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  • #1

Was habt Ihr für *gute* Erfahrungen bei Beziehungen zu Getrennt Lebenden gemacht?

Ein Dauerbrenner hier im Forum ist die Diskussion um Getrennt Lebende. Die beiden Extrempositionen dazu sind "Finger weg!" und "Völlig unproblematisch!" Die "Finger weg!"-Fraktion argumentiert vor allem mit der Sorge vor Altlasten aller Art, die "Völlig unproblematisch!"-Fraktion argumentiert vor allem mit der moralischen Verpflichtung einer jeder Person, Getrennt Lebende keinesfalls anders zu behandeln als Ledige. Ein paar individuelle Erfahrungsberichte aus Beziehungen stützen zudem die Seite der "Finger weg!"-Fraktion. In diesem Thread soll die "Völlig unproblematisch!"-Fraktion Ihre individuellen, positiven Erfahrungsberichte sammeln können. Bitte hier nur Berichte, keine Diskussion. Dazu gibt es schon diverse Threads zu dem Thema.
 
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  • #2
Meine Erfahrungen waren insoweit nur positiv, das getrennt lebende Partner, einfach (rein organisatorisch) die Trennung noch nicht formell- sprich Scheidung- vollzogen haben. Jederzeit käme für mich ein Partner in Frage, der getrennt- auch räumlich getrennt- lebt.
Das Problem, dass frisch Getrennte ihre alte Beziehung noch nicht verarbeitet hatten, kann bei nie Verheirateten, genauso wie bei Geschiedenen auftreten und hat nach meiner Erfahrung mit dem formellen Beziehungsstatus nichts zu tun.
Allerdings weiß ich gern, woran ich bin. Ein Beziehungsstatus geschieden- wobei sich dann getrennt lebend- herausstellt, habe ich auch erlebt und dies ist für mich schon eine kleine Lüge. Lügen lehne ich ab.
 
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  • #3
Ob getrennt lebend, geschieden oder verwitwet.....jeder hat erstmal mit der Vergangenheit abzuschließen. Der eine kann es in 4 Wochen und der andere auch nach Monaten oder Jahren nicht. Ich kenne geschiedenen Paare, die nach Jahren wieder zueinander gefunden haben und heute wieder glücklich verheiratet sind. Bedeutet für mich, die zwei sind nie wirklich voneinander losgekommen. Also ich denke, man sollte alles auf sich zukommen lassen und nicht einfach sagen, ein getrennt lebender Partner kann keine neue Beziehung aufbauen.
 
  • #4
@#1: Es wäre interessant zu wissen, mit wie vielen Getrenntlebenden du schon diese positiven Erfahrungen gemacht hast. Magst du das sagen?
 
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  • #5
Ich bin es noch - mein derzeitiger Partner war es als wir uns kennen gelernt haben - getrennt lebend. Und wir haben nichts bereut! Unsere gemeinsame Zeit genossen und leben unsere Liebe! Meine Scheidung steht nun bald an - rein formale Angelegenheit! Stimme #1 zu, dass alte Beziehungen noch nicht verarbeitet sind, kann auch bei nicht Verheirateten vorkommen. Außerdem kann auch in der Zeit des Noch verarbeitens die neue Liebe wachsen, wenn die alte Beziehung auf jeden Fall beendet ist. Da sind Tolerenz, Geduld und Einfühlungsvermögen gefordert - das ist leider in unserer oberflächlichen Gesellschaft nicht mehr gegeben. Viele hier suchen Mr./Mrs. Right, doch darum kämpfen, einem Menschen helfen, mit Rat und Tat zur Seite stehen und vielleicht auch mal zurückstecken - das möchten leider die wenigsten! Da muss immer gleich alles passen - ein Trugschluß und nicht beziehungstauglich!

Ich kann nur sagen - versucht euer Glück, sonst lauft ihr vielleicht vorbei! Ich bin froh, dass es genau so gekommen ist!
 
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  • #6
Ich habe noch keine negativen Erfahrungen gemacht. Ich kenne sogar Männer die für ihre Kinder eine Zeitlang auf die Scheidung verzichteten, obwohl die Exfrau schon einen neuen Mann hatte.
Ein Mann der so für seine Kinder sorgt und den Unterhalt versucht so hoch wie möglich zu zahlen, hat einfach meinen Respekt verdient.
Andere lassen sich nicht scheiden, weil sie keine Lust auf die hohen Anwaltskosten haben, auch dies war mir bisher immer verständlich.
 
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  • #7
Ich habe gestern mit einem GL sehr positive Erfahrung gemacht:) Hoffentlich wird daraus etwas mehr.

Allerdings empfiehl ich ihm lieber "geschieden" zu schreiben, da er schon lange woanders als seine Frau lebt. Er wunderte sich: Warum denn, die Scheidung ist doch erst in ein paar Monaten rechtskräftig. Dann erklärte ich ihm, dass viele hier auf EP "getrennt lebend" falsch verstehen.
Beim Familienstand kann man leider nicht "verheiratet" schreiben, also keine Option für Ehrlichkeit :-/
 
  • #8
@#5: Wäre ich die neue Partnerin, würde ich hohe Unterhaltskosten nicht toll finden. Genauso gut könnte ich jeden ersten Montag des Monats 600 Euro in den nächsten Kanaldeckel stecken. Was in aller Welt kann man daran gut finden? Dieses Forum ist wirklich interessant, denn es eröffnet völlig neue Sichtweisen: Was für den einen mit positivem Resepkt gesehen wird, wäre für mich ein großes Ärgernis. Schon deswegen kommen Gebrauchtmänner für mich nicht in Frage.
 
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  • #9
@ Frederika

ist nicht ab einem gewissen Alter jeder ein Gebrauchtpartner, finde diese Einstellung leider etwas kleinkariert. Du hast doch auch schon einige Beziehungen hinter dir oder etwa nicht? Es ist leider nun mal so, daß aus manchen Beziehungen Kinder hervorgehen. Wäre schlimm wenn es nicht so wäre, denn dann gäbe es bald keinen Menschen mehr.
 
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  • #10
@#7 Es geht dir also nur um das Geld des neuen Partners,
dabei willst Du doch immer so selbständig für Dich und Deine Kinder sorgen.
Bevor Du nicht verheiratet bist, geht Dich nichts, an was Dein Partner mit seinem Geld macht.
Endlich melden sich mal diejenigen, die nicht nur negative mit Getrenntlebenden es erlebt haben. Denn diese sind hier wahrscheinlich kaum vertreten, wenn sie eine glückliche Partnerschaft aufgebaut haben.
Das Wort Gebrauchtmänner klingt auch sehr nach Gebrauchsgegenstand, eigentlich wieder nach Provokation.
 
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  • #11
Ich stimme 5 zu, das ist doch verantwortungsbewusst, wenn man für die Kosten seiner Kinder aufkommt, oder???

Muss ich denn finanziell von meinem Partner abhängig sein? Habe ich das jetzt falsch verstanden? Manche Leute betonen hier doch immer wieder die getrennte Kasse lautstark, also kann es denen doch egal sein, ob der Partner, der eh nicht GL sein darf, das Geld für seinen Porsche, die Jacht oder eben die Kinder verwendet.
Wie gesagt, diese Menschen können doch keine positiven Erfahrungen gemacht haben, da sie getrennt lebende Menschen als Partner ablehnen...
Wir wollten aber genau über diese positiven Erfahrungen sammeln,oder?

Also ich habe auch gute Erfahrungen mit meinem getrennt lebenden Partner gemacht und bin nach dem Scheidungstermin mit ihm Essen gegangen. Seine Exfrau erwartet mittlerweile ein Kind von ihrem neuen Partner. Alles halb so wild.
 
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  • #12
@#7
Es geht um den Unterhalt von KINDERN - das Wort Kanaldeckel ist hier aber VÖLLIG deplaziert - oder glaubst du die leben dort???
Ich wünsche dir darüber hinaus viel Glück als Über30jährige bei der Suche nach einem Nicht-Gebrauchtmann - dann bleiben Frauen wie mir nämlich all die nette "Gebrauchtmänner" mit Beziehungs- und Lebenserfahrung!
Beim Kennenlernen Lebenssituation von ihm und mir abgeklärt, es erschien mir offen und ehrlich wie ich auch, ob die Scheidungsurkunde vorliegt oder nicht sagt genau gar nichts aus!
 
  • #13
@#8: *alch* Ja, ja, es war eine Provokation, "Gebrauchtmann" zu schreiben. Ich meinte damit natürlich nicht "keine Jungfrau", sondern "bereits Vater". Das konnte man doch aber wohl verstehen, oder?

@#9: Nein, es geht mir natürlich nicht primär um das Geld des Partners. Aber jeder, der auch nur eine ansatzweise vernünftige Beziehung zu Geld hat und Ausgaben sinnvoll plant, der wird sich dumm und dusselig ärgen, wenn eine derartige Geldsumme einfach so (aus der eigenen Beziehung gesehen) weggeworfen wird. Damit könnte ich ganz sicher nicht leben. Das sind zwei-drei schöne Urlaube pro Jahr, auf die man sonst sparen würde. Nein, absolut unmöglich. Das hat nichts mit Gier oder Geldversessenheit zu tun, sondern mit ganz normaler Lebensweise.

@#10: Ja, es ist verantwortungsbewusst, wenn man für seine Kinder aufkommt. Aber so ein Mann kann auch entsprechende weniger für die eigenen Kinder tun. Nein, ich finde die Vorstellung absolut untragbar.

@#11: Es gibt mehr als genug ledige, kinderlose Männer bei EP. Zum Glück. Also keine Sorge!
 
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  • #14
@#12
Nicht geldgierig, aber das an seine leiblichen Kinder "weggeworfene"/verschwendete Geld wären 2-3 schöne Urlaube? Halte das nicht für eine vernünftige Beziehung zu Geld - das Wohlergehen von Kindern steht bei mir in jedem Fall über Urlaubswünschen! Hoffe für dich du kommst niiiieeeemals in die Lage, dass sich der zukünftige Vater deiner zukünftigen Kinder von dir trennt. Er hätte ja vermutlich als der von dir erwählte Partner eine ganz ähnliche Einstellung wie du und würde vielleicht auch nicht für eure Kinder zahlen wollen....
 
  • #15
@#12: Klar, für leibliche Kinder wäre mir wohl auch nichts zu teuer. Aber für fremde? Ne, ganz ehrlich, das passt einfach nicht. Warum sollte ich für fremde Kinder sorgen? Das empfinden fast alle so, die nicht politisch-korrekt herumheucheln. Ich nehme keinen Partner mit Kind und somit ergeben sich all diese Probleme gar nicht erst -- und darum geht es ja im Thread.

Verstehe mich nicht falsch: Selbstverständlich soll ein Vater Unterhalt für seine Kinder zahlen. Nur die Belastung für die neue Familie ist dadurch eben so groß, dass es mir keinen Spaß mehr bringen würde. Von der emotionalen Belastung durch Stiefkinder mal ganz abgesehen. So ein Lebensmodell könnte ich einfach nicht leben.

Sieh es doch einfach ganz pragmatisch: Wer einen Mann mit Kind nimmt, muss damit leben können, aber eben auch den Tatsachen ins Auge schauen. Wer damit nicht leben kann, nimmt einfach keinen Mann mit Kind. So einfach kann das Leben sein. Genau so mache ich es.
 
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  • #16
@#14
Es ist ok, wenn DU keinen Partner mit Kindern nimmst - ist in deinem Fall genau richtig. Was mich aber stört ist, dass du nicht akzeptierst, dass es auch andere ansichten gibt. Es soll sogar Frauen geben, die selbst keine Kinder haben, und sich sehr freuen, wenn ihr neuer Partner welche hat und die Alimente nicht als im Gulli versenktes Geld betrachten, sondern als Investition in die Zukunft von Menschen. Und es gibt auch Menschen, die fremde Kinder adoptieren, egal ob sie selber schon welche haben oder nicht.
Und noch was: es sollte schon auch Dinge geben, die einem sogar für die eigenen Kinder zu teuer sind - Kinder brauchen auch in dieser Hinsicht Grenzen, aber das lernst du dann, wenn du welche hast.
Du widersprichst im übrigen deinen Aussagen im Altlasten-Thread: so wie du es hier darstellst bedeuten Kinder für dich ganz eindeutig Altlasten, mit denen du nicht leben willst.
 
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  • #17
Schön Frederika, dann werden wir uns nie begegnen, denn ich bin ein "Gebrauchtmann" der eine getrennt lebende alleinerziehende Frau kennen und lieben gelernt hat. Ich hätte auch die Kosten für ihre Kinder übernommen, aber der Vater hat regelmäßig seinen Unterhalt bezahlt.
Ich wunder mich immer über die tollen alleinerziehenden Frauen hier und die teilweise seltsamen Vorstellungen mancher Menschen über Liebe und Partnerschaft. Warum habt ihr Euch in diesem Forum angemeldet, wenn es angeblich nur Beziehungs- und Liebesunfähige Männer gibt. Da würde ich mir als Frau doch lieber in der "freien Wildbahn" meinen Partner suchen.
 
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  • #18
@ 15
wie war das Thema???? Gute Erfahrungen mit getrennt lebenden! Ich habe zwar auch Kinder und man kann über das Thema "Altlast" hin und her diskuitieren...sie sind numal ein "Altglück", welches ich mir in Frederikas Alter auch nicht antun müßte!!
 
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  • #19
In diesem Thread ging es um die guten Erfahrungen, können wir einfach dabei bleiben?
 
  • #20
@#15: Doch, ich akzeptiere absolut, dass es andere Ansichten gibt. Außerdem halte ich es für ideal, wenn Männer mit Kindern sich auf Frauen mit Kindern konzentrieren. Jeder darf das machen, wie er will -- warum sollte mir nicht egal sein, was andere machen?

Mich stört eher, wie einseitig die Betroffenen die Lage sehen und wie fremde Kinder von Gutmenschen schöngeredet werden, die eigentlich eine neue Partnerschaft immer belasten.

Zu den Altlasten: Nein, fremde Kinder sind für mich ein Ausschlußkriterium, aber keine Altlast, denn als letzteres bezeichne ich emotionale Sorgen -- aber das wird in dem genannten Thread ja mehr als oft genug erläutert.

@#16: Ich weiß, dass es bei EP mehr als genug ledige, kinderlose Männer ohne Altlasten gibt. Wieso konstruierst Du ein Problem, das es faktisch gar nicht gibt?

@#17: Danke dafür, dass Du das aus meiner Perspektive gesehen nachvollziehen kannst. Endlich mal ein ehrliches Wort.
 
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  • #21
@19
Haha, woher willst Du wissen ob Kinder die Beziehung belasten?
Entschuldigung dass ich lachen muss, aber hier ging es um POSITIVE Erfahrungen und Du bleibst nicht beim obigen Thema. Kannst Du anderen dieses Glück nicht gönnen? Du hast es doch nach Deinen Aussagen noch nie erlebt.
Zurück zu Thema: Ich habe mich in das Kind meines Exfreundes sofort verliebt, der war meinen eigenen total ähnlich und alle haben sich über den neuen "Bruder" gefreut. Wie gesagt Kinder können auch Reichtum sein, egal wer sie produziert hat, und ob der jeweilige Elternteil schon geschieden oder noch getrennt lebend ist.
 
  • #22
@#20: OK, sorry, also bleiben wir jetzt beim Titelthema. Natürlich gönne ich jedem sein Glück.
 
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  • #23
Schade, dass manche nicht wissen, wann sie bei einem Thema wirklich nur zum Thema etwas sagen sollten und nicht ihre grundsätzlich negative Meinung kund tun wollen! Eindeutiger geht die Frageformulierung nun mal nicht mehr.

Es gibt viele Beispiele derer, die positive Erfahrungen gemacht haben, und je älter Mann/Frau ist und auch, ob Kinder da sind, um so mehr Erfahrungen kommen zwangsläufig hinzu. Schwarze Schafe gibt es überall, ob jung, ob alt, ob getrennt, geschieden, oder sonst wie.

Ich gehöre auch zu denen, die mit "getrennt Lebenden" sehr gute Erfahrungen gemacht haben sowie EP immer wieder empfehlen würden. Die Männer, die ich kennen gelernt und der eine Besondere, den ich lieben gelernt habe, haben es alle ehrlich gemeint und waren ernsthaft auf der Suche. Etwas Menschenkenntnis und Vorsicht ist sicherlich gut investiert. Aber von vorneherein diese abgrundtiefen Haß und das Verurteilen als Menschen zweiter Klasse - das ist nicht fair und nicht zukünftsorientiert gedacht - keiner weiß, wie das eigene Leben irgendwann mal verläuft...
 
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  • #24
<Polemik gekürzt>
Ich lernte meinen Ex-Mann kennen ein oder zwei Monate NACH seiner Scheidung (18 Ehejahre/davon 1 Trennungsjahr) mit 2 Kindern, eines erwachsen, eines in der Pubertät. Seine Scheidung und seine Beziehung (da durch mütterlichen Boykott belegt) zu den Kindern waren ein ziemliches Desaster.
Er konnte diese neue Beziehung zu mir eingehen, weil das Kapitel "Ex und Liebe" definitiv abgeschlossen war. Die Beziehung zum Kind natürlich nicht. Wir hatten es in dieser Phase alle nicht leicht. Aber die Liebe hat gereicht, um durch hindurch zu kommen.

Nach vier Jahren haben wir geheiratet, nach 5 Jahren zog die Tochter, da sie endlich selbst entscheiden durfte, zu uns.

Ich bin ein Mensch, der den tiefen Glauben hat, dass jeder für sein Leben komplett selbst verantwortlich ist. Deshalb kann ich den Gedanken um Geld, Unterhalt, Altlasten etc. überhaupt nicht folgen.

Ich handle grundsätzlich eigenverantwortlich für mich. Wenn der Partner, in den ich mich jetzt verliebe, gerade frisch getrennt ist, 5 Kindern hat und mit der Ex streitet, dann liegt das klar in seiner Verantwortlichkeit. Ich kann nur da sein, zuhören und - nur wenn er es möchte - Ratschläge erteilen. Und stopp sagen, wenn ich es mir nicht 100 Mal anhören will und wenn sich nichts ändert. Ich bin ein lösungorientierter Mensch - Probleme lösen sich nicht, in dem man ein und denselben Vorwurf, ein und dasselbe Vorurteil 1.000 Mal von links nach rechts wendet.

Jede Entscheidung bzgl. der Vergangenheit des neuen Partners und dessen Ex-Familie ist also allein seine Entscheidung. Meine Entscheidung ist zu verstehen oder nicht zu verstehen, zu helfen oder nicht zu helfen, zu bleiben oder zu gehen, aber ganz sicher nicht, zu bewerten und verurteilen.

Auf dieser Basis entsteht echte Partnerschaft, in der gemeinsame Ziele ganz schnell erreicht werden - und sich keiner verbiegen muss. Es ist gelebte Toleranz, den anderen so anzunehmen, wie er ist und nicht in seiner Vergangenheit zu wühlen (ich an deiner Stelle hätte damals dies getan ...), ihm womöglich Vorwürfe zu machen (warum machst du jetzt nicht das ...).

Wenn ich jemals zu kurz gekommen wäre, weil da "Altlasten" sind, dann ist es allein meine subjektive Wahrnehmung und es liegt allein in MEINER Verantwortung, ob ich zulasse, zu kurz zu kommen oder nicht.

Ergo ist es mir vollkommen egal, mit welcher Vergangenheit ein neuer Partner kommt, ich möchte ihn als den Menschen kennen lernen, der er HEUTE ist.

Natürlich sind wir alle nicht gefeit davor, aus Erfahrungswerten in die Zukunft zu projizieren.
Fiktives Beispiel: es tritt jemand in mein Leben, der 52 ist und erzählt, er habe bis zum 43. Lebensjahr zuhause bei seinen Eltern gewohnt. Dann keimt in mir ein Gedanke auf, der lautet "Muttersöhnchen". Da habe ich mit 30 ja mal schlechte Erfahrungen gemacht …
Dieser Gedanke stellt bereits eine Bewertung da. Und die entspringt meiner subjektiven Wahrnehmung von Menschen, die solange zuhause wohnen.
Es könnte aber x Gründe geben, solange zuhause zu wohnen und es kann für ihn das Non plus Ultra gewesen sein.

Wichtig ist doch nur eins: wie ist er jetzt drauf. Ist er beziehungsfähig? Lebt er den Level an Eigenverantwortung, den ich brauche? Ist er ein toleranter Mensch oder ein vorgeschoben toleranter (also im Grunde seines Herzens ein Schubladendenker, der alles einteilen und bewerten muss, es aber noch nicht mal merkt und sich auch noch für äußerst tolerant hält). Wie ist seine Wohnsituation jetzt. Welche Bindungen hat er.

Nur am HIER und JETZT bemisst sich meine Entscheidung. Und nun lieber Fragestellerin frage ich dich: liegt das nun an meinen Erlebnissen mit meinen Gebrauchtmann oder liegt das nicht vielmehr an meiner inneren Haltung? Ganz ehrlich, ich fände es schrecklich, wenn einmal/zweimal gemachte schlechte Erfahrung für mein ganzes weiteres Leben eine solche Macht hätte, dass ich jeden, der auch nur ein Merkmal mit diesem Ex teilt, gar nicht in mein Leben lasse.

Und die Stories à la „meine beste Freundin hat aber auch“ , „und viele, die ich kenne …“ und „die Statistik sagt ...“ - Mir egal, ich sage: Nur, weil kollektiv Übereinstimmung herrscht wird es nicht richtiger. Auch die Mehrheit kann sich irren (siehe 2. Wahl von Präsident Bush).

Jeder ist für sein Leben selbst verantwortlich, und nur weil in diesen Fällen mehrheitlich ein Vorurteil besteht, muss es in meinem Leben noch lange keinen Schaden anrichten, sich mit einem getrennt lebenden/frisch geschiedenen einzulassen. Gott sei Dank steuere ich mein Leben selbst und nicht eine Statistik.

Lieben Gruß
Mary w/47
 
F

Fräulein Smilla

  • #25
@23Danke!!!
Meist fehlt mir die Zeit mich in so gewählten Worten und so ausgiebig zu äußern, aber Deine Meinung entspricht genau meiner Wahrnehmung. Das Glück ist eigentlich ganz nah, in der eigenen Zufriedenheit...
 
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  • #26
@#23
Ich finde es total schön und berührend was du da geschrieben hast - danke!
Mich hat der Kampf gegen die Vorurteile anderer immer wieder in meinem Leben sehr angestrengt, gekränkt, verzweifelt gemacht, bis ich endgültig bei der von dir erwähnten "Mir egal, ICH sage"-Haltung angekommen bin - das hat die Qualität meines Lebens enorm gesteigert. Kann ich nur wärmstens weiterempfehlen!
 
  • #27
@#23:

Liebe Mary, ich finde deinen Beitrag durchaus interessant und fundiert, aber er kollidiert mit praktischen Erfahrungen, die ich gemacht habe.

Im Grunde sagst du, dass man immer Einzelfallentscheidungen machen und nicht einer, sagen wir mal, "internen Statistik" bzgl. eines Problems wie Getrenntlebender folgen sollte. Sollte die Vermutung zutreffen, dass viele Getrenntlebende bei EP doch nur Trost und Affären suchen, dann wird man mit dieser Vorgehensweise sehr oft auf die Nase fallen. Das wird dazu führen, dass man immer öfter Date-Müdigkeit verspürt und irgendwann entnervt die Partnersuche aufgibt und sich enttäuscht sagt: "Ach Gott, ich hab keinen Bock mehr auf dieses verlogene Pack; ich bleib lieber Single".

Um diesen Zustand zu vermeiden, kann man zunächst mal mit sehr konsequenten Vorstellungen an die Partnersuche herangehen und beispielsweise Getrenntlebende ausschließen. Und falls man nicht zum Ziel gelangt, kann man ja immer noch seine Constraints lockern und toleranter werden. Aber man sollte doch zuvor dem großen Glück eine Chance einräumen, oder nicht?
 
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  • #28
Bin Fragesteller/in
@#23
> Und nun lieber Fragestellerin frage ich dich: liegt das nun an meinen Erlebnissen mit meinen
> Gebrauchtmann oder liegt das nicht vielmehr an meiner inneren Haltung?

Gute Einstellung und toller Beitrag! Sobald man das Gegenüber gut genug kennt um sie/ihn als Person wahrzunehmen ist sie (die Einstellung) unbedingt vorzuziehen.
Aber trotzdem würde ich die Statistik so komplett nicht verwerfen. Eben so wenig wie episodenhafte Schilderungen als Quelle von Erfahrung. Unser Wissen beruht auf beidem.
Du hast sicherlich auch einmal als Kind irgendwann einmal die Lernerfahrung mit der Herdplatte gemacht und weisst heute trotzdem, dass es auch kalte gibt...

Ich vermute, dass Deine Frage an mich auch darauf Bezug nimmt:
> <Polemik gekürzt>
Dazu kann ich logischerweise nicht eingehen...

> lieber Fragestellerin
Achja, mein Geschlecht... es darf spekuliert werden ;-)
 
  • #29
Ich finde es grundsätzlich positiv, dass der Fragesteller mal das Thema positive Erfahrungen mit Getrenntlebenden eröffnet hat, um herauszufinden, ob der bisherige negative Eindruck nicht entkräftet werden kann. Allerdings finde ich die Frage so, wie sie gestellt worden ist, noch nicht ganz zielführend.

Meine Vermutung ist, dass es einen gravierenden Unterschied zwischen Real-Life-Erfahrungen und denen in einer Online-Partnerbörse gibt. Es ist doch wesentlich unauffälliger, hier bei EP ein Profil - vielleicht sogar noch ohne Bild - einzustellen und mal zu schauen, wer sich so meldet, als durch das Vergnügungsviertel zu tingeln, um dort offen Freiwild anzugraben. Letzeres spricht sich gerade in kleineren Städten und Dörfern schnell rum und fliegt irgendwann auf. Ich habe insbesondere männliche Getrenntlebende im Verdacht, hier schnell mal ein Profil anzulegen und neue Kontakte als Trostspender oder für Sexbeziehungen zu missbrauchen.

Leider wurde die Frage nicht auf den Online-Bereich eingeschränkt, und so ist bei den ohnehin nicht allzu vielen Beiträgen positiver Erfahrungen nicht klar, auf welche Weise die Kontakte geschlossen worden sind. Es ist weiterhin auch unklar, WIE VIELE positive Erfahrungen jeder einzelne der obigen Beiträge gemacht hat. Ich habe deswegen extra in #3 mal exemplarisch nachgefragt - leider vergebens. Welchen Sinn macht eine Aussage wie "Ich habe positive Erfahrungen gemacht"? Heißt das, dass 1 von 10 Getrenntlebenden tatsächlich beziehungstauglich war? Oder waren es 8 von 10? Und was heißt überhaupt "positive Erfahrung"? Hat es zu einer 3-monatigen Kurzbeziehung gereicht, was man schon unter "positiv" verbucht? Oder ist es der Partner für's Leben geworden und man hatte auch nach Jahren keinen Stress mehr mit dem Expartner des Parters. Auf diese letzte Frage sind zumindest ein paar wenige Beiträge eingegangen.

Wenn es überhaupt eine Chance geben soll, die vielen bisherigen negativen Erfahrungen mit Getrenntlebenden in zahllosen Beiträgen vergangener Threads durch Positivbeispiele aus der Online-Welt (!) zu korrigieren, dann muss das ein bisschen fundierter geschehen. Mich jedenfalls überzeugen die obigen Erfahrungsberichte noch nicht.
 
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  • #30
@28 - ich #22 habe hier bei EP meinen derzeitigen Partner (sind nun seit über 2 Jahren glücklich zusammen) kennen gelernt. Wir beide waren getrennt lebend und es passt nach wie vor! Wir haben aber auch beide Kinder und lange Ehen hinter uns, will heißen, auch ähnliche Erfahrungswerte. Eine zwei/dreimonatige Beziehung würde ich in keinem Fall als positive Erfahrung abtun - da ist es eigentlich noch keine Beziehung! Aber diese Definition überlasse ich den anderen.