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Meeresrauschen

Gast
  • #1

Was ist mit meiner Schwägerin los?

Meine Mutter liegt schwer krank in der Klinik und sie hat zum Stationsteam gesagt, dass sie nicht so viel Besuch wünscht, da es ihr sehr schlecht geht. Zeitweise ist sie nicht ansprechbar und es ist möglich, dass sie verstirbt. Bisher haben mein Vater und ich sie besucht und hatten beide, wie die zuständigen Pfleger, den Eindruck, dass sie so geschwächt ist, dass sie keinen langen Besuch erträgt.
Es sollen nur mein Bruder, ich und mein Vater vorrangig zu ihr. (wir sind bevollmächtigt)
Nun drängt sich meine Schwägerin, die Frau meines Bruders, extrem in den Vordergrund. Sie sagt, sie habe einen medizinischen Beruf (den habe ich auch) und sie wisse sehr viel. Mein Bruder unterstützt ihr Verhalten. Er meint, er verstehe sowieso nicht was der Arzt sagt und seine Frau sei da besser geeignet. Dabei versuchen die Ärzte, sich so auszudrücken, dass alle den Sachverhalt verstehen.
Meine Schwägerin ist streng gläubig und tritt wie eine Missionarin auf. Sie trägt zudem permanent nach außen, wie sehr sie sich in ihrem Pflegeberuf bis zur Selbsterschöpung aufopfert. Sie hatte stets wenig Kontakt zu meiner Mutter, es war kein gutes Verhätnis zwischen den beiden. Mein Mutter war oft genervt von ihren Erzählungen, die sich hauptsächlich um Kirche und ihren Pflegeberuf drehten.
Dementsprechend distanziert ist leider auch das Verhältnis zwischen meinem Bruder und den Enkeln unserer Mutter. Man sah sich an Geburtstagen und anderen familiären Anlässen, aber ansonsten nicht.
Meine Schwägerin führte bereits Gespräche mit Ärzten auf der Station, obwohl ich, mein Bruder und mein Vater als Ansprechpartner für meine Mutter bestellt wurden.
Sie meint alles besser zu wissen. Wenn ich ihr und meinem Bruder ärztliche Informationen mitteile, fragt sie akribisch Fachwissen in aggressivenm Ton nach und diskutiert mit mir über die Behandlung. Ich habe zwar auch einen medizinischen Beruf, aber ich bin jetzt als Tochter anwesend, um meiner Mutter beizustehen, ihre Hand zu halten und ihre Interessen zu vertreten. ich vertraue Ärzten und Pflegern und lasse sie ihre Arbeit tun.
Sie dagegen tritt auf, als wolle sie zeigen, wie kompetent sie ist.
Sie will jeden Tag mit meinem Bruder und den Enkeln (die auch wenig Kontakt zu meinen Eltern hatten) zu Besuch kommen, obwohl ich und mein Vater ihr bereits sagte, dass sie sich aufteilen sollen und nicht täglich mit der ganzen Familie kommen sollten.
Nun haben die Station und meine Mutter ihr den Besuch untersagt!
Was ist da los?
 
  • #2
Erstmal tut es mir sehr leid, dass es Deiner Mutter so geht und Du Kummer hast.
Aber es ist doch gut, wenn die Station und Deine Mutter ihr den Besuch untersagt haben. Kannst Du das nicht erfragen, warum das so ist? Deine Schwägerin wird doch wohl hoffentlich nicht eigenmächtig in die Behandlung gefunkt haben. Vielleicht hat auch Deine Mutter den Ärzten irgendwas gesagt, so dass die entweder ihrem Wunsch Folge geleistet haben oder selber entschieden haben, dass die Patientin zu sehr aufgewühlt wird durch diese Besuche.

Was mit der Schwägerin los ist, hast Du ja schon selber beantwortet. Sie will Kompetenz zeigen und sieht sich in ihrer Mission.
 
  • #3
Sprich schleunigst mit dem Stationsarzt und der Stationsleitung. Der Wunsch Deiner Mutter ist vorrangig und muss zu ihrem Schutz und zum Schutz ihrer Gesundheit durchgesetzt werden. Der Arzt darf überhaupt nicht mit der Schwiegertocher über den Gesundheitszustand sprechen. Deine Schwägerin ist lediglich angeheiratete Verwandschaft, nicht Angehörige ersten Grades. Der Ehemann und die Kinder sind die alleinigen Ansprechpartner. Sprich: Dein Vater, Du und Dein Bruder. Setzt Euch gegen die Schwägerin durch! Deine Mutter hat in ihrem Zustand ein Recht auf Ruhe und hat das der Stationsleitung auch so gesagt. Bei Zuwiderhandlungen könnt Ihr gegen das Personal vorgehen. Sie machen sich sogar strafbar. Macht eine klare Ansage und sorgt dafür, dass Deine Mutter in ihrem kritischen Zustand die Ruhe bekommt, die sie braucht und die sie will!

Zu Deiner Schwägerin hast Du schon alles gesagt. Sie möchte sich profilieren und sucht krankhaft Aufmerksamkeit. Dabei geht es ihr nur um sich selbst. Solche Menschen ändern sich nicht. Mach einen Bogen drum. Das schont Deine Nerven.
 
  • #4
Ich weiss zwar nicht, was die Frage in einem Single-Forum zu suchen hat, aber recherchiere einmal Münchhausen by Proxy Syndrom. Bei dem fügen Menschen ihren Pflegebedürftigen Schaden zu, um selbst im Mittelpunkt zu stehen. Einen schwächer ausgeprägten Fall dürfe die Schwägerin haben, eine schwere narzisstische Störung vielleicht.
 
  • #5
Nach der Schwägerin würde ich jetzt gar nicht fragen; ihre Beweggründe zählen hier in meinen Augen nicht , da es wichtigeres gibt.

Ihr seid vermutlich genug angespannt, dein Bruder, dein Vater und du, so dass ihr versuchen solltet, deine Mutter so gut wie möglich zu betreuen und ihre Wünsche zu vertreten. Sprecht mit den Ärzten der Station, bedankt euch, dass sie den Besuch der Schwägerin bereits unterbunden haben und fragt da nach, was diese Frau dort gemacht hat und erklärt, wie ihr es weiterhin wünscht. Allerdings kann dein Bruder vielleicht auch dazu Stellung nehmen; er ist ja das Bindeglied zwischen ihr und euch.

Ich wünsche euch allen viel Kraft und Durchhaltevermögen!
 
G

Gast

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  • #6
Ist dein Bruder so ein bisschen ein Weichlappen, dass er sich nicht gegen seine Frau durchsetzen und sie in ihre Schranken weisen kann? Scheinbar kommt er mit so einer dominanten Frau ja gut aus, es wäre nicht schlecht erstmal mit deinem Bruder zu reden, was da los ist!
Belehrungen gegen solche Art von Menschen hilft absolut nichts, die haben gelernt sich überall penetrant durchsetzen mit ihrem Willen und scheren sich nicht drum, was andere darüber denken oder ihnen raten.

Gehe aber davon aus, dass dein Bruder zu seiner Frau hält und eure Mutter dann auch nicht mehr besuchen wird.
 
  • #7
Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass in so einer Situation alle Beteiligten angespannt sind und eben aussergewöhnlich gefordert sind. Es ist eben eine Krisensituation. Und da zeigt sich dann, dass wir Menschen doch sehr unterschiedlich reagieren, und ja, die unterschiedlichen zwischenmenschlichen Beziehungen werden gewollt oder ungewollt, bewusst oder unbewusst herausgefordert und können sich ändern. Da ist es wichtig, dass alle, die das in dieser Situation meistern, die richtigen Prioritäten setzten und verfolgen - ärztliche Versorgung und Wunsch des Patienten (und denen beistehen, die dies leider nicht meistern!) Zum Wunsch des Patienten gehört dabei normalerweise auch, dass die Angehörigen gegenseitig nachsichtig und verständnisvoll bleiben (ihren unterschiedlichen Reaktionen gegenüber) und es trotzt Stress keinen Unfrieden gibt. In Deinem Fall: konzentriere Dich auf Deine kranke Mutter, und lass es Deine Schwägerin auf ihre Weise tun, solange es sich mit der besten ärztlichen Versorgung und dem Wunsch Deiner Mutter vereinbaren lässt.
 
M

Meeresrauschen

Gast
  • #8
Komplett verbieten kann ich alleine ihr den Besuch nicht, weil mein Vater und auch mein Bruder nicht dahinterstehen. Mein Vater ist zu feige und mein Bruder steht ja hinter seiner Frau. Das weiß sie natürlich und manipuliert ihn damit. Aus meiner Sicht will er nicht wahrhaben, dass sie psychisch krank ist, bzw. dass sie eine Persönlichkeitsstörung hat. Ich denke auch, dass es keinen Sinn hat, mit ihr über ihr Verhalten zu sprechen, denn sie ist gestört und daher nicht fähig zu reflektieren. Sie würde mir dann unterstellen, dass ich die Kranke bin- üblich bei Psychopathen. Ich bitte also erstmal die Station die Besuche zu kontrollieren und zu überwachen.
 
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Meeresrauschen

Gast
  • #9
Ist dein Bruder so ein bisschen ein Weichlappen, dass er sich nicht gegen seine Frau durchsetzen und sie in ihre Schranken weisen kann? Scheinbar kommt er mit so einer dominanten Frau ja gut aus, es wäre nicht schlecht erstmal mit deinem Bruder zu reden, was da los ist!
Belehrungen gegen solche Art von Menschen hilft absolut nichts, die haben gelernt sich überall penetrant durchsetzen mit ihrem Willen und scheren sich nicht drum, was andere darüber denken oder ihnen raten.

Gehe aber davon aus, dass dein Bruder zu seiner Frau hält und eure Mutter dann auch nicht mehr besuchen wird.

Ja so ist es leider, ich denke auch dasselbe. Allerdings betont mein Bruder immer wie gut sich die beiden verstehen und was für eine heile und tolle Familie er, sie und die Kinder sind...es wird sehr nach außen getragen wie schön doch ihr Familienleben sei. da wird er wohl kaum mit mir ein Gespräch über das seltsame Verhalten seiner streng gläubigen und so fleißigen-kompetenten und ach so gütigen Ehefrau zulassen...
 
G

Gast

Gast
  • #10
Liebe Fs,

Extreme suchen sich und ziehen sich an! Ihr seid alle 4 extrem. Kein Verhalten ohne Gegenverhalten! Ihr fördert alle drei mit eurem passiven Verhalten ihr aktiv-aggressives Verhalten! Sie könnte ihre Art nicht bei "normalen" Menschen ausleben, die sich feste im Griff haben und sich nichts bieten lassen. Aber dein Vater sagt nichts, du sagst nichts, dein Bruder sagt auch nichts. Ihr seid wie ein Boot das leckt und ihr könnt euch alle drei nicht helfen.

Ihr 3 könnt überhaupt gar nicht zusammen kooperieren. Dein Bruder ist ein armes Würstchen neben der Frau, dein Vater hat nicht den A. in der Hose, und du alleine weißt dir auch nicht gegen sie zu helfen. Leider enden solche Konstellationen, wie man sieht, vor dem Todenbett. Ich habe auch noch nie eine Familienkonstellation gesehen, die glücklich mit einem Narzissten geendet hätte. Ihr werdet euer Verhalten gar nicht mehr ändern können. Es wird immer so weiter gehen.

Du scheinst auch nicht die Durchsetzungskraft zu haben, dort auf den Tisch hauen zu können und Besuch untersagen zu lassen. Bitte glaube nicht, das klappt beim ersten Mal, indem man höflich bleibt! Man muss da schon einen anderen Ton an den Tag legen, hartnäckig bleiben, und sich nicht gleich abwimmeln lassen, wenn man mit dem Personal redet und was haben will.
 
  • #11
Meine Mutter liegt schwer krank in der Klinik und sie hat zum Stationsteam gesagt, dass sie nicht so viel Besuch wünscht, da es ihr sehr schlecht geht. Zeitweise ist sie nicht ansprechbar und es ist möglich, dass sie verstirbt. Bisher haben mein Vater und ich sie besucht und hatten beide, wie die zuständigen Pfleger, den Eindruck, dass sie so geschwächt ist, dass sie keinen langen Besuch erträgt.
Was ist da los?
Das hat zwar nichts mit "Partnerschaft" zu tun. Aber aus meiner persönlichen Erfahrung: Achtung, alle Alarmsignale auf rot!
Wenn Frauen sich bei Schwerkranken und auch Sterbenden so mit sich und ihren Kindern aufdrängen wollen sie oftmals überproportional erben. Ich habe das schom erlebt. Da wurde sogar versucht, noch im letzten Augenblick ein Testament ändern zu lassen. Sogar dann, wenn gar kein Verwandschaftsverhältnis vorlag. Unbedingt aufpassen, dass da nicht noch im letzten Augenblick eine Unterschrift geleistet wird!!
 
  • #12
Komplett verbieten kann ich alleine ihr den Besuch nicht, weil mein Vater und auch mein Bruder nicht dahinterstehen. Mein Vater ist zu feige und mein Bruder steht ja hinter seiner Frau. Das weiß sie natürlich und manipuliert ihn damit. Aus meiner Sicht will er nicht wahrhaben, dass sie psychisch krank ist, bzw. dass sie eine Persönlichkeitsstörung hat. Ich denke auch, dass es keinen Sinn hat, mit ihr über ihr Verhalten zu sprechen, denn sie ist gestört und daher nicht fähig zu reflektieren. Sie würde mir dann unterstellen, dass ich die Kranke bin- üblich bei Psychopathen. Ich bitte also erstmal die Station die Besuche zu kontrollieren und zu überwachen.

Ich würde hier jetzt gerne ausnahmslos an a l l e Beteiligten nur eine einzige Frage stellen :
Ist es wirklich der richtige Zeitpunkt, am Kranken- (möglicherweise sogar am Totenbett) diese Konflikte auszutragen und sich gegenseitig madig zu machen ?
Vielleicht handeln ja Vater und Bruder nicht nur aus Feigheit sondern haben, wenn man sie hier hören würde, auch ihre Gründe ? Und vielleicht haben nicht nur die Schwägerin, der Bruder und der Vater (seine Frau liegt möglicherweise im Sterben und da will er auch aus Rücksicht keine Auseinandersetzung) ??? ihre Defizite, und nur Deine Sicht ist die einzig wahre ? Geht es hier ausnahmslos um das Wohl der Mutter ?
Ich denke, der Mutter wäre am meisten der Liebe getan, wenn sie nicht diese emotionalen Auseinandersetzungen um Recht und besser wissen spüren müsste, und das fühlt sie als Schwerkranke !
Ich habe selbst beim Tod meiner Mutter Geschisterkämpfe miterlebt, wer wohl die Beste, Fürsorglichste, Pflichtbewussteste, usw. usw, usw. ist, incl. gegens. Vorwürfe und fand es widerlich und schmerzhaft.
 
  • #13
Ich würde hier jetzt gerne ausnahmslos an a l l e Beteiligten nur eine einzige Frage stellen :
Ist es wirklich der richtige Zeitpunkt, am Kranken- (möglicherweise sogar am Totenbett) diese Konflikte auszutragen und sich gegenseitig madig zu machen ?

Du hast es nicht verstanden. Es geht darum, dass die Mutter den Wunsch nach Ruhe geäußert hat. Die Schwägerin nebst ihren Kindern missachten den Wunsch.
Ich konnte nirgends lesen, dass Konflikte vor der Mutter ausgetragen werden. Den Teil des Beitrages habe ich für Dich nochmal zitiert:

Meine Mutter liegt schwer krank in der Klinik und sie hat zum Stationsteam gesagt, dass sie nicht so viel Besuch wünscht, da es ihr sehr schlecht geht. Zeitweise ist sie nicht ansprechbar und es ist möglich, dass sie verstirbt. Bisher haben mein Vater und ich sie besucht und hatten beide, wie die zuständigen Pfleger, den Eindruck, dass sie so geschwächt ist, dass sie keinen langen Besuch erträgt.
Es sollen nur mein Bruder, ich und mein Vater vorrangig zu ihr. (wir sind bevollmächtigt)

Ich habe selbst beim Tod meiner Mutter Geschisterkämpfe miterlebt, wer wohl die Beste, Fürsorglichste, Pflichtbewussteste, usw. usw, usw. ist, incl. gegens. Vorwürfe und fand es widerlich und schmerzhaft.

Hier geht es nicht um Geschwisterkämpfe. Die Schwägerin ist lediglich angeheiratete Verwandschaft, die sich anmaßt, obwohl sie gar nicht dazu berechtigt ist, die Kranke gegen der ihren Willen zu besuchen. Also lässt sich Dein Fall nicht mit dem der FS vergleichen.
 
  • #14
Doch liebe Kaktus, ich kann lesen, und es geht hier nicht um den Verwandschaftsgrad sondern um die allgemein gespannte Atmosphäre, die für die Mutter sicher spürbar ist, und für die alle Beteiligten mit verantwortlich sind, egal ob verwandt oder nicht.
Und es geht hier auch um Rivalität, was auch nicht unbedingt eine enge Verwandschaft voraussetzt.
Und im Gegensatz zu so manchen hier im Forum kann ich auch ganz gut differenzieren und reflektieren und habe es auch nicht nötig, beleidigend zu werden.
Ist Dir schonmal der Gedanke gekommen, dass auch Du möglicherweise nicht alles ausnahmslos treffend interpretierst ?
 
A

Ars_Vivendi

Gast
  • #15
Ich habe zwar auch einen medizinischen Beruf, aber ich bin jetzt als Tochter anwesend, um meiner Mutter beizustehen, ihre Hand zu halten und ihre Interessen zu vertreten. ich vertraue Ärzten und Pflegern und lasse sie ihre Arbeit tun.

Die Situation ist für Dich sicher sowieso schon schwer genug. Es ist sicher richtig, dem Personal in der Klinik zu vertrauen, Du wirst selbst genug Fachkenntnisse haben, um beurteilen zu können. Manche Krankenschwestern halten sich für kompetenter als Ärzte. Es ist richtig, für Deine Mutter für Ruhe zu sorgen und die Ärzte in der Klinik in Ruhe arbeiten zu lassen.
 
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