• #31
Einen Ego-Boost hat er nicht nötig, er hat bei uns eine Vertrauensstellung, sehr viele Freunde, ist Vorsitzender in diversen Vereinen.

Warum soll er keinen Ego-Boost nötig haben? Gerade Narzisten in sog. Machtpositionen haben diesen ständig nötig.

Ich habe einen Kollegen, 48, verheiratet, ein 2jähriges Kind. Seit 4 Monaten chatten wir privat, lernen uns immer besser kennen und schreiben auch sehr zweideutig (er suchte den Kontakt).

Und Du machst Dich an einen verheirateten Mann ran, nur um Dich selber aufgrund seiner Position aufzuwerten? Schade, dass Dein Selbstbewusstsein derart niedrig ist.
Was ist Dein Ziel?

m, 39
 
  • #32
Es ist ein Spiel für ihn...es liegt an Dir ob Du die Bälle zurückspielst. Ich wuerde es bei einem verheirateten Mann nicht tun. Schon aus weiblicher Loyalität zu seiner Frau..weniger wegen dem illoyalen, aufmerksamkeits
süchtigen Typen selber. Und glaube nicht, dass die Sorte Mann durch Freunde, Ehefrau irgendwann im Ego "satt" ist..die nehmen alles mit was geht. Die Kollateralschäden trägt die Umgebung.
 
  • #33
Mit Deinem Hintergrund ist es auch nicht einfach. Aber vielleicht verstehst Du dann sofort, dass so ein Außenflirt eine Erholsamkeit vom Alltag ist und man sich dann wieder als erotisches Wesen fühlen kann, ohne dass man sofort dran denkt, das Leben zu ändern.

Sieht für mich ein bisschen so aus, als wäre es ein Tunnelblick. Der Kollege ist das Licht am Ende des Tunnels, aber sicher nicht der richtige Mann, um einen Neustart in eine glückliche Beziehung zu machen. In solchen Situationen, also Feststecken in einer belastenden Beziehung, wird meist nur auf EINE Sache geguckt, wenn man sich nach außen verliebt. Z.B. die Frau, die von ihrem Mann schon lange keine Aufmerksamkeit kriegt, guckt nur auf die charmanten Komplimente und die roten Rosen eines Kavaliers, mit dem aber nie eine solide Beziehung möglich wäre. Es sieht dann nur so aus und dieser Kavalier "löst" die Frau aus der alten Beziehung. Aber wenn sie versucht, das ganze zu leben, sieht sie erstmal die ganzen Eigenschaften, die sie bei einem Mann nicht haben will, wenn er ihr Partner sein soll.

Im Grunde hast Du nun auch Ablenkung aus Deiner Beziehung, aber nimmst das ernster, was da abgeht zwischen Dir und dem Kollegen. Ein Kind zu Hause haben und sich drum kümmern sollen in einer ansonsten intakten Beziehung, ist ja was ganz anderes als das, was Du lebst.

Wenn Dein Kollege weiß, dass Du verheiratet bist, wovon ich ausgehe, fühlt er sich ja noch sicherer, dass Du nicht ernst machst. Obwohl eine Affäre drin wäre. Er will aber bestimmt nicht verantwortlich sein, dass Du Deine Ehe beendest und dann von ihm verlangst, das auch zu tun, oder irgendwie Stress machst.

Aber ich bleibe dabei, dass er keine Freundschaft mit Dir will, weil er so mit Deinen Gefühlen umgeht. Und ich denke weiterhin, dass er sich Dir gegenüber seiner Ansicht nach respektlos verhalten darf. Nicht nur wegen sexueller Zweideutigkeiten, sondern auch, weil er Dich dann wieder so distanziert behandelt. Das machen nur Leute, die sich "über Dir" fühlen - erst anmachen und dann die kalte Schulter zeigen, weil Du sie danach trotzdem immer noch mögen wirst und sie das wissen.
Er hat keine Angst davor, dass Du ihn blöde findest mit seinem Anfütter-Hau-ab-Verhalten, er weiß oder denkt, Du kommst immer wieder an, oder es ist ihm egal, wenn nicht und die Schreiberei ein Ende hat.
Das tun nur Leute, die ihr Leben nicht ändern wollen. Z.B. auch diese offensichtlichen Flirter, die in die Vollen gehen und cool und voller Selbstvertrauen wirken, weil sie zu Hause ihre Frau sitzen haben und gar nicht drauf angewiesen sind, eine neue Frau für sich zu gewinnen.

Das alles bedeutet für mich, dass er weder Dich noch die ganze Sache ernst nimmt.
 
  • #34
Hallo Void, vielen Dank für deine Worte. Ja, es ist sicher einiges dran an dem, was du sagst und hilft mir, die Sache klarer zu sehen. Und ich bin aufgrund meiner Situation wohl auch etwas verblendet. Ich komme mir gerade schon richtig doof vor, weil ich da nicht schon von selbst drauf gekommen bin. Wir machen in der Firma einen ähnlichen Job und müssen oft auch zusammen arbeiten. Das kriegen wir auch ziemlich professionell hin und das schon seit 5 Jahren. Schwingen auch öfter zusammen Reden vor knapp 2000 Menschen. Daher hatte es mich ja so gewundert, dass er mich so urplötzlich anschrieb. Und wenn wir einen Kaffee zusammen trinken, dann ist es auch öffentlich in unserer Kantine. Also peinlich scheine ich ihm nicht zu sein. Und Respekt sollte eigentlich vorhanden sein, da ich ihm nicht unbedingt in irgendwas nachstehe. Vielleicht nehme ich das distanzierte Verhalten auch nur als solches wahr, weil er dann so ist, wie die letzten Jahre auch und nicht so zugewendet wie so oft in den letzten vier Monaten. Aber es ist tatsächlich auffällig, dass er vorher in unseren Projekten in der Gruppe ständig mit mir geredet hat und jetzt nicht mehr. Hm... Ich werde mich ab jetzt wohl eher auf die dienstliche Kommunikation mit ihm beschränken und das ganze wieder in die richtige Bahn lenken. Meiner Therapeutin wollte ich das nicht in Gänze erzählen, da dort mein Fokus auf meiner Ehe liegt. Ich habe nur gesagt, dass es da "Jemanden" gibt. Sie meinte, dass er nochmal wie ein Trigger wirkt, also mein Bedürfnis und die Notwendigkeit nach Veränderung verstärkt. Wenn du Recht hast, wird es ihm wahrscheinlich egal sein, wenn wir das Schreiben einstellen. Sollte er mich doch nochmal ansprechen, dann werde ich ihn fragen, was das soll und sollte er doch irgendein Empfinden mir gegenüber haben, dann möge er doch bitte erst einmal darüber nachdenken und sich in Ruhe die Konsequenzen überlegen. Um dann eine für sich vernünftige Entscheidung zu treffen. Vorher werde ich nicht mehr zur Verfügung stehen und lieber an meiner ersten Baustelle arbeiten. Ja, ich denke, so ist es richtig.
 
  • #35
Ich komme mir gerade schon richtig doof vor, weil ich da nicht schon von selbst drauf gekommen bin
Finde ich unnötig, weil sowas eigentlich immer ein "erstes Mal" braucht (die Flirtereien von Vergebenen). Ich hatte es mit Ende 20. Wenn man aus ner langen Beziehung kommt, wo es nie die Frage war, einen flirtenden vergebenen Mann als echte Option attraktiv zu finden, ist es eben mit 40 das erste Mal.
Es geht nicht ums Berufliche, sondern um Macht in der Verbindung. Der, der rumspielt hat, sie immer über den, der es ernst nimmt, weil der Spieler meint, nicht wirklich beteiligt zu sein. Ob das wirklich so ist, ist noch die andere Frage, es geht nur um die gefühlte Position. Man hat es ja manchmal, dass jemand eine Beziehung immer dominiert und vermittelt hat "dann hau doch ab, wenn es dir nicht passt, mir egal" und irgendwann hat der Unterlegene genug und geht wirklich, wonach der andere seltsamerweise dran zerbricht.
Wenn du Recht hast, wird es ihm wahrscheinlich egal sein, wenn wir das Schreiben einstellen.
Vielleicht kämpft er auch ein bisschen, weil ihm sein weiblicher Fan verloren geht. Der Mann, der mit mir damals rumflirtete, hat nach meinem Rückzug peinliche Auffinde-Aktionen gestartet. Nur hat das nichts geändert. Es war nur der Versuch, wieder Nähe herzustellen, nachdem zur Abwechslung mal ICH die Distanz hergestellt hatte *) (vorher war ich auch verwirrt wg widersprüchlicher Signale und hab wie Du gedacht, da sei echtes Gefühl von seiner Seite)
Sollte er mich doch nochmal ansprechen, dann werde ich ihn fragen, was das soll und sollte er doch irgendein Empfinden mir gegenüber haben, dann möge er doch bitte erst einmal darüber nachdenken und sich in Ruhe die Konsequenzen überlegen
Viell. ist das der richtige Weg, viell. solltest Du es wg des Arbeitsklimas nur für Dich abhaken u ihm keine weitere Erklärungsmöglichkeit geben. Also sowas sagen wie "war ein Fehler, ich habe für mich festgestellt, dass es meinem Mann ggü nicht fair ist". Das zeigt dann, dass DU es entschieden hast, dass sich nichts entwickeln wird, u Du drängst ihn nicht in eine Defensive, behandelst ihn nicht, als sei er allein der Ankurbler gewesen. Bei der anderen Variante ist er wieder am Zug, Dir was zu erzählen, und das könnte was "vom Pferd" sein, damit Du doch wieder auf ihn eingehst. Dann machst Du Dir viell. weiter Hoffnungen.
*) Eitle Menschen haben auch ein Problem damit, dass mit ihnen "Schluss gemacht" wird.
Wenn man es auf die Umstände schiebt, kann der andere schlechter sauer sein, als wenn man ihm wie ein "Elternteil" anträgt, über Konsequenzen seines Handelns nachzudenken. Du musst ja mit ihm noch zusammen arbeiten.
 
  • #36
Allerdings nur so lange, wie man auch glücklich darin ist. Ist man es nicht mehr, müsste man entweder daran arbeiten, oder sich letztendlich trennen.
Liebelein,hast vollkommen Recht. Aber dafür um das zu klären bist du nicht zuständig,sondern er. Er muss sich klare Gedanken machen,wenn überhaupt. Aber sei mal ehrlich,könntest du dir vorstellen das auch du ein wenig in seinem Kopf herum spuckst? Da wird es auch für ihn schwer, klar zu denken, oder nicht. Denn dann bist du indirekt der Motor der das mit antreibt. Mach dir bitte nichts vor. Im schlimmsten Fall wird er dich zum Spielen nehmen. Trennen wird er sich wie die meisten nicht für dich. Du wirst herzschmerz haben und leiden und womöglich noch eine Ehe mit Kind ins Unglück gezogen. Natürlich ist er Hauptverantwortlicher bei so einem möglichen Schaden. Keine Frage. Aber sei bitte nicht der Motor dafür. Such dir jemanden der nur dich will und frei für dich ist. Es gibt noch viele gute Männer da draußen, lass ihn in Ruhe.
M47
 
  • #37
Ich stimme void 100% zu. Ich kann es nur nochmals wiederholen: suche keine Aussprache mit ihm, mach keine Ansage. Zieh dich einfach zurück. Ähnlich wie bei void hat mein Typ ein Theater veranstaltet als ich ihm am Teefon sagte dass er mich nie wieder kontaktieren soll. 3 Tage tauchte er plötzlich heulend auf einer Abteilungsfeier auf. Danach wurde ich wieder ignoriert. Die Typen gehen crazy wenn sie ihre Fans verlieren. (Bei unserer Geschichte trennte er sich übrigens und wählte eine andere). Nur soviel, kann also gut sein, dass du auch ein trigger bist aber nichts zukunftsträchtiges.
Und in deinem letzten Post versucht du sein Verhalten schon wieder zu rechtfertigen!
Und ich glaube Cassel schrieb dass er nicht rundum nett ist, wenn er dich ignoriert! Denk daran, Freunde gehen so nicht miteinander um. Da gibts keine Zweideutigkeiten. Und du willst keine Freundschaft! Mit deiner Story wird klar, wonach du dich sehnst!
 
  • #38
#17: Also, liebe Freyfrau, das ist ein sehr interessanter Beitrag. Ich bin 40, seit 20 Jahren verheiratet, zwei Kinder (15 und 18 Jahre). Meine Ehe ist sehr kompliziert, mein Mann leidet seit 11 Jahren an einer psychosomatischen Erkrankung, hat teilweise über Monate hinweg mittelschwere Depressionen. Ich habe seit 2 Jahren therapeutische Unterstützung, weil ich einfach mit meinen Kräften am Ende bin. Ich habe bereits mit meinem Mann gesprochen und ihm ehrlich gesagt, dass ich nicht weiß, ob ich das noch lange durchhalte. Mir wurde nahe gelegt, dass ich meinen weiteren Lebensweg allein gehen soll, aber ich kann und will ihn nicht im Stich lassen. Natürlich ist die Zuwendung und Aufmerksamkeit eines Mannes Balsam für mein Ego und ich genieße es. Ich habe mich letztendlich fremdverliebt, weil ich diese Gefühle von zu Hause aus nicht mehr kenne. Wenn ich aber ernsthaft weiter an meiner Ehe festhalten möchte, dann muss ich das Schreiben, den Flirt oder wie man das nennt, beenden. Das weiß ich. Ich weiß auch, dass ich dieses Spiel nicht mehr lange mitspielen kann. Du hast recht, ich will Ernsthaftigkeit und die Gewissheit, ob da was ist oder nicht. Ich habe mich bereits gefragt, ob dann der Schritt der Trennung für mich leichter wäre und ich komme mir schon schäbig vor, so ist es nicht. Wenn ich mich für meinen Mann entscheide, dann mit vollem Herzen. Aber wenn sich dann herausstellt, dass sich mein Kollege trennt, dann gäbe es für mich auch kein Zurück mehr. Und dann hätte ich die Chance auf eine neue Liebe vertan. Klingt alles etwas verwirrend - daher auch der Name.

"Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben" gibt es als Schlager. Bei dir gibt es sehr viele Baustellen.
Die Kernfrage ist m.E. ob du dich auf eine Affäre/einen neuen Mann einlassen möchtest und auch ob der Mann das überhaupt möchte und worum es denn geht: Man kann sich auch zu einem Glas Wein treffen, ohne dass es zu einer Affäre kommt. Und nicht jeder Flirt am Arbeitsplatz ist eine Beziehungsanbahnung. Nur weil er mit dir flirtet, bedeutet das nicht, dass du die Scheidung einreichen sollst.

Deine unglückliche Beziehung mit deinem psychisch kranken Partner solltest du beenden und zwar unabhängig von neuen Interessenten. Dein Kollege wird dich nicht retten. Das musst du ganz alleine machen und das ist schwer, u.a. weil die Gesellschaft fordert, dass man sich um Kranke kümmert und natürlich besonders, wenn Kinder da sind.
 
  • #39
Liebe @Verwirrte : Was willst du nun von uns hören?
Dass der Mann einen Fehler mit seiner Ehe begangen hat, eigentlich jetzt Dich liebt, aber Angst vor seinen Gefühlen hat, weil er in Verpflichtung lebt? Sorry, da muss ich mal laut loslachen!
das sind die Gedanken einer einsamen Frau, die sich in Tagträume verliert und lieber das glauben will, was sie gerne hätte als die Realität zu sehen.
Mag sein, dass er dich ganz nett und attraktiv findet. Ein Büroflirt versüßt übrigens durchaus den Alltag. Hab ich in meinem Beruf auch ständig mal.
Du belügst dich doch selbst, wenn du sagts, dass du mit ihm befreundet sein willst. Du hast dich in ihn verknallt. Er merkt das und es schmeichelt seinem Ego.
Merke: es gibt keine Männer, die kein Ego-Boost brauchen. Es gehört zum Mannsein dazu, Ego-Boosts zu bekommen. Sei es Geld, Erfolg im Beruf, Status, Frauen oder wie bei Dir eben ein kleiner Flirt.
Der Mann distanziert sich nicht von Dir, weil er heimlich mehr für dich empfindet, sondern weil er merkt, dass du es tust. Und seine Kollegin, mit der er eine Freundschaft hat, himmelt ihn nicht so an. Ein Mann merkt doch auch schnell, wie das zwischenmenschliche Verhältnis ist und Eures ist nicht freundschaftlich.
Schlag ihn Dir als potentiellen Partner aus dem Kopf, konzentrier dich auf andere Männer.
Wenn er merkt, dass du nicht mehr in ihn verknallt bist, könnte er sich Dir evtl. wieder freundschaftlich kollegial nähern.
Ich frage mich allerdings, wieso man mit einem Kollegen, der verheiratet ist als Frau "befreundet" sein will!? Die reden im WIR-Modus, erzählen viel von zuhause und von Frau und Kind und haben wenig Zeit. Treffen kann man sich auch nicht.Affäre willst du nicht sein und wäre auch das Allerletzte, wenn du ihn angraben willst.
Allerdings kann er so toll als Mann nicht sein, wenn er erst in Torschlusspanik mit 46 sein erstes Kind bekommt. Da gibts nen Haken.
Außerdem will kein Mann so eine Baustelle zur Partnerin. Regle erst mal dein Leben und erwarte nicht, dass ein Prinz kommt, der dich aus dem Jammertal zieht.
 
  • #40
Ich würde ihm nicht sagen, er solle erstmal für die Ordnung seiner Verhältnisse sorgen. Das kann er dann ggf. an Dich zurückgeben, da Du ja auch verheiratet bist und Du Dich auf die Schreiberei eingelassen hast. Würde komplett auf Abstand gehen und mich nur auf die Arbeit konzentrieren, da ich nicht denke, dass er sich trennen wird.

Im Übrigen verstehe ich Dich sehr gut. Es ist sehr sehr schwer mit einem depressiven Mann und raubt einem alle Kräfte... Es ist nur natürlich, dass Du Dich da fremdverliebt hast.
 
  • #41
Liebe FS,
wie schön, dass einmal mehr die relevanten Infos erst 30 Posts später nachgeliefert werden.

Wegen der problematischen Situation mit Deinem Mann bist Du seit 2 Jahren in Therapie und dort sprichst Du diese Digital-Affäre nicht an, weil Du lieber weiter um das Dilemma mit Deinem Mann kreisen willst.
Mal ehrlich: wenn Du in 2 Jahren damit nicht zu irgendeinem Potte gekommen bist, wird es in den nächsten 10 Jahren weitertherapieren auch nichts mehr.
Du rennst nur vor einer Entscheidung davon, weil Du Anqst vor Veränderungen hast, wenn Du nicht garantiert auf einem weichen Kissen landest.

Sprich in der nächsten Therapiesitzung Deine Digital-Affäre an und beleuchte mit Deiner Therapeutin, welches Spiel der Mann da mit Dir treibt und warum Du ihn Dir trotz seines üblen Verhaltens schönredest und ihm positive Eigenschaften andichtest, die außer Dir keiner sieht. ZurNot druck' den Thread aus und nimm' ihn mit.

Vermutlich wirst Du herausfinden, dass der Zeitpunkt mehr als überreif ist, Dich von Deinem Mann zu trennen. Du hast es lange genug ausgehalten (fast die gesamte Ehe) und da ist ein Ende nciht absehbar. Möglicherweise ist die Trennung sogar ein Faktor, der ihm guttut und zwingt, wieder in die Puschen zu kommen. Oder aber der Entfall der Ehe befreit ihn von viel Druck und lässt ihn seine Depression allein besser aushalten.

Ich würde der Chatterei ein einseitiges Ende setzen, ohne Ankündigung und ohne irgendwelche Aussprache. Natürlich musst Du damit rechnen, dass so ein Egozentriker mit der einseitigen Kündigung nicht zufrieden ist und Dir nachsetzt, aber nicht, weil er eine Beziehung mit Dir will sondern, weil sein Ego sowas nicht aushält.
Wie viele andere hier sehe ich auch: es gibt Menschen, die von allen Seiten Dauerbestaetigung brauchen, darum an vielen Orten (Vereine, Firma, Affären) die erste Geige spielen müssen und unersaettlich sind, was Aufmerksamkeit einholen angeht. Du bist da nur einer von vielen Faktoren für ihn.

Genauso das Thema, warum er als wichtiger Mann Dir soviel schreiben kann. Daraus leitest Du Wichtigkeit ab. Nein, Du bist ihm nicht wichtig - er ist in der Firma viel unwichtiger als Du glaubst. Denn nur darum hat er für sowas Zeit und das passt auch dazu, dass er fürs Kind überwiegend zuständig ist, nicht seine Frau, die beruflich erfolgreicher ist als er.
Weil seine Frau ihn deckelt, braucht er Dich um seinen Frust gegen seine Ehefrau abzubauen und hinterrücks was zu tun, was ihr nicht gefallen würde, wenn sie es wüsste
- Bubi-Syndrom: zu feige, der übermächtigen Mutti als Mann gegenüber zu treten.
 
  • #42
Auf der Arbeitsstelle geht man laut Vertrag der bezahlten Arbeit nach, nicht um Sexkontakte zu knüpfen. Stell dir vor, du wärest die Ehefrau, und eine unausgelastete Verführerin spannt dir den Ehemann und Vater der Kinder aus. Wie würdest du dich fühlen? Stehet da nicht geschrieben, dass man niemanden das antun soll, was man selbst nicht will? Statt dessen wird hier für den moralischen Verfall argumentiert. Einfach den Mann in Ruhe lassen, das wäre das Mittel der Wahl.

Ehen stabilisieren die Gesellschaft, du aber willst Chaos und Anarchie.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #43
Du hast einen depressiven Mann und dann flirtet der Powerman der Firma mit Dir.
Du saugst es auf wie ein trockener Schwamm das Wasser und prüfst es nicht.

Er triggert Dich und spielt mit Dir Punchingball...
Alleine schlüpfrige Chats zeigen, dass es nicht um sein Herz geht.
Ein Mann der wirklich emotional im Zwiespalt ist, der bleibt auch eher auf der emotionalen Ebene. Er "beschmutzt" nicht, was er anhimmelt...soweit zumindest meine Erfahrung.

Und weil Du unglücklich in deiner Beziehung bist und deshalb empfänglich, meinst Du das muss bei ihm ähnlich sein.

Nein so wie Du ihn beschreibt, sein Verhalten etc...spielt er: mit Dir, mit Grenzen und mag es wohl auch etwas zu provozieren, inklusive anderer Arbeitskollegen.
Er lügt nicht sondern antwortet mit Gegenfrage oder einem Du weißt nicht was ich fühle...gerissen denn er ahnt was Du verstehst ( verstehen) willst. Und dennoch kannst Du ihm nie unterstellen, er hätte dir gesagt tiefe Gefühle gehabt zu haben.

Ohne Häme gemeint aber wenn Du diesen Mann nicht entrohnst, wird er der Inhalt der nächsten Therapie.
Jede für einen Mann obwohl Frau alleine vielleicht nie eine gebraucht hätte.
 
  • #44
Liebe Fragestellerin
der Mann hat ein kleines Kind und seine Frau ist gut im Business, was bedeutet, dass er zur Zeit wohl etwas zu kurz kommen dürfte. Seine Frau widmet sich der Arbeit und dem Kind und er fühlt sich vernachlässigt, nicht genug beachtet und gebauchpinselt. Da kommst du ins Spiel. Ja, du bist sein Ego-Push. Er hat schon lange gemerkt dass du "mehr" von ihm willst und wenn du ganz ehrlich zu dir selbst bist, weißt du auch, dass du gar keine klassische Freundschaft willst, nein, er soll große Gefühle für dich haben und seine Frau und sein Kind verlassen. Sonst würdest du gar nicht so eine Frage posten.

Na ja, ich muss gestehen, dass ich es auch unmöglich finde, wenn 2 Menschen, einer davon verheiratet und Vater (was ist eigentlich mit dir?), sich zweideutige Nachrichten schreiben- ich nehme an es geht um sexuelle Aspekte.
Wie würdest du das finden, wenn DEIN Ehemann mit einer anderen Frau solche Nachrichten austauscht, während du Arbeit ohne Ende hast?

Was du nicht willst, das man dir tut, das füge auch keinem anderen zu!
Sich einfach mal in die Lage der anderen Personen rein zu versetzen macht den Kopf oft wieder klarer!

Dieser Mann ist ganz sicher kein toller Mann! Und glaube nicht, er macht das sonst nie und nur bei dir, weil du was besonderes bist.
Er handelt durchdacht und ködert dich indirekt mit geplantem Nähe-Distanz Wechsel. Eigentlich manipuliert er dich! Ich glaube nicht, dass für ihn Fremdgehen nicht in Frage kommt. Er versucht es dir nur so zu verkaufen, bis seine Manipulation Wirkung zeigt und du dich so in deinen Gefühlen verfangen hast dass DU Sex/Affäre mit einem verheiratet Mann eben nicht mehr ausschließt.

Pass auf dich auf!
 
  • #45
Hallo FS,
ich gehe jetzt mal von mir aus und ich flapse ganz gerne mal mit Männern herum, bei denen aus meiner Sicht keinerlei Gefahr besteht, dass es irgendwie anders verstanden könnte als das was es ist: Ein kleiner Spaß zur Auflockerung des Alltags. Wann besteht aus meiner Sicht keine Gefahr? Wenn man vergeben ist.
So könnte es auch bei diesem Mann sein. Er flirtet und flappst mit dir, weil aus seiner Sicht glasglockenklar ist, dass das nichts zu bedeuten hat, da ihr beide verheiratet seid. Und mehr ist da nicht.
Nimm es als kleines Zuckerle im Alltag und konzentriere dich ansonsten auf dich, auf dein Leben, deine Ehe und wie es bei dir weitergehen soll.

W/44
 
  • #46
@Natali5 Ich glaube nicht, dass es hier um Flirten und flapsige Bemerkungen geht ... anzügliche Mails zu schreiben ist schon ein anderes Niveau und vor dem Hintergrund, dass beide verheiratet sind, ein sehr tiefes! Ganz kurz nur in die Rolle der jeweiligen Partner versetzen, kann manchmal Wunder wirken
 
  • #47
@Verwirrte
Wieso kümmerst Du dich nicht um deinen eigenen Mann? Und schreibst ihm zweideutige Nachrichten und flirtest mit ihm? Warum willst du partout das Glück eines Paares mit Kleinkind stören? Das ist charakterlich einfach unterste Schublade. Deine eigene Ehe liegt im Argen. Dein Mann ist depressiv. Offensichtlich ist Eure Ehe unglücklich. Das ist aber noch lange kein Grund, einer Mama und einem Kind den Papa und Mann auszuspannen. Kein Wunder, dass es dir peinlich ist, deiner Therapeutin davon zu erzählen... Es würde ja dein eigens kreiertes Opferbild von dir - arme leidende Ehefrau von bösem depressiven Mann - komplett zerstören. Dann würde die Therapeutin deinen wahren egozentrischen und hinterhältigen Charakter erkennen. Wenn du unglücklich verheiratet bist, steht es dir jederzeit frei zu gehen. Ich habe Null Mitleid mit dir!
 
  • #48
Servus Verwirrte,

dann setzen wir doch mal an wo es wirklich klemmt: Deine Ehe.

Ich finde Du hast es lange genug ertragen ohne dass es Veränderungen gegeben hat und geben wird. Beende das Trauerspiel und gib Dir und Deinem Mann eine Chance neu anfangen und um sich selbst kümmern zu können.

Nun der Bogen:

Dass Du das nicht mit Deiner Therapeutin besprichst, finde ich für die gewünschte „Freundschaft“ bezeichnend und für Dich armselig, weil Du den Zusammenhang zwischen Deiner privaten und beruflichen Situation nicht erkennen magst und eine gute Gelegenheit bewusst verstreichen lässt diese(s) aufzuarbeiten. Die Therapie ist somit sinnfrei bzw. „Ziel verfehlt, Sex, setzen!“.

Nun zu dem „tollen“ Mann:

Ich bin der festen Überzeugung, dass dem der Hosenschlitz ganz weit offen steht (Nähe) und damit ihm dort nichts raus ragt, er selbiges hinten einklemmt (Distanz), da er längst mitgekriegt hat, was bei Dir läuft und laufen könnte. Nur Du deutest da etwas Edles hinein. Fakt ist: Er ist verheiratet und Vater eines kleinen Kindes. Wenn es denn so harmlos und unbedeutend ist, könnt Ihr doch bei Eurem Sexten sicher Eure Partner in CC setzen. Oder (nicht)?
 
  • #49
Warum willst du partout das Glück eines Paares mit Kleinkind stören?
Das macht der Mann selbst. Zumal er ja derjenige war, der plötzlich gebaggert hat.
Es würde ja dein eigens kreiertes Opferbild von dir - arme leidende Ehefrau von bösem depressiven Mann - komplett zerstören.
Ich weiß nicht, ob Du mal mit jemandem zusammengelebt hast, der depressiv ist oder ein psychisches Leiden hat. Das geht sehr an die Substanz. Und die Entscheidung, den anderen dann zu verlassen oder auch nur das Kümmern ein bisschen loszulassen und zu sagen, dass man die Verantwortung auch nur ein wenig abgibt, fällt unglaublich schwer, weil man auch entscheiden muss, wann man loslässt und wirklich nicht mehr kann. Meist muss einer dann richtig zusammenbrechen, bevor er sagt "ich hab echt keine Kraft mehr für dich".

Ich versteh Deinen Post auch nicht, die FS hat doch geschrieben, dass sie den Flirter jetzt vergessen will und sich lieber um ihre eigene Baustelle kümmern will. Einen besseren Schluss konnte man aus dem ganzen doch nicht ziehen.
 
  • #50
Danke Void. Ich war 22 Jahre treu und hatte nie auch nur einen Blick für andere Männer und schon gar nicht für Verheiratete. Wenn er nicht angefangen hätte, zu schreiben, wäre ich gar nicht auf die Idee gekommen. Es ist wahrscheinlich tatsächlich so, dass ich in dem Moment etwas erlebt habe, was mich hat wieder wie eine Frau fühlen lassen. Gesehen zu werden. Klar ist es mies der anderen gegenüber. Das weiß ich. Ich hatte mir eingeredet, das Schreiben schon nicht so schlimm ist. Und das Sexten ist nur nebenbei, wir schreiben auch normal und er erzählt auch von seiner Frau, nichts negatives, höchstens Mal, dass sie ihm ständig Vorwürfe macht, wenn das Kind schreit und ihn fragt, was er denn nun schon wieder gemacht hat. Ansonsten erzählt er, was sie als Familie unternehmen usw. Letztendlich kann ich tatsächlich sagen, dass ich etwas süchtig nach dieser Aufmerksamkeit bin. Und natürlich stimmt es auch, dass ich irgendwie die kleine Hoffnung hatte, dass er der Ritter ist, der mich aus dieser Misere befreit. Und für mich waren die Signale nicht eindeutig. Aber mir wurden hier die Augen geöffnet, was die Gründe des Mannes sein könnten und das da eben nicht die großen Gefühle vorhanden sind. Ich habe mich da in etwas verrannt. Und es ist ja klar, dass mich einige hier für eine B*** halten. Ich bleibe dabei: Mich um meine Baustelle kümmern, versuchen, in meine Mitte zurück zu finden, Dopamin-Haushalt regulieren lassen und auf Abstand gehen. Sollte er dann doch noch ankommen, dann werde ich ihm sagen, dass ich meine eigenen Baustellen habe und nicht noch eine gebrauchen kann. Ich konnte nur das Ganze nicht so richtig deuten.
 
  • #51
... die Entscheidung, den anderen dann zu verlassen oder auch nur das Kümmern ein bisschen loszulassen und zu sagen, dass man die Verantwortung auch nur ein wenig abgibt, fällt unglaublich schwer

Vollkommen richtig, mit einem depressiven Partner lebt es sich schwer. Aber die FS steht damit ja nun nicht allein da sondern ist seit Jahren in Therapie.
Sie bekäme dort jede Unterstützung, wenn sie denn ehrlich wäre und ihre Probleme nicht verschleiern würde. So wie sie der Therapeutin ihre Digitalaffaere nicht anvertraut, wird sie auch andere Gedanken in Bezug auf die Ehe verbergen um einen guten Eindruck der treusorgenden Ehefrau zu hinterlassen, Mitleid zu ernten und somit wirksame Hilfe vermeiden. Ihre verständliche Aufmerksamkeitssehnsucht nach langen Jahren mit einem depressiven Mann zeigt sich in diesem Thread.

Sie hat sich hier deutlich zu ihren Ambivalenzen geäußert. So groß ist ihr Entscheidungsproblem nicht: sie ginge prompt, wenn ihr Flirt sich trennen würde.
Sie verlängert ihre Haengepartie mit dem depressiven Mann nur, weil sie nicht weich ins nächste Nest fällt.

Wenn man so lange zu einem depressiven Partner gestanden, 90% der Familienlast über weite Erkrankungsphasen allein getragen hat und keine Besserung in Sicht ist, dann ist es legitim zu sagen "es reicht, irgendwann muss ich auch mal Leben", denn sie ist ja erst 40 und die Kinder sind schon recht gross.

Was ich nicht ok finde, ist der Kurs, den die FS fährt: zu riskieren, den Mann durch eine Affäre noch mehr zu destabilisieren.
Wenn sie seit 2 Jahren in Therapie ist und es im wesentlichen darum geht, wie sie mit seiner Depression lebt, dann weiß sie genau um diese Thematik.
"Ich kann nicht mehr" ist was ganz anderes und wirkt auch anders auf den Depressiven als ihn zu belügen und zu betrügen.

Ich war 22 Jahre treu und hatte nie auch nur einen Blick für andere Männer... Und es ist ja klar, dass mich einige hier für eine B*** halten.

Ganz ehrlich: das ist doch wohl keine herausragende Leistung dem Ehepartner treu zu sein sondern sollte selbstverständlich sein, wenn man keine offene Beziehung vereinbart hat.
Was andere von Dir denken sollte Dir trotzdem egal sein. Die Frage ist, welchen Selbstanspruch du hast, was Du Deinen Kindern vorleben und als ok für Ihr Leben mitgeben willst - danach solltest Du handeln.

Und wenn Du schon zulasten der Allgemeinheit eine Therapie machst um mit der Situation besser klarzukommen, dann nutz' sie zur Veränderung, nicht als Kaffeekraenzchen oder um Zuwendung einzusammeln.
 
  • #52
@Verwirrte und @void
Was spricht denn gegen eine gute Freundschaft mit dem Bürokollegen? Das wäre dann ein Lichtblick im grauen Alltag. Davon können beide profitieren. Und ein bisschen flirten ist ja immer erlaubt. Es besteht eine gute Kollegialität und Sympathie. Das ist in Ordnung. Aber das kann man ja offen vor den Kollegen leben. Und es besteht dann kein Grund zum heimlichen Sexten... Er ist schließlich verheiratet und sie auch. Und dann auch noch am Arbeitsplatz. Wieso meldest du dich nicht zum Flirten auf einer Single-Börse anonym an, wenn du deine Chancen testen willst. Oder einfach mal allein einen Cluburlaub buchen oder ein Seminar-Wochenende. Und mit Freundinnen und Kollegen wieder einmal ausgehen oder alleine Ins Konzert? Alles normal. Und vielleicht lässt sich ja parallel über eine Ehe-Pause oder Öffnung sprechen. Eine Auszeit auf Probe oder eben ein Trennungsjahr. Seinen Marktwert als Frau testen, kann man tagtäglich im Flirt!
 
  • #53
Vielleicht hat sich seine Frau von ihm gewünscht zur Belebung ihres Sexlebens, dass er mit ihr Sextalks führt oder sie gerne per sms oder whatsapp mit ihm sextet, hat sich dann aber bei ihm beschwert, dass er es nicht gut kann und nun hat er sich bei dir Anregung gesucht.
Sextet er auch mit der anderen Kollegin, die er nicht wie dich ab und zu ignoriert?

Wäre gut, wenn du es schaffst ihm den Rücken zu kehren. Wortlos willst du es machen so wie ich verstanden habe. Das beinhaltet aber, dass du hoffst, er läuft dir nach, bedauert dies, fragt warum und er soll dich vermissen.
Eindeutiger wäre es in diesem Chat mit ihm Schluss zu machen. Wäre auch besser, weil er so nicht in die Lage kommt, eventuell anderen zu erzählen, du rennst ihm nach.

Mit deinem Mann einen Neustart, obwohl du lieber mit dem verheiraten Papa mit Kleinkind zusammen wärst? Siehe #25, ich weiss nicht, könnte mir besseres vorstellen.
 
  • #54
Aber die FS steht damit ja nun nicht allein da sondern ist seit Jahren in Therapie.
Wird schon helfen, auch wenn das Problem ja weiterhin zu händeln ist, denn die Ehe besteht ja noch. Aber ich finde es psychologisch auch nachvollziehbar, dass bei dem ständigen Druck, der vom Verstand kommt (Funktionieren müssen, vielleicht Alleinverdiener sein, ...), gefühlsmäßig nicht mehr mitkriegt, wie man einen Fluchtpunkt sucht.

Wenn man so lange zu einem depressiven Partner gestanden, 90% der Familienlast über weite Erkrankungsphasen allein getragen hat und keine Besserung in Sicht ist, dann ist es legitim zu sagen "es reicht, irgendwann muss ich auch mal Leben", denn sie ist ja erst 40 und die Kinder sind schon recht gross.
Find ich für die Kinder trotzdem extrem schwierig, also mit einem depressiven Elternteil aufzuwachsen. Alles passt sich ja dem an. Und es muss ja jeder selbst entscheiden, wann es reicht, er muss ja auch mit dem eigenen Gewissen leben.
Dass man in eigenen Überlastungssituationen auf einmal ein rosa Herz am Ende eines Tunnels sieht, ist mir auch schon passiert. Ich weiß, dass es bedeutet, dass man nicht auf sich und seine Gefühlswelt geachtet hat, und weiß auch, dass man sich damit schwer verrennen wird, auch wenn es bei mir nur nonverbales Rumflirten war, denn ich kann heute mit Abstand sagen, dass die Beziehung mit dem Flirter ein Desaster geworden wäre, hätte sie je stattgefunden.

Ich denke auch, dass das eigentliche Problem ist: Will sie diesen Ehezustand dauerhaft leben bis ans Ende oder trennt sie sich? Diese Schreib-"Affäre" halte ich auch nur für einen Ausdruck davon, dass sie weg will. Allerdings denke ich, dass der Kollege nötig war, damit das Problem offensichtlicher wird. Weil der Kontakt einfach sonst so nicht geschehen und die Verwirrung nicht passiert wäre. Man muss sich ja immer erst einer Sache BEWUSST werden, und oft sind es andere Menschen, die als Katalysator wirken.

@Elfe Gegen die Sache spricht, dass er schreiberisch ja mehr wollte, mit ihren Gefühlen spielen will und was es mit ihr macht und dass es, wie Vikky schrieb, das Problem verschleiert. Bzw. ein dickes neues Problem hinzukommt.
Wenn man nur gehen kann, wenn man "weich" fällt in die Arme eines anderen, wird es ein viel größeres Unglück als eine saubere Trennung, und vor allem landet man garantiert beim Falschen. Diese Sehnsucht, die sich jetzt noch Schreiberei äußert, könnte ich mir durch "Salamitaktik" auch immer schnell in einen Seitensprung übergehend vorstellen (was ich der FS nicht unterstellen will). Damit wird das Problem des Gewissens nur größer, das einer hat ggü dem Partner, und die Trennung wird dreckig, und das Leid durch enttäuschte Hoffnungen größer durch diesen Nebenschauplatz.
 
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