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  • #1

Was haltet ihr von Männern, die Liebesschnulzen gerne hören?

Deutsche Liebesschnulzen, Songs über Herz-Schmerz und unerwiderter Liebe.
Ich als Frau sage da eindeutig - furchtbar.
Nun kenne ich, zu meinem Entsetzen, einige Männer, die sich sowas "privat" reinziehen, sprich CD's hören oder im Auto sich eine einlegen und diesen Herz-Schmerz-Liedern zuhören.
Ein sogenannter "Verehrer" von mir (eigentlich ein recht nüchterner Typ, hat berufl. viel mit Zahlen zu tun) hat sich dazu nicht geäußert, aber ein Freund von ihm erzählte mir, dass er auch wohl heimlich diese Liebesschnulzen hört (z.B. H.Grönemeyer: Gib mir mein Herz zurück, oder andere junge deutsche Musiker mit ähnlichem "Gejammer".
Wie findet ihr Frauen das denn so? Sagt ihr, okay, er ist halt ein Seelchen oder sagt ihr, nee, zu soft.
 
  • #2
Ganz allgemein: Musikgeschmack ist sehr individuell.

Ich persönlich finde Mainstream-Pop und moderne Schlager auch nicht schlecht und denke nicht, dass man das so niedermachen muss. Lass doch jedem seinen Geschmack!

Schöne Melodien, eingehende Rhythmen, Ohrwurmpotential sind doch nicht verurteilenswert. Immerhin sind das mit großem Abstand die Beststeller in Deutschland und sprechen demzufolge ein zweistelliges Millionenpublikum ab.

Mich persönlich stören eher Typen, die agressive oder unmelodische Musik oder reine Provokation hören, wo von Musik kaum noch die Rede sein kann...

Zum letzten Satz: Ich habe auch nicht festgestellt, dass Menschen, die Maintream-Pop hören, deswegen "Seelchen" wären oder softer.
 
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  • #3
Als ich jünger war, ging das garnicht. Mich wollte mal ein älter Verehrer mit einem Phil-Collins-Mixtape rumkriegen.
Mittlerweile bin ich toleranter. Grade harte Kerle mögen sentimentale Schnulzen. Und ich eben meine Rockbalkaden und Techno, jedem Tierchen sein Plaisierchen.
 
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  • #4
Na ja, Grönemeyer ist doch echt nicht schlecht. Ich weiß nicht was daran schlimm sein soll, ist mir lieber wie Rammstein oder Böhse Onkel hört oder so Tinnitus auslösende Musik.

Zeigt doch auch eine weiche Seite in einem Menschen. Oftmals sind das ja auch noch Erinnerungen aus vergangener Zeit. Ich kann das jedem zugestehen ohne darüber zu urteilen.

w (45)
 
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  • #5
Es gibt Schlimmeres. Ich würde gerade hinsichtlich des Musikgeschmacks nie ein pauschales Urteil fällen a la "Alle Männer, die Liebesschnulzen hören, sind Weicheier". Dazu haben mich inzwischen viel zu viele Männer mit ihrem Musikgeschmack überrascht. Sanfte und intelligente Männer legen im Auto Rammstein rein, Intellektuelle hören fürchterliche Liebesschnulzen. Attraktiv bleiben sie für mich trotzdem.

w, 40
 
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  • #6
Mr. Steve Jobs hat ganz wunderbare Produkte auf den Markt gebracht - mit Kopfhörern

Ehrlich ich kann mich gar nicht vorstellen jemand wegen seines Musikgeschmacks jemals in eine Schublade stecken zu wollen oder ihn/sie im Charakter zu werten.

(w/43)
 
  • #7
Ganz allgemein: Musikgeschmack ist sehr individuell.
...
Mich persönlich stören eher Typen, die agressive oder unmelodische Musik oder reine Provokation hören, wo von Musik kaum noch die Rede sein kann...
....

So was gei**es wie Don Cherry oder Hannibal? Hähä, was "unmelodisch" ist, entscheidet doch jeder selber...
Ich hab hier im Forum irgendwo den Tip "Mulatu Ashtatke and The Heliocentrics" aufgeschnappt. Was für geniale Musikl!!! In meinen Lieblingsmusik-Charts ein klares "von null auf eins". Aber für ungeübte Ohren sicher eine Qual und ich höre es hauptsächlich allein und laut im Auto. Ebenso wie Götz Alsmann und seine herrlich altbackenen Gassenhauer. Womit wir wieder bei den berühmten Schubladen wären, neudeutsch nogo-Listen.

Mich stören eher Leute, die als Musikgeschmack sagen "ach, also, äh, eigentlich alles", was soviel bedeutet wie Geschmack null. Wer keine Musik als Schrott empfindet, hat sich nie mit Musik geschäftigt und das ist mal ein nogo! Übrigens gibt es sogar von Phil Collins gute Musik, aber da hat er noch bei Genesis gearbeitet...
 
  • #8
Mich persönlich stören eher Typen, die agressive oder unmelodische Musik oder reine Provokation hören, wo von Musik kaum noch die Rede sein kann...

Lass doch jedem seinen Geschmack!

Mit schnulzenhörenden Männern habe ich auch kein Problem. So etwas macht einen Mann für mich weder unattraktiv noch erhöht es seine Attraktivität. Solange er mich nicht mit Musik beschallt, bei der ich unwillkürlich körperliche Abwehrreaktionen zeige (Mallorca- oder Skihütten-Hits), kann er gern hören, was er will.
 
  • #9
hat sich nie mit Musik geschäftigt und das ist mal ein nogo!
Aha. Warum ist es so wichtig, dass ein Lebenspartner sich mit Musik beschäftigt hat? Ich emfinde das als äußerst unwichtig.

Für mich hat Musik nur wenig Bedeutung. Zum Tanzen oder als Hintergrund mal. Manchmal zum Träumen. Aber reinsteigern? Warum? Da gibt es wichtigeres auf der Welt und beim Lebenspartner sowieso.
 
  • #10
Ich lasse auf jeden Fall jedem seinen Geschmack -- aber ich muss das deswegen ja nicht gut finden und natürlich darf und soll ich das auch bewerten, wenn es um Lebenspartner geht. Warum sollte ausgerechnet Musik vogelfrei sein? Das ergibt doch gar keinen Sinn.

Musikgeschmack hat vielerlei Facetten. Da gibt es Leute, die hören Musik mit rechtsextremen Texten. Da kann mir keiner sagen, dass sie einfach die Melodie oder den Rhythmus mögen, sondern es geht um die Inhalt -- und wenn ich die ablehne, dann lehne ich die eben ab. Da gibt es keinen freien Geschmack bei mir, wer solche Text verherrlicht, kommt als Partner nicht in Frage.

Eine andere Facette sind Gefühle. Musik ist fast immer mit Gefühlen verbunden. Fragt sich eben nur, mit was für welchen. Musik, die eher Agression, Hass, Wut, Enttäuschung ausdrückt, sagt eben schon sehr viel über den Hörer aus. Musik, die eher Träumerei, positive Gefühle, Entspannung vermittelt, sagt auch etwas über den Hörer aus. Mir persönlich ist letzteres sympathischer. Ich möchte keinen Freund haben, der aggressiv oder wütend oder hasserfüllt ist und auch keinen, der solche Musik hört.

Man darf eben nicht jeden Musikgeschmack auf Melodie und Rhythmus und freien Geschmack reduzieren. Ganz oft geht es bei Musikgeschmack nämlich gar nicht um die Musik selbst, sondern um ausgelebte Gefühle, Provokation, Agression, fragwürdige textliche Inhalte und Idolisierung. Das muss man schon klar voneinander trennen und nicht einfach als "Geschmack" schönreden. Mit Geschmack hat das oftmals gar nichts zu tun, sondern eher mit Gefühlsleben oder Gruppenidentifikation. Es gibt genug Jugendlich, die in guten psychosozialen Interviews zugeben, dass die favorisierte Musik eigentlich gar nicht so dolle ist, aber eben die ganze Gruppe das hört, die text so und so sind, oder es ihrer wütenden Grundstimmung entspricht.
 
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  • #11
Der Großteil englischsprachiger Popmusik (von italienischer oder französischer ganz zu schweigen - die meisten Deutschen verstehen sie halt nicht) ist auch sehr schnulzig.
Schnulzen, gleich in welcher Sprache, haben immer ihre Daseinsberechtigung. m 41
 
  • #12
Aha. Warum ist es so wichtig, dass ein Lebenspartner sich mit Musik beschäftigt hat? Ich emfinde das als äußerst unwichtig.

Für mich hat Musik nur wenig Bedeutung. Zum Tanzen oder als Hintergrund mal. Manchmal zum Träumen. Aber reinsteigern? Warum? Da gibt es wichtigeres auf der Welt und beim Lebenspartner sowieso.

So verschieden sind eben die Geschmäcker. Jemand, der Musik liebt wird mit jemandem, dem sie egal ist, kaum auf Dauer glücklich werden. Allein schon, weil sie stets mit Geräusch verbunden ist... Ich liebe Musik und deshalb das "nogo". In sofern finde ich die Gedanken über jemanden, der offenbar einen nicht kompatiblen Musikgeschmack hat, schon berechtigt (immerhin hat er einen).
 
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  • #13
Wenn man bedenkt, dass gefühlte 99% der Lieder auf der Welt in irgend einer Art und Weise von Liebe handeln, finde ich deine Einstellung zu dem Thema etwas eigenartig. In der Welt in der ich lebe haben Männer Gefühle- sie verlieben sich, sie haben das Gefühl sie würden ALLES für diesen einen ,besonderen Menschen geben, sie haben Liebeskummer und manchmal das Gefühl, dass ein Leben ohne diesen einen Menschen nicht lebenswert ist, sie befürchten, dass sie so jemanden nie wieder treffen werrden und sorgen sich, dass sie alleine bleiben, fühlen sich furchtbar wenn sie glückliche Pärchen sehen und wünschen sich, dass alles anders wäre. Es ist normal und natürlich, dass man sich von Liebesliedern angesprochen fühlt, manchmal sind es die schönen ,manchmal die nicht so schönen, je nachdem wie es in einem selbst aussieht. Wieso man einem Mann die Mänlichkeit abspricht nur weil er nicht jedes dahergelaufene Klischee erfüllt ist mir ein Rätsel.

Mein Partner soll die Musik hören die ihm gefällt, seinen Gefühlen Ausdruck verleihen und selbst wenn er mir mit schiefer Stimme eine Ständchen bringt und ein Lied singt, dass ich nicht mag, bin ich in der Lage die tatsächliche Botschaft zu verstehen und hänge mich nicht an einer vielleicht unglücklich gewählten Verpackung auf.
 
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  • #14
Für mich ist Musik sehr wichtig und ich bin auch an Musikgeschichte sehr interessiert, schon alleine deshalb ist ist es mir wichtig, dass mein Partner Musik auch liebt. Mit Liebesschnulzen kann ich eigentlich auch sehr wenig anfangen - aber besser einen Partner, der Liebesschnulzen hört, als irgendwelche volkstümlichen Lieder oder Hüttengaudi-Musik.

w
 
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  • #15
Deutsche Liebesschnulzen, Songs über Herz-Schmerz und unerwiderter Liebe.
Ich als Frau sage da eindeutig - furchtbar.
Wie findet ihr Frauen das denn so? Sagt ihr, okay, er ist halt ein Seelchen oder sagt ihr, nee, zu soft.

Kann dir nur zustimmen. Ich war entsetzt, als ich bei einem Live-Konzert von Andrea Berg, was gerade im Fernsehen übertragen wurde (ich habe gerade ein bissel durch die Sender gezappt), begeistert überschäumende und mitsingende junge Männer sah, die nach aussen hin nicht das Bild abgaben, auf Andrea Bergs Song zu stehen.

Es gibt sehr viele Männer, die auf deutsche Schlager stehen. Musikgeschmack kann jeder haben, wie er will. Aber ein Mann der auf Havy Metall oder auf Andrea Berg, oder die die Hazelruder Spatzen (oder wie heissen dieß) steht, käme für mich nicht als Partner in Frage. Der Musikgeschmack sagt halt auch einiges über die Persönlichkeit aus.

w 47
 
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  • #17
Deutsche Liebesschnulzen, Songs über Herz-Schmerz und unerwiderter Liebe.

Ganz abgesehen vom Musikgeschmack, der zumindest so sein sollte, daß der eine nicht schreiend wegläuft, wenn der andere seine Lieblingstitel auflegt: wer sich mit solchen Texten identifiziert (und das tut er), hat irgend eine Liebesgeschichte nicht verarbeitet.
 
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  • #18
Das da wäre?
Ich höre beispielsweise bevorzugt klassische Musik, elektronische Musik (von Techno bis easy listening) und die Hits der 40er bis 70er. Was sagt das über mich aus?

Das du anscheinend einiges älter als ich bist, nicht meinem Musikgeschmack entsprichst und meiner Erfahrung nach uns noch anderes trennen würde?

w 47, Soul, Swing, Klassik 80iger
 
  • #19
ich kann im allgemeinen nicht nachvollziehen, dass in deutschland grölemeier und co so beliebt sind.
herzschmerzschnulzen und betroffenes gedusel in popmusik verwurstet...ganz grausam!

zu andrea berg...gerade die schlagermucke erfreut sich eines gewissen kultcharakters.
ist nicht mein fall, aber ich kenne einige, die sich dazu bekennen...auch heavy metaler;-)
in bestimmten situationen, auf partys z.b. kommt das oft gut!
 
  • #20
Ich finde Andrea Berg zum Beispiel zum Tanzen wirklich nicht schlecht, Melodisch, rhythmisch, spaßig, schwungvoll... also wieso auf Schlager und Pop so gehetzt wird, weiß ich nicht. Mainstream ist das, was die Mehrheit mag... offensichtlich hetzt hier eine Minderheit, sonst kann ich mir die Verkaufszahlen nicht erklären! Von Andrea Berg stammt das meistverkaufte deutsche Album des Jahrzehnts. Da müssen schon einige sie schätzen!

Auch international gilt doch ähnliches. Warum verkaufen sich Abba 400 Mio mal, Madonna 350 Mio mal, Elton John 250 Mio mal? Weil keiner sie mag? Ist doch Quatsch. Weil die Musik einfach gut ist -- oder von vielen gemocht wird.

Die ersten deutschen Künstler in der internationalen Liste der meistverkauften Tonträger sind Boney M, Modern Talking und Scorpions.
 
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  • #21
Das du anscheinend einiges älter als ich bist, nicht meinem Musikgeschmack entsprichst und meiner Erfahrung nach uns noch anderes trennen würde?

w 47, Soul, Swing, Klassik 80iger

1. ich bin fast 20 Jahre jünger als du
2. "anderer Musikgeschmack" ist nun wahrlich kein Persönlichkeitsmerkmal
3. wahrscheinlich trennt uns noch anderes- was für eine Erkenntnis! Und das schließt du bei Menschen mit deinem Musikgeschmack aus?

Wo sind denn nun die handfesten Einschätzungen die du aufgrund meines Musikgeschmacks angeblich gewinnst?
 
  • #22
Ich finde, das ist jetzt mal ein Thema, wo man wirklich ein bisschen tolerant sein kann. Solange der Mann nicht die ganzen Schnulzen den lieben langen Tag in voller Lautstärke rauf und runter hört und die Frau darob schier einen Kreislaufkollaps kriegt, ist es doch nicht so schlimm. Und von ein wenig Schnulzenhören gleich auf Softie oder Seelchen zu schliessen, dünkt mich auch etwas voreilig. Wie gesagt, alles eine Frage des Masses. Meine grosse Leidenschaft ist die klassische Musik (im weiten Sinne), ich höre aber auch ab und an ganz gerne "Mein kleiner grüner Kaktus", die alten Schnulzen von Rudi Schuricke oder die alten Schweizer Schlager von Marteli Mumenthaler und Vreneli Pfyl. Ist für mich einfach eine Art der eher 'anspruchslosen', aber nicht 'dümmlich-kommerziellen' Entspannung.

Schwierig wird es wie gesagt eher, wenn ein Partner auf einen Musikstil extrem 'abfährt' und sich der andere darob stört. Oder wenn mit dem (exzessiven) Hören einer bestimmten Stilrichtung auch bestimmte Lebensinhalte, -stile und -ansichten verbunden sind, die dem/der anderen nicht zusagen. Aber dann passt es sowieso nicht, und dann ist nicht die Musik das eigentliche Problem, sondern höchstens ein 'Symptom'.
 
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  • #23
Aus der Erfahrung heraus, ist dagegen nichts einzuwenden, solange es nicht rechtsgerichtete Gruppen wie Böhse Onkel sind. Gleichwohl würde ich natürlich wenn es schon „deutsch“ sein soll eher Ärzte,BAP, Wecker oder Westernhagen bevor ziehen. Nur bei politisch „rechts“ wäre ich(w, 46) schneller als Carl Lewis auf 100 m.
 
  • #24
... nicht meinem Musikgeschmack entsprichst und meiner Erfahrung nach uns noch anderes trennen würde?

w 47, Soul, Swing, Klassik 80iger

Bist Du die Fragestellerin? Wenn ja, gab es in den 80ern nicht auch genügend Schnulzen?

Es würde mich nur stören, wenn er den ganzen Tag Andrea Berg und diesen seichten Schlager bzw. dieses Heile-Welt-Gejodel hören würde.
Vielseitigkeit - von Rock-Pop bis Klassik, Musical, Chanson mag ich, davon sollte auch mein Partner etwas mögen. Und warum sollte ein mann keine Seele haben?

Zwischen Andrea Berg und Herbert Grönemeyer liegen dennoch Welten und H.-R. Kunzes "Dein ist mein ganzes Herz" ist eine wunderschöne Schnulze, aber eben mit musikalischem Pepp.

Und Frederika, es gehr hier um deutsche (deutschsprachige) Sänger/Gruppen - es bietes sich m.E. nicht an A. Berg mit Elton John zu vergleichen, und übrigens hat dieses Jahrzehnt gerade einmal begonnen.
 
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