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  • #1

Warum werden eigentlich Schlagerfans so abwertend beurteilt?

Vorweg ich bin zwar kein Anhänger dieser Musikrichtung, aber trotzdem wundert mich immer dieses Vorurteil. Gerade im letzten Jahrhundert hat doch diese Art von Musik den Menschen Hoffnungen gemacht und auch wenn man den Schlager für Tod erklärte, lebt er immer noch und dies nicht zu wenig. Die Texte dieser Musik sind auch nicht besonders schlechter als manch andere Charttopplatzierungen. Da fällt mir nur spontan "My heart will go on" von Céline Dion ein. Dies ist auch nicht viel besser als mancher Schlager und darüber machen sich die wenigsten so negativ ihre Gedanken.
Liegt es daran, dass man sich bei englischsprachlichen Texten keine großen Gedanken macht?
 
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  • #2
Ich hab sehr sehr viele Menschen kennengelernt bisher. Noch nie! hab ich einen intelligenten, anregenden Gesprächspartner getroffen, der tatsächlich auf Schlager steht. Wer Schlager mag ist oft einfacher gestrickt, lieb vielleicht..?!
Mit den normalen Radiogedudel kann man mich auch nicht begeistern.
Am liebsten höre ich klassische Musik, oder gar nichts. Konzerte mag ich auch nur bedingt, auch da am liebsten Gitarre, Klavier ,Oboe, Orgel oder eben Orchester.
Was soll man tun? Über Geschmack lässt sich nicht streiten?!
Aber in der geringen Freizeit auch noch mit unpassenden Menschen Kompromisse schließen, wenn es vermeidbar ist?! Nein
( meine Kollegin /nett, uninteressant für mich und Schlagerstar, liebt auch Fastfood, Zigaretten und Fußball... Das vereinigt viele Nogos .. Freundschaft zwecklos..)
W/34
 
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  • #3
Ich meine, mal so etwas in der Richtung mitstudiert zu haben, aber die direkten Gründen sind mir nach 20 Jahren jetzt auch entfallen.... Die Gründe sind in etwa: weil Schlager Bierzelt-Musik wie frisch aus dem Hintern einer Sonne gespritzt ist und das eben nicht zu dem aktuellen Zeitgeist unserer düsteren Zeit passt. Liebeslieder ala "My heart will go on" geht immer, weil die Menschen liebesbedürftig sind und auch immer bleiben. Auch in 100 Jahren noch.
 
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  • #4
Weil Schlager von den Linken auf diffuse Weise mit "konservativ" assoziiert wird – und weil Linkssein und die Ablehnung von allem, was damit nicht kompatibel scheint, heute in und trendy ist.
 
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  • #5
Weil sowohl die Texte als auch die Musik als auch wie ausnahmslos alle (der SEHR wenigen!), die ich kenne und die darauf stehen, eher schlicht gestrickt sind.
Mit meinem Lebensgefühl, meinem Geschmack und meinen Interessen, vor allem auch musikalischen und allgemein künstlerischen und kulturellen, hat das nichts zu tun.
 
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  • #6
Werden Sie das?
Wie bewerten denn Schlagerfans Veranstaltungen mit elektronischer Musik?
Nein, ich glaube eher das sehr konservative Menschen, die Neues gerne mal ablehnen, genau aus diesem Grund selbst abgelehnt werden.


Den Schlagerpop der 60er und 70er Jahre höre ich selbst übrigens auch heute noch gerne.
Heutige deutsche Schlagermusik klingt dagegen jedoch unglaublich eintönig und weichgespült. "My Heart will go on", ist ein ganz anderes Niveau, auf "musikalischer" Ebene. (Also die kitschigen Texte waren noch nie das Problem. Diese gibt es ja, wie der FS richtig bemerkt, überall.)
Ideenlosigkeit und Monotonie prägt heutzutage aber wohl 90% der gesamten Chartmusik, behaupte ich. Bei der Schlagermusik ist es nur sehr extrem.
 
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  • #7
Ich lasse mir doch nicht vom Zeitgeist diktieren, was mir gerade zu gefallen hat?! Bevor ich höre, was andere mir als "das hört man gerade" vorsetzen, wähle ich doch lieber selber aus. Ein Schlagerfan ist für mich jemand, der sich von außen leben läßt, statt selber zu leben.
 
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  • #8
Über Geschmack lässt sich nicht wirklich streiten, aber es muss eben passen in einer Beziehung und mir ist bisher noch nicht klar geworden, warum ein halbwegs belichteter Mensch Schlager hören sollte, ich meine damit nicht ab und zu mal, weil es sich irgendwo so ergibt, sondern regelmäßig und gewollt.

Sorry, Schlager sind einfach uncool und mir zu bürgerlich, Eckkneipenmusik ist das. Jedem das seine, ich höre ebenfalls ab und zu Musik (und gehe auf entsprechende Parties), die Mancher als "Hottentottenmusik" bezeichnen würde.

Und das auch die alten Klassiker von Deep Purple oder den Stones mitunter einfache Texte haben ist auch klar. Dennoch liegen dazwischen Welten. Solche Songs sind eben cool, legendär, die höre ich gerne mal im Radio. Oder Johnny Cash, könnte man vielleicht auch als Schlager bezeichnen, aber wer den Unterschied nicht sieht... Wir sind freie Individuen und das ist gut so.

Aber Wolle Petry und ähnliches werde ich mir dennoch niemals freiwillig antun!
 
  • #9
Na ja, weils halt von vielen Medien als politisch inkorrekt hingestellt wird. Da wird fleissig vieles hineininterpretiert was damit NULL zu tun hat. Fängt an mit der eigenen Sprache, wer dazu steht ist schonmal ganz flott in die rechte Ecke gestellt.

Da fällt mir nur spontan "My heart will go on" von Céline Dion ein. Dies ist auch nicht viel besser als mancher Schlager und darüber machen sich die wenigsten so negativ ihre Gedanken.
Hätt das Ding einen Sinngemäss übersetzten deutschen Text wäre es genau das- ein Schlager.

Ich finde die Sache ist recht einfach. Wenn man nicht gerade ein ausgewiesener Musikfreak einer bestimmten Richtung ist, ist das Katalogisieren nach einem bestimmten Musikgeschmack etwas einfältig. (Solange es sich nicht um Groupies handelt).

Gruss von Kalle- der mit Schlager nichts anzufangen weiss aber niemals eine Frau deswegen abgelehnt hätte.
 
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  • #10
Ich kann damit auch nicht viel anfangen. Es erinnert mich irgendwie an Ballermann, irgendwelche hirnlosen Saufparties etc.

Mit den Fans konnte ich mich nicht wirklich unterhalten. Die Frauen hatten Themen wie: künstliche Fingernägel, Extension, Push-up und ähnliches. Die Männer: Autotuning (aber bitte nur die prollige Art) ..... Aber vielleicht habe ich mich ja auch nur mit den falschen 95% unterhalten wollen ;-)

Nicht meine Welt.
 
  • #11
Hätt das Ding einen Sinngemäss übersetzten deutschen Text wäre es genau das- ein Schlager..
Ja aber dies scheint dann nebensächlich zu sein.
In USA gibt es ja anstatt des Schlagers die Country-Music und selbst dies wird in D nicht so verteufelt und klischeemäßig abgeurteilt wie der Schlager. Ich glaube dies ist noch ein Relikt aus den 70ern, wo diese Musik mit dem Establishment gleichgesetzt wurde.
Deutschsprachige Musik hatte es schon immer sehr schwer im Heimatland und dies sieht man ja auch bei Konstantin Wecker oder Wolfgang Ambros. Der Prophet ist im eigenen Land wenig wert.:)

Ich würde nie eine Frau vorverurteilen die gerne Schlager hört, gleichwohl wäre mir aber eine Frau die gerne Wecker hört schon wesentlich lieber. Ich schätze da kämen dann noch mehr Schnittpunkten zusammen.
 
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  • #12
Ja aber dies scheint dann nebensächlich zu sein.
In USA gibt es ja anstatt des Schlagers die Country-Music und selbst dies wird in D nicht so verteufelt und klischeemäßig abgeurteilt wie der Schlager. Ich glaube dies ist noch ein Relikt aus den 70ern, wo diese Musik mit dem Establishment gleichgesetzt wurde.
Deutschsprachige Musik hatte es schon immer sehr schwer im Heimatland und dies sieht man ja auch bei Konstantin Wecker oder Wolfgang Ambros. Der Prophet ist im eigenen Land wenig wert.:)

Ich würde nie eine Frau vorverurteilen die gerne Schlager hört, gleichwohl wäre mir aber eine Frau die gerne Wecker hört schon wesentlich lieber. Ich schätze da kämen dann noch mehr Schnittpunkten zusammen.
Nun, Country ist nicht gleich Country, das ist eine Welt für sich. Es gibt massenweise billigen Mainstreamschrott um diverse Kabelkanäle zu befüllen und Alkikneipen zu beschallen, der ganz sicher kein Bisschen besser ist als aktueller deutscher Schlager, aber es gibt eben auch unglaublich schöne, gefühlvolle Klassiker mit echtem Tiefgang, welche vermutlich noch in Jahrzehnten gerne gehört werden.

Und Konstantin Wecker beispielsweise ist doch garnicht so unbeliebt, aber eben nicht am Ballermann und auch nicht in den Stadien des Landes, so what. Mit guter Musik füllt man nicht immer unbedingt große Hallen oder Fussballarenen, im Umkehrschluss ist Musik nicht zwingend schlecht, nur weil sie kommerziell erfolgreich ist.


Ich gebe zu, Schlager hat es nicht leicht bei mir, getreu dem Motto, ich bin doch tolerant, nur da hört es wirklich auf. Nicht ganz ernst gemeint, aber irgendwie schon.
 
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  • #13
Man merkt schon das hier nicht viele Leute sind die sich wirklich mal mit Schlager hörenden Menschen beschäftigt haben, oder mit denen zu tun haben.

Ich gehe jedes Jahr auf den Schlagermove in Hamburg und ich habe dort ganz tolle Menschen kennengelernt. Nicht Unterschicht sondern tatsächlich auch Akademiker. Die hören dann zwar den Schlager nicht dauernd, so wie ich, aber sie mögen die Musik.
 
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  • #14
Gegen Schlager habe ich überhaupt nichts, sondern gegen Kommerz! Figuren wie Helene Fisher sind Kommerz und haben mit klassischem, hochwertig gemachtem Schlager nichts zu tun. Es gibt sehr wohl sehr geile Schlager/Landesmusik, z.B. Ausländische finde ich oft super toll und hat auch ein anderes Niveau, kennt man hier aber alles gar nicht und es ist auch schwer, da ranzukommen, wenn man nicht weiß, wo suchen. Es gibt somit schon das eine oder andere Lied, das gut ist, aber das ist eben nichts von dem talentfreien Hype, was in den Medien läuft und dann noch von Dieter Bohlen gepusht wird mit immer dem selben Gedudel.

Ich glaube, es geht weniger um Musikrichtungen, sondern viel mehr um Fanatiker von allen Seiten. Das ist in allen Musikgenren so! Ich höre am liebsten Rock, aber auch in der Rockszene sind viele Menschen verstockt und intolerant und damit sehr schwierig. Mit vielen davon komme ich ebenso gar nicht klar, sobald sie sich als Musikfantaniker outen und damit gar nichts anderes als ihr eigenes Zeug sehen bzw. über ihren eigenen Tellerrand sehen können.
 
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  • #15
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  • #16
Gibt es denn überhaupt ein Musikgenre, das man nicht abwertet? Von außern betrachtet schickanieren die jeweils gegnerischen Parteien sich untereinander doch ständig selbst: die Schlager, Popmusiker, Rocker, Punks, Hip Hopper, Technoanhänger. Mal ganz abgesehen von den ganzen Untergenren, die noch so existieren.
 
  • #17
Naja...ich gebe zu bei mir ist es eben noch die alte Meinung aus der Jugendzeit, dass Schlager total uncool sind und MAN sich so etwas eben nicht anhört.

Als Kind (und teilweise Jugendliche) zu Zeiten der Hitparade fand ich Schlager noch toll, später eben aus erwähntem Grund nicht mehr und das ist bis heute so geblieben. Wobei ich Deutsch-Rap und ähnliches schon mag.
 
  • #18
Was da so geboten wird, ist teilweise wirklich nicht schlecht, aber wer diese Musik hört, gilt halt als provinziell und wenig weltgewandt.

Für das soziale Ansehen ist es halt günstiger, sich zu Motoerhead und Rock am Ring zu bekennen, als zu dieser Musik [mod]

Helene Fischer ist schon ein Phänomen, aber das die jetzt unter jedem Stein, hinter jeder Ecke und in jeder TV Werbung ist, ist mir dann auch zuviel des Guten.

In einer Provinzdisco habe ich vor vielen Jahren zufälligerweise Bernhard Brink life gesehen. Das ist wirklich ein guter Unhalter, der so einen Laden wirklich gut rocken kann.

Ich lass mich am Sonntagmorgen auch gern mit ZDF Fernsehgarten berieseln, aber ich würde diese Mucke weder im Laden kaufen, noch irgendwo herunterladen. Da interessieren mich andere Sachen.
 
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  • #19
Es gibt den Humpta-Schlager und es gibt Schlager.

Es fährt ein Zug nach Nirgendwo - Christian Anders
Er gehört zu mir - Marianne Rosenberg
Santa Maria - Roland Kaiser

Abschließende Aufzählung.
Wen diese Melodien und Stimmen nicht gefühlsmäßig berühren und wem die Texte nichts sagen........dem bleibt noch der Bolero/Ravel, der vereint alles, was Musik ausmacht.
(w)
 
  • #20
Naja die Umgebung in der man so etwas hört ist meist voll mit Rauchern und Betrunkenen, soetwas treffe ich nur in Bierzelten, Seeufern und Unterschichtlokalen, wo es von ungebildeten, saufendem und aggressivem Volk nur so wimmelt.
Noch nie habe ich einen Schlager in einem normalen Cafe, Bar, Restaurant gehört... Das höre ich ausschließlich in dem Beisel an der Ecke mit Arabella im Radio und der Kundschaft die schon acht uhr Morgends bei einem Achterl sitzt und mit Qualm mein Frühstück stört.
Gern bin auch dort für ein Schwätzchen zu haben, aber eines ist klar, Partnerin aus dieser Subkultur würde mit mir nicht glücklich werden.
 
  • #21
Es erinnert mich irgendwie an Ballermann, irgendwelche hirnlosen Saufparties etc.
Mit den Fans konnte ich mich nicht wirklich unterhalten. Die Frauen hatten Themen wie: künstliche Fingernägel, Extension, Push-up und ähnliches. Die Männer: Autotuning (aber bitte nur die prollige Art) .....
Naja die Umgebung in der man so etwas hört ist meist voll mit Rauchern und Betrunkenen, soetwas treffe ich nur in Bierzelten, Seeufern und Unterschichtlokalen, wo es von ungebildeten, saufendem und aggressivem Volk nur so wimmelt.
und und und....

Whow- und das von der soooo toleranten "Elite"

Eines ist hier ganz offensichtlich- es wird über etwas geurteilt das man offenbar nicht kennt. Es wird von "einem anedren Niveau" geschfaelt, Von Unterschicht die sich das anhört, von ausschliesslich süsslichen doofen Texten etc.pp. Von seltsamen Umgebungen in denen so etwas gespeilt wird.

Also Leute- auch wenns nicht meine Mucke ist. Geht mal auf Sportveranstaltungen, im Startblock des Volkslaufes, auf der Strecke, bei der Zielparty, in den Pausen beim Fussball oder Biathlon, in ein Festzelt etc.pp. und Ihr werdet feststellen dass es auch beim Schlager- wie in jeder anderen Musikrichtung auch gutes und schlechtes gibt. Dass die Leute die dort die Texte kennen und mitsingen auch Professoren, Leitende Angestellte, Ärzte und Lehrer sind.

Sehr Elität wie ich finde sich über andere zu erheben ohne die Sache überhaupt wirklich zu kennen. Was auch auffällt: Viese International Erfolgreiche Pop, Rock und Countrynummern werden einfach mit nem Deutschen text versehen und durchaus gekonnt zum besten gegeben. Auf Englisch ist es "eine andere Liga".... komisch, die Musik ist genau dieselbe.

Gegen Schlager habe ich überhaupt nichts, sondern gegen Kommerz!
Oh ja, natürlich. Der Kommerz isses. Was ist dann mit all den klassischen Komponisten? Händel, Mozart, Bach etc. die mussten genau wie Heute Ihren Lebensunterhalt mit der Musik verdienen. Machst Du das nur Hobbymässig wirst Du nie ein gutes Niveau erreichen (ich mache seit meiner Kindheit Musik, aber ich kenne meine Grenzen). Nur weils viele mögen muss es noch lange keine schlechte Mucke sein.

Und wieso zum Teufel soll Musik Bierernst sein? Sie soll auch entspannen, gute Laune machen, ein Konzert in dem nicht mitgesungen wird? was ne öde Nummer! Ich kenne Bands die Gute Laune verbreiten und dennoch erstklassige Musik machen.

Macht euch doch mal locker.
 
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  • #22
tja, der gute alte Schlager.

Schon das Wort "Fan" deutet es an.

Erinnert an Fussballfan. Masse, gemeinsames Johlen und Schunkeln. Schrebergartenidylle und Ballermann.

Es gibt herzensgute Schlagerfans, das ist klar. Alles unbenommen.

Doch nicht alles wo Masse drauf steht ist auch Qualität drin, siehe Mac Donald, BILD und Privatfernsehen.

es ist eine bildungsferne Welt, die gerne mit Stammtischparolen argumentiert, das ist das Problem.
Eine dörfliche Welt in der der Nachbar ordentlich sein Auto putzen muss, sonst wird er schief angesehen, das ganze versammelte Spießertum eben, das erwartet, dass ihre Musikwelt von Allen gut geheißen wird, sich aber über Jazz oder Oper echauffiert. Toleranz erwartet, aber nicht zurück geben kann?

Das Wort Toleranz wird hier ohnehin in einem merkwürdigen Zusammenhang verwendet.
Ungefragt wird niemand abwertend beurteilt. Hier wurde aber gefragt, erst dann befasse ich mich mit dem Thema und erst dann überlege ich, was mich an dem seichten Zeug stört. Wenn etwas seicht ist, kann ich abschalten, ich muss es nicht tolerieren. Und ich muss es auch nicht gut finden, dass am Ballermann zu der Musik gesoffen wird. Ich muss auch die Musik selbst nicht gut finden.

Ein Jeder möge nach seiner Musikfacon selig werden.

Wer fragt bekommt Antworten.
 
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  • #23
Werd doch mal erwachsen, Karl!

Schlagermusik ist völlig geistlos. Dasselbe gilt natürlich für viele Rock- und Popsongs. Mir fällt es aber relativ leicht, bei fremdsprachigen Texten, sogar bei englischen, vom Sinngehalt zu abstrahieren. Bei deutschen Texten ist mir das nicht möglich.

Darüber hinaus drängt sich der Eindruck auf, dass der Anteil der AkademikerInnen unter den Schlagerfans signifikant niedriger ist, als der an der Gesamtbevölkerung.

Schlagerfans mit Bildungsprekariat zu assoziieren ist kein Ausdruck von mangelnder "Lockerheit", sondern Lebenserfahrung!

Zählen Sie beim nächsten Helene Fischer Konzert doch mal selber nach. Natürlich wird es dort auch AkademikerInnen geben, aber bestimmt sehr viel weniger als in der Philharmonie!
 
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  • #24
Oh ja, natürlich. Der Kommerz isses. Was ist dann mit all den klassischen Komponisten? Händel, Mozart, Bach etc. die mussten genau wie Heute Ihren Lebensunterhalt mit der Musik verdienen.

Und wieso zum Teufel soll Musik Bierernst sein? Sie soll auch entspannen, gute Laune machen, ein Konzert in dem nicht mitgesungen wird? was ne öde Nummer! Ich kenne Bands die Gute Laune verbreiten und dennoch erstklassige Musik machen.

Macht euch doch mal locker.
Viele Komponisten waren zu Lebzeiten arm, mal so am Rande.

Der Punkt ist aber nach wie vor, wer das hören mag, soll es hören, ich gehe halt ungern auf Ballerman und Apres-Ski Parties, fertig. Aber ich darf die Musik doch auch billig und primitv finden. Ich bin sicher, ich habe so einiges in meiner MP3 Sammlung, wo die meisten hier nach Sekunden kopfschüttelnd abschalten würden, damit komme ich klar.

Es gibt nun mal einen wichtigen Unterschied zwischen Musikern/Bands, die klein angefangen haben und weil sie gut sind wurden sie erfolgreich und zwischen Ergüssen der Musikindustrie, wo professionelle Songwriter den Auftrag bekommen etwas zu komponieren, um den Massengeschmack zu treffen und Bierzelte und Hallen zu füllen und eine Helene Fischer im ZDF abendfüllend auftreten zu lassen.

Jeder, wie ers braucht. Aber ich muss nicht alles verstehen, mich verstehen auch nicht Alle, keine Sorge.
 
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  • #25
Ich finde eine solch extreme "Abwehrhaltung" auch seltsam.
Es passen doch zu unterschiedlichen Gelegenheiten jeweils unterschiedliche Musikrichtungen. Im Bierzelt will keiner Opern hören, beim Traugottesdienst in der Kirche wird kein Schlager gespielt. Insofern: Warum muss man nur einem bestimmten Stil anhängen? Situativ bedingt kann das durchaus wechseln.
 
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  • #26
Ich stelle mal die These auf:
Schlagerfans verfügen über die gewisse Naivität und Spontanität, Gefühle rauszulassen.
Sowas ist vielen Intellektuellen peinlich.
Wenn eine Andrea Berg in der Szene-Bar mit "Du hast mich 1000 x belogen, wir sind so hoch geflogen...usw. " erklingen würde......ja, dann würden sich die einsame Zahnärztin und der smarte Banker doch peinlich berührt fühlen.
Vielleicht gerade, weil genau dieses Lied - bam - erlebte Gefühle hervorruft - und Gefühle hat der Mensch mit Niveau ja gerne unter Kontrolle.
Und die kleine Friseuse und der Paketfahrer leben sich beim mitsingen aus.
Wie peinlich. Ja, so peinlich wie Gefühlsüberschwang, der gebildete Mensch kontrolliert und beherrscht sich.....
Schaut Euch doch mal die Fragen/Antworten hier im Forum an. Wo ist der Unterschied zu Schlagertexten. Ich möchte wetten, zu jeder Fragestellung würde einem Schlagerfan das passende Lied einfallen. Aber die Niveauvollen können sich dasselbe ja auch in kompliziert von angesagten Liedermachern anhören, dann passt es wieder.
 
  • #27
Schlagerfans verfügen über die gewisse Naivität und Spontanität, Gefühle rauszulassen.
Sowas ist vielen Intellektuellen peinlich.
Das triffts auf den Punkt! Ich finde ja gerade die Menschen Interessant die kein Problem damit haben trotz Bildung und vielfältiger Interessen auch mal völlig sinnentleert ein entsprechendes Lied mitzugrölen. Ein souveräner Mensch kann das völlig ohne seine Würde einzubüssen.

Das ist es eben nicht per se. Natürlich gibt's Geistlose Schlager, ebenso wie es völlig geistlose Musik aller anderen Richtungen gibt. Selbst in der Klassik, Bach war ein Massenkomponist, Zeitgenössische Schlager sozusagen. Wenn ich Bach spiele weiss ich nach drei Takten auch wies weitergeht.

Aber, Oh Wunder, es gibt auch "Schlager" die Geist haben, es ist ja auch eine Definitionsfrage. So wird z.B. Anett Louisian in diese Schublade gesteckt. Geistlos ist das aber keineswegs.

Ich finde Schlager auch nicht dolle, aber eine Frau auszuschliessen oder in eine Unterschicht-Schublade zu stecken nur weil Sie Schlager hört ist einfach engstirnig. Ich kann bei Frau Fischer nicht mitzählen, bin dort nicht.
Wir hatten vor einiger Zeit in der Stadt die Kastelruther irgendwas... auch Schlager, sogar noch schlimmer für mich: Volkstümliche Schlager. Ich weiss wer dort war... Von Unterschicht oder Bildungsferne oder Nachbarschaftsblockwarten alle weit entfernt.

Es gibt einfach Menschen denen die Feinheiten der Musik weder geläufig ist noch es Sie interessiert. Sie wollen damit einfach nur ausspannen und eine Gute Zeit haben.

[mod]
 
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  • #28
o.k. wir fassen zusammen:

es geht mal wieder um "unten" und "oben".

Die "unten" wollen nicht unten sein und treten gegen die "oben": gefühlsarm, heimlich singend, arrogant, selbstherrlich, abgehoben usw. usw.

Die "oben" wollen nichts mit unten zu tun haben und distanzieren sich von "unten": simpel gestrickt, ungebildet, laufen mit der Masse.

Dieses Unten und Oben ist Teil unserer Gesellschaft, ob es uns passt oder nicht. Da hilft alles "ich kenn aber da einen Zahnarzt, der grölt im Stadion und hat seinen Dr. in Ungarn gekauft, ich kenne aber da einen Bauarbeiter, der liest Proust und hört nur Opern". Kinnas, das sind die Ausnahmen, das wisst ihr doch auch!

Schlagerhören ist ein Indiz für Bildungsunterschiede. Unterschiede sind Unterschiede. Wie wir die werten, das ist unsere Sache. Und da ist jeder Beitrag, der abwertet, egal in welcher Richtung einer zu viel.

w
 
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Gast

  • #29
Ich stelle mal die These auf:
Schlagerfans verfügen über die gewisse Naivität und Spontanität, Gefühle rauszulassen.
Sowas ist vielen Intellektuellen peinlich.
Wenn eine Andrea Berg in der Szene-Bar mit "Du hast mich 1000 x belogen, wir sind so hoch geflogen...usw. " erklingen würde......ja, dann würden sich die einsame Zahnärztin und der smarte Banker doch peinlich berührt fühlen.
Vielleicht gerade, weil genau dieses Lied - bam - erlebte Gefühle hervorruft - und Gefühle hat der Mensch mit Niveau ja gerne unter Kontrolle.

Schaut Euch doch mal die Fragen/Antworten hier im Forum an. Wo ist der Unterschied zu Schlagertexten. Ich möchte wetten, zu jeder Fragestellung würde einem Schlagerfan das passende Lied einfallen. Aber die Niveauvollen können sich dasselbe ja auch in kompliziert von angesagten Liedermachern anhören, dann passt es wieder.
Da stimme ich zu, Gefühle zu zeigen, mal aus sich rauszukommen ist vielen peinlich, aber das hat nichts mit einer bestimmten Musikrichtung zu tun, ich kann beim Schlager keine Gefühle rauslassen, weil ich da gar keine echten Gefühle verspüre, es ist billig, künstlich, für mich, wohlgemerkt.

Auf einer Studentenparty beispielsweise, wo irgendwas Rockiges gespielt wird, glaubt ihr, da lässt keiner Gefühle raus, da benimmt sich keiner daneben? Aber klar doch, da gehen alle ab und natürlich wird da ordentlich gesoffen, aber allein die Vorstellung, dass da plötzlich Schlager laufen würde, dreht mir schon den Magen um, klar, mit genug Bier ist irgendwann alles Sch...egal, aber es muss trotzdem nicht sein.


Und das ewige Argument mit den englischen Texten: Vermutlich kann man aus den heutigen Charts 90% der Songs direkt im Klo runterspülen, es läuft fast nur Rotz, kaum besser als deutscher Schlager, nur etwas internationaler, klingt weniger nach Kleingärtnerverein, das ist alles.


Mal ein Musiktip von mir, im weitesten Sinne vielleicht Schlager, aber das passt da nicht wirklich. Musik mit, wie ich finde echten Gefühlen, diese cd lief bei uns Monate rauf und runter. Garantiert nicht Bierzeltkompatibel: "Maike Rosa Vogel - Unvollkommen".
 
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  • #30
Ich habe schlicht die Erfahrung gemacht, dass Schlagerfans selbst sehr eingeschränkt in ihrer Musikwahl sind. Da läuft den ganzen Tag nichts anderes, und das ist, wenn es einem selbst nicht gefällt, schlicht anstrengend. Viele Schlagerfans leben wohl nach dem Motto "Was der Bauer nicht kennt, isst er nicht!", sie sind das Sinnbild der Engstirnigkeit. Das mag nur ein Klischee sein, aber das kommt ja nicht von irgendwo!