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  • #1

Was ist Liebe und welche Liebestypen gibt es?

Liebes Forum,
angeregt durch verschiedene immer wiederkehrende Aussagen hier, die recht widersprüchlich sind („entweder es funkt gleich oder gar nicht“ über „nach ein paar Wochen bin ich noch nicht sicher und muss noch schauen“ bis zu „nach 6 Monaten kann man doch noch nicht wissen, ob es Liebe ist, dass weiß man frühestens nach ein paar Jahren“) frage ich euch, was ist Liebe?

Nach dem was ich hier lese, scheint es folgende Liebestypen zu geben:
- Die „Liebe auf den ersten Blick“-Menschen, die sich entweder gleich verlieben und gar nicht. Bei Verliebtheit kann es dann in Liebe übergehen oder nicht.
- Die „Gefühle entwickeln sich mit der Zeit“-Menschen, die jemanden treffen und irgendwann verlieben sie sich und dann kann es in Liebe übergehen.
- Die „Liebe wächst durch die gemeinsame Zeit“-Typen, die sich gar nicht verlieben (also keine Schmetterlinge), die sich mit einem Menschen zusammentun, der ausreichend positive Eigenschaften hat und/oder sich sehr um sie bemüht und wenn die gemeinsame Zeit angenehm ist, dann ist die Verbindung irgendwann so stark, dass sie als Liebe deklariert werden kann.

Wie seht ihr das? Gibt es noch mehr Typen? Passen die Beschreibungen?

Was seid ihr für ein Typ? Ich bin (für die regelmäßigen Leser hier nicht überraschend) Typ 1. Das hat verschiedene Vor- und Nachteile: Gut ist, dass ich gleich weiß, ob ein Mann Partnerkandidat sein kann oder nicht und ich muss mich nicht mit dahingehenden Unsicherheiten rumschlagen. Nachteil ist, dass mir nur alle Jubeljahre ein Mann begegnet, bei dem es einschlägt und darauf muss ich warten, weshalb ich schon längere Singlephasen hatte. Ich hänge einer Liebe auch immer lange hinterher, so dass ich schon recht viel Liebeskummer in meinem Leben hatte.

Und letzte Frage: Sind eurer Meinung nach Beziehungen zwischen unterschiedlichen Typen möglich und erfolgsversprechend?

W/44
 
  • #2
Bei der Liebe auf den ersten Blick bin ich mir auf Grund von Beobachtungen nicht sicher ob da der Trend nicht zur Vereinnahmung durch charismatische Blender geht. Eventuell bin ich aber auch nur auf dieses Glück neidisch.

Liebe auf den ersten Blick ist mir genauso wie die Schmetterlinge fremd. Allerdings kenne ich einige Schmetterlingsjäger bzw. Menschen die an Schmetterlings Junkies gescheitert sind.

Sowohl bei den Schmetterlingen wie auch beim ersten Blick habe ich Zweifel an der Nachhaltigkeit. Solche Gefühle sind nur eine kurzlebige Basis.

Wie wäre es mit der wahren oder tiefen Liebe. Seelenverwandschaft (?) Auch bei besonders intensiven Gefühlen droht das böse Ende. Es sei den es handelt sich um eine liebevolle Freundschaft. Die Anhänger von Strohfeuern lassen sich aber nicht von wachsenden Freundschaften überzeugen. Denn an allererster Stelle liebe sie ihre endlose Suche.

Letztens wurde mir spirituelle Liebe nahe gelegt. Etwas mehr als die übliche Seelenverwandtschaft. Allerdings würde immer klarer, dass es primär um die kostenpflichtige Mitgliedschaft in einer esoterischen Geistheilerorganisation ging. Primär heilen sich die dortigen Mitglieder kostenlos gegenseitig. Hauptsächlich haben sie seelische Probleme.

Ich glaube nicht, dass mich persönlich diese spirituelle Liebe weiterbringt.

Ich setzte lieber weiter auf den freundlichen Umgang miteinander.
 
  • #3
Lustig - erst kürzlich habe ich mir Ähnliches gedacht und dabei die Menschen in nur zwei Gruppen geteilt - die "roten", schnell entflammbaren und die "blauen", bei denen sich Gefühle langsam entwickeln, die Farbe nur spaßhalber, damit man leichter darüber sprechen kann. Ich bin dann zu der Erkenntnis gekommen, dass es folgende Konstellationen beim Kennenlernen gibt: Zwei Rote, bei denen es sofort funkt - vielleicht nur durch körperliche Anziehungskraft, also mit der Ungewissheit, wie die beiden im Alltag zusammenpassen. Zwei Blaue, typischerweise alte Freunde, die sich irgendwann verlieben. Und die Mischung, bei der es spannend wird:
In dem Fall entscheidet, glaube ich, der Rote, ob es etwas wird. Denn wenn der keinen Funkenregen spürt, gibt er dem Blauen gar keine Chance!
 
  • #4
Die „Liebe auf den ersten Blick“-Menschen, die sich entweder gleich verlieben und gar nicht. Bei Verliebtheit kann es dann in Liebe übergehen oder nicht.

Hallo Natali5,

bei mir ist es auch wie bei dir. Leider bedeutet es auch, dass ich lange Zeit warten muss bis mir einer begegnet, der mir gefällt und dem ich dann auch gefalle :(
Ich kann nicht sagen, ob es Verliebtheit ist. Es ist eher ein verzaubert sein und denjenigen attraktiv und anziehend finden. Danach lernt man denjenigen besser kennen und schaut, ob es passt. Nachteil wäre aber wiederum, dass man in der Kennenlernphase einfach nicht sehen will, ob er wirklich passt. Man ist ja dann schon so begeistert. Ich idealsiere Menschen gerne anfangs und bin begeistert. Damit fliege ich aber auch öfters auf die Schnauze.

Am Anfang achte ich darauf, ob ich mich bei ihm wohlfühle, ihn attraktiv finde und ob ich mit ihm gut reden kann. Es ist oft ein bestimmtes Gefühl/eine Intuition, ob es mehr werden kann. Das weiss ich auch recht schnell. Daher finde ich Onlinedating auch so schwierig, da mir kaum einer gefällt bzw. sehr sehr selten. Oftmals habe ich mir einen Ruck gegeben und einen Mann öfters getroffen, aber es wird dann eben nix. Er muss mich gleich irgendwie begeistern, sonst funktioniert es nicht.
 
  • #5
Eine interessante Frage. Ach, ich denke, es ist viel komplizierter und je nach dem in welcher Lebens Phase man sich befindet, kann man sich von einem Typ in einer anderen Typ verwandeln. Oder gleichzeitig zwei oder mehrere Typen verkörpern.
Wenn ich bei mir selbst schaue, hatte ich all die beschriebenen Liebes Typen durchlebt. Als sehr junges Mädchen war ich unsterblich verliebt in den Bruder meiner besten Freundin. Ich hatte ihn gesehen und boom war ich verliebt und war in ihn verliebt bis zum Abitur, also mehrere Jahre. Danach war ich verliebt in einen jungen Mann, den ich aus meiner Kindheit kannte. Er hat mich an meinem ersten Schultag in die Klasse gebracht und verteidigte mich im Pausenhof von frechen Kindern usw. Aus der Kindheitsfreundschaft wurde irgendwann Liebe. Dann hatte ich noch einen Freund, der viel älter war als ich und mich durch seinen Kümmern und Fürsorge von sich "überzeugte". Auch mein Mann war die Liebe auf dem zweiten Blick. Es kam dadurch zustande, dass er mich mochte und ich ihn auch. Ich war damals Single aber er sah wie ein anderer Mann um mich warb und gesehen, dass ich nicht abgeneigt war. Ich denke, dass der Wettkampf mit dem andern Mann hat ihn sehr motiviert am Ball zu bleiben. Nach meiner Ehe war ich auch einmal verliebt. Dies Mal war es Liebe auf dem ersten Email :). Sodass es wahrscheinlich nur Phantasie war. Trotzdem empfand ich es als sehr schön, auch wenn es nur einseitig war. Und nun? Tja, ich weiß es nicht. Ich denke für die Zukunft bin ich durch das Forum und meine Erlebnisse in meinem Leben sehr vorsichtig geworden und bin mir nicht mehr sicher, ob ich jemals wieder Liebe zu einem Mann entwickeln kann. Aber es ist nicht schlimm. Es ist so wie es ist.
 
  • #6
Ich verliebe mich auf den ersten Blick oder garnicht - hat nichts mit der Lebensphase zu tun.
Nur wenn diese magische Anziehung da ist, kann sich die Verliebtheit in eine tiefe Liebe verwandeln, die dann auch belastbar ist.
Mir begegnen nur sehr selten Menschen, die ich so anziehend finde und es heißt auch nicht, dass ich mich von meinen Gefühlen überrollen lasse, wenn es mal so weit ist. Wenn es sachliche Gründe gibt, die gegen eine Beziehung sprechen, dann lasse ich mich von diesen leiten und der Mann hat keine Chance. Ich bin gut darin, meine Gefühle nicht sichtbar zu machen und meine Kümmernisse mit mir selber auszumachen.

Ich habe sogenannte Vernunftbeziehungen ausprobiert - ohne Verliebtheit, aber mit "sehr mögen". Es hat nicht funktioniert.
Der Alltag zusammen klappte meistens gut. Wenn es aber Probleme gab, dann mündete es in Trennungen, die immer von mir aus gingen. Es fehlte einfach die starke Basis, die mich dazu gebracht hätte, eine Krise als Paar zu überstehen.
Ich kann heute noch mit dem Kopf schütteln, was für banale Auslöser es für die Trennungen gab.

Keine Ahnung, ob es zwischen verschiedenen Typen klappt.
Ich habe früher nie darüber nachgedacht oder mit den Expartnern über sowas geredet, wie es für sie war.

Mein jetziger Partner war für mich der Mann "Liebe auf den ersten Blick" und ich war es für ihn.
Es hat trotzdem 2 Jahre gedauert, bis aus uns ein Paar wurde und wir waren 2 Jahre zusammen. Dann kam es wegen der FB zur Trennung - ging von mir aus. Die Beziehung wurde nach ein paar Jahren von mir wieder reaktiviert, weil sich meine Lebensumstaende geändert hatten. Meine Gefühle für ihn waren in den Jahren der Trennung nie abgeflacht.
Den Drive, wieder auf ihn zuzugehen hätte ich ohne diese Magie des ersten Augenblicks nie aufgebracht.
 
  • #7
Du müsstest meiner Ansicht nach erstmal trennen zwischen den Aspekten einer Partnerschaft. sexuelles Begehren, Verliebtsein und Liebe. Und ich würde Zufallsbegegnung im RL anders betrachten als Verabredungen unter dem Aspekt, dass man einen Partner sucht.

Ich hab schon mal einen kleinen Jungen kennengelernt (schon als Baby) und den sofort geliebt. Es ist eine gegenseitige Energiegabe und ein gegenseitiges Verstehen. Wenn ich irgendwas beim Spielen initiierte, WUSSTE ich, dass er das toll findet und auch reagiert darauf. Eine Wellenlänge. Und komischerweise war bei mir gleich das Gefühl da, dass dieser Energieaustausch funktionieren wird.
Das ist nun ein Kind, aber das Liebesgefühl löst er halt bei mir aus und ich weiß, wie sich das anfühlt. Allerdings ist das natürlich alles. Ein erwachsener Mann kann das auch auslösen, dieses Gefühl des möglichen Energieaustausches. Aber dazu sollte kommen, dass ich ihn sexy finde und er keine Verhaltensweisen oder Ansichten zeigt, die mich abstoßen.

Interpretiert wird Liebe ja oft als Fürsorge, und ja, wen man liebt, für den will man sorgen. Aber die Krankenpfleger lieben ja ihre Patienten auch nicht, obwohl sie sich durchaus einen Kopf machen, wie es ihnen geht.
Oder man teilt alles mit dem Menschen, kann auch sein, man würde es auch mit anderen teilen. Vielleicht hat man sogar was davon, dass der andere dankbar ist. Dann geht es nur ums eigene Ego und nicht um Liebe.
Oder - das übelste, womit man Liebe verwechseln kann - man braucht den anderen oder will, dass der einen braucht. Das sind nur emotionale Abhängigkeiten, keine Liebe, die ja gerade unabhängig ist und keine Rechnung aufmacht. Es ist ein Gefühl, die Rechnung mache ich auf, wenn ich denke, dass ich mich durch dieses Gefühl zu dem Menschen verausgabe und mir damit schade, ob nun emotional oder materiell.

Nachteil ist, dass mir nur alle Jubeljahre ein Mann begegnet, bei dem es einschlägt
Ist bei mir auch so. Aber was solls. Ich denke, die andere wissen dann manchmal nach Jahren immer noch nicht, ob die Beziehung für sie toll ist oder nicht. Es gibt doch viele, die irgendwann meinen, endlich die große Liebe getroffen zu haben, aber dann in ihrer Beziehung festhängen, bei der sie nie von Anfang an "ja" gerufen haben, Haus, Kinder haben. Klar, wenn es nur um Sex und Midlifec. geht, ist es eine Blase, aber ich denke, dass es auch Menschen gibt, die erst dann merken, wie es sich anfühlt, wenn sie lieben.
Oder diese Kopfbeziehungen, bei denen die Partner vom Kopf her entschieden haben, dass sie sie wollen ohne Leidenschaften. Wenn sie sich das dann woanders holen können, ist es ja auch gut.


Vermischung der Typen halte ich für nicht glücklichmachend. Ich denke, es ist eine generelle Eigenschaft, begeisterungsfähig oder nicht. Im Gefühlsbereich schnell wissen, was man will oder nicht. Deswegen würde der Typ, der lange Zeit braucht, den schnellen immer vor den Kopf stoßen mit seinem "ich weiß noch nicht", oder ausbremsen.
 
  • #8
Mein Gott, was ist das für eine Frage!? Der Mensch kann definitiv alles kaputt reden und kaputt denken.

Für mich gibt es nur, und läuft immer gleich ab:
Fängt an mit Optik gefällt 100 %, geht weiter mit dem Kennenlernen und der Feststellung, dass der Mann nicht dumm ist, weiß wovon er redet und Flirtspielchen nicht nötig hat. Dann bin ich gerne bereit, vorausgesetzt der Wunsch besteht auf beiden Seiten, mich intensiver einzulassen. Und das Kribbeln im Bauch war auch jedes Mal von Anfang an da.

Auf halbe Sachen habe ich mich noch nie eingelassen. Wenn genau das die ein oder andere Schreiberin hier ebenfalls so handhaben würde hätte sie definitiv weniger Stress und Kummer an der Backe.
 
  • #9
Ich bin so alt wie du und hatte bisher 2 Beziehungen. Die erste war Typ 3 meinerseits und hielt dennoch 20 Jahre. Die zweite, jetzige, ist Typ 1 und ging in Liebe über. Sie wird hoffentlich meine letzte sein, denn so was finde ich nicht noch einmal. Da bin ich sicher.
 
  • #10
Ich bin auch der Sofort-oder-gar-nicht-Typ. In einen Mann, der mich nicht auf Anhieb fasziniert hat, habe ich mich noch nie verlieben können. Rational an eine Partnerschaft heranzugehen habe ich versucht - ohne Erfolg, dafür leider zu Lasten des Mannes, weswegen ich es auch nicht mehr in Betracht ziehen würde. Ich mag niemandem weh tun.

Es passiert mir nicht häufig, dass mich ein Mann in den ersten Momenten des Kennenlernens im Innersten anspricht. Aber wenn es passiert, dann arbeitet der Kopf trotzdem weiter. Wenn der Mann verheiratet ist, oder sich als schwul herausstellt, im Bildungsgrad weit unter mir steht, meine Freundin viel toller findet als mich, abstoßende (Charakter)eigenschaften offenbart etc., verschwindet meine Faszination - wahrscheinlich aus Selbstschutzgründen - auch genauso schnell, wie sie gekommen ist, und der Mann verbleibt als ein netter, attraktiver Mann ohne dass er bei mir größeres Gehirnchaos verursachen könnte.
Wenn alles für's Erste passt, bin ich hin und weg und in einem ziemlich fiesen Verknalltheits-Taumel, zu vielen kleineren Kompromissen und Investitionen bereit und hänge sehr an diesem Menschen, sehr lange und sehr nachhaltig.

Allerdings brauche ich lange, bis ich von Liebe - im Sinne von Vertrauen - sprechen kann, und bereit bin, einem Mann mein Seelenheil anzuvertrauen, mich in die Beziehung fallen zu lassen und die inneren Alarmglocken auszuschalten.
 
  • #11
Wie sieht es mit Männern aus, die Frau schon länger oberflächlich kennt? Job, Verein, Einkaufen, Nachbarn, Pendeln in der Bahn usw. Kann sich da doch noch die Liebe auf den ersten Blick einstellen?

Ich denke die Liebe auf den zweiten Blick Fraktion, ist hier nur unterrepräsentiert, weil sie in längeren Beziehungen lebt und daher weniger oft sucht bzw. sich mit den Themen hier beschäftigt.
 
  • #12
Ich habe beides erlebt, 1 und 2. Obwohl, extrem viel Zeit geht bis zum Verlieben nicht vorbei, vielleicht zwei, drei Monate; d.h. keine langjährigen Freunde. Aber es war dann eben nicht auf den ersten Blick, da fand ich sie manchmal nicht mal besonders attraktiv (aber auch nicht unattraktiv), und dann habe ich mich in den Charakter verliebt. Bei der Verliebtheit auf den ersten Blick ist meiner Meinung nach die Gefahr wirklich höher, dass man so geblendet ist, dass man nicht sehen will "es passt eigentlich nicht". Bei mir war es dann die Ausstrahlung, nicht so sehr das Aussehen an sich, und ich war hin und weg. Das erste Mal in der 3. Klasse, fünf Jahre anhaltend.

3 funktioniert bei mir nicht. Ich hatte einmal auf diese Art eine dreijährige Beziehung, aber es war nie Verliebtheit da von meiner Seite, und dann kam auch keine Liebe nach. Ich dachte nur, es passt doch alles so gut. Mir hat die ganze Zeit etwas gefehlt. Das reicht einfach nicht aus für mich. Er dagegen war verliebt auf den ersten Blick und dann kühlten die Gefühle mit der Zeit schnell ab, weil ich gar nicht so war, wie er gedacht hatte.
 
  • #13
Auf den ersten Blick habe ich mich noch nie verliebt, da ist Mann für mich attraktiv oder interessant, aber ich kenne ihn nicht. Da weiß ich noch nichts über ihn, das mich verzaubern könnte. Der erste Eindruck, Chemie, die Äußerlichkeiten reichen da nicht. Ich muss ihn erst besser kennenlernen, seinen Charakter sehen, in den ich mich verlieben kann. Das entwickelt sich dann im Laufe der gemeinsamen Zeit weiter zu dem Gefühl, das man "Liebe" nennt. Dafür muss ich aber auch sein Innerstes, sein gesamtes Wesen sehen & lieben.
Wenn es mich erwischt hat, also ca fast die letzten 10 Jahre, springen meine Gefühle immer wieder mal zwischen Schmetterlingen/Verliebtsein & Liebe hin & her, bzw ist es etwas schwer, die Grenze da zu ziehen.

Ich schätze mein Partner könnte evtl. Typ1 sein, er wusste relativ schnell, dass er mit mir zusammen sein möchte & hat es damals akzeptiert, dass ich damit halt etwas länger brauche als er.

Mal schnell verknallen, weil die Hormone hüpfen, gab es bei mir bis jetzt noch nicht. In jemanden den ich schon länger oberflächlich kenne & denjenigen eben nur als oberflächlichen oder freundschaftlichen Kontakt einstufe, habe ich mich aber auch noch nie verliebt..
 
  • #14
Liebe FS,

das ist eine sehr interessante Frage. Ich kann mich sehr sehr schnell in jemanden "verlieben". Genauso schnell kann ich mich allerdings entlieben. Das gilt übrigens sowohl für Männer als für Frauen (ich bin nicht bisexuell). Meist erlischt meine "liebe", wenn ich merke, dass mein gegenüber nicht authentisch ist. Heißt, er/sie verhält sich anders, und spricht eine andere Sprache, als mir seine Seele verrät.

Liebe empfinde ich tatsächlich nur für einen Mann in meinem Leben. Meinen besten Freund, mit dem ich auch mal zusammen war. Interessanterweise habe ich allerdings keinerlei sexuelles Interesse an ihm. In diesem Fall kann ich von Liebe sprechen, weil ich alle Facetten an ihm kenne und ihn auch für seine "schlechten" Seiten schätze. Hätte ich heute einen Unfall und müsste entscheiden, wer der letzte Mensch wäre, den ich sehen möchte, wäre es ganz klar er. Auch gibt es keinen anderen Menschen, den ich in jedem Moment ertragen kann und der mich in jedem Moment ertragen kann. Warum ich trotzt allem kein sexuelles Interesse habe und, ob das alles so gesund ist, müsste ich hier vielleicht mal zur Debatte stellen.

Meine persönliche Meinung ist, dass Liebe tatsächlich wachsen muss. Weiterhin muss man sich eben vollständig nackt machen. Viele geben aber auf (ich inklusive), wenn es ans Eingemachte geht.
 
  • #15
Liebe auf den ersten Blick hat bis jetzt nie getragen, es war wunderbar, Schmetterlinge, und relativ schnell vorbei.

Auf den ersten Blick weiß ich, ob ich jemanden sympathisch finde und ich weiß, wenn ich mir denjenigen nicht als Partner vorstellen kann.
Die 2 Männer, die ich richtig geliebt habe, da war es Liebe eher auf den 3. Blick.
Man fand sich sympathisch, aber bei beiden gab es Gründe dagegen - Altersunterschied, Distanz, und anderes.
Man blieb im Kontakt, einfach so, freundschaftlich.
Mit dem Ersten fuhr ich dann ganz spontan in Urlaub - ich hatte einen Termin und fragte ihn einfach, ob er mich begleiten wollte. Ohne Absichten, ganz entspannt.

Vielleicht die Quintessenz dieser beiden Erfahrungen, für mich, es klappt nicht, wenn man es will, sondern es passiert ungeplant. Und die Schmetterlinge blieben dann bedeutend länger und intensiver.

Nichts gegen die Euphorie beim ersten Blick, das ist wunderbar - aber dann bitte doch Zeit zum Kennenlernen und Vertiefen.
Schmetterlinge sind flüchtig.
 
  • #16
Wie sieht es mit Männern aus, die Frau schon länger oberflächlich kennt? Job, Verein, Einkaufen, Nachbarn, Pendeln in der Bahn usw. Kann sich da doch noch die Liebe auf den ersten Blick einstellen?
Ich denke, wenn das Interesse schon geweckt war, weil der Mann für die Frau gut aussieht, ist das so wie Liebe auf den ersten Blick.

Was Job und Verein angeht und die Frau den Mann schon kennengelernt hat, denke ich, dass sie Liebe auf den ersten Blick empfunden hat und weiter abcheckt, ob es was werden kann.

In der Bahn steigt der Mann dann aus und weg isser. Man kennt ihn nicht und findet auch nicht raus, ob man ihn wirklich lieben kann nach der Liebe-auf-den-ersten-Blick-"Methode". Es ist ja nicht nur das Aussehen, es ist auch diese Energie, die vom anderen rüberkommt, wenn es um Liebe auf den ersten Blick geht, also es muss eine Interaktion da sein zwischen dem Mann und der Frau. In der Bahn kommt da ja meist nichts, man sieht sich nur. Das reicht nicht für tieferes Interesse, es sei denn, die Frau sucht ein Idealbild und projiziert dann den Idealcharakter auf den Mann. Das ist aber mE nicht "Liebe auf den ersten Blick".

Ich denke die Liebe auf den zweiten Blick Fraktion, ist hier nur unterrepräsentiert, weil sie in längeren Beziehungen lebt und daher weniger oft sucht bzw. sich mit den Themen hier beschäftigt.
Kann sein, dass sie unterrepräsentiert ist, aber Du findest sie in manchen Affärenthreads.
 
  • #17
Wie sieht es mit Männern aus, die Frau schon länger oberflächlich kennt? Job, Verein, Einkaufen, Nachbarn, Pendeln in der Bahn usw. Kann sich da doch noch die Liebe auf den ersten Blick einstellen?

Als ich noch seeehr seeeehr jung war, gab es bei einem 2. Praktikum in der selben Firma diese Situation. Firmenfeier, da ich zu diesem Zeitpunkt alle mehr oder weniger kannte, nahm ich teil. Dort angekommen stellte ich fest, dass ich die einzige Frau an dem Abend war. Ein besonders charmanter und beliebter Kollege nahm die Beschützerrolle ein und bewahrte mich vor einigen "freundlichen" Herren. Als er mich nach Hause brachte passierte es. Wir küssten uns... bis in die späteren Morgenstunden.
Montag traute ich mich kaum in die Firma und ging ihm da aus dem Weg. Das lies er nicht zu und wir verabredeten uns für den Abend. Ab da war ich mit ihm zusammen und auch ziemlich verknallt.
Zwar war er mir schon während des ersten Praktikums aufgefallen, er sah gut sus, war witzig, charmant und immer unterstützend, irgendwie von allen Frauen angehimmelt, aber mir damals zu alt und somit uninteressant.

Trotz der Verliebtheit war mir immer klar, dass ich mit ihm nicht alt werden will, er war es ja schon in meinen Augen mit seinen 33 Jahren. ;-)
Nach gut einem Jahr beendete ich die Geschichte dann auch... aber eine tolle aufregende Zeit war es dennoch.

Also ja @Ejscheff, an dem Abend erwischte mich die Verliebtheit auf den ersten Blick in einen Mann, den ich schon länger kannte.
 
  • #18
Wenn ich jemanden kennen lerne dann kann ich relativ sofort sagen ob ich mir mehr mit ihm vorstellen könnte - oder eben nicht.
Ich habe mich schon öfters getäuscht und beim 2. Blick bemerkt das mich doch etwas stört aber ich hatte noch nie den Fall dass ich jemanden erst nicht wollte und es dann trotzdem was wurde.
Ich habe 3x versucht, mir einen guten Mann "schön zu reden", wir hatten auch mehrere dates und alles aber spätestens als es an die Wäsche ging, bin ich regelrecht geflüchtet.
Ohne Grund übrigens, keiner der Männer hatte sich unangemessen verhalten, ich wollte einfach nicht...

Daher:
Option "ja" mit anschliessend doch "nein" ist möglich aber erst "nein" und dann doch schön reden, klappt nicht...
 
  • #19
Was ist Liebe? Ich weiss es nicht, eine allgemein gültige Definition gibt es nicht.
Zu den Liebestypen - es gibt da auch noch die Tollpatsche wie mich, die keine Ahnung haben, nichts merken ...und irgendwann von jemandem geangelt werden.
 
  • #20
Liebe ist für mich ein gewachsenes Gefühl und eine bewusste endgültige Entscheidung für einen Menschen.

Verliebtsein auf den ersten Blick kenne ich auch, genieße die Schmetterlinge in diesen Fällen, schließe aber jede tiefergehende emotionale Bindung für mich von vornherein aus. Schmetterlingsjunkie trifft es da wohl ganz gut. Mir ist jederzeit bewusst, dass es dabei nicht um mein Gegenüber geht, sondern nur um den akuten vergänglichen Rausch. Das wird natürlich nicht verbalisiert, dann wäre die Wirkung ja nicht mehr gegeben. Disney World für Erwachsene sozusagen.

Generell glaube ich nicht an Liebestypen. Liebe wächst.... bei jedem.
Die Verliebtheitsgefühle vorher sind nur Projektion, Obsession, Rausch. Die Menschen unterscheiden sich lediglich darin, ob sie diese Projektionen als Liebe verklären und ihnen so zu einer völlig ungerechtfertigten Schein-Wichtigkeit verhelfen oder ob sie diese als das nehmen was es ist oder sich an den Wahnsinn klammern, dies hätte etwas mit Liebe zu tun gehabt und müsse nun als Basis für ein gemeinsames Leben herhalten.
 
  • #21
Einfach nur ein Gefühl, das man hat oder nicht bei einem anderen Menschen, meiner Erfahrung nach. Der eine merkt es früher, der andere merkt es später. Etwas wird berührt in einem, Energieaustausch. Wenn man Projektion und eigene Sehnsüchte unterscheiden kann von dem Gefühl, rennt man auch nicht Luftnummern hinterher.

Die Liebe, die wächst zwischen zwei Menschen, wenn sie länger zusammen sind, ist für mich nicht "LIebe" als dieses Gefühl, sondern Vertrauen, Dankbarkeit sowie "Nicht-Allein-Sein" im Sinne wirklich von nicht Single sein zu müssen und sich allein durch die Welt zu schlagen. Vertrauen, Verständnis, Dankbarkeit, was der andere für einen tut, viel für ihn tun sind für mich die Grundpfeiler einer Beziehung. Und Liebe, die muss aber da sein als Gefühl.

Sich wirklich nicht mehr einsam zu fühlen, nenne ich wirkliches Lieben, aber das kriegt man nur durch diesen bestimmten gemeinsamen Energieaustausch, den man spürt, wenn dieser Mensch da ist, also dieses Gefühl, von dem ich oben schrieb. Vorausgesetzt ist, dass man dieses Gefühl auch will und frei fließen lassen kann. Wenn jemand gelernt hat, dass "Liebe" Abweisung sein soll, dann sucht er sich jemanden, der ihn so behandelt und wo er sich abarbeiten kann. Oder wenn jemand gelernt hat, dass er schwach sein muss, damit er gefühlsmäßig beachtet wird, wird er sich immer schwach halten, damit der, der die Rettung übernommen hat, auch dableibt. Das sind aber dann Projektionen, würde ich sagen.

Wenn jemand viel für mich tut, liebt er mich vielleicht oder arbeitet irgendwas in seiner Seele ab. Und ich kann ihm dankbar sein. Aber wenn das Gefühl nicht schon da ist oder von mir aus nach einigen Wochen des Treffens langsam an die Oberfläche der Gefühlswelt kommt, wird es nicht entstehen, egal, wieviel ein anderer für mich tut.
Diesem Irrtum sitzen doch die Männer mit der Bohrmaschine auf, dass sie sich die Liebe einer Frau "erdübeln" können. Oder auch die Frauen, die meinen, wenn sie Sex geben, würden sie geliebt. Man kann sich Dankbarkeit erarbeiten, aber nicht Liebe.
 
  • #22
Diesem Irrtum sitzen doch die Männer mit der Bohrmaschine auf, dass sie sich die Liebe einer Frau "erdübeln" können. Oder auch die Frauen, die meinen, wenn sie Sex geben, würden sie geliebt. Man kann sich Dankbarkeit erarbeiten, aber nicht Liebe.

Ich kann jetzt nicht genau definieren was Liebe ist, wobei ich glaube, dass es weit über die Bereiche der Gefühle hinausgeht.
Es gibt jedoch gewisse Merkmale, um sagen zu können, ob jemand liebt. Eines dieser Merkmale ist, wenn man liebt, dann kümmert man sich. Das klingt zwar sehr unsexy - ich bin auch der Meinung, dass Liebe ja a priori was anderes ist als Leidenschaft.
Beispiel: Eltern - Kind. Die Eltern kümmern sich. In erster Linie nicht weil sie müssen, oder man das eben so tut, sondern weil sie das Kind lieben.
Das gleiche ist bei der partnerschaftlichen Liebe. Wenn man liebt, will man, dass es dem anderen gut geht. Auch ein guter Gradmesser. Achtet der eine darauf, dass es dem anderen gut geht? Wenn nicht, dann liebt er den anderen nicht - auch wenn er was anderes beteuert.

Dahingehend finde ich das Beispiel mit der Bohrmaschine auch falsch. Er kommt mit der Bohrmaschine, weil er das Problem sieht und sich kümmert. Von daher muss es nicht sein, dass er mit seiner Handlung etwas "erdübeln" will, sondern dass er offen damit seine Zuneigung zeigt. (Neben anderen Fällen, wo manN einfach hilfsbereit ist oder aber auch das kümmern faked - also dann wirklich Hintergedanken hat.)

Dieses Verhalten wie mit der Bohrmaschine ist deshalb meist wenig zielführend, weil es zu sehr Gewissheit und Sicherheit transportiert. Leidenschaft entsteht beim anderen jedoch zumeist, wenn neben der Anziehung auch ein Maß von Unsicherheit da ist. In gleicher Weise vermittelt die Frau, die den Sex einsetzt, dem Mann die Sicherheit, dass er die Frau schon hat. Sie ist für ihn sicher und somit langweilig. Somit schießen sich diejenigen, die ihre Zuneigung zu früh offen zeigen selbst ins Abseits. Wenn dann beim anderen Gefühle schon da sind, ist das offene Zeigen von Gefühlen wieder produktiv.
 
  • #23
Die Liebe, die wächst zwischen zwei Menschen, wenn sie länger zusammen sind, ist für mich nicht "LIebe" als dieses Gefühl, sondern Vertrauen, Dankbarkeit sowie "Nicht-Allein-Sein" im Sinne wirklich von nicht Single sein zu müssen und sich allein durch die Welt zu schlagen.

Das kann ich so nicht stehen lassen.
Bereits mit 17 bezog ich meine erste eigene, winzig kleine, 1 Zimmer-
Wohnung. Ein Jahr später ergab es sich, dass mein schwuler Freund zu mir zog.
Wir schliefen in einem Bett, Unternehmen absolut alles zusammen. Es gab nur noch das wir, unsere Tagesabläufe waren minutiös aufeinander abgestimmt. Gemeinsame Urlaube, zusammengelegte Kassen, innigstes Vertrauen ineinander. Die gleichen Interessen, wor lachten und redeten ständig, standen füreinander ein. Selbst im engsten Freundeskreis glaubte uns keiner, dass wir kein Paar sind. Das ging über 3 Jahre.
Enger (von Sex mal abgesehen) kann auch einnliebendes Paar nicht miteinander verwoben sein.

Aber mit Liebe hätte das nichts zu tun liebe @void. Mit liebevoller, vertrauter Freundschaft...ja! Liebe fühlt sich komplett anders an.
Mit meinem Mann verbinden mich weitaus weniger Nenndaten doch ihn liebe ich. Unbeschreiblich tief, unerschütterlich...
Auf meiner Seite gab es nie Schmetterlinge... nur eine, alles andere übertrumpfende, noch nie auch nur ansatzweise ins taumeln geratene, jeden anderen Menschen in den Hintergrund drängende tiefe furchtlose Liebe.

Diese Liebe hat nichts mystisches... Ich kann sagen: "ich liebe Dich weil..."
Sie ist bis auf den letzten Moment beschreiblich. Und ein zehntausendstel Moment dieses Gründe-Konklomerats- entfällt auch auf seine handwerklich goldenen Hände.

"Vertrauen, Dankbarkeit sowie "Nicht-Allein-Sein" gab es auch mit meinem schwulen Freund... Die Liebe zu meinem Mann setzte ich bewusst noch obenauf. Und ja.... auch weil er sich die verdiente mit jedem Tag mit jeder Millisekunde seines Lebens, seit er es mir schenkte.
 
  • #24
@Laubsk
schön beschrieben.
Ich möchte, dass es dem anderen gut geht. Das ist für mich Liebe, mit Ecken und Kanten und auch Fehlern, die Mensch macht.
Mit der Typeneinteilung kann ich nichts anfangen.
Ich selber war bis jetzt auch nur viermal verliebt. Einmal Liebe auf den ersten Blick, dreimal Liebe auf den zweiten, dritten oder vierten Blick. Von der Intensivität gab es bei mir keinen Unterschied.
 
  • #25
Eines dieser Merkmale ist, wenn man liebt, dann kümmert man sich.
Ganz klar, daran ist auch überhaupt nichts unsexy, im Gegenteil. Aber auch wenn mancher nicht liebt, kümmert er sich. Und der, um den sich gekümmert wird, liebt nicht automatisch zurück. Darum ging es mir.

Er kommt mit der Bohrmaschine, weil er das Problem sieht und sich kümmert.
Und die Frage ist, warum er das tut. Kann sein, er ist ein netter Handwerker, der zu niemandem "nein" sagen kann und für jeden bohrt, der fragt. Kann auch sein, dass es ihm für sich Spaß macht und er frei und ohne Erwartung gibt. Kann aber auch sein, er erhofft sich, dass die Frau drauf kommt, dass er ein toller Mann ist, weil er sich kümmert. Das reicht aber nicht fürs Verlieben und das wissen diese Männer nicht, die was mit ihrer Dübelei beabsichtigen. Das ist ein Aspekt, der sie unattraktiv macht.

Vielleicht entdeckt mach eine Frau auch, dass das für sie Liebe ist, dass sich einer für ihre Belange interessiert und ihr Wünsche erfüllt, weil sie es so nicht kennt von Männern, in die sie mal verliebt war. Nun hat sie einen, der sie sonst nicht interessiert hätte, aber er tut ihr gut. Für mich gilt das nicht, weil es nicht ausreicht für Liebe.
Im Übrigen wollte noch nie ein Mann "nur so" mit mir befreundet sein. Also nicht mal das Freundschaftgeben war ohne Hintergedanken, dass man eine Beziehung starten könne.

Auch der, der aus Zuneigung zur Frau dübelt, will durch das Zeigen seiner Liebe ein Feedback dafür, denn er hört seltsamerweise ja auf damit, wenn seine Angebetete ihm vermittelt hat, dass er gern dübeln darf, aber keine Chance bei ihr hat.
Dieses Verhalten wie mit der Bohrmaschine ist deshalb meist wenig zielführend, weil es zu sehr Gewissheit und Sicherheit transportiert.
Seh ich nicht so, dass das der Grund ist. Ich wäre früher nie drauf gekommen, dass einer, der bei mir dübelt, das aus Verliebtheit macht. Also Gewissheit wäre da nie gewesen.

Leidenschaft entsteht beim anderen jedoch zumeist, wenn neben der Anziehung auch ein Maß von Unsicherheit da ist.
Absolutes Nein, bei mir nicht. Keine Ahnung, warum andere sowas brauchen, wollen sie erobern und brauchen den Kick?
Die, die ihre Zuneigung zu früh zeigen, sind nicht unattraktiv, weil der andere keine Unsicherheit mehr hat, sondern weil sie es in unpassendem Ausmaß und Tempo machen, so dass der andere den Eindruck bekommt, dass es nur um ihre Bedürftigkeit geht und sie gar nicht prüfen, wen sie da überhäufen mit Zuneigung, Dübeln, Sexangeboten. Sie dienen sich an und laufen hinterher. Oder sie haben nicht gewartet, ob der andere auch ein Signal sendet, dass er sie attraktiv findet. Deinem letzten Satz stimme ich Dir deswegen sofort zu.
 
  • #26
Es gibt noch eine andere Liebe.

Liebe die in Selbstaufgabe hinein führt. Das ist selbstzerstörend. Der eine oder andere wird diese Erfahrung gemacht haben weil er sich so sehr gewünscht hat, dafür selbst tiefe Liebe zu bekommen. Am Ende einer solchen Liebe kann dann Beziehungsangst stehen. Eine dunkle Blockade die sich zerstörerisch auf alles was folgt auswirkt.

Das Gegenmittel gegen solch destruktive Liebe ist Selbstliebe. Niemanden mehr zu lieben als sich selbst.

Ein falsches Verständnis von Selbstliebe ist aber ein fester Teil der Beziehungsangst. Ich lasse keine Liebe mehr zu weil ich fürchte mich erneut und diesmal entgültig darin zu verlieren. Das sind dann zum Teil wieder diese Bauchgefühle die durch das kleinste Makel zur entgültigen Distanzierung führen und eine unterschwellige Wut erzeugen können, die von Beginn an alles in Frage stellt.

Der eine oder andere wird dann zum Schmetterlingssucher. Denn er weiß, dass Schmetterlinge eine schöne aber zeitlich begrenzte Episode sind. Er sucht danach weiter, statt sich auf eine tiefere Liebe einzulassen. Er bevorzugt die kurze Trauer am Ende einer Schmetterlingsepisode ggü. den tiefen zerreissenden Schmerzen beim Untergang echter Liebe.

Er führt damit vielleicht den nächsten Menschen in diese Angst. Er denkt, dass er in Selbstliebe handelt. Er liebt sich aber nicht wirklich selbst. Er hat Angst. Manchmal ist er ein glücklicher Single allein in seiner schönen Wohnung.
 
  • #27
Was ist Liebe? Eine schwierige Frage und eine Antwort habe ich dazu auch nicht aber ich habe neulich das Buch "Der kleine Prinz" als Hörbuch gehört. Das Buch ist vielleicht auch eine Beschreibung dafür, worauf sich in unserem Leben ankommt...."Das wesentliche ist unsichtbar"..... Ein Plädoyer an die Liebe und Freundschaft. Liebe ist der Grund, warum das Leben lebenswert ist und sie ist, worauf es sich im Leben ankommt.
 
  • #28
Ich denke, ich hab genau das gesagt, was Du gesagt hast. Denn das allein, was Du mit Deinem schwulen Freund hattest, reicht halt nicht, es muss noch dieses Gefühl dazu kommen. Und das allein reicht eben auch nicht, um eine Beziehung zu führen, sondern da muss noch das, was Du mit Deinem schwulen Freund hattest, hinzukommen. Beziehung ist nicht Liebe, weil Liebe "nur" ein Gefühl ist.

Ich meine mit Liebe auch nicht "Schmetterlinge". Die sind "Verliebtsein" oder "Verknalltsein".

Diese Liebe hat nichts mystisches... Ich kann sagen: "ich liebe Dich weil..."
Mystisch ist für mich Liebe auch nicht.
Und die Frage ist für mich, was nach dem "weil" kommt. Weil, wenn dann kommt "du viel für mich tust", muss das noch lange nicht heißen, dass die Person, für die viel getan wird, Liebe empfindet.

Du lebst nun auch ein sehr spezielles Leben. Du hast Deine eigene Lust ausgelagert, auf Deinen Mann hast Du keine. Ich denke, der "Normalfall" ist, dass man schon auch mit dem Mann, von dem man sagt, man liebe ihn, eine erfüllte Sexualität haben will. Von daher wundert es mich nicht, dass Du Liebe anders definierst.
Du hattest irgendwo mal geschrieben, dass Du Männer, mit denen Du aufregenden Sex hast, nicht respektieren kannst, ich glaube, Du hattest sogar was von "Verachtung" geschrieben, weiß ich aber nicht mehr genau. Das klingt für mich sehr nach Trennung Liebe/Sex und sehr unterschiedlich von dem, was allgemein so gewünscht ist von einer Frau, die monogam leben will.
Ich kann Dir auch nicht nachfühlen, wie Du den Sex mit Deinem Mann praktizierst. Wir hatten ja schon mal drüber geschrieben, für mich ist das Stillhalten und vom Mann her frage ich mich, ob er weiß, dass er nicht begehrt wird und ob es ihm egal ist. Also ich denke, wir werden es einfach unterschiedlich empfinden, was Liebe ist und wie eine Beziehung gut ist.
"Vertrauen, Dankbarkeit sowie "Nicht-Allein-Sein" gab es auch mit meinem schwulen Freund... Die Liebe zu meinem Mann setzte ich bewusst noch obenauf.
Ich denke, genau das habe ich geschrieben, wobei ich die Liebe nicht bewusst setzen kann, sondern sie empfinde oder nicht, abhängig vom Mann als Person, nicht als "tut dies oder das für mich", und sie allein nicht reichen würde für eine Beziehung, wenn Vertrauen z.B. fehlte.
 
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