• #1

Was hilft bei Liebeskummer?

Hallo,

Die Frage wurde hier mit Sicherheit schon oft gestellt: was hilft bei Liebeskummer?

Ich befinde mich aktuell in dieser Situation und würde mich deshalb über etwas Austausch und ein paar Erfahrungsberichte/Ratschläge sehr freuen.

Ich bin verliebt und habe es dem Mann auch gesagt. Er hat sehr nett und vorbildlich darauf reagiert (und tut dies noch immer!), meinte aber, dass er nur freundschaftliche Gefühle für mich hätte und das es nicht darüber hinausgehen sollte. Was ich natürlich akzeptiere.

Dennoch tut es sehr weh. Ich versuche im Moment das Beste aus der Situation zu machen. Allerdings fällt es mir schwer, über ihn hinweg zu kommen. Ein Kontaktabbruch ist aus beruflichen Gründen derzeit nicht möglich.

Ich merke, dass es mir auf der einen Seite gut tut, weiterhin Kontakt mit ihm zu haben. Auf der anderen Seite spüre ich aber auch, dass ich dadurch irgendwie festhänge.

Da sind die Gefühle, die ich für ihn habe (die verschwinden ja nicht einfach so über Nacht...) und da ist der Schmerz und die Enttäuschung, weil es nicht erwidert wird.

Ich habe momentan das Gefühl, weder vor- noch zurückgehen zu können.

Es gibt Tage, da versuche ich das Beste aus allem zu machen, ich genieße dann unseren Austausch, versuche locker und normal mit ihm umzugehen (denn unabhängig zur restlichen Situation kommen wir gut miteinander aus) und bin froh, dass ich zumindest "ein kleines bisschen" von ihm haben kann. Und dann kommen Tage, wo ich am liebsten alles hinschmeißen möchte, weil ich spüre, dass ich so nicht weiterkomme.

Deshalb meine Frage an euch: gibt es wen, der meine Situation kennt und eventuell einen Rat für mich hat? Wird der Liebeskummer irgendwann besser, auch wenn man noch Kontakt zu der Person pflegt? Kann man damit umgehen lernen?

w, 40
 
  • #2
Ich finde, es ist etwas dran an dem Spruch "Aus den Augen, aus dem Sinn". Deshalb möchte ich dir raten, den Kontakt zu ihm einzustellen. Nur dann kannst du dich wieder stabilisieren und nach vorne schauen. Es ist toll, dass dieser Mann nicht mit dir spielt. Er könnte dich ja trotzdem für ein paar schöne Stunden nehmen und dich ansonsten am langen Arm verhungern lassen. Das tut er nicht. Sei froh darüber, das passiert nämlich vielen Frauen.
Alles Gute!
 
  • #3
Vor langer Zeit war ich auch mal in jemanden verknallt, den ich jeden Tag bei der Arbeit sah. Jahrelang. Habe es ihm nie gesagt oder eindeutig gezeigt. Es ging nach ca 3-4 Jahren weg. Obwohl ich ihn fast jeden Tag sah. Irgendwann war er mir komplett gleichgültig. Dann merkte ich auch bald, dass er gar nicht soo toll war, wie ich dachte. Heute bin ich froh, wenn ich ihn sehe, dass ich nie was probiert hatte und nie etwas gelaufen war. Nur eine Zeitlang öfter nette Gespräche und ein wenig Flirten (was meist von ihm ausging, aber null Bedeutung hatte). Du wirst das locker überstehen, glaub mir. Dann träum halt eine Weile von ihm und werde rot, wenn du mit ihm sprichst, ist doch ok. Solange man noch nicht in ein genaueres Kennenlernen inkl. Intimitäten gekommen ist, ist das ein sehr harmloser Liebeskummer. Ist doch prima, dass er so freundlich und fair reagiert.
 
  • #4
Dem schließe ich mich an, es ist hilfreich , den Kontakt einzustellen. Jedesmal ,wenn du ihn siehst , ist es wieder Salz in der Wunde und vielleicht glimmt dann auch jedesmal das kleine Fünkchen Hoffnung , daß er es sich doch noch anders überlegt. So kann der Liebeskummer nie vergehen ....
Ich habe das selbst durch ,war damals Mitte 20 , es war auch jemand ,mit dem ich beruflich zu tun hatte und ich muß sagen...es war Folter. Ich habe auf jeden Blick , jede Äußerung geachtet und alles Mögliche hineininterpretiert....alles für die Katze. Die Wunden konnten erst verheilen ,als wir den Kontakt komplett abgebrochen haben .
 
O

oh ja

Gast
  • #5
Normalerweise rate ich immer zu totaler Distanz um die Gefühle nicht wieder hochkommen zu lasen...

Das scheint aber bei dir nicht möglich zu sein.

Aber vielleicht hilft dir die Überlegung, dass du in einer Liebesbeziehung ja auch von ihm geliebt werden musst, um glücklich zu sein.
Du bist eben jetzt unglücklich verliebt, weil er dich nicht liebt und damit hat es kein Potential, damit etwas daraus wird mit dem du glücklich werden kannst.

Wenn du es schaffst, dir dies zu verinnerlichen, kannst du ihn weiterhin als tollen Mann sehen... eben nur nicht für dich! Er ist einfach nicht der Mann für dich!

So habe ich es immer in ähnlichen Situationen gehalten... und es haben sich sogar Freundschaften entwickeln können. Die Verliebtheitsgefühle verblassen mit der Zeit total.
 
  • #7
Ich sehe das ganz ähnlich wie #1.
In solchen Situationen freuen sich viele über den vorhandenen Kontakt, obwohl sie selber wisssen, das es besser wäre erst mal gar keinen Kontakt mehr zu haben. Ich glaube, in dir drinn weißt du das auch. Da würde ich ansetzten! Eine weitere Möglichkeit, sei offen für andere Männer. Denn spätestens wenn ein neuer interessanter Mann auf deibem Radar auftaucht, wirst du ihn ganz schnell vergessen. Neue Kontakte können dabei unheimlich hilfreich sein. ;-)
 
  • #8
Es ist toll, dass dieser Mann nicht mit dir spielt. Er könnte dich ja trotzdem für ein paar schöne Stunden nehmen und dich ansonsten am langen Arm verhungern lassen. Das tut er nicht. Sei froh darüber, das passiert nämlich vielen Frauen.

Ich finde, dass es gerade nicht wirklich hilft bei Liebeskummer, wenn man feststellen muss, dass der Mann Charakter hat. Besser ist, wenn er sich benimmt wie ein Strick, dann fällt es viel leichter damit abzuschließen.

Liebe FS, ich denke auch, dass es helfen würde Distanz zu suchen. Kannst Du für ein halbes Jahr einen anderen Aufgabenbereich übernehmen? Es hilft. Bestimmt. Mit täglichem Kontakt quälst Du Dich nur. (Ich bin einmal hunderte von Kilometern umgezogen. Lang her, aber das war eine schlimme Geschichte und wenn ich geblieben wäre, oh Hölle)
 
  • #9
Das ist Liebeskummer mit erhöhtem Schwierigkeitsgrad. Da ist vor allem der erste Schritt wichtig: Akzeptieren, dass er nicht will. Wenn das bei aller Disziplin nicht funktioniert, wäre räumliche Distanz wichtig.

Ansonsten ist das beste und wirksamste Mittel immer noch: Sich neu verlieben. Das geht aber nur mit innerem und äußerem Abstand zu deinem Idol.

Da du nie mit ihm zusammen warst solltest du dich zudem fragen, warum du dich überhaupt so verliebt hast. Vergucken kann ich ja noch verstehen, aber verlieben?
 
  • #10
Sieh es von einer anderen Seite:
Die Aufgaben, die wir im Leben bekommen, lassen uns kreativ werden. Es sind wirkliche Chancen, denn nur in solchen Situationen wagt man mal was Neues (wie saepe_inscia z.B. umgezogen ist, um Neu anzufangen). So etwas macht man sonst nicht so einfach, wenn rundherum alles stimmt. Nutze die Chance!

Was ich auch tun würde: ich würde mir Brieffreunde zulegen (z.B. durch Sprachaustausch wie mylanguageexchange). Du schreibst dich mit anderen, erfährst etwas über deren Leben, versuchst, was nettes über dich mitzuteilen und sitzt nicht da und grübelst. Eventuell besucht ihr euch dann auch. Das bringt neuen Wind.

Und ansonsten: Sport (am besten Ausdauersport wie laufen).
 
N

nachdenkliche

Gast
  • #11
Es ist gerade ein neues Buch von Elena-Katharina Sohn erschienen. "Good bye Herzschmerz" Darin geht es, dem Liebeskummer vorzubeugen, diesem Menschen nicht zu viel Raum in Herzen einzuräumen. Es gilt für alle Lebenskrisen, für jeden... Dir empfehle ich Kontaktabbruch so gut es irgendwie geht! Alles Gute!
 
  • #12
Vielen Dank für eure Antworten :)

Ich bin eurer Meinung, wenn ihr sagt, dass ein Kontaktabbruch die wahrscheinlich beste Option wäre. Nur ist dieser aus beruflichen Gründen schwer umzusetzen. Ich könnte mir höchstens vorstellen eine halbjährige Pause einzulegen und in dieser Zeit von zu Hause aus zu arbeiten (was rein theoretisch betrachtet zwar sehr umständlich, aber machbar wäre).

Dann hätte ich Distanz zu ihm und auch Zeit, mir währenddessen Gedanken darüber zu machen, wie es weitergehen könnte und ob ein Jobwechsel eine Option für mich wäre.

@oh ja

Meinst du wirklich, dass die Verliebtheitsgefühle irgendwann von alleine verblassen werden?

Ich kenne den Mann schon länger und hatte irgendwann den Mut, ihm zu schreiben, was ich empfinde. Was auch neu für mich ist, da ich sonst nie den ersten Schritt gehe. Aber hier schien es mir wert zu sein, es zu versuchen. Als er mir dann schrieb, dass er zu einigen Arbeitskolleginnen ein freundschaftliches Verhältnis pflegen würde, wie auch zu mir und dass es nicht darüber hinausgehen sollte, war das sehr schmerzhaft. Ich ahnte es zwar schon, aber wenn man die Worte liest, ist es was ganz anderes. Ich hab dann versucht, das Beste aus allem zu machen und mich der Situation, auch wenn sie unangenehm war, zu stellen. Weil ich hoffte, dass die Gefühle, jetzt mit dem Wissen, dass von seiner Seite aus kein Interesse vorhanden ist, vielleicht von alleine verschwinden würden. Tun sie aber nicht.
 
  • #13
@saepe_inscia

Ja, da hast du wohl Recht. Keine Frage: ich bin froh, dass er so nett reagiert hat und dass wir immer noch guten Kontakt zueinander haben. Anfangs war es etwas verkrampft, aber jetzt tun wir beide fast so, als hätte es „mein Geständnis“ nie gegeben. Wir kommen gut miteinander aus, lachen viel und genießen den Kontakt miteinander (ich erlaube mir, da einfach mal für ihn mitzusprechen). Er bemüht sich, in so vielen Dingen. Aber manchmal wäre es mir fast lieber, er würde sich daneben verhalten, damit ich wütend auf ihn sein kann. Obwohl das egoistisch ist, denn ICH habe ihm geschrieben, er hat sich die Situation ja nicht ausgesucht. Deshalb stehe ich auch in der alleinigen Verantwortung.

Ich werde mir genau durch den Kopf gehen lassen, ob eine halbjährige Pause (wie oben erwähnt) machbar wäre. Bis dahin versuche ich den schönen Kontakt zu ihm beizubehalten. Denn sollte es darauf hinauslaufen, dass ich den Kontakt abbrechen werde, dann wäre es besser, wenn ich mit schönen Erinnerungen gehe, als zB. mit Wut und Genervtheit im Bauch, oder was meint ihr?

Das würde mir nichts bringen und ihm auch nicht. Vor allen Dingen, weil er ein sehr warmherziger Mann ist, der sich Mühe gibt, weil er es aber ehrlich mit den Leuten meint. Das ist unter anderem ein Wesenszug, den ich sehr an ihm mag. Von daher hätte er es nicht verdient, wenn ich mich jetzt übertrieben distanziert verhalten und dann einfach verschwinden würde.

Kennt ihr das, wenn ihr merkt, dass ihr einen Menschen sehr gern habt und ihr spürt, dass es das Beste ist, ihn loszulassen, ihr aber noch nicht so weit seid (und das mit 40 Jahren) ihn gehen zu lassen?

Vielen Dank für den Austausch und die guten Ratschläge, das hilft mir sehr. Es tut gut, sich alles ein wenig von der Seele schreiben zu können, danke :)
 
  • #14
Ich könnte mir höchstens vorstellen eine halbjährige Pause einzulegen und in dieser Zeit von zu Hause aus zu arbeiten (was rein theoretisch betrachtet zwar sehr umständlich, aber machbar wäre).
Das finde ich nicht gut, denn du brauchst unbedingt Kollegen und ein soziales Leben. Und du brauchst dafür eine wahnsinnige Motivation, dich morgens nicht im Schlafanzug an die Arbeit zu setzen. Soziale Kontrolle ist wichtig; man lässt sich zu leicht sonst gehen.

Alternativ kannst du ihm dann wenigstens etwas aus dem Weg gehen. Verbring die Mittagspause nicht mit ihm. Du sollst ihn nicht verkrampft aus dem Weg gehen, sondern deinen eigenen Weg gehen, ohne ihn. Was du machst, du gehst ihm nicht aus dem Weg. Das könntest du nämlich, auch wenn ihr zusammen arbeitet. Der will dich nicht; wie kannst du ihn dann wollen?
 
G

Ga_ui

Gast
  • #15
Ausgehen, neue Leute kennenlernen, Spaß haben, Party machen, viel mit anderen Menschen reden, Kopf freibekommen, in die Natur gehen, neues sehen und erleben. Das schafft Distanz und fokusiert dich auf neue Dinge.

Schlecht: alles was passiv ist. Und der Liebeskummer wird so lange anhalten, wie du nicht aktiv wirst, daheim sitzt oder ein Buch liest.

In der Anfangszeit hilft es dir, den Kontakt zu dem Mann aufrechtzuerhalten, aber du musst bedenken, dass du dadurch noch mehr und mehr auf ihn fixiert wirst.

Ich hätte wohl viel Zeit im Leben gespart, wenn ich mir von den "lieben" Männern, eine knallharte Absage abgeholt hätte, als ein Rumgedruckse.
 
  • #16
Vor langer Zeit war ich auch mal in jemanden verknallt, den ich jeden Tag bei der Arbeit sah. Jahrelang. Habe es ihm nie gesagt oder eindeutig gezeigt. Es ging nach ca 3-4 Jahren weg. Obwohl ich ihn fast jeden Tag sah. Irgendwann war er mir komplett gleichgültig. Dann merkte ich auch bald, dass er gar nicht soo toll war, wie ich dachte. Heute bin ich froh, wenn ich ihn sehe, dass ich nie was probiert hatte und nie etwas gelaufen war. Nur eine Zeitlang öfter nette Gespräche und ein wenig Flirten (was meist von ihm ausging, aber null Bedeutung hatte). Du wirst das locker überstehen, glaub mir. Dann träum halt eine Weile von ihm und werde rot, wenn du mit ihm sprichst, ist doch ok. Solange man noch nicht in ein genaueres Kennenlernen inkl. Intimitäten gekommen ist, ist das ein sehr harmloser Liebeskummer. Ist doch prima, dass er so freundlich und fair reagiert.

Dieses Statement kann ich voll unterschreiben.
Mir ging es ähnlich und ich habe mit dem entsprechenden Mann heute noch ab und zu beruflich zu tun. Es macht mir nichts mehr aus, die Zeit heilt wirklich alle Wunden. Ich hatte diesen Mann - den ich oberflächlich kannte - idealisiert. Später merkte ich, dass er nicht der Typ war, für den ich ihn gehalten hatte und die "Schwärmerei" kühlte schnell ab. Heute ist er für mich ein ganz normaler Kunde wie alle anderen auch.
 
  • #17
Menschen - Männer & Frauen - können schlecht mit Körben umgehen, wenn sie ihr romantisches/sexuelles Interesse sehr selten und mit großen Abständen kommunizieren. Das ist ein natürlicher Teil des (Liebes-) Lebens. Man gewöhnt sich schnell daran und kann sogar darüber lachen, wenn man diese Seite kultiviert. Lernt mutig und offen zu kommunizieren.

Das Ego ist wie ein Muskel. Bei vielen Leute ist dieser Muskel völlig atrophiert. Sie entziehen sich diesen Szenarien bewusst, um sich zu schützen. Ein Irrtum. Genau das Gegenteil ist der Fall. Die Angst vor Körben - und eine diesbezügliche Vermeidung - lässt unerwiderte Gefühle bzw Intreresse zu einer großen, schlimmen, unerträglichen Sache werden. Die meisten Männer und Frauen können nicht mit Körben umgehen, weil sie sich dieser Angst/ihren Ego nie bewusst gestellt haben. Sie wollen Ablehnung unbedingt vermeiden, sind Monate oder sogar Jahre heimlich an jmd. interessiert, fürchten sich aber vor diesen negativen Assoziationen. Ein Mensch mit einem entwickelten Ego hat zero negative Assoziationen. Er/sie zeigt Interesse ganz selbstverständlich, lernt so passende und wirklich begehrte PartnerInnen sehr viel leichter und schneller kennen und hat sich der Angst vor Körben schon vor langer Zeit und immer wieder gestellt. Dieser Teil des Lebens und das dann mögliche Potential...all das wird weder in der Familie, noch in der Schule etc vermittelt. Gibt man sich dieser Angst konsequent hin, kann ein Korb richtig übel sein. Leider ist das für viele die Konsequenz dieses Schutzimpulses. Man denkt es ist vorteilhaft Körbe stets zu vermeiden. Das Gegenteil ist allerdings der Fall. Man leidet bei einer Sache die wirklich absolut nicht schlimm sein sollte.
 
  • #18
Menschen - Männer & Frauen - können schlecht mit Körben umgehen, wenn sie ihr romantisches/sexuelles Interesse sehr selten und mit großen Abständen kommunizieren. Das ist ein natürlicher Teil des (Liebes-) Lebens. Man gewöhnt sich schnell daran und kann sogar darüber lachen, wenn man diese Seite kultiviert. Lernt mutig und offen zu kommunizieren.

Das Ego ist wie ein Muskel. Bei vielen Leute ist dieser Muskel völlig atrophiert. Sie entziehen sich diesen Szenarien bewusst, um sich zu schützen. Ein Irrtum. Genau das Gegenteil ist der Fall. Die Angst vor Körben - und eine diesbezügliche Vermeidung - lässt unerwiderte Gefühle bzw Intreresse zu einer großen, schlimmen, unerträglichen Sache werden. Die meisten Männer und Frauen können nicht mit Körben umgehen, weil sie sich dieser Angst/ihren Ego nie bewusst gestellt haben. Sie wollen Ablehnung unbedingt vermeiden, sind Monate oder sogar Jahre heimlich an jmd. interessiert, fürchten sich aber vor diesen negativen Assoziationen. Ein Mensch mit einem entwickelten Ego hat zero negative Assoziationen. Er/sie zeigt Interesse ganz selbstverständlich, lernt so passende und wirklich begehrte PartnerInnen sehr viel leichter und schneller kennen und hat sich der Angst vor Körben schon vor langer Zeit und immer wieder gestellt. Dieser Teil des Lebens und das dann mögliche Potential...all das wird weder in der Familie, noch in der Schule etc vermittelt. Gibt man sich dieser Angst konsequent hin, kann ein Korb richtig übel sein. Leider ist das für viele die Konsequenz dieses Schutzimpulses. Man denkt es ist vorteilhaft Körbe stets zu vermeiden. Das Gegenteil ist allerdings der Fall. Man leidet bei einer Sache die wirklich absolut nicht schlimm sein sollte.

Sehe ich nicht so.
Wenn jemand "Körbe" gewöhnt ist, ist er emotional abgestumpft und versucht es wirklich bei jedem potentiellen Kanidaten.
Ich glaube nicht, dass dies ein gefühlsmäßiges "werben" ist, sondern ein mechanisches nach dem Motto, nach 100 Körben wird wohl jemand dabei sein, der mich doch will.

Sorry, aber jemand der Angst vor einer Abfuhr hat zeigt da mehr Gefühl und Seelentiefe.
 
  • #19
Liebe FS, das ist natürlich eine blöde Situation. Ich habe gerade erst wieder erlebt, dass eine Kontaktsperre in solchen Fällen wirklich eine gute Sache ist. Deswegen kann ich dich nur ermuntern, dich darum zu bemühen, wenn du irgendeine Möglichkeit siehst.

Ob man gut von zu Hause aus arbeiten kann oder dabei verwahrlost/sozial vereinsamt, ist Typsache, denke ich. Vielleicht kannst du das ein paar Wochen lang testen? Wenn Heimarbeit grundsätzlich möglich ist, scheinst du ja einen recht toleranten/großzügigen Arbeitgeber zu haben.

Ansonsten kann ich nur immer wieder Eines empfehlen - Ablenkung, aber nicht mit anderen Männern, zumindest nicht mit realen.

Ich war seit letzten Sommer auch unglücklich verliebt, habe aber glücklicherweise eine alte Leidenschaft (im hobbymäßigen Sinne) wiederentdeckt und sehr intensiv reaktiviert. Es ist vielleicht auch mein Glück, dass ich mich geradezu obsessiv mit bestimmten Themen beschäftigen kann. Das bindet sehr viel emotional-kognitive Energie, die man dann nicht mehr in aussichtlose Verliebtheit stecken kann.

Das hat nicht von Anfang an geklappt, aber nach ein paar Wochen des intensiven Träumens, Leidens und Sehnens wegen diesem Mann war ich soweit, dass ich mich - auch - wieder meinen eigenen Interessen zuwenden konnte.

Irgendwann habe ich eine innerliche Bestandsaufnahme gemacht und gemerkt: Hey - jetzt bin ich an einem Punkt, wo ich diesen Mann zwar noch schätze, er aber längst nicht mehr die Hauptrolle in meiner Gefühlswelt spielt.

Aber ich hatte auch das Glück, dass ein Kontaktabbruch nicht nur möglich war, sondern mir quasi von den Umständen auferlegt wurde, weil eine Phase der Zusammenarbeit endete. Ich hätte mich aktiv um Aufrechterhaltung des Kontakts bemühen müssen - und spürte genau, dass wenig zurückkommen würde.

Was dir auch helfen könnte: wenn dieser Mann mit einer Anderen eine Beziehung eingeht. Ich war in solchen Fällen nach einem heftigen Anfangsschmerz oft in nullkommanichts "kuriert". Das ist sozusagen eine sehr bittere, aber rasch wirksame Medizin.

Das ist natürlich nichts, was du selbst herbeiführen kannst - leider, bin ich fast versucht zu sagen.
 
  • #20
Hattet ihr denn eine Art von Beziehung und falls ja, wie lange ging die denn??
Irgendwie hört es sich so an, als ob das nie eine Beziehung war. Dann ist es ja auch eine Kopfsache, da wieder rauszukommen, weil das, was du dir dachtest, ja nie real war. Sondern nur eine Liebesgeschichte in DEINEM Kopf. War es eine Affäre oder gar nichts? Warst du Du verliebt?
Ich finde, es wäre hilfreich, erst einmal zu wissen, was denn war und was nicht.
Denn erst dann kann man ja auch sagen, was du verloren hast.
Es ist ein Unterscheid, ob man seinen Traummann verliert oder ob man feststellt, dass er gar nicht der Richtige war, weil er nie ein Traummann geworden wäre.
Ansonsten kommt man nämlich nicht weiter und man hängt fest in Phantasien, die niemals eintreten werden...
und ein Anderer hat nie eine Chance.
Was mir geholfen hat, war nicht unbedingt nur Ablenkung, sondern auch die Tatsache, dass man einfach tun sollte, wonach einem ist.
Also wenn dir nach heulen zumute ist, dann heule und wenn dir danach ist, ihn anzurufen oder mal zu treffen, dann ist das auch o.k.
Ich halte nichts von Kontaktsperren, wenn man selber daran zugrunde geht.
Sei gut zu Dir selber und tu das, was DIR guttut und tu nicht das, was Andere dir raten.
Heißt natürlich nicht, dass du den Mann, der dir das Herz gebrochen hat, stalken sollst, aber es ist ok, ihn mal zu treffen, wenn dir danach ist. Wenn es Dir danach besser geht.
Mir hat Reisen immer geholfen, weil man aus seiner Scheuklappenwelt rauskommt und sieht, wie schön das Leben ist. Allerdings nicht alleine verreisen.
 
  • #21
Mir persönlich würde es nichts ausmachen, eine gewisse Zeit von zu Hause aus zu arbeiten, solange der Zeitraum absehbar und nicht für immer ist.

Ansonsten ist es so, dass ich natürlich versuche mich abzulenken. Was manchmal zwar besser und ab und an auch wieder schlechter klappt…aber ich sitze nicht nur zu Hause rum und drehe Däumchen ;-)

Ich hab eigentlich nur zwei Möglichkeiten: gehen oder bleiben!

Mitte April steht die Abgabe eines gemeinsamen Projektes an. Danach könnte ich für eine gewisse Zeit von zu Hause aus arbeiten und mir in der Zwischenzeit überlegen, wie es weitergehen soll.

@Andriana

Ja, eine Kontaktsperre wär in meinem Fall wirklich das Beste. Diese umzusetzen ist allerdings ein wenig schwierig. Ich hoffe, dass ich dahingehend eine Lösung finden werde.

Zur Heimarbeit: solange es überschaubar, also nicht für immer ist, wäre das vollkommen okay für mich.

Ich würde mich in solch einer Situation auch nie mit anderen Männern ablenken. Dafür sind meine Gefühle, die ich für diesen Mann habe, viel zu tief.

Das freut mich für dich, dass du „gut“ aus deiner unglücklichen Situation gekommen bist. Ich bin auch der Meinung, dass man sich ablenken sollte, möglichst mit Dingen, die einem gut tun und Freude bereiten. Und eben, als zweite Option, die Kontaktsperre. Wusste dieser Mann damals von deinen Gefühlen?
 
  • #22
@Tini_HH

Nein, wir hatten weder eine Beziehung, noch eine Affäre. Wir kennen uns schon etwas länger und arbeiten miteinander. Allerdings würde ich unsere Beziehung auch nicht als „freundschaftlich“ definieren, so wie er es getan hat, da wir uns privat nicht treffen. Freundschaftlich ist vielleicht unser Umgang, den wir miteinander pflegen, also die Art und Weise, wie wir zwischenmenschlich auf uns eingehen und kommunizieren. Beispiele kann ich keine nennen, da es mir zu persönlich ist.

Der Punkt ist einfach der: vorher hatte ich das Gefühl, das da etwas ist, worauf man aufbauen könnte. Deshalb hatte ich mich irgendwann auch dazu entschieden, ihm zu sagen, was ich empfinde. Er war damals sehr überrascht, schrieb mir das auch, und meinte, dass er etwas überfordert ist und nicht weiß, wie er mit der Situation umgehen soll. Was ich auch verstehen und nachvollziehen kann.

Wir haben dann, nach einem längeren Schriftwechsel auch ein kurzes Gespräch persönlich geführt, aber da schien er mir so unsicher zu sein, dass es mir fast schon leid tat, ihn in diese Situation gebracht zu haben. Deshalb hab ich die Situation in die Hand genommen, hab mich bei ihm bedankt, für seine nette und höfliche Reaktion und bin dann auch wieder sofort ins arbeitliche Geschehen zurückgekehrt. Seitdem ist es so, dass wir wieder ganz normal miteinander umgehen, so, als wäre (von meiner Seite aus) nie etwas passiert.

Was ich damit sagen will: verloren habe ich in dem Sinne nichts. Und ich bin auch froh darüber, dass ich den Mut hatte, ehrlich zu ihm zu sein.

Trotzdem muss ich einen Umgang finden. Entweder es bleibt alles so, wie es ist, und ich hoffe darauf, dass die Gefühle irgendwann von alleine verschwinden werden. Oder ich gehe und organisiere mein Leben beruflich neu. Dazwischen gibt es an anderen Optionen wenig, nein eigentlich keinen, Spielraum.
 
  • #23
Liebe FS,

ich finde es sehr offen und mutig was Du getan hast, obwohl ich selbst zu den passiven Frauen gehöre.

Aber Du hast einen großen Vorteil, auch wenn es schmerzt.
Du weiß nun wo Du dran bist, anders als ewig zu hoffen, zu harren und zu schwärmen oder mit Freundinnen über eine heimliche Liebe ewig herumzurätseln.

Du hast Dich geäußert, bekamst eine Antwort und musst nicht wie andere ewig weiter analysieren und um Rat fragen.

Du bist eine praktische Frau, welche eine Lösung anstrebt und nicht in Träumen steckenbleibt, Du bist ein toller Mensch, alles Gute.
 
  • #24
Hallo,

ich habe mit meinem Chef gesprochen. Ab Mitte April wäre es möglich für eine gewisse Zeit von zu Hause aus zu arbeiten. Ich bin zwar noch etwas hin- und hergerissen, glaube aber, dass ich dieses Angebot wahrnehmen werde!

Darf ich noch eine letzte Frage stellen? Soll ich ihm kurz bevor es soweit ist, Bescheid geben oder einfach gehen?

Da wir beide gut miteinander auskommen und die meiste Zeit im "Zweier-Team" zusammenarbeiten, würde ich es irgendwie als unhöflich ansehen, einfach zu gehen, ohne ein Wort der Erklärung.

Wie würdet ihr an meiner Stelle mit der Situation abschließen?

Vielen Dank noch'mal für den Austausch und die guten Ratschläge,
Annalena
 
  • #25
Hallo,

ich habe mit meinem Chef gesprochen. Ab Mitte April wäre es möglich für eine gewisse Zeit von zu Hause aus zu arbeiten. Ich bin zwar noch etwas hin- und hergerissen, glaube aber, dass ich dieses Angebot wahrnehmen werde!

Darf ich noch eine letzte Frage stellen? Soll ich ihm kurz bevor es soweit ist, Bescheid geben oder einfach gehen?

Da wir beide gut miteinander auskommen und die meiste Zeit im "Zweier-Team" zusammenarbeiten, würde ich es irgendwie als unhöflich ansehen, einfach zu gehen, ohne ein Wort der Erklärung.

Wie würdet ihr an meiner Stelle mit der Situation abschließen?

Vielen Dank noch'mal für den Austausch und die guten Ratschläge,
Annalena
Nein, natürlich gibst du ihm nicht Bescheid.
Vielleicht ist es gut für dich, ein wenig Abstand zu bekommen durch das Home Office. Mach es aber nicht zu lange, nicht mehr als 2-3 Wochen. Du stellst dein gesamtes Leben wegen diesem Mann um, damit gibst du ihm auch enorme Bedeutung. Jede Minute deines Home-Office weißt du, daß du das nur wegen ihm machst.
Ich würde es als 3 Wochen Urlaub betrachten, aber dann beenden und den Rest mit "Augen zu und durch" verarbeiten.
Ich bin immer noch nicht sicher, ob es wirklich eine gute Idee ist, aus den genannten Gründen.
 
  • #26
Da ihr die meiste Zeit im Zweier-Team arbeitet, ist es höflich, wenn du ihm sagst dass du ab dem x.x. von zu Hause aus arbeitest. Würde ich ihm zur Info sagen. Aber keine Erklärungen dazu.
 
  • #27
Wichtig ist, an seiner Sichtweise zu arbeite.
Er hat sich gut verhalten, dass spricht natürlich für ihn aber Du musst ihn entthronen!
Suche die Dinge, weshalb es nicht passt.
Zu ordentlich oder das Gegenteil, er mag andere Urlaube etc. Finden es in den Kleinigkeiten!
Das Gefühl, kann auch mal dem Verstand folgen.
 
  • #28
Wenn ihr eng zusammenarbeitet und du dir ein gutes Verhältnis zu ihm bewahren willst, würde ich ihm Bescheid sagen und mich nicht einfach sang- und klanglos ins Home-Office verabschieden....zumindest nicht für mehr als ein paar Wochen. Wenn du ihm nicht Bescheid sagst, könnte er denken, dass du doch irgendwie beleidigt/sauer auf ihn bist wegen seiner Abfuhr - das wäre zwar menschlich, würde aber doch etwas unsouverän rüberkommen; und ich denke, diesen Eindruck willst du vermeiden.

Ich würde ihm wohl erzählen, dass ich eine Zeitlang von zu Hause aus arbeite...und wenn er nachfragt, irgendwelche persönlichen Angelegenheiten vorschieben wie Pflege von Angehörigen o.ä.

Wusste dieser Mann damals von deinen Gefühlen?

Nein, in meinem Fall war von Anfang an klar, dass der Mann unerreichbar für mich ist. Er war 1. fest vergeben und 2. eine Art Vorgesetzter. Also gleich 2 NoGo's auf einmal. Außerdem war er noch viiiiiieeeel älter.

Ich denke, bei so einer Konstellation ist es leichter, abzuschließen, als wenn der Mann prinzipiell "zu haben" ist, aber nicht will. Ich hatte auch noch das "Glück", dass seine Freundin ihn häufig von der Arbeit abgeholt hat und die beiden vor meinen Augen rumschmusten und -turtelten. Da hatte ich gar keine Chance, ihre Existenz zu verdrängen...

Aber ich denke, grundsätzlich hat man bei Leuten, mit denen nie wirklich was gelaufen ist, immer das Problem der Idealisierung. Man kann sich ja immer einreden: "Er kennt mich doch gar nicht wirklich...nach meinem "wahren Ich" wäre er bestimmt verrückt." Und man selbst kennt nur die schöne Fassade; nicht die charakterlichen Abgründe, die Höhlenmenschen-Anwandlungen nach dem 5. Bier, den schlechten Atem morgens beim Aufwachen...
 
  • #29
@Lily321

…ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass mir „nur“ drei Wochen Abstand etwas bringen würden. Ich hatte das vielleicht in meinen vorherigen Posts vergessen zu erwähnen, aber mein Geständnis ist mittlerweile schon mehrere Monate her… kurz nachdem ich ihm meine Gefühle gestanden hatte, folgte ein drei-wöchiger Urlaub meinerseits… was mir, nach dem Korb, auch ganz gelegen kam.

Er sieht die Situation allerdings optimistischer als ich und meinte damals, dass wir das schon irgendwie wieder hinkriegen werden und das ich bleiben soll.
 
  • #30
@Andriana

…so ähnlich hatte ich mir das auch überlegt. Ich würde ihm schon gerne eine kurze Erklärung geben. Aber nicht persönlich, sondern schriftlich. Er war mir gegenüber immer sehr fair… sogar meine beste Freundin meinte, dass sie „von diesem lieben Korb“ ganz gerührt war… er hat mir auch nie das Gefühl gegeben, dass ich mich für meine Gefühle schämen muss. Im Gegenteil: ich habe sogar das Gefühl, er versucht mir bei meinem Liebeskummer zu helfen bzw. es mir so angenehm wie möglich zu machen.

Schon deshalb wäre es ihm gegenüber nicht fair, wenn ich plötzlich einfach weg wäre, ohne ein Wort der Erklärung.

Ich kann mir gut vorstellen, dass es für dich nicht leicht gewesen sein muss und ich ziehe meinen Hut vor dir, wie gut du dich der Sache gestellt hast.

Vielleicht bin ich dahingehend auch zu sensibel, aber mir persönlich geht die Situation schon an die Nieren. Wenn er in einem anderen Büro oder Gebäude arbeiten würde, sähe die Sache auch wieder anders aus. Aber wenn man so „nah“ miteinander arbeitet, wird es schwierig, sich adäquat abzugrenzen.

Ich befinde mich dann immer auf einer Gratwanderung… was lasse ich zu, was nicht? Denn natürlich will man ein gutes Arbeitsklima haben. Ich könnte nicht mit jemandem so nah zusammenarbeiten, wenn das Verhältnis kühl und distanziert ist.

Noch’mal zum Thema Beziehung seinerseits: ich weiß (von ihm), dass er Kinder hat. Von einer „gemeinsamen Freundin“ weiß ich, dass er von seiner Frau getrennt lebt. Allerdings ist diese Information „nicht sicher“. In den Mails hat er damals erwähnt, dass seine Kinder grade zu Besuch sind und dass er deswegen auch nicht intensiver auf meine Mail eingehen kann, auch, weil ihm die Worte fehlen und er nicht weiß, wie mit der Situation umgehen und dass er den ganzen Tag über mein Geschriebenes nachdenken musste. Es kann deshalb gut sein, dass er doch noch mit seiner Frau zusammen ist… das würde es mir tatsächlich „leichter“ machen, mich von ihm zu lösen.

Ich hatte so gehofft, dass die Gefühle irgendwann von alleine wieder verschwinden würden. Das wäre die einfachste Lösung von allen gewesen… denn jetzt verliere ich einen lieben Menschen UND tollen Arbeitskollegen.
 
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