• #31
Und erzähl deiner Tochter, dass ihr leiblicher Vater eine Abtreibung wollte. DAS sollte sie wissen, bevor sie ihn kennenlernt.
NEIN !!! Das sollte sie niemals wissen. Sag ihr das auf gar keinen Fall und hoffe, dass es ihr auch sonst niemand ( Großeltern ) sagt.

Das wäre eine Bürde für ihr ganzes Leben, das wird sie niemals los.

Jedes Kind will von seinen Eltern geliebt und gewollt werden.
Selbst Kinder, die geschlagen werden, halten an ihren Eltern fest.
Selbst ich bin niemals die Hoffnung losgeworden, vom Arschvater gelobt zu werden und gezeigt zu bekommen, dass ich ihm wichtig bin.
Hat nicht geklappt und das tut weh, da ist nix mit Abfinden oder so.

Meine Tochter sagt heute, dass ihr ihr Vater egal und fremd sei, aber ich bin sicher, wenn ein Wunder geschähe, sagen wir, ein Meteorit kracht auf ihn oder eine bizarre Sekte unterzieht ihn einer Gehirnwäsche und er wäre heute ein aufmerksamer, interessierter, zuverlässiger Vater, sie wäre sofort dabei und es wäre ihr größtes Glück, dass sie nun endlich einen Vater hat.
Ihren richtigen, weil leiblichen meine ich.
Mein Freund ist für sie inzwischen wie ein guter Vater, aber das ist nicht dasselbe.

Meine Tochter kann es bis heute nicht ertragen, wenn ich schlecht von ihrem Erzeuger rede. Sie sagt, es beleidigt sie gleich mit, weil sie sich als Teil von ihm versteht. Wenn ich ihn doof finde, denkt sie, ich finde sie gleich mit doof. Nicht rational, aber dieses Empfinden hat sie.
Ich versuche daher, nicht zu oft über seine Doofheit herzuziehen. Das gelingt mir nicht immer, weil die Geschichten rund um ihn einen erheblichen Unterhaltungswert haben und ich gerne Geschichten erzähle.

Bitte liebe FS, wenn du eins niemals deiner Tochter sagen solltest, ist es, dass ihr biologischer Vater wollte, dass du sie tötest.
Ich denke, das würde ein Trauma auslösen, das ihr weiteres Leben, vor allem in Bezug auf ihr Selbstwertgefühl, bestimmen würde.
Wir lesen hier oft Geschichten von Frauen, die Herrn @INSPIRATIONMASTER seine unisone Frage nach deren Selbstwertgefühl und den beiden anderen Dingen, die mit Selbst anfangen ( habe ich gerade nicht parat ) stellen lassen.
Diese Frauen haben sicher alle derartige Päckchen zu tragen.
Ach...Männer auch. Der Stalker aus dem Nachbarthread sicher auch.

w 50
 
  • #32
Und erzähl deiner Tochter, dass ihr leiblicher Vater eine Abtreibung wollte. DAS sollte sie wissen, bevor sie ihn kennenlernt. Wenn sie es dann überhaupt noch will.

Liebe MoFe, bitte tu das deiner Tochter niemals an!!
Er ist ihr Vater, egal, wie er sich verhält/verhalten hat, er ist ein Teil von ihr.
Einem Kind, egal, wie alt es ist, zu erzählen, dass es nicht gewollt war, ist grausam und zerstörerisch.
Deine Tochter würde das ein Leben lang mit sich herumtragen.

w, 50
 
  • #33
Ein Mann, der eine Abtreibung vorschlägt, wäre für mich gestorben.
Für dich/die Mutter vielleicht, für die Tochter ist & bleibt er aber der leibliche Vater! Diese Verbindung geht nicht weg, weil die Mutter sagt, der war damals sch****, den will ich nicht in meinem/deinem/unserem Leben. Da geht es eben nicht mehr nur um die FS & ihren Ex.

Und erzähl deiner Tochter, dass ihr leiblicher Vater eine Abtreibung wollte.
& genau so erreicht man, dass sich das Kind ungewollt & ungeliebt fühlt. Das kann echt tiefe seelische Narben verursachen. Wem genau tut man damit einen Gefallen? Der Tochter bestimmt nicht.
Sich selbst vielleicht, weil man denkt man lässt den Ex schlecht dastehen, das Kind wird ihn deswegen nie sehen wollen, er bekommt ein schlechtes Gewissen, geht einfach wieder & die Familie lebt glücklich weiter ohne ihn?
Die Tochter wird sich den Rest ihres Lebens Gedanken darüber machen warum ihr leiblicher Vater sie nicht wollte/will!
Was ja auch zu gegebenen Anlass nicht mehr der Wahrheit entspricht. Er will sie ja kennen lernen.

Mein Vater ist zwar schon gestorben & die Chance ihn kennenzulernen mit ihm, aber trotzdem frage ich mich noch immer wieder mal, warum er mich nie wollte. Da hat man viele Leute im Leben um sich, die einen lieben & einen in ihrem Leben haben wollen, aber der eigene Vater tut das nicht! Warum nicht?!
Warum sollte man seiner eigenen Tochter so ein schreckliches Gefühl geben wollen? :(

Bitte fülle den Rucksack Deiner Tochter nicht mit solchen Informationen / Emotionen.
Kinder brauchen bedingungslose Liebe und Akzeptanz, das gehört in den Lebensrucksack.
Bitte!
 
  • #34
Ein Mann, der eine Abtreibung vorschlägt, wäre für mich gestorben. Nimm dir einen guten Familienanwalt, der alles für dich und deine Tochter regelt. Und erzähl deiner Tochter, dass ihr leiblicher Vater eine Abtreibung wollte. DAS sollte sie wissen, bevor sie ihn kennenlernt. Wenn sie es dann überhaupt noch will.

Natürlich ist man als Mutter gekränkt und verletzt, wenn der leibliche Vater das Kind nicht will bzw. ablehnt. Niemals sollte man aber dem Kind solch einen Rucksack aufsetzen, indem man das erzählt. Man selbst fühlt sich vielleicht besser, aber was macht das mit einer Kinderseele? Da sollte die Verantwortung als Mutter über die Wut siegen.
Meine Mutter hat mir mehrmals strahlend erzählt, wie sie mich los werden wollte. Damals gabs noch keine Pille und Abtreibung. Sie hat so heiß gebadet, wie sie es nur aushalten konnte. Sie ist vom Dach des Schuppen auf den Rasen gesprungen, in der Hoffnung, dass die Frucht sich löst. Anschließend fuhr sie mit einem klapprigen Rad über einen holprigen Acker. Geholfen hat es nicht, sonst gebe es mich heute nicht. Ich war entsetzt und maßlos verletzt, als sie mir das erzählte. Das hat sich bis heute nicht gelegt und ich fürchte, daran werde ich ein Leben lang zu knappern haben. Nimm mein Beispiel als Lehre, liebe FS und sage Deinem Kind nie, dass es nicht gewollt war.
 
  • #35
sage Deinem Kind nie, dass es nicht gewollt war.
Nein, das hatte und habe ich auf keinen Fall vor! Ich hätte dann zwar vermutlich das, was ich möchte: Meine Tochter möchte keinen Kontakt zu ihrem Vater, aber mein Kind würde darunter leiden und das ist es mir nicht wert!
Am Samstag habe ich mich mit ihrem Erzeuger getroffen. Er lebt alleine in einer kleinen Wohnung, die seine Eltern ihm momentan finanzieren, weil er noch arbeitslos, aber nach seiner Aussage auf Arbeitssuche ist. Ich habe ihn dann gefragt, wie sein Leben verlaufen ist, seit wir uns das letzte Mal gesehen haben und warum ihm jetzt plötzlich einfällt, dass er Vater ist. Er hat mir erzählt, dass er sein Leben lange nicht im Griff hatte, durch den Versuch eines Alkoholentzugs gewalttätig geworden ist und sogar ein Zeit lang im Gefängnis war (Was genau passiert war, wollte er mir nicht erzählen). Danach ist es wohl langsam mit ihm bergauf gegangen. Er hat sein Abitur nachgeholt und sich einen neuen Bekannten- und Freundeskreis gesucht. Und einer dieser Freunde ist vor kurzem Vater geworden. Die Erinnerung an sein eigenes Kind, das er abgewiesen hat, lies ihn wieder kurzzeitig dem Alkohol verfallen. Dann hat er aber überlegt, wie alt sein Kind jetzt sein müsste und wie es mir und dem Kind wohl geht. Also hat er sich aufgerafft und nach mir gesucht. Da ich noch in unserer Heimatstadt lebe, war es ein Leichtes, mich im Telefonbuch zu finden und meine Adresse ausfindig zu machen und jetzt möchte er seine Tochter kennen lernen, weil er viel Zeit damit verbracht, über seine Fehler von damals nachzudenken und sich darüber klar zu werden, dass er als Vater eine gewisse Verantwortung hat.
Ich überlege seitdem wie ernst ihm das ganze sein kann. Das scheint mir ziemlich aus der Situation heraus zu sein. Ich glaube nicht, dass er versteht, was es langfristig heißen würde, für seine Tochter da zu sein. Darauf habe ich ihn auch angesprochen und wir sind nachher beide ein wenig laut geworden. So viel steht momentan zwischen uns. Er ist mir mehr als fremd und so richtig überzeugt von seiner Vateridee bin ich auch nach wie vor nicht. Aber er scheint zumindest nicht mehr ganz der unreife Depp von damals zu sein, also werde ich ihm meiner Tochter zuliebe eine Chance geben. Das habe ich ihr auch gesagt und sie hat sich darüber gefreut. Mein Verlobter fürchtet ein wenig, damit als Vater für sie nicht mehr zu existieren, aber das glaube ich nicht. Als ich ihr gesagt habe, ihr Papa sei da gewesen, war die erste Antwort "Aber Papa ist doch arbeiten." Da war ganz klar mein Verlobter gemeint.
Auch wenn ich es nicht gerne zugebe, wirkte ihr Erzeuger auf mich so weit vernünftig. Deswegen werde ich davon absehen, das Jugendamt einzuschalten.
Was ich momentan aber überlege ist, in welchem Rahmen die beiden sich kennen lernen sollen. Bei uns zuhause? Beim ihm? Wo ganz anders? Mit meinem Verlobten? Mit meinem Sohn? Oder nur wir zu dritt? Was würdet ihr mir raten?
 
  • #36
Liebe FS,
das habe ich mir gedacht: Eine Mutter, die sich mit 18 für ihr Kind entscheidet und dafür einiges an Plänen aufgibt, agiert auch jetzt im Sinne ihres Kindes. Du machst das super, weiter so! Immer Schritt für Schritt schauen und es wird sich jeweils weisen.
Und ich habe den Eindruck, dass auch du dich ein bisschen über die Sache freust. Kannst du auch, es ist doch auch für dich ein bisschen versöhnlich, dass er nun ankommt. Besser spät als nie!

Ein Treffen würde ich auf neutralem Boden machen, vielleicht in einem Café. Und erstmal zu dritt.

Alles Gute für euch
W/44
 
C

Charline

Gast
  • #37
Ich weiß gar nicht, warum sich alle über meine vorherige Aussage so aufregen. Das Mädchen wird doch geliebt, von seiner Mutter und deren Partner, von den Großeltern und, und und.. Es ist nun mal eine Tatsache, dass ihr leiblicher Vater sie nicht wollte ( nicht nur "nicht wollte", dann hätte er ja eine Freigabe zur Adoption vorschlagen können), sondern sie im Grunde sogar töten (lassen) wollte.
Ich kann dieses heuchlerische Verhalten nicht verstehen. Wenn jemand meine Existenz so sehr hassen würde, dass er meinen Tod will (wollte), möchte ich das schon wissen. Um mir ein Bild von dem Menschen zu machen. Diese Friede, Freude, Eierkuchen - Getue, alle haben sich lieb, könnte ich noch nie verstehen. Deshalb rennen auch so viele Menschen in ihr Unglück. Weil sie in einer Traumwelt oder Blase leben. Und wenn sie dann mit der Realität konfrontiert werden, sind sie sofort ein Fall für den Psychiater.
 
  • #38
Ihr könntet als Treffpunkt eine Eisdiele wählen. Du setzt dich nah genug, dass du noch in Sichtweite bist und Deine Tochter im Notfall zu dir kann, aber weit genug entfernt, dass du nicht das Gespräch hörst.
 
  • #39
Liebe FS, Deine Bedenken sind völlig verständlich. Trefft Euch zu dritt. Du begleitest Deine Tochter. Schließlich ist er für sie ein völlig Fremder und für Dich ja eigentlich auch. Du kannst ihn nicht einschätzen und es wäre fahrlässig, ihn mit einer 13 Jährigen allein zu lassen. Traue Dir das Treffen zu! Wenn etwas schief läuft, brichst Du das Treffen ab und gehst mit Deiner Tochter. Trefft Euch deshalb nicht nur an einem neutralen Ort, sondern an einem Ort, den Du und Deine Tochter kennen und der Euch vertraut ist und Ihr Euch sicher fühlt. Wenn Du es Dir trotz allem nicht zutraust, gibt es immer noch den Umgang, bei dem ein Mitarbeiter des Jugendamtes dabei ist. Auch das ist möglich und in Deinem Fall verständlich und nachvollziehbar. Entscheide gemeinsam mit Deiner Tochter, welche Option für Euch infrage kommt. Dann sind böse Überraschungen überschaubar und Ihr nicht so unsicher.
 
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