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  • #1

Warum will er das Haus alleine kaufen?

Ich und mein Freund wollen in der nahen Zukunft heiraten. Allerdings will mein Partner jetzt ein Haus kaufen und dann heiraten. Ich möchte aber auch das Haus mitkaufen und dann heiraten, also das Haus direkt und nicht indirekt mitfinanzieren. Er hat 35.000 EUR Eigenkapital und ich 15.000 EUR. Würde auch gerne das Darlehen für den Rest mitaufnehmen wollen. Bin momentan aber im Erziehungsurlaub (also kein Einkommen im Sinne eines Gehalts), sodass es realistisch in paar Jahren wäre. Im Falle einer Trennung könnte theoretisch jeder seinen Anteil aus dem Verkauf wiederbekommen. Ist denn meine Variante nicht fairer? Finde, dass keiner von uns benachteiligt werden sollte.
 
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  • #2
haha, da darf ich mal lachen. Dein Freund hat Recht. Du bist im Erziehungsurlaub, verdienst also nicht, hättest bei einer Scheidung dann aber den Zugewinn aus dem Haus + deinen Anteil in Höhe von 15.000 EUR. Da du momentan eh nichts dazu bezahlst, wäre er schön blöd, das Haus mit dir zu kaufen. Ein Tipp von mir, auch wenn du ihn nicht hören willst: Er soll bitte auch noch Gütertrennung vereinbaren, damit du ja nicht an sein erarbeitetes Vermögen kommst.
 
  • #3
Liebe Fragestellerin, das ist ein extrem schwieriges und komplexes Thema. Letztlich geht es aber zu einem ganz wesentlichen Teil um das Spannungsfeld zwischen Vertrauen und Sicherheit.

Fakt ist, dass mehr als 50% aller heute geschlossenen Ehen geschieden werden und jede Trennung mit gemeinsamen Haus führt zu einer finanziellen Katastrophe. Plötzlich verkaufen zu müssen, ist immer mit Verlusten verbunden, oftmals sogar mit drastischen, insbesondere wenn die Finanzierung dann abgelöst werden muss (Vorfälligkeitsentschädigung, bald wieder steigende Bauzinsen, Umschuldung). Ein gemeinsames Haus ist das größte wirtschaftliche Risiko, das man eingehen kann und dafür muss man sich schon 100%ige sicher sein und selbst dann geht man noch ein signifikantes Risiko ein. Aus reiner Vernunft ist es daher absolut empfehlenswert, ein Haus alleine zu beistzen, wenn man es denn dann auch alleine finanzieren kann.

Deine in der Frage geschilderte Auffassung ist extrem naiv. Was sind denn 15.000 Euro Eigenkapital? Das ist ein Tropfen auf den heißen Stein, mehr nicht. Vergiss das. Davon könnt Ihr neue Möbel kaufen, die dann Dir alleine gehören oder sie als Notreserve ansehen oder sonstwas, aber wegen lächerlicher 15.000 würde doch kein vernünftiger Bauherr ein Haus 50:50 als Eigentümer teilen wollen. Das ist geradezu naiv bis grotesk. Ebenso naiv ist es zu vermuten, dass man im falle einer Trennung das Haus spontan auch nur ansatzweise für den Wert verkauft kriegt oder dass keine riesigen Verluste durch Vorfälligkeitsentschädigung auftreten. Ich finde außerdem, dass das ganze nichts mit "fair" zu tun hat, sondern allenfalls mit realistischer Risikoeinschätzung vs. Zuversicht auf den Beziehungserfolg.

Noch ein Punkt, der mir nicht ganz klar geworden ist: Habt Ihr ein gemeinsames Kind oder ist das Kind von einem anderen Vater? Letzterer Fall wäre ja sowieso für den mann extrem unangenehm, da dann das fremde Kind einen Hauanteil erben würde, falls Du stirbst. Dass er unter solchen Bedingungen keine Mischkonstrukte will, ist logisch. Da müsste auch jeder Notar gegen beraten. Falls es Euer gemeinsames Kind ist, spielt das Kind natürlich keine Rolle in bezug auf diese Überlegungen -- in keine Richtung, da die Heirat die diesbezüglichen Verhältnisse nicht ändern wird.

Kurze Antwort: Er handelt eigentlich vernünftig, vielleicht etwas zu sachlich-nüchtern, aber eindeutig empfehlenswert. Er minimiert seine Risiken und ist trotzdem fair. Unstelle ihm bitte auf keinen Fall mangelnde Fairness, nur weil er auf Nummer Sicher gehen will. Wenn er der Hauptverdiener, Hauptinvestor und Hauptabzahler sein wird, dann wäre es im Gegenteil nur fair, dass er auch Eigentümer ist, zumal Du so gut wie nichts zur Finanzierung oder Abzahlung beitragen können willst.

Wie stellst Du Dir denn vor, Dich zu 50% an der Investition und Abzahlung beteiligen zu können? Das ist doch naiv und unrealistisch. Du möchtest am liebsten 50% Eigentümer sein, aber nur marginal investitieren, quasi gar nicht abzahlen und nur formal auf der Hypothek drauf stehen. Sorry, wenn, dann ist DAS unfair gedacht und benachteiligt denjenigen, der die Hauptlast tragen wird.
 
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  • #4
Wenn man ein Haus gemeinsam kauft, dann wird es i.d.R. jedem zur Hälfte gehören (von einer anderen Variante, außer im Falle einer Erbengemeinschaft habe ich bisher noch nie etwas gehört). Du hast aber nicht die gleiche Summe als Eigenkapital zur Verfügung wie Dein Freund, nicht einmal die Hälfte seines Eigenkapitals. Die Rückzahlungsraten könntest Du derzeit auch nicht zur Hälfte tragen, weil Du ja kein Einkommen beziehst. Davon ganz abgesehen, würde Dir -da Du eben kein Gehalt hast- ohnehin keine Bank ein Darlehen geben, da völlig klar ist, dass Du die Raten nicht tragen kannst.

Im übrigen ist es im Falle einer Trennung immer deutlich leichter, wenn nur eine Person als Eigentümer ins Grundbuch eingetragen ist. Ich weiß, dass sich das für Dich nicht gut anhört, da Du in Deiner jetzigen Situation ganz sicher nicht über eine Trennung nachdenkst. Aber ich habe das Ganze bereits einmal erlebt und weiß, wovon ich spreche. Gott sei Dank, war ich aufgrund meines Berufes finanziell in der Lage, meinem damaligen Mann seine Hälfte abzukaufen. Er hätte das Haus alleine nicht behalten können.
 
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  • #5
Anders als #1 finde ich deine 15.000 nicht so lächerlich, zumindest nicht im Vergleich der 35.000 deines Partners. Das ist immerhin ca. 1/4 des Eigenkapitals. Ich weiß ja nicht, wo ihr wohnt, aber auch mit zusammen 50.000 habt ihr nicht sonderlich viel Eigenkapital für ein Haus.
Dass dein Freund das alleine machen möchte, würde mich nicht so sehr stören, denn ich kenne genügend Ehen, deren Trennung auch das Haus aufgefressen hat.
Was du aber ganz dringend machen solltest: Geh zum Anwalt und lass einen Ehevertrag aufsetzen. Lass dich beraten. Wenn du sein Kind erziehst, wenn du den Haushalt machst, wenn du danach wieder arbeiten gehst und dein Gehalt in das tägliche Leben einfließen lässt, weil dein Mann für die Rückzahlung sorgen muss, dann kann es natürlich nicht sein, dass dein Geld dann irgendwann aufgebraucht ist und er das Haus besitzt.
Auch beim Kauf von Möbeln von deinem Geld wäre ich vorsichtig, denn was hättest du in 10 Jahren davon, die Möbel dann mitzunehmen?
Also bei aller Liebe - lasst euch beide beraten.
 
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  • #6
@4 sie zahlt die ortsübliche hälftige Miete - vgl. einer Mietwohnung und die NK hälftig. Dann gehört ihr nichts und sie zahlt auch nicht mehr, als wenn beide in einer Mietwhg. leben würden. Und wie kommst du auf 1/4 Eigenkapital. Gibt es bei euch auf dem Land noch kpl. Häuser für 200.000 EUR?
 
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  • #7
@4 wenn sie den Haushalt macht und nichts verdient, finanziert er ihr doch bereits ihre Arbeit, in dem er das Haus abbezahlt. Welches Geld von ihr sollte denn da aufgebraucht sein? Er zahlt doch und für ein Haus und auch die Nebenkosten sowie Verpflegung, Kindersachen usw. wohl nicht zu knapp. Was soll sie denn noch rausschlagen deiner Meinung nach???
 
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  • #8
Welche Argumente gibt dein Zukünftiger denn an, warum er das Haus alleine kaufen will? Ist er vielleicht "gebranntes Kind" und hat schon einmal eine Scheidung/Trennung mit viel Lehrgeld bezahlen müssen? Er muss ja Gründe haben, sich so zu entscheiden!
 
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  • #9
Ich hätte es auch als seltsam empfunden, wenn mein Partner darauf bestanden hätte, ein Haus kurz vor der Ehe allein zu kaufen, ich wäre mir dann wie ein Untermieter vorgekommen.

Falls dein Freund das Haus vor der Ehe allein kauft, lege dein eigenes Kapital vor der Ehe sicher und fest an. Lass es KEINESFALLS in Alltagsgegenstände wie Möbel einfließen, denn Möbel nutzen sich ab und sind in ein paar Jahren nichts mehr wert, das Haus deines Freundes aber behält voraussichtlich seinen Wert oder steigt sogar.

Bei uns war es genau umgekehrt, ich hatte vor der Ehe ein großes Vermögen durch Erbschaft und wir haben davon unter anderem alle großen Anschaffungen getätigt, die wir uns von seinem Assistenzarztgehalt nie hätten leisten können (Autos, Möbel und sogar die Patentgebühren und Entwicklungskosten für unsere Firma). Ich fand das ganz normal, denn man heiratet doch, weil man eine gemeinsame Zukunft haben will. Allerdings hatte meine "Blauäugigkeit" dann 20 Jahre später lange Scheidungsauseinandersetzungen zur Folge. Also, halte dein Geld schön zusammen, wenn er das auch tut, auch wenn es "nur" 15000 Euro sind!

w54
 
  • #10
@#7: Welche Argumente sprechen denn dafür, dass er Ihr eine fünf- bis sechsstellige Summe schenkt und im Ernstfall der Trennung einen ebenso große Summe vernichtet? Das wirtschaftliche Risiko einer stark ungleich finanzierten Immobilie ist extrem hoch und die Verluste im Ernstfall sind existentiell.

Ich sehr einfach Null Gründe, in der konkreten Situation ein Haus gemeinsam zu kaufen, aber er bezahlt es fast alleine -- erst durch Investivmittel und dann beim Abzahlen und sie gewinnt während des Abzahlens auch noch Zugewinnantele.

Im Gegenteil müsste er schauen, dass er nur in einer modifizierten Zugewinngemeinschaft heiratet, die das Haus ausnimmt -- sonst gehört Ihr dennoch die Hälfte des Zugewinns und er verliert das Haus doch noch. Er braucht auf jeden Fall einen guten Notar.

Der Fragestellerin rate ich nochmals: ANSTÄNDIG BLEIBEN. Das klingt eher nach Abzocke als nach liebevoller Gleichberechtigung.
 
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  • #11
@9 und wer finanziert nach deiner Empfehlung das Leben der FS? Doch wohl der zukünftige Ehemann. Warum darf sie ihr Geld zusammenhalten, während er sie finanziert?
 
  • #12
@#9: Müssen wir jetzt als Frauen zusammenhalten oder wie? Das klingt nach Geschlechterbashing und nicht nach fairem Ratschlag. Er investiert sein Vermögen, verschuldet sich, nimmt viele Abzahlungen in Kauf für den gemeinsamen Nestbau und nur weil er vernünftigerweise nicht sechsstellige Summen riskieren will, soll sie "schön ihr Geld zusammenhalten" und sich gar nicht am gemeinsamen Leben beteiligen?

Ja, wie stellst Du Dir das denn vor? Mindestens die Hälfte aller Möbel und Konsumgüter muss sie sowieso bezahlen und angesichts der Tatsache, dass sie wahrscheinlich günstig in einem weit über ihren Verhältnissen liegenden Haus wohnen wird können, sollte es ihr die Sache wert sein, wenigstens etwas beizutragen -- und nicht ihr Geld wegzulegen und ihn zappeln zu lassen.

Also manchmal kann man sich nur noch wundern -- wenn man so an Partnerschaften herangeht, dann kann es ja nichts werden. Du hast es als junge Frau doch eigentlich richtig gemacht und wirklich geschadet hat es Dir doch nicht, wenn ich das in anderen Beiträgen richtig verstanden habe.
 
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  • #13
@ 11:
Und wer betreut und versorgt das Kind, während er arbeitet, um sein Haus zu finanzieren?
Es ist doch wohl die logische Konsequenz, wenn man eine Familie gründen will, dass man abspricht, wer welche Aufgaben übernimmt. Auch wenn es nicht 1:1 aufgeht - das ist in Familiendingen ohnehin selten!
 
  • #14
Schade das die FS sich nicht mehr zu Wort meldet und Stellung bezieht. Ich kann mir vorstellen das sie das Gefühl komisch findet bei ihrem Ehemann zur Miete zu wohnen, aber im Falle einer Trennung ist es sehr gut, wenn die Eigentumsverhältnisse geklärt sind und jeder weiss was ihn erwartet, wer ausziehen muss und somit gibt es kein über den Tisch ziehen im Nachhinein. Ich denke es ist sehr fair, das dein Mann das Haus kauft, da er auch Hauptfinanzier ist. Für dich ist dann auch klar, beim Scheitern der Ehe musst du dir etwas neues suchen. Klare Verhältnisse sind das Beste und sorgen dafür, dass es später keinen Streit gibt
Wo hast du denn ein Problem mit klaren Regelungen die auch für dich fair sind aber ihn nicht extrem benachteiligen?
 
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  • #15
@ #11 Na ja, nun scheint der Thread doch wieder darauf hinauszulaufen, wie der Wert der Haus- und Mutterarbeit einzustufen ist. Daher beteilige ich mich nicht weiter an der Diskussion, denn die ist leider dann immer wenig objektiv.

@ #10 du widerspricht dir selbst, denn sonst bist du angeblich immer für "gemeinsamen Hausbau" als eines der wichtigen Partnerschaftsziele. Und ich empfehle der Fragestellerin nur, GENAUSO vorsichtig zu sein, wie es offfensichtlich der künftige Ehemann ist. Was hat das mit "Zusammenhalten unter Frauen" zu tun? Und ja, für mich war es im Nachhinein ein Segen, dass ich mein Vermögen in die Firma investiert habe, weil die Firma jetzt floriert, aber trotzdem empfinde ich es im Nachhinein als Blauäugigkeit. Aber darüber weiter Haarspalterei betreiben möchte ich jetzt nicht.

#9 w54
 
  • #16
Mich würde in diesem Zusammenhang zunächst mal interessieren, ob die FSin wegen eines GEMEINSAMEN Kindes in Mutterschaftsurlaub ist. Ich weiß nicht, wie hier gute ratschläge gegeben werden können, und Abzocke unterstellt wird, ohn wenigstens ein paar ganz banale Hintergründe zu kennen.

Ich wäre und würde nicht in des Haus eines Mannes ziehen. Entweder ist es ein gemeinsames Haus, oder, besser noch, meines. Warum sollte ich mich um das Haus eines Menschen kümmern, der sich so gut um sich selbst kümmern kann???
 
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  • #17
Liebe FS!
Am besten, du legst dein Eigenkapital zunächst mal an.
Er investiert seins ja auch alleine für sich.
Im Falle einer Trennung will er nichts von seinem "Anfangskapital" an dich verlieren (verständlich).
Dir steht natürlich das selbe Recht zu.
Im Moment bist du im Erziehungsurlaub, der wird irgendwann vorbei sein.
Wenn du dann auch wieder ein eigenes Einkommen hast solltest du dir überlegen von deinem Geld eine Eigentumswohnung oder wenn möglich und gewollt auch ein Haus zu finanzieren, man kann ja vermieten, solange nicht "benötigt".
Somit würdest du im Falle einer Trennung nicht ohne was dastehen.
Es ist aus seiner Sicht verständlich, wenn er das Haus alleine kaufen will mit der Begründung, daß du nicht die finanziellen Mittel hast den selben Teil wie er dazu beizutragen.
Allerdings kann er dann aber auch nicht erwarten, daß du DEIN Geld in SEIN Haus mit einfließen läßt.
Bleibt ihr zusammen ist es ja eh egal, solange ihr zusammen seid ist sowieso alles "Euer".
Und im Falle einer Trennung hätte jeder etwas für seine eigene Zukunft aufgebaut, ohne daß gestritten werden muß, wer wem nun noch was wieder zurück zahlen muß.
 
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  • #18
Liebe FS, ich würde mich von diesem Mann trennen. Es wird nichts werden ,wenn er mit solchen Gedanken heiraten möchte! Ich sehe schon folgende Variante: er ist der Eigentümer, Du wohnst im Hause und MUSS damit aus seiner Sicht, SEIN Haus mitfinanzieren, das sind seine Hintergedanken bei der Sache (sorry, auch wenn Du es ungerne hörst) Warte ab, das Geld wird noch knapp , und er wird noch meckern, dass Dein Anteil zu gering wird. Ich kenne solche Fälle. Bei der Scheidung kriegt er sein Haus und Du gar nichts. Sieht eine "gemeinsame" Zukunft etwa so aus? Entweder zusammen von Anfang an, mit allen Risiken, die dazugehören , ohne jemand benachteilig wird, oder jeder für sich. Bei ihm sieht es schon extrem danach aus.
 
  • #19
Bei einer Scheidung wird doch sowieso berücksichtigt, wer wie viel in die Ehe mit eingebracht hat!
Die FS müsste deshalb ihr Geld gar nicht beiseite schaffen
 
  • #20
Frage an #11:
Wie kommst du darauf, dass "er sie finanziert"?

Ich nehme doch mal an, dass beide berufstätig sind und deshalb beide ihren Lebensunterhalt gemeinsam bewältigen.
 
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  • #21
Nix für ungut, aber manche Frauen sind schon eine komische Kombi aus naiv und geldgeil und berechnend.

Wie kann man nur davon ausgehen, dass der Mann von seinem Geld ein Haus abbezahlt, aber ihr gehört dann automatisch die Hälfte?

Falls die Ehe bestand hat, dann wird sie bis ans Ende ihrer Tage im gemeinsamen Haus wohnen können. Mietfrei und sorgenfrei.

Falls es zur Scheidung kommt, dann verstehe ich beim besten Willen nicht, warum ihr dann auch noch 50% vom Haus gehören sollen, das er all die Jahre allein hat abbezahlen müssen.

Weder 15000 noch 35000 sind viel Eigenkapital für einen Hauskauf. Wenn auch noch ein Kleinkind da ist, das enorme Kosten verursacht, dann ist es wirklich nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Bei uns in der Gegend kosten Häuser auf dem Land mind. 300.000 bis 400.000 Euro. Und dann hat man eher unteren Standard und nix Besonderes.

Bei dem geringen Eigenkapital wird der Mann noch Jahrzehnte die Schulden abstottern. Falls die Frau nicht sehr schnell wieder arbeiten geht.

Warum soll ihr dann bei einer Trennung auch noch die Hälfte vom Haus gehören?

Gegenfrage: Welche Frau würde denn das Haus praktisch alleine von ihrem Geld abbezahlen und dem Mann trotzdem 50% beim Notar überschreiben? Falls es wirklich so dumme Damen gibt, bitte meldet euch umgehend bei mir:))

Falls die Frau aber sehr schnell wieder in Lohn und Brot will und aktiv den Kredit mit abstottert, dann soll ihr auch die Hälfte des Hauses gehören. Aber wenn sie ein einkommensloses Leben als Hausfrau und Mutter plant, dann würde ich ihr nicht einen Dachziegel überschreiben.
 
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  • #22
@FS
Na, das fängt ja prima an...
Am besten wäre es auch, du heiratest ihn gar nicht.
Aber dein Freund hat eigentlich recht, Immobilien kauft man besser allein.
Und wenn man sich das allein nicht leisten kann, lässt man es lieber.
Gemeinsamer Hausbau --> Trennung --> Streit um die Immobilie --> Zwangsversteigerung --> u.U. lässt die Privatinsolvenz grüßen.
Passiert tagtäglich tausendfach in Deutschland.
Geh' einfach mal auf's Amtsgericht und schau' dir die Versteigerungstermine an...
Also - viel Glück für eure bevorstehende Ehe! ;-)
 
  • #23
Bleibt doch alle mal pragmatisch und stellt Euch vor, es wäre Euer Geld!

Wer würde denn freiwillig hohe fünf- oder gar sechsstellige Summen einfach verschenken? Und darauf läuft es doch hinaus. Das kann man einfach von niemandem erwarten und so rosa-rot vernebelt sollte man auch nicht sein, sondern schon noch etwas Vernunft walten lassen.

Wenn einer der beiden Partner deutlich mehr besitzt oder verdient, dann ist es doch völlig in Ordnung, wenn er ein Haus anschafft, das beide nutzen, aber ihm gehört. Das diktiert doch geradezu der gesunde Menschenverstand!

Und nochmal pragmatisch: Solange die beiden zusammen sind, leben sie gemeinsam im Haus und die Eigentumsverhältnisse sind völlig schnuppe. Und wenn es auseinandergeht, dann hat man ja wohl zurecht keine Anrechte am fremden Vermögen und kann froh sein, wenn alles einfach auseinanderzurechnen ist.

Also manchmal verstehe ich die künstlichen Komplikationen nicht -- scheint mir eine Mischung aus Heuchelei und Gier zu sein.
 
  • #24
Mich würde es stören, daß die Frau ihm durch eine Mietzahlung die Möglichkeit zur Gegenfinanzierung der Immobilie macht, dessen Nutznießer er alleine ist.

Ich gehe mal davon aus, die FS bleibt höchstens 3 Jahre zuhause. Beide lieben sich und es ist ihr gemeinsames Kind. Das Haus kostet 300.000 Euro:

Mein Vorschlag: Der Eigenanteil für beide zusammen ist 50.000 Euro, der Finanzierungsanteil ist 250.000 Euro. Beide heiraten und finanzieren dann gemeinsam. Wer wann wie zuhause ist oder arbeiten geht ist in einer intakten Ehe nebensächlich.
D.h. nach Abzahlung des Kredites gehören ihr 125.000+15.000=140.000 plus Zinsen und ihm 125.000+35.000=160.000 plus Zinsen.
Das heißt, die Eigentumsanteile richten sich bis zur Heirat nach dem jeweiligen Ersparten, nach der Heirat und Hauskauf hälftig (wie es sich in einer intakten Ehe gehört)

Was meint ihr?
 
  • #25
@#23: Also erstens empfinde ich eine Eigenkapitalquote von 16% absurd gering. Sicherlich kriegt man dafür irgendeine waghalsige Finanzierung, aber das ist doch reiner Wahnsinn. So etwas sollte man einfach nicht machen, ganz unabhängig vom konkreten Fall dieser Frage hier.

Auf interhyp.de kann man ja schnell vieles durchrechnen, aber 250 TE Kredit über 10 Jahre bei 3% Tilgung und 4.5% Zins ergeben z.B. 1.500 Monatsrate bei einer Restschuld von 155 TE. Einfach Wahnsinn, man kommt einfach nicht in angemessener Zeit von weg. Bei 200 TE Kredit (33% Eigenkapitalquote) wird einem schon 4.3% geboten und mit 5% Tilgung ist man bei gleicher Monatsrate nach 10 J auf 75 TE Restschuld runter. Braucht man nur 150 TE (50% Eigenkapitalquote) kann man bei gleicher Monatsrate voll tilgen und zahlt nur 4.0% Zinsen. -- Unter 50% Eigenkapitalquote sollte man einfach nicht anfangen, da auch der Risikoaufschlag der banken zurecht hoch ist und man sich einfach am Zins dumm und dämlich zahlt.

Deine These, Constanze, dass ER abzahlt und es hinterher BEIDEN gehört, ist einfach absurd. Das würde ich niemals wollen -- weder als zahlender Partner noch als nutznießender. Das ist doch einfach unfairer Wahnsinn, wenn man bedenkt, wie hoch das Trennungsrisiko heutzutage ist.

Einfach die Augen zuzumachen und zu hoffen, dass die eigene Ehe schon glücken wird und nur die anderen Pech haben, ist weltfremd bis naiv und im Endeffekt einfach dumm. Nein, das kann man nicht machen. Wenn man sich wirklich liebt, kommt es während des Zusammenwohnens gar nicht auf die Eigentumsverhältnisse an- genau wie Eheverträge spielt all das doch nur eine Rolle, falls es wider Erwarten doch nicht klappt. Und dann ist es doch gut, wenn alles fair geregelt ist.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich 10 Jahre ein Haus abzahle, 200 TE abzahle und dann gehört meinem Partner davon die Hälfte, obwohl er nichts eingezahlt hat. Sorry, so funktioniert die Welt einfach nicht mehr. Da macht es auch keinen Unterschied, ob in Deinem Beispiel das lächerliche geringe Eigenkapital dann noch fair zugeteilt wird, wenn eine sechsstillige Summe unfair geteilt wird.
 
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  • #26
Ich (m) habe mir gerade nochmal genau die Fragestellung der FS durchgelesen.

Falls ich alles richtig verstanden habe, möchte die FS schnell wieder arbeiten gehen, aber durch das Kleinkind wird sich das noch ein paar Jahre hinziehen, in dieser Zeit kann sie keinen Cent zum Kredit beisteuern.

Das Haus soll aber jetzt schon gekauft werden. Der Mann hat aber dann das Problem, dass er ein hohes Risiko eingeht, falls die FS nochmal schwanger wird oder einfach die Wiederaufnahme einer bezahlten Arbeit verweigert. Denn ist erstmal das Haus gemeinsam ins Grundbuch eingetragen und die FS zahlt trotzdem nicht mit, dann gehört ihr trotz aller vorheriger Absprache 50%.

Und dieses Risiko will der spätere Ehemann wohl ausschließen. Auch irgendwie verständlich. Aber ebenso kann ich den Standpunkt der FS verstehen, falls sie in wenigen Jahren ganz aktiv mit abbezahlen wird und dann gehört ihr nichts vom Haus.

Der Hauskauf in der momenten einkommenslosen Situation ist für beide Partner eher unpassend. Evtl. sollte der Hauskauf bis zur wiederaufgenommen Berufstätigkeit der FS verschoben werden. Denn dann könnte man wieder auf finanz. Augenhöhe verhandeln.

Ein Arbeitskollege verliert durch Scheidung gerade sein Haus. Den Bauplatz hatte er geerbt und seit fast 20Jahren die Schulden allein abbezahlt. Die beiden haben 3 Kinder und die Frau war immer nur Hausfrau. Er muss sie auszahlen, da er das nicht kann, wird er das Haus verkaufen müssen. So etwas wünsch ich niemanden! Weder einer Frau noch einem Mann, der die Hauskosten quasi zu 100% selbst gestemmt hat. Da hat Frederike schon recht, wenn sie sagt, dass niemand in der rosaroten Verliebtheit 6stellige Summen leichtfertig verschenken sollte.
 
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  • #27
Er sollte sie wirklich nicht heiraten - denn der Zugewinn - sein hart erwirtschaftetes Geld, wird ja trotzdem geteilt, selbst wenn sie nie etwas bezahlt hat. Die Zeiten haben sich einfach geändert - es darf nicht mehr sein, dass Frauen schamlos abzocken und Männer in die Röhre schauen. Wie 20 mit seiner Gegenfrage so treffend beschreibt. Keine Frau würde ihrem Mann auch nur ansatzweise 50 % überschreiben, wenn sie alles bezahlt hätte. Darüber sollte man in 2011 mal nachdenken. Wenn zwei das Gleiche tun (sollen) - ist es leider noch immer nicht das Gleiche!
 
  • #28
@24: Ich dachte immer, Du legst so großen Wert auf das "Wir"-Gefühl in einer Beziehung? Es ist ja nicht so, daß nur er bezahlt - sie erledigt für ihn die Kindererziehung und die gesamte Hausarbeit. Das ist auch verdammt viel Arbeit, nur eben unbezahlte! Das Geld, das ein Partner in einer intakten Familie verdient ist doch beider Geld! Zweitens gehe ich davon aus, daß sie nicht so verrückt sein wird, mit dem arbeiten aufzuhören.

Ich gebe Dir recht, 16 % Eigenanteil sind verdammt wenig. 25% sollten es schon sein. Es lohnt sich, also noch ein bisschen anzusparen und dann erst zu kaufen. Man hat dadurch eine Menge Zinsersparnis. Bei 1% Tilgung zahlt man das Haus quasi doppelt.
 
  • #29
@#27: Na ja, als seriös empfinde ich 50% Eigenkapital. Notfalls einfach kleiner bauen -- und wer sich kein Haus leisten kann, sollte eben lieber darauf verzichten, als sich zu übernehmen. Zwangsversteigerung und Privatinsolvenz verpfuschen das ganze Leben. Man kann sich auch eine Eigentumswohnung oder ein Reihenhaus kaufen, das erreichbar ist.

Du hast recht, ich lege viel Wert auf Wir-Gefühl und kann mir durchaus vorstellen, gemeinsam mit einem Partner ein Haus zu bauen. Dann müssen aber auch die Eigentumsverhältnisse ein echtes Wir-Gefühl ermöglichen und keine Abzocke wie in diesem Falle.

Und nein, Constanze, sie erledigt nicht alles, was sie im Leben macht, "für ihn". Das ist billige Polemik. Mal abgesehen davon, dass die Hälfte der Arbeit für das Kind ja ohnehin ihr Anteil wäre. Er bezahlt Wohnung, Essen, Urlaub, Kleidung, Freizeit, Instandhaltung und vielleicht gar einen Zweitwagen für alle drei oder vier -- genau dafür ist ihre Arbeit das Äquivalent. Der Ehemann stellt seine Hausfrau frei von allen Ausgaben und muss alleine für drei oder vier Personen heranschaffen. Das ist für mich gleichwertig, da muss sich niemand beschweren -- weder der Mann noch die Frau. Aber ZUSÄTZLICH muss die Frau dann nicht auch noch Anteile an seinen Rücklagen, Investitionen oder sonstwas haben. Das ist absurd. Das würde ja auch bedeuten, dass eine Frau mehr verdient, weil der Mann gerade mehr verdient, obwohl die Kinder- und Hausarbeit faktisch die gleiche bleibt. Nein, das ist weder gerecht noch angemessen.
 
  • #30
Ich habe mit 50% Eigenkapital finanziert... :eek:)

Richtig, das Geld des Mannes, welches er durch Erwerbsarbeit verdient ist gleichwertig mit der Hausarbeit und 2-3 Kindern.

Gesetzt der Fall, sie zahlt ihm (wie vorgeschlagen) monatlich eine halbe Kaltmiete für ein vergleichbares Objekt. dann ist ihr Geld weg (weil Miete). Für ihn ist es Einkommen, welches zur Tilgung des Darlehens für SEIN Haus herangezogen wird. Dieses irgendwann getilgte Darlehen ist dann SEIN schuldenfreies Haus. Das heißt, sie zahlt, er zahlt - aber nur er hat den Gewinn, wenn die Ehe auseinandergeht. Das finde ich nicht gerecht. Auch nicht, wenn beide unterschiedliche Beträge beisteuern.
Ich bleibe dabei: Das Eigentum sollte anteilig gemäß Finanzkraft aufgeteilt werden.
Ich kann hier auch keine Abzocke sehen - beide sind am Anfang einer Partnerschaft und sicher weit davon entfernt, einander Böses zu wollen. Immerhin beträgt der Unterschied beim Eigenkapital nur 20.000 Euro! Das ist nicht die Welt.
 
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