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Gast

  • #1

Was heißt eigentlich "Wir haben uns unterschiedlich entwickelt..." ?

"Entwickeln" im Sinne von "entknoten" und damit "entfalten" ist ja nur gut. Meist muss der Begriff der "unterschiedlichen Entwicklung" allerdings in Zusammenhang mit Trennungen herhalten. Und genau da kommt er mir oft wie ein Allgemeinplatz, wie eine herrlich umfassende und gleichzeitig doch schwammige "Ent-schuldigung" vor. Der Entwicklungsprozess als solcher scheint sich verselbständigt und eine Trennung unvermeidbar gemacht zu haben? Also: Was hat es denn nun auf sich mit dem in der Frage genannten berühmten Satz?
 
  • #2
Ich glaube nicht, dass dieser Satz als Entschuldigung oder Ausrede für irgendwas gemeint ist. Er beschreibt einfach nur sachlich, was aus Sicht desjenigen, der das sagt, passiert ist. Dahinter steckt ja erst mal gar kein Vorwurf. Der Satz kommt ja auch nur am Ende langer Beziehungen.

Die Frage ist allerdings: Was hat derjenige getan, um diesen Divergenzprozess aufzuhalten? Zumindest kann man erwarten, dass man auf das Auseinanderleben hinweist, wenn man es frühzeitig erkennt.
 
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Gast

  • #3
Ich empfinde diesen Satz auch nicht als Ausrede oder Entschuldigung, sondern als Beschreibung einer Tatsache, wenn der Zug abgefahren ist. Tut mir leid für den-/diejeinigen, die das zu hören bekommen haben.

Kann man so einen Divergenzprozess aufhalten, beeinflussen oder beenden?

Auf das Auseinanderleben hinweisen, schön wäre es, aber das erfordert eine gute Selbstreflexion, eine gute Kommunikations- und Streitkultur innerhalb der Beziehung und das haben die wenigsten Menschen drauf. Leider.

Manchmal macht es innerhalb von einer Sekunde klick, eine Erkenntnis ist da, aber der Zug ist schon abgefahren, ein Halt oder eine Veränderung ist nicht mehr möglich.
 
  • #4
@#2: Ich glaube, dass das frühzeitige Erkennen öfter möglich ist, als man denkt. Viele verschließen aber einfach die Augen vor Problemen und hoffen, dass schon irgendwie alles gut wird. Manchmal ist es auch Scham, die einen davon abhält, ein Beziehungsproblem anzusprechen. Man hat Angst davor, dass man seinem Partner vor den Kopf stößt. Manche vertrauen auch auf Gott oder sonst eine höhere Macht; ein Grund, warum das Zusammenleben mit Gläubigen aus meiner Sicht ein Risiko ist.

Dieser "Klick", von dem du sprichst, ist eigentlich oft ein einmaliges, plötzliches Ereignis, das im Grunde nur einen Sachverhalt auf drastische Weise bestätigt, den man unterschwellig schon lange hatte. Es ist das Quentchen, das das Fass zum Überlaufen bringt. Wenn man aber regelmäßig den Pegelstand des Fasses überprüft, dann reduziert man die Gefahr schon erheblich.
 
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Gast

  • #5
Kann ich dir erklären: Ich bin lebenslustig, habe viel Ziele und Wünsche, die ich erreichen möchte. Anfangs hatte mein nun Exmann die gleichen Ziele wie ich - wir konnten sie uns gemeinsam erfüllen. Dann wollte ich aber nicht schon - nur noch bis zur Rente - dahin vegetieren, sondern nahm voller Tatendrang und Schaffenskraft neue Ziele in Angriff. Er jedoch fühlte sich einfach nur wohl und genoss das Erreichte. Mir war dies zu wenig - (im Alter von gerade mal 35) Ich wollte mehr, Neues, anderes. Da fing es an, dass wir unsere unterschiedlichen Charaktere nicht mehr unter einen Hut brachten. Ich wollte ausgehen, er wollte zuhause bleiben. Ich wollte etwas erleben, er wollte zuhause bleiben. Usw. - ich lese, bin intellektuell neugierig und bilde mich weiter, interessiere mich für viele neue und andere Dinge - er bleibt auf seinem Stand stehen, gleichbedeutend Rückschritt für mich. Diese unterschiedlichen Entwicklungen passen dann nicht mehr zusammen und jeder leidet auf seine Weise, weil er merkt, dem anderen nicht mehr zu genügen, sich aber auch nicht so verbiegen zu können oder auch zu wollen, um mit dem anderen mithalten oder zurückzustecken. Dann kam die Trennung, die für uns beide Erlösung, aber freundschaftlich von Statten ging. Denn ER als Mensch ist nach wie vor wunderbar - nur, wir mussten feststellen, wir passen nicht zusammen! Nun hat er eine Freundin, die sich so wohlfühlt und ich einen LG der mit mir tolle Ziele und verrückte Ideen entwickel, gemeinsam erreichen will und ständig neugierig ist. Also perfekt.
 
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Gast

  • #6
@2 von 4 - ja, Selbstreflexion und das erste Erkennen - oh, da läuft etwas aus dem Ruder - ist wichtig, um die nachfolgende Zeit positiv zu nutzen. Denn Erkennen der Situation und Trennung sind nicht zeitgleich - bei mir dauerte es noch über drei Jahre bis ich schlussendlich die Konsequenzen zog. Weil irgendwo Hoffnung auf Änderung oder wenigstens Anpassung bestand. Doch wenn dann klar ist, es geht nicht mehr und auch keine gangbaren Lösungswege vorhanden sind, ist die Trennung, wenn ggf. auch schmerzhaft, auf lange Sicht trotzdem der richtige und beste Weg.
 
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Gast

  • #7
FS, kann die Antwort #4 sinngemäss voll unterstützen!!

Zudem noch Oberflächlichkeit, Judihuitrallala versus tiefgründige Gespräche, "Lebenssinnsuche", etwas Spiritualität, etc. m, 41
 
  • #8
Nein, der Satz ist keine Ausrede, sondern oft treffende Beschreibung der tatsächlichen Verhältnisse. Ja, die Aussage ist so erst einmal ein Allgemeinplatz und er kann als Ausrede missbraucht werden, aber ganz oft wissen beide Beteiligten, dass er zutrifft und man früher wirklich besser zusammengepasst hat als jetzt.

Unterschiedliche Entwicklungen sind einfach Tatsache -- und damit auch, dass sich Partner auseinander entwickeln können. Gerade im Verlaufe eines längeren Studiums zum Beispiel reift man zum Beispiel vom fast-noch-Jugendlichen zur Fast-schon-Führungskraft, ganz oft ändern sich gesellschaftliche, politische, persönliche Überzeugungen im diesem Zeitraum drastisch und weitreichend. Individuelle Reife, Lebenserfahrung, Überzeugungen, Wissen ändern fast jeden Menschen deutlich und gerade bei reifenden Studenten im Übergang zum Akademiker finden oft erstaunliche Reife- und Entwicklungsprozesse statt. Aber auch Kinder, Midlife-Crisis, berufliche Karriere, ernste Krankheiten und andere besondere Erlebnisse können in ähnlicher Form einen Menschen zum Guten oder Schlechten verändern.

Wer hat das nicht alles schon im Bekanntenkreis erlebt? Also ich schon sehr oft! Ehemals sehr gut zusammenpassende Paare entwickeln sich gerade zwischen 25 und 35 drastisch auseinander, weil einer einfach mehr reift, sich entwickelt, wirklich erwachsen wird und der andere zum Beispiel nicht oder in eine andere Richtung.
 
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  • #9
zu #3

Ja, man kann Probleme viel früher sehen, wenn man die "Sehfähigkeit" entwickelt hat, aber wer hat die schon vorher in jungen Jahren. Die wenigsten Menschen. Gut beschrieben hat das ja #4.

Viele Menschen fangen erst in der nächsten Beziehung an, auf den Pegelstand zu achten manche Menschen überhaupt nicht, findes es dazu anstrengend, wollen lieber oberflächig Spass und Freude haben, und wundern sich dann, wenn sie/er, meistens sind es ja Männer, verlassen werden.

zu #7

Musste über dein "Judihuitrallala versus tiefgründige" Gespräch lächeln, gut beschrieben!

Und die Menschen, die tiefgründige GEspräche mögen und Lebenssinnsuche betreiben, werden oft belächelt, als anstrengend empfunden, abgewertet etc., liest man ja hier bei EP leider zu oft.
 
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Gast

  • #10
"Du hast dich verändert" habe ich von meinem Freund auch gehört, bevor er sich (etwa 4-6 Wochen später) von mir trennte. Was ich an diesem Satz sehr erschütternd fand..., er hat nicht gesagt, inwiefern ich mich verändert hätte, obwohl ich ihn fragte, WAS genau er meinte...
Ich kann nur bestätigen: Wenn solch ein Satz fällt, ist die Beziehung so gut wie vorbei -nur noch eine Frage der Zeit... Aber wenn man diese Worte in den Mund nimmt, dann sollte man bitte auch erklären können, WAS genau los ist...

Nichtsdestotrotz kann ich mir denken, was er meinte und vielleicht gibt das die Erklärung für deine Frage, liebe(r) FS? Wir sind in Studienzeiten zusammengekommen. Ich war nur am Lernen, weil ich meine Prüfungen vorgezogen hatte (...) Er hatte auch Prüfungen ist dann ins Berufsleben. Alles war gut, bis ich meinen Abschluss machte. Ich hatte das Gefühl, in dem Moment bin ich erst "aufgewacht". Ich war nicht mehr das Truttchen, das nur hinterm Schreibtisch saß, ich begann wieder ich selbst zu werden, Forderungen zu stellen (wie jede Frau ;-) ), das passte ihm scheinbar nicht, obwohl ich nie unverschämt war... Außerdem war für mich klar, dass ich wegen eines Jobs auch die Stadt verlassen würde, er aber nicht...

Kurzum denke ich, es gibt gewisse Stationen und Situationen im Leben, die Veränderungen bewirken. Erst dann merkt man, ob man zusammen passt oder nicht...
 
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Gast

  • #11
Ich könnte eine sehr ähnliche Aussage machen wie die # 4.

Als mein Ex-Mann und ich uns nach 30-jähriger Ehe trennten (ohne "schmutzige Wäsche zu waschen"), sagte er wörtlich: "Wir haben uns unterschiedlich entwickelt. Du hast Dich weiter entwickelt, ich bin irgendwann unterwegs stehen geblieben!". So war es auch.

Wir waren beim gleichen Unternehmen beschäftigt. Während ich -durch entsprechende Qualifizierungsmaßnahmen- ins Management aufgestiegen bin, war er mit seiner erreichten Position durchaus zufrieden, aber auch nicht bereit, mal einen Lehrgang zur weiteren oder auch "Quer"-Entwicklung zu machen, nahm an Treffen irgendwelcher Netzwerke nie teil und ruhte sich sozusagen "auf seinen Lorbeeren" aus.

Ich dagegen habe mich -wann mmer es möglich war, weiter gebildet, habe an Seminaren teilgenommen, Projektarbeiten angenommen, Vorträge in unseren Niederlassungen in anderen Städten über neu einzuführende Arbeitsmethoden gehalten usw. Wenn ich nach einer 60-Std. Woche abends nach Hause kam, saß mein damaliger Mann hoch zufrieden auf der Couch, sah sich irgendein Sport-Programm im Fernsehen an, trank genüsslich ein Bier und fragte: "Was machst Du zu essen?" Manchmal wußte ich nicht, ob ich heulen oder ihn mit "einem nassen Lappen erschlagen" sollte......!

Ich habe zwar durchaus seine fehlende Weiterbildungsbereitschaft angesprochen, ihn aber auch nie gedrängt, Fortbildungen zu machen, weil ich grundsätzlich der Auffassung war und bin, dass es sehr viel wichtiger ist, seinen Beruf mit Spaß und Freude auszuüben, als sich morgens frustriert auf den Weg zu einem ungeliebten Job zu machen.

Jetzt lebt er mit einer Frau und deren arbeitslosen erwachsenen Kindern inkl. unehelicher Enkelkinder dieser Frau in eher asozialen Verhältnissen, ich bin mit meinem Lebensgefährten glücklich und danke Gott jeden Morgen, dass ich durch mein Engagement so viel Geld verdient habe, dass ich das Haus alleine halten konnte und mir einiges im Leben gönnen kann!

Dennoch tut mir mein Ex-Mann leid, weil er bei unserer Scheidung sehr schlecht aussah und grauenhaft schäbig gekleidet war, weil offenbar das Geld vorne und hinten nicht ausreicht. Das hat er nun auch nicht verdient und wenn er sich nur ein klein wenig mehr engagiert hätte, hätte er heute ein deutlich besseres Leben gehabt! Aber - er hat es so gewollt!
 
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Gast

  • #12
@ #7: Das Schöne ist doch aber, daß sich "Judihuitrallala" und Tiefgründigkeit nicht gegeneinander ausschließen müssen. Wenn beides in einem Menschen zusammengehört, dann findet das "Judihuitrallala", denke ich, allerdings auf einer anderen Ebene statt, es ist nur kein oberflächliches "Judihuitrallala" mehr.
 
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  • #13
@ 11 (bin #7)

Merci für dein Feedback. Ich gebe dir vollkommen recht!! Mein Bsp. war eher allg. gemeint. Klar schliesst das Eine, das Andere nicht aus und ist auch total wünschenswert! Persönlich habe ich leider noch nicht so viele Frauen mit so unterschiedlichen Facetten getroffen - kommt hoffentlich noch ;-)

Kenne in meinem Bekanntenkreis insb. Frauen, die sich spirituell resp. in Lebensfragen weiterentwickelt haben und heute andere Ansprüche an einen Partner haben, wie noch vor 3-4 Jahren. m, 41
 
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Gast

  • #14
@12: tja, und leider werden wir beide uns wohl eher nicht begegnen, da ich derzeit glücklich liiert bin, ohne Aussicht auf vorzeitiges Ende. Aber Vorsicht, diese Art Frau ist u.U. extrem schwierig und anstrengend! Doch es gibt sie, viel Glück beim Finden! Gruß # 4/5
 
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Gast

  • #15
Es stimmt absolut, was #11 hier schreibt. Das eine schließt das andere nicht aus. In der Gesellschaft wird ständig gute Laune vorausgesetzt. Kaum einer ahnt, dass man deshalb trotzdem tiefgründig sein kann, die meisten sehen nur die Oberfläche, weil sie das so sehen wollen. Es macht es ihnen leichter, den Menschen in eine Schublade zu packen. Und: Tiefgründigkeit muß ein sonniges Gemüt nicht per se ausschließen...;-)
 
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  • #16
Ich finde die Antwort von #10 sehr interessant und bezeichnent.

Bevor ich hier weiterschreibe, möchte ich ausdrücklich sagen, dass Trennungen sehr sinnvoll sein können. Ich würde der Frau in #10 auch zustimmen, dass ihre Trennung sinnvoll war. Den Weg dahin - soweit ich das nach den knappen Schilderungen beurteilen kann - sehe ich etwas anders.

Interessanterweise wird ja in #10 die berufliche Entwicklung und der berufliche Erfolg, die ja auch sicherlich einen persönlichen Erfolg darstellen, doch recht ausführlich geschildert. In wie fern man bzw. frau bei einer 60 Stunden Woche noch eine Beziehung weiterentwickeln kann, ist ja auch eine Frage.

Wobei ja auch die Auffassung des Ehemanns in 10 von einer Beziehung befremdet.
Zitat: 'Mann hoch zufrieden auf der Couch, sah sich irgendein Sport-Programm im Fernsehen an, trank genüsslich ein Bier und fragte: "Was machst Du zu essen?" '

Das sieht nach einem klassischen Rollenverständnis aus, dass dieser Ehemann hatte.
In früheren Zeiten hat das auch funktioniert, manchmal mehr schlecht als recht, manchmal besser (Ihr beide seit ja auch mit 30 Jahren Ehe auch aus meiner Sicht eine andere Generation).

In der heutigen Zeit funktionieren Partnerschaften nur, wenn man Gemeinsamkeiten pflegt, sich austauscht, mit einander spricht. Also auch zum Beispiel gemeinsam kocht.

Deine Aussage (@10) danach ist für mich das Entscheidende:
Zitat: " Manchmal wußte ich nicht, ob ich heulen oder ihn mit "einem nassen Lappen erschlagen" sollte......!"

Es hört sich für mich so an, als hättest Du es (mit nassen Lappen erschlagen) nicht gemacht, sondern eher das Essen gekocht. Hier wäre (vielleicht) eine Möglichkeit gewesen, die Beziehung anders zu entwickeln. Dabei hätte natürlich auch und gerade der Mann schauen müssen, wie er sich für Gemeinsamkeiten (z.B. Kochen ) in die Beziehung einbringt. Ein klassisches Rollenverständnis führt dann natürlich leicht zum Aus.

Mein (oberflächlicher) Eindruck: Ihr habt zu wenig Gemeinsamkeiten entwickelt und Euch zu wenig ausgetauscht. Dein Mann war vielleicht auch etwas bequem.

Sehr gut hat mir der Beitrag Nr 9 in "Was würdet ihr eurer Ex/eurem Ex gerne noch gesagt haben?" gefallen.
 
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  • #17
"Wir haben uns unterschiedlich entwickelt" bedeutet "Ich mache jetzt Schluss, aber ich will es nicht (allein) gewesen oder in Schuld sein." Nichts weiter.
 
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  • #18
Ich finde es völlig normal und auch gewollt, dass sich Menschen im Laufe ihres Lebens entwickeln - alles andere wäre ja schrecklich! Die Frage ist, wie zwei Menschen in einer Beziehung damit umgehen und ob sie sich darüber austauschen und neue Gemeinsamkeiten wollen und sich dafür engagieren. Mir ist es so gegangen, dass sich nach mehr als 22jähriger Beziehung mein Partner von mir getrennt hat - und NIE ein Wort vorher gesagt hat, dass er und wie unzufrieden er mit unserer Beziehung war. Er hat einfach geschwiegen. Ich wurde immer unzufriedener, aber mir war nicht klar, dass es an unserer Beziehung lag, ich dachte immer, es liegt an mir. Jetzt, ein gutes Jahr nach unserer Trennung, hat er auch ausgesprochen, dass er feige war und mich irgendwann von seinen Überlegungen "abgehängt" und sich nur noch mit sich (und seiner neuen Partnerin) auseinander gesetzt hat. Damit ist jede Chance auf gemeinsame Entwicklungsschritte genommen. Natürlich habe ich damals auch gehört, dass wir uns auseinander entwickelt haben, als ob das eine objektive und nicht beeinflussbare Tatsache sei. Kann auch gut sein, dass trotz gemeinsamer Schritte eine Beziehung zu Ende geht. Aber dann als ERgebnis eines gemeinsamen Prozesses und nicht eines Davonstehlens.
 
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  • #19
Ja, das kenne ich auch, Schweigen und eine andere in Ruhe aussuchen, um dann den Satz zu hören: "wir haben uns unterschiedlich entwickelt" um nicht zu sagen: ich habe dir absolut nie mitgeteilt, wie unzufrieden ich bin und was ich gerne ändern möchte. Charakteristisch für Fremdgänger, die so ihre Verantwortung für das Gelingen einer lebendigen Partnerschaft totreden. Meistens ältere Semester mit Augen für jüngere Abwechslung geben diesen Grund an. Sie haben sich Richtung Neue Frau weiter entwickelt.

Doch abgesehen davon gibt es auch bei anderen die berechtigte Weiterentwicklung, auf beruflicher Ebene, wir #10 beschrieben hat, aber auch auf menschlicher (Persönlichkeit, Interessen, Reife) Ebene. Und da kann es zur Trennung kommen oder nicht, das hängt beim Willen des Paares ab, daraus zu lernen oder nicht. Es gibt aber auch Schicksalsschläge, die unterschiedlich verarbeitet werden und die alte BEziehung nicht mehr tragen kann, z.B. der Tod eines Kindes oder der Eltern oder einer nahe gelegenen Person.
 
  • #20
ich halte diese Ausrede für äußerst einfallslos.
Abgesehen davon ist es ein kommunikatives ko-Kriterium, denn was soll man über eine "unterschiedliche Entwicklung" noch diskutieren.

Es ist NORMAL, daß sich Menschen unterschiedlich entwickeln, alles andere wäre auch totlangweilig - bei eineiigen Zwillingen mag das anders sein.
Ein Paar sollte sich immer wieder um Treffpunkte bemühen, nicht mehr und nicht weniger.
 
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  • #21
Als Mann denke ich, ist der Satz perfekt für eine Trennung. Der Satz ist in sich so genial und schlüssig, dass er nur von einem Mann stammen kann. Meine Top 3 für eine Trennung sind:

3. Wir haben uns unterschiedlich entwickelt.
2. Es liegt nicht an dir, es liegt an mir.
1. Ich liebe dich nicht mehr.

Mit einem Satz wird alles gesagt was es zu sagen gibt. Jede Diskussion ist überflüssig. Frauen malen sich ihre Welt sowieso wie sie ihnen gefällt - das alles ist dann kein Männerproblem mehr. Nachtreten ist Frauensache. Da könnte man dann noch ein ganzes Buch darüber schreiben.
 
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Gast

  • #22
@#20 Deine "Top 3 für eine Trennung" sind die, die Du verwendest? Oder die, die Du nicht magst?

Ich habe alle drei Sätze in genau der Reihenfolge innerhalb von 15 Minuten von meinem Ex-Mann gehört - einschließlich "warmen Wechsel".

Mein Ex musste wohl diese Geschütze auffahren, er hätte sonst wahrscheinlich nicht mit sich vereinbaren können, seine schwangere, wegen Betriebsschließung gerade arbeitslos gewordene Ehefrau mit den Schulden für das gemeinsam bewohnte Haus sitzen zu lassen....
 
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Gast

  • #23
#18, dein erster Absatz ist klasse, genauso läuft es.
Oder, auch gerne genommen: "Ach, das wird doch nix mit uns, ich hab mir halt was anderes vorgestellt".
Jaja, wahrscheinlich was mindestens! 20 Jahre jüngeres, mindestens 1,90 grosses, dürres, blondes, modelähnliches, mit Kontakten zu Funk und Fernsehen (dann darf sie gerne auch kleiner sein) oder einer geil-steilen Karriere.
Was nicht "bemuttert", nicht fragt, keine Vorschläge für's gemeinsame Zeit verbringen macht, dumm genug ist, sich mal schnell abwimmeln zu lassen und was sich jeden Blödsinn erzählen lässt und es auch noch glaubt...;-)
Bin ich froh, Single zu sein - schon bei der Erinnerung wird's mir schlecht...