• #1

Was erwarten Männer von einer Beziehung?

Hallo,

ich habe so den Eindruck, dass Männer viel weniger Ansprüche an eine Beziehung hegen.
Etwas plakativ:
Männer sind eher erfolgsorientiert, brauchen Anerkennung von Männern: wollen eine Beziehung vor allem wg. Sex. Ansonsten sind sie sehr mit Arbeit, "alltägliche Dinge erledigen", Kumpels, Sport beschäftigt.
Frauen eher beziehungsorientiert: Reden mit dem Partner, Gemeinsame Zeit.
Wenn Mann eine Partnerin gefunden hat, dann kümmert er sich wieder nach der Verliebtheitsphase um "seine" Dinge, Frau ist ja im Hintergrund.

Was habt ihr als Frau für Erfahrungen?
Wie sehen Männer das?
 
  • #2
Meiner Meinung sind die von Dir beobachteten Dinge nicht geschlechtsspezifisch, sondern vom einzelnen Menschen abhängig.
Manche Leute leben auch in Beziehungen ihr eigenes Leben weiter - der Partner ist da eine Ergänzung.
Wieder andere richten ihr ganzes Leben auf Partnerschaft aus - es gibt die beiden dann nur noch im Doppelpack. Dann gibt es noch jede Menge Abstufungen dazwischen.
Mir persönlich fällt da keine geschlechtstypische Disposition auf.

Und was ein Mann (die Männer, die alle das gleiche wollen, gibt es ja nicht) von einer Beziehung erwartet, dürfte doch rauszukriegen sein. Stichwort Kommunikation.
 
  • #3
Frauen eher beziehungsorientiert: Reden mit dem Partner, Gemeinsame Zeit.
Wenn Mann eine Partnerin gefunden hat, dann kümmert er sich wieder nach der Verliebtheitsphase um "seine" Dinge, Frau ist ja im Hintergrund.

Ich würde eher sagen: Frauen sind mehr auf die äußerliche Demonstration der Beziehung gegenüber dem Partner orientiert, während es bei uns häufiger anzutreffen ist, dass wir die Beziehung, mit all ihrem emotionalen Gehalt, als "gegebene Grundlage" betrachten, die im Hintergrund da ist, von der beide wissen, auf die sich beide verlassen können, und die deshalb nicht immer wieder demonstriert werden muss.
 
  • #4
Wenn dem so ist, muss ich überlegen, ob ich ein Mann bin (Wurde ich heute morgen übrigens auch schon von einem Kollegen gefragt, weil ich auf eine Kollegin nicht hören wollte. ;) Scheint ein Frauending zu sein. :) )

Für mich muss im geistigen, emotionalen und körperlichen Sinne eine Beziehung Mehrwert haben - nicht mehr aber auch nicht weniger. Selbstverständlich gehört dazu, guter, Sex, aber nicht nur ausschließlich, wie es insbesondere hier immer wieder gebetsmühlenartig wiederholt und dramatisiert wird. Reden, Kuscheln und gemeinsame Zeit sowie Interessen sind schon mal eine prima Basis.

PS: Ich erwarte auch von einer Partnerin, dass sie "ihre" Dinge hat und sich weiterhin darum kümmert. Ich brauche weder einen Klon noch ein lebensunfähiges und -tüchtiges Fabelwesen.
 
  • #5
Ich sehe das bis auf einen Punkt, genauso wie Du es beschrieben hast, in meinem Umfeld, habe es in der Familie gesehen und auch selber erlebt. Außer bei einem Paar, wo sich zwei Menschen gefunden haben, die keinerlei Ambitionen außer Familie haben, also nichts mit Kumpelclique und nichts mit Karriereabsichten seitens des Mannes.

Es sind aber zunehmend auch Frauen, die nicht mehr alles stehen und liegen lassen, nur weil sie einen Mann kennengelernt haben.
Denke ich nicht. Die Männer wollen eine Frau und Familie auch gefühlsmäßig. Aber Beziehung ist was, das Mann hat. Meines Empfindens nach ordnen sich viele Männer lieber der Frau unter als dass sie dran arbeiten, weil sie zu Hause nicht auch noch Stress haben wollen. Die meisten wirken so, als wüssten sie auch gar nicht, was sie in einer Beziehung wollen emotional gesehen. Die lassen das von der Frau bestimmen und wenn es nicht zu ihnen passt, weichen sie aus und schweigen, statt drüber nachzudenken sich zu trennen.

Wenn Frauen einen anderen Lebensmittelpunkt haben als die Beziehung, wird das manchmal ein loses Ding, weil sich keiner darum kümmert, dass man Kompromisse für BEIDE findet (ich kenne das in Richtung: Frau kann sich anpassen, weil das ihre Natur ist. Oder sie geht, weil es nicht passt.) und "genügend" Zeit miteinander verbringt, dass sich auch eine echte Bindung ergibt. Diese ganze Nachrichtenschreiberei scheint die Illusion zu erzeugen, dass es physische Nähe ersetzen kann, aber ich glaube, es denken mehr Menschen, sie könnten eine Beziehung so führen, als tatsächlich wirklich mit "Schreibbeziehungen" auskommen. Nur leider muss sich dann meist die Frau bewegen, dass es mehr physische Nähe gibt, zumindest bei der Ü40-Generation seh ich das. Die echte Nähe - wieviel man auch immer davon braucht - entsteht meines Erachtens durch das gemeinsame Alltagserleben. Wobei hier auch wieder das Problem da sein könnte, dass der Mann eben die Frau nur als Nebenwesen seines Lebens hinnimmt und die Frau beides am Hacken hat: Ihren anderen Lebensmittelpunkt und den Ärger, dass der Mann denkt, eine Beziehung und das gute Zusammenleben laufe von allein, wenn er sich weiter so verhält, als wohne er noch im Kinderzimmer und kriegt alles gesagt, was sein emotionales Leben angeht.
 
  • #7
Da ich heute ja eine ähnliche Frage gestellt habe, möchte ich mich hier natürlich auch nicht enthalten. Ich muss der FS größtenteils zustimmen, sowohl basierend auf eigenen Erfahrungen als auch Erlebtes in meinem Umfeld.

Ich habe bisher in allen eigenen Beziehungen und auch bei Paaren die mir nahe standen folgendes beobachtet: Es gibt eine Phase am Anfang der Beziehung (teilweise auch zu beobachten wenn es noch gar keine Beziehung ist und letzten Endes auch nie eine wird) in der sich der Mann unglaublich viel Mühe gibt und sich immer von seiner besten Seite zeigt. Die Frau wird auf Händen getragen, bekommt Komplimente (auf Äußerlichkeiten sowie auf Charakter bezogen), Zärtlichkeiten wann immer es geht und auch für Sex wird sich viel Zeit genommen.
Ab einem gewissen Punkt ändert sich das in vielen Hinsichten. Man muss z.B. um einen Gefallen fast schon betteln, er ist nicht mehr so aufmerksam und verbringt viel Zeit mit anderen Dingen.

Bei mir, und erfahrungsgemäß bei vielen anderen Frauen auch, ist diese abrupte Wende nicht zu beobachten. Ich freue mich auch nach längerer Beziehung, wenn ich ihn nach Feierabend mit seinem Lieblingsessen überraschen kann oder ihm eine Nackenmassage verpasse. Natürlich schleicht sich immer die Gewohnheit ein, man hängt nach ein paar Jahren nicht mehr aufeinander wie im ersten Monat und man nimmt sich wieder mehr Zeit für Freunde und eigene Hobbys, möchte auch mal seinen Freiraum.
Meiner Meinung nach funktioniert eine Beziehung aber nur langfristig, wenn diese Umgangsweise der Anfangsphase zumindest in bestimmten Bereichen erhalten bleibt. Viele Beziehungen scheitern daran, dass ein Part sich nach diesem Gefühl sehnt. Das muss nicht immer die Frau sein, aber ich denke in vielen Fällen ist es so. Damit möchte ich auch nicht die Schuld den Männern zuschieben. Die Frage ist, ob man dieses Problem überhaupt kommunizieren kann und sich dadurch etwas ändert.
 
  • #8
Ich finde es inzwischen schon fast eine Beleidigung, Männer derart zu reduzieren.
Ich habe selten einen Mann erlebt, der sich über s e i n e Rolle als Mann beklagt. Männer passen sich auch an, erwähnen es nur nicht. Wer für sich und seine Rolle mehr Anerkennung fordert, der sollte sie auch ihren Männern geben. Sollte ihnen Raum geben, um sich als Mann, auch emotional ausdrücken zu können, statt alles derart kleinlich zu analysieren und auseinander zu nehmen.

Ständig dieses Theater um Rollenverteilungen ist müssig, kleingeistig und kaum noch ertragbar und für eine von Liebe getragene Beziehung kaum geeignet.
 
  • #9
Geschlechtsspezifisch würde ich Wünsche und Erwartungen an eine Beziehung nie aufteilen. Ich würde sie eher in »Phasen« unterteilen und zwar in Altersphasen:

Es gibt die Zeit, in der einer von beiden - oder idealerweise beide gleichzeitig - den eigenen Berufsweg/die Karriere aufbaut. Dann kommt die Zeit der Familiengründung (manchmal steht die auch vor der Karriere). Irgendwann die, in der sich die Kinder davon machen und beide Partner, zusammen oder jede/r für sich, neue Lebensinhalte suchen, die die neue Freizeit (ohne Kindersorgen) ausfüllen.
Jahre später das umeinander Kümmern, … und wenn es lange gut geht, weitere Aktivitäten: alleine, mit Freunden oder zu zweit. Gespräche, Liebe, Kultur, Reisen. Wobei ich es immer wichtig gefunden habe, dass beide auch ihre ganz eigenen Interessen haben und verfolgen sollten. Das bringt Abwechslung in die Zweisamkeit, sonst wird es schnell langweilig.

Driften unterwegs dann doch die Vorlieben und Interessen zu weit auseinander, gilt es herauszufinden, ob sich auch gemeinsame Planungen noch verwirklichen lassen. Wenn nicht, wird jede Seite neue Wege für sich suchen. Oft wieder mit dem Wunsch, einen Partner oder eine Partnerin zu finden, mit dem/der erneut Übereinstimmungen möglich sind.

Sex, Liebe, gemeinsame Interessen werden nur zusammen zufriedenstellend funktionieren; also dann, wenn beide ähnliche Bedürfnisse haben - vergleichbare Inhalte und vergleichbare Häufigkeiten.

In all den Jahren habe ich weder mich, noch einen meiner Partner (es gab mehrere) »im Hintergrund« gesehen. Kam das dann doch einmal vor (nur einmal), war schnell das Ende der Fahnenstange erreicht.
 
  • #10
Wenn die Männer seit Jahren in Beziehungen nur daran interessiert wären, alltägliche Dinge zu erledigen, warum meckern dann so viele Frauen, dass er nichts im Haushalt macht?
Also ich würde gern mehr antworten aber ich verstehe die Frage nicht. Bin zu doof dafür als Mann.

Gruß
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #11
Ich finde es inzwischen schon fast eine Beleidigung, Männer derart zu reduzieren.
Ich habe selten einen Mann erlebt, der sich über s e i n e Rolle als Mann beklagt. Männer passen sich auch an, erwähnen es nur nicht. Wer für sich und seine Rolle mehr Anerkennung fordert, der sollte sie auch ihren Männern geben.

Volle Zustimmung, schön, dass das eine Frau schreibt. Ich finde pauschale geschlechtsspezifische Beschreibungen von Erwartungen Unsinn.
Und tatsächlich sind sich manche Frauen ständig am Beklagen. Als Mann gibt man dann irgendwann die ewigen Diskussionen ohne vernünftiges Ergebnis auf und resigniert. Das ist dann wieder Grund zum Jammern.
Liebe FS, suche Dir einfach den Partner, den Du haben möchtest und der zu Dir passt. Wenn Du hier eine Weile mitliest, wirst Du merken, dass es "den" Mann nicht gibt. "Die" Frau auch nicht. Es gibt Kompatibilität und Inkompatibilität. Mit der haben beide etwas zu tun.
 
  • #12
Danke für eure bisherigen Antworten. Natürlich gibt es nicht den Mann oder die Frau, aber es gibt schon Tendenzen. Interessant fand ich den Beitrag von @PfefferundSalz dass Loyalität und Stabilität zwei wichtige Punkte sind (das ist ja keine "frauentypische Antwort").
Ihr Männer werdet mir doch ne Antwort geben können was ihr persönlich von einer Beziehung erwartet! (oder @entropie?)
 
  • #13
Es wäre wirklich spannend, herauszufinden, ob es bei dieser Frage wirklich Tendenzen in den Antworten der Männer gibt, um das zu analysieren, ist die vorgegebene Menge an Antworten aber wohl leider nicht groß genug. Was mir subjektiv an den Antworten auffällt: Die Männer wollen nichts einbringen, keine Ehe, Qualitiy-Time, Beziehungsarbeit, sehen die junge, attraktive Frau aber als fest verfügbahre Ressource, auf die sie nach Belieben zurückgreifen können, um in Krisenzeiten Unterstützung abzuholen, oder die ihnen uneigeschränkt loyal und "mit Stabilität" zur Seite steht, ohne dass die Männer ihrerseits ein Gegenstück dazu eingebracht hätten.

Jede Art von Kontakt mit dieser Art von Männern erscheint mir als Frau nicht sonderlich interessant. Männer, die nur Nehmen ohne etwas Geben zu wollen, sind für mich Schmarotzer und meine Lebenszeit und Liebe nicht wert. Und deshalb gebe ich mich auch nicht einfach für "Unverbindliches", in dem der Mann natürlich von der Frau das Maximum einfordert (Liebe, Verständnis, Warmherzigkeit, Verfügbarkeit, Kompromissbereitschaft, sexuelle Aufgeschlossenheit, Loyalität...) her, aber mir im Gegenzug nichts davon liefert (außer seine regelmäßige Bereitschaft zum Sex ;-) )
Sehe die Bereitschaft zur Ehe und sein Verhalten in einer Beziehung als notwendiges Indiz für seine Zuneigung und für Verbindlichkeit. Bin aber sehr gespannt, welche Antworten sonst noch so kommen.
 
  • #14
Was erwarten Männer von einer Beziehung? Was für eine Frage! Was soll das werden? Willst du dich jetzt nach den Wünschen einiger EP Mitglieder umbauen. Komm mit dir selbst ins Reine, fühle dich in deiner Haut wohl und verbiege dich nicht für andere Menschen. Natürlich bedeutet jede Beziehung unzählige Kompromisse, aber sich zu verstellen um jemanden zu gefallen, das geht garantiert nicht lange gut. Habe oft den Eindruck, dass ein gewisser Typ Frau altersabhaengig mit versch. Tricks und Köder Männer an ihre Angel kriegen wollen und glauben, die Männer merken es nicht! Was für ein Irrtum!
Aussehen, Status, Image und Geld sollten nicht an erster Stelle stehen, da sie sich meist ohnehin zu schnell wandeln. Wichtig sind Eigenschaften, die langfristig "halten" und unsichtbar sind wie:
Echt Mensch und echt Frau sein, guter Charakter und gutes weiches Herz haben, Persönlichkeit, Selbstbewusstsein, Aufrichtigkeit, Authentizität, und Kompatibilität besitzen, das ist schon alles!
 
  • #15
Ich reduziere es einfach auf folgendes:

Frau muss einfach von sich aus das Ziel Familie verfolgen, Aufgaben müssen "Hand in Hand" erledigt werden, das muss sich aber ausgleichen.

Und sie muss sich gut um sich selbst kümmern können. Brauche kein kleines Mädchen oder Prinzessin als Frau.

Weiterhin gegenseitige Wertschätzung.

Alles weitere ergibt sich daraus.

m36
 
  • #16
Ich finde es inzwischen schon fast eine Beleidigung, Männer derart zu reduzieren.
Ich habe selten einen Mann erlebt, der sich über s e i n e Rolle als Mann beklagt. Männer passen sich auch an, erwähnen es nur nicht. Wer für sich und seine Rolle mehr Anerkennung fordert, der sollte sie auch ihren Männern geben. Sollte ihnen Raum geben, um sich als Mann, auch emotional ausdrücken zu können, statt alles derart kleinlich zu analysieren und auseinander zu nehmen.

Ständig dieses Theater um Rollenverteilungen ist müssig, kleingeistig und kaum noch ertragbar und für eine von Liebe getragene Beziehung kaum geeignet.
Was für eine Frau, Wow..... Das wünscht sich jeder Mann. Eine Frau mit dieser Einstellung. Da gibt man doch auch gerne alles zurück was Frau braucht um Glücklich zu sein. Klasse!
m45
 
  • #17
Männer sind eher erfolgsorientiert, brauchen Anerkennung von Männern: wollen eine Beziehung vor allem wg. Sex. Ansonsten sind sie sehr mit Arbeit, "alltägliche Dinge erledigen", Kumpels, Sport beschäftigt.
Frauen eher beziehungsorientiert: Reden mit dem Partner, Gemeinsame Zeit.

Liebe FS,
ich sehe es garnicht so.
Das von Dir beschriebene Phänomen zeigt sich immer, wenn Frauen aus einer Beziehung ihren hauptsächlichen Lebensinhalt machen und dafür jeden Mann nehmen, den sie bekommen können, egal, ob er mit ihnen die Vorstellung über eine Beziehung teilt oder nicht.
Es ist also kein Männerproblem, denn die Männer haben kein Problem damit, sondern ein Frauenproblem und zwar das Problem der falschen Männerwahl.

Ansonsten sehe ich um mich herum so viele verschiedenen Arten bei Männern und Frauen mit Beziehungen umzugehen, dass sich so ein einseitiges/einheitliches Bild nicht zeichnen lässt.

Insgesamt habe ich den Eindruck, dass Zweierbeziehungen bei einem breiten Teil der Bevölkerung an Wichtigkeit verlieren und dass die sozialen Bedürfnisse anderweitig befriedigt werden (gelebte Freundschaften und Familienverbände ggfs. emotionale Irrtümer über Onlinekontakte).
Sex können sowohl Männer wie auch Frauen so ziemlich immer bekommen, wenn es nur darum geht.
Es stellt sich nur die Frage, ob mit dem Menschen (Alphamann, Modellfrau), den sie wollen. Für Frauen gibt es ein Männerüberangebot in Sexbörsen und Swingerclubs, für Männer gibt es Bordelle.
 
  • #18
An vielen Antworten ist was Wahres dran. Grundlegend: natürlich sind solche geschlechterspezifischen Überspitzungen gar nicht weiterführend. #7 stimme ich auch zu.
Aber ist deswegen gleich alles falsch, was geschlechterspezifisch argumentiert wird?
Nein, das wäre auch zu einfach.
Z.B beleuchtet #2 etwas, was ich auch sehe: Mir scheint auch, dass viel eher Männer die Beziehung als "gegebene Grundlage" betrachten und nicht als etwas, was auch täglich in Frage stehen kann oder das andauernd vergewisserungsbedürftig wäre.
Und als jemand, der beruflich Trennungen begleitet, ist mir aufgefallen, dass nur Frauen als Trennungsgründe Eigenarten des Mannes angeben, die zwar eine Trennung rechtfertigen können, aber wenn man fragt, seit wann ist ihr Mann/Freund so, wann hat er sich verändert, dann erfährt man, dass er schon immer so war. Dagegegen habe ich noch nie (!) erlebt, dass ein Mann wegen etwas gegangen ist, das schon von Anfang so war.
Deswegen haben Männer auch oft die Haltung, dass sie nicht bereit sind, über Dinge, die von Anfang so waren, zu diskutieren. Ausgelegt wird das dann als wollten Männer keine Beziehungsarbeit leisten. Ich denke, es ist viel eher ein störrischer Wunsch danach, akzeptiert zu werden als der, der man ist und schon immer war.
Daran, dass Frauen Männer gerne mal "ändern" wollen (andersrum das Phänomen aber so gut wie nicht auftritt) scheint mir also ein Körnchen Wahrheit.
 
R

RumTaTa

Gast
  • #19
Wieder so ein typisches Forum-Problem, welches im realen Leben nicht existiert. Die hier beschriebenen Männer treffe ich im realen Leben nämlich nicht. Sondern nur sehr anhängliche, verliebte Menschen, die am liebsten sofort ihr Leben mit der Partnerin teilen würden. Von daher: alles subjektiv.
 
  • #20
Deswegen haben Männer auch oft die Haltung, dass sie nicht bereit sind, über Dinge, die von Anfang so waren, zu diskutieren. Ausgelegt wird das dann als wollten Männer keine Beziehungsarbeit leisten.
Menschen beeinflussen sich aber und lernen voneinander. Man ändert sich durch Beziehungen zu seinem Guten, also in Richtung Reife. Und man "sucht" sich eigentlich immer Menschen, mit denen man an sich arbeiten kann, habe ich den Eindruck. Dass sich das aber einschleift und niemand mehr arbeitet, weil das die Beziehung sprengen könnte, ist mir bei manchen Paaren auch aufgefallen, und auch bei meiner Beziehung. Stillstand auf Kosten des persönlichen Wachstums, damit alles bestehen bleiben kann.

Durch ewige Reibungspunkte lernt man, dass andere Wahrheiten auch richtig sind, wie man Kompromisse schließt und wo man keine schließen kann. Auch lernt man zu unterscheiden, was schlechte Verhaltensweisen sind, die reifer werden sollten, und was wirklich charakterliche Eigenschaften sind, die einfach nicht passen. Man lernt, dass es den Traumpartner nicht gibt und man selber auch kein perfekter Partner ist, also Weitsichtigkeit und Toleranz und wo die Grenzen der Toleranz sind.
Insofern ist diese Haltung, eine Beziehung als was Unbewegliches zu betrachten, was die Anfangsbedingungen angeht, und nicht durch die Partnerin was über sich lernen zu wollen, eine Herangehensweise, die entweder von einem Menschen gemacht wird, der nicht mehr innerlich an Reife gewinnen will, oder von einem, der naiv ist. Ich meine, man kann doch nicht erwarten, wenn zwei Menschen zusammen leben wollen, dass es keine Anpassungsarbeit von beiden gibt und dass es keine Kompromisse für beide geben muss.
Wenn mit Anfangsbedingungen aber gemeint sein sollte, dass z.B. der Mann seine Karriere verfolgt und die Frau das erst toll findet, weil sie davon in Sachen Lebensstandard profitieren wird, und dann aber anfängt zu kritisieren, dass er nie Zeit für sie hat, dann stimme ich Dir zu: Sie wollte ja so einen Mann, dann kann sie hinterher nicht versuchen, ihn vom Karrieremann in einen perfekten Liebhaber, der nur die Befriedigung der weiblichen Bedürfnisse jeglicher Art im Kopf hat, oder in einen allumsorgenden Familienvater zu verwandeln.
 
E

endrana

Gast
  • #21
Genauso gut könntest du fragen "was erwarten Frauen von einer Beziehung?" oder "was erwarten Menschen von einer Beziehung?" oder "was erwarten Menschen mit blauen Augen von einer Beziehung?"... Männer machen circa 50 Prozent der Weltbevölkerung aus... für diese Milliarden Menschen, die alle unterschiedlich sind, wird dir das keiner pauschal beantworten können.
 
  • #22
Sieht man sich Beziehungen im Lauf der Geschichte an, wird das, was PfefferundSalz geschrieben hat, recht deutlich, finde ich: Stabilität und Loyalität. Unsere Vorfahren gingen zur Jagd, während die Frauen daheim die Brut hüteten. Ritter zogen in den Krieg, die Burgfräulein blieben zu Hause und verwalteten das Gut. Die Werbung aus den 50er Jahren ist frappierend: die Frau hat für ein wohliges Heim zu sorgen, in dem der rückkehrende schwer arbeitende Mann sich entspannen kann. Filme der heutigen Zeit bauen ähnlich auf: Der Mann rettet die Welt, die Frau ist entweder die Trophäe oder unterstützt ihn dabei.
Ein guter Freund trennte sich von seiner Partnerin, die mehr Qualitätszeit wollte, was ihn aber nervte. Er würde schließlich den ganzen Tag arbeiten, wovon auch sie profitiere. Da wolle er abends doch bitte nicht mit Forderungen geplagt werden. Seine jetztige Frau arbeitet mit ihm in seiner Firma, und alles klappt bestens.
Ich denke, viele Männer sind mit der Emanzipation der Frau nicht gut mitgekommen. Frauen wollen heute mehr als nur einen Versorger. Je mehr "weibliche" Anteile der Mann mit in die Beziehung bringt (Zuhören, Empathie, Wunsch nach Nähe), desto zufriedener die Frauen. Bei zu viel weiblichen Anteilen kippt das ganze Konstrukt, und der Mann wird als unmännlich angesehen und nicht mehr respektiert. Männer haben's schon schwer^^
 
  • #23
Dass sich das aber einschleift und niemand mehr arbeitet, weil das die Beziehung sprengen könnte, ist mir bei manchen Paaren auch aufgefallen, und auch bei meiner Beziehung. Stillstand auf Kosten des persönlichen Wachstums, damit alles bestehen

Guten Morgen,
es wundert mich nicht, denn allein der Begriff *Beziehungsarbeit* versetzt viele Menschen zu Recht, in eine Wachstarre. Wenn man hinschaut, wie Beziehungsarbeit bei den Allermeisten Menschenskindern aussieht und es eher um Machtkämpfe, weniger um ein sich gegenseitig Verstehen wollen, geht, wundert es nicht. Entspannt sein zu können, ist gar nicht mehr angesagt, weil jede kleinste Störung diskutiert werden muss. Wie soll der Mensch in so einer Daueranspannung seine schönsten Facetten zum Tragen kommen lassen können. Irgendwann wird jeder müde und lässt es, weil zu viele Reibungspunkte die Seele wundscheuern. Ich kann das verstehen.
Den Traummann, oder die Traumfrau könnte es durchaus geben, wenn man nicht aus jeder Mücke einen Elefanten machen und das Augenmerk mehr auf die positiven Dinge legen würde. Miteinander und nicht nebeneinander her leben und Widerstände nicht zu Mauern werden lassen würde. Das bedeutet Wachstum für mich. Ein geliebter Mensch ist immer willens und aufnahmebereit, Uneinigkeiten einvernehmlich zu klären. Aber wie wenig findet gelebte Liebe statt, geht es doch vorrangig mehr, um die Befriedigung des Egos.
 
  • #24
Männer, die nur Nehmen ohne etwas Geben zu wollen, sind für mich Schmarotzer und meine Lebenszeit und Liebe nicht wert.

Nicht zu vergessen: Mindestens seit der Jungsteinzeit und bis vor einem kurzen Lidschlag der Geschichte "gaben" die Männer die materielle Erhaltung von Frau und Kindern.

Durch die heutige materielle Unabhängigkeit der Frauen von den Männern wird diese "Gabe" aber zusehends wertlos und man erwartet weitere, andere Gaben vom Mann.

Die Männer, die sich mit dem Geben von Demonstrationen ihrer Gefühle für die Frau schwertun, weisen also einfach ein Modernisierungsdefizit auf: Die Liebesheirat ist eine Erfindung der jüngeren bis jüngsten Geschichte, vorher wurde der ganze Emotionskrempel beim Mann über Jahrmillionen nicht trainiert.
 
  • #25
Wenn man hinschaut, wie Beziehungsarbeit bei den Allermeisten Menschenskindern aussieht und es eher um Machtkämpfe, weniger um ein sich gegenseitig Verstehen wollen, geht,
Das stimmt, aber das würde ich genau nicht als Beziehungsarbeit bezeichnen, sondern die Vorstufe davon, weil dadurch die Erkenntnis kommen müsste, dass man selber zurücktreten muss von diesem Wunsch an den Partner, und mal bei sich guckt, ob man sich selber hier ändern muss als Schritt zu mehr Reife.
Ein geliebter Mensch ist immer willens und aufnahmebereit, Uneinigkeiten einvernehmlich zu klären.
Ein liebender Mensch ist das, würde ich sagen, also wenn er Reife besitzt (Können unbewusste Menschen überhaupt lieben oder benutzen sie jeden für ihre eigenen Vorstellungen?).
Allerdings muss man sich schon gut kennen(gelernt haben durch Beziehungen/Freundschaften), um zu wissen, wann man bei sich selber einen Denkprozess mit Wandlung der eigenen Ansichten machen muss, und wann man wirklich unter einer Sache leidet, die der Partner ändern müsste, damit es einem besser geht, was auch bedeutet, sich damit auseinanderzusetzen, was man tut, wenn der Partner das nicht macht bzw. machen kann. Vor dem Schritt zur Trennung wird sich gescheut. Ich kenne eine in einer Beziehung, die darauf hofft, endlich die große Liebe zu treffen. Aber solange die nicht kommt, bleibt sie in der Beziehung. Ihre Erkenntnis, einen falschen Partner zu haben, hat sie aber gemacht, versucht, ihn zu ändern, dann versucht, sich zu ändern. Passt nicht.
Den Traummann, oder die Traumfrau könnte es durchaus geben, wenn man nicht aus jeder Mücke einen Elefanten machen und das Augenmerk mehr auf die positiven Dinge legen würde.
Bei einer Beziehungsanbahnung (drei Gramm zu viel oder zwei Zentimeter zu klein? Sind für mich absolut Oberflächlichkeiten.) oder wenn man schon in einer Beziehung ist und so nach und nach konfrontiert wird mit den Problemen bzgl. Charakter und Verhalten des anderen? Hier seh ich das, was Du geschrieben hast: Wird es ein Machtkampf oder Beziehungsarbeit mit Schritt zur Reife und zu Kompromissbereitschaft, falls möglich. HIER würde ich sagen, liegt der Hase im Pfeffer. Manche trauen sich nicht mal zu denken, dass sie den Partner so nehmen müssen, wie er ist, weil sie sich dann explizit fragen müssten, ob sie die Beziehung so noch wollen. Da ist Weiternörgeln oder stumm -leiden der kleinere Energieaufwand.
 
  • #26
Guten Morgen,
es wundert mich nicht, denn allein der Begriff *Beziehungsarbeit* versetzt viele Menschen zu Recht, in eine Wachstarre. Wenn man hinschaut, wie Beziehungsarbeit bei den Allermeisten Menschenskindern aussieht und es eher um Machtkämpfe, weniger um ein sich gegenseitig Verstehen wollen, geht, wundert es nicht. Entspannt sein zu können, ist gar nicht mehr angesagt, weil jede kleinste Störung diskutiert werden muss. Wie soll der Mensch in so einer Daueranspannung seine schönsten Facetten zum Tragen kommen lassen können. Irgendwann wird jeder müde und lässt es, weil zu viele Reibungspunkte die Seele wundscheuern. Ich kann das verstehen.
Den Traummann, oder die Traumfrau könnte es durchaus geben, wenn man nicht aus jeder Mücke einen Elefanten machen und das Augenmerk mehr auf die positiven Dinge legen würde. Miteinander und nicht nebeneinander her leben und Widerstände nicht zu Mauern werden lassen würde. Das bedeutet Wachstum für mich. Ein geliebter Mensch ist immer willens und aufnahmebereit, Uneinigkeiten einvernehmlich zu klären. Aber wie wenig findet gelebte Liebe statt, geht es doch vorrangig mehr, um die Befriedigung des Egos.
@Pia62 , besser kann man das gar nicht erklären. Genau das ist der Punkt. In den meisten Beziehungen wird ständig diskutiert. Wegen jedem Haar in der Suppe gibt es Redebedarf. Ich bin so froh das ich das nicht mehr habe. Meine LG und ich sind froh das wir uns gefunden haben. Wir lassen uns so sein wie wir vorher auch waren. Jeder kocht sein Süppchen und wenn er damit fertig ist, wird die Gemeinsame Zeit genossen.
m45
 
  • #27
Moin,

das hier
Männer sind eher erfolgsorientiert, brauchen Anerkennung von Männern: wollen eine Beziehung vor allem wg. Sex. Ansonsten sind sie sehr mit Arbeit, "alltägliche Dinge erledigen", Kumpels, Sport beschäftigt.
gibt es zwar, klingt aber doch nach sehr „bildungsfernen Gruppen“. Keiner meiner Freunde würde es lange in so einer Beziehung aushalten, jedem ist seine Beziehung z.B. wichtiger als die Arbeit.

Hinzu kommt, dass sich diese Einstellung natürlich früher oder später rächt… ähnlich, wie wenn die Bewahrung der eigenen Gesundheit als unwichtig angesehen wird, und man auf Teufel komm' raus raucht und säuft. Deine Beobachtungen stimmen insofern schon, mit der Einschränkung, dass es heißen müssten Dumme Männer sind eher erfolgsorientiert, brauchen…“

manchmal
 
  • #28
Also ich finde, da tust du den Männern unrecht.
Die wollen nicht nur Sex, aber eben AUCH!
Ich als Frau will übrigens überraschenderweise auch SEX in einer Beziehung und zwar gerne auch viel davon ;-)
Die Freunde, die ich hatte, waren einfach verliebt, sie wollten Nähe und liebten den Austausch mit mir. Wir genossen gemeinsame Unternehmungen und die Gemeinsamkeiten.
Klar freuen sich Männer über ne warme Mahlzeit und Sex.
Ich aber auch und Gott sei Dank können die meisten heutzutage auch kochen.
Eine Beziehung gibt Halt und Stabilität im Leben. Man hat meist einen netten gemeinsamen Freundeskreis, plant mehr Unternehmungen.
Und "Beziehungsarbeit" - bei dem Wort kriegt jeder Mann Pickel, denn es hört sich nach Diskussionen an und danach, dass es anstrengend wird.
Ich finde es schöner, wenn man von beziehungerhaltenden Maßnahmen spricht, also dass jeder Freiheiten hat, man aber auch gemeinsam Dinge plant, unternimmt und es genießt, das zusammen zu erleben.
Ich finde, dass die meisten Männer sich freuen, wenn sie ihrer Freundin eine Freude machen können - man muss sie eben danach ein bisschen loben.
Männer arbeiten auch an ihrer Beziehung, nur bemerken sie oft gar nicht, falls etwas schiefläuft.
Deswegen bin ich ein Freund der klaren Worte.
Ich erwarte deshalb nicht von einem Mann, dass er weiß, was ich will, sondern ich sage eben, was mich freuen würde oder was ich will.
Klare positiv formulierte Ansagen erleichtern das Leben mit Männern enorm.
 
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  • #29
Hallo elfLisa,
Diese Männer die so handeln wie du beschreibst, haben sich, meiner Beobachtung nach, von dem Gezeter und Gemeckere der Frauen distanziert und gehen quasi ihren eigenen Weg. Sex ist dann noch das Einzige was verbindet.
Dazu kommt noch das Männer einfach anders sind als Frauen.

Ich selbst würde keine Beziehung eingehen in der ich nur Nebenwerk wäre. Zum Gezetere und Gemeckere meinerseits würde es nicht kommen, weil ich einerseits keinen Terz um Alltagsquark machen würde und andererseits, falls mein Partner Dinge machen, sagen, tun würde die meiner unwürdig sind ,ich das ganze schnell und elegant beende.

Mein Fazit...Männer haben auch Gefühle und sehnen sich nach Liebe und Geborgenheit und haben ehrliches Interesse an einer harmonischen Partnerschaft.
 
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  • #30
Mindestens seit der Jungsteinzeit und bis vor einem kurzen Lidschlag der Geschichte "gaben" die Männer die materielle Erhaltung von Frau und Kindern.
Das möchte ich stark anzweifeln. Ich kann es nicht mit Quellen belegen, aber dass die Frau zu Hause sitzt und die Kinder hütet, ist was ziemlich Neues, wenn man ein paar Adlige mal außen vorlässt. Vielmehr haben Frauen und auch die Kinder mit den Männern die Felder bestellt, die Tiere versorgt und für ihr Überleben gemeinsam Verantwortung getragen. Es ist wohl auch nachgewiesen, dass mitnichten dauernd gejagt wurde, sondern vielmehr die Nahrung aus gesammelten pflanzlichen Nahrungsmitteln bestand, zumal die Viehzucht in der Jungsteinzeit begann.
Ich denke, mit der Industrialisierung setzte das ein, dass nicht mehr erwartet wurde, dass die Frau genauso mit anpackt wie ein Mann und irgendwann in den Fünfzigern? letztes Jahrhundert war es dann so weit, dass es als Erfolg galt, wenn der Mann seine Frau als Hausfrau hatte, die nicht arbeiten musste. Das weiß ich aber nicht. Ich weiß nur, dass für den Erhalt der Familie und den Erwerb von Nahrung auch die Frauen verantwortlich waren, zumindest bis zum späten Mittelalter und wenn ich von meinen Omas (geboren 1902 und 1909) ausgehe, so haben die sehr wohl arbeiten müssen, allerdings durfte die eine keinen Beruf lernen, sondern musste auf eine Haushaltsschule und später mit anpacken bei einem Bauern.
 
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