E

Elisabelle

Gast
  • #1

Warum will mein neuer Freund nicht mit mir schlafen?

Liebe Leser,
ich brauche euren Rat. Ich (31) habe schon einige Beziehungen gehabt und konnte sexuell verschiedene Erfahrungen sammeln. Eigentlich habe ich in dem Bereich auch keine Probleme und gehe sehr natürlich und selbstverständlich mit dem Thema um.

Ich bin seit ca 3. Monaten mit meinem Partner (36) zusammen. Wir waren zwei Jahre lang beste Freunde und plötzlich hat es gefunkt. Es ist wunderschön, auch wenn die Situation für uns beide sehr neu und fremd ist. Wir sind in allem sehr vorsichtig und wollen uns auf keinen Fall verlieren.

Allerdings ist das mit dem Sex etwas schwierig. Eigentlich sind wir total verliebt und weil wir uns schon so gut kennen, haben wir auch großes Vertrauen zueinander und möchten beide die "neue" Beziehung stärken und aufbauen. Ich bin ein sehr leidenschaftlicher Mensch und könnte in meiner Verliebtheit gerade jeden Tag mit ihm schlafen. Dennoch möchte er es sehr selten und wenn wir es dann tun, sind wir beide dann sehr schüchtern und noch etwas verkrampft, so dass der Akt an sich dann auch nicht so lange dauert. Ich denke, das ist auch normal in der Anfangszeit, wenn man sich auf so vielen anderen Ebenen schon so nahe ist.

Dennoch mache ich mir Sorgen. In meinen sexuellen Erfahrungen war es bisher so, dass die Männer eigentlich immer "wollten" und ich diejenige war, die entscheiden konnte.

Ich bin nun sehr verunsichert und habe Angst, dass er mich sexuell einfach nicht attraktiv findet. Ich weiß, dass auch er viele sexuelle Erfahrungen hatte und sehr leidenschaftlich ist.

Ich finde es sehr schade, dass es mit uns beiden noch nicht so richtig klappt im Bett und frage mich, was kann ich anders machen? Ich habe das Gefühl, ich kenne sein Lustempfinden noch nicht so richtig und bin etwas schüchtern den aktiven Part zu übernehmen. Er bat mich vor kurzem um etwas Zeit im Bezug auf Sex, da er die neue Situation (von einer Freundschaft in eine Partnerschaft) als sehr intensiv empfindet. Dennoch habe ich das Gefühl, dass er dem Thema lieber aus dem Weg geht.

Was kann ich tun? Habt ihr Meinungen und Tipps?
Ich freue mich auf Antworten! DANKE!
 
  • #2
Oh je, das lässt sich ja nicht gut an. Wenn er dich um Zeit bittet, dann würde ich das erstmal respektieren und abwarten, was sich tut. Ihm auch Zeit und Gelegenheit geben, dich zu erobern. Wenn du nach gefühlt ausreichender Zeit noch immer denkst, dass er ausweicht, müsstest du ihm genau das sagen und ihm erklären, wie wichtig Sex für dich ist. Wie ich das anstellen würde, habe ich in einem Parallelthread geschrieben (sex das leidige Thema) - da werden ähnliche Fragestellungen gerade ausführlich diskutiert. Vielleicht guckst du da auch mal rein und klinkst dich ggfs in die Diskussion dort auch mit ein? Alles Gute dir.
 
  • #3
Ich denke, das ist auch normal in der Anfangszeit
Hab ich noch nicht erlebt, vorallem dann nicht, wenn man sich schon lange kennt und so vertraut ist - wie du schreibst. Aber warum wendest du dich mit deiner Frage an Außenstehende und nicht an deinen Partner? Er ist dein Adressat. Auch das sehe ich als Widerspruch zum Thema Vertrautheit. Das müsste doch kein Problem sein ihn ganz direkt zu fragen, nur so kannst du auch eine direkte, zuverlässige Antwort bekommen.
 
  • #4
Ich vermute eher, er hat sich dir während der Freundschaft als sexuell agiler und aktiver Superheld präsentiert und bekommt jetzt Muffensausen, wo er sich direkt "beweisen" muss. Vielleicht hat er doch nicht so viel Erfahrung, wie er dir erzählt hat, oder ist doch nicht so der Hengst im Bett, wie behauptet? Vielleicht wollte er dich einfach beeindrucken und das schlägt sich ein bisschen auf sein sexuelles Selbstvertrauen nieder?
 
  • #5
In der ersten Verliebtheitsphase fällt man normalerweise übereinander her. Warum er das nicht tut, ist schwer zu beurteilen.
Er bat mich vor kurzem um etwas Zeit im Bezug auf Sex, da er die neue Situation (von einer Freundschaft in eine Partnerschaft) als sehr intensiv empfindet.
Das allerdings ist eine Ausrede. Wofür? Wissen wir nicht. Er wird es dir besser erklären müssen, sonst seh ich schwarz.
 
  • #6
Hallo Elisabelle,
kann es sein, dass ihr da einfach viel zu ängstlich und verkopft ran geht?
Habe den Eindruck ihr tappst eurer Freundschaft wegen viel zu vorsichtig umeinander herum. Geht sozusagen auf Eiern.
Wir sind in allem sehr vorsichtig und wollen uns auf keinen Fall verlieren.
Wie soll denn das mit Leidenschaft und sich fallen lassen, die Nähe des anderen genießen harmonieren?

und bin etwas schüchtern den aktiven Part zu übernehmen.
Ja, genau! Vielleicht ist er das auch... Trau dich doch einfach. Wenn ich dich richtig verstehe kann's ja nur besser werden...

Mit seiner Aussage
Er bat mich vor kurzem um etwas Zeit im Bezug auf Sex, da er die neue Situation (von einer Freundschaft in eine Partnerschaft) als sehr intensiv empfindet
kann ich persönlich rein gar nichts anfangen. Was soll das heißen?

Wenn ihr euch einig seit miteinander Sex haben zu wollen, dann versucht doch einfach die Hemmungen vor der Schlafzimmertüre zu lassen. Weniger denken, euren Gefühlen füreinander die Vorfahrt lassen.

Alles Gute
 
  • #7
Mir fehlen hier zwei wichtige Informationen:

1. Was heißt "sehr selten"? Es gibt Leute, die wollen anfangs 5 mal täglich Sex; für die wäre wohl schon einmal täglich "sehr selten".

2. Du schreibst "er will nicht mit mir schlafen" bzw. "will sehr selten mit mir schlafen". Aber woraus schließt du das? Weist er dich ab, wenn du ihn verführen willst, oder kommt er "nur" kaum von sich aus auf dich zu? Es klingt mir hier fast nach Zweiterem - und wenn es tatsächlich so ist, wäre es ziemlich weit hergeholt zu sagen, dass er "nicht will". Vielleicht ist er nur, genau wie du, unsicher und hat Angst, sich dir aufzudrängen.
 
  • #8
Wenn ihr zwei Jahre schon beste Freunde seid- kann es sein, dass Du mit ihm über Deine Exfreunde gesprochen hast, und er ggf.auch intimere Details aus Deinem Sexualleben weiß? Dieses Kopfkino könnte ihn blockieren.
 
  • #9
Das klingt nach einem sehr gehemmten Beziehungsstart und vielleicht auch ungleich starken Gefühlen füreinander. Du schon voll verliebt und er eigentlich noch zögernd.
Ich habe keine Kristallkugel und weiss nicht, was mit ihm los ist. Aber vielleicht bereut er ja, dass ihr jetzt in dieser Situation seid und wäre lieber nur mit dir befreundet geblieben. Vielleicht ist er wirklich physisch nicht so angezogen von dir wie umgekehrt. Nun ja, es bleibt halt so, man kann nur raten, solange er nicht ehrlich ist.
 
  • #10
1. Was heißt "sehr selten"? Es gibt Leute, die wollen anfangs 5 mal täglich Sex; für die wäre wohl schon einmal täglich "sehr selten".

Ich bin ein sehr leidenschaftlicher Mensch und könnte in meiner Verliebtheit gerade jeden Tag mit ihm schlafen. Dennoch möchte er es sehr selten und wenn wir es dann tun, sind wir beide dann sehr schüchtern und noch etwas verkrampft, so dass der Akt an sich dann auch nicht so lange dauert. Ich denke, das ist auch normal in der Anfangszeit, wenn man sich auf so vielen anderen Ebenen schon so nahe ist.

Weniger als einmal am Tag schließe ich daraus?
Ist mir in der ersten Verliebtheit auch zu wenig. Und wenn das dann auch noch schlecht ist, wäre ich sehr schnell frustriert.
Ich denke, das ist vielleicht ganz am Anfang, beim ersten und zweiten Mal noch so. Aber nach 3 Monaten darf es nicht mehr krampfig und schüchtern und einfach nur schlechter Sex sein.

Warum ist es denn so wenig? Will er einfach nicht, oder kann er nicht so oft, wie du gerne würdest?

Ihr solltet aber trotzdem eure Vorsicht verlieren. Ihr habt euch auf einer weiteren Ebene aufeinander eingelassen, und wenn man sich für jemanden für eine Beziehung öffnet, dann ändert sich auch die Freundschaft. Die Freundschaft, die vorher war, ist nicht mehr, sondern es ist jetzt etwas anderes.
In dieses andere müsst ihr euch hineinfallen lassen, sonst wird das immer krampfig bleiben.
 
  • #11
Hallo FS
Natürlich konnte es "einfach" ein Fall der sexuellen Inkompatibilität sein, aber es kommen bei euch viele Faktoren dazu.
Hört sich für mich wie Vermeidungstaktik an - aber die Frage ist, was genau vermeidet er und warum?
Ihr kennt euch extrem gut. Vielleicht hat er Angst, sich noch mehr auf Dich einzulassen weil wenn es irgendwie jetzt mit der Beziehung nicht klappt, habt ihr beide viel zu verlieren, oder vielleicht hat er Angst seine "Seele" zu "verschenken" (in dem er sich durch die Sexualität sich endgültig auf Dich einlässt)- weil wenn ein Mensch so wichtig für einen wird, wirkt diese emotionale "Abhängigkeit" für einige Menschen sehr bedrohlich.
Wie auch immer - In den letzten Jahren habt ihr gesehen, dass ihr freundschaftlich sehr gut miteinander klar kommt, sehr vertraut seid, und nun kommt die Sexualität dazu. Fazit für ihn: Wenn das nun nicht klappt, ist alles ansonsten "für die Katz"..
Er weiß ja sicherlich auch, dass Du - wie Du Dich selbst beschreibst - ein sehr leidenschaftlicher Mensch bist. Vielleicht hat er tierisch Angst, es für Dich einfach nicht "bringen" zu können und somit Dich und die Beziehung zu verlieren. So ist evtl. sein Verhalten auf Vermeidungstaktik zurückzuführen: Er wartet ein wenig unbeholfen, bis er glaubt zu 100% gut funktionieren zu können (was natürlich absolut nicht das Thema ist, aber vielleicht für ihn schon). Wenn es dann einigermaßen klappt, ist er erleichtert, Du bist wahrscheinlich heiß entflammt und willst weiter die schöne Zeiten mit ihm ausleben und er bekommt einfach wieder Angst, fühlt sich aber überfordert und unter Druck gesetzt.
Somit können seine Themen Verlustangst und Leistungsdruck sein....
Wenn es so ist, vielleicht wäre es wirksam für eine kurze Zeit die klassische Sexualität zurückzuschrauben. Signalisiere, dass Du einfach offen für Zärtlichkeiten bist, aber dass es nicht unbedingt auf den "Beischlaf" hinaus muss. Wie ist der Alltag mit ihm? Könnt ihr intime und Mal spielerische Zärtlichkeiten austauschen, ohne, dass es zum Sex kommen muss? Fasst er Dich mal an, oder lässt er sich anfassen oder macht er Dicht?
Dir und Euch wünsche ich viel Glück - und einiges an Geduld - und ich hoffe, es pendelt sich ein.
Alles Gute
G.
 
  • #12
Ich denke, man verliert sich heutzutage eher, wenn man nichts macht, passiv denkt und Angst vor jedem Fehler und dem nächsten Schritt hat. Fast alle Paare gehen heute deswegen auseinander: kein Sex, kein Tun, kein Machen, kein Bla ... Er macht das nicht/sie macht das nicht.

Mir schleicht sich auch der Verdacht des Hinhaltens ins Gedächtnis. Verliebte Paare können normalerweise die Finger nicht voneinander lassen. Wo bleibt die Leidenschaft bei euch? Ihr führt eher eine familiäre Freundschaft. Wie ein Kind vor den Eltern, das wartet, endlich erwachsen werden zu dürfen. Man steht permanent in Warteposition in Hoffnung auf mehr, aber woher soll das mehr kommen? Tatsache ist, je vertrauter und ruhiger euer Verhältnis, desto weniger Sex, Liebe und Leidenschaft wird einkehren.

Wenig Sex und Leidenschaft am Anfang gibt eigentlich schon das gesamte Richtmaß für die komplette Beziehung an. Mehr wird es nicht, eher noch weniger.
 
  • #13
...Dennoch möchte er es sehr selten und wenn wir es dann tun, sind wir beide dann sehr schüchtern und noch etwas verkrampft, so dass der Akt an sich dann auch nicht so lange dauert. ...

Hallo Elisabelle,

für mich liest sich das eigentlich wie ein Verwechseln von Ursache und Wirkung:
"Ein Akt, der nicht so lange dauert" ist für einen Mann immer eine ziemlich schwere Niederlage... er weiß, dass seine Partnerin wahrscheinlich daran keinen Genuss hatte und er fühlt sich als Versager, als halber Mann etc..
Auf jeden Fall können Männer an diesem "Versagen" und entsprechenden "Versagensängsten" so sehr leiden, dass sie Körperlichkeiten in Folge möglichst auf ein Minimum beschränken... kannst du dir vorstellen, dass das bei euch der Fall ist?

Du schreibst nicht, ob es bei ihm an Erektionsstörungen oder an vorzeitigem Samenerguss liegt, dass euer GV so kurz ist. Natürlich gibt es für beide Probleme Lösungsansätze.


manchmal
 
  • #14
war es bisher so, dass die Männer eigentlich immer "wollten" und ich diejenige war, die entscheiden konnte.

Ich bin nun sehr verunsichert und habe Angst, dass er mich sexuell einfach nicht attraktiv findet.
Eine typische Quelle zerstörerischer Mißverständnisse. Natürlich wollen Männer nicht „immer”, denn auch der männliche Sexualtrieb unterliegt der verstandesmäßigen Kontrolle. Sollte er jedenfalls.

Wie oft habe ich schon von einer Frau die Frage gehört, ob ich sie denn sexuell nicht attraktiv finden würde, wenn ich versuchte, ihr zu vermitteln, daß ich an ihr als Gesamtpaket interessiert bin. Denn wie der Mann es auch macht, es ist eben nie recht: will er Sex, ist er „nur auf das eine aus”, will er nicht, denkt die Frau „aha, ich bin ihm nicht attraktiv genug”.

So ähnlich ist es wohl auch hier. Du bedeutest diesem Mann sehr viel, deshalb agiert er vorsichtig, denn er spielt mit hohem Risiko: geht er Dir zu weit, verliert er Dich gänzlich, denn zurück zur bloßen Freundschaft könnt Ihr jetzt nicht mehr.

Dir wird wohl nichts anderes übrig bleiben als ihm klare Zeichen zu geben, wie weit er gehen darf, ohne Deine Gunst zu verspielen.

Und mach bloß nicht den Fehler, spürbar auf Abstand zu gehen, wenn er Dir beim Sex nicht forsch genug war. Das wird ihn nur dazu bringen, noch vorsichtiger zu sein.
 
  • #15
Ich denke, das hat keinen großartigen Sinn. Was soll man euch raten? Ihr seid ja kein Einzelfall, sondern ganze Generationen haben das selbe Problem.

In anderen Kulturen ist es z.B. so, dass man sich erstmal sexuell beschnuppert. Wenn das gut ging, dann beschnuppert man sich nochmal sexuell, und wenn das erst klappt, dann geht man eine Beziehung ein und dann ist man erst feste zusammen. Und dann gibt es auch keine sexuelle Probleme.

Dieser Trend scheint allmählich zu uns herüberzuschwabben, wenn man Leute hier so reden hört: "Bevor ich an eine Beziehung mit einer Frau denke, schaue ich erstmal, wie es im Bett klappt."

Kann man jetzt doof finden, aber vermutlich klappt es deswegen in anderen Ländern immer noch so gut mit Beziehung und auch ganz konventionell mit Ehe und Kindern. Nirgendwo gibt es so viele Problemfälle mit Dauersingles und Paare mit derart unzufriedener Sexualität, wie hier in Deutschland.

Ich weiß jetzt, dass die Deutschen wieder meckern, weil sie sich für die "Checker" halten, es aber eigentlich viel schlechter machen als alle anderen.
 
  • #16
Du bedeutest diesem Mann sehr viel, deshalb agiert er vorsichtig, denn er spielt mit hohem Risiko: geht er Dir zu weit, verliert er Dich gänzlich...
Nach einem bewussten "vorsichtig agieren" von seiner Seite hört sich dieses etwas verkrampfte Liebesspiel aber überhaupt nicht an... eher wie "wollen und nicht können" oder eventuell noch "nicht wirklich wollen"...?

...In anderen Kulturen ist es z.B. so, dass man sich erstmal sexuell beschnuppert...
Welche "anderen Kulturen" sollen das denn sein, die so extrem sexuell aufgeschlossen sind? Die Unverbindlichkeit beim Sex scheint mir gerade in unserer Kultur schon recht weit fortgeschritten, oder? Vielleicht ist es genau andersum:
Bei uns würde man eine Beziehung recht schnell und frühzeitig beenden, wenn es mit dem Sex nicht klappt. Anderswo stehen andere Aspekte der Beziehung im Vordergrund, da geht man einfach davon aus, dass es mit dem Sex dann schon auch klappen wird.

manchmal
 
M

Mooseba

Gast
  • #17
Außerdem: Wirklich erwachsene Menschen, die sich lieben, brauchen keine perfekte sexuelle Kompabilität - sowieso eine Formulierung, die mit Liebe nicht viel zu tun hat.
 
  • #18
Nach einem bewussten "vorsichtig agieren" von seiner Seite hört sich dieses etwas verkrampfte Liebesspiel aber überhaupt nicht an... eher wie "wollen und nicht können" oder eventuell noch "nicht wirklich wollen"...?l
Ja, das ist (leider) eine weit verbreitete Einstellung unter Frauen: was man für sich selbst als Ausdruck von individueller Freiheit und sexueller Selbstbestimmung reklamiert, nämlich die erotische Annäherung gemäß der eigenen Schrittlänge zu vollziehen, wird dem Mann sofort als „kann nicht” in den übelsten Ausprägungen (verkrampft, impotent, asexuell etc.) angekreidet.

Insbesondere scheint die weibliche Seite, wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hat, dem Mann zu einem dressierten Affen machen zu wollen, der hinsichtlich Zeitpunkt und Art der Ausführung des Aktes nichts mehr zu melden hat.

Schade eigentlich. Ich persönlich finde, daß der erste Sexkontakt auch bereits in der „Basisversion” aufregend genug ist, und würde mir daher gerne für die nächsten Male noch eine gewisse Steigerung aufheben. Das wäre, wie gesagt, meine individuelle Art. Sie kommt aber bei den „wenn ich etwas will, dann bitte alles und sofort” Damen nicht sonderlich gut an.
 
  • #19
Moin,

die TS hört sich doch keineswegs ungeduldig etc. an, höchstens verunsichert... es geht auch nicht um den "ersten Sexkontakt", sondern darum, dass es nach drei Monaten immer noch nicht richtig klappt...
Der TS ist nicht damit geholfen, so etwas als langsame, selbstbestimmte "Annäherung" zu bezeichnen... es ist auch nicht herauszuhören, dass sich da wirklich etwas "nähert", die Sache scheint eher immer schwieriger zu werden.
Selbstbestimmung ist natürlich wichtig... aber es gibt doch auch so etwas wie "Normalität".

Und noch dazu, @Apfeldieb:
...als „kann nicht” in den übelsten Ausprägungen (verkrampft, impotent, asexuell etc.) angekreidet. ...
"Nicht können" darf niemandem "angekreidet" werden - hast du das etwa aus meinem Post herausgelesen? Aber es muss möglich sein, das ganz sachlich als Problem zu benennen.

manchmal
 
  • #20
Ähnlichen Beitrag gab es hier schon.
Meine Meinung dazu die gleiche. Man hätte es bei der guten Freundschaft bleiben lassen sollen, nun will man quasi aus einer platonischen Bindung eine erotische machen, was definitiv schief geht, liest sich ja aus dem Beitrag voll heraus.

Die FS mag verliebt sein, nach langem Anlauf, ob er das gleiche empfindet bleibt für mich allerdings offen. Männer lassen sich gerne von aktiven Frauen mitziehen, auch will er die Freundschaft evtl. nicht verlieren und lässt sich quasi zur Sexualität "überreden", obwohl er für die FS starke, aber eben nur platonische Gefühle entwickelt hat, sie ist für ihn Kumpel, aber niemals Geliebte.

Das will die FS wohl nicht wahr haben, das Ergebnis hat sie nun davon.
Die FS will aus Äpfeln Birnen machen, leider bleiben Äpfel, Äpfel.
 
  • #21
Nach einem bewussten "vorsichtig agieren" von seiner Seite hört sich dieses etwas verkrampfte Liebesspiel aber überhaupt nicht an... eher wie "wollen und nicht können" oder eventuell noch "nicht wirklich wollen"...?

So sehe ich es auch und ich würde die Tatsache, dass es nicht allzu lange dauert, auch daran festmachen, dass der Mann nicht so richtig will.

Das kann tatsächlich daran liegen, dass er Dich zu lange als Kumpel gesehen hat und sich erst "umprogrammieren" muss. Es kann aber auch daran liegen, dass er Dich zwar mag und toll findet, aber nicht wirklich verliebt ist.

Wie kam es denn dazu, dass es "funkte"?

Es klingt ja gerade nicht Funken sprühend.
 
  • #22
Aber es muss möglich sein, das ganz sachlich als Problem zu benennen.
Nur unter der Voraussetzung, daß zunächst alle emotionalen Beweggründe, die den Mann zu diesem gemäßigten Tempo veranlaßt haben könnten, ausgeräumt wurden. Möglicherweise hat die Frau ihm irgend etwas geschildert, von dem er immer noch glaubt, daß er darauf Rücksicht nehmen sollte (Gewalterfahrung, Schmerzen etc.). Sie selber hat es schon gar nicht mehr im Fokus, aber er ist eben noch auf dem alten Wissensstand. Daher bitte erst einmal das Phänomen als solches ansprechen und sämtliche Interpretationen vorerst beiseite lassen.
 
  • #23
...ich würde die Tatsache, dass es nicht allzu lange dauert, auch daran festmachen, dass der Mann nicht so richtig will.

@teresa41 - das hört sich zwar "psychologisch" vielleicht stimmig an, aber "physiologisch" kann ich mir das bei einem Geschlechtsgenossen doch eher nicht vorstellen... die TS schreibt, dass beide sehr verliebt sind. Wenn man ihr das glauben mag (warum auch nicht?), und der Mann also zumindest einigermaßen "will", gibt es nur die zwei oben genannten Varianten. Beide sind für den Mann extrem peinliche Erlebnisse, die ihn in seinem Selbstbewusstsein stark erschüttern können.
Je nachdem, wie der Mann gestrickt ist, wird er sich nach so was in sein Schneckenhaus zurückziehen und weitere Erfahrungen dieser Art möglichst meiden, oder er sucht sich Hilfe....

Die TS hat sich offenbar leider aus dem T verabschiedet, sie könnte hier wohl etwas mehr Klarheit bringen...

manchmal
 
  • #24
Liebe Elisabelle!
Bei der Sichtweise: Mann kann immer und will eine attraktive Frau immer - kann ich mir vorstellen, dass es am Selbstbewusstsein einer attraktiven Frau kratzt, wenn der Mann sie ablehnt.

Dabei kann es viele Gründe haben, dass dein Mann nicht will. Die Gründe sind vielfältig von organisch, hormonell bis psychisch (Stress). Und ich gehe davon aus, dass Du in den nächsten 30 Jahren immer häufiger erleben wirst, dass der Mann bei Dir nicht kann - einfach weil Männer im höheren Alter weniger wollen und können als 20-jährige.

Bevor die Situation noch verfahrener, Du für Dich noch gefrusteter wegen der Abweisung, er für sich noch gefrusteter und das Schweigen zwischen Euch noch größer wird, würde ich das einfach mal ansprechen.

Ich würde einfach abends wenn ihr beide gemütlich ohne Sex-Absicht in alter Jeans und Shirt vor dem Fernseher sitzt, ansprechen, dass Du ihn so attraktiv findest, dass Du mit ihm immer könntest und dass du manchmal verwundert bist, wenn er dann nicht will. Sonst nichts. Ohne Vorwurf. Ohne Psycho-Gequatsche. Ohne viel Gerede von Deiner Seite. Höre ihm einfach zu! Lass ihm Zeit. Und schaue einfach mal, wie er reagiert. Im Moment wissen wir nicht, warum er nicht so oft will.

Du kannst ihm auch in einer anderen Situation sagen, dass Du bestimmte Dinge, die er im Bett macht, besonders magst (z.B. "es ist der Hammer, wenn Du meinen Ellenbogen hier streichelst" ;-)) und das oder jenes schon immer mal ausprobieren wolltest ("Du siehst so sexy beim Duschen aus.").

Fange einfach mal an, so allgemein über Sex zu reden.
 
  • #25
Beide sind für den Mann extrem peinliche Erlebnisse, die ihn in seinem Selbstbewusstsein stark erschüttern können.

Das hängt doch vom individuellen Mann ab und auch von der Reaktion der Frau, ob's für den Mann extrem peinlich ist. Was soll denn daran peinlich sein?

Ich glaube @manchmal nimmt da etwas selektiv wahr.

Die FS schreibt, es sei alles etwas krampfig und relativ schnell vorbei. In meiner Übersetzung heißt das, da fühlen sich zwei nicht wirklich wohl miteinander (imho klassischer Fall von "noch zu früh für Sex") und der männliche Körper befreit sich aus dieser Situation, indem er sich beeilt, "fertig zu werden"(gruselige Bezeichnung fürs Kommen!).
 
  • #26
die zwei oben genannten Varianten. Beide sind für den Mann extrem peinliche Erlebnisse, die ihn in seinem Selbstbewusstsein stark erschüttern können.
Je nachdem, wie der Mann gestrickt ist, wird er sich nach so was in sein Schneckenhaus zurückziehen und weitere Erfahrungen dieser Art möglichst meiden, oder er sucht sich Hilfe....

Das kann ich bestätigen.

Kannte auch mal so einen Mann: Wir waren beide im besten Sinne verliebt. Hatten schon vorher viel körperliche Nähe, genossen diese, er wollte mehr, aber ich mir anfangs noch Zeit lassen. Als wir uns dann richtig einlassen wollten, war sein bester Freund nicht so ausdauernd bzw. standfest, wie das normalerweise der Fall ist. Ich hatte den Vergleich, er nicht. Er zeigte am nächsten Morgen demonstrativ, dass er blutdrucksenkende Mittel und Betablocker braucht, genetisch bedingt an Arteriosklerose leidet. Dass er Nierenprobleme hatte, wusste ich schon vorher. Er war ein attraktiver, schlanker, liebenswerter und interessanter Mann Mitte 40. Ich war kurz verunsichert, fand ihn sexuell trotzdem anziehend. Habe kurz überlegt, das Thema anzusprechen, es dann aber gelassen. Es war sein Part, außerdem ahnte ich schon, dass das Thema "Erektionsprobleme" für den Mann sehr schwierig sein muss.

Leider hatte er den "Kopf in den Sand gesteckt" und nie mit mir dazu das Gespräch gesucht, bestenfalls Andeutungen gemacht. Später erfuhr ich, dass seine vorherige Beziehung auch an diesem Thema gescheitert ist. Anstatt mit seiner langjährigen Freundin darüber zu reden, hat er sich eine Affäre mit einer Kollegin geleistet, in der es natürlich auch nicht klappte. Ich hatte den Eindruck, er verdrängte das Thema komplett, machte sich etwas vor und hoffte, dass sich dieses gesundheitliche Problem von allein auflöst.
 
  • #27
Dennoch möchte er es sehr selten und wenn wir es dann tun, sind wir beide dann sehr schüchtern und noch etwas verkrampft, so dass der Akt an sich dann auch nicht so lange dauert. Ich denke, das ist auch normal in der Anfangszeit, wenn man sich auf so vielen anderen Ebenen schon so nahe ist.
Dass der Akt dann nicht so lange dauert, deutet für mich eher darauf hin, dass er ein Problem mit vorzeitiger Ejakulation hat - vielleicht auch gerade dadurch, dass sich beide schüchtern und verkrampft verhalten, weil sie ansonsten sehr glücklich miteinander sind. Und auch wenn es für Frauen schwer vorstellbar ist, ich glaube, für einen Mann ist (vermeintlich) nicht ausreichende Potenz i.d.R. eine Riesenbelastung. Lässt sich ja auch schwer verstecken, wenn man sexuell aktiv ist. Aussitzen bringt da in der Regel wenig, auch wenn die betroffenen Männer das gerne tun. Reden und gezielt etwas gegen das Problem tun schon viel mehr. Ich würde der FS raten, sich offensichtlich erwartungsfrei ihrem Freund zu nähern. Eine schöne (Tantra-)Massage, die auch die intimen Stellen mit einbezieht, kann (geschickt ausgeführt) "das Erlebnis" für den Mann nahezu unendlich verlängern. Das gibt ihm Selbstsicherheit und man kommt sich körperlich näher.
 
  • #28
Das hängt doch vom individuellen Mann ab und auch von der Reaktion der Frau, ob's für den Mann extrem peinlich ist. Was soll denn daran peinlich sein?
Du bist kein Mann! Ich zwar auch nicht, aber ich bin überzeugt, dass es für Männer ziemlich peinlich und am Ego kratzend ist. Auch wenn die aktuelle Frau verständnisvoll und lieb reagiert - Männer sind diesbezüglich wohl sehr von Versagensängsten gesteuert und wollen "stark" sein. Da reicht schon Kopfkino, weil es irgendwann nicht geklappt hat, es nicht klappen könnte, irgendwann mal jemand doof reagiert hat etc, um ein längerfristiges Problem auszulösen. Ich persönlich finde es auch nicht peinlich, aber aus Sicht eines Mannes ist das wohl "worst case".
 
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