• #1

Warum zerbrechen so viele Ehen nach einer psychosomatischen Reha?

Hallo, ich habe ja hier viel gelesen und verstanden. Hat den hier auch jemand ein positives HappyEnd? Und oder Tips und Anrugungen das es dazu kommt !

LG DJ
 
  • #2
Ich würde da nicht mit der Erwartung rangehen, dass da so viele Ehen scheitern. Denn es gibt auch sowas wie eine selbst erfüllende Prohezeihung. Wenn man daran glauben will, führt man sowas unbewußt herbei.

Und ich habe durchaus auch Leute kennengelernt mit Ehepartnern und Kindern, wo die Beziehung in stationärer Therapie nicht in Frage gestellt wurden oder die danach geheiratet haben.

Ich würde das nicht so kritisch als Gefahr sehen.

Es geht in der Therapie darum, eigene dsyfunktionale Muster (auch Beziehungsmuster) zu erkennen, aus der eigenen Lebensgeschichte zu verstehen und zu verändern oder sich damit so zu arrangieren, dass die keine Belastung mehr sind.

Und es geht nicht darum die Hauptbeteiligten im eigenen Beziehungssystem auszuwechseln sondern belastende Muster.

Vielleicht solltest Du Dir klarmachen, dass es keine perfekten Ehen gibt und das gemeinsame Überwinden von Lebenskrisen eine Beziehung auch dauerhaft verbessern kann.

Und sollte die Beziehung im Vordergund der Therapie stehen, dann gibt es auch die Möglichkeit eingebunden zu werden z.B. durch gemeinsame Therapiegespräche. Oder dadurch dass man im Anschluss eine Paartherapie bei einer Erziehungsberatungsstelle macht.
 
  • #3
Grund für eine psychosomatische Reha ist sehr oft eine Depression. Und Depressionen können eine sehr große Belastung für eine Beziehung sein, und zwar sowohl für den Depressiven als auch für den Gesunden. Dies mag vielleicht eine Erklärung sein. Dann ist das Problem aber weniger die Reha als der Grund hierfür.

Zweitens habe ich in meinem Umfeld tatsächlich die Erfahrung gemacht, dass Therapeuten auf eine Trennung hinwirken. Oft suchen Betroffene einen Therapeuten auf, weil sie Beziehungsprobleme oder eine Sinnkrise haben, und die Therapeuten reagieren entsprechend, d.h. aus dem Eindruck heraus, dass der Hilfesuchende eine moralische Unterstützung für die Trennung braucht. Ich selbst war in Therapie, und bin von meinem Therapeuten dreimal zu einer Trennung angehalten worden. Ich bin ihm einmal gefolgt mit der Folge meiner Ehescheidung. In einem Fall hat sich das Problem von selbst erledigt, indem ich verlassen wurde. Im dritten Fall habe ich die Problemlösung in der Partnerschaft gesucht und halte das auch weiterhin für eine gute Idee. Den Therapeuten habe ich anschließend nicht mehr aufgesucht.

Jetzt schau mal, ob Du Dich in diesen Erläuterungen wiederfindest.
 
  • #4
Hallo Sonrix,
einige deiner Aussagen verstehe ich, andere wiederum nicht. Kurz zu meinem Problem, auch ich wurde verlassen während meine Ex Partnerin in der Reha war. Sie ist jetzt mit einem den sie in der Klinik kennengelernt hat zusammen. Ich weiß das man an Beziehungen arbeiten kann und muss wenn will. Habe es meines Erachten auch immer getan, war für sie da und auch gut behandelt. Habe ihr Krankheitsbild nie verleugnet und bin darauf eingegangen und habe versucht es zu mildern wo ich könnte. Gestern hatte ich eine Bekannte getroffen die mir von ihrer Tochter erzählte die auch in der Klinik war, und dieser wollten sie einreden ihre Mutter ist an allem schuld. Was machen die dort. Sie war ist immer eine Liebende Mutter und für ihr Kind da! Aber zurück zu meiner Frage, gibt es hier Positive enden nach Trennungen durch Reha usw. Bzw Tips wie man das Ruder noch rum reizen kann.

LG DJ
 
  • #5
Danke Kathi,

Ich auch für die letztere Entscheidung . Wir waren Jahre zusammen, und vor der Klinik hat sie selbst bei Bekannten gesagt das mich liebt und sogar Heiraten möchte .

LG DJ
 
  • #6
Es gibt wie überall und bei allen Berufen Gute und Schlechte.
Bei Anwälten, Strassenkehrern, Hausärzten - also auch bei den Therapeuten.
Es ist natürlich das Einfachste, die Trennung vom Partner zu empfehlen. Man hat einen Sündenbock, dem man die Schuld in die Schuhe schieben kann und wenig Arbeit damit. Von den Kindern kann man sich ja nicht trennen .... vom Beruf auch eher nicht. Und die meisten Menschen fühlen sich bestätigt, wenn ein anderer schuld ist. Der Angestellte, der Pfarrer, zur Not Gott oder eine Ideologie - oder eben der Partner.
Problem ist also nicht die Therapie - sondern der schlechte Therapeut.
 
  • #7
Hat den hier auch jemand ein positives HappyEnd? Und oder Tips und Anrugungen das es dazu kommt !

Lieber FS,
die Frage ist doch, was man unter einem Happy End versteht und das muss nicht die Fortsetzung der Ehe sein.

Für mich war die Reha der Auftakt, meine Ehe kritisch anzusehen. Vorher habe ich immer versucht, mich mit den Augen meines Exmannes zu sehen und mich zu hinterfragen, mich zu ändern. Ich bin allein garnicht auf den Gedanken gekommen zu hinterfragen, ob er richtig rum auf dem Pferd sitzt, ob sein Verhalten mir gegenüber ok ist.
Das Happy End war aus meiner Sicht Jahre später (viel zu spät) die Scheidung. Und nein, der Auslöser war nicht wie so oft ein Kurschatten mit dem vermeintlich alles besser läuft sondern die Fortsetzung der Dinge, die in der Reha ihren Anfang nahmen: spüren wie es mir geht, auf mich und meine Gefühle achten, Selbstakzeptanz statt Anpasserei an die Wünsche des Exmannes usw.

Es ist ein Irrtum zu glauben, daß ein Happy End die Fortführung einer unbefriedigenden Ehe ist.

Ich gehe mal davon aus, dass Deine Frau in der Reha ist und Du Zeichen am Horizont erkennst, dass sich daraus eine Gefahr für eure Ehe gibt.

In der Rückschau kann ich nur sagen, dass meine Ehe hätte gerettet werden können, wenn mein Exmann ebenfalls an seinem Verhalten etwas geändert hätte. Ich fing nach der Reha an, mich zu verändern und er machte weiter wie vorher. Was vorher schon reichlich holperte, passte dann garnicht mehr zueinander.

Meine beste Freundin ist auch geschieden. Auch da nahm es in der psychosomatischen Reha seinen Anfang. Nach den begonnenen Auseinandersetzungen mit sich selbst, veränderte sich die Sicht auf den Partner. Er war ebenfalls unfähig und unwillig, die ihn begünstigende Situation zu verändern und auch hier endete es Jahre später ohne Kurschatten in Scheidung.

Insofern kann ich als einzigen brauchbaren Tipp geben: einfach mal die Klappe halten und nachdenken wenn sie etwas sagt, was bisher bei euch kein Thema war. Wenn Du nicht bereit bist, eine andere Sicht einzunehmen und nicht inhaltlich in Gespräche einsteigst sondern weitermachst wie vorher, besteht das große Risiko, dass es für Dich nicht gut ausgeht.

Wenn ein Kurschatten im Spel war, wird es schwierig, weil es ein neues Bündnis gibt. Die beiden haben Wichtiges zusammen erlebt, glauben sich zu verstehen, verbünden sich ggfs. gegen ihre Expartner, schreiben denen die Schuld zu - das wird schwierig und kann nur klappen, wenn Du die innere Größe hast, das Ganze als einen emotionalen Irrtum in einer Ausnahmesituation zu sehen - besondere Form von Fremdgehen.
 
  • #8
Hallo Vikky und Tom,

Danke für die Antwort, zu Vikky muss ich sagen, sie ist beendet, sie hat in der Klinik jemanden kennengelernt, und ich gehe soweit zu sagen, dass ich immer für sie da war, mich auf sie eingestellt habe, und wenn es etwas zu verändern gab es auch getan habe, natürlich nicht Kopflos, wir haben auch geredet, ich habe viel im Rahmen meiner Kräfte versucht ihre Krankheit zu mildern, und sie aufzubauen, was aber nicht gelang weil sie zu Pflegmatich war, und zu Tom kann ich nur sagen, da gehe ich mit, bei meiner Bekannten, dass Problem mit der Tochter war in der selben Klinik bei der gleichen Therapeutin. Mehr sage ich dazu nicht ....

LG DJ
 
  • #9
Hm. Also ich war selbst vor 15 Jahren in einer psychosomatischen Fachklinik, und war damals mit meinem langjährigen Partner zusammen und blieb es danach noch ca. 4 Jahre.

Mein nächster Partner war auch in einer solchen Klinik, und zog es vor, sich direkt nach der Entlassung von mir zu trennen.

Ich habe noch nie selbst erlebt oder gehört, dass ein Therapeut zur Trennung rät.
Die Therapie selbst beschäftigt sich aber ausschließlich mit den Bedürfnissen des Patienten und nicht denen des Partners. Es geht dabei darum, Verhaltensmuster des Parienten aufzudecken und ihm dabei zu helfen, dass dieser sich selbst wieder wahrnimmt, sich versteht, und dass sich etwas ändern muss, wenn man in Zukunft nicht weiter unter Symptomen leiden will. Manche ziehen dabei natürlich Rückschlüsse auf die Beziehung, in der sie gerade leben. Durch eine Therapie kommt man gewaltig mit sich selbst in Konflikt und ist erstmal stark durch den Wind, kann manche Emotionen, die plötzlich entstehen, nicht richtig einordnen, sucht jemanden, der sich in der selben Situation befindet und der einen "versteht". Und: in einer Therapie kann man sich unter Umständen sehr nah kommen, bei uns hat später ein Pärchen, welches sich da kennengelernt hat, geheiratet und sind immer noch zusammen.

Leider kann das für den aktuellen Partner sehr schmerzhaft werden, so dass dieser die Welt nicht mehr versteht. Das tut mir sehr leid für die Partner. Aber ich denke, grundsätzlich sind die Therapeuten eher auf ihre Klienten fixiert, anstatt dass ihr oberstes Interesse ist, Beziehungen zu zerstören und Klienten zu manipulieren. Was der Patient aus seinen neu gewonnenen Erkenntnissen macht, steht allerdings auf einem ganz anderen Blatt.

Alles Gute für dich, vielleicht wirds ja wieder.
 
  • #10
In der Rückschau kann ich nur sagen, dass meine Ehe hätte gerettet werden können, wenn mein Exmann ebenfalls an seinem Verhalten etwas geändert hätte.
Ich weis grad nicht ob ich hier alles richtig mach mit dem zitieren. Seht es mir nach wenn nicht.

Meine Depression wurde zum großen Teil (nicht nur) durch meine ehemalige Beziehung ausgelöst. Als ich mich dann "bearbeitet" hatte, hat der Gute sich getrennt.
Das Happy End ist, dass ich wieder ich bin.
Therapeuten. Ja klar kann mensch an den falschen geraten.
Ich hatte auch nicht den wirklich richtigen. Freud-Sofa war nicht meins. Aber letztendlich hab ich da doch einiges über mich gelernt.
Dass mein Lebensabschnittsmensch, den ich echt liebte, mich dann doch verlassen hat, hatte nichts mit dem Therapeuten zu tun. Eher mit seiner Nicht-Bereitschaft an uns und der Beziehung zu arbeiten.
Es gehören eben zwei dazu, nach einer Reha, die psychotherapeutisch war, miteinander zu arbeiten. Er der Gute wollte es nicht.
Nun sind fast vier Jahre vergangen.
Wie gesagt mein Happy End. Ich bin froh ich sein zu dürfen.
 
  • #11
Ich war mal in so einer Klinik und auch wenn ich da nicht in einer Ehe war, waren viele im mich herum in Beziehung und in einer Ehe. Nachdem die 16 Wochen (ja, ich war 'extrem Patient) um waren, gab es in der Zeit keine (spannende) Beziehungskriese, außer das Paar was in der Klinik zusammen gekommen ist und deswegen die Klinik verlassen sollte und da sich dann auch schnell wieder getrennt hat. Wie schon hier geschrieben wurde, oft ist das die eigene Wahrnehmung/der Fokus, der einen das glauben lässt.
 
  • #12
Wir waren Jahre zusammen, und vor der Klinik hat sie selbst bei Bekannten gesagt das mich liebt und sogar Heiraten möchte .

Lieber FS,
Warum habt ihr denn nicht geheiratet?
Vielleicht hat sie sich in der Reha diese Frage ja mal gestellt, warum sie Dich heiraten will und Du sie nicht. Da ist Raum, sich mit solchen Dingen zu befassen und dann führt eines zum anderen, so wie hier die Threads "wir führen eine gute Beziehunge, aber...." und dann tut sich das Grauen auf, wenn es in die Details geht.

war für sie da und auch gut behandelt. Habe ihr Krankheitsbild nie verleugnet....
Prämisse: Dass man für seine Partnerin da ist und sie gut behandelt ist m.E. das absolute Minimum um überhaupt eine Beziehung zu führen.

Du hast einen positiven Eindruck von Deiner Beziehung und sie ist in der Reha zu einem anderen Ergebnis gekommen.
Das muss kein KO für eine Beziehung nach der Reha sein, sondern kann der Beginn sein, miteinander in Kontakt zu kommen und sich besser zu verständigen - ergebnisoffen.
Es sollte Dir nichts Unbekanntes sein, dass 2 Menschen den gleichen Sachverhalt unterschiedlich bewerten. Manchmal, braucht man (der Erkrankte) einen Schubs von außen, um eine andere Sicht zu bekommen.

Beispiel: mein Ex sagte, das er mich in Sachen seiner Affären belügt um mich zu schonen. Meine Therapeutin sagte, dass er sich nur selber schonen will, weil er Angst vor Konsequenzen hat. Ich fand, dass sie Recht hat, nicht er. Vorher habe ich mir ganz andere Gedanken um das Thema gemacht.

Ich habe es in 2 Rehas erlebt: sowohl in den schriftlichen Unterlagen wie auch im ersten Therapeutengespraech wurde jeder Partient eingefilmt, dass er seine wertvolle Rehazeit nutzen soll, um sich mit anderen Betroffenen auszutauschen, sie aber nicht verschwenden soll, um die Lösung für Beziehungsprobleme nicht in einem kurzfristigen Partnertausch mit einem anderen Patienten sehen soll.

In meinem Freundeskreis sind diverse ärztliche und psychologische Psychotherapeuten - jeder hält es für einen handwerklichen Fehler, einem Patienten eine konkrete Handlungsanweisung (trenn'Dich) zu geben. Therapie ist ergebnisoffen und soll helfen, den eigenen Weg zu finden.

Viele Patienten kommen selber zu Entscheidungen wenn sie sich mit den Beziehungen auseinandersetzen und es ist für den verlassenen Partner einfacher damit umzugehen, wenn er sich einredet, dass der Therapeut Schuld ist.
Oder der Partner, der verlässt, schiebt den "ratenden" Therapeuten vor, weil er sich nicht mehr mit dem Ex auseinandersetzen will, resp. wenn der Kurschatten bereit steht.
Ebenso ist es mit der "liebenden Mutter, die immer für Ihr Kind da ist" - kann ja auch einen erstickend klammernde, alles bestimende Mutter sein, die ihr erwachsenes Kind nicht loslässt. Es ist oft eine Frage der Perspektive, welches Bild (Selbstbild/Fremdbild) man sieht. Du siehst das auch nur als Ausschnitt.
 
  • #13
Danke Kathi,

Ich auch für die letztere Entscheidung . Wir waren Jahre zusammen, und vor der Klinik hat sie selbst bei Bekannten gesagt das mich liebt und sogar Heiraten möchte .

LG DJ
Es ist ein langer Prozess. Genau wie die These, die Mutter sei schuld. Irgendwann lernt man, dass man trotz aller eigenen Einflüsse die Verantwortung für sein Leben ganz allein trägt. Was Deine Expartnerin betrifft, tut es mir leid. Du hast alles gegeben und stehst nun vor einem Scherbenhaufen. Mal ganz pragmatisch gesehen:
- Deine Ex hat Dich brutal viel Energie gekostet, die Du besser in Deine eigene Lebensfreude investiert hättest.
- Sie nimmt auf Dich keine Rücksicht, nur Du auf Sie.
- Du hättest Dich aus Verantwortungsbewusstsein nie von Dir aus von ihr trennen können.
- Du konntest nie wissen, wohin die Reise geht.
- Sie hat Dir die Entscheidung abgenommen.

Spüre in Dir, welche immense Erleichterung das in Dir freisetzt. Du bist frei, kannst Dich wieder auf Deine ganz eigene und persönliche Lebensfreude konzentrieren.
 
  • #14
Lieber DJ,

ich lese da eine große Hilflosigkeit und Entäuschung. Man ist immer schnell dabei, einen Schuldigen zu suchen. Und der Therapeut bietet sich dafür an.

Viele sind am Ende auch mit der Therapie unzufrieden und unterstützen ein solches Urteil auch, indem sie schlecht über den Therapeuten oder die Klinik reden.

Zu dem Beispiel mit Mutter/Tochter muss man verstehen, dass es eine Entwicklungsaufgabe des Kindes ist, seine eigene Persönlichkeit zu entwickeln und sich vom Elternhaus zu lösen. Das nennt sich Pubertät.

Auch ganz liebevolle Mütter können, wenn sie klammern und das Kind sich nicht entfalten lassen, überfürsorglich sind, schaden. In den Fällen gibt es oft sehr hefftige Pubertätskonflikte.

In der Therapie wäre dann tatsächlich die Aufgabe des Therapeuten gegen den Widerstand der Mutter, dem Kind dazu zu helfen, sich vom Elternhaus zu lösen. Natürlich nicht mit dem Ziel die Beziehung auf alle Zeit zu schädigen, sondern um eine angemessene Entwicklung zu ermöglichen.

Damit macht man sich natürlich keine Freunde...

In wie weit ein Therapeut einem Menschen dazu rät, eine Beziehung zu überdenken, oder anderen gegen ihren Widerstand Beziehungen zu anderen Menschen schmackhaft machen möchte, hängt stark von dem ab, was für den jeweiligen Menschen gut ist.

Wenn ihr eine Helfer/Kranke Beziehung geführt habt, dann kann es tatsächlich sinnvoll sein, sich aus diesem Muster zu lösen. Denn ein solches Muster hält die Krankheitsmuster aufrecht.

Und falls die Ex schon an dem Punkt war, wo sie emotional distanziert war, hätte die Arbeit an der Beziehung und Veränderung der Beziehungsmuster keinen Sinn. Dann kann es tatsächlich sein, dass ein Therapeut die Entscheidung zur Trennung bestärkt.

Gute Therapeuten werden aber niemals jemand durch Drängen beeinflussen, sondern die Muster herausarbeiten, und dann die Alternativen deutlich machen.

Entscheiden muss dann jeder selbst. Denn es wäre kein nachhaltiger Erfolg, wenn jemand in der Therapie lernt, dem Therapeuten zu gehorchen. Ziel muss es natürlich sein, dass die Leute ihre Probleme ohne professionelle Hilfe selbst oder mit Hilfe ihres Umfeldes lösen können.
 
  • #15
In den 6 Wo. Reha wird kein neuer Mensch kreiert oder jedem geraten sich zu trennen. Es wird auf Verhaltensweisen u. Muster geschaut, die so negativ für die Ges. sind, dass es zunächst zu psych. Belastung/Stress u. dann zur körperl Auswirkung in Beschwerden verschied. Art führte, bzw. erst körperl. Schmerzen, die sich auf die Psyche + das Empfinden auswirken.
Auch arbeiten die Therapeuten nur mit dem, was sie vom Patienten geschildert bekommen. Geben Sichtweisen und Möglichkeiten sich zu stabilisieren. Um die Bez. mit dem Partner geht es in der ersten Linie dort nicht, sondern um Grenzen setzen, den Umgang mit der Erkrankung, Rückzugs-/Ruhephasen finden. Die ursächl. Probleme werden dann in einer anschließenden Therapie vor Ort behandelt.
Nun ist es so, dass in der Reha man in seiner Freizeit u. am Wochenende mit labilen Menschen zusammen ist und sich über die Krankheitbilder und -geschichten mit den Patienten austauscht. Entweder deine Frau fühlt sich vom anderen Mann besser verstanden (gl. Krankheitsgeschichte), sie ein Helfersyndrom hat und für ihn nun die Starke ist, sie generell einen Neuanfang wollte und alles Belastende hinter sich lassen wollte, ohne sich damit auseinander zu setzen bzw. gem. daran zu arbeiten oder sie hat sich schlicht neu verliebt.
Inwieweit man sie in der Reha indoktriniert hat oder sie sich von Aussagen beeinflussen und fremdsteuern lässt, kann ich nicht einschätzen, ist eigentlich nicht das Ziel/Sinn der Reha. Es geht zunächst darum aus dem belasteten Umfeld/Alltag rauszukommen, über sein Krankheitsbild u. allg. Ursachen etwas zu erfahren, einen geregelten Tagesablauf zu erhalten, zur Ruhe zu kommen u. wieder mehr auf sein inneres Gleichgewicht zu achten; es wird weniger an der Psyche gearbeitet, mehr an der Linderung der körperlichen Beschwerden. Therapiegespräche sind auch nicht täglich und dauern über Stunden. Am Wo ist Besuch mgl.
Ich möchte Dir nicht zu Nahe treten, aber deine Ex Partnerin ist erwachsen und mündig. Nur weil sie krank ist, weiß sie dennoch was sie tut, was sie entscheidet und was das Beste für sie ist. Vlt war sie, eben weil Du zu verständnisvoll und aufopfernd warst, dann gefühlt eher die kranke Patientin, die von Dir gepflegt wurde, als die selbstständige Frau.
Nicht alle Krisen/Belastungen führen die Partner zusammen. Wenn ein Partner gesund u. einer krank ist, kann der gesunde Part manchmal einfühlsam/verst.voll sein, doch der Kranke fühlt sich trotzdem in seiner Erkrankung unverstanden, weil du es nicht selbst erlebst, sondern miterlebst. Vlt hat sie aus dem Grund auch Schuldgefühle.
Ich denke, ein Gespräch mit Deiner Ex Partnerin hilft dir mehr, ihre Gefühlswelt u. Gründe der Trennung zu verstehen, als die alleinige Schuld bei der Reha und den Psychologen zu suchen.
 
  • #16
Ist das denn überhaupt so?
Ich habe persönlich gar keine Erfahrungen in dem Bereich, kenne auch niemanden, der jemals in einer psychosomatischen Therapie war, könnte mir aber denken, dass es sich hier um selektive Wahrnehmung handelt, lieber FS.
Gibt es tatsächlich verlässliche Zahlen, dass nach einer psychosomatischen Reha viele Ehe zerbrechen? Mehr als nach anderen Reha's? Mehr als bei Leuten ohne Behandlungsbedarf?

Und letztlich - ist es nicht egal, wie es bei anderen ist?
Ich persönlich glaube nicht, dass man in einer guten Beziehung von außen - also fremdbestimmt - auf Trennungsgedanken gebracht wird, die nicht sowieso schon da waren. Eventuell können vorhandene Zweifel verstärkt werden, aber dass eine gute Beziehung nach einer Therapie kaputt ist, ist wohl fern jeder Lebensrealität. Deshalb ist es kontraproduktiv nach dem zeitlichen Auslöser der Trennung zu fahnden. Die Ursachen werden sicherlich ganz woanders liegen.
Und ob es dann noch Chancen auf ein Happy End gibt? Chancen bestehen immer, ob sie sich in Deinem Fall verwirklichen wirst Du sehen.
 
  • #17
Hat den hier auch jemand ein positives HappyEnd? Und oder Tips und Anrugungen das es dazu kommt !

In einer psychosomatischen Reha landet, wer im Alltag mit den Belastungen nicht mehr klarkommt, denen er ausgesetzt ist. Sei es, weil die Person selbst, z. B. durch Depressionen, nicht genug Kraft hat, sei es, weil die Umgebung zu viel Kraft raubt. Die Standardbelastungen im Alltag sind wohl Job, Beziehung und Pflege von Angehörigen (Eltern oder Kinder). Parallel läuft ja gerade ein entsprechender Thread, in dem sich ein Mann von seiner depressiven Partnerin getrennt hat.

Therapeuten schauen sich an, was im Leben eines Menschen passiert und suchen dann Muster oder Ursachen dafür. Zaubern und die Ursachen oder Muster verschwinden lassen können sie nicht. Empfehlungen, die Beziehung zu beenden, geben sie auch kaum.

Eine gute und stabile Beziehung gibt einem Menschen Kraft und Energie, um mit schwierigen Phasen in anderen Bereichen klarzukommen. Funktioniert das Gesamtsystem nicht mehr, stehen alle belastenden Faktoren zur Disposition. Wenn ich in meinem Umfeld und auch in vielen Threads hier die "Dramaqueens" betrachte, die sich selbst nicht als solche sehen, dann wundert mich nicht, dass in einer Reihe von Fällen die Beziehung das ist, was man überdenkt. Ich bin überzeugt, Beziehungen haben einen erheblichen Anteil an den Fällen, in denen es zu Burnout etc. kommt.
Vermutlich macht es Sinn, in Phasen, in denen man auf eine Therapie zuschlittert, parallel eine Beziehungstherapie zu machen oder Partnerin oder Partner in die Therapie mit einzubeziehen.

Dass es den Betreffenden auf Dauer weiterhilft, wenn sie mit Mitpatienten eine Beziehung anfangen, glaube ich nicht. Die mögen erstmal Verständnis haben, aber letztlich wird dann der Berg an Gesamtproblemen größer.

Ich war selbst in so einer Situation, wenn auch ohne Therapie. Auch da war die Beziehung das, was letzten Endes gescheitert ist. Sie hat mich einfach zu viel Energie gekostet und mir letztlich die Freude am Leben genommen. Das zugrundeliegende Muster führt letztlich auch dazu, dass ich mir durchaus auch nicht immer passende und Kraft gebende Partnerinnen ausgesucht habe.
 
  • #18
Es ist ein langer Prozess. Genau wie die These, die Mutter sei schuld. Irgendwann lernt man, dass man trotz aller eigenen Einflüsse die Verantwortung für sein Leben ganz allein trägt. Was Deine Expartnerin betrifft, tut es mir leid. Du hast alles gegeben und stehst nun vor einem Scherbenhaufen. Mal ganz pragmatisch gesehen:
- Deine Ex hat Dich brutal viel Energie gekostet, die Du besser in Deine eigene Lebensfreude investiert hättest.
- Sie nimmt auf Dich keine Rücksicht, nur Du auf Sie.
- Du hättest Dich aus Verantwortungsbewusstsein nie von Dir aus von ihr trennen können.
- Du konntest nie wissen, wohin die Reise geht.
- Sie hat Dir die Entscheidung abgenommen.

Spüre in Dir, welche immense Erleichterung das in Dir freisetzt. Du bist frei, kannst Dich wieder auf Deine ganz eigene und persönliche Lebensfreude konzentrieren.

Du vereinfachst die Sache ziemlich stark. Es hilft dem FS nicht, wenn du ihm hier Honig um den Bart schmierst. Es haben hier einige Leute geschrieben, die Erfahrungen mit solchen Rehas haben. Alle haben ihm erklärt, dass dort nicht zu Trennungen geraten wird. Genauso wird nicht pauschal der Mutter die Schuld gegeben. Das ist Blödsinn. Und wenn der FS das weiterhin glaubt, hilft ihm das auch nicht weiter.

Wie schon jemand geschrieben hatte, ist man in so einer Klinik absolut mit sich und seinen eigenen Bedürfnissen beschäftigt. Viele Patienten tun seit Jahren das erste Mal wieder etwas nur für sich. Das bewegt etwas in einem. Und Beziehungen zu Partnern und anderen Menschen werden beleuchtet und ggf. in Frage gestellt. Kein Therapeut rät zu Trennung oder Kontaktabbruch. Beziehungen zwischen Patienten wurden in meiner Klinik nicht geduldet, da musste einer gehen.

Im Übrigen finde ich die Aussagen des FS zu seiner Bekannten und ihrer Tochter unverschämt. Man hat von außen nie Einblick in eine Mutter-Kind Beziehung und man kann auch nicht beurteilen, ob die Bekannte eine gute Mutter war. In meiner Therapie war meine Mutter und meine Erziehung ein großes Thema. Es wurde nie vom Therapeut zu irgend etwas geraten. Ich musste und habe für mich selbst einen Weg gefunden, den weiteren Umgang zu bestimmen. Es gibt Kontakt, aber ich habe mich emotional distanziert. Das macht mich stärker und unabhängiger.

Akzeptiere, dass die Beziehung vorbei ist. Ihre neue Beziehung zum "Kurschatten" wird wahrscheinlich auch nicht halten. Aber das ist allein ihre Angelegenheit. Ich würde an deiner Stelle nicht darauf hoffen, dass sie bereut und zurück kommt.
 
  • #19
Lieber FS
meine persönliche Erfahrung und die einiger Personen, die ich dort kennengelernt habe, haben mir das bestätigt, ist, dass man bei einer Psycho-Kur ja dazu angeleitet wird, sich zu ändern, z.B. selbstbewusster zu werden, "nein" zu sagen usw..
Man kommt also von der Kur verändert zurück und arbeitet vielleicht auch weiter an sich. Das muss dann der Partner erst mal verkraften.
Gut möglich, dass das der Grund ist, dass Beziehungen nach so einer Kur in die Brüche gehen.
Heide-Lene
 
  • #20
Hat den hier auch jemand ein positives HappyEnd? Und oder Tips und Anrugungen das es dazu kommt !
Also ich bin von meiner Frau geschieden - deswegen.
Sie hatte über zehn Jahre in der Ehe chronische Depressionen mit mehreren Klinikaufenthalten im Abstand von Jahren bis Monaten.
In den ersten Klinikaufenthalten kam sie bei Besuchen mit Trennungswunsch an, den sie aber wieder aufgab, nachdem sie die Klinik verlassen hatte - klares Zeiche für Indoktrinierung durch die dortige Atmosphäre, durch Personal und Patienten.
Wir sind dann später mehr zu Paartherapie übergegangen, als Klinikaufenthalte keine grundsätzliche Heilung der Depressionen brachten.

Leider hat das wenig gebracht, da ihr Grundtenor nicht war, daß ihre Depressionen in ihrem erlittenen sexuellen Mißbrauch als Kind im Vereinssport, in ihrer teilweise lieblos empfundenen Behandlung durch ihre Eltern lag - nein, ich war schuld, weil ich nicht genug auf sie eingehen würde und ihre Bedürfnisse erfüllen würde.
Der begleitende Familientherapeut unterstützte sie in ihrer Ansicht ohne zu fragen, wie es für mich ist, mit einer chronisch depressiven Partnerin zu leben, welche Belastung es darstellt, wenn man nicht nur Beruf, sondern auch noch Familie zum überwiwegenden Teil selbst schmeißt.

Nun irgendwann hat sie wieder mal mit Trennung gedroht und ich habe angenommen - sie war baff und ich auch.

Heute bin ich fast überzeugt, daß der Therapeut mit der Unterstützung meiner Frau MIR helfen wollte, zu erkennen und zu handeln, daß mein Leben so nicht enden muß. Aber egal ob er das beabschtigte, tatsächlich hat er MIR geholfen.

Mittlerweile geht es mir richtig gut: Frau weg, Kinder da (wie vorher auch schon), Kontakt zur ExFrau sehr entspannt und ich habe mein Leben wieder - muß mich nicht mehr in Haus und Beruf für vier abrackern, sondern nur noch für mich und die Kinder, keine gedrückte Stimmung mehr, weil ich auf Socken durchs Haus gehen muß, die Kinder sind lebhaft, wann immer sie wollen und müssen keine Rücksicht mehr auf eine kranke Frau (Depression ist eine Krankheit!) nehmen, indem sie leise und geduckt durchs Haus schleichen und auf viele Aktivitäten verzichten, weil "es Mama heute nicht so gut geht".

Fazit: Auch wenn anfangs es nicht so scheint (und sicher SO nicht beabsichtigt ist) aber die von Dritten befürwortete Trennung einer depressiven Person von ihrem Partner ist in fast 100% der Fälle einer Erlösung für diesen Partner.
Eventuell ist das ja der positive Ausgang für den FS?

m47
 
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