch unter Gepiercten sehr unterschiedliche Menschen gibt, Tätowierte ebenso. Sofern jemand nicht von Kopf bis Fuss tätowiert ist, glaube ich nicht, dass es mit vielen Lebensauffassungen, Wertvorstellungen etc. pp korreliert.
 
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Vicky

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  • #73
Absolut toller Beitrag. Über Deine Aufzählungen musste ich sehr lachen, vor allem das, mit dem Liegefahrrad. Ich finde die Dinger auch grottenpeinlich. Daran ändert sich auch nichts, wenn mir ein Sportwissenschafler erzählt, dass die Dinger toll seien, um entspannt die Rumpfmuskulatur zu trainieren.

Man darf nicht zu dick, aber auch nicht zu dünn sein. [...]

Eine tolle Auflistung der gängigen Vorstellungen und Klischees. Ich finde, bei solchen Dingen ist es wichtig, im Kopf zu haben, dass Klischees selten ohne Grund entstehen. Der Informatiknerd z.B. ist ja keine Erfindung, sondern viele haben einen solchen oder gar viele davon eben schon mal getroffen. Wichtig dabei ist aber, diesen Klischees nicht so auf den Leim zu gehen, dass man sofort die Schotten dicht macht, wenn man im Profil "Informatiker" liest, sondern sich und dem anderen einfach eine Chance zu geben.

Außerdem glaube ich, spielt eine persönliche Verletztheit mit, wenn das No-Go einen selbst trifft.

Ja, ich glaube auch, dass bei sehr vielen die persönliche Betroffenheit eine große Rolle spielt. Ich z.b. habe Haare, die bis zu den Schulterblättern gehen. Aber das ist eben nicht schulterlang. Für die meisten Männer ist aber Schulterlänge das absolute Minimum. Lange Haare können noch so dünn, fein, kaputt, glanzlos und zottelig sein. Das scheinen viele Männer nicht mal zu bemerken. Bei einer Frau mit gesunden, glänzenden, weichen, kinnlangen Haaren scheint ihr Steinzeit-Sensor aber nicht anzuspringen. Wie ich auch schon mal zu diesem Thema bei einem anderen Thread schrieb. Die eigenen No Gos finden wir immer total legitim, die der anderen nur dann, wenn wir selbst davon nicht negativ betroffen sind.

Ich fühle mich aber gar nicht veranlasst, bei meinen Partnerpräferenzen ausgewogen und gerecht zu sein.

Auch da meine Zustimmung. Es gibt einfach Leute, die sich nicht trauen, politisch inkorrekte Präferenzen und No Gos zu nennen. Diese greifen dann andere, die sich das trauen, an.

Ich will mich da nicht mal komplett ausnhemen. Ich erinnere mich z.B. an eine Frage einer Frau mit Kaiserschnittnarbe, die fragte, ob das abtörnend sei. Viele Männer sagten, es sei ihnen total schnuppe. Einige sagten, es sei zwar nicht schön, wäre aber auch nicht wichtig und schließlich verliebe man sich in das Gesamtpaket usw.. Ein oder zwei Männer sagten, dass sie richtiggehend Erektionsprobleme hätten wenn sie bei einer Affäre auf eine solche Frau träfen. Da ist mir ehrlich gesagt auch der Hut hochgeganen innerlich. Andererseits zeigte es doch auch auf krasse Art, wie sehr manche Menschen ihren Affärenpartner wie ein Stück Fleisch betrachten. Du hattest Dich dann irgendwann mal eingeschaltet und diejenigen ermahnt, die diesen Poster angriffen. Denn die FS hatte nur das bekommen, was sie wollte - ehrliche Meinungen von Männern, die verschieden ausfielen.
 
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  • #74
Ja, wie romantisch das klingt. Ist aber sachlich unhaltbar. Liebe ist nicht alles, sondern nur ein Gefühl, das aus jenen Dingen entsteht, um die es hier geht.

Das ist Deine Sichtweise, bitte nicht wieder alles verallgemeinern. Gemeinsamkeiten sind für mich nicht wichtig, sondern eher die Gegensätze, die mir immer wieder zeigen, dass viele meiner Verhaltensweisen überdenkenswert sind.
So ist für mich als Naturwissenschaftler eine Naturwissenschaftlerin fast ein NoGo (obwohl ich auch das a priori nicht ausschliesse).
Gemeinsame Ziele sind sicher sehr wichtig, gemeinsame Weltanschauungen eher hinderlich. Die vorurteilsfreie Auseinandersetzung mit anderen Meinungen finde ich ungemein wichtig.
Ausschlusskriterien sind einengend und zeugen von einem extrem begrenzten Horizont.
 
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  • #75
Es ist de facto so, dass die allermeisten schon Wert daauf legen, dass der neue Partner zum bestehenden Freundeskreis, zu Familie, zum gesamten sozialen Umfeld passt. Wir führen ein Leben, keine unabhängigen Parallelleben. Partnerschaft ist nicht trennbar von den anderen Lebensbereichen, sondern muss eine Einheit bilden.

Menschen die in selber unsicher sind legen Wert darauf was andere über sie oder den Partner denken. Die die sich ihrer selbst bewusst sind können mit Ablehnung oder auch Missgunst leben. Wenn ich mich abhängig mache von dem Werturteil anderer komme ich ja nur noch unter Stress. Dann wird die Partnerwahl nicht nur meinen kritischen Augen standhalten müssen sondern auch noch denen der anderen. Puh wie anstrengend.
 
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  • #76
[Mod.= Bitte keine Nebenthemen eröffnen. Wir diskutieren hier nicht über Religion(en) und Religiosität. Haben Sie bitte Verständnis.]
 
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  • #77
... was verbindet langjährige Partner wirklich?

+ gemeinsame Erlebnisse und Erfolge, aber auch gemeinsame erlittene Tiefschläge und Probleme
+ gemeinsame Ansichten und Wertvorstellungen
+ gemeinsamer Alltag, ein zusammengegangener Lebensweg

Dem kann ich weitgehend zustimmen ...
- Allerdings sind gemeinsame Ansichten und Wertvorstellungen unabdingbare Voraussetzung für alles Weitere - und nicht zu vergessen, die äußere Attraktivität. Das ist jedoch so abstrakt, dass niemand etwas damit anfangen kann.
- Konkrete Ausschluss- oder Einschlusskriterien versuchen deshalb immer nur diese komplexen Punkte zu benennen und in der Praxis handhabbar zu machen.
 
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  • #78
Weil Ansichten und Lebenspläne sich ändern. Ich kenne Paare, bei denen einer niemals Kinder wollten und inzwischen sind sie glücklich Eltern.

Nun, darauf sollte man sich vor allem als Frau und vor allem wenn man mal 30 oder gar Mitte 30 ist, keinesfalls verlassen. Bei einem Mann, der jenseits der 30 ist, gehe ich davon aus, dass er weiß, was er will. Wenn er also sagt, dass er keine Kinder möchte, muss ich ihm das glauben und dann käme er für mich nicht mehr als Partner in Frage.

Was ist denn, wenn er dann, wenn ich bereits 38 bin, seine Meinung ändert und nun ein Kind will? Ich aber werde und werde nicht schwanger? Von solchen Fällen gibt es unzählige. Tja, und während für die Frau die Fruchtbarkeit dem Ende zugeht, wird beim Mann der Kinderwunsch nun immer stärker. ER verlässt die Frau und gründet mit einer 30-Jährigen eine Familie. Die Frau, die zwar - wenn auch vermindert - immer noch fruchtbar ist, findet als 38-Jährige aber kaum mehr einen Mann, der auch Familie will. Denn ein Mann, der unbedingt Kinder will, lässt sich kaum auf eine Frau in diesem Alter ein. Denn bis man sich mal adäquat kennengelernt hat, ist die Frau 39, 40. Schlechte Chancen für eine Schwangerschaft.
 
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  • #80
Für mich wäre ein Ausschlusskriterium sicherlich die Zugehörigkeit zur Elite wie sie hier im EP-Forum definiert ist, nämlich weitgehend über Einkommen und (auch noch oftmals geerbtes) Vermögen. Zum Begriff Elite - den ich eh nicht abkann - gehört für mich auch ein ordentliches Maß an (humanistischer) Bildung. Mein Prof an der Uni in Bologna zum Beispiel hatte kein Auto, fuhr mit dem Rad durch die Stadt - im Sinne der hier vertretenen Mehrheitsmeinung ist der Mann Unterschicht. Ich brauche auch kein Auto mehr vor der Haustür, genieße CarSharing oder miete mir eins. Das kann sich ändern. Dass viele der hier schreibenden Damen Angaben die allesamt Bestandteil einer Steuererklärung sind, zu Partnerfindungskriterien machen wäre für mich in Bezug auf die Betreffenden allemal ein Ausschlusskriterium.
 
  • #81
Ich gehöre nicht zu jenen, die erst bei anderen Leuten nachfragen müssen, ob meine Partnerin ihnen genehm sei.Was soll mir das bringen? Anfangs fanden sie sie etwas sonderbar, aber als sie sie dann näher kennenlernten, einfach hinreißend und erfrischend. So einige dieser damaligen "Spießer" mit ihren ellenlangen NoGo-Listen sind ihr heute dankbar, daß sie ihnen neue Betrachtungsweisen aufgezeigt und somit ihre Horizonte erweitert hatte. "Spießer" sind jene zwar bis heute geblieben, aber sind dennoch gewaltig von früheren Standpunkten abgerückt.

Ich finde es auch wichtig, daß man nicht nur Gemeinsamkeiten hat, sondern sich vor allem gegenseitig ergänzt/befruchtet/bereichert. Unterschiedliche Betrachtungsweisen können die Kommunikation bereichern und somit eine Beziehung am Leben halten. Natürlich birgt eine solche oder ähnliche Konstellation Risiken, daß sie tatsächlich schief geht. Das gilt aber auch für Beziehungen, wo die Partner gleichgestrickt sind, die sich dann irgendwann gegenseitig langweilen, weil das Feuer, der Elan einfach nichts mehr hergibt.

Meine letzte Beziehung mit so einem "Vulkan" hat zwar nur vier Jahre gehalten, aber hat mir inhaltlich mehr gegeben als alles andere zuvor.

Wie Frederika bereits mehrfach schrieb, gibt es einige sehr berechtigte NoGo's, die nichts mit Intoleranz zu tun haben. Darunter fallen auch Allergiker, die z. B. auf Zigarettenrauch oder Tierhaare allergisch reagieren. Nicht jeder möchte ein Haustier halten. Mit einem militanten Vegetarier/Veganer läßt sich auf Dauer auch nicht vernünftig zusammenleben.

Gleiches gilt für fanatische Esotheriker oder gar Sektenangehörige. Einen Ordnungsfanatiker kann man ertragen, solange dieser nicht ständig meckert, weil man selbst lieber das geordnete Chaos bevorzugt. Auch ein krankhaft putzsüchtiger Partner kann lästig werden. Solche Dinge bewertet man anfangs vielleicht noch nicht so über, um der Liebe eine faire Chance zu geben.

Mir ist es völlig egal, was mein Umfeld über meine Liebste denkt. Schließlich muß ich mit ihr leben. Mit einer stromlinienförmigen Langweilerin kann ich nichts anfangen. Ich brauche kein Vorzeigepüppchen, sondern eine Partnerin, die mich inspirieren kann, die eigene Ideen und Vorstellungen hat.
 
  • #82
Partnerschaft ist nicht trennbar von den anderen Lebensbereichen, sondern muss eine Einheit bilden.

Selbstverständlich ist es so, wie Frederika schreibt. Es ist nur unpopulär, es auszusprechen. Bei der romantisch verklärten Aussage, wer seinen Partner nur wirklich liebe, dem sei die Meinung der anderen egal, nicken alle zustimmend und anerkennend mit dem Kopfe. Die ständige Wiederholung dieser Phrase beseitigt aber nicht ihre Weltfremdheit und macht sie auch nicht richtiger.

Natürlich fragt man, wenn man einen potentiellen Partner kennenlernt, bewußt oder unbewußt die Kompatibilität mit dem eigenen sozialen Umfeld ab. Es ist mir eben nicht egal, was meine Freunde über meine Freundin denken. Als sich meine beiden besten Freunde angenehm über meine neue Freundin geäußert hatten, habe ich mich selbstverständlich gefreut. Das heißt im Umkehrschluß, daß ich mich nicht gefreut hätte, hätten sie sich abwertend geäußert. Das hätte mich vielmehr gestört.

Das hat mehrere Gründe:

Zum einen bin ich ein geselliger Mensch und möchte gerne mein Leben so gestalten, daß ich mit meiner Freundin und meinen Freunden oft etwas unternehmen kann. Das setzt voraus, daß beide Seiten sich wechselseitig verstehen. Auf diese gemeinsamen Unternehmungen würde ich nicht verzichten wollen, also habe ich mir eine passende Partnerin gesucht.

Zum anderen würde ich meine Partnerwahl kritisch hinterfragen, wenn Freunde, die mir über Jahre lieb und teuer geworden sind, meine Wahl nicht nachvollziehen könnten. Dabei wäre es mir egal, ob meine Freundin sie optisch anspricht, aber bei den berühmten inneren Werten, Einstellungen und Wertigkeiten, wäre es mir gerade nicht egal. Wenn meine Freundin Seiten hätte, die meine Freunde erheblich störten, müßte ich mich fragen, ob ich mich nach einer Phase der Verliebtheit nicht auch daran stören würde. Immerhin denken meine Freunde und ich in vielen Punkten ähnlich.

Auch würde ich keine Partnerin wollen, die nach außen ausstrahlt, woran Leute wie ich eben Anstoß nehmen. Ich schätze keine Piercings, Tätowierungen und ekelige Flesh Tunnels und möchte nicht, daß meine Partnerin welche hat. Genauso möchte ich, daß meine Freundin mit Messer und Gabel umgehen kann, weil es mich im Restaurant auch stört, wenn andere essen wie ein Nutztier. Ich schätze kein Unterschichtverhalten. Es ist mir eben nicht egal, wenn ich den Eindruck habe, mich für meine Partnerin fremdschämen zu müssen.

Wer meint, es sei egal, wie das soziale Umfeld auf den Partner reagiert, dem müßte konsequenterweise auch egal sein, wie das soziale Umfeld des Partners auf einen selbst reagiert. Für den eigenen Partner müßte das Ganze demnach schließlich auch völlig irrelevant sein. Das ist indes eine sehr egozentrische Sicht der Dinge, die ich nicht teile. Mir ist nicht egal, ob die beste Freundin meiner Freundin mich scheiße findet.
 
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  • #83
Na ja, so in etwa. Ledig, kinderlos, Nichtraucher, schlank. Das sind so etwa wie bei Dir vier Grundkriterien..

Du weißt, wie sehr ich Dich und Deine Beiträge schätze, aber: Auch mir fallen neben den von Kalle aufgezählten Kriterien noch etliche andere ein, die ich im Laufe der Zeit von Dir gelesen habe. Das ist schon eine sehr lange Liste, wie ich finde. Ob das nun absolute No Gos oder eher mal stärker, mal schwächer empfundene Ablehnungen waren, vermagst nur Du zu beurteilen. Da Du dazu neigst, Deine Meinung meist sehr entschlossen darzustellen, wirkt das dann eben auf viele sehr rigoros, so dass sie eben glauben, das von Dir Beschriebene seien weitere No Gos.

Was mich ja mal interessierern würde, ist folgendes (diese Frage richtet sich aber auch an alle anderen mit diesen Kriterien): Triffst Du in dem Alter, das Du bei Männern suchst, eigentlich noch auf eine genügend große Zahl, die sowohl kein Kind haben als auch noch nie verheiratet waren? Also, nach meinem Eindruck gibt es in den 20ern etliche Akademiker, die nicht verheiratet und kinderlos sind. Zwischen 30 und 35 steigt beides jedoch stark an. Zwischen 35 und 40 steigt beides in etwa nochmal so stark an. In den 40ern dürften es dann nur noch sehr wenige sein, die beides nicht aufweisen. Während Du selbst älter wirst, wird ja auch Deine Zielgruppe älter, also verringert sich die Chance auf einen kinderlosen Ledigen zu treffen, doch beständig, oder? Zudem müssen ja alle anderen Kritierien, die Dir wichtig sind, auch noch erfüllt sein und schlußendlich nicht zu vergessen, müssen sich beide ineinander verlieben.

Auch Dein sehr großes Nähebedürfnis fällt mir immer wieder auf. Findest Du da wirklich genügend viele Männer, die das nicht stört? (Auch diese Frage richtet sich auch an andere Frauen mit großem Nähebedürfnis) Nach meinen Erfahrungen mit Männern, weisen Männer im Schnitt ein niedrigeres Nähebedürfnis als Frauen auf. Vielen, Männern wie Frauen, sind ihre Hobbies und andere Interessen sehr wichtig. Hätte ich z.B. versucht, meinem Freund den Vereinssport madig zu machen, so wären wir heute bestimmt nicht mehr zusammen.

Ich sage immer: Herz und Kopf müssen zustimmen. Seltsamerweise reden dann alle davon, dass ich den Kopf erwähne, aber dass das Herz an erster Stelle stand, wird überlesen. Natürlich möchte ich mich verlieben. Mit oder ohne Selektionskriterien.

Na klar, damit hast Du schon Recht. Aber auf viele wirkt das eben zu verkopft und wahrscheinlich auch unweiblich, da sehr viele Frauen eben sehr gefühlsorientiert sind und das ja auch etwas ist, was Männer anziehend finden. Nicht zuletzt Du betonst ja immer, dass Männer auf feminine Frauen mit viel Herzenswärme stehen.
 
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  • #84
Zitat von Volljurist:
Natürlich fragt man, wenn man einen potentiellen Partner kennenlernt, bewußt oder unbewußt die Kompatibilität mit dem eigenen sozialen Umfeld ab. Es ist mir eben nicht egal, was meine Freunde über meine Freundin denken. Als sich meine beiden besten Freunde angenehm über meine neue Freundin geäußert hatten, habe ich mich selbstverständlich gefreut. Das heißt im Umkehrschluß, daß ich mich nicht gefreut hätte, hätten sie sich abwertend geäußert. Das hätte mich vielmehr gestört.

Du hast dich bewußt für eine Frau entschieden, fandest sie toll. Hätten deine Freunde sich nicht positiv geäußert hättest du deine eigene Wahl wieder in Frage gestellt?? Das klingt bei mir nach einem sehr unsicherem Menschen dem die Meinung anderer wichtiger ist als seine eigene Einschätzung. Weiter unten schreibst du ja du hast dir eine passende Partnerin gesucht, also hast du doch mit Bedacht gewählt. Irgendwie klingt deine Aussage nicht plausibel sorry.

Ich überlege mir bei kritischen Äußerungen von Freunden, gerade weil ich sie sehr lange kenne, was der Grund sein könnte warum sie einen Menschen ablehnen. Das könnten ja auch so banale Gründe wie Neid sein, davor sind wir ja alle nicht gefeit, auch die allerbesten Freunde nicht. Es menschelt eben überall.

<MOD: Verwenden Sie selbst bitte die Quote-Funktion. Wir werden keine weiteren Beiträge mit nicht erkennbaren Zitaten veröffentlichen und auch nicht nacheditieren.>
 
  • #85
Selbstverständlich ist es so, wie Frederika schreibt. Es ist nur unpopulär, es auszusprechen. Bei der romantisch verklärten Aussage, wer seinen Partner nur wirklich liebe, dem sei die Meinung der anderen egal, nicken alle zustimmend und anerkennend mit dem Kopfe. Die ständige Wiederholung dieser Phrase beseitigt aber nicht ihre Weltfremdheit und macht sie auch nicht richtiger.
Danke, Volljurist, für diese klaren Worte. Vieles ist heutzutage so heuchlerisch, vieles klingt so gut, entspricht aber einfach nicht den Tatsachen, und wer unpopuläre Wahrheiten ausspricht, steht ganz oft alleine dar. Insofern ist es wohltuend zu wissen, dass es auch andere Menschen, wie Dich, gibt, die wagen, Tacheles zu reden.

Zum einen bin ich ein geselliger Mensch und möchte gerne mein Leben so gestalten, daß ich mit meiner Freundin und meinen Freunden oft etwas unternehmen kann.

Zum anderen würde ich meine Partnerwahl kritisch hinterfragen, wenn Freunde, die mir über Jahre lieb und teuer geworden sind, meine Wahl nicht nachvollziehen könnten.

Auch würde ich keine Partnerin wollen, die nach außen ausstrahlt, woran Leute wie ich eben Anstoß nehmen. [...] Es ist mir eben nicht egal, wenn ich den Eindruck habe, mich für meine Partnerin fremdschämen zu müssen.
Das sind die zentralen drei Gründe, die auch ich immer in solchen Diskussionen anführe und die auch zweifelsfrei richtig und treffend sind.
 
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  • #86
Kein wunder, dass hier so viele ewigsuchende vorhanden sind.
Mal nur mit den Kriterien: Nichtraucher, schlank, kinderlos bleiben bei Frauen zwischen 40 und 45 etwa 7 % übrig.
Jetzt nehmen wir noch passendes Äusseres (was bei mir etwa 10% erfüllen) und entsprechende Charaktereigenschaften, die man lieben kann (wären bei mir etwa 30%).
Nun, dann sind wir bei 0,2%, die passen. Jetzt sollte man aber nicht denken, dass diese Personen das gleiche für einen empfinden. Meiner Erfahrung nach (also subjektiv auf mich bezogen) wollen 50% der näheren Bekanntschaften auch eine Beziehung versuchen.
Dann habe wir summa summarum 0,1% dh jede tausendste Frau.
Sicherlich ist diese Rechnung nicht ganz richtig, da sich die obengenannten Kriterien ja überschneiden, aber grob gesehen sollten alle, die allein diese 3 Kriterien als Ausschluss sehen, sich auf ein permanentes Singleleben einstellen,.
 
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  • #87
Ich staune immer wieder, wie die LIEBE einen Menschen doch verändern kann. Hier ein Beispiel aus der Praxis. Vor Jahren lernte eine Freundin von mir einen Mann kennen, den sie ganz nett fand, gegen den aber unzählige Ausschlusskriterien sprachen:

+ Es gab ein optisches Minus, das ihr nicht gefiel.
+ Er war Raucher.
+ Er hatte keine eigene Wohnung.
+ Das Zimmer, das er bewohnte, war völlig vernachlässigt.
+ Er bezog Harz IV.
+ Er war depressiv.

Pluspunkt:
+ Er hat ein freundliches Wesen.
+ Er interessierte sich sehr für meine Freundin.

Rein von der Anzahl her überwogen die Minuspunkte die Pluspunkte, und meine Freundin hatte Schwierigkeiten, sich auf diesen komischen Kauz einzulassen.

Und das ist aus diesem Mann geworden:

+ Er ist jetzt Nichtraucher.
+ Er hat angefangen, Arbeit zu suchen.
+ Er hat sich in einem tollen Job hochgearbeitet.
+ Er verdient ordentlich.
+ Beide haben ein Haus gemietet.
+ Seine depressiven Zustände sind vorüber.
+ Er hat meine Freundin geheiratet.
+ Und beide sind jetzt glückliche Eltern.

Wäre meine Freundin knallhart mit Ausschlusskriterien an diesen Menschen herangegangen, wäre sie heute garantiert nicht so glücklich. Gemeinsam mit ihm hat sie auch noch eine Brustkrebserkrankung durchgestanden und kann ihr Kind sogar stillen.
 
  • #88
Das ist schon eine sehr lange Liste, wie ich finde. Ob das nun absolute No Gos oder eher mal stärker, mal schwächer empfundene Ablehnungen waren, vermagst nur Du zu beurteilen.
Ich bin, überraschenderweise wie die meisten hier, überzeugt, dass man über etliche für sich genommene Präferenzen hinwegsehen kann, wenn man sich nur wirklich verliebt und sehr viele andere Facetten einfach richtig toll passen. Du hast sicherlich recht, dass ich mich oftmals härter ausdrücke, als so eine einzelne Facette im realen Leben dann Wirkung zeigen würde.

Allerdings glaube ich zugleich auch, dass Menschen im großen und ganzen eine Einheit darstellen und nicht einfach nur einzelne Facetten haben, die gar nicht passen. Sicherlich kann das tatsächlich in Einzelfällen auftreten, wer "frisst wie ein Nutztierr" (Volljurist), der wird auch fast immer in anderen Bereich fragwürdige Manieren haben.

Triffst Du in dem Alter, das Du bei Männern suchst, eigentlich noch auf eine genügend große Zahl, die sowohl kein Kind haben als auch noch nie verheiratet waren?
Absolut ja. Das kann ja jeder mit einem Gastaccount leicht nachvollziehen. Zwischen 34 und 42 gibt es noch sehr viele Männer, die ledig und kinderlos sind. Noch ist das wirklich kein Problem!

Auch Dein sehr großes Nähebedürfnis fällt mir immer wieder auf. Findest Du da wirklich genügend viele Männer, die das nicht stört?
Hm, es gibt verschiedene Arten von Nähebedürfnis und es ist eigentlich nicht so, dass ich ein übertriebenes emotionales Nähebedürfnis habe, sondern ich verbringe nur gerne meine Freizeit mit meinem Partner -- ob nun zusammen auf Partys bei Freunden zu gehen, gemeinsam Ausflüge zu erleben oder zusammen zu frühstücken und zu Abend zu essen. Das gefällt durchaus auch sehr vielen Männern. Ich glaube nicht, dass es da so große Geschlechtsunterschiede gibt.

Aber auf viele wirkt das eben zu verkopft und wahrscheinlich auch unweiblich, da sehr viele Frauen eben sehr gefühlsorientiert sind und das ja auch etwas ist, was Männer anziehend finden. [...] dass Männer auf feminine Frauen mit viel Herzenswärme stehen.
Nun fängst Du auch noch so an! :) Ich sage doch gerade immer wieder und wieder: Man soll sich verlieben, man soll auf einer Wellenlänge sein, die Chemie muss stimmen, man muss den anderen einfach toll finden und auch wirklich begehren und mögen. All das sind reine Gefühlsdinge. Ich bin nicht übermäßig verkopft in diesen Dingen. Das Herz muss wollen und ja sagen.

Aber ich sagen eben auch, dass zusätzlich eben auch andere Fundamentalwerte passen müssen. Nähe-Distanz; Rationalität-Irrationalität; Lebensziele wie Kinderwunsch; Ansichten und Wertvorstellungen. Auch das sind ja letztlich gefühlsmäßige Aspekte, nur eben vom Kopf fassbar und vergleichbar. Ich bin warmherzig, sehr hilfsbereit, fürsorglich. Das widerspricht sich nicht damit, dass ich vernunft-orientiert und naturwissenschaftlich geprägt bin.
 
G

Gast

Gast
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  • #90
<MOD: Bitte dicht am Titelthema bleiben!>

Liebe ist keine Angelegenheit, die nach rationalen Gesichtspunkten funktioniert. Gerade Schwerbehinderte verfügen über weit mehr Empathie und Einfühlungsvermögen als Gesunde, die keinen realen Bezug zu wirklichen Problemen kennen. Das rational denkende Umfeld sieht schon alle möglichen Probleme, die das sich liebende Paar jedoch ganz locker meistert.

Als Schwerbehinderter weiß ich, wovon ich spreche. Was mußten sich meine Partnerinnen alles für Frechheiten meinetwegen anhören. Sie haben darauf gespuckt. Sie wollten genau mich und keinen arroganten Fatzke, der sich schon für etwas Besseres hielt, weil er 10 cm größer und nicht behindert ist. Intellektuell hatte dieser Schnösel leider rein gar nichts zu bieten. Ich fand die Reaktionen meiner Partnerinnen immer große Klasse, auch wenn sie nicht immer charmant waren. Ich hätte mir hier das eine oder andere Mal auch mehr Gelassenheit oder Souveränität gewünscht, aber es ist nachvollziehbar, daß sie sich doch irgendwann mal unmißverständlich positionieren wollten, was sie von diskriminierenden Bemerkungen, die auch ihr Herz berühren, halten.
 
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