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  • #1

WARUM werden Freunde für Arbeit und Partner vernachlässigt bzw. fallen gelassen?

Es wurde in den jüngsten Tagen die Vereinzelung angesprochen. Sie ist Fakt. Das Verhalten der Bewohner der Ex-DDR finde ich dazu ein gutes Beispiel: Kaum lockten Bananen und Jobs im Westen, wurden die vielbeschworenen Nachbarschaften und Gemeinschaften drangegeben. Oder: Regelmäßig igeln sich Pärchen geradezu ein. WARUM diese Vernachlässigung des Umfeldes? (obwohl Jobs und Partnerschaften eben keineswegs "ewig" halten, in Notlagen schon gar nicht...) Ist der Nutzen von Freundschaften/Umfeldern nicht UNMITTELBAR genug? Also: Erst die (unmittelbare und im Prinzip unstillbare) materielle und sexuelle Versorgung (+ ggf. Genweitergabe) - und später erst gemerkt, welchen Preis das hat?
 
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  • #2
Die sogenannten freundschaftlichen Bündnisse in der DDR, entstanden doch meistens durch die gemeinsame Not. Wenn wir zusammen halten, ist das Leid besser zu ertragen. Mal davon abgesehen, dass die vielen Kontakte auch zum Konsumaustausch dienten: gibst du mir, geb ich dir.
 
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  • #3
ich persönlich finde Freunde nicht besonders wichtig. Nach nunmehr 13 Umzügen habe ich festgestellt, dass Freunde kommen und gehen. Verlieben tut man sich (bzw. ich mich) im Leben hingegen höchstens 1-2 mal - wenn es hoch kommt. Deshalb würde ich meinen potentiellen Partner, Familie und zwangsläufig auch die Arbeit über alles stellen. Kenne es von meinem Elternhaus aber auch nicht anders.

w26
 
  • #4
Lieber Fragesteller! Was genau ist die neue Perspektive in diesem Thread? Das wurde doch schon alles in den anderen Threads zum Thema besprochen, oder?

Festzuhalten bleibt für mich:
+ Der Arbeitsplatz hat fundamentale Bedeutung für die Existenz: Essen, Wohnung, Versorgung.
+ Der Partner hat eine ebenfalls fundamentale bedeutung: Sex, Fortpflanzung, Liebe, Geborgenheit, Wirtschaftsgemeinschaft, füreinander einstehen
+ Erst dann folgt das soziale Umfeld an Freunden und Bekannten: Sozialkontakte, Sport, Freizeit, Spaß

Natürlich ist das soziale Umfeld nicht unwichtig, aber Partner und Arbeitsplatz sind nun doch schon eine ganze Größenordnung wichtiger. Sieht man ja auch an der Lebensrealität -- ohne Arbeitsplatz ist alles nichts; ohne Partner ist vieles viel weniger schön, ohne großes soziales Umfeld geht es aber notfalls! Damit sind die Prioritäten doch klar gesetzt.

Was genau an diesen Zusammenhängen bezweifelst Du?
 
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  • #5
@ Frederika

..."ohne Partner ist vieles viel weniger schön".... das trifft nicht immer zu.

Lieber Fragesteller,

leider sind meine Freunde berufsbedingt weggezogen, so dass der Kontakt nicht mehr so eng ist. Und jahrelange Freundschaften kann man nicht so schnell ersetzen. Soll aber nicht heißen, dass es mir jetzt schlecht geht. :)
 
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  • #6
Unter #1 könnte hierfür eine Erklärung sein. Das kann ich aber nicht beurteilen da ich
(mir gefallen die beiden entsprechenden Wörter nicht) ein "Wessi" bin.-
Meine Erfahrung: Gute Freundschaften halten -zig Jahre. Länger als manche Beziehung oder mancher Job. M 53J
 
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  • #7
Das kann man nicht so pauschal sagen.
meine Oma ist 90. Sie kennt ihre Freundinnen aus der Schulzeit.
Diese Freundschaften haben die Ehen und Berufe überdauert. Zusammen sind sie Mütter, Großmütter und Urgoßmütter geworden. Sie wurden Ehefrauen und Witwen.

Keine von Ihnen wäre auf die Idee gekommen, die Freundinnen bei der Eheschliessung oder der Geburt der Kinder abzuservieren.
Es sind Freundschaften für´s Leben.
 
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  • #8
@2 und Frederika:
Die Wahrheit ist oft, dass es genau umgekehrt ist. Es ist eine sehr schöne Denkensweise, dass man den Lebenspartner (ob männlich oder weiblich) findet und mit diesen durch Dick und Dünn geht. Wenn ihr so einen Partner findet, Hut ab, das ist heute SEHR SEHR selten.
Meine Erfahrung: ZUERST Freundschaften & Familie DANN die Partner DANN die Arbeit. Die Arbeit als Letztes, denn diese gibt es immer. Ich habe eine höhere Position und verdiene gut. Habe aber auch schon mal geputzt, es geht ja um die Miete und den Lebensunterhalt zu zahlen. Wenn aber das Arbeitsklima stimmt und man gerne den Job macht, die Chance hat, seinen Traum zu Leben ist das GLÜCK. Freunde hat man immer, sie sind da wenn es einem gut oder schlecht geht, stehen hinter einem. Partner kommen und gehen, hier ist es auch GLÜCK seinen Seelenverwandten zu treffen der die selben Ansichten usw hat.
Also würde ich mich eben ZUERST auf Freunde und Familie stützen, sie auch in Beziehungen nicht vernachlässigen, die Partner in den Freundes- und Familienkreis einbinden.
Lieber FS, die Situation die du erzählst beruht nicht auf Freundschaft - sondern ein Zusammenhalten in der Not. ECHTE Freunde haben aufrichtiges Interesse an DIR, an DEINEM Befinden und stehen IMMER hinter dir. Ich hatte viele Bekannte und Freunde, geblieben ist mir als wahrhafte Freundin nur EINE. Familie ist sowieso da.
Geh raus, schau dich um, hohle dir neue Freunde, geh in die Tiefe um zu sehen, was Wert und Bestand hat.
w.29
 
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  • #9
"Regelmäßig igeln sich Pärchen geradezu ein."
Was ein großer Fehler ist und die Beziehung tötet. Jede Beziehung lebt nur gut , wenn jeder seinen Freundeskreis behält und weiter pflegt
 
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  • #10
Nach dem Ende der DDR mussten aber auch sehr viele Menschen feststellen, dass sie von eben diesen "guten, treuen" Freunden bespitzelt wurden... Viele Menschen in den neuen Bundesländern sind daher extrem misstrauisch geworden, was das angeht - ist mein Eindruck.
Das Einigeln von Paaren findet meiner Meinung nach nur am Anfang einer Beziehung statt - weil man eben gerne die Zweisamkeit genießt. Das finde ich vollkommen ok, wenn darüber nicht ganz seine Freunde vergisst und wirklich gute Freundschaften halten es auch aus, wenn man mal nicht jeden Tag über Neuigkeiten plauscht.
w35
 
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  • #11
Es sind hier alles Ansichtsachen, Erfahrungswerte und es ist alles relativ. Wenn Freunde wichtiger sind als der Partner, kommt niemals eine echte Partnerschaft zu Gange!! In der Partnerschaft ist der Partner die Nr. 1. Jede 2. Geige fängt an zu streiken. m
 
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  • #12
@7 hier nochmal 2: Einstellungssache. Bei mir "kommen und gehen die Partner", wie du so schön schreibst, mal eben nicht so. Wenn ich eine Beziehung eingehe, dann nur, weil ich mir 100% sicher bin. Halbe Sachen, Zweckbeziehungen und Männer abfertigen wie am Fließband, waren noch nie mein Ding. Auch ist deine Aussage in sich widersprüchlich. Du betonst permanent die Wichtigkeit von Freundschaften, schreibst aber in einem Atemzug, dass dir letztlich nur EINE wahre Freundin geblieben ist? Das bestätigt mich doch: Freunde sind nebensächlich u. am ehesten austauschbar. Arbeit an letzter Stelle ist auch grenzwertig. Spätestens wenn wg. der neuen Arbeitsstelle der erste Umzug ansteht, werden alte Freundschaften nach und nach hinfällig. Unterstützung von außerhalb der Familie/Partnerschaft ist m.E. sowieso überkommenes Wunschdenken.
 
  • #13
@#7: Also wenn ich bei meinem Partner nach seinen Freunden komme, dann brauche ich so einen Partner absolut gar nicht. Umgekehrt gilt das gleiche. Du hast eine sehr eigenartige Vorstellung von Partnerschaft.

Eltern, Kinder und Partner sollten einem wesentlich enger stehen als alle anderen. Wer das nicht so sieht, käme für mich nicht als Partner in Frage und ist meines Erachtens sogar komplett beziehungsuntauglich.
 
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  • #14
Zu @8:
Du schreibst:
"Regelmäßig igeln sich Pärchen geradezu ein."
Was ein großer Fehler ist und die Beziehung tötet. Jede Beziehung lebt nur gut , wenn jeder seinen Freundeskreis behält und weiter pflegt.
Das ist deine Meinung, muss aber noch lange nicht funktionieren!
Ich bin da völlig anderer Meinung, da ich nicht oberflächlich strukturiert bin!
Alles "äusserliche" ist im Grunde genommen unwichtig und uninteressant.
Ein Paar was stimmig und sich von "innen" sehr nahe ist, hat doch weitaus bessere Karten für eine glückliche und unbestimmte Zeit, als wenn jeder für sich ständig seinen Freundeskreis pflegt und im "aussen" unterwegs ist!! m
 
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  • #15
FS:

Ich halte es mit 7.

Nichts ist mir wichtiger als meine Lebenszeit mit den Lebewesen zu verbringen, die ich schätze.

Dafür pfeife ich gerne auf Karriere, Mehreinkommen und Mehrkonsum.

Aber ich sehe ein, das ist offensichtlich eine antiquierte Haltung?

Die "moderne" Variante (Karriere forever und dann mit Traumpartner im Traumhaus bis ans Lebensende) scheint allerdings irgendwie doch nicht so recht zu funzen, sonst gäbe es kaum so viele Singlebörsen?
 
  • #16
Hä? die "sexuelle Versorgung" wichtiger als die Freunde... Meine Partnerin MUSS ebenfalls ein guter Freund sein, eben nicht nur sexuelle Versorgung und Genweitergabe!

Es ist schon richtig dass die Freundeskreise weiter gepflegt werden sollten, aber es muss doch ganz klar sein dass die Partnerin an ersten Stelle steht. Also sollte man dann doch vielleicht sich gegenseitig in die Freundeskreise einführen um beides zu pflegen. Jeder für sich seinen Freundeskreis und dann ab und zu mal einen gemeinsamen Termin ausmachen? Wie soll das gehen?

@alle die meinen Entfernungen seien ein Problem Freundschaften zu pflegen: Heutzutage gibts so nette Dinge wie Skype und das Internet. Mit meine besten und langjährigsten Freunde leben 800km entfernt- funktioniert gut!
 
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  • #17
MadMax

die menschen sind verschieden. es gibt eben auch die jenigen, die sich, leben sie in einer beziehung, völlig abschotten.

normalerweise läuft es aber so, dass man sich nur in einer neuén beziehung erst einmal aufeinander konzentriert.
später öffnet man sich dann wieder seinem umfeld.
das ist ein völlig normaler ablauf.

am besten ist es, wenn ,man sich die beziehung aus dem freundeskreis heraus bildete. da haben dann beide ein interesse daran, auch den freundeskreis weiter zu pflegen, an gemeinsamen unternehmungen teilzuhaben.

ich kenne auch viele beispiele dafür, dass beziehungen kommen und gehen, die freunde aber bleiben.
 
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